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Full text of "Palaeontographica"

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PALAEONTOGRAPHIGCA. 


BEITRÄGE 


NATURGESCHICHTE DER VORWELT. 


Zwanzigster Band. Zweiter Theil. 


Herausgegeben 


DR. en DUNKER & D* K. A. ZITTEL 


inMrbug.. 0 im München. 


CASSEL. 
Verlag von Theodor Fischer. 
1872— 1875. 


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Der Druck dieser "Blätter hatte kaum begonnen, als Professor von Reuss inmitten einer neuen 
Arbeit über die Bryozoen des österreichisch-ungarischen Miocäns am 1. November 1873 so heftig erkrankte, 
dass er die Revision eines grossen Theiles des Textes und der Tafeln 24-28 nicht mehr selbst überwachen konnte. 
Wir verdanken jedoch der grossen Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit, womit das ganze Manuscript von ihm vol- 
lendet und zum Drucke befördert, sowie die Entwürfe zu den Zeichnungen sämmtlicher, von Hrn. Rud. Schönn 
in Wien ausgeführten Tafeln, von meinem verewigten Freunde gegeben worden waren, dass der Beendigung 
des Druckes kein wesentliches Hinderniss mehr entgegentrat. Schon am 26. November 1873 wurde August 
Emil von Reuss durch den Tod von seinen schweren Leiden erlöst, ein verhängnissvoller Tag für unsere 
Wissenschaft, an welchem ihr zugleich auch Carl Friedrich Naumann in Dresden plötzlich entrissen wurde. 
Beide Männer gleich gross durch ihre unermüdliche Thätiskeit, ihre aufopfernde Hingebung für die Wissen- 
schaft, durch Biederkeit, Treue und Anspruchlosigkeit ihres Charakters! Beide haben sich durch eine lange 
Kette der mühevollsten und gediegensten Arbeiten einen Kranz gewunden, der nie verwelken wird. 

Mit den hier folgenden Blättern über die Foraminiferen, Bryozoen und Ostracoden des 
Sächsischen Pläners, welche die Fortsetzung bilden zu den schon im ersten Bande des Elbthalgebirges in 
Sachsen, Heft 4, veröffentlichten Untersuchungen von Reuss, hat sich der gediegene Forscher nicht nur den 
ganz besonderen Dank von Sachsen, sondern von allen Fachmännern überhaupt erworben, der innigeste Dank 
aber gebührt der treuen Freundschaft seit einem Menschenalter, die ja die unmittelbare Veranlassung zu der 


Betheiligung dieses ausgezeichnetesten Fachmannes an unseren vaterländischen Arbeiten geworden ist. 


Dresden, den 28. Dec. 1873. 


H. B. Geinitz. 


Das 


ELBTHALGEBIRGE 


SACHSEN 


von 


Dr. Hanns Bruno Geinitz, 


Ritter des Königl. Sächs. Verdienstordens und des Kais. Brasilianischen Rosenordens, Direetor des Königl. Mineralogischen Museums, Prof. 
an der Königl. polytechnischen Schule in Dresden, Ehrenmitglied des Doctoren-Collegiums der K. K. Universität zu Wien, ete. 


Zweiter Theil. 


Der mittlere und obere Quader. 


I. Seeschwämme, Korallen, Seeigel, Seesterne und Haarsterne. 


Mit Tafeln 1—6. 


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SACHSEN 


von 


Dr. Hanns Bruno Geinitz, 


Ritter des Königl. Sächs. Verdienstordens und des Kais. Brasilianischen Rosenordens, Director des Königl. Mineralogischen Museums, Prof. 
an der Königl. polytechnischen Schule in Dresden, Ehrenmitglied des Doctoren-Collegiums der K. K. Universität zu Wien, ete. 


Zweiter Theil. 


Zweite Lieferung. 


Der mittlere und obere Quader. 
II. Brachiopoden und Pelecypoden. 
Mit 7 Tafeln Abbildungen. 


Taf. 7—13. 


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SACHSEN 


von 


Dr. Hanns Bruno (Zeinitz, 


Ritter des Königl. Sächs. Verdienstordens und des Kais. Brasilianischen Rosenordens, Direetor des Königl. Mineralogischen Museums, Prof. 
an der Königl. polytechnischen Schule in Dresden, Ehrenmitglied des Doetoren-Collegiums der K. K. Universität zu Wien, ete. 


Zweiter Theil. 


-Dritte Lieferung. 


Der mittlere und obere Quader. 


IIi. Peleeypoden (Schluss). 


Mit 6 Tafeln Abbildungen. 


Taf. 14—-19. 


Das 


ELBTHALGEBIRGE 


in 


SACHSEN 


von 


Dr. Hanns Bruno Geinitz, 


Ritter des Königl. Sächs. Verdienstordens und des Kais. Brasilianischen Rosenordens, Direetor des Königl. Mineralogischen Museums, Prot. 
an der Königl. polytechnischen Schule in Dresden, Ehrenmitglied des Doctoren-Collegiums der K. K. Universität zu Wien, ete. 


Zweiter Theil. 


Der mittlere und obere Quader. 
IV. Die Foraminiferen, Bryozoen und Ostracoden des Pläners. 
Mit 9 Tafeln Abbildungen. 
Taf. 20—28. 
Von 


Dr. Aug. Em. Ritter von Reuss, 


weiland Ritter des Ordens der eisernen Krone dritter Klasse, des Kais. Oesterr. Franz-Josephs-Ordens und des König]. 
Sächsischen Albrechts-Ordens, Professor an der Universität zu Wien ete. 


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in 


SACHSEN 


von 


Ilanns Bruno Geinitz, 


Ritter des Königl. Sächs. Verdienstordens und des Kais. Brasilianischen Rosenordens, Königl. Sächs. Hofrath, Director des Königl. Minera- 
logischen Museums, Prof. an der Königl. polytechnischen Schule in Dresden, Ehrenmi tglied des Doctoren- Collegiums der K. K. Universität 
zu Wien, etc. 


Zweiter Theil. 


Der mittlere und obere Quader. 


V. 6asteropoden und Cephalopoden. 


Mit 8 Tafeln Abbildungen. 


II. Taf. 29—36. 


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Das 


ELBTHALGEBIRGE 


in 


SACHSEN 


von 


Dr. Hanns Bruno Geinitz, 


Ritter des Königl. Sächs. Verdienstordens und des Kais. Brasilianischen Rosenordens, Königl. Sächs. Hofrath, Director des Königl. Minera- 
logischen Museums, Prof. an der Königl. polytechnischen Schule in Dresden, Ehrenmitglied des Doctoren-Collegiums der K.K. Universität 
zu Wien, etc. 


Zweiter Theil. 


Der mittlere und obere Quader. 


VI. Würmer, Krebse, Fische, Reptilien und Pflanzen. 


Mit 10 Tafeln Abbildungen. 


II. Taf. 37—46. 


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Inhalt des zweiten Theiles. 


Seite 

Zur Geologie des Elbthals . . . 2... En Mu: IT 1972.35 
Seeschwämme, Korallen, Seeigel, Beestekne und Hanrsterne (den net und oberen Oroilor- und Pläner- 

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A. Zur Geologie des Elbthales. 


Um unsere Aufgabe schneller zum Ziele zu führen, lassen wir schon jetzt das erste Heft des zweiten 
Theiles den weiter folgenden Heften des ersten Theiles vorausgehen. Dasselbe behandelt dieselben Klassen 
und Ordnungen des Thierreiches, welche bisher aus dem unteren Quader und Pläner beschrieben worden sind. 

Wem es wünschenswerth ist, sich von den Lagerungsverhältnissen der betreffenden Schichten im 
sächsischen Elbthalgebirge durch eigene Anschauung Kenntniss zu verschaffen, empfiehlt sich hierzu, ausser dem 
von Oberbergrath Gümbel in München besprochenen Profile zwischen Pirna, Rottwernsdorf, Neundorf, Krietz- 
schwitz und Neu-Struppen, eine Wanderung von Königstein aus durch den Hüttengrund, Bielaer Grund nach 
dem Schneeberge und Tyssa in Böhmen, wobei sich hinreichende Gelegenheit findet, die wichtigsten Glieder 
des oberen, mittleren und unteren Quaders kennen zu lernen. 

Der Weg führt zunächst durch den Hüttengrund an die Kaltwasserheilanstalt Königsbrunn, wo die 
nach Leupoldishain führende Schlucht ausmündet. An der darin sich emporziehenden Strasse gelangt man 
in ca. 1 Kilometer Entfernung von Königsbrunn an eine starke Quelle, die über Pläner entspringt, der bei ca. 
6 Meter Mächtigkeit hier den mittleren Quader von dem oberen Quader trennt. Er besteht aus hellgrauen 
dünnplattigen und thonig-sandigen Schichten, die mit stärkeren Bänken eines feinkörnigen Plänersandsteines 
wechseln, nach unten hin aber in blaugraue und durch Kohlenbrocken gefleckte glaukonitische Plänerplatten 
und glaukonitische Sandsteine (sogen. Copitzer oder Cottaer Grünsand) übergehen. Der ganze Schichten- 
complex entspricht den bei Kritzschwitz auftretenden oberturonen Plänerbildungen. 

Es ist an Versteinerungen noch nicht viel darin gefunden worden, Chondrites fureillatus A. Röm., 
Inoceramus Brongniarti Sow., Pecten quadricostatus Sow. und Stengel oder Zweige von Pflanzen, wie sie 
im Plänerkalke von Strehlen oft vorkommen, sowie mehrere noch unsicher bestimmte Muschelreste, unter 
denen auch Exogyra Columba Lam. nicht zu fehlen scheint. 

Eine weitere Ausbeutung dieser Localität würde manchem Gaste von Königsbrunn eine erwünschte 
Gelegenheit bieten, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und unsere Wissenschaft wesentlich 
fördern. 

Der Weg durch den schönen Bielaer Grund führt von Königsbrunn aus bis an die Schweizermühle 
nur durch den Mittelquader, worin man vielorts Inoceramus labiatus Schl. sp., Lima pseudocardium 


!) Gümbel in Sitzungsb. d. Ges. Isıs in Dresden, 1867. p. 72 und in Leonhard u. Geinitz n. Jahrb. 1867. p. 664. 


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Reuss, Peeten curvatus Gein., Pecten qwinguecostatus, Exogyra lateralis Nilss., Exogyra Columba Lam., 
meist nur in kleinen Exemplaren, und einen neuen Brachiopoden (Taf. S. Fig. 3. 4) antrifft. Besonders reich 
an Versteinerungen zeigte sich im September iS71 ein verlassener Steinbruch an der Abzweigung des Weges 
nach Reichstein. 


Die romantischen Felsenpartien in der Nähe der Schweizermühle, welche jährlich Tausende von 
Besuchern anlocken, bestehen aus demselben mittleren Quader, den man erst verlässt, wenn man am Fusse 
des hohen Schneeberges in Böhmen angelangt ist. Von organischen Ueberresten sind mir auf dem ganzen Wege 
dahin nur /noceramus labiatus und Spongia Saxonica begegnet, welche vereinzelt bis in die unmittelbare 
Umgebung des Scheeberges gefunden werden. Es ist höchst wahrscheinlich, dass jenes Exemplar von Inoceramus 
labiatus (= I. mytiloides Mant.), dessen in »Charakteristik III. 1842. S. 104« und später von uns erwähnt 
wird. nicht m dem oberen Quader des hohen Schneeberges selbst, sondern vielmehr in dem mittleren Quader 
der Umgebungen des Schneeberges gefunden worden ist. Dasselbe wurde mir seiner Zeit von einem längst 
verstorbenen Freunde übergeben, welcher die Grenzen des Schneeberges etwas weiter gefasst zu haben scheint. 


In »Charakteristik« ist S. 103 schon angeführt worden: Das Vorhandensein des Pläners am Schnee- 
berge gibt sich am besten durch mehrfache Quellen zu erkennen, die darüber hervorkommen und welche 
ziemlich in gleichem Niveau liegen. Zwei Quellen an der Bärenhübelwiese legten deutliche Plänermergel bloss, 
eine am Bornberge und eine am Mühlbrunnen verdeckten ihn auch nicht u.s. w. Mit dem kundigen Führer 
des Scheeberges, dem verstorbenen Vincenz, habe ich früher am Fusse des Schneeberges gegen 12 solcher 
Plänerquellen angetroffen. Von diesen ist der Fischersborn in der Nähe der Bärenhübelwiese am westlichen 
Fusse des hohen Schneeberges noch am leichtesten von dem Dorfe Schneeberg aus zugänglich. 


Der dortige Pläner oder Quadermergel erinnert auffallend an jenen bei Königsbrunn und enthält wie 
dieser zum Theil glaukonitischen kalkigen Sandstein, zum Theil blaugraue thonigkalkige Plänerplatten, welche 
von weicheren thonigen Schichten ‘oder Plänerthon überlagert werden. Man begegnet darin oft kleinen 
Austerschalen, die zu Ostrea semiplana Sow. gehören mögen, Pecten quadricostatus Sow., jenen schon bei 
Königsbrunn erwähnten Stengeln oder Zweigen von Pflanzen, sowie mehreren noch näher zu bestimmenden 
Muscheln, welche von denen des Plänerkalkes kaum verschieden erscheinen. 


Darüber lagert der obere Quadersandstein, der den eigentlichen hohen Schneeberg zusammen- 
setzt. Meist ist er grobkörnig oder mittelkörnig, doch kommen auch feinkörnige Sandsteine, namentlich in 
seinen unteren Partien vor. Viele seiner Platten sind ganz durchwachsen von den starken Zweigen der 
Spongia Sazonica, deren knollige Abänderungen auch hier nicht selten sind. Nächst diesem in keinem Quadersand- 
steine fehlenden Seeschwamme ist Zima canalifera Goldf. die gewöhnlichste Erscheinung. Man trifft diese Muschel 
in vielen anstehenden Platten und in Blöcken in der Nähe des Thurmes oder in einem, unfern des so- 
genannten Goldquelles eröffneten Steinbruche, welcher viel Material zu dem Baue des stattlichen Thurmes und 
des gastlichen Wohnhauses auf dem hohen Schneeberge geliefert hat, aus deren Quadern hier und da eine 
Lima camalifera und ein Pecten quadricostatus herausblicken. Die beiden letzteren sind treffliche Leit- 
muscheln für den oberen Quader in Sachsen, Westphalen bei Haltern, sowie auch im Aachener Walde. Neben 
ihnen finden sich auf dem Schneeberge Arca glabra Sow., in ihrer typischen Form, wie bei Kieslingswalda 
im Glatzischen, Rhynchonella plicatilis (octoplicata) Sow., sowie auch Exogyra Columba, die von dem unteren 
Quader an durch alle Schichten bis in den oberen Quader steigt. Auf seiner Höhe wurde früher von mir 
Cardiaster Anamchytis Leske sp. gefunden, eine gleichfalls senone Art. 


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Die neu angelegte directe Chaussee führt uns von dem Dorfe Schneeberg aus ununterbrochen auf 
dem Mittelquader bis auf die Höhe der berühmten Tyssaer Wände, einer der sehenswerthesten Partien 
des Elbthalgebirges.. Wir haben uns nicht vergeblich bemüht, auch auf diesem Wege sowohl Inoceramus 
labiatus als Spongia Saxonica aufzufinden; prächtige Exemplare jener Leitmuschel pflegt auch der Pächter des 
Gräflich Thun’schen Gasthofes in Tyssa aus den von ihm betriebenen Sandsteinbrüchen oberhalb der Tyssaer 
Wände zu sammeln und bereitwillig abzugeben. Auf mehreren der in die Felswände selbst eingehauenen Treppen- 
stufen treten sie deutlich hervor, so dass wir annehmen müssen, dass alle von Tyssa aus in die verschiedenen 
Sammlungen gelangten Exemplare dieses Inoceramus nur aus dem Mittelquader der Tyssaer Wände und ihrer 
nächsten Umgebungen, nicht aus dem unteren Quader herrühren. 


Der letztere ist jedoch in dem Doıfe Tyssa und den dazu gehörigen Feldern entwickelt, aus welchen 
die in früheren Zeiten durch unseren fleissigen Dresdener Sammler Hübler in Strehlen massenhaft verbreiteten 
Gesteinsplatten mit Versteinerungen des unteren Quaders ausgeackert zu werden pflegen. 


Unterhalb der Tyssaer Wände, deren Höhe an den eigentlichen Wänden 52 Wiener Ellen oder 40,5 M. 
betragen soll, wird das Niveau des unteren Pläners durch eine Quelle verrathen, welche an einem der 
letzten Häuser an dem östlichen Ende des Dorfes nahe dem Büchner’schen Hause gefasst ist. Unmittelbar 
vor dem jetzt als Milchkeller benutzten Raume zeigen sich in dem Bache, der das Wasser der Quelle dem 
Dorfe zuführt, dünne hellgraue Platten eines festen mergeligen Sandsteins, Pläner-Sandsteins, und jene wohl- 
bekannten Quader-Sandsteinplatten, auf welchen Zurritella granulata Sow., Rostellaria Burmeisteri Gein., Denta- 
lium glabrum Gein., Venus immersa Sow., Protocardium hillanum Sow. sp. Exogyra Oolumba Lam. etc. sehr 
gewöhnliche Erscheinungen sind. 


Bei Tyssa kommen ferner auch Ablagerungen vor, welche den Schieferthonen des unteren Quaders von 
Niederschöna und den etwas ünreine Quaderkohle führenden Schichten von Mobschatz in Sachsen entsprechen. 
Es zeigen sich ganz ähnliche, durch Pflanzenreste und Kohle geschwärzte Schieferthone und Sandschiefer in 
ca. einem Kilometer westlicher Entfernung von dem Gräflich Thun’schen Gasthofe, die man mit einem Ver- 
suchsschachte nach Kohlen dort neuerdings aufgeschlossen hat. — 


Bis heute ist es in Sachsen noch nicht gelungen, in jenen Quadermergeln oder Plänern, welche den 
Mittelquader von dem Oberquader trennen, die Fauna der Belemnitellenkreide oder der Salzbergmergel bei 
Quedlinburg aufzudecken, und wir sind in dieser Beziehung fast ganz noch auf die Umgegend von Kreibitz 
in Böhmen angewiesen; das darf man aber als sicher annehmen, dass man es hier mit keinen älteren als 
oberturonen Gebilden zu thun hat. Eine der nächsten Aufgaben wird sein, diese Schichten noch genauer 
im Elbthale selbst zu verfolgen, namentlich auch, um eine Uebereinstimmung mit der geologischen Ueber- 
sichtskarte der Oesterreichischen Monarchie von Franz R. v. Hauer, Blatt II, zu erzielen. Das ganze an 
Sachsen angrenzende Gebiet ist dort als Mittelquader bezeichnet, welcher den untern Quader bei Nieder- 
grund überlagert. 

Neue Sammlungen von Versteinerungen auf sächsischem Gebiete haben, etwa 5 Minuten von der 
böhmischen Grenze entfernt, in den auf dem linken Elbufer gelegenen Teichsteinbrüchen das häufige Vor- 
kommen kräftiger Exemplare des Inoceramus labiatus erwiesen, wodurch sich dieses Gebiet als die unmittel- 
bare Fortsetzung des böhmischen Mittelquaders ergibt. Da nun in dem elbabwärts gelegenen Hänel’schen 
Steinbruche unterhalb Krippen Lima canalifera vorkommt, während in den Bornsteinbrüchen, welche sich 
Schandau gegenüber befinden, neben Eixogyra Columba, Rhynchonella plicatilis und Pecten quadricostatus vor- 


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herrschen, so lässt sich das Vorkommen jener den Mittel- und Oberquader trennenden Plänerbildung an dem 
linken Elbufer zwischen Schöna und Krippen vermuthen. 

Aus den Quaderbrüchen des rechten Elbufers sind uns neuerlich durch einen zuverlässigen 
Sammler aus den unterhalb Schmilka befindlichen Postelwitzer Steinbrüchen Inoceramus Brongniartı 
Sow., Pinna quadrangularis Goldf., Pecten quadricostatus Sow. und Lima canalifera Goldf., aus den Schul- 
hainbrüchen oberhalb Rathen aber Inoceramus Brongniarti, Lima canalifera, Exogyra Columba, Rhynchonella 
plicatilis und Catopygus Albensis Gein. zugegangen, welche diese Sandsteine zumeist in den oberen Quader 
verweisen. 

Da der 186,9 M. — 660’, bis zum Wasserspiegel 600 Dr. Fuss tiefe Brunnen der Festung König- 
stein nicht bis in das Niveau der Elbe herabreicht, da die Höhenlage der Festung 243 Meter — 858',033 
Dresd. über dem Elbspiegel beträgt!), so wird man es sehr wahrscheinlich finden, dass die wasserführenden 
Schichten in diesem Brunnen denselben Plänerbildungen entsprechen, welche in der Nähe von Königsbrunn 
und bei Ober-Vogelgesang auftreten, und es würde hiernach die Hauptmasse des Königsteins zu dem oberen 
Quader gehören, während der Mittelquader nur seine unteren Partien bildet. 

Solch eine gleichförmige Ueberlagerung der fast horizontalen oder nur wenig geneigten Schichten an 
den hohen senkrechten Felswänden des Elbthales erschwert die Bestimmung der geologischen Horizonte um 
so mehr, als das trennende Pläner-Glied äusserlich meist kaum bemerkbar wird und bei dem Herabstürzen 
der durch den eigenthümlichen Steinbruchsbetrieb gelösten Felswände obere und untere Sandsteinbänke durch- 
einander geworfen werden. — 

In dem »Quadergebirge in Sachsen, 1850« ist S. 22 hervorgehoben worden, dass man die Gegend 
von Cotta bei Pirna als den Schlüssel zum Verständniss der ganzen sächsischen Schweiz betrachten kann, 
was sich durch Gümbel’s spätere Untersuchungen vollkommen bestätiget hat. Ein jeder neuer Besuch dieser 
lehrreichen Gegend ist lohnend. Die Aufstellung eines Mittelquaders im Jahre 1867, das Hauptverdienst 
Gümbel’s, welche die wichtigsten Fragen in dieser Gegend gelöst hat, veranlasst uns zunächst zu einigen 
Berichtigungeu der 1850 darüber gegebenen Mittheilungen 

1. In jenem zu S. 19—22 dort beigefügten Profile zwischen Berggiesshübel und dem Kohlberge bei 
Pirna ist aller bei Rottwernsdorf, dem Lohmgrunde und Gross-Cotta erkennbarer Quader, der theils als unterer, 
theils als oberer bezeichnet worden ist, nur Mittelquader, welcher überall reich an Inoceramus labiatus, 
Pinna Cottai Gein., Pinna decussata Goldf. und Spongia Saxonica ist. Derselbe wird an dem Ausgange des 
Lohmgrundes und zwar an dessen linker Seite von Plänerschichten unterlagert, die man hiernach für unteren 
Pläner ansprechen kann, wiewohl bisher nur Spuren von Versteinerungen darin gefunden worden sind. 

2. Die in dem Hofe und Lustgarten des Rittergutes Gross-Cotta durch Herrn von Burchardi früher 
aufgeschlossenen Plänerschichten und glaukonitischen Sandsteine, welche Rhynchonella plicatilis, jenen neuen 
;rachiopoden und Ostrea semiplana Sow. führen, stehen mit jenem unteren Pläner in keinem Zusammenhange, 


') Nach einer uns durch Herrn Oberstlieutenant Vollborn zugegangenen Mittheilung liegt das Plateau der Festung 
Königstein (östliche Seite): 
353 M. == 1246’,443 Dresd. über der Nordsee, 
der Elbspiegel unterhalb Bahnhof Königstein: 
110 M. = 388’,410 Dresd. über der Nordsee, 
hiernach Höhenlage der Festung: 
243 M. — 858',033 Dresd. über dem Elbspiegel. 


— VI — 


sondern entsprechen viel mehr dem über dem Mittelquader lagernden Copitzer oder Cottaer Grünsande, 
welcher mit thonigen Plänerschichten zusammen am deutlichsten nahe der Ziegelei 'von Gross-Cotta auf- 
geschlossen ist. 

Die gewöhnlichste Erscheinung in diesem gröberen, glaukonitischen, kalkigen Sandsteine ist Ahyncho- 
nella plicatilis (Terebratula octoplicata) Sow., deren meist flachgedrückte Exemplare wiederholt zu unrichtigen 
Bezeichnungen, wie Ter. gallina und Rhynchonella vespertilio (alata), Veranlassung gegeben haben. Daneben 
finden sich, ausser den vorher genannten kleinen Austern u. s. w. auch Pecten quadricostatus Sow. und Zähne 
von Otodus appendieulatus Ag. 

3. Wir können von neuem bestätigen, dass ein lichtgrauer dünnplattiger Steinmergel, welcher ober- 
halb dieses Cottaer Grünsandes in einer kleinen Kirschallee zwischen dem Rittergute und der Ziegelei von 
Gross-Cotta an der südwestlichen Seite des Berges ansteht, den Plänerkalk von Strehlen vertritt und dass 
darin durch Frau von Burchardi Peeten Dujardini A. Röm. entdeckt worden ist. 

4. An dem Ladenberge bei Berggiesshübel findet sich oberhalb des dort zum Chausseebau ge- 
wonnenen Thonschiefers, welcher in Contact mit Felsitporphyr tritt, eine gegen 4 Meter mächtige Pläner- 
einlagerung im Quadersandsteine, die durch einen Schurf leidlich aufgedeckt ist. 

Die sehr mächtige über diesem Pläner befindliche Sandsteinpartie des Ladenberges ist durch den Stein- 
bruchsbetrieb in dem Schröter’schen Bruche gut aufgeschlossen. Man gewinnt hier gute Mühlsteine und ver- 
reibt kleinere Stücke weissen Sandsteines zu Streusand. Der Aufmerksamkeit der Pächterin, welche sich 
dieses Geschäftes unterzieht, verdanke ich bei einem Besuche dieser Stelle mit Frau von Burchardi im Sep- 
tember 1871 eine umfängliche Sammlung der dabei ausgeschiedenen Versteinerungen, unter welchen Inoce- 
ramus labiatus in allen Altersstufen und Spongia Saxonica bei weitem vorherrschen. Das massenhafte Vor- 
kommen dieser Muschel verweist die Hauptmasse der Sandsteine des Ladenberges zu dem Mittelquader, 
und es kann der obere Quader dort höchstens auf der Höhe des Berges nur einen verhältnissmässig kleinen 
Theil ausmachen. Für sein Vorhandensein spricht indess die lockere Beschaffenheit der auf der Höhe des 
Ladenberges umherliegenden Blöcke, in welchen hier und da Rhynchonella plicatilis gefunden worden ist. 
Dieser Mittelqguader ist daher die unmittelbare Fortsetzung des Cottaer Bildhauersandsteins, wenn auch seine 
Gesteinsbeschaffenheit zum Theil sehr davon abweicht, während man ihn an einigen dicht neben der Chaussee 
entblössten Stellen wieder nicht unterscheiden kann von jenem thonigen und feinkörnigen Bildhauersandsteine. 

Nach Feststellung dieses geologischen Horizontes wird man den ihn unterlagernden Pläner jenen oben 
erwähnten Schichten am Ausgange des Lohmgrundes parallelisiren müssen. Die Leitfossilien für cenomane 
Schichten, oder unteren Pläner, fehlen indess noch darin. Es ist den Bemühungen des Herrn Öbersteiger 
Schreiter in Berggiesshübel bisher nur gelungen, in jenem Pläner am Ladenberge einige deutliche Exemplare des 
Inoceramus labiatus und Ammonites peramplus Sow. aufzufinden, die er die Güte gehabt hat, dem K. Minera- 
logischen Museum zu überlassen. Nach diesem Vorkommen aber scheint diese Plänerablagerung mehr einer 
Zwischenbildung des Mittelquaders selbst als dem eigentlichen unteren Pläner Sachsens zu entsprechen, und 
es ist noch nicht endgültig entschieden, ob man in dem darunter anstehenden Sandsteine die untere Partie 
des Mittelquaders oder den wirklichen unteren Quader Sachsens festhalten darf. 


Dresden, den 12. December 1871. 


H. B. Geinitz. 


Index generum et specierum. 


(Die hier beschriebenen Arten sind mit Cursivschrift, die Synonyme und nur beiläufig genannten Arten in gewöhnlicher Sehrift.) 


Achilleum globosum Hag. 4. 
Aleyonium chonoides Mant. 3. 
Amorphospongia d’Orb. 4. 

A. angustata d’Orb. 1. 

A. globosa Hag. 4. 

A. ramea A. Rönm. 1. 
Ananchytes ovata Gein. 9. 
Antedon Sars. 18. 

A. Fischeri Gein. 18. 

A. Sarsü Düben u. Koren sp. 18. 
Anthophyllum cylindraceum Rss. 5. 
Apiocrinus elliptieus Mill. 18. 
Asterias quingeloba Goldf. 17. 
A. Schulzei Cotta u. Reich 15. 
Asteroidea 15. 

Astrogonium Coombii Forb. 17. 
Bourgueticrinus elliptieus M. sp. 18. 
Cardiaster Forb. 10. 

C. Ananchytis Leske 10. 

C. granulosus Schlüter 10. 
Caryophyllia centralis Phill. 4. 
C. eylindracea Rss. 5. 
Cassidulidea Ag. 9. 

Catopygus Ag. 9. 

©. Albensis Gein. 9. 

Ceriopora nuciformis Hag. 4. 
Oidaridea. 6. 

Cidaris Klein. 6. 

C. armata Rss. 6. 

C. papillata Gein. 7. 

C. papillata Mant. 6. 

C. Reussi Gein. 7. 

C. vesiculosa Forb. 6. 

C. subvesiculosa d’Orb. 6. 
Cidarites granulosus Goldf. 8. 
C. variolaris Goldf. 8. 
Coseinopora Zippei d’Orb. 1. 
Cribrospongia d’Orb. 1. 

C. angustata A. Röm. 1. 

C. fragilis A. Röm. 2. 

C. radiata Mant. sp. 3. 
Crinoidea. 17. 

Cyelobacia Bölsche 6. 

C. Fromenteli Bö. 6. 
Cyelosmilia centralis d’Orb. 5. 


Cylindrospongia angustata Röm. 1. 
Oyphosoma Ag. 1. 

C. granulosum Gein. 8. 

C. Koenigi Br. 8. 

C. Milleri Br. 8. 

C. radiatum Sor. 8. 

C. spatulifera Dix. 8. 
Diadematidea. 8. 

Echinidea. 6. 

Echinocoridea. 9. 

Euerinites ellipticus Schl. 18. 
Eugeniacrinites Hagenowi Goldf. 18. 
Gitterschwämme. 1. 

Goniaster Smithi Forb. 16. 
Haursterne. 17. 

Halisarcinae. 1. 

Hemiaster Des. 14. 

H. lacunosus Goldf. 14. 

H. Ligeriensis d’Orb. 15. 

H. Regulusanus d’Orb. 15. 

H. sublacunosus Gein. 14. 
Hexactinellidae. 1. 

Holaster As. 9. 

H. Faxensis Forchh. 11. 

H. granulosus. 10. 

H. planus Maut. sp. 9. 

H. suborbicularis. 10. 
Hornschwämme. 1. 

Korallen. 4. 

Lithistidae. 4. 

Madrepora centralis Mant. 4. 
Micraster Ag. 11. 

M. Borchardi Hag. 13. 

M. breviporus Ag., Schloenb. 13. 
M. cor angwinum Lam. Heb. 12. 
M. cor anguinum Ant. 11. 14, 
M. cor bovis Forb. 13. 

M. cor testudinarium Goldf. sp. 11. 
M. gibbus Goldf. sp. 13. 

M. Leskei Desmoul. 13. 

M. Leskei F. Röm. 11. 13. 
Monastrea aporosa. 4. 
Monocarya centralis Lousd. 5. 
Parasmilia M. Edw. u. H. 4. 

P. centralis Mant. sp. 4. 


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P. Guillieri From. 5. 
Pentacrinus Mill. 17. 

P. lanceolatus A. Röm, 17. 
Polypi. 4. 

Radiata. 6. 

Retispongia Hoeninghausii d’Orb. 2. 
R. radiata From. 3. 
Schwämme. 1. 

Scyphia angustata A. Röm. 1. 
. coseinopora Gein. 2. 

. cribrosa A. Röm. 1. 

. fragilis A. Röm. 2. 
Oeynhausi Goldf. 3. 

. pedunculata Rss. 2. 
radiata Rss. 2. 

. Zippei Rss. 1. 

Seeigel. 6. 

Seesterne 15. 

Spatangidea. 11. 

Spatangus cor anguinum Lam. 12. 
S. cor ang. Aut. 11. 12. 

S. cor testudinarium Goldf. 11. 
S. gibbus Goldf. 13. 

5. granulosus Goldf. 10. 

S. Leskei Desmoul. 13. 

> planus Mant. 9. 

S. suberbieularis Goldf. 10. 
Stellaster Gray. 15. 

S. Albensis Gein. 16. 

S. Comptoni Gray. 16. 

5. Coombi Forb. sp. 17. 

S. quinqueloba Goldf. sp. 17. 
S. Schulzei C. u. R. sp. 15. 
Strahlthiere. 6. 

Spongia. 1. 

S. globosa Gein. 4. 

S. ramea Gein. 1. 

S. ramosa Rss. 1. 

S. Saxonica Gein. 1. 

Tragos globularis Rss. 4. 
Turbinolia centralis Aut. 4. 
Ventrieulites radiatus Mant. 3. 
Vermiculatae. 4. 


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nun 


I. Seeschwämme, Korallen, Seeigel, Seesterne und Haarsterne der mittleren 
und oberen Quader- und Plänerbildungen. 


I. Classe. Spongiae. Schwämme. — I. 8. 18. 


1. Ordn. Halisarcinae O. Schmidt. Hornschwämme. 
Spongia L. 

1. Sp. Saxonica Gein. — I. 8. 21. 

2. Sp. ramea Gein. — Taf. 1. Fig. 1. 


1846. Spongia sp. Gein. Grundriss, Taf. 25, fig. 24. 

1846. Spongia ramosa Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II. p. 79. Taf. 20. fig. 7, 8. 
1849—1850. Spongia ramea Gein. Quad. Deutschl. p. 264. 
1864—1866. Amorphospongia ramea A. Römer, Palaeontogr. XII. p. 55. 

Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla finden sich walzenförmige oder nur wenig zusammen- 
gedrückte Bruchstücke von ca. 1.5 cm. Durchmesser, deren Oberfläche eine Structur zeigt, welche diese 
Körper an die Hornschwämme anschliesst. Man unterscheidet in dem lockeren Gewebe, das mit den blossen 
Augen wohl erkennbar ist, dichte Fasern, die sich zu dreien oder mehreren um fast knotig hervorstehende 
Punkte gruppiren. Es tritt in der Anordnung der Fasern eine mehr schiefe, wellenförmige, als eine eigent- 
liche Längsrichtung hervor. Reuss hat in Böhmen auch ästige Abänderungen gefunden. 


Vorkommen. Im Plänerkalke des Sächsischen Elbthales bei Strehlen und Weinböhla, in Ober- 
schlesien bei Oppeln, in Böhmen nach Reuss im unteren und oberen Plänerkalke von Kutschlin und Bilin und 
im pyropenführenden Conglomerat von Meronitz. 


9. Ordn. Hexactinellidae ©. Schmidt. Gitterschwämme A. Römer. — 1. S. 23. 
Cribrospongia d’Orbigny, 1849. — 1. S. 23. 
1. Cr. angustata A. Römer. — Taf. 1. Fig. 3—6. 


1841. Scyphia angustata u. Sc. cribrosa A. Römer, Verst. d. norddeutsch. Kreidef. p. 8, 9. Taf. 3. fig. 5. 

1842. Desgl. Gein. Charakteristik, III. p. 94, 95. Taf. 23. fig. 4, 9. 

1846. Desgl. Gein. Grundr. p. 691. Taf. 25. fig. 20, 21. 

1846. Scyphia angustata u. Se. Zippei Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II. p. 74, 76. Taf. 17. fig. 11. Taf. 18. fig. 5. 
? Se. pedunculata Reuss, eb. II. p. 75. Taf. 17. fig. 7-9. . 

1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 258, 260. 

1850. Coscinopora Zippei u. Amorphospongia angustata d’Orbigny, Prodrome II. p. 283, 289. 

1864. Coscinopora Zippei u. Oylindrospongia angustata A. Römer, Palaeont. XIII. p. 13. 22. Taf. 8. fig. 10. 

1870. Cylindrospongia angustata F. Römer, Geol. v. Oberschlesien. p. 309. Tat. 30. fie. 7, &. 

Palaeontographica XX. 2 Abth. 1. 1 


Re one 


Diese verlängert-trichterförmige oder verkehrt-kegelförmige Art verengt sich nach unten allmählich 
in einen ziemlich langen glatten Stiel, von dessen Basis einige Wurzeln auslaufen (Fig. 3). In der Regel ist 
dieser Stiel aber abgebrochen, und er wurde bis jetzt nur von A. Römer ansitzend abgebildet. Da sich an 
Cribrospongia angustata oft förmliche Anwachsringe und Einschnürungen bilden, für welche ein Extrem von 
A. Römer (Pal. XIII. Taf. 8. fig. 10) bekannt worden ist, so erscheint ihr oberes Ende mitunter verengt. 


Die Oeffnungen an der Oberfläche variiren in Bezug auf die Regelmässigkeit der Form und Anordnung 
so bedeutend, dass man sie meistens unter zwei Artnamen beschrieben hat, als Scyphia angustata Römer, mit 
unregelmässigen, und als Scyphia Zippei Reuss (früher Se. eribrosa A. Römer) mit regelmässigen Oeffnungen. 


Um den schon von F. Römer angedeuteten Zusammenhang beider Formen deutlich zu zeigen, bilden wir 
hier ein Exemplar aus dem Plänerkalke von Quedlinburg von zwei Seiten ab. Eine derselben (Fig. 4) zeigt 
die ziemlich unregelmässige Form und Anordnung der Oeffnungen, welche bald 3-, bald 4seitig, bald kleiner, 
bald grösser sind, wie es für Scyphia angustata bezeichnend ist, von welcher schon in unserem Grundriss 
der Versteinerungskunde Taf. 25. fig. 18 eine gute Abbildung eines Exeinplars von Strehlen gegeben wurde. 

Die gegenüber liegende Seite (Fig. 5) entspricht durch die weit regelmässigere Anordnung der nach 
dem Quincunx von !’ geordneten Oeffnungen der Scyphia Zippei Reuss (Se. cribrosa in Gein. Grundr. 
Taf. 25. fig. 19), von welcher die älteren Abbildungen in Geinitz, Char. Taf. 23. fig. 4 und Reuss, böhm. 
Kreidef. Taf. 18. fig. 5 nicht richtig aufgefasst worden sind. 


Die Dicke der Wandung des Schwammes erreicht an dem Fig. 4 und 5 abgebildeten Exemplare gegen 
3 mm. Das poröse Gewebe dieser Cribrospongia ist Fig. 6 nach einem anderen Exemplare von Quedlinburg 
vergrössert dargestellt worden. 


Vorkommen. Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla in Sachsen, Oppeln in Oberschlesien, 
Hundorf in Böhmen, des Galgenberges bei Quedlinburg, Romberges bei Neinstedt (A. Römer), Vienenburg im 
Harze, auch in der Quadratenkreide bei Stapelnburg (nach A. Römer). 


2. Cr. fragilis A. Römer. — Taf. 1. Fig. 9. 


1841. Scyphia fragilis A. Römer, Verst. d. norddeutsch. Kreidef. p. 8. Taf. 3. fig. 11. 

1849. Desgl. u. Sc. Coscinopora Gein., Quad. Deutschl. p. 260. 

1864. Oribr. fragilis A. Röm. Palaeont. XIII. p. 12. 

1870. Desgl. F. Römer, Geol. v. Oberschles. p. 304. Taf. 31. fig. 2. 

Sie bildet sehr dünnwandige breite Trichter, oder erweitert sich von ihrer fast spitzen Basis regel- 
mässig bis an den oberen, zuweilen wellenförmig gebogenen Rand. Ihre beiden Oberflächen lassen mit blossen 
Augen kleine rundliche Oeffnungen unterscheiden, die sich auf der äusseren Wand in schiefe Längsreihen 
anordnen, in deren Zwischenräumen sich kleine rundliche Poren einsenken (Fig. 9b). Auf der inneren Wan- 
dung (Fig. 9 c) reihen sich die Oeffnungen mehr zu Längslinien, wenn auch die Oefinungen zweier benach- 
barten Längsreihen mit einander abwechseln, was in der Abbildung nicht ganz richtig dargestellt worden ist. Das 
zwischen ihnen befindliche Gewebe zeigt auf der inneren Wandung sehr deutlich die rechtwinkelig oder gitter- 
förmig sich durchkreuzenden Fasern. Bei kaum ein Drittel dicker Wandung des Schwammes kommen etwa 
2 Oeffnungen darin auf 1 mm. Länge zu liegen. 


Vorkommen. Ziemlich selten im Plänerkalke von Strehlen, häufiger bei Oppeln in Oberschlesien, 
woher auch die von A. und F. Römer beschriebenen Exemplare stammen. 


ge 


3. Cr. (Retispongia) radiata Mant. sp. — Taf. 1. Fig. 7. 8. 


1814. Alcyonium chonoides Mantell in Linnean Trans. Vol. XI. p. 401. Tab. 28—50. 
1822. Ventriculites radiatus Mantell, Geol. of Sussex. p. 168. Tab. 11—14. 
1826—1833. Scyphia Oeynhausii Goldfuss, Petr. Germ. I. p. 219. Taf. 65. fig. 7. 
1838. Ventriculites radiatus Bronn, Leth. geogn. II. p. 586. Taf. 27. fig. 18. 
1841. Scyphia Oeynhausii A. Römer, Norddeutsch. Kreidef. p. 7. 
1846. Desgl. Gein. Grundr. p. 691. 
1846. Scyphia radiata Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 74. Taf. 17. fig. 14. 
1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 258. 
1850. Retispongia Hoeninghausi d’Orbigny, Prodrome II. p. 284. 
1859. Retispongia radiata de Fromentel, Introduction & l’ötude des Eiponges fossiles. Caen, p. 41. Pl. 8. fig. 15. 
1864. Desgl. A. Römer, Palaeont. XIII. p. 15. Tab. 6. fig. 2. 
1870. Desgl. F. Römer, Geol. v. Oberschles. p. 302, 355. Taf. 30. fie. 5, 6. Taf. 32. 
Der netzförmig durchbrochene Schwamm hat die Gestalt eines Trichters, dessen Mündung sich oft 


plötzlich erweitert und zu einer tellerförmigen dünnen Scheibe ausbreitet (F. Römer). 


Die wenigen deutlicheren in Strehlen gefundenen Exemplare haben den Typus der bei Oppeln in 
Schlesien viel häufiger und deutlicher vorkommenden Abänderung, welche F. Römer beschrieben hat und sehr 
treu abbilden liess. 

Beide unterscheiden sich von der in der oberen Kreide Englands gewöhnlichen Normalform durch 
ihre kleineren, meist ovalen Oeffnungen, während bei jenen die Oeffinungen auf der äusseren Seite weit länger 
gestreckt sind und ihre Zwischenräume mehr ruthenartigen Verzweigungen gleichen. 


Unter den uns von Strehlen vorliegenden Exemplaren zeigt Fig. 7 einen Theil der inneren Wandung 
mit einem in Wurzeln auslaufenden Stiel, welcher ähnlich ist jenen in Mantell’s Abbildung Tab. 12. fig. 2. 
Das andere, Fig. 8 abgebildete Exemplar ist von der Aussenfläche gesehen, welche indess durch Verkiesung 
seine ursprüngliche Structur etwas verändert hat. 


In Bezug auf die Gattung Retispongia d’Orbigny, 1849, welche für diese Art aufgestellt worden ist, 
muss bemerkt werden: Die von d’Orbigny, Prodrome 1850, II. p. 284, dafür angegebene Diagnose: „Cupule 
comme röticulee par des branches; linterieur lisse“ passt nur für das von Goldfuss und nach dessen Zeichnung 
von Fromentel abgebildete Exemplar, dessen innere Wandung glatt erscheint, nicht aber für die weit voll- 
ständigeren Abbildungen von Mantell (Tab. 11, Tab. 14. fig. 1) und F. Römer (Taf. 32), bei welcher die 
deutlichsten Mündungen auch an der inneren Fläche vorhanden sind. 


Da auch die Structur ihres Gewebes von jener anderer Cribrospongien nicht wesentlich abzuweichen 
scheint, so ist es wohl gerechtfertigt, die Gattung Retispongia ganz einzuziehen und nicht nur R. radiata, 
sondern auch die von A. Römer in „Palaeontographica“ XIM. p. 15 und .16 zu dieser Gattung gestellten 
Arten mit Oribrospongia zu vereinen. Sie bilden in ihr eine kleine Gruppe, bei welcher, ähnlich wie Or. 
subreticulata Mün. (I. p. 23. Taf. 2. fig. 2—4), die Oeffnungen auf der äusseren Seite sich in Längsfurchen 
anzuordnen pflegen. 


Vorkommen. Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, von Oppeln in Oberschlesien; nach 
Reuss im unteren Plänerkalk von Kosstitz, im oberen von Hundorf, Kutschlin, Teplitz u. a. O., selten im 
Plänermergel von Luschitz und Priesen, im pyropenführenden Conglomerate von Meronitz und im Pyropen- 
sande von Trziblitz, sämmtlich in Böhmen; nach A. Römer im Cuvieri-Pläner bei Liebenburg, in der Quadra- 
tenkreide bei Oberg, im Köhlerholz bei Ilsenburg, in der Mucronatenkreide bei Ahlten, im Kreidemergel von 


Darup, Coesfeld u. s. w., am häufigsten in der weissen Kreide von England bei Lewes, Brighton, nach Bronn 
auch auf Moen, also jedenfalls in turonen und senonen Ablagerungen. 


3. Ordn. Vermiculatae oder Lithistidae O. Schmidt. — I. p. 26. 
Amorphospongia d’Orbigny, 1849. — I. p. 26. 
A. globosa v. Hag. sp. — Taf. 1. Fig. 2. 


1839. _Achilleum globosum v. Hagenow, n. Jahrb. p. 260. 

1841. Desgl. A. Römer, Verst. d. nordd. Kreideg. p. 2. 

1846. Tragos globularis Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II. p. 78. Taf. 20. fig. 5. 
1849 —1850. Desgl. und Spongia globosa Gein., Quad. Deutschl. p. 262. 264. 
1864—1866. Amorphospongia globosa A. Römer, Palaeont. XIII. p. 56. 


Nach v. Hagenow ist Achilleum globosum kugelförmig, seltener oval, oder unförmig gestaltet, von 
der Grösse einer Erbse bis zu der einer starken Haselnuss, aus unregelmässig verwebten, rippenartig hoch 
aufliegenden Fasern bestehend. 

Es ist dieses Fossil leicht zu verwechseln mit Ceriopora nuciformis v. Hag. (n. Jahrb. 1839. p. 286. 
Taf. 5. fig. 9), welche ganz ähnliche kugelförmige Körper bildet. Doch strahlen bei dieser aus einem Cen- 
tralpunkte oder von einer, oft cylindrischen Höhlung aus zahlreiche und gedrängt stehende Röhren nach allen 
Seiten hin, welche eylindrisch und irregulär auf der ganzen Oberfläche münden. Zwischen den Oeffnungen 
liegen kleine unregelmässig eingestreute vertiefte Punkte oder Poren. Auch lassen die vollständigeren Exemplare 
zuweilen schwache rippenartige Anschwellungen erkennen, welche die Kugel wie Meridiane umgeben. — Von 
beiden Arten liegen uns Exemplare von Rügen vor, die wir Herrn v. Hagenow selbst verdanken. 

Die Ri Pläner des Elbthales vorkommenden Exemplare und wahrscheinlich auch die durch Reuss 
aus dem Pläner von Böhmen und aus dem Pyropensande von Trziblitz beschriebenen entsprechen dem 
Achilleum globosum. 


Vorkommen. Wie bei Strehlen und Weinböhla findet sich diese Art in dem Kreidemergel von 


Minoga in Polen, von Ilseburg im Harz und nach Römer in der Quadratenkreide von Peine und Wernigerode. 
Sie wurde zuerst aus der weissen Kreide von Rügen beschrieben. 


Il. Classe. Polypte. Korallen. 


A. Monastrea aporosa Fromentel. 
Parasmilia Edwards und Haime, 1848. 


Polypenstock einfach, festgewachsen, verlängert und mit Spuren absetzenden Wachsthums;; Kelch ganz 
oder fast kreisrund mit seichter Grube; Säulchen schwammig; Sternleisten überragend, seitlich stark gekörnelt. 
Querleisten wenig zahlreich und nur in der Tiefe vorhanden; Wand nackt oder mit spärlicher Epithek; Rippen 
gerade, einfach, etwas gekörnelt und nächst dem Kelche sich etwas stärker erhebend (Bronn). 


1. P. centralis Mant. sp. — Taf. 1. Fig. 10—12. 


1808. Madreporite Parkinson, Organic Remains, II. p. 32. Pl. 4. fig. 15, 16. 
1822. Madrepora centralis Mantell, Geology of Sussex. p. 159. Tab. 16. fig. 2, 4. 
1835. Caryophyllia centralis Philipps, Geology of Yorkshire. I. Pl. 1. fig. 13. 
1841. Turbinolia centralis A. Römer, Verst. d. nordd. Kreidegeb. p. 26. z. Th. 


1842. Desgl. Gein. Char. III. p. 92. 
1845. Desgl. d’Orbigny in Murchison, de Verneuil et v. Keyserling, Geologie de la Russie. II. p. 497. Pl. 43. 
fig. 34. 
1846. Desgl. Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II. p. 62. 
1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p 250 z. Th. 
1850. Cyclosmilia centralis d’Orbigny, Prodrome II. p. 276. 
1850. Monocarya centralis Lonsdale in Dixon, Geol. of Sussex. p. 244. Taf. 18. fig. 1—4, 6, 7. (excel. fig. 5, 8, 10 
nach de Fromentel.) 
1850. Parasmilia centralis Milne Edwards u. Haime (Pal. Soc.), Monograph of the British Fossil Corals. 1. p. 47. 
Tab. 8. fig. 1. 
1851—1852. Desgl. Bronn, Leth. geogn. V. p. 166. Taf. XXIXb. fig. 4. 
1862. Desgl. de Fromentel, Paleont. frang. terr. eret. Tab. VIII. p. 210. Pl. 21. fig. 1. 
1869. Desgl. Dunkan, in Palaeont. Soc. Vol. XXI. P. TI. N. 1. p. 12. Pl. 5. fig. 8-15. 
1870. Desgl. F. Fömer, Geol. v. Oberschlesien. p. 310. Taf. 34. fig. 1. 


Parasmilia centralis ist in Sachsen auf den oberen Pläner oder Plänerkalk beschränkt, welcher 
eine Anzahl meist undeutlicher Exemplare geliefert hat, die jedoch mit den Abbildungen von Parkinson, 
Mantell, Lousdale und F. Römer gut übereinstimmen. Sie sind im Allgemeinen kleiner, als die in der Kreide 
von Rügen vorkommende Art, welche v. Hagenow (n. Jahrb. 1839. p. 289) als Turbinolia excavata unter- 
schieden hat und auf welche sich auch manche Exemplare aus senonen Kreidemergeln Norddeutschlands 
zurückführen lassen werden. 

Die Exemplare des Plänerkalkes sind entweder kreiselförmig oder cylindrisch-kegelförmig, unten fest- 
gewachsen und meistens etwas gekrümmt. Nach ihrer verschiedenen Breite enthalten sie eine grössere oder 
geringere Anzahl Lamellen oder Sternleisten, denen an der äusseren Oberfläche Rippen entsprechen, welche 
von dem Kelchrande bis an die Basis herablaufen. Schon hierdurch unterscheidet sich diese,Koralle von der 
fast glattflächigen oder nur sehr undeutlich gerippten Caryophyllia eylindracea Reuss sp. (Anthophyllum 
eylindraceum Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 61. Taf. 14. fig. 23—30. — Car. cyl. de Fromentel in Pal. france. 
T. VII. p. 165. Pl. 7. fig. 1. — Monocarya centralis Lonsdale in Dixon, Geol. of Suss. Tab. 18. fig. 5, 
8 und 12), welche der Form nach leicht damit verwechselt werden kann. 

Die innere Structur der Koralle ist nur an dem Fig. 10 abgebildeten Exemplare zu sehen, von dem 
eine Ansicht des verbrochenen oberen Endes bei a und ein Durchschnitt in der Nähe der Basis bei b gegeben 
worden ist. Man erkennt daraus doch wenigstens so viel, dass eine Anzahl Sternleisten erster Ordnung bis 
an das schwammige Säulchen laufen, während Leisten zweiter Ordnung sich von dem Umfange des Polypen- 
stockes aus dazwischen stellen. An Steinkernen (Fig. 11) erscheinen die Längsrippen durch jene Leisten 
zweiter und dritter Ordnung gespalten. Fig. 12 zeigt das Abwechseln stärkerer Rippen, oder Leisten erster 
Ordnung, mit schwächeren Rippen, oder Leisten zweiter und dritter Ordnung, an der Oberfläche. 

Vorkommen. Selten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, sowie bei Oppeln in Oberschlesien. 
In der Kreide von North fleet, in Kent, Brighton, Charlton, Lewes in England, nach de Fromentel bei Sezanne 
(Marne), Beauvais (Oise) und Andelys (Eure) in Frankreich. — Par. excavata v. Hag. in der oberen Kreide 
von Rügen u. S. w. 


3%. P. Guillieri de Fromentel. — Taf. 1. Fig. 13. 

1862. de Fromentel, Paleont. francaise, terr. ert. T. VII. p. 213. Pl. 23. fig. 1. 

Der nur 12 mm. lange Polypenstock ist eylindrisch-kegelförmig und besitzt einen kreisrund-ovalen 
vertieften Kelch, dessen Sternleisten eine ähnliche Beschaffenheit zeigen, wie bei P. centralis. Der wesent- 
liche Unterschied von dieser liegt in der sehr deutlich granulirten Beschaffenheit ihrer Längsrippen. 


Zei Gh 


Vorkommen. Ein Exemplar liegt von Strehlen vor. Das von Fromentel beschriebene Original 
wurde durch Guillier in cenomanen Schichten von Mans entdeckt. 


Cyclobacia Bölsche, 1866. 
C. Fromenteli Bölsche. 


1866. Bölsche, in Zeitschrift d. deutsch. geol. Ges. Bd. 18. p. 474. Taf. 9. fig. 4. 

1867. Desgl. Die Korallen des norddeutsch. Jura- u. Kreidegeb. p. 38. Taf. 3. fig. 4. 

Auf einer gemeinschaftlichen Excursion mit den Professoren Benecke aus Heidelberg, Credner 
aus Leipzig und v. Seebach aus Göttingen am 10. Sept. 1871 lenkte der letztere zuerst die Aufmerksam- 
keit auf ein für unseren oberen Quadersandstein neues Fossil, dessen Vorkommen eine neue Bestätigung für 
sein senones Alter ist. Es wurde von ihm und seinen Begleitern Oyclobacia Fromenteli erkannt, welche 
W. Bölsche aus den Schichten mit Belemnitella quadrata von Gehrden, Haidberge und der Teufelsmauer bei 
Quedlinburg beschrieben hat. 

Unsere Exemplare dieser kleinen halbkugelförmigen Koralle haben 6 mm. Durchmesser und lassen 
in ihren Abdrücken noch deutlich die horizontale oder flach-concave Unterseite und den kreisförmigen, regel- 
mässig gewölbten Kelch mit seiner engen Grube, sowie dicht gedrängte Septen erkennen, welche die rudimen- 
täre Columella strahlenförmig umgeben. Zur genaueren Beschreibung der Art müssen wir auf Bölsche’s Ab- 
handlung verweisen. 

Vorkommen. Im oberen Quadersandstein, oberhalb Neu-Struppen am Wege nach Kritzschwitz, mit 
Pecten quadricostatus, Lima canalifera und Rhynchonella octoplicata zusammen. 


III. Classe. Radiata. Strahlthiere. 


1. Ordn. Echinidea. Seeigel. 
Fam. Cidaridea Cotteau. 
Cidaris Klein, 1734. — Vergl. I. S. 65. 


1. C. subvesiculosa d’Orb. — Taf. 2. Fig. 1—4. 
1811. Parkinson, Organic Remains, Vol. III. Pl. 4. fig. 3. 
1822. Cid. papillata Mantell, Geol. of Sussex. p. 194. Pl. 17. fig. 15. (non Flem.) 
1846.? Cid. armata Reuss, Verst. d. böhm. Kr. II. S. 57. Taf. 20. fig. 23, 24. 
1850. (id. subvesiculosa d’Orbigny, Prodrome II. p. 274. 
1850. Cid. vesiculosa Forbes in Dixon, Geol. of Sussex. p.;338. Pl. 25. fig. 1 u. 4. 
1858. Cid. subvesiculosa Desor, Syn. des Ech. foss. p. 13. Taf. 5. fig. 27. 
1855—1869. Desgl. Cotteau & Triger, Echin. du dep. de la Sarthe, p. 250. Pl. 41. fig. 1—9. 
1862—1867. Desgl. Cotteau in Pal. france. terr. eret. T. VII. p. 257. Pl. 1059, 1060, 1061. 
1864. Cid. vesiculosa Wright, A Mon. of the British Fossil Echinodermata. I. p. 41. Pl. 2. fig. 5. Pl. 3. fie. 1. 
Cid. subvesiculosa Wright, ib. p. 57. Pl. 8. fig..4, 5, 6. 


Eine grosse Art, welche der Cid. vesiculosa des unteren Pläners sehr nahe verwandt ist und, wie 
diese, nur wenig gebogene Fühlergänge besitzt. d’Orbigny hob 1850 als Unterschied hervor, dass bei ihr 
nur 2, statt 3 Reihen Tuberkeln auf eine jede Hälfte der Fühlerfelder zu liegen kommen, während nach 
Cotteau auch bei ihr 3 Reihen die vorherrschende Zahl bilden. Das Auszeichnende für Cid. subvesiculosa 


sind die breiten Tafeln der Zwischenfühlerfelder, von welchen 6—7 in einer Längsreihe liegen, und ihre 
Stacheln. 


Letztere erreichen oft eine weit grössere Länge als bei ©. vesiculosa, sind entweder ceylindrisch oder 
spindelförmig und an ihrem feingestreiften Gelenkknopfe mit einem mehr hervortretenden Ringe versehen. 
Ihre Oberfläche ist meist mit spitzen, in Längsreihen geordneten schmalen Höckern bedeckt, neben welchen 
sich eine höchst feine Längsstreifung zeigt. Ausser diesen grösseren Stacheln finden sich hier und da 
kleinere, theils kegelförmige, theils pyramidale, mehr oder minder zusammengedrückte Stacheln an dem 
Körper ansitzend vor. (Taf. 2. Fig. le. d. e.). 

Der Taf. 2. Fig. 2 abgebildete Steinkern aus dem oberen Quadersandsteine unweit Ottendorf zwischen 
Schandau und Sebnitz entspricht in allen seinen Verhältnissen am nächsten den Abbildungen Cotteau’s, Pal. 
france. Pl. 1059. fig. 1—3. & 

Der etwas niedergedrückt-kugelige Körper besitzt bei 60 mm. Durchmesser 37 mm. Höhe. Die Grösse 
des Peristoms oder Mundes (Fig. 2a) und des Periproktes oder Afters haben nahezu dieselben Dimensionen, 
wie an den französischen Exemplaren. Auch zeigen sich deutliche Rudimente der Laterna Aristotelis in der 
Mitte des Peristoms, welche Cotteau a. a. ©. Taf. 1060. fig. 9 von derselben Art abgebildet hat. 


Vorkommen. Diese in turonen und senonen Ablagerungen Frankreichs und Englands verbreitete 
Art kommt als Seltenheit im Plänerkalke von Sachsen und Böhmen vor. Das eine der hier abgebildeten 
Exemplare, welches die bergakademische Sammlung in Freiberg bewahrt, stammt von Hundorf in Böhmen; 
von Strehlen kennt man bis jetzt nur Stacheln. Der Quadersandstein in der Nähe von Ottendorf in der 
Sächsischen Schweiz, welcher unsern Steinkern geliefert hat, gehört dem oberen, senonen Quader an. — 
Nach Gümbel im senonen Plänermergel von Priesen in Böhmen und häufig bei Regensburg. 


3. ©. Reussi Gein. — Taf. 2. Fig. 5. 6. 

1842. Cidaris papillata Gein., Char. III. p. 90. (nicht Mantell.) 

1846. Desgl. Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II. S. 57. Taf. 20. fig. 22. 

1849. (id. Reussi Gein., Quad. Deutschl. p. 220. 

Die Stacheln, auf welche diese Art begründet worden ist, sind pfriemenförmig und erreichen mitunter 
58 mm. Länge. An ihrem stielrunden Umfange stehen 8—12 scharfe Kanten, welche mit feinen aber scharfen 
Sägezähnen bedeckt sind. Der dazwischen liegende Raum ist mit sehr feinen Längslinien versehen, welche 
auch die Basis des Stachels bedecken. 

Die zu diesen Stacheln gehörenden Tafeln (Taf. 2. Fig. 5) zeigen wiederum Aehnlichkeit mit jenen 
der Cidaris vesieulosa, wofür man sie früher auch gehalten hat. Wie dort, stehen auf den Zwischenfühler- 
feldern 4—5 grosse, stacheltragende Warzen in einer Längsreihe. Aus einem grossen kreisrunden glatten Felde 
erhebt sich über einem glatten Gelenkringe die fast halbkugelige Warze, welche jedoch verhältnissmässig 
etwas kleiner ist, als bei ©. vesiculosa. Sie nimmt ohngefähr ein Viertheil des kreisrunden Feldes ein. Die 
übrige Fläche der Tafel ist in ähnlicher Weise mit”fast gleichgrossen Höckern bedeckt, wie bei jenen. 

Ebenso sind die Fühlergänge nur schwach wellenförmig gebogen. Ihre runden Poren liegen eng 
nebeneinander, in der Längsrichtung aber weniger gedrängt hintereinander als bei C. vesiculosa. Zwei bis 
drei Knötchenreihen bezeichnen wiederum die Hälfte der Fühlerfelder. 

Vorkommen. C. Reussi kommt vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla vor und 
man hat hier mehrfach ihre Tafeln mit den noch ansitzenden Stacheln gefunden. Reuss beschrieb ihre 
Stacheln aus dem unteren Plänerkalke von Kosstitz und dem Plänermergel von Krssina in Böhmen. Cotteau 
hat in Pal. franc. VII. p. 257 Oid. papillata Reuss zu Cid. subvesiculosa d’Orb. gezogen, mehrere in neueren 
Schriften aus der Kreide Englands unter anderen Namen beschriebene Arten scheinen mit O. Reussi identisch zu sein. 


2. Fam. Diadematidea Cotteau. 
Cyphosoma Agassiz, 1840. — Vgl. I. S. 71. 


C. radiatum Sorignet, 1850. — Taf. 2. Fig. 7—10. 


1842. Cyph. granulosum Gein., Char. III. p. 90. 
1846. Desgl. Reuss, d. Verst. d. böhm. Kreidef. II. p. 58. 
1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 220 z. Th. 
1850. ?Cyph. spatulifera Dixon, Geol. and Foss. of Sussex. p. 340. Pl. 24. fig. 20—22, 23—31. 
1862—1867. Cyph. radiatum Cotteau, Pal. frang. terr. cret. VII. p. 609. Pl. 1147. fig. 10—14. Pl. 1148. 
1868. Desgl. Gümbel, Beitr. z. Kenntn. d. Procän- oder Kreidef. im nordwestl. Böhmen. (Abh. d. k. bayer. Akad. 
d. Wissensch. X. II. p. 55. 


Man hat die im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla häufig vorkommende Art seither zu 
Cidarites granulosus Goldf., Petr. Germ. I. p. 122. Taf. 40. fig. 7, gerechnet, in deren weiteren Formen- 
kreis sie auch gehört, und wenn Goldfuss ferner, a. a. O. p. 123, das Vorkommen von Cidarites variolarıs 
in dem Plänerkalke von Sachsen erwähnt, so ist sicher keine andere Art als Oyphosoma radiatum gemeint. 
Auch in den Schriften von Bronn, Lethaea geogn. 1851 —52. V. p. 186, und Cotteau, Pal. france. VII. p. 684 
finden wir die in dem Plänerkalke von Sachsen und Böhmen herrschende Art von C. granulosum nicht 
getrennt, welchen Bronn mit C. Miller oder ©. Königi vereinigt hat. 


Nach den trefflichen Arbeiten von Desor, Synopsis des Echinides fossiles, und Cotteau a. a. O. haben 
sich auch die Sächsischen Vorkommnisse der mit Cid. granulosus nahe verwandten Formen jetzt sicherer 
entziffern lassen. Vergl. I. S. 72. 

©. radiatum ist von mittlerer Grösse, hat eine niedergedrückt-halbkugelige Form und besitzt ein 
fünfseitiges Periprokt (Fig. 7a, 8a). Die Ecken dieses Pentagons, deren eine spitzwinkelig ist, grenzen an 
die Mitte der Zwischenfühlerfelder an. Die untere Fläche der Schale ist in der Nähe des schief-ovalen 
Peristoms vertieft. Das letztere nimmt mit seiner längeren Axe fast ein Drittheil des Durchmessers ein 
(Fig. 7b, 8b). 

Die Fühlergänge sind wellig gebogen und bestehen aus kleinen runden Poren, deren Paare oft etwas 
schief gestellt sind. Die Fühlerfelder sind an ihrem oberen Ende (Taf. 2. Fig. 8d) fast spitz, während sich 
an dem Umfange der Schale ihre Breite zu jener der Zwischenfühlerfelder verhält wie 5:7. Beide sind mit 
zwei Reihen grosser Warzen besetzt, von denen etwa 9 in einer Längslinie stehen. An der äusseren Seite 
der Zwischenfühlerfelder läuft von unten aus noch eine kurze und zuweilen unterbrochene Reihe kleiner 
Warzen fort, die sich jedoch bald in den gewöhnlichen Körnerreihen auflöst, welche den Rand einer jeden 
Tafel in ungleicher Zahl und Grösse umstellen. Es sind die warzentragenden Schilder aller Tafeln mehr 
oder weniger deutlich strahlenförmig. Ihr Gelenkring ist deutlich gekerbt, die ziemlich niedrigen Gelenk- 
fortsätze sind allermeist nicht durchbohrt. Meist 20 mm. gross und 8—10 mm. hoch, seltener 25 mm. Durch- 
messer erreichend. Zu dieser Art gehören lang-pfriemenförmige Stacheln (Taf. 2. Fig. 9, 10), deren Basis kegel- 
förmig und mit einem ziemlich dicken, vorstehenden Ringe versehen ist. Ihre ganze Oberfläche ist sehr fein 
linirt und es treten diese Linien nur an dem unteren Theile des Stachels etwas deutlicher hervor. Ihre 
Stärke variirt an Stacheln von 40 mm. Länge, von 1 mm. bis 2 mm. Durchmesser. Wahrscheinlich ist, 
dass sie auch manchmal flachgedrückt erscheinen, wie es bei anderen Arten dieser Gattung vorkömmt, und 
es mag wohl Cyph. spatulifera Dixon nur eine Varietät von Cyph. radiatum sein. 


Zen. Ze 


Vorkommen. Von 20 mm. Grösse und 8&—10 mm. Höhe, nur selten grösser, häufig im Pläner- 
kalke von Strehlen und Weinböhla; bei Hundorf u. a. ©. in Böhmen. 


Fam. Cassidulidea Agassiz, Desor, Cotteau. 

Catopygus Agassiz, 1836. — Vgl. 1. S. 81. 

C. Albensis Gein. — Taf. 3. Fig. 1. 

1871. Gein. Elbthalgebirge. I. p. 82. Taf. 19. fig. 3. 

Von dieser schon aus dem unteren Quadersandstein von Oberhässlich bei Dippoldiswalde beschriebenen 
und abgebildeten Art folgen hier weitere Abbildungen eines Steinkernes aus dem oberen Quadersandsteine 
von Rathen im sächsischen Elbthale. 

Man trifft sie vereinzelt in dem an Versteinerungen überhaupt sehr armen oberen Quadersandsteine 
in den Brüchen an der Königsnase bei Ober-Vogelgesang unweit Pirna, bei Rathen, in dem Communbruche 
bei Königstein am linken Elbufer, in den Schulhainbrüchen, Postelwitz und anderen Orten des rechten Elb- 
ufers, sowie in dem Liebethaler Grunde und bei Langhennersdorf in dem Gottleubethale an. 


Fam. Echinocoridea Cotteau. 

Holaster Ag. 1836. — Vgl. 1. S. 53. 

H. planus Mantell sp. — Taf. 3. Fig. 2, 3. 

1822. Spatangus planus Mantell, Geol. of Sussex. p. 192. Pl. 17. fig. 9, 21. 

1842. _Ananchytes ovata Gein., Char. III. p. 91. 

1849—1850. Hol. planus Gein., Quad. Deutschl. p. 226 z. Th. 
1853—1855. Hol. planus d’Orbigny, Pal. franc. terr. eret. T. VI. p. 116. Pl. 821. 

1870. Desgl. F. Römer, Geol. v. Oberschlesien. p. 312. Taf. 37. fig. 1, 2. 

Von ovalem Umfange ist die Schale länger als breit, an dem breiten vorderen Ende gerundet und 
mit einer schwachen Einbiegung versehen. Sie ist im Allgemeinen eiförmig gewölbt, die untere Fläche indess 
nur schwach-convex, vor dem quer-elliptischen Munde (Fig. 2b, 3b) vertieft, hinter demselben bis an den Hinter- 
rand stumpf-gekielt und an ihren Seiten stumpfkantig. Der ovale After, oder das Periprokt, (Fig. 2c, 3) 
liest in der Mitte der Höhe an der schmäleren hinteren abgestutzten Fläche. Die Fühlerfelder, deren Anfänge 
durch einen lang gestreckten Scheitelapparat weit von einander getrennt sind, enthalten Paare quer verlän- 
gerter Poren (2e,f, 3e, f), die unter einemsehr stumpfen Winkel beisammen stehen. Es reichen die paarigen 
Fühlergänge kaum bis in die Mitte der Seitenfläche herab und werden dort undeutlich, bis sie ganz ver- 
schwinden. Das vordere Paar ist vorwärts, das hintere rückwärts gebogen. 

Die Fühlerfelder bestehen aus einer grösseren, die Zwischenfühlerfelder aus einer geringeren Zahl 
von breiten, oft fast glatten Tafeln, welche mit vereinzelten Wärzchen und noch kleineren Körnern bestreut 
sind. Nur an der unteren Fläche der Schale werden dieselben längs der Mitte und an dem Rand zahlreicher 
und etwas grösser, und schwellen zu kleinen Warzen an, welche von sehr kleinen Körnern ringförmig um- 
geben sind. 


Vorkommen. Nicht selten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla und im oberen Pläner- 
mergel des Wesnitzgrundes bei Pirna, welcher unter dem oberen Quadersandsteine liegt. Im oberen Pläner 
von Oppeln in Oberschlesien, im Plänerkalke des Galgenberges bei Quedlinburg, Halberstadt, Wolfenbüttel; 
im Scaphiten-Pläner von Flöteberg bei Liebenburg im Harz, am Windmühlenberge bei Salzgitter, in den 

Palaeontographica XX. 2. Abth. 1. D) 


=, 0 


Galeritenschichten von Fleischerkamp bei Salzgitter, Wolfenbüttel, in der Kreide von Lebbin auf Wollin, nach 
Mantell in der Kreide von Lewes in Sussex, nach d’Orbigny in senoner Kreide von Fecamp (Seine-inf.), Sens 
(Yonne) etc. 


Cardiaster Forbes, 1850. 


Schale bauchig und herzförmig, wie bei Holaster. Die vordere Furche mehr oder minder deutlich, 
zuweilen an ihren Rändern stark gekielt. Das unpaarige Fühlerfeld ist von den paarigen verschieden und 
enthält meist kleinere und zusammengedrückte Poren. Die paarigen Fühlerfelder sind nicht blumenblattartig 
und nicht vertieft. Ihre Porenzonen sind öfters ungleich, die vorderen schmäler als die hinteren. Das 
Peristom auf der unteren Fläche des Körpers liegt weit nach vorn und ist quer verlängert. Das ovale 
Periprokt oder der After liegt an der hinteren Seite. Scheitelapparat verlängert. Fasciole oder Binde 
randlich. Bei der sehr nahe verwandten Gattung Holaster fehlt die Fasciole. 


C. Ananchytis Leske sp. — Taf. 3. Fig. 4; Taf. 4. Fig. 7. 


1826. Spatangus granulosus Goldf., Petr. Germ. I. p. 148. Taf. 45. fig. 3. 
1826. Spat. suborbieularis Goldf., eb. p. 148. Taf. 45. fig. 5 (nicht Defrance). 
1842. Holaster granulosus Gein., Char. III. p. 91. 
1849—1850. Hol. granulosus u. Hol. suborbieularis Gein., Quad. Deutschl. p. 226 z. Th. 
1853. Cardiaster Aanchytis d’Orb. Pal. frang. terr. eret. T. VI. p. 131. Pl. 826. 
1858. Desgl. Desor, Syn. des Ech. foss. p. 345. Tab. 49. fig. 7—9. 
1855—1869. Desgl. Cotteau & Triger, Ech. du dep. de la Sarthe, p. 237. Pl. 51. fig. 2—5. 
1369. Cardiasier granulosus Schlüter, Foss. Echinodermen d. nördl. Deutschl. I. Bonn. p. 29. 


Wie die Gattung Cardiaster der Gattung Holaster, so tritt namentlich Cardiaster Ananchytis als 


Art dem Holaster suborbicularis Defr. sp. (vgl. I. S. 84) so nahe, dass ihre Steinkerne wenigstens sehr leicht 
damit verwechselt werden können. ; 


Der Umfang der Schale ist oval-herzförmig, etwas länger als breit, und an ihren Seiten regelmässiger 
gerundet als bei 4. suborbieularis. Mit .dieser hat sie die breite und tiefe Rinne gemein, die von der 
Scheitelgegend über den stark eingebogenen Vorderrand nach dem Munde läuft. Der letztere, oder das 
Peristom, liegt fast in */; der Länge der unteren Fläche (Taf. 3. Fig. 4 b). Der Scheitel liegt bei Card. 
Ananchytis etwas weiter nach vorn als bei Hol. suborbieularis, zwischen ihm und dem Hinterrande ist die 
Schale von einem stumpfen Kiele aus nach den Seiten hin förmlich abgedacht. 


Das verschmälerte hintere Ende der Schale bildet eine abgestutzte, fast dreiseitige Fläche, in deren 
oberem Theile der ovale After, oder das Periprokt, (Taf. 4. Fig. 7) liegt. Der hintere Rand der Schale ist 
durch eine Kante scharf begrenzt. 


Vorkommen. Im oberen Quadersandsteine der sächsischen Schweiz, z. B. in den Brüchen von 
Ober-Kirchleithen bei Königstein, bei Porschdorf unterhalb des Brandes zwischen Hohnstein und Schandau, 
zwischen Limbach und Kaltenbach bei Kreibitz in Böhmen, und: als Seltenheit auf dem Schneeberge. Das 
Mineralogische Museum in Dresden besitzt diese Art aus dem oberen Kreidemergel von Osterfeld in West- 
phalen und von Nagorzany bei Lemberg; Schlüter eitirt sie aus der oberen Kreide von Vaels bei Aachen 
und aus den Mucronatenschichten von Ahten in Lüneburg. In Frankreich gehört sie nach Cotteau den 
senonen Bildungen an wie bei Meudon, aus Belgien kennt man sie von Ciply, aus England von Harford- 


— 1. — - 


bridge, Thetford, Norfolck ete., in der Korallenkreide von Faxe auf Seeland wird sie durch Holaster Faxensis 
Forchhammer*) vertreten. 


Fam. Spatangidea Cotteau. 
Micraster Agassız, 1830. 


Schale gross oder mittelgross, länglich, herzförmig, mehr oder minder bauchig. Die vordere von 
dem Scheitel nach dem Munde laufende Furche ist seicht und das in dieselbe fallende Fühlerfeld ist durch 
seine Poren von den anderen verschieden (Taf. 4. Fig. 1d). Die paarigen Fühlerfelder sind blumenblattartig, 
mehr oder weniger vertieft, die vorderen meist länger als die hinteren. Das Peristom auf der unteren Fläche 
des Körpers, in der Nähe des Vorderrandes, ist quer verlängert, lippenförmig und mit einer vorspringenden 
Lippe versehen (Taf. 4. Fig. 1b, 2a). Das ovale Periprokt liegt an der hinteren Seite. Scheitelapparat 
compact (Taf. 4. Fig. 1d). Die Fasciole oder Binde zieht sich unter dem After hin. 


1. M. cor testudinarium Goldf. sp. — Taf. 4. Fig. 1—4. 


1826—1833. Spatangus cor testudinarium Goldf., Petr. Germ. I. p. 156. Taf. 48. fig. 5. 
1841. Spat. cor test. u. Spat. cor anguinum A. Römer, Verst. d. norddeutsch. Kreidef. p. 33. z. Th. 
1842. Micr. cor anguinum Gein., Char. III. p. 91 z. Th. 
1846. Desgl. Gein. Grundriss p. 534 z. Th. 
1846. Desgl. Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II. p. 56 z. Th. 
1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 224 z. Th. 
1851—1852. Desgl. Bronn, Leth. geogn. V. p. 200 z. Th. Taf. 29. fig. 23. 
1853—1855. Desgl. d’Orbigny, Pal. frang. terr. eret. VI. p. 207. Pl. 867 z. Th. 
1858. Desgl. Desor, Syn. des Echin. foss. p. 364 z. Th. 
1858. Mier. cor testudinarium Hebert, Bull. de la Soc. g&0l. de France, 2e ser. t. 16. p. 147. 
1863. Desgl. Hebert, Bull. de la Soc. g6ol. de France. -t. 20. p. 609. 
1855—1869. Desel. Cotteau & Triger, Echinides du dep. de la Sarthe. p. 320. Pl. 54. 
1868. Micr. cor testudinarium Gümbel, Beitr. zur Kenntn. d. Procän- oder Kreidef. in Böhmen. (Abh. d. k. bayer 


Akad. d. Wissensch. X. II. S. 55.) 

1870. Micr. Leskei F. Römer, Geologie von Oberschlesien. S. 310 z. Th. Taf. 34. fig. 3. 

Die herzförmige Schale ist nach vorn erweitert und ausgerundet, nach hinten verengt und an ihrem 
Ende gerade abgestutzt. Ihre obere Fläche ist bauchig, nach hinten gekielt und es fällt ihre grosse Höhe 
zwischen den Scheitel und den Hinterrand. Der etwas vertiefte Scheitel liegt wenig vor der Mitte der 
Schale. Sein Plattenapparat (Taf. 4. Fig. 1d) lässt 4 mit grossen Oeffnungen versehene Genitalplatten oder 
Eierleitertafeln und 5 verhältnissmässig grosse Ocellartafeln unterscheiden. An den letzteren entspringen die 
Fühlergänge, welche in breiten flachen Furchen liegen. Die vordere Furche enthält in dem unpaarigen 
Fühlerfelde jederseits über 20 Paare runder Poren, welche schief zu einander liegen, in der Nähe des Scheitels 
aneinander gedrängt, nach unten hin aber entfernter sind, bis sie nur noch vereinzelt erscheinen und ganz 


verschwinden. 


Die Furchen, welche die paarigen Fühlerfelder tragen, erreichen nicht den unteren Rand und es 
lässt sich ihre Richtung bis an den Mund nur noch durch breite Streifen verfolgen, welche spärlicher mit 


1) Vgl. Schlüter in Leonh. u. Gein. n. Jahrb. 1870. p. 959. 


a AO 


Warzen bedeckt sind, als die übrige Fläche des Körpers. Ihre Poren sind breiter und stehen gerade neben 
einander in etwa 50 Paaren. Die hinteren Fühlergänge sind etwas kürzer als die vorderen, enthalten aber 
ziemlich eine gleiche Anzahl von Porenpaaren. 

Die untere Schalenfläche ist flach gewölbt und an den Seiten gerundet. Der quer-elliptische Mund 
mit seiner darüber hervortretenden Lippe liegt fast genau in der Mitte zwischen der Mitte der Schale und 
dem vorderen Rande. Vor ihm ist die Schale nach der vorderen Furche hin vertieft, hinter ihm erhebt sie 
sich zu einem grösseren Felde, welches mit zahlreichen Reihen kleiner durchbohrter Warzen besetzt ist, die 
einen gekerbten Gelenkring besitzen und von einem Kranze kleiner Körner umgeben werden (Taf. 4. Fig. 1e). 
Warzen von ähnlicher Grösse und Beschaffenheit, doch in unregelmässiger Stellung, finden sich überall auf 
den Zwischenfühlerfeldern zerstreut und zwar in grösster Anzahl und ansehnlichster Grösse auf der unteren 
Fläche und an dem Rande der Schale. 

Der ovale After, oder das Periprokt liegt nahe dem oberen Ende der hinteren Fläche, welche abge- 
stumpft und meist schwach eingedrückt ist. 

Es finden sich breitere Abänderungen dieser Art (Taf. 4. Fig. 1, 4), welche den Abbildungen bei 
Goldfuss am nächsten stehen, und schmälere Abänderungen (Taf. 4. Fig. 2), welche sich dem Micraster 
Leskei nähern. 


Nach dem Vorgange Graf Münster’s in Goldfuss, Petr. Germ. I. p. 157, welcher die in dem Pläner- 
kalke von Sachsen und Böhmen vorkommende Art zu Spatangus cor angwinum Lam., und nicht zu Spat. cor 
testudinarium Goldf. gestellt hat, sind unsere Exemplare des Micr. cor testudinarium meist sehr allgemein 
als Micraster cor anguwinum bezeichnet worden und es haben nur wenige Forscher diese beide Arten von 
einander geschieden. 


Hebert hat die Unterschiede derselben von neuem festgestellt und Cotteau und Triger sind ihm 
gefolgt. Ich trete dieser Trennung gern bei, nachdem mir durch Hebert’s Güte eine Anzahl charakteristischer 
Exemplare von beiden Arten für das Dresdener Museum überlassen worden ist, die eine Unterscheidung voll- 
kommen rechtfertigen. 


Bei Mier. cor angwinum liegt der Scheitel stets hinter der Mitte; vor ihm dacht sich die Schale 
nach vorn schneller ab, als bei Mier. cor testudinarium; die kürzere hintere Seite verläuft mit ihrem oberen 
Kiele in einen schnabelartigen Vorsprung, welcher über dem After liegt, und das Peristom ist dem Vorder- 
rande etwas näher gerückt, als bei M. cor testudinarium. In der Regel ist auch bei Mier. cor angwimım 
das hintere Mittelfeld auf der unteren Seite stärker gewölbt als bei jener Art. 


Mier. cor anguwinum kommt in höheren Schichten vor als Mier. cor testudinarium, und zwar mit 
Belemnitella quadrata und B. mueronata zusammen. 


Vorkommen. Micraster cor testudinarium ist neben Cyphosoma radiatum der gewöhnlichste 
Seeigel des Plänerkalkes im sächsischen Elbthale bei Weinböhla, Strehlen und der unreineren Schichten des 
oberen Pläners im Gebiete der sächsischen Schweiz wie bei Krietzschwitz, welche den Mittelquader mit 
Inoceramus labiatus überlagern und im Liegenden des oberen Quaders erscheinen. Der Plänerkalk von Dorna, 
Hundorf und Teplitz in Böhmen, Oppeln in Oberschlesien, Quedlinburg im Harze sind bekannte Fundorte 
für ihn. Gümbel wies ihn im Kalke der Kagerhöhe bei Regensburg nach. Sein Vorkommen in Deutschland 
entspricht ganz dem in Frankreich, wo nach H&bert unmittelbar über der Oraie ü Inoceramus labiatus die 
Craie ü Mieruster cor testudinarium, über der letzteren aber die Oraie a Micraster cor anguwinum folgt. 


3. M. Leskei des Moulins sp. 


1837. Spatangus Leskei des Moulins. 
1840. Micraster breviporus Agassiz. 
1850. Mier. cor bovis, Dixon, Geol. and Fossils of Sussex. p. 342. Pl. 24. fig. 5, 6. 
1853. Mieraster Borchardi v. Hagenow in litt. 
1853—1855. Mier. Leskei d’Orbigny, Pal. france. terr. cr&t. VI. p. 215. Pl. 869. 
1858. Desgl. Desor, Syn des Echin. foss. p. 366. 
1869. DMier. breviporus U. Schloenbach im n. Jahrb. p. 819. 
1870. M. Leskei F. Römer, Geol. v. Oberschles. p. 310 z. Th. 


Diese Art, welche sehr eng an die schmäleren Abänderungen des Alter. cor testudinarium angrenzt, 
zeichnet sich bei einer mehr länglich-ovalen Form besonders durch ihre kürzeren Fühlergänge aus, so dass 
namentlich zwischen dem hinteren Paare und dem hinteren Schalenrande ein weit grösserer Flächenraum 
davon befreit ist, als bei den vorher beschriebenen. In dieser Beziehung gleicht das von F. Römer a. a. O. 
Taf. 34. Fig. 3 abgebildete Exemplar von Oppeln mehr dem M. cor testudinarium als dem M. Leskei. 


M. Borchardi v. Hag. aus der Kreide von Staffin auf Wollin, wo er mit Holaster planus zusammen 


vorkömmt, ist nach Exemplaren, die ich Herrn v. Hagenow und Herrn Borchard verdanke, von M. Leskei 
nicht verschieden. 


Vorkommen. Mit M. cor testudinarium zusammen selten im Plänerkalke von Strehlen und Wein- 
böhla, wo ihn die Herren Emil Kühnscherf und G. Kirsten in Dresden zuerst aufgefunden haben. — Unter 
ähnlichen Verhältnissen findet er sich in dem oberen Pläner von Oppeln in Oberschlesien (F. Römer), nach 
Exemplaren in dem Dresdener Museum im Plänerkalke des Galgenberges bei Quedlinburg, in der Brongniarti- 
Schicht am Schneeberge bei Klein-Döhren unweit Salzgitter, in dem ober-turonen Grünsande von Rothenfelde 
bei Osnabrück (vel. U. Schloenbach) und in der weissen Kreide von Lebbin auf Wollin. d’Orbigny und 
Desor führen ihn aus der weissen Kreide von F&camp, Etretat und Dieppe, aus den Umgebungen von Beau- 
vais, Meru (Oise), Vervins und la Capelle (Aisne), Andelys, Caussols (Var), Ciply in Belgien und von der 
Insel Wight an; nach Forbes in der Kreide von Sussex. 


3. M. gibbus Goldf. sp., Ag. 


1826—1833. Spatangus gibbus Goldfuss, Petr. Germ I. p. 156. Taf. 49. fig. 4. 
1840. Micraster gibbus Agassiz. 

1853-—1855. M. cor. anguwinum d’Orbigny, Pal. frang. VI. p. 207 z. Th. 
1858. M. gibbus Desor, Syn. des Echin. foss. p. 365. 

1855—1869. M. cor. testudinarium Cotteau & Triger, Ech. du dep. de la Sarthe, p. 320 z. Th. 
1870. M. gibbus F. Römer, Geol. v. Oberschlesien, p. 355. Taf. 3). fig. 2. 


Die Beantwortung der Frage, ab Spatangus gibbus eine besondere Art oder nur eine Varietät des 
Micr. cor testudinarium sei, wird stets verschieden beurtheilt werden; jedenfalls ist es eine von dem gewöhn- 
lichen Typus des letzteren so abweichende Form, dass man sie mit vollkommen gleichem Rechte davon trennen 
kann, wie M. Leskei. Am meisten nähert sie sich der Var. brevis des M. cor testudinarium bei Cotteau 
und Triger, Ech. du dep. de la Sarthe Pl. 54, doch ist ihr Scheitel meist mehr noch erhaben. Der Umfang 
ist rundlich-herzförmig, zuweilen selbst breiter als lang, nach vorn mehr erweitert, nach hinten mehr verengt 
und zuletzt abgestumpft. Die obere Seite ist nach dem in der Mitte gelegenen Scheitel hin mehr oder 
weniger stark, fast kegelförmig erhaben, nach vorn schief abfallend und flach ausgerandet, hinten stumpf 


gekielt. Die untere Fläche ist flach gewölbt. In allen übrigen Beziehungen stimmt er mit M. cor testudi- 
narium nahe überein. 


Vorkommen. Aus Sachsen ist uns nur ein dickschaliges Exemplar bekannt, das Herr G. Kirsten 
im Plänerkalke von Weinböhla aufgefunden hat. In der polnischen Kreide ist diese Art nach F. Römer sehr 
verbreitet, namentlich in der Nähe von Krakau, ferner von Chliny und Zarnowiee östlich von Pilica. Gold- 
fuss beschrieb sie aus dem Pläner von Paderborn. Im Dresdener Museum befindet sich ein Exemplar von 
Heinberg, südwestlich von Weddingen bei Vienenburg, welches nach v. Unger dem Cuvieri-Pläner entnommen 
ist, ein Exemplar aus dem Pläner von Halberstadt und eins aus dem Grünsande von Nolle bei Rothenfelde, 
die sich mit M. gibbus vereinigen lassen. Desor eitirt ihn aus der Kreide von Beausset (Var), von ‚Brighton 
in England und von Palarea bei Nizza. 


Hemiaster Desor, 1847. — \Vel. I. S. 85. 
1. H. sublacunosus Gein. — Taf. 4. Fig. 5, 6. 
1549— 1850. Micraster cor angwinum Gein. Quad. Deutschl. p. 224 z. Th. 


Von kreisrund-ovalem oder rundlich-herzförmigem Umfange wird die Schale wenig vor der Mitte 
ihrer Länge eben so breit als lang, ist nach vorn breit gerundet und verschmälert sich nach hinten zu einer 
stumpf-abgerundeten Ecke. Ihre obere Seite ist nach vorn hin verflacht, nach hinten gekielt. Der vertiefte 
Scheitel liegt etwas hinter der Mitte und ist von breiten blumenblattartigen Fühlergängen umgeben, welche in 
tiefen stumpf endenden Furchen liegen. Neben denselben tritt die Schale fast polsterartig hervor. Nur die 
Furche, in welcher das unpaarige Fühlerfeld liegt, erweitert sich bis an den vorderen Rand und verläuft 
dann als schwache Vertiefung nach dem Munde Von den paarigen Fühlergängen sind die hinteren um 
ein Drittheil kürzer als die vorderen. Ihre Poren sind quer-verlängert und die äusseren Reihen fallen auf 
die steile Wand der die Fühlergänge einschliessenden Bucht. Die untere Fläche der Schale ist ziemlich flach. 
Fast genau in der Mitte zwischen dem Vorderrande und der Mitte der Schale liegt der quer-elliptische, mit 
einer vorspringenden Lippe versehene Mund. Der ovale After fällt in die obere Hälfte der steil abgestumpften 
hinteren Seite. 


Diese Art zeigt manche Aehnlichkeit mit Micraster cor angwinum Lam., namentlich durch die Lage 
des Scheitels, unterscheidet sich aber davon wesentlich durch grössere Breite und Tiefe der den Scheitel 
umgebenden Furchen. 

. Sie ist hierdurch weit näher verwandt dem Hemiaster lacunosus Goldf. sp. (Petr. Germ. I. p. 158. 
Taf. 49. Fig, 3), der sich jedoch durch eine weit geringere Länge des hinteren Paares der Fühlergänge und 
eine eigenthümliche Biegung der Porenreihen unterscheidet. Die hinteren Fühlergänge sind bei 7. lacunosus 
kaum halb so lang als die vorderen, bei H. sublacunosus nehmen sie ohngefähr zwei Drittheile der Länge ein. 


Vorkommen. Steinkerne von mittlerer Grösse, ca. 4 cm. lang und 2 cm. hoch, kommen vereinzelt 
vor in dem oberen Quadersandstein der sächsischen Schweiz, namentlich bei Rathen und Öberkirchleithen am 
rechten Elbufer und oberhalb Königstein an dem linken Elbufer (Taf. 4. Fig. 6) und in dem oberen Quader- 
sandsteine des Annenberges bei Haltern in Westphalen (Taf. 4. Fig. 5). Den wirklichen Hem. lacunosus 
dagegen besitzt das Dresdener Museum aus dem Grünsande von Kieslingswalde im Glatzischen und aus der 
oberen Kreide von Schonen. 


— 15 —— 


9%. H. Ligeriensis d’Orb. — Taf. 5. Fie. 1. 


1853—1855. d’Orbigny, Pal. franc. terr. ceret. VI. p. 253. Pl. 887. 
1855—1869. Cotteau & Triger, Echinides du dep. de la Sarthe, p. 315. Pl. 52. fig. 7—9. 

Der Umfang der Schale ist fast kreisrund und stimmt an einem Exemplare von Strehlen, welches 
27 mm. gross ist, genau mit dem von d’Orbigny abgebildeten überein; das andere, hier abgebildete, von 
Weinböhla ist durch Druck nach der Breite verlängert. Die bauchige Wölbung der Oberfläche, welche hinter 
dem Scheitel eine bedeutende Höhe erreicht, ist an beiden von oben zusammengedrückten Exemplaren nicht 
mehr deutlich zu verfolgen. Der vordere Rand ist breit gerundet und ohne Einbuchtung, der hintere Rand 
nur wenig verengt und stumpf. Der etwas vertiefte Scheitel liegt ein wenig hinter der Mitte. Das unpaarige 
vordere Fühlerfeld fällt in eine schmale, wenig vertiefte Furche; die paarigen Fühlerfelder sind breiter und 
etwas mehr vertieft, das hintere Paar ohngefähr ?/% so lang als das vordere. Ihre Fühlergänge bestehen aus 
langgezogenen Poren, deren Spitzen in schiefer Richtung einander zugekehrt sind (Fig. 1c). Sie verbreiten 
sich mit eleganter Biegung bis an den bandförmigen Streifen, oder die Fasciole (Fig. 1a), welche von War- 
zen befreit und nur höchst fein granulirt ist. Die ganze übrige Oberfläche ist dicht mit kleinen Wärzchen 
besetzt, die einen noch deutlichen Gelenkring besitzen und von kleineren Körnern umgeben werden (Fig. 1e). 
Nach französischen Exemplaren liegt der quere, mit einer vorspringenden Lippe versehene Mund in dem vor- 
deren Drittheil der Länge, der rundliche After aber in dem oberen Theil der hinteren Abstumpfung. 

Vorkommen. Selten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla. Ein durch Herrn Kühnscherf 
bei Strehlen gefundenes Exemplar lenkte zuerst die Aufmerksamkeitzauf diese Art. In Frankreich kennt man 
sie aus der senonen Kreide von Tours und St. Christophe (Indre-et-Loire) und bei St. Paterne, Villedieu (Sarthe). 

3. H. Regulusanus d’Orb. — Taf. 5. Fig. 2. 

1853—1855. d’Orbigny, Paleont. frang. terr. eret. VI. p. 248. Pl. 884. 

Die Schale ist eiförmig, länger als breit, an unserem, etwas niedergedrückten Exemplare 33 mm. 
lang und 28 mm. breit, bauchig gewölbt, vorn gerundet und ohne Ausrandung, hinten abgestumpft. Der 
Scheitel liegt hinter der Mitte. Das vordere unpaarige Fühlerfeld liegt in einer schmalen und ziemlich tiefen 
Furche, die den Vorderrand nicht erreicht. Die paarigen Fühlergänge liegen in breiteren etwas flacheren 
Furchen und sind ähnlich wie bei 4. Ligeriensis, nur viel ungleicher, indem das hintere Paar nur die halbe 
Länge des vorderen Paares einnimmt (Fig. 2a). Der quere verlängerte Mund liegt an dem vorderen Vier- 
theile der Länge, der After an der hinteren Abstumpfung. 

Vorkommen. Von dieser seltenen Art bewahrt das mineralogische Museum in Dresden ein Exemplar 
aus dem oberen Quadermergel von Kreibitz in Böhmen, welches im Liegenden des oberen Quadersandsteines 
auftritt. Sie wurde in der senonen Kreide Frankreichs bei Beausset (Var) entdeckt. 


2. Asteroidea. Seesterne. (Vgl. I. S. S6.) 


Stellaster Gray, 1840. (Vgl. I. p. 86). 


1. St. Schulzei Cotta & Reich. — Taf. 5. Fig. 3, 4. 


1760. Ch. F. Schulze, Betrachtung der versteinerten Seesterne, Taf. 2. fig. 6. 

1841. Asterias Schulzii A. Römer. Verst. d. norddeutsch. Kreideg. p. 28. Taf. 6. fig. 21 (exel. Tharand). 
1842. Desgl. Gein. Char. III. p. 89 (excel. Tharander Wald). 

1849. Desel. Gein. Quad. Deutschl. p. 228. Taf. 12. fig. 5 (excl. Tharander Wald). 

1863. Desgl. Drescher, Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. Bd. XV. p. 359. 


en 


Scheibe fünfseitig, beiderseits flach gewölbt, mit stumpfwinkelig gerundeter Einbiegung des Seiten- 
randes. Bei 25 mm. Länge des kleinen Radius beträgt die Länge des grossen Radius 58 mm., so dass sich 
beide zu einander verhalten wie 1 : 2!/,. Eine jede Seite ist mit etwa 50 schmalen Randtafeln besetzt, 
deren schmale Zwischenräume in den Abdrücken durch ziemlich hohe Leisten angedeutet sind. Jede der 
Randplatten ist der Länge und Breite nach gewölbt und ihre Länge nimmt von der Mitte der Seiten nach 
dem Ende der Strahlen hin allmählich ab, ohne dass sich ihre Breite wesentlich verringert. Die Länge der 
mittleren Randtafeln ist 3 bis 4 mal so gross als ihre Breite. Wo sich bei Abdrücken zwei Tafelreihen am 
Rande dieses Seesterns zeigen, wie Fig. 4, ist dies eine Folge des Druckes, wodurch Randtafeln der anderen 
Fläche zum Vorschein gelangt sind. Ihre Oberfläche scheint granulirt (oder punktirt) gewesen zu sein. 

Rückenseite (Fig. 4) und Bauchseite (Fig. 3) waren mit rundlichen oder vieleckigen Scheibenplättchen 
besetzt, welche man bis an das Ende der Arme verfolgen kann und die auf der Kückenseite in der Richtung 
der Arme reihenförmig angeordnet sind. Alle diese Plättchen sind kleiner als bei Stellaster Ottoi des 
unteren Quaders. 

In Fig. 4 ist bei a die Lage der Madreporenplatte zu sehen. 

Wie es auch bei lebenden Seesternen oft vorkömmt, z. B. dem gewöhnlichen Astropecten polyacanthus 
Müll. & Trosch, ist auch hier die Spitze der Arme zuweilen plötzlich umgebogen und hat im Gesteine einen 
runden Eindruck hinterlassen (Fig. 3). 

Die auf der Bauchseite befindlichen Fühlerfurchen sind bei dieser Art schmäler als bei S#. Ottoi, 
wovon St. Schulzei schon durch weit zahlreichere und schmälere Randtafeln unterschieden ist. 


Vorkommen. Stellaster Schulzei ist ein Leitfossil für den oberen Quadersandstein der sächsischen 
Schweiz und gehört zu den gesuchtesten Versteinerungen. Er wurde auf der linken Elbseite in den Gans- 
brüchen gegenüber Wehlen, und in dem Rietzschgrunde zwischen Königstein und Schandau, auf der rechten 
Elbseite bei Posta, gegenüber Pirna, und bei Schandau wiederholt gefunden, ist jedoch immerhin ziemlich 
selten. Drescher beschreibt ihn in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. 1863. Bd. XV. p. 359, aus dem senonen 
Quadersandstein von Rabendocken bei Hermsdorf in Niederschlesien, wo er, wie in der sächsischen Schweiz, 
mit Lima canalifera Goldf. zusammen vorkommt. In der Universitätssammlung zu Berlin befinden sich ausser 
mehreren Exemplaren aus der sächsischen Schweiz auch ein Exemplar des Stellaster Schulzei aus dem senonen 
Grünsande von Kieslingswalda im Glatzischen. Forbes!) hält unsere Art für identisch mit Stellaster Comptoni 
Gray aus der Kreide von England, doch zeigt sich bei diesem, statt einer stumpfwinkelig gerundeten Ein- 
biegung, ein weit flacher gewölbter Bogen, während diese Art durch ihre übrigen Charaktere dem Stellaster 
Schulzei jedenfalls am nächsten steht. 

2. St. Albensis Gein. — Taf. 6. Fig. 3. 

Abermals eine fünfstrahlige Art mit flacher Rücken- und Bauchseite. Sie ist durch verhältnissmässig 
sehr lange und schmale Arme ausgezeichnet, die mit einer stumpfwinkeligen Ausbiegung fast in der Form 
eines Spitzbogens aneinander grenzen. Bei 16 — 17 mm. Länge des kleinen Radius ist der grosse Radius 
der Scheibe 57 mm. lang, also mindestens 31% mal so gross. Die Randtafeln, deren man zwischen den Enden 
zweier benachbarter Strahlen 46 zählt, waren tonnenartig gewölbt und an ihrer, äusseren Seite mit einigen 
Höckern versehen, die sich im Abdrucke noch als Vertiefungen zeigen. Man trifft dies in ähnlicher Weise 
bei Goniaster Smithi Forbes (a. a. O. p. 334. Tab. 22. Fig. 1, 2), einer damit nicht zu verwechselnden Art. 


!, Forbes in Dixon, Geol. and Fossils of Sussex. p. 335. Tab. 22. fig. 8. 


a Tee 


Die Tafeln sind in der Mitte des Randes fast dreimal so lang als breit und stossen auf der Rücken- 
seite der Scheibe (Fig. 3) an dem Anfange der langen Arme zusammen. Der mittlere Raum der Scheibe 
bildet ein Fünfeck mit schwach eingebogenen Seiten, welches regelmässig getäfelt ist und wobei die verhält- 
nissmässig grossen, 4- oder 6-seitigen Täfelchen sich in der Richtung der Arme zu Längsreihen anordnen. 

Vorkommen. Eine grosse Seltenheit in dem oberen Quadersandsteine von Postelwitz in dem säch- 
sischen Elbthale, von wo ich dieselbe durch den verstorbenen Professor Ficinus erhielt. Ein zweites Exemplar 
befindet sich in dem Freiberger Museum. 


3. St. Coombii Forbes sp. — Taf. 6. Fig. 4—6. 


1849—1850. Asterias quinqueloba Gein. Quad. Deutschl. p. 228 z. Th. 

1850. Goniaster (Astrogonium) Coombis Forbes in Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, p. 334. Tab. 23. fig. 6. 

Diese mit Stellaster Ottoi Gein. am nächsten verwandte Art bildet eine fünfseitige, beiderseits flache 
Scheibe, deren kleiner und grosser Radius sich zu einander verhalten wie 24 : 56 mm,, oder wie 1 : 2!%. 
Die stark eingebogenen Ränder sind jederseits mit ca. 30 länglichen und schwach convexen Randtafeln besetzt, 
deren Oberfläche bis an die steilabfallenden Gelenkflächen regelmässig und eng punktirt ist. Im ursprüng- 
lichen Zustande war sie mit kleinen Körnern bedeckt. Die längsten dieser Tafeln, in der Mitte des Randes, 
erweitern sich stark nach innen, wie die Schlusssteine eines steilen Gewölbes (Fig. 5, 6), und sind bei 6 mm. 
Länge an ihrer äusseren Seite 2 mm., an ihrer inneren aber 3 mm. breit, andere sind etwas kürzer und 
weichen in ihrer Breite nicht so stark von einander ab (Fig. 4). 


Vorkommen. Randplatten und zum Theil auch die kleinen vieleckigen Scheibentäfelchen nicht selten 
im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla. — Nach Forbes in der unteren Kreide (Lower Chalk) von 
England. 

4. St. quinqueloba Goldf. sp. — Taf. 6. Fig. 7. 

1826—1833. Asterias quinqueloba Goldf. Petr. Germ. I. p. 209. Taf. 63. fig. 5. 
1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 228 z. Th. 

Einzelne der bei Strehlen vorkommenden Randplatten entsprechen ziemlich genau den Abbildungen 
von Asterias quinqueloba Goldfuss, von deren Oberfläche hervorgehoben wird, dass sie mit einer dünnen, 
siebartig durchlöcherten Schicht überzogen sei, welche sich nicht bis an den breiten, sehr fein punktirten 
Rand erstrecke. Aehnliche Formen befinden sich auch unter den von Forbes aus der oberen Kreide Eng- 
lands beschriebenen Arten. 

Vorkommen. Selten im Plänerkalke von Strehlen; vorherrschend in der oberen Kreide von Rügen, 
Möen und anderen senonen Ablagerungen, wie in dem oberen Quadermergel des Salzberges bei Quedlinburg. 


3. Crinoidea. Haarsterne. 
Pentacrinus Miller, 1821. 
P. lanceolatus A. Röm. — Taf. 6. Fig. 1, 2. 
Einige durch Herrn E. Fischer in dem Plänerkalke von Strehlen gefundene Säulenglieder weisen auf 
einen grösseren Pentacriniten hin, welcher mit P. lanceolatus A. Röm. des unteren Pläners nahe Verwandt- 


schaft zeigt und wahrscheinlich nur ein grösseres Exemplar dieser Art ist. An der stumpfkantigen Säule 


wechseln grössere und kleinere Glieder mit einander ab (Fig. 1a), welche an ihrem Umfange gewölbt sind. 
Palueontographica XX. 2. Abth. 1. 53 


See 


Es haben die grösseren Glieder 8 mm. Durchmesser erreicht. An einigen Stellen derselben treten grosse 
rundlich-elliptische Gelenkflächen für Ranken hervor, welche viel Aehnlichkeit mit jenen des Pentacrinus 
basaltiformis besitzen. Auf den Gelenkflächen erscheinen die 5 Blätter etwas breiter als bei den kleineren 
Exemplaren des unteren Pläners und besitzen einige zahnartige Leisten mehr als diese. 

Unter den von Dixon (a. a. OÖ. Tab. 19 u. 20) aus der Kreide von England abgebildeten Säulen- 


gliedern finden wir keine, die unseren Exemplaren vollkommen entsprechen. 
Antedon Sars, 1868. 


So lange man in den Plänerablagerungen Deutschlands noch keinen Kelch dieser Art gefunden hatte, 
war man berechtigt, gewisse darin vorkommende Säulenglieder an Apioerinus oder Bourgueticrinus ellipticus 
Mill. anzuschliessen, welche Art in der oberen Kreide und anderen senonen Ablagerungen ziemlich verbreitet 
ist. Auf letztere beziehen sich unter anderen folgende Beschreibungen und Abbildungen: 

1822. Apiocrinus ellipticus Mantell, Geol. of Sussex, p. 182. Tab. 16. fig. 3, 12, aus der oberen Kreide von England. 
1823—1832. Encrinites und Apiocrinites ellipticus Schlotheim, Merkw. Verstein. II. Taf. 25. fig. 1, von Aachen. 
1826—1833. _Apiocrin. ellipt. Goldfuss, Petr. Germ. I. p. 186. Taf. 57. fig. 3, von Mastricht und Lemförde. 

1840. Eugeniacrinites Hagenowi (Goldf.) v. Hagenow im n. Jahrb. 1840. p. 664. Taf. 9. fig. 13, von Rügen. 


1841. Apioer. ell. A. Römer, Verst. d. norddeutsch. Kreidef. S. 26, aus dem oberen Kreidemergel von Gehrden, Qued- 
linburg und Lemförde. - 
1850. Desgl. Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, p. 343. Tab. 20. fig. 11—38, aus der oberen Kreide von England. 
1851—1852. Bourgueticrinus ellipt. Bronn, Leth. geogn. Bd. V. p. 174. Taf. 29. fig. 12, von den schon genannten Fund- 
orten, sowie aus senonen Schichten Frankreichs, Dänemarks und Schwedens. 
1865—1868. Desgl. Eichwald, Lethaea Rossica, II. p. 229. Pl. 16. fig. 6, aus der weissen Kreide von Ssimbirsk. 


Bei allen von genannten Autoren abgebildeten vollständigeren Exemplaren .dieser Art ist das obere 
Ende der Säule verdickt, wie es einem Apioerinus überhaupt zukommt, und es wird der kleine niedrige Kelch, 
der aus 5 Basalplatten und 5 Radialplatten besteht, nach oben hin schmäler. 

Entgegengesetzt verhält sich die mit Apiocrinus und Bourgueticrinus nahe verwandte lebende Gattung 
Antedon Sars, die man aus der trefflichen Abhandlung von M. Sars, Memoires pour servir 4 la connaissance 
des Crinoides vivants. Christiania, 1868. 4°. p. 47. Pl. 5, 6, sehr genau hat kennen lernen. Bei Antedon 
Sarsii Düben u. Koren sp., der in der Nähe der Lofoten noch lebend aus dem Meere herausgefischt wurde, 
ist die Säule an ihrem oberen Ende nicht verdickt und es erweitert sich der Kelch von seiner Basis an bis 


an das obere Ende der ersten Radialplatte kegel- oder becherförmig, wie bei einer fossilen, aus Strehlen vor- 
liegenden Art. 


A. Fischeri Gein. — Taf. 6. Fig. 9—12. 


1846 (?). Burgueticrinus ellipticus Reuss, d. Verst. d. böhm. Kreidef. I. S. 59. 
1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. S. 230 z. Th. 

Das Fig. 9 abgebildete Exemplar dieser neuen fossilen Art ist durch Herrn Maler Ernst Fischer 
in dem Plänerkalke von Strehlen entdeckt und dem königl. mineralogischen Museum in Dresden über- 
lassen worden. 

Es besteht aus einer Säule von 10 cm. Länge, deren fast walzenförmige Glieder im Allgemeinen 
länger als breit sind und nach oben hin meist an Länge und Breite abnehmen. Sie erscheinen in ihrer Mitte 
oft etwas zusammengezogen (Fig. 10a) und zeigen, wie Bourgueticrinus ellipticus, an ihren elliptischen Gelenk- 


alone 


flächen die Eigenthümlichkeit, dass der grössere Durchmesser der einen Fläche eine fast senkrechte Stellung 
zu dem der anderen Fläche einnimmt (Fig. 10a, b). 

An dieser Säule hat eines der oberen Glieder eine auffallende Grösse und eiförmige Verdickung an- 
genommen, da es zur Aufnahme einer Ranke bestimmt gewesen ist. An einem weit tiefer liegenden Säulen- 
gliede, von welchem gleichfalls eine Ranke (oder Hilfsarm) ausgeht, wenn dieses Stück nicht zufällig hierher 
geführt worden ist, fehlt eine derartige Verdickung. Von der Basis der Säule laufen mehrere ebenfalls ge- 
gliederte, wurzelartige Ranken aus, die zur Befestigung gedient haben mögen und ähnlich denen sind, welche 
Sars, a. a. O. Tab. 1. fig. 12 von dem Rhizocrinus lofotensis abgebildet hat. 

Im Allgemeinen wird man die Säulenglieder des Antedon Fischeri von jenen des Bourguetierinus 
ellipticus durch ihre grössere Länge und eine mehr walzenförmige Gestalt unterscheiden können, wenn auch 
zwischen beiden Verbindungsstufen vielfach vorkommen. 

Ganz verschieden ist aber der Kelch des Antedon Fischeri von dem des Bourgueticrinus ellipticus, 
wiewohl das Zahlengesetz für die ihn bildenden Tafeln, so weit jetzt dieselben bekannt sind, dasselbe erscheint. 

Der Kelch ist an seiner Basis noch nicht 2 mm., am oberen Ende der ersten Radialplatte 3 mm. 
breit und erreicht bis dahin 2 mm. Höhe. Die an das oberste Säulenglied stossende Basis ist nach innen 
trichterförmig vertieft und besteht aus 5 deltoidischen Platten von gleicher Grösse, die den ersten geschlossenen 
Ring des Kelches bilden. Mit ihnen wechseln 5 grössere und etwas höhere Platten ab, die als Radialplatten 
den zweiten Ring des kleinen Kelches schliessen und an ihrem oberen Ende mit deutlichen Gelenkflächen für 
das zweite Glied der Kelchradien versehen sind. An diese haben sich wahrscheinlich,. wie bei dem lebenden 
Antedon Sarsi, noch einige Radialplatten angeschlossen, auf welchen die Arme gesessen haben. Die Beschaffen- 
heit der vorhandenen Gelenkfläche ist mit möglichster Treue dargestellt worden. 


Vorkommen. Einzelne Säulenglieder kommen sowohl im unteren als auch im oberen Pläner des 
Elbthales vor, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die meisten der bisher aus den eigentlichen Pläner- 
bildungen Böhmens und anderer Länder als Apioerinus oder Bourgueticrinus ellipticus aufgeführten Säulen- 
stücken vielmehr zu Antedon Fischeri gehören, während der wahre B. ellipticus bis jetzt auf senone Ab- 
lagerungen beschränkt zu sein scheint. 


Mahlau & Waldschmidt in Frankfurt «.M 


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IRESANT 


IV. Classe. Mollusca (Weichthiere). 
I. Ordn. Brachiopoda (Armfüsser). 


1. Fam. Terebratulidae — 1. S. 150. 
Terebratula Lihwyd, 1696. — I. S. 150. 
1. T. semiglobosa Sow. 1813. — II., Taf. 1—4. 


1814. Ter. subundata u. T. semiglobosa Sowerby, Min. Conch. Pl. 15, fig. 7, 9. 
1834. v. Buch, Terebrateln, p. 96. 
1839. Ter. semiglobosa u. T. carnea Gein. Char. p. 16. XVIII. (excl. Zscheila). 
1841. Ter. semiglobosa u. T. carnea A. Römer, Verst. d. nordd. Kreidegeb. p. 43, 44 z. Th. 
1843. Desgl. Gein., Gaea v. Sachsen p. 129 (excl. Zscheila). 
1846. Ter. carnea Gein. Grundriss p. 509 z. Th. Taf. 21, fig. 15. 
1846. Ter. carnea u. T. semiglobosa Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II. p. 50, 51, Taf. 26. fig. 5—11. 
1847. Ter. semiglobosa d’Orbigny, Pal. fr. terr. er&t. IV. p. 105, Pl. 514, fig. 1—4. 
1849—1850. Ter. carnea Gein. Quad. Deutschl. p. 214 z. Th. 
1850. Ter. bulla J. de ©. Sowerby in Dixon, Geol. and. Foss. of Sussex, p. 346, Tab. 27, fig. 11. 
1851—1852. Ter. semiglobosa Bronn, Leth. geogn. V. p. 226, Taf. 30, fig. 11. 
1854. Ter. semiglobosa Davidson, a Monograph of the British Cretaceous Brachiopoda, P. U. p. 64, Pl. 8, fig. 6—18. 
1857. Ter. semiglobosa u. T. carnea v. Strombeck in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. IX. p. 416, 417. 
1868. T. semiglobosa Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern. II. 1, p. 759. 
1868. Ter. subrotunda U. Schloenbach in Sitzb. d. k. Ak. d. Wiss. LVII. Bd., p. 19, Taf. 1, fig. 6-12. — in 
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XVII. p. 151. 
1569. Ter. subrotunda U. Schloenbach im n. Jahrb. p. 827. 
1868—1870. Ter. semiglobosa Quenstedt, Brachiopoden, p. 378, Tab. 48, fig. 48—53. 
1870. Desgl. F. Römer, Geologie v. Oberschlesien p. 313, Taf. 34, fie. 9. 


In den neuesten Arbeiten über Brachiopoden von Davidson, Schloenbach, Quenstedt und A. 
ist die glatte Terebratel des Plänerkalkes oder oberen Pläners auf Terebratula semiglobosa Sow. zurück- 
geführt und von Ter. carnea, welche in senonen Ablagerungen vorwaltet, getrennt worden. 

Die Schale der ersteren ist in der Regel länger als breit, von mehr dreiseitig-fünfseitigem bis sieben- 
seitigem Umfange und beiderseits bauchig — gewölbt. Die grössere, etwas stärker gewölbte Klappe besitzt 
einen stark eingebogenen Schnabel, der in seiner Spitze eine kleine runde Oeffnung enthält und oft das 
Deltidium gänzlich verdeckt. Die daran grenzende Area wird von gerundeten Kanten begrenzt. Die Schale 
senkt sich an der Stirn mit einer breiten, in ihrer Mitte etwas erhobenen Bucht in die kleinere Schale 
hinab, so dass der Stirnrand wellenförmig oder fast M-förmig gebogen wird. Die Vertiefungen der einen 
Schale entsprechen wulstförmigen Erhebungen der anderen Schale, die jedoch nicht bis in die Mitte reichen. 


Es kommen im Plänerkalke auch mehr gerundete Abänderungen vor, welche nur wenig länger als 
breit sind und bei denen der Stirnrand nur noch eine schwache wellenförmige Biegung zeigt. Diese ver- 
mitteln einen Uebergang zu Ter. carnea, womit diese Art von vielen Autoren vereinigt worden ist. 


Im Allgemeinen aber ist Ter. carnea flacher gewölbt, besitzt einen einfachen, fast geradlinigen Stirn- 
yand und ist auf der grösseren Schale in der Nähe des Wirbels ziemlich deutlich gekielt, auch wird ihre 
Area von schärferen Schlosskanten begrenzt. 


Ter. subrotunda Sow. (Min. Conch. 1813, Pl. 15, fig. 1) ist von L. v. Buch, d’Orbigny und 
Quenstedt zu Ter. carnea Sow. gezogen worden, während Davidson (Brit. Cret. Foss. H. p. 68) die 
Frage noch offen lässt, ob sie zu dieser Art oder zu Ter. semiglobosa gehöre. Würde sie aber auch von 
der letzteren aufgenommen werden, wie Schloenbach meint, so liegt dann noch kein Grund vor, den ein- 
gebürgerten Namen für sie aufzugeben, da beide Namen von Sowerby gleichzeitig veröffentlicht worden sind, 
ausserdem aber Sowerby’s Abbildungen der Ter. semiglobosa (M. C. Tab. 15, fig. 9) jedenfalls weit charak- 
teristischer für die Art sind, als die von Ter. subrotunda Sow. (M. C. Tab. 15, fig. 1). 


Vorkommen. Ter. semiglobosa ist eine der gewöhnlichsten Arten im Plänerkalke von Strehlen 
und Weinböhla in Sachsen, Oppeln in Oberschlesien, Hundorf in Böhmen, Quedlinburg, Goslar, Langelsheim 
und Vienenburg im Harze, im turonen Grünsande von Nolle bei Rothenfelde u. s. w. Schloenbach beob- 
achtete ihr Vorkommen in Böhmen ausschliesslich in dieser Zone des Spondylus spinosus und Scaphites 
Geinitzi, Gümbel stellt sie in die oberturonen Schichten Bayern’s. Dieselbe Art ist durch v. Hagenow, aus 
der unteren Kreide am Kalkofen auf Wollin als Ter. Bolliana v. Hag. beschrieben worden. 


Davidson weist ihre Verbreitung in der unteren Kreide und der grauen Mergelkreide von Lewes, 
Charing, Gravesend, Tytherleigh, Chardstock ete. in England, sowie in der Gegend von Rouen u. a. 0. 
Frankreichs nach. 5 


* 


Terebratulina d’Orbieny, 1847. — 1. S. 155. 
1. T. gracilis Schloth. sp. — II., Taf. 7. Fig. .18. 


1813. Terebratulites gracilis Schlotheim in Leonhard’s Taschenbuch f. d. ges. Mineralogie. VII. p. 113, Taf. 3, fig. 3. 
1829. Ter. rigida Sowerby, Min. Conch. Tab. 536, fig. 3, 4. 
1834. Terebratula gracilis v. Buch Terebrateln, p. 64, Tab. 2, fig. 35. 
1839—1842. Ter. gracilis u. Ter. ornata Gein. Char. I. p. 16, II. p. 59, Taf. 16, fig. 13 (wahrscheinlich von Rügen). 
1841. Ter. ornata und Ter. gracilis A. Römer, nordd. Kreidegeb. p. 40, Taf. 7, fig. 10. 
1843. Desgl. Gein., Gaea v. Sachsen p. 129. 
1846. Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II. p. 49, Taf. 26, fig. 1; Taf. 42, fig. 24. 
1847. d’Orbigny, Pal. frange. terr. eret. IV. p. 61, P]. 503, fig. 1—6. 
1849—1850. Gein. Quad. Deutschl. p. 210. 
1852. Davidson, Brit. Cret. Brach. II. p. 38, Pl. 2, fig. 13—17. 
1866. T. rigida u. T. gracilis Schloenbach, Krit. Stud. über Kreide-Brachiopoden (Palaeontographica, XIII.) p. 17— 
92, Taf. 10, fig. 10—20. 
1868. T. rigida Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern II. 1, p. 759. 
1868. T. rigida Schloenb., nordd. Galeriten-Schichten (LVII. Bd. d. Sitzb. d. k. Ak. d. W.) p. 18, a al, ie I 
1868. T. rigida Schloenb. im Jahrb. d. k. k. geol. R. A. XVIII. p. 149. 
1869. T. rigida Schloenb. im n. Jahrb. p. 827. 
1868—1871. Quenstedt, Petrefactenkunde Deutschlands, II. die Brachiopoden, p. 249, Taf. 44, fig. 34—40. 
1870. F. Römer, Geologie von Ober-Schlesien, p. 314, Taf. 37, fig. 8, 9. 


Ba BORN ae 


Ob man T. rigida, die in dem Plänerkalke vorherrschende Form, von T. gracilis der oberen Kreide 
in dem Sinne von U. Schloenbach abtrennen kann, ist auch für uns ein Gegenstand wiederholter Unter- 
suchungen gewesen. Es wurde von ihm namentlich hervorgehoben, dass 7. gracilis sich ausser der fast 
immer bedeutenderen Grösse (an Exemplaren von Rügen und und Möen bis 9 mm.) durch einen spitzeren 
Schnabel ohne Schnabelkanten und ohne falsche Area unterscheide und dass ihr der bei 7. rigida stets 
vorhandene gerade Schlossrand der kleinen Klappe fehle. Sie sei mehr kreisrund, während 7. rigida meist 
länger als breit ist, ihre kreisrunde kleinere Klappe, oder Rückenplatte, sei eben oder selbst etwas einge- 
drückt, während sie bei 7. »igida oft flach gewölbt ist. In allen diesen Beziehungen finden sich Uebergänge 
von einer zu der anderen Abänderung, und zwar sowohl bei den Exemplaren des Plänerkalkes als jenen aus 
der oberen Kreide, aus welcher uns von Möen zahlreiche Exemplare vorliegen, welche das K. Mineralogische 
Museum dem verstorbenen Oberstlieutenant von Koppenfels verdankt. 


Die stabförmigen Linien der Oberfläche, welche sich durch Einsetzung neuer Linien nach dem Rande 
hin stark vermehren, erscheinen entweder glatt oder mehr oder weniger deutlich granulirt. 


Der Schlossapparat beider Schalen ist nach Exemplaren von Strehlen Taf. 7. Fig. 18. e. d. abge- 
bildet worden. 


Vorkommen. Wenn wir von dem Char. Taf. 16. Fig. 13. abgebildeten Exemplaren absehen 
wollen, da hier wahrscheinlich durch einen früheren Sammler eine Verwechselung des Fundortes (Tunnel von 
Oberau) vorgekommen ist, so gehört T. gracilis ganz vorzugsweise den turonen und senonen Ablagerungen an. 

Sie beginnt in den obersten Schichten des mittleren Pläners, z. B. bei Räcknitz unfern Dresden, ist 
am gewöhnlichsten in dem oberen Pläner oder eigentlichen Plänerkalke, in den sogenannten Scaphiten- 
Schichten bei Strehlen und Weinböhla in Sachsen, Hundorf in Böhmen, in Bayern, Oppeln in Ober-Schlesien 
und Quedlinburg, bei-Salzgitter, in dem sogenannten Galeriten-Pläner, in dem Grünsande von Rothenfelde, 
dem jüngeren Grünsande von Essen ete., welche gleichfalls turon sind. In Frankreich bezeichnet sie nach 
d’Orbigny die obere turone Etage; in England soll sie nach Davidson schon in dem Speeton Clay von 
Yorkshire, und in dem oberen Grünsande von Warminster angetroffen worden sein, am häufigsten ist sie 
jedoch in der unteren und oberen Kreide von Kent und namentlich in der Kreide von Norwich. In der 
oberen Kreide von Rügen und Möen ist sie keine seltene Erscheinung und dürfte hier gerade. ihre grösste 
Entwickelung erreicht haben. 


9. T. striatula Mant. — I, p. 155. Taf, 36. Fig. 39—41; I., Taf. 7. Fig. 16. 17. 
Gattung und Art unbestimmt. I., Taf. 8. Kie. 34. 


Es sind von diesem merkwürdigen Brachiopoden bis jetzt nur Steinkerne der kleineren Schale ge- 
funden worden, welche eine ähnliche Gestalt besitzen wie die von Magas Geinitzi Schloenb., womit sie 
U. Schloenbach zu vereinigen geneigt war, und mit Megerleia lima Schl. oder Kingena lima Davidson. 
Sie ist rundlich-fünfseitig, meist nur wenıg länger als breit, oberhalb ihrer Mitte am breitesten, an dem 
geradlinigen Stirnrande fast abgestutzt und ziemlich regelmässig gewölbt, am meisten längs ihrer Mitte. Von 
der Spitze des Wirbels zieht sich eine tiefe Furche bis in die Mitte, die einem Septum der Schale ent- 
spricht, neben welcher die Ansatzstellen für Muskeln bemerkbar werden. Der dem Wirbel entsprechende 
spitze Vorsprung des Steinkernes ist von 2 tiefen Einschnitten begleitet, die von den Schlosszähnen her- 
rühren, und an deren äusseren Seite sich ein länglicher Wulst erhebt, welcher durch seine Querfaltung den 
Schlosszähnen einer Trigonia gleicht. An der Oberfläche einiger dieser Steinkerne bemerkt man mehr oder 


weniger deutlich ausstrahlende Falten, die auf eine gerippte oder gefaltete Beschaffenheit der Schalenober- 
fläche hinweisen, die Oberfläche von anderen Exemplaren erscheint dagegen glatt. 

Aus den vorliegenden Materialien ist eine weitere Bestimmung der Gattung und Art noch nicht 
möglich. Die Versuche, durch Abdrücke mit Gutta-Percha das Innere der Schale selbst nachzubilden, die 
ich auf Veranlassung Meisters Davidson nach freundlichst genommener Ansicht unserer Abbildungen aus- 
geführt habe, sind an der lockeren Beschaffenheit des Gesteins vollkommen gescheitert. 

Grösse der Steinkerne bis 17 mm. 

Vorkommen. Mit Imoceramus labiatus zusammen in dem Mittelquader des Bielaer Grundes, 
zwischen Königsbrunn und Hermsdorf, ferner im Cottaer oder Copitzer Grünsandsteine an der Ziegelei und 
in dem Rittergutsgarten von Gross-Cotta und zwischen Neundorf und Kritzschwitz. 


2. Fam. Rhynchonellidae. 


Rhynchkonelle Fischer, 1809. — I. S. 163. 

1. Rh. plicatilis Sow. — IL, Taf. 7. Fig. 5—15. 

1814. Ter plicatilis u. Ter. octoplicata Sowerby, Mineral Conchology, Tab. 118, fig. 1—5. 

1835. Ter. octoplicata Brongniart et Cuvier, deser. g60l. des env. de Paris, p. 627, Pl. L., fig. 8. 

1839—1842. Ter plicatilis, octoplicata, pisum wu. Mantelliana Gein. Char. I. p. 15, II. p. XVII. XVII, Taf. 16, 
fig. 16—18; (Mit Ausschluss des Vorkommens im unteren Quader und unteren Pläner.) 

1841. Desgl. A. Römer, nordd. Kreideg. p. 38, 39. 

1843. Desgl. Gein. Gaea v. Sachsen p. 129 z. Th. 

1846. Ter. plicatilis Gein. Grundr. p. 502 z. Th. Taf. 21, fig. 9. 

1846. Ter. plicatilis, octoplicata, pisum u. Mantelliana Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 47, 48, Taf. 25, fig. 10—22. 

1847. Ter Jugleri Gein. in Sachse’s alle. deutsch. naturh. Zeit. II. p. 161, Taf. 1, fig. 6-8. 

1847. Rhynchonella Ouvieri u. Rh. octoplicata d’Orbigeny, Pal. fr. IV. p. 39, 46, Pl. 497, fig. 12—15;; Pl. 499, fig. 9—12. 

1849— 1850. Ter. Jugleri (excl. Plauen), T. octoplicata, T. pisum z. 'Th., T. Mantelliana Gein. Quad. Deutsch. p. 208—210. 
1851—1852. Rh. plicatilis Bronn, Leth. geogn. V. p, 214, 215, Taf. 30, fig. 9; Ter. Martini eb. p. 218 z. Th. 
Watz30yno7. 

1854. Rh. plicatilis u. Rh. Cwvieri Davidson, Brit. Cret. Brach. II. p, 75, 88, Pl. 10, fig. 1—17, 37—42, 50—54. 

1863. Rh. plicatilis Kunth in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. p. 732. 

1868. Rh. Cwieri u. Rh. plicatilis U. Schloenbach, über d. nordd. Galeriten-Schichten (Sitzb. d. k. Ak. d. Wiss. in 
Wien, Bd. LVII.) p. 33, 38, Taf. 3, fig. 3—4, 5—7. 

1868, Desgl. U. Schloenbach im Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. XVIII. p. 159. 

1868. Desgl. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern. II. 1, p. 759. 

1869. Desgl. U. Schloenbach im n. Jahrb. p. 822. 

1868— 1870. Ter. plicatilis, octoplicata, pisum u. Mantelliana Quenstedt, Brachiopoden, p. 167—172, Taf. 41, fig. 55—77. 

1870. Rh. plicatilis F. Römer, Geol. von Oberschlesien p. 313, Taf. 34, fig. 6, 7. 

Die Schale der Rhynchonella plicatilis ist rundlich-fünfseitig, in der Jugend gewöhnlich ebenso breit 
als lang, im Alter oft etwas breiter. Der Schlosskantenwinkel ist nahezu ein rechter, bald wenig spitzer, 
bald stumpfer. Die Seitenkanten sind gerundet und verbinden sich in einem Bogen mit den Schlosskanten 
und der Stirn. 

Die grössere Klappe besitzt einen kleinen gebogenen Schnabel, dessen verhältnissmässig kleine runde 
Oeffnung von den Platten des Deltidiums sehr deutlich begrenzt wird, neben welchem sich eine ziemlich 
breite von einer Kante begrenzte Area ausbreitet (Taf. 7. Fig. 5b, 6b, 7, 9a, 10b). Die Oberfläche dieser 
Schale ist bis zu ihrer Mitte mässig gewölbt und senkt sich dann unterhalb der letzteren mit einer breiten 
und flachen Bucht schnell nach dem Stirnrande herab (Taf. 7. Fig. 5a u. Ss. w.) 


Die kleinere Klappe (oder Dorsalschale im neueren Sinne) ist stärker gewölbt, steigt in der Nähe 
des Wirbels schnell empor, erreicht ihre grösste Dicke etwas hinter der Mitte der Schalenlänge, von wo 
aus sie nach der Stirn hin wieder etwas abfällt (Taf. 7. Fig. 5e, 6c, S u. s. w.). Die grösste Breite der 
Schalen fällt in die Mitte der Länge. 

Die Falten, welche ihre ganze Oberfläche bedecken, oder in der Nähe der Wirbel mehr oder 
weniger verwischt sind, liegen eng aneinander und sind meist einfach und flach gewölbt. Es kommt jedoch 
öfter vor, dass sich in der Nähe des Stirnrandes je 2 Falten der kleineren Klappe zu stärkeren Falten 
vereinigen, während dann auf der grösseren Klappe abwechselnd kürzere Falten, welche den Rand 
nicht erreichen, neben längeren und stärkeren zu liegen pflegen (Taf. 7. Fig. 7. 8). Solche Abänderungen 
sind von mir a. a. O. als Ter. Jugleri beschrieben worden. Ausser diesen lassen sich bei Rh. plicatilis 
folgende Varietäten unterscheiden: a. Die älteren und breitesten Exemplare, mit etwa 12 (10--15) Falten 
in dem Sinus: T. plicatilis Sow. — Taf. 7. Fig. 5. 

b. Aeltere schmälere Individuen, mit ca. 8 (6—10) Falten im Sinus: 7. octoplicata Sow. — Taf. 7. 
Nie, VL. 

ec. Jüngere Exemplare mit sparsameren und daher stärkeren Falten, von welchen oft nur 4 in dem 
Sinus liegen: 7. Mantelliana‘) vieler Autoren. — Taf. 7. Fig. 11. 

d. Jüngere Exemplare mit zahlreichen Falten, von welchen oft nur 8 in dem Sinus liegen: 7. ‚pisum?) 
vieler Autoren, oder Rh. Cuvieri d’Orbigny, Davidson und U. Schloenbach. — Taf. 7. Fig. 12. 13. 

Alle diese Abänderungen kommen im Plänerkalke zusammen vor und sind durch verschiedene 
Grössen und andere Uebergänge miteinander verbunden. Dagegen fehlt uns hier jede andere Jugendform, 
die man auf Rh. plicatilis zurückführen könnte. 

Es wurden von den Synonymen Rh. limbata Schl. sp. und subplicata Mantell?) aus der senonen Kreide 
hier ausgeschlossen, nicht nur desshalb, weil ihre Falten auf dem grössten Theile der Schale verschwunden 
sind und ihre Schale allermeist breiter und weniger dick wird, oder weil ihre grösste Breite dem Stirn- 
rande etwas näher zu rücken pflegt, sondern namentlich desshalb, weil ihre Jugendformen in der oberen 
Kreide von Rügen, Möen, Ciply und Maastricht fast genau schon den dreilappigen Typus der älteren Exem- 
plare von Ciply etc. wahrnehmen lassen. 

Vorkommen. In Sachsen begegnet man der Rh. plicatilis zuerst mit Inoceranus labiatus zu- 
sammen in dem Mittelquader des Bielaer Grundes zwischen Königsbrunn und der Schweizer Mühle, sie wird 
häufiger in dem Cottaer Grünsandsteine bei der Ziegelei von Gross-Cotta und im Gottleubethale in der 
Nähe des Kohlberges bei Pirna, sowie zwischen Neundorf und Kritzschwitz, wo ihre oft zusammengedrückten 
Exemplare zu wiederholten Verwechselungen mit Rh. compressa oder gallina und Rh. alata oder bohemica 
Veranlassung gegeben haben. Am gemeinsten ist sie in dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla und 
in dem oberen Quadersandsteine der Sächsischen Schweiz (Taf. 7. Fig. 14. 15), in dessen unteren Bänken 
besonders sie sich oft vorfindet. Dasselbe gilt für Vorkommen an dem hohen Schneeberge in Böhmen. 
Nach Gümbel in mittel- und ober-turonen Schichten Bayerns, nach Kunth in dem turonen Pläner von 
Niederschlesien. Man begegnet ihr überall in dem eigentlichen Plänerkalke in Deutschland, bei Oppeln in 


1) Ter. Mantelliana Sow. Min. Conch. Tab. 537, fig. 11—13, unterscheidet sich durch”geringere Wölbung der Schale 
und durch schärfere, dachförmige Falten. 

2) Ter. pisum Sow. Min. Conch. Tab. 536, fig. 10—12, hat Davidson auf Rh. Martini Mant. sp. zurückgeführt. 

3) Ter. subplicata Mantell, Geol. of Sussex, 1822, p. 211, Pl. 26, fig. 5, 6, il = Rhynchonella subplicata d’Orbigny, 
Pal. fr. 1847, T. IV. p. 48, Pl. 499, fig. 13—17 (R. Dutempleana), = Eh. limbata Schl. sp., Davidson 1. c. p. 79, 
Pl. 12, fig. 1—5. 


reansae 


Oberschlesien, bei Hundorf und Teplitz in Böhmen, Buchleitner bei Söldenau in Bayern, bei Quedlinburg, 
Langelsheim, Salzgitter, Hildesheim, Goslar und bei Bochum in Westphalen, ebenso in den gleichalterigen 
Grünsanden von Werl bei Dortmund, der mittleren Grünsandlage von Essen, im Grünsande von Nolle bei 
Rothenfelde etc. Sie findet sich in der unteren Kreide von Wollin, in der Kreide von Cambridge, Lewes, 
Brighton und Norwich in England, in Belgien und bei Meudon u. a. O. in Frankreich. Rh. Cuvieri kommt 
nach d’Orbigny mit Zmoceranus labiatus zusammen bei F&camp und Rouen, sowie in ober-turonen und 
senonen Ablagerungen Frankreichs vor. 


3. Fam. Craniadae. 

Crania Retzius, 1781. — 1. S. 167. 

C. barbata v. Hag. — II, Taf. 8. Eig. 1. 2. 

1842. v. Hagenow in Leonhard und Bronn, n. Jahrb. p. 551, Taf. 9, fig. 2. 

1866. Crania Iynabergensis Schloenbach, Krit. Stud. üb. d. Kreide-Brachiopoden (Palaeontographica, XIII.) p. 60 
z. Th., Taf. 3, (40), fig. 23—23. 

1870. Desgl. F. Römer, Geo]. v. Oberschles. p. 314, Taf. 34, fig. 4, 5. 

Der Umfang der Schale ist rundlich-vierseitig, beiderseits flach gewölbt, mit einem nahe dem Hinter- 
rande liegenden Scheitel versehen und mit ausstrahlenden Linien bedeckt, die sich nach dem Rande hin 
durch Einsetzung neuer Linien vermehren. 

Von Crania Ignabergensis Retz., die uns in zahlreichen Exemplaren von Oretorp in Schweden vor- 
liest, unterscheidet sie sich constant durch ihre weit zahlreicheren und gleichartigeren ausstrahlenden Linien, 
oder Leisten, was auch F. Römer für die von Oppeln in Schlesien beschriebene Orania hervorhebt. Bei 
Orania Ignabergensis werden diese Leisten zu wirklichen Rippen, welche entfernbar von einander liegen und 
bei Einsetzung von kürzeren Rippen nach dem Rande hin weit ungleicher erscheinen als bei Cr. barbata. 

Die vorzüglichen Abbildungen für Crania Ignabergensis Retz. oder Cr. striata Defr. bei Goldfuss, 1840, Petr. 
Germ. II. p. 294, Taf. 162, fig. 10, Bronn, 1851—52, Leth. geogn. V. p. 236, Taf. 30, fig.2, Davidson, 1852, a Monograph 
of British Cretaceous Brachiopoda, P. II. p. 11, Pl. 1. fig. 8—14, und d’Orbigny, 1847, Pal6ont. france. terr. cret. T. IV. 
p. 141, Pl. 525, fig. 1—6, lassen diesen Charakter sehr deutlich hervortreten. Dagegen stimmen Gypsabgüsse der COrania 
barbata v. Hag., die wir Herrn v. Hagenow verdanken, so wie auch die im Jahrbuche von ihm gegebene Beschreibung und 
Abbildung möglichst genau mit den Exemplaren von Strehlen und aus der Kreide von Möen überein, an welche sich auch 
Schloenbach’s Abbildungen der Or. Ignabergensis von Schwichelt bei Peine (a. a. O. Taf. 3, (40), fig. 2, 3, und von Hundorf 
in Böhmen (fig. 25) eng anschliessen. 

Ueber das Innere der Schalen finden wir bei Hagenow folgende Worte: »Im Innern zeigen beide 
Schalen der Urania barbata eine abweichende Bildung, indem die hinteren, ovalconvexen Narben der Unter- 
schale sehr nahe am hinteren Rande, und die vorderen mit ihren Schnäbelchen nahe daran auf der Grenze 
des ersten und zweiten Drittels der Länge liegen und am unteren Rande in einen dreieckigen spitzen Kiel, 
einem herabhängenden Barte (einem sogenannten Wallensteiner) vergleichbar, auslaufen, der jedoch nur die 
Grenze des zweiten Drittels der Schalenlänge erreicht und mit der Kerbe der Oberschale correspondirt. 
Die Eindrücke der Scheibe sind an jeder Seite vierstrahlig.« Es stimmen diese Bemerkungen gut mit den 
Exemplaren von Möen, die wir Herrn Oberstlieutenaut von Koppenfels verdanken, überein, wenn auch 
jener bartartige mittlere Kiel in seiner Länge, Breite und Höhe etwas varürt. 

Von Strehlen liegen zwei Unterschalen, welche die äussere und innere Fläche zeigen, und ein ge- 
schlossenes Exemplar mit beiden Schalen vor. Ein wesentlicher Unterschied mit den Exemplaren von 
Rügen und Möen ist daran nicht zu erkennen. Sie sind so treu, als es ihr Zustand erlaubt, hier abge- 
bildet worden. 


ug 


Vorkommen. Im Plänerkalke von Strehlen in Sachsen, Oppeln in Schlesien (F. Römer), Hundorf 
Böhmen, wahrscheinlich in der Kreide mit Belemnites quadratus von Schwichelt bei Peine (U. Schloenbach) 
und in der oberen Kreide von Rügen und Möen. 


2. Ordn. Peleeypoda (Beilfüsser). Conchiferen, Bivalven (Zweischalige Muscheln). 


l. Fam. Ostracidae — 1. 8. 174. 
Ostrea Lam. Auster. — 1. S. 174. 


1. ©. semiplana Sow. — II, Taf. 8. Fig. 8—11. 13. 


1822. Ostrea — Mantell, Geol. of. Sussex p. 207, Pl. 25, fig. 4. 

1825. O. semiplana Sowerby, Min. Conch. Pl. 489, fig. 1, 2. 

1827. O. flabelliformis Nilsson, Petr. Suec. p. 31, Tab. 6, fig. 4. 

1834. O. flabelliformis, O. suleata u. O. armata Goldfuss, Petr. Germ. II, p. 12, 13, Taf. 76, fig. 1—2. 

1837. O. flabelliformis Hisinger, Leth. Suec. p. 48, Taf. 14, fig. 1. 

1839. Desgl. Gein. Char. I, p. 19. 

1841. O0. flabelliformis, O. sulcata u. O. armata A. Römer, nordd. Kreideg. p. 45, 46. 

1843. O. macroptera u. O. sulcata Gein. Kieslingswalda, p. 17, Taf. 3, fig. 22—24. 

1843. O. semiplana A’Orbigny, Pal. franc. terr. cret. III, p. 747, Pl. 488, fig. 4, 5. 

1846. O. sulcata u. O. flabelliformis Reuss, böhm.. Kreidef. II, p. 39, Taf. 28, fig. 2--4, 8, 16; Taf. 29, fig. 19, 20. 

1849—1850. O, semiplana Gein. Quad. Deutschl. p. 198. 

1850. Desel. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II, p. 256. 

1863. O. sulcata Kunth in d. Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. p. 732. 

1868. Desgl. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königreichs Bayern, II, 1, p. 758 und in Abh. d. k. bayer. Ak. II. Cl. 

X. Bd. 2, Abth. p. 60. 

Die Schale ist rundlich oder oval-dreiseitig und mit sparsamen dicken, gerundeten wellenförmigen 
Falten bedeckt, welche schief nach dem Rande laufen. Beide Schalen sind ziemlich gleichartig und meist 
von einer weit dünneren Beschaffenheit, als bei O. dilwviana, der sie zuweilen ähnlich werden, 

Sie unterscheiden sich jedoch durch den Mangel einer Rückenbiegung und durch stumpfere Falten 
von ihr. Häufig ist die obere Schale mit einem meist glatten dicken Längswulste versehen (II. Taf. 8. Fig. 
8. 10). Die dreieckige Bandgrube ist gerade gestreckt oder nur wenig schief, der Muskeleindruck liegt in 
der Mitte der vorderen Hälfte der Schale. 

Vorkommen. Schon im unteren Quadersandsteine von Rippien und im unteren Pläner von Plauen 
begegnet man Steinkernen, die sich an diese Art anschliessen mögen; mit Sicherheit ist sie jedoch in dem 
Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla nachgewiesen, wo sie gegen 4 cm. Grösse erreicht. Auch kommt 
sie schon in dem turonen Grünsande von Gross-Cotta sowohl an der dortigen Ziegelei als in dem Garten 
des Rittergutes vor, wo sie Frau von Burchardi gesammelt hat. 

Ebenso fand sie Reuss in dem Quader von Zloseyn, in dem Exogyrensandsteine von Malnitz und 
Drahomischel, im unteren Pläner von Bilin, im Plänerkalke von Hundorf und im oberen Plänermergel von 
Priesen in Böhmen; nach Kunth finden sich zahlreiche Exemplare in dem Pläner am Bober bei Lähn; 
Gümbel erkannte sie in den Kagerhöh-Schichten seines turonen Mittelpläner Bayerns; sie ist sehr häufig in 


den unteren senonen Mergeln am Salzberg bei Quedlinburg, an der Klus bei Halberstadt, bei Ilseburg, 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 2. 5 


nee 


Gehrden bei Hannover, Coesfeld, Dülmen und Osterfeld in Westphalen, in dem jüngeren Grünsande von 
Essen, kommt in dem Grünsande von Kieslingswalda im Glatzischen, in dem Kreidemergel von Nagorzany 
bei Lemberg, in der oberen Kreide von Rügen, Schonen, Norfolk in England und Epernay in Frankreich vor. 


Ihre nächste Verwandte in Südindien dürfte O. Arcotensis Stoliezka (l. e. p. 471, Pl. 43, fig. 3—7) 
aus der Arrialoorgruppe sein. 


2. 0. frons Park. — II., Taf. 8. Fig. 12. 


1799. Gryphites Faujas, Hist. nat. de la montagne de St. Pierre de Maestricht, p. 151, Pl. 24, fig. 1, 2. 

1811. O. frons vel folium Parkinson, Organic Remains II. p. 217, Pl. 15, fig. 4. 

1822. O. carinata Sowerby, Min. Conch. Pl. 365 (seq. d’Orbigny). 

1827. O. diluviana Nilsson, Petr. Suec., p. 82. Tab. 6, fig. 1, 2. 

1834. O. prionota und O. serrata Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 10, Taf. 74, fig. 8, 9. 

1835. O. serrata und O. carinata Brongniart, Envir. de Paris, 3. ed., p. 625, Pl. k, fig. 10, 11. 

1841. O. serrata A. Römer, nordd. Kreideg. p. 45. 

1843. ©. Frons d’Orbigny, Pal. fr. terr. eret. III. p. 733. Pl. 483. 

1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 196. 

1850. Desgl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 255. 

1868. Ostrea Eggerti Gümbel, geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. 1, p. 768, fig. 8. 

1871. O. pectinata Stoliezka, Cret. Fauna of South. India, Pelecypoda, p. 469, Pl. 48, fig. 1, 2. 

Diese mit ©. carinata nahe verwandte Form ist ähnlich gekrümmt, unterscheidet sich von ihr 
jedoch durch das Fehlen oder die nur sehr geringe Entwickelung einer flügelartigen Ausbreitung in der 
Nähe des Wirbels; ihre Schale ist ferner weniger comprimirt als bei jener, so dass der Rücken weniger 
scharf von den Seiten geschieden wird. Ihre Falten sind relativ stärker und daher in geringerer Anzahl 
vorhanden; sie entspringen in der Mitte des Rückens und laufen unter spitzwinkeliger Theilung oft in 
weiten Bogen nach dem Rande. 


Vorkommen. Im sächsischen Elbthale begegnet man dieser Art zuweilen im Plänerkalke von 
Strehlen; aus dem senonen Mergel des Marterberges bei Passau beschrieb sie Gümbel als ©. Eggerti. 


O0. Frons bezeichnet vorzugsweise die senonen Kreideschichten von England, Frankreich und 
Maestricht, sowie die bei Balsberg, Kjugestrand, Mörby und Carlshamn in Schonen. Es ist indess I. S. 177 
bereits bemerkt worden, dass sich auch im cenomanen Grünsande von Essen Varietäten der 0. diluviana 
vorfinden, die einen Uebergang zu 0. Frons zu vermitteln scheinen. 


3. 0. Hippopodium Nilsson. — IL, S. 177. Taf. 39. Fig. 12—27; Taf. 40. Fig. 1—3; II., Taf. 8. 
Fig. 5—7. 
4. 0. (Exogyra) lateralis Nilss. — I, S. 179. Taf. 41. Fig. 28—35; IL, Taf. 8. Fig. 15-17. 


5. O0. (Exogyra) coönica Sow. sp. — IL, S. 183. Taf. 40. Fig. S—13; U, Taf. 8. Fig. 14. 


Anomia L. 1757. 
A. subtruncata d’Orb. — IL, Taf. 8. Fig. 22. 23. 


1842. A. truncata Gein. Char. III. p. 87, Taf. 19, fig. 4, 5 (nicht Linne). 

1846. Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 45 z. Th., Taf. 31, fig. 13. 
1849—1850. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 206. 

1850. A. subtruncata d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 171. 

1868. A. truncata Gümbel, geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. 1. 


u a 


Die überaus dünnen Schalen sind fast kreisrund, flach oder gleichmässig flach gewölbt und an ihrem 
Schlossrande etwas abgestutzt. Der kleine, oft kaum erhobene Wirbel liegt in der Mitte des Schlossrandes 
und erreicht diesen kaum. Wohl erhaltene Schalen lassen keine Oeffnung an dieser Stelle wahrnehmen, 
und wo sich dieselbe einmal zeigt, scheint sie zufällig durch Ablösung der Schale entstanden zu sein. 


Die ganze Oberfläche ist mit feinen concentrischen Linien bedeckt, die sich zu unregelmässigen 
wulstförmigen Anwachsringen gruppiren. An älteren Exemplaren nimmt man dazwischen auch feine aus- 
strahlende Linien wahr, welche in der Nähe des Wirbels und den jüngeren Exemplaren stets fehlen, wo sie 
vorhanden sind, sich aber auch auf den Steinkernen zeigen. 


Vorkommen. Bis 3 cm. gross in dem Plänerkalke von Strehlen, von wo 6 wohlerhaltene 
Exemplare vorliegen; seltener in dem Mittelpläner von Priessnitz an der Elbe und in dem oberturonen 
Pläner. von Krietzschwitz bei Pirna, sowie in Quader und Quadermergel bei Kreibitz in Böhmen. 


Unter den von Reuss a. a. O. abgebildeten Exemplaren gehört wahrscheinlich nur Taf. 31, fig. 13 
aus dem oberen Plänermergel von Luschitz zu dieser Art, während Taf. 31, fig. 14 eher mit A. semiglobosa 
Gein. (Quad. Deutsch. Taf. 11, fig. 6—9) zu vereinigen sein wird. 


Fam. Spondylidae. 


Spondylus Klein, 1753; L. 1757 (seqg. Stoliezka). — I. S. 186. 
1. Sp. spinosus Sow. sp. — IL, Taf. 9. fig. 1—3. 


1814. Plagiostoma spinosum Sowerby, Min. Conch. Pl. 78. 

1820. Pectinites aculeatus Schlotheim, Petrefactenkunde, p. 228. 

1822. Plagiostoma spinosa Mantell, Geol. of Sussex, p. 203, Tab. 26, fig. 11. 

1835. Desgl. Brongniart, deser. des env. de Paris, 3. &d., p. 36, 151, Pl. L, fig. 2. 
1834—1840. Sp. spinosus und Sp. duplicatus Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 95, Taf. 105, fig. 5, 6. 
1839—1842. Desgl. Gein. Char. p. 24, 25, XV. 

1841. Desgl. A. Römer, nordd. Kreideg. p. 58. 

1843. Sp. spinosus d’Orbigny, Pal. france. terr. cret. III. p. 673, Pl. 461, fig. 1—4. 

1846. Desgl. Gein. Grundr. p. 474. 

1846. Desgl. Reuss, böhm. Kr. II. p. 36. 

1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 196. 

1850. Desgl. d’Orbigny, Prod. de Pal. I. p. 254. 

1851—1852. Desgl. Bronn, Leth. geogn. V. p. 280, Taf. 32, fig. 6. 
1868. Desgl. Gümbel in geogn. Beschr. d. Kön. Bayern II. 1, p. 758 und in Abh, d. kön. bayer. Ak. II. C]. 
X. Bd. 2. Abth., p. 61. 
1870. Desgl. F. Römer, Geol. v. Oberschles., p. 315, Taf. 34, fig. 11. 


Schalen fast gleichklappig und stark gewölbt, oval bis kreisrund — oval, fast gleichseitig, mit vor- 
stehenden Wirbeln — und auf ihrer Oberfläche mit ca. 30 gerundeten starken Längsrippen bedeckt, welche 
entweder einfach und gleichstark (Sp. spinosus Goldf.), oder theilweise gespalten sind (Sp. duplieatus Goldf.). 
Die Zwischenräume neben den Rippen sind tief und schmal. 


An beiden Schalen sind stumpfwinkelige, glatte Ohren von den Seitenkanten der Schale deutlich 
geschieden. Auf vielen Rippen der Unterschale entspringen lange kräftige Stacheln, deren äussere Seite ge- 
wölbt ist, während ihre innere Seite rinnenartig vertieft ist, was der Entstehungweise solcher Stacheln aus 
den Anwachsblättern der Schale entspricht. Die obere Schale ist davon frei. Häufig 5—6 cm. gross. . 


ea 


Vorkommen. Es ist ein ausgezeichnetes Leitfossil für den eigentlichen oberen Plänerkalk 
oder von Strombeck’s Scaphiten-Schichten von Strehlen, Weinböhla und Kritzschwitz. Ebenso bezeichnend 
ist er für diese Schichten bei Oppeln in Oberschlesien, Teplitz, Hundorf, Mariaschein u. s. w. in Böhmen, 
Buchleitner bei Söldenau in Bayern, Quedlinburg, Halberstadt, Goslar, Langelsheim im Harz und in anderen 
Gegenden des nordwestlichen Deutschlands, sowie auch in dem zweiten turonen Grünsande von Neu-Cöln 
bei Essen. 

Ausser Deutschland findet man ihn in der weissen Kreide von Kent und der Insel Wight sehr ver- 
breitet, sowie nach d’Orbigny in der weissen Kreide von Meudon bei Paris, Sens (Yonne), Fecamp (Seine- 
Inf.), Malle bei Grasse (Var), Soulatge und Sougragne (Aude), und in einem Kieselkalke von St. Denis 
bei Mons. 

Der früher mit Sp. spinosus verwechselte Sp. armatus Goldf., der in dem senonen Kreidemergel 
von Osterfeld bei Essen vorkommt, unterscheidet sich leicht durch eine geringere Anzahl (gegen 20) stärkerer 
und höherer Rippen, an welchen sich auf der Unterschale ähnliche Stacheln befinden, wie bei Sp. spinosus. 
Ausserdem sind die Rippen von beiden Schalen in der Nähe des Wirbels mit kleinen stacheligen Höckern 
besetzt, ferner bemerkt man an beiden Seiten seiner Rippen eine erhabene, oft spitzhöckerige Linie. 
A. Römer’s Angabe l. c. p. 59, dass Sp. armatus aus dem Hilsconglomerate von Essen stamme, beruht 
auf einem Irrthum. 

2. Sp. latus Sow. sp. — L, S. 187. Taf. 42. Fig. 4—6; Il, Taf. 8. Fig. 18—21. 


Plicatula Lam. 

1. P. nodosa Duj. — II., Tai. 9: Fig. 5. 

1837. Dujardin, Mm. Soc. G6ol. de France t. 2, p. 228, Pl. 15, fig. 14 (seq. d’Orbigny). 

1846. P. pectinoides Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 37, Taf. 31, fig. 16, 17 (nicht Sowerby, Min. Conch. Pl. 409, 

fig. 1—4). 

1850. P. nodosa d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 254. 

Bei ovalem Umfange ist die Unterschale gewölbt und in der Nähe ihres Wirbels durch die An- 
heftestelle schief abgestutzt; die Oberschale ist mit Ausnahme ihres sich etwas emporrichtenden Wirbels 
flach. Ihre Oberfläche ist mit ausstrahlenden Rippen versehen, welche sich nach dem Rande hin unter 
unregelmässiger Spaltung vermehren. Sie erscheinen durch feine Anwachslinien zum Theil etwas knotig 
und werden von wenigen unregelmässigen Anwachsringen unterbrochen. 

Pl. pectionides Sow. Pl. 409, fig. 4 (obere Figur) aus dem-Gault unterscheidet sich durch ihre ge- 
krümmte Form, Pl. inflata und Pl. spinosa Mantell aus turonen Schichten durch ihre bestachelten Rippen. 

Unter den südindischen Arten tritt ihr Pl. instabilis Stoliczka nahe, welche der Arrialoor- 
Gruppe angehört. 

Vorkommen. Selten im Plänerkalke von Strehlen, bis 6 mm. gross. Nach Reuss im Plänerkalke 
und im Pyropensande von Trziblitz und im Plänermergel von Weberschan; nach d’Orbigny in der Kreide 
von Tours. 

2. Pl. granulata Gein. — II, Taf. 9. Fig. 4. 

Die ganze Unterschale der nur 6 mm. grossen Muschel ist auf Micraster cor testudinarium aufge- 
wachsen; die Oberschale ist schief-oval und an dem stumpfwinkeligen Schlossrande abgestutzt, über welchem 
der kleine Wirbel nur wenig vorragt. Sie ist grösstentheils gewölbt und dicht mit kleinen rundlichen 
Körnern besetzt, während sie an ihrem äusseren Rande etwas eingesenkt und strahlenförmig gerippt ist. 

Vorkommen. Selten im Plänerkalke von Strehlen. 


Fam. Pectinidae — 1. S. 190. 
Pecten Klein, 1753. — I. S. 190. 


1. P. Nilssoni Goldf. — Il., Taf. 9. Fig. 15—18. 


1827. P. orbicularis Nilsson, Petr. Suec., p. 23, Tab. 10, fig. 12. 
1834. P. Nilssoni Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 76, Taf. 99, fig. 8. 
1837. Hisinger, Leth. Suec., p. 52, Tab. 17, fig. 5. 
1839. Gein. Char. I. p. 23. 
1841. P. Nilssoni und P. spathulatus A. Römer, nordd. Kreideg., p. 50, Taf. 8, fig. 5. 
1842. P. Nilssoni und P. spathulatus von Hagenow in Leonh. n. Jahrb., p. 553 und 554. 
1843. d’Orbigny, Pal. fr. terr. cröt. III. p. 616, Pl. 439, fig. 12—14. 
1846. Gein. Grundr., p. 468. 
Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 26, Taf. 39, fig. 1—3. 
1849. Gein. Quad. Deutschl., p. 178. 
1850. d’Orbigny, Prod. de Pal. II, p. 251. 
1866. P. membranaceus Zittel, die Bivalven der Gosaugebilde in den nordöstlichen Alpen (Denkschr. d. K. Ak. d. 
Wiss. in Wien), p. 107 (31) z. Th., Taf. 17, fig. 3. 
1868. Gümbel, geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, 1. 1, p. 756. 
1870. F. Römer, Geol. von Oberschlesien, p. 343. 


Die Schale ist ebenso dünn, glatt, glänzend und selbst noch flacher gewölbt als bei P. membranaceus 
Nilss. (I. S. 191). Sie gleicht meist einem grossen Kreisabschnitte, über welchem sich die Seitenkanten 
sehr stumpfwinkelig vereinen, und nähert sich zuweilen selbst einem Halbkreise. Anderseits findet man sie 
auch weit länger gestreckt als gewöhnlich und solche Abänderungen sind P. spathulatus A. Röm. und 
Zittel’s Abbildung von P. membranaceus (l. c. Taf. 17, fig. 3). 


Die Ohren sind fast gleich gross, meist etwas stumpfwinkelig, an der unteren Schale oft an den 
Ecken gerundet und in die Höhe gezogen, so dass sie am Schlossrande einen stumpfen einspringenden 
Winkel bilden; die Einbuchtung an der Basis des vorderen Ohres dieser Schale ist meist gering. Der 
wesentliche Unterschied dieser Art von dem nahe verwandten P. membranaceus Nilss. liegt in dem sehr 
stumpfen Winkel, unter welchem die Seitenkanten an dem Wirbel zusammenstossen. 


Vorkommen. In Sachsen treffen wir diese Art in dem Mittelpläner von Nieder-Wartha an der 
Elbe, am häufigsten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, auch liegen Exemplare von ihr aus dem 
Plänermergel des Wesenitzgrundes bei Pirna vor. F. Römer citirt sie aus turonem Kreidemergel von der 
rothen Mühle bei Bladen in Oberschlesien, sie kommt auch im Kreidemergel von Nagorzany bei Lemberg 
vor, Reuss fand sie in dem oberen Plänermergel von Luschitz in Böhmen, Gümbel in den senonen Mergeln 
des Marterberges bei Passau, Zittel in den Gosaugebilden der nordöstlichen Alpen, sie ist häufig in der 
oberen Kreide von Rügen und Möen, bei Köpinge in Schonen, in der Tuffkreide von Maestricht und nach 
d’Orbigny in senonen Schichten Frankreichs, wie Birac (Dordogne) und Cambrai (Nord). 


2. P. membranaceus Nilss. — I. S. 191. 

3. P. laevis Nilss. — L, S. 192. 

4. P. curvatus Gein. — IL, 8. 193. Taf. 43. Fig. 15; I, Taf. 10. Fig. 1. 
5. P. pulchellus Nilss. — II., Taf. 10. Fig. 2—4. 


De al 


27. P. pulchellus und P. lineatus Nilsson, Petr. Suecana, p. 22, Tab. 9, fig. 12, 13. 

1835. Goldiuss, Petr. Germ. II. p. 51, Taf. 91, fig. 9. 
37. Hisiuger, Leth. suec., p. 51, Tab. 16, fig. 9. 

849. Gein. Quad. Deutschl., p. 184 z. Th. 

1870. Schlüter in Leonh. Jahrb., p. 936. 


Eine sehr kleine Art von fast kreisrundem Umriss. Die Unterschale ist schwach - bauchig gewölbt 
und besitzt einen stumpfwinkeligen Wirbel. Ihre Oberfläche ist mit 20—26 stumpfen Längsrippen bedeckt, 
die sich theilweis mehr oder minder deutlich spalten und durch schmälere Zwischenfurchen getrennt sind. 
Man erkennt auf ihnen sehr deutlich concentrische Anwachslinien, in der Nähe des Randes aber erhalten 
sie eine schiefe Längsstreifung (Fig. 2a). Das kleinere hintere Ohr ist stumpfwinkelig, das weit breitere 
vordere Ohr an seiner Basis ausgeschnitten. Auf beiden zeigen sich ausstrahlende Linien. Nach Schlüter 
ist P. lineatus Nilss. nur die obere oder linke Schale des P. pulchellus. 

Vorkommen. Bis 1 cm. gross selten im Plänerkalke von Strehlen. Nach Goldfuss im Kreide- 
mergel von Coesfeld in Westphalen, ferner in der oberen Kreide von Belgien (nach Dewalque), Rügen und 
in senonen Gebilden von Balsberg, Ignaberga, Kjugestrand, Mörby und Köpinge in Schonen. 

6. P. cretosus Defrance, 1821. — I., Taf. 10. Fig. 5. 6. 

1822. P. nitida\ Mantell, Geol. of Sussex, p. 202, Pl. 26, fig. 1, 4, 9. 

1835. Brongniart, deser. g&ol. des env. de Paris, 3. &d., p. 36, Pl. K, fig. 7. 

1841. P. nitidus A. Römer, Nordd. Kreideg., p. 52 z. Th. 

1843. d’Orbigny, Pal. franc. terr. er&t. IH. p. 617, Pl. 440, fig. 1—7. 

1845. P. undulatus d’Orbigny, G60]. de Russie d’Europe, p. 490, Pl. 43, fig. 8-10. 

1846. P. nitidus Beuss, böhm, Kreidef, II p. 28. 

1849. Gein. Quad. Deutschl., p. 182. 

1850. P. subinterstriatus Sowerby in Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, p. 356, Pl. 28, fig. 19, 

d’Orbigny, Prod. de Pal. II. p. 251. 

1868. Gümbel, geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1, p. 756. 

Die ovale Schale, deren etwas wechselnde Breite von der Bänge stets übertroffen wird, ist sehr 
niedergedrückt, besonders die untere oder rechte Klappe, welche fast flach ist. Die hinteren Ohren sind 
klein und stumpfwinkelig, das grössere vordere Ohr ist rechtwinkelig und an der unteren Schale ähnlich aus- 
gebuchtet, wie bei P. Rotomagensis. Die Schalenoberfläche ist mit gedrängt liegenden ausstrahlenden Linien 
oder Streifen bedeckt, die sich durch Zwischenlagerung neuer nach dem äusseren Rande hin bedeutend ver- 
mehren und durch gedrängte Anwachslinien wellenförmig gekerbt erscheinen, auf den Ohren bemerkt man 
einige ausstrahlende Linien (Fig. 5 und 5a). 

Auf der inneren Fläche der Schale (Fig. 6) oder auf Steinkernen zeigen sich nur da Eindrücke 
oder Abdrücke von abwechselnd stärkeren und schwächeren Linien, ähnlich wie an den entsprechenden 
Formen des P. elongatus im unteren Pläner. Dass die Rippen der einen Schale auch äusserlich durchaus 
glatt wären, wie Agassiz bei P. nitidus Sow. bemerkt, !) kann ich für P. cretosus, den er damit vereinigt 
hat, nicht bestätigen, vielmehr weist P. nitidus Sow. (Min. Conch. Pl. 394, Fig. 1) durch ziemlich gleich 
starke, von einander entfernt liegende leistenförmige Rippen wesentlich von P. cretosus ab. 


Von P. serratus Nilss. (Petr. Suec. Taf. 9, Fig. 9), womit man vielleicht auch P. undulatus Nilss. 
(Petr. Suec. Tab. 10, Fig. 10, — nicht Taf. 9, Fig. 10) vereinen kann, unterscheidet sich P. eretosus durch 


!) Agassiz in Gross-Britanniens Mineral-ConchoJogie. Neuchatel, 1837, p. 417. 


a 


eine meist breitere Schale, etwas kürzere Seitenkanten und die fast flache Beschaffenheit der Unterschale. 
Durch die grosse Anzahl ihrer Längsstreifen und wellenförmige Granulirung derseiben stehen sich beide 
Arten übrigens sehr nahe, weit näher als P. serratus und P. hispidus. 

Vorkommen. Nicht selten im Plänerkalhe von Strehlen und Weinböhla in Sachsen, Hundorf in 
Böhmen, in der Kreide von Lewes und Brighton in England, in der senonen Kreide von Frankreich bei 
Chavot, Maney, Sezanne, Reims, St. Gervais de Blois, Meudon, im Kreidemergel von Lemförde, Haldem in 
Westphalen, Ilseburg im Harz, Nagorzany bei Lemberg, in den ober-turonen Kagerhöhschichten Bayern’s, in 
der Kreide von Möen und wahrscheinlich von Schonen, sowie von Simbirsk. 

7. P. undulatus? Nilss,, Goldf. — IL, Taf. 10. Fig. 7. 

1827. Nilsson, Petr. Suec., p. 21, Taf. 9, fig. 10 (nicht Taf. 10, fig. 10). 

1834. Goldfuss, Petr. Germ. II, p. 50, Taf. 91, fig. 7. 

1837. Hisinger, Leth. Suee., p. 51, Taf. 16, fig. 7. 

1819. Gein. Quad. Deutschl., p. 182. 

Unter P. undulatus hat Nilsson zwei verschiedene Arten vereinigt, von welchen Tab. 10, fig. 10 
zu P. cretosus gehören mag, während Tab. 9, fig. 10 den Namen P. undulatus behalten kann. Letztere ist 
ziemlich kreisrund, fast eben so breit wie lang, und besitzt einen stumpfwinkeligen Wirbel. Ihre Ohren 
haben eine ähnliche Form wie die von P. eretosus, doch scheint ihre Structur davon abzuweichen, wie dies 
die Vergrösserung auf Taf. 10, fig. 7a zeigt. Die Oberfläche der Schale ist mit ungleichen flachen Rippen 
oder Streifen bedeckt, die sehr nahe aneinander liegen und durch unregelmässige feine Anwachslinien etwas 
wellenförmig erscheinen, doch keineswegs so regelmässig granulirt, wie bei P. cretosus. 

Beschreibung und Abbildung bei Goldfuss verbinden das von Nilsson beschriebene Exemplar mit dem 
hier von Strehlen abgebildeten, an dessen Seitenrande man noch zwischen einzelnen Längsrippen jene zarte, 
gedrängte diagonale Streifung wahrnimmt (Fig. 7b), welche Goldfuss für P. undulatus ausdrücklich hervor- 
hebt. Sowohl hierdurch, als durch ihre ganze Form, ist P. undulatus am nächsten mit P. Rotomagensis 
d’Orb. im unteren Pläner verwandt, unterscheidet sich aber von dem letzteren durch seine etwas breitere 
Schale und durch einen stumpfwinkeligen Wirbel. 


Vorkommen. Selten im Plänerkalke von Strehlen, nach Goldfuss in dem glaukonitischen Kreide- 
mergel von Haldem in Westphalen, nach Nilsson in den senonen Ablagerungen von Schonen. 2 

8. P. decemcostatus Münster. — II, Taf. 10. Fig. 8. 9. 

1834. Goldfuss, Petr. Germ. HI. p. 53, Taf. 92, fig. 2. 

1846. Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 28, Taf. 39, fig. 14. 

1849. Gein. Quad. Deutschl., p. 184. 

1850. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 169. 

1868. Gümbel, geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1, p. 725, 744, 757. 

Schale sehr flach gewölbt und fast kreisförmig, mit einem mittelständigen Wirbel, der von den 
beiden ziemlich gleich langen Seitenkanten fast rechtwinkelig umschlossen wird. Das grosse hintere Ohr ist 
spitzwinkelig, das vordere, nur wenig breitere Ohr rechtwinkelig und bei der Unterschale an seiner Basis 
ausgebuchtet (Fig. 9). Sie erscheinen an unseren Steinkernen glatt. Die Oberfläche der Schale ist mit 10 
gleich breiten, gewölbten, glatten Längsrippen besetzt, deren Rand scharf begrenzt wird und deren wenig 
breitere Zwischenräume flach sind. An jungen Exemplaren ist ein Paar Rippen weniger vorhanden. Wir 
hatten bisher gehofft, diese Art auf Steinkerne des P. Dujardini zurückführen zu können, doch hat sich 
diese Vermuthung noch nicht bestätigt. 


ee 


Man kann auch Pecten sp. in Mantell, Geol. of Sussex, 1822, p. 203, Pl. 25, fig. 6 aus der oberen Kreide von Lewes 
damit vergleichen, wenn man an dieser Art auch 11 Rippen zählt, d’Orbigny hat es (Pal. fr. terr. eret. III, 619, Pl. 440, 
fig. 8—11) mit unter als ?. Mantellianus aufgenommen. 

Vorkommen. Vereinzelt im Mittelquader von Rottwernsdorf und Gross-Cotta, nach Goldfuss im 
Quader der Gegend von Schandau, nach Reuss im Exogyrensandsteine von Malnitz in Böhmen, nach 
Gümbel in den mittelturonen Winzerbergschichten und den senonen Marterbergschichten in Bayern. 


9. P. Dujardini A. Röm. — I. Taf. 19. Fig. 10—13. 


1834. P. ternatus Mün., Goldf. Petr. Germ. II. p. 52, Taf. 91, fig. 13. 

1841. P. Dujardini und P. ternatus A. Römer, Nordd. Kreideg., p. 53. 

1842. P. ternatus und P. squamifer Gein. Char. III. p. 85, Taf. 21, fie. 5. 

1843. d’Orbigny, Pal. franc. terr. eret. II. p. 615, Pl. 439, fig. 5—11. 

1846. P. Dujardini und P. rarispinus Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 30, 31, Taf. 39, fig. 15, 17. 

1849. P. Dujardini, P. rarispinus und P. squamifer Gein. Quad. Deutschl., p. 184 (excl. P. decemcostatus). 

1850. P. Diujardini und P. rarispinus d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 251, 252. 

1868. P. Dujardini und P. squamifer Gümbel, geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1, p. 757. 

1870. F. Römer, Gcol. v. Oberschl., p. 340, Taf. 29, fig. 2; Taf. 37, fig. 5. 

Schalen fast kreisrund und sehr flach gewölbt, mit einem wenig vor der Mitte liegenden Wirbel, 
dessen Seitenkanten fast rechtwinkelig zusammenstossen. Das hintere Ohr ist rechtwinkelig, das vordere, 
kaum breitere ist an der Unterschale an seiner Basis ausgeschnitten, beide Ohren sind strahlig linüirt. Auf 
der Oberfläche der Schalen finden sich 9—11 starke ausstrahlende Rippen, deren jede regelmässig drei- 
spaltig ist, wobei die mittlere Falte einen Kiel bildet. 


In den gleichbreiten flachen Zwischenräumen pflegen sich 3 ähnliche Falten, wie auf den Rippen, 
einzulagern. An Steinkernen des Quadersandsteines sind dieselben meist verschwunden (P. ternatus Mün.). 
Auf die Anwesenheit von 3 Falten, statt. 1—2, in den Zwischenräumen, war P. squamifer Gein. unter- 
schieden worden, den man nach späteren Beobachtungen von Reuss und d’Orbigny wieder einziehen muss, 
da die Zahl 3 die normale, eine geringe Zahl nur zufällig ist. Ueber sämmtliche Falten und Zwischen- 
Yäume laufen gedrängte wellenföormige Anwachslinien hinweg. Zuweilen ist der mittlere Kiel der Rippen 
durch einzelne Anwachsringe ziegelschuppig erhoben, welchen Zustand Reuss als P. rarispinus unterschieden 
hat (Taf. 10, Fig. 13). Gewöhnliche Grösse 2—3 cm. 


Vorkommen. Das Auftreten dieser Art beginnt in Sachsen mit dem Mittelquader von Rott- 
wernsdorf und Gross-Cotta und dem gleichalterigen Sandsteine von Oberkirchleithen bei Königstein, wo sie 
in den unteren Bänken mehrfach getroffen wird. Sie ist nicht selten im Plänerkalke von Strehlen und 
Weinböhla und fehlt nicht in den ihm entsprechenden Schichten des oberen Pläners bei Kritzschwitz unweit 
Pirna. Reuss beschrieb sie aus dem mittleren Pläner von Trziblitz, Hradek, Schelkowitz, Laun und dem 
oberen Plänermergel von Priesen in Böhmen, F. Römer aus Plänersandstein von Cudowa in der Grafschaft 
Glatz und dem Pläner von Oppeln in Oberschlesien. Gümbel traf sie in den oberturonen Kagerhöhschichten 
und senonen Marterbergschichten Bayerns, man kennt sie aus dem senonen Quadermergel von Quedlinburg 
und Ilseburg, sowie aus der senonen Kreide von Tours (Indre-et-Loire), Royan, Saintes (Charente-Inf.), 
Montignac, Colombier (Dordogne), Cognac (Charente) und Cambrai (Nord) in Frankreich. 


Vola Klein, 1753. (Janira Schumacher, 1817, Neithea Drouet, 1824). — 1. S. 199. 
1. V. quinquecostata Sow. sp. — I, 8. 201. Taf. 45. Fig. 8. 9; IL, Taf. 10. Fig. 17. 18. 


3. V. quadricostata Sow. sp. — Il., Taf. 10. Fig. 14—16. 


1814. Pecten quadricostatus Sowerby, Min. Conch. Pl. 56, fig. 1, 2. 
1834. Desgl. Goldfuss, Petr. Germ. II., p. 54, Taf. 92, fig. 7. 
1839. Desgl. Gein. Char. I., p. 22. 
1841. Desgl. A. Römer, Nordd. Kreideg., p. 54. 
1843. Desgl. Gein. Kieslingsw., p. 16, Taf. 3, fig. 14, 15. 
Janira quadricostata d’Orbigny, Pal. fr. terr. eret. III, p. 644, Pl. 447. 
1846. P. quadricostatus Gein. Grundr., p. 469. 
P. versicostatus Reuss, böhm. Kreidef. II., p. 31 z. Th. 
1850. Janira Geinitzii und J. quadricosiota d’Orbigny, Prod. de Pal. II., p. 197, 253. 
1851—1852. Neithea quadricostata Bronn, Leth. geogn. V., p. 277, Taf. 30, fig. 16. 
1863. Pecten quadricostatus Kunth in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges., p. 725. 
1865. Janira quadricostata Briart & Cornet, descr. min., geol. et pal. de la Meule de Bracquegnics (Mem. de 
l’Ac. belg. T. 34), p. 48, Pl. 4, fig. 21, 22. 
1866. Desgl. Zittel, die Bivalven der Gosaugebilde in den nordöstl. Alpen (Denkschr. d. k. k. Ak. in Wien, Bd. XXV) 
p. 115 (39), Taf. 18, fig. 4. 
1868. P. quadricostatus Gümbel, geogn. Beschr. d. Kön. Bayern II. 1, p. 757. 
1871. Vola quinguecostata Stoliezka, Pal. Ind., Cret. Fauna, III., Pelecypoda, p. 437 z. Th. 


Von der allgemeinen Form der Vola aequicostata und V. quinguecostata, also von ovaldreiseitigem 
Umriss und fast gleichseitig, mit hochgewölbter Unterschale und flacher, oder etwas concaver Oberschale, 
mit mehr oder minder grossen, meist spitzwinkeligen Ohren, welche mit ausstrahlenden Linien bedeckt sind, 
unterscheidet sich diese Art durch 3 kleinere Rippen zwischen je einem Paare der unter den Längsrippen 
hervortretenden 6 grösseren. Die mittlere dieser 3 Rippen ist in der Regel etwas stärker als die 2 seit- 
lichen. An einigen der 6 grösseren Rippen tritt zuweilen eine Längsspaltung ein, in welchem Falle man, 
besonders an Steinkernen des oberen Quadersandsteines, einen Uebergang nach V. guinguecostata annehmen 
möchte, anderseits wird an schmäleren Exemplaren eine der 3 Zwischenrippen undeutlich oder verschwindet 
auch ganz (zuweilen im Grünsandsteine von Kieslingswalda und in den Gosaugebilden der nordöstlichen 
Alpen), was zu Verwechselungen mit V. alpina d’Orb. sp. ‘) Veranlassung geben kann. 

Ueber sämmtliche, auf ihrem Rücken flach-gerundete Rippen und schwach concave Zwischenfurchen 
die auf der Unterschale etwas schmäler, auf der Oberschale stets breiter als die Rippen sind, laufen ge- 
drängte, wellenförmige Anwachslinien hinweg. Briart und Cornet vermuthen, dass unter V. quadricostata 
9 Arten zu unterscheiden seien, deren eine sich durch weit grössere Ohren von der anderen unterscheiden 
soll. Wir können dieser Ansicht nicht beitreten, sondern finden, dass meist an jüngeren Exemplaren, wie 
jenen aus der Meule von Bracquegnics, die Ohren relativ grösser sind als bei älteren, so dass dieser Unter- 
schied nur auf Alterszuständen u. dgl. zu beruhen scheint. 

Vorkommen. Es liegen uns viele grosse und typische Exemplare dieser Art bis 8 cm. Länge 
und etwas geringerer Breite aus dem Grünsandsteine des unteren Quaders von Kelheim, aus dem Upper 
Greensand der Insel Wight und einer anderen Localität Englands vor, wodurch neben dem Vorkommen in 
der Meule von Bracquegnics in Belgien ihr Erscheinen in cenomanen Schichten überhaupt erwiesen ist. 
Hiermit stimmen auch die Erfahrungen von Kunth in Schlesien überein, wo diese Art aus cenomanen 
Schichten bis in die Schichten von Neu-Warthau (Salzbergmergel) hinaufreicht. Exemplare von vollkommen 
gleicher Beschaffenheit zeigen sich aber besonders häufig in dem oberen Quadermergel an der unteren 


!) d’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III, Pl. 446, fig. 4—8. 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 2. 6 


Besen 


Grenze des oberen Quaders, so in den Schichten von Kieslingswalda im Glatzischen, bei Kreibitz in Böhmen, 
bei Lückendorf in der Oberlausitz, am Salzberge bei Quedlinburg und am Luisberge bei Aachen, welche 
Localitäten überhaupt, nebst Gümb el’s Kagerhöh-Schichten in Bayern, durch ihre ganze Fauna sehr genau 
mit einander übereinstimmen. Aus dem Kieselsandsteine des oberen Quaders von Haltern in Westphalen 
liegen ebenso prächtige Exemplare vor. Ihre grosse Verbreitung in den Gosaugebilden der nordöstlichen 
Alpen hat Zittel verbürgt, kleine Exemplare von ihr zeigen sich in dem oberen Quadermergel des Marter- 
berges bei Passau. Nach Gümbel in oberturonen und senonen Schichten Bayerns. Dass aber V. quadri- 
costata bis in die obersenonen Schichten emporsteigt und in den elegantesten Formen noch in der oberen 
Kreide von Falkenberg (Fauquemont) und in der Tuffkreide von Maestricht gewöhnlich ist, beweisen neben 
den schönen Abbildungen bei Goldfuss auch die Exemplare in dem Dresdener Museum. Hierdurch erledigt 
sich eine von Dr. Cl. Schlüter, im Jahrb. f. Min. 1870, p. 937, gegebene Bemerkung gegen das von 
diesem Forscher angezweifelte Vorkommen von Pect. quadricostatus in der Mucronatenkreide, zu welcher 
bekanntlich die Kreide von Maestricht gehört. 

V. quadricostata ist eine der Arten, welchen man neben Lima canalifera etc. in dem an Ver- 
steinerungen armen oberen Quadersandsteine des Elbthales zwischen Pirna und Schandau, z. B. im neuen 
Michelschen Brunnen der Festung Königstein!) oder auf dem hohen Schneeberge bei Tetschen begegnet. 
Kann man hier mitunter auch schwanken, ob man die Steinkerne von V. quadricostata oder V. quinquecostata 
vor sich hat, welche beide schon Goldfuss aus der Gegend von Schandau citirt, so stimmt doch ein grosser 
Theil derselben mehr mit der ersteren als mit der letzteren überein, während es uns bis jetzt noch nicht 
gelungen ist, eine Vola quadricostata im unteren Quader und unteren Pläner von Sachsen nachzuweisen und 
sie selbst noch in dem Plänerkalke von Strehlen durch V. guinquecostata vertreten wird. 

Lima Deshayes. — I, S. 203. 

1. L. canalifera Goldf. — U., Taf. 9. Fig. 6—8. 

1834. Goldfuss, Petr. Germ. II, p. 89, Taf. 104, fig. 1. 

1839. Lima multicostata Gein. Char. L, p. 24, Taf. 8, fig. 3, p. XIV. (excl. Naundorf und Tunnel). 

1841. L. canalifera und L. laticosta A. Römer, nordd. Kreideg., p. 56, 57, Taf. 8, fig. 9. 

1843. L. multicostata Gein. Kieslingswalda, Taf. 6, fig. 10. 

1346. Desgl. Gein. Grundr., p. 472 (exel. untere Quader). 

1846. Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. IL, p. 34, Taf. 38, fig. 7, 8, 18. 

1849—1850. L. laticosta, A. canalifera und L. multicostata Gein. Quad. Deutschl, p. 190, 191. 

1850. Desgl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II., p. 167, 245, 249. 

1863. L. canalifera Kunth in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges., p. 726. 

1868. L. canalifera und L. multicostata Gümbel, geogn. Beschr. d. Königr. Bayern. II. 1, p. 757 und in Abh. d. 

kön. bayer. Ak. 2. Cl. X. Bd. 2. Abth., p. 62. 

Wir haben die von Kunth mit Bestimmtheit ausgesprochene Ansicht, dass Z. multicostata sich von 
L. canalifera nicht trennen lasse, schon längst getheilt und sehen uns selbst genöthigt, auch L. Tlaticosta 
Röm. darin aufgehen zu lassen. Die schief-eiförmige Schale gleicht einem grösseren oder kleineren Kreis- 
abschnitte und ist bald breiter, bald schmäler, an ihrer langen Seite gerade abgeschnitten und mit einem 
scharfen Winkel ein vertieftes lanzettförmiges Feld begrenzend, an ihrer kurzen Seite mit einem stumpf- 


!) Aus diesem durch Herrn Michel auf dem Königstein gegenwärtig geteuften neuen Brunnen erhielt ich durch 
Güte des Herrn Stabsarztes Dr. Leo d. Z. auf Königstein, am 6. Juli 1872: Vola quadricostata, Lima canalifera, Pinna sp. 
und Hemiaster sublacunosus, die ich den Sammlungen des K. Mineralogischen Museums in Dresden einverleibt habe. & 


ON 


winkeligen Ohr versehen. Sie ist gleichmässig gewölbt und fällt sehr regelmässig nach dem Rande hin ab, 
wird von regelmässigen, leistenartig erhabenen Längsrippen bedeckt, die einen flachen, theilweise einge- 
drückten Rücken besitzen und durch meist breitere flach-gerundete Zwischenräume von einander getrennt 
sind. Ueber beide laufen gedrängt-liegende Anwachslinien hinweg. Bei Steinkernen nimmt man nicht selten 
an dem stärkeren Theile der Rippen in der Nähe des Randes undeutliche Längsfurchen wahr. 

Die Anzahl der Rippen, und mit ihr die Breite derselben, ist sehr veränderlich. Bei L. laticosta 
aus dem Plänerkalke zählt man 14—18 breite Rippen, bei Z. canalifera nimmt Koldfuss 20 schmale Rippen 
als Regel an, 2. multicostata erschien mit 25—30 Rippen und manche Abänderungen besitzen deren noch 
mehr, wie schon Reuss anführt. Alle diese Abänderungen sind durch Uebergänge verbunden. 

Vorkommen. Goldfuss beschrieb diese Art zuerst aus dem oberen oder senonen Quadermergel 
des Salzberges bei Quedlinburg und dem oberen Quadersandsteine von Haltern in Westphalen, wo sie von 
Dr. Sack sowohl auf der Haard als am Annaberge gesammelt worden ist. Diese Exemplare entsprechen 
genau denen im oberen Quader des Sächsischen Elbthales. Wir besitzen sie aus dem oberen Quadersand- 
steine des hohen Schneeberges bei Tetschen, auf dessen Plateau man ihnen häufig begegnet, aus dem 
Hänel’schen Steinbruche unterhalb Krippen, aus dem Förster’schen Steinbruche der Königsteiner Commun- 
brüche, aus dem neuen Michel’schen Brunnen der Festung Königstein, von Nieder-Kirchleithen unterhalb 
Köniestein, in der Nähe der Königsnase bei Ober-Vogelsgesang und aus den Sandsteinfelsen von Neu- 
Struppen an dem Wege nach Kritzschwitz, sämmtlich an dem linken Elbufer gelegen, sowie aus dem Pläner- 
kalke von Strehlen, wo sie ziemlich selten ist. Auf dem rechten Elbufer zeigt sie sich in ihrer grössten 
Entwickelung in den Postelwitzer Steinbrüchen unterhalb Schmilka, in dem Winkler’schen Steinbruche in der 
Nähe des Lachsfanges bei Schandau, in den Ober-Kirchleithner Brüchen am Fusse des Liliensteines, in den 
Schulhainbrüchen oberhalb Rathen und an dem Eingange des Liebethaler Grundes an dem linken Ufer der 
Wesenitz, fast überall in Begleitung von Inoceramus Brongniarti, Pecten quadricostatus, Exogyra Columba, 
Hemiaster sublacunosus Gein., Spongia saxonica, Rhynchonella plicatilis ete. Sie ist eine der wenigen 
Muscheln in dem Mühlsteinguader von Johnsdorf bei Zittau, wo man sie mit Hxogyra Columba zusammen- 
trifft, und zeigt sich in dem den oberen Quader unterteufenden glauconitischen Quadermergel von Lücken- 
dorf in der Oberlausitz. 

Dem unteren cenomanen Quader oder Pläner Sachsens scheint sie zu fehlen, wiewohl Kunth sie in 
gleichaltigeren Schichten bei Lähn beobachtet zu haben scheint. Unsere früheren Angaben des Vorkommens 
der L. multicostata bei Rippchen (Char. p. 24, 28, Taf. 8, fig. 3), oder bei Kl. Naundorf und Naundorf bei 
Freiberg (Quad. Deutschl, p. 193) beruhen auf Verwechselungen der Fundorte durch ältere Sammler. 
Dagegen scheint sie nach aufgefundenen Bruchstücken dem Mittelquader des Bielaer Grundes zwischen dem 
Königsbrunn und der Schweizermühle nicht ganz zu fehlen, während sie in dem Bildhauersandsteine von 
Cotta noch nicht beobachtet wurde. 

Seit Scheidung eines Mittelquaders von dem unteren Quader würden die Fundorte Postelberg (Quad. 
Deutschl., p. 193) und Exogyrensandstein von Malnitz in Böhmen, wo sie nach Reuss u. A. sehr häufig ist, 
zu dem Mittelquader gehören. Wir besitzen sie aus dem oberen Quadermergel von Kreibitz in Böhmen, 
aus dem Grünsande von Kieslingswalda im Glatzischen, aus Plänersandstein von Regensburg und Grünsand 
des Galgenberges bei Regensburg und Gümbel citirt sowohl Z. canalıfera als L. multicostata mehrfach aus 
den dortigen turonen Ablagerungen seines Mittelpläners. Die gesammten uns bekannten Vorkommnisse 
dieser Art in dem Harze, wie bei Quedlinburg, im oberen Quadersandsteine von Blankenburg und oberen 
Kreidemergel bei Ilseburg, von wo eine vielrippige Abänderung vorliegt, ihr Vorkommen in dem oberen 


Kreidemergel von Gehrden bei Hannover (nach A. Römer) und in Westphalen, an genannten Fundorten 
und in dem Kreidemergel bei Lemförde, hier als vielrippige Abänderung, beweisen ihre grosse Verbreitung 
in senonen Ablagerungen, wozu auch die meisten Fundorte in dem Quadersandstein des Elbthales gehören 
dürften. d’Orbigny erkannte L. canalifera in der senonen Kreide von Cognac in Frankreich. 


2. L. elongata Sow. sp. — IL, Taf. 9. Fig. 9—10. 
822. Plagiostoma Mantell, Geol. of Suss., p. 129, Pl. 19, fig. 1. 
1827. Plagiostama elongatum Sowerby, Min. Conch. P]. 559, fig. 2, 3. 

1841. A. Römer, nordd. Kreideg., p. 56. 

1842. Gein. Char. III., p. 82 z. Th. 

1843. L. Astieriana d’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III, p. 549, Pl. 420, fig. 4—7. 

1846. Reuss, böhm. Kreidef. II., p. 33, Taf. 38, fig. 6, 9. 

1849. Gein. Quad. Deutsch., p. 190. 

1850. L. Reussii d’Orbigny, Prodr. de Pal. II., p. 249. 

1868. Gümbel, geoen. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1, p. 757 u. in Abh.d. k. bayer. Ak. II. Cl. X. Bd. 2. Abth., p. 62. 

1870. F. Römer, Geol. v. Oberschles., p. 343, Tab. 29, fig. 1. 

Die Schale ist nahezu schief-halbkreisförmig, mit einer langen, schief-abgeschnittenen vorderen Seite 
und einer kurzen hinteren Seite versehen, die unter einem Winkel von ‚etwa 85° an dem niedrigen Wirbel 
zusammenstossen. Neben dem letzteren findet sich jederseits ein deutlich hervortretendes stumpfwinkeliges 
Ohr. Sie ist flach-gewölbt und mit 15—16 hohen Längsrippen besetzt, welche stumpf-dachförmig sind und 
durch theilweise breitere Zwischenräume geschieden werden. Ueber beide laufen feine, gedrängt-liegende 
Anwachslinien hinweg. 

Sie wird oft 28 und 34 mm. lang und 19 und 23 mm. breit, mitunter auch im Verhältnisse 
etwas breiter. 

Vorkommen. Man begegnet dieser Art hier und da in dem Mittelpläner von Priessnitz und 
Niederwartha an der Elbe, häufiger ist sie im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, auch zeigt sie sich 
im Plänermergel des Wesenitzgrundes bei Pirna. Etwas zweifelhaft ist ein uns vorliegendes Exemplar aus 
dem unteren Quader von Tyssa in Böhmen, wogegen sie Reuss aus dem Pläner von Laun, Trziblitz u. a. O. 
Böhmens, F. Römer aus cenomanem Kalkmergel von Bladen in Oberschlesien, A. Römer aus dem Pläner- 
kalke von Rethen, d’Orbigny aus cenomanen Schichten Frankreichs von La Malle (Var), Lamnay (Sarthe), 
St. Sauveur (Yonne) und Auxon (Aube), Mantell und Sowerby aber aus dem oberen Grünsande von 
Folkstone beschrieben. 

3. L. pseudocardium Reuss. — I. S. 204. 

4. L. Hoperi Mant. — II, Taf. 9. Fig. 11. 12. 

1822. Plagiostoma Hoperi Mantell, Geol. of Sussex, p. 204, Pl. 26, fig. 2, 3, 15, (nicht Sowerby). 

1827. Plagiostama punctatum Nilsson, Petr. Suec., p. 24, Tab. 9, fig. 1. 

.1834. L. Hoperi und L. Mantellü Goldfuss, Petr. Germ. II., p. 91, 92, Taf. 104, fig. 8, 9. 

1835. Plagiostoma Mantellü Al. Brongniart, deser. des env. de Paris, 3. €d., p. 151, Pl.“L, fig. 3. 

1839. Desgl. Gein. Char. L, p. 24. 

1841. L. Nilsson? und L. Mantellüi A. Römer, Nordd. Kreideg., p. 57, 58. 

1842. L. Goldfussii v. Hagenow in Leonh. Jahrb., 555. 

1843. L. Hoperi und L. Mantellü d’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III, p. 564, 568, Pl. 424, fig. 10—13; 

Pl. 426, fig. 3—5. 

1846. L. Mantellix Gein. Grundr., p. 472, Taf. 20, fig. 13. 

L. Hoperi Reuss, böhm. Kreidef. II., p. 34, Taf. 38, fig. 11, 12 (excel. Sowerby und Bronn). 

1870. L. Hoperi F. Römer, Geol. v. Oberschl., p. 315, Taf. 34, fig. 10. 


Die fast glatte und glänzende Schale ist im Allgemeinen schief-eirund, mit einer langen schief- 
abgeschnittenen Vorderseite und einer kurzen Hinterseite versehen, welche fast rechtwinkelig an einander 
stossen. Die erstere begrenzt einen längeren, lanzettförmigen, vertieften Hof, die letztere ein kurzes ein- 
gedrücktes Feld, aus welchem ein stumpfwinkeliges Ohr deutlich hervortritt. Ihre Oberfläche ist sehr gleich- 
mässig gewölbt und die Wirbel beider Schalen sind einander genähert. Nahe dem Schalenrande bemerkt 
man flache, ausstrahlende Streifen, welche durch punktirte vertiefte Linien von einander geschieden und 
nach der Mitte der Schale zu entweder gänzlich verwischt sind, mitunter aber auch hier noch ganz deutlich 
werden. Ausser seinen concentrischen Linien, welche jene Punktirung der ausstrahlenden Linien bewirken, 
finden sich oft noch einzelne stärkere Anwachsringe vor. 

Vorkommen. Bis 6 cm. gross häufig im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, während ihr 
Vorkommen in dem unteren Pläner Sachsens nicht sicher verbürgt werden kann. Sie zeigt sich im Pläner- 
kalke von Oppeln in Oberschlesien, Hundorf u. a. ©. Böhmens, bei Quedlinburg, Ahlten in Hannover, ferner 
in dem senonen Kreidemergel von Coesfeld in Westphalen, der weissen Kreide von Aachen und Rügen, in 
einem grauen Mergelkalke von Arnager auf Bornholm, in der oberen Kreide von Balsberg in Schonen, 
Lewes in England, sowie von Cambrai (Nord) und Rouen (Seine-Inf.) in Frankreich. 

5. L. Sowerbyi Gein. — II. Taf. 9. Fig. 13, 14. 

1822. Plagiostoma Hoperi Sowerby, Min. Conch,. Pl. 380, fig. 1, 3 (nicht Mantell). 

1839. L. Hoperi Gein. Char. I., p. 24 z. Th. 

1841. Desgl. A. Römer, Nordd. Kreideg., p. 58. 

1846. Desgl. Gein. Grundr., p. 473, Taf. 24, fig. 14. 

1849. L. Sowerbyi Gein. Quad. Deutschl., p. 192. 

1851—1852. Desgl. Bronn, Leth. geogn. V., p. 278, Taf. 32, fig. 8. 

Die glatte, oft glänzende Schale ist quer-eirund und wenig schief, bis an die unter einem stumpfen 
Winkel zusammenstossenden Seitenkanten fast halbkreisförmig, gleichmässig und meist nur schwach gewölbt 
und mit kleinen stumpfwinkeligen Ohren versehen. Eine radiale Streifung tritt seltener und weit undeut- 
licher als bei ZL. Hoperi hervor. 

Vorkommen. In dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla erreichen die grösseren Exem- 
plare 38 mm. Länge und 43 mm. Breite, wie die Abbildungen von Sowerby, nach Exemplaren von Lewes, 
meist trifft man sie aber weit kleiner an. 

Ein zweifelhaftes Exemplar liegt aus dem unteren Quader von Welschhufa vor, sicher kennt man 
diese Art in den oberturonen Plänerschichten von Kritzschwitz bei Pirna. Andere Fundorte sollen vor- 
läufig unberücksichtigt bleiben, doch scheint diese Art auch anderwärts die Z. Hoperi zu begleiten. 


Imoceramus Sowerby, 1819. 


. 
1. I. striatus Mant. — I., Taf. 46, Fig. 9—15; Il, Taf. 13. Fig. 1. 2. 10. 
1822. I. Websteri und I. striatus Mantell, Geol. of Sussex, p. 216, 217, Tab. 27, fig. 2, 5. 
1828. Sowerby, Min. Conch. Tab. 582, fig. 3, 4. 
1834—1840. Goldfuss, Petr. Germ. II., p. 115, Taf. 112, fig. 2. 
I. concentricus Goldfuss ib., p. 111 z. Th. Taf 109, fie. 8, d. & 
I. cordiformis Goldfuss ib., p. 113 z. Th. Taf. 110, fig. 6a. 
1841. I. concentricus z. Th. und I. striatus A. Römer, nordd. Kreideg., p. 61, 62 —? I. Decheni Röm. ib., p. 60, 
Taf. 8, fig. 10. 
1843. d’Orbigny, Pal. france. terr. eret. III, p. 508 z. Th. Pl. 405. 
1844. I. concentricus Gein. im Jahrb. f. Min., p» 149 z. Th. 


er 


1846. Desgl. Gein. Grundr., p. 462, Taf. 20, fig. 9. 

1846. I. concentricus und I. striatus Reuss, böhm. Kreidef. II., p. 24, 25. 

1849. I. siriatus Gein. Quad. Deutschl., p. 174 (excl. I. pictus Sow.). 

1850. d’Orbieny, Prodr. de Pal. I., p. 168. 

1863. Kunth, in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges., p. 727 (excl. I. propinquus). 

1865—1868. ? I. propingwus v. Eichwald, Leth. Ross. I., p. 487, Pl. 21, fig. 5. 

1868. Gümbel, geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II, p. 700 und 756. 

1871. Geinitz in Sitz. d. Isis in Dresden, p. 195. 

Die Schale ist oval-dreiseitig, hoch gewölbt und mit einem mässig grossen, gegen die Axe fast 
rechtwinkeligen hinteren Flügel versehen. Die linke Schale ragt mit ihrem spitzen, niedergebogenem Wirbel 
über den kleineren der rechten Schale merklich hervor. Die vordere Seite der Schalen ist unter dem Wirbel 
stark eingedrückt, nach unten hin aber gerundet und durch ihre Rundung mit dem Unterrande verbunden, 
wodurch sich diese Art im Allgemeinen von I. Brongniarti unterscheidet. 

Ihre Oberfläche ist mit ringförmigen Anwachsstreifen dicht bedeckt, welche entweder ziemlich gleich- 
artig oder auch zu unregelmassigen Wülsten vereinigt sind. Eine von dem Wirbel nach der Mitte des 
Unterrandes gezogene Linie oder Axe steht ziemlich senkrecht gegen sämmtliche Anwachsstreifen. Nicht 
selten machen sich auf der Oberfläche noch einzelne ausstrahlende Linien bemerkbar, was auch bei einigen 
anderen Arten, wie namentlich 7. lazus, der Fall ist. 

Es kommen, wie bei allen Arten der Gattung, schmälere und breitere Abänderungen vor; die ersteren 
sind meist stärker gewölbt als die letzteren. Als eine der schmalsten Abänderungen dürfte I. Dechem 
A. Röm. aus dem cenomanen Grünsande von Essen a. d. Ruhr zu betrachten sein. 


Vorkommen. In ihren typischen Formen, Taf. 46, oft von 6 bis 12 cm. Grösse, überall in dem 
unteren Quadersandsteine und zum Theil auch im unteren Pläner des sächsischen Elbthales, was ihrem 
Vorkommen in cenomanen Schichten Frankreichs, wie bei Orange (Vaucluse), le Mans (Sarthe), la Malle 
(Var), Villers (Calvados) nach d’Orbigny sehr wohl entspricht. 

Für Sachsen sind Hauptfundorte für diese Art die Sandsteinbrüche an der Prinzenhöhe und 
goldenen Höhe, die zu den Dörfern Klein-Naundorf, Bannewitz und Welschhufa gehören, ferner bei Gorknitz, 
Ober-Hässlich und Malter bei Dippoldiswalda, Lang-Hennersdorf im Gottleubethale, Weissig bei Pillnitz; 
Grünsand und unterer Pläner im Tunnel von Oberau, die Plänerbrüche von Okerwitz im Zschoner Grunde, 
Leutewitz bei Dresden, Plauen, Koschütz, Gittersee, Nöthnitz, Goppeln und Rippien, an der Brandmühle 
bei Dohna u. s. w. 


Vereinzelt begegnet man ihnen noch im Mittelquader des Elbthales in den Brüchen von Ober- 
Kirchleithen und in den Strandbrüchen bei Königstein, in dem Grünsandstein an der Ziegelei von Gross- 
Cotta und selbst noch in dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla. Hier sind es indess meist nur 
kleine spärliche Exemplare, oft Sowerby’s Abbildung gleichend, wovon einige der besterhaltenen II., Taf. 13, 
fig. 1, 2, 9, 10 abgebildet worden sind. 


Ebenso eitirt Reuss diese Art aus den verschiedenen Etagen der böhmischen Kreideformation von 
dem unteren Quader von Tyssa und Pankratz an, durch den Exogyrensandstein von Malnitz hindurch bis 
in den Plänerkalk von Hundorf und selbst noch in den oberen Plänermergel von Priesen und Luschitz oder 
in den oberen Quadermergel von Kreibitz in Böhmen hinauf. Gümbel führt sie als leitend für den Regens- 
burger Grünsand an, welcher zum unteren, cenomanen Quader gehört; F. Römer fand sie in Schichten 
von gleichem Alter in Oberschlesien, Kunth bei Schmottseifen in Schlesien, A. Römer citirt sie aus dem 


ee 


Pläner von Sarstedt, Liebenburg und Halberstadt, Goldfuss beschrieb sie aus dem unteren Quader von 
Koschütz (als I. concentricus bezeichnet) und aus dem Pläner von Hildesheim und Quedlinburg, die Exem- 
plare von Mantell und Sowerby stammen aus der unteren Kreide von South-street und Heytesbury in 
Wiltshire. Kleine Exemplare, wie die von Strehlen, finden sich in deutlichem Plänerkalke bei Colorado 
City in New-Mexico mit I. Brongniarti und Ammonites peramplus zusammen. 


Ob I. propinguus Eichwald von Khoroschöwo, wie man nach der Abbildung vermuthen kann, zu 
T. striatus gehört, kann nicht sicher entschieden werden. 


3. I striato-costatus Gümbel. 
1868. Gümbel, geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, Il., p. 766. 

Nach Gümbel schliesst sich diese Art an I. concentricus und I. striatus am nächsten an, ist 
jedoch schmäler, dabei viel höher, d. h. aufgeblasener, mit spitzerem, stärker übergebogenem Wirbel ver- 
sehen, als letztere, von schmalen, regelmässig eng gestellten, spitz zulaufenden concentrischen, wulstigen 
Erhöhungen und feinen Streifen bedeckt und nur mit schr schmalem Flügel seitlich verlängert. Von I. con- 
centricus unterscheidet sich die Art durch weniger spitzen Wirbel, der nicht seitlich ausgebogen ist, durch 
grössere Breite und regelmässigere concentrische Wülste. 


Vorkommen. Nach Gümbel in Schichten bei Regensburg, welche dem Plänerkalke entsprechen, 
und in dem Baculitenmergel von Luschitz in Böhmen. 

Obige Beschreibung entspricht Exemplaren aus den Gosauschichten am Glanecker Schlossberge in 
Oberbayern, die Dr. O. Schneider dort gesammelt hat, und aus dem oberen Quadersandstein des gläsernen 
Mönchs bei Halberstadt. 


3. I. Geinitzianus Stoliczka. 


1843. I. concentricus Gein. Kieslingswalda, p. 15, Taf. 3, fig. 12. 
1871. Stoliczka, Pal. Ind. Cret. Fauna III., Pelecypoda, p. 407, Pl. 27, fig. 4, 5. 


Die Exemplare aus dem Grünsandsteine von Kieslingswalda im Glatzischen, deren Uebereinstimmung 
mit I. Geinitzianus aus der südindischen Kreideformation Stoliczka erwiesen hat, bilden eine förmliche 
Mittelstufe zwischen I. striatus und I. latus. Sie unterscheiden sich von dem ersteren durch ihre geringere 
Wölbung und durch die fast gleiche Grösse ihrer beiden Wirbel, von dem letzteren aber dadurch, dass 
ihre vordere Seite in der Nähe des Wirbels mehr eingedrückt und eine grössere Strecke weit abgestutzt 
ist. Aehnliche Formen kommen auch in den Gosauschichten am Schlossberge von Glaneck in Oberbayern vor. 


4. I. Brongniarti Sow. — IL, Taf. 11. Fig. 3—10; Taf. 13. Fig. 3. 


1768. Austern-Art, Walch, die Naturgeschichte der Versteinerungen, II. I, p. 142, Tab. D. I. 
1822. I. Lamarcki Mantell, Geol. of Sussex, p. 214, Tab. 27, fig. 1. 
I. Cuvieri Mant. ib. p. 213, Tab. 28, fig. 1, 4 
I. Brongniarti Mant. ib. p. 214, Tab. 28, fig. 3. 
I. undulatus Mant. ib. p. 217, Tab. 27, fig, 6. 
1828. I. cordiformis u. I. Brongniarti Sowerby, Min. Conch., Pl. 440, 441, fig. 2—4. 
1835. Catillus Cuvieri Al. Brongniart, deser. g&ol. des env. de Paris, 3. &d., p. 628, Pl. L, fig. A.E.F.G.H. I. 
1834—1840. Goldfuss, Petr. Germ. II, p. 115, Taf. 111, fig. 3 a—d. 
I. alatus Goldf. p. 116, Taf. 112, fig. 3. 
I. cordiformis Goldf. p. 113, Taf. 110, fig. 6 b. 
I. annulatus Goldf. p. 114, Taf. 110, fig. 7. 
I. undulatus Goldf. p. 115, Taf. 212, fig. 1. 


Aa ge 


1837. Hisinger, Leth. Suec. p. 56, Tab. 17, fig. 11. 

1841. A. Römer, nordd. Kreideg. p. 61. 

I. undulatus A. Röm. eb. p. 63, Taf. 8, fig. 12. 

1843. I. Lamarcki d’Orb. Pal. frang. terr. cret. III. p.518 z. Th. 

1844. Geinitz in Leonh. u. Bronn Jahrb. p. 149. 

1846. Gein. Grundr. p. 464. 

Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 24. 

1849. I. Brongniarti und J. annulatus Gein. Quad. Deutschl. p. 172, 174. 

1850. I. alatus d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 251. 

1863. I. Brongniarti v. Strombeck in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. XV. p. 121. 

1865—1868. I. Humboldti v. Eichwald, Leth. Rossica, II. p. 495, Pl. 21, fig. 9. 

1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. p. 700, 756. 

1870. F. Römer, Geol. von Oberschles. p. 316, Taf. 34, fig. 13. 

1871. Geinitz in Sitz. Ber. d. Isis in Dresden, p. 195. 

1866. Schlüter in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. p. 65, 71. 

Die Schale ist verlängert-dreiseitig oder oval-dreiseitig, je nachdem ihr Vorderrand mehr oder min- 
der weit abgestutzt ist. In der Regel erscheint sie längs ihrer ganzen vorderen Seite steil abschüssig, oder 
senkrecht abgeschnitten, zuweilen sogar eingebogen (Taf. 11. Fig. 3. 4), nicht selten verbindet sich aber der 
Vorderrand durch eine Rundung mit dem Unterrande (Taf. 11. Fig. 10), was den Varietäten I. annulatus 
und 7. undulatus Goldf. entspricht und die Verwandschaft mit I. striatws Mant. beurkundet. Der oft sehr 
grosse Flügel ist in der Regel rechtwinkelig und wird durch eine meist schnell abfallende Bucht von der 
Rückenkante der Schale geschieden; namentlich tritt dies sehr an den Steinkernen hervor, weniger bei jungen 
Exemplaren des Plänerkalkes Taf. 13, Fig. 9. Auf die relative Grösse des Flügels ist jedoch kein zu grosses 
Gewicht zu legen. In der Wölbung der Schale zeigt sich eine grosse Veränderlichkeit, was auch hier zu 
breiteren und schmäleren Formen Veranlassung gibt. Schmale und hochgewölbte Formen kommen neben 
breiten und flachgewölbten vor. Sie wird von dicken wulstförmigen Anwachsringen bedeckt, auf welchen fast 
blätterige Anwachsschichten regelmässig entfernte Linien hinterlassen. Die faserige Schale wird bei dieser 
grossen Art oft mehrere Centimeter dick, besonders in der Nähe des Schlossrandes, Taf. 11, Fig. 7, so dass 
man oft Bruchstücken vor ihr in Mineralien-Sammlungen als Faserkalk begegnet. 

Al. Brongniart’s Abbildungen des Catillus Cuvieri können sich füglich nur auf I. Brongniarti 
beziehen. d’Orbigny gibt hierüber keinen Aufschluss, indem er Pal. frane. terr. eret. III. p. 520 ausspricht, 
dass er von jener Art nur Bruchstücke kenne und sie daher nicht bildlich darstellen könne. v. Strombeck 
hat sie mit zu I. Cwieri gestellt. 


An I. cordiformis Sow. und Goldf. nimmt man auch ausstrablende Linien wahr. Die Abbildung 
Taf. 110, Fig. 6a bei Goldfuss weist mehr auf 7. striatus hin, womit d’Orbigny den J. cordiformis ver- 
einigt hat. 

I. Humboldti v. Eichwald ist ein ganz typisches Exemplar für I. Brongniarti. 


Junge Exemplare mit dicken Anwachsringen entsprechen dem I. undulatus, andere sind oft mit weit 
schwächeren Streifen bedeckt. 


Vorkommen. JInoceramus Brongniarti ist in dem oberen Pläner oder Plänerkalke und dem 
oberen Quadersandsteine des Sächsischen Elbthales ungemein verbreitet und erreicht hier zuweilen fast 0,5 m. 
Grösse. Wir kennen diese Art nicht aus älteren Schichten, vielmehr wird sie im unteren Quader durch 
I. striatus und im Mittel-Quader durch I. labiatus ersetzt. 


Na 


Plänerkalk von Weinböhla, Strehlen und oberhalb Räcknitz, Plänermergel an der Walkmühle bei 
Pirna und in dem Wesenitzgrunde bei Zatzschke, sowie in dem oberturonen Pläner bei Kritzschwitz ; Pläner- 
kalk von Mariaschein, Teplitz, Hundorf u. s. w. in Böhmen, nach Gümbel in den turonen Winzerberg- und 
Pulverthurm-Schichten Bayerns, im oberen Pläner von Oppeln in Ober-Schlesien, Quedlinburg, Halberstadt, 
Langelsheim, Vienenburg, Goslar, Wolfenbüttel und Salzgitter; Ober Quadersandstein von Postelwitz bei Schan- 
dau, z. B. in Richter’s Steinbruch, in den Schulhainbrüchen bei Königstein, auf der Festung Königstein selbst, 
bei Waltersdorf in der Ober-Lausitz, bei Kreibitz, Tanneberg und westlich von der Lausche an der Strasse 
von Ober-Lichtewalde nach Neuhütte in Böhmen, auf der Hochalpe Hoher Messner in Appenzell, in dem 
Kreidemergel von Osterfeld bei Essen und in dem Grünsandsteine von Kieslingswalda im Glatzischen, in der 
weissen Kreide von Lüneburg, Lebbin auf Wollin, von Gravesend, Lewes und Brighton in England, angeblich 
in dem sandigen Kalke von Köpiuge und Käseberga, in der senonen Kreide von Schweden, von Meudon; endlich 
im Plänerkalke von Colorado City in Neu-Mexiko mit Ammonites peramplus zusammen. 


5. I. latus Mant. — I. Taf. 13, Fig. 4, 5 (schmale Form). 


a. Breite Form. 
1822. Mantell, Geol. of Sussex, p. 216, Tab. 27, fig. 10. 
1828. Sowerby, Min. Conch. Tab. 582, fig. 1, 2. 
1834—1840. Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 117, Taf. 112, fig. 15. 
? T. planus Goldf. Taf. 115, fig. la. 
1841. I. latus u. I. tenuis A. Römer, norddeutsch. Kreideg. p. 61, 62, Taf. 8, fig. 11. 
1843. d’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III. p. 513, Pl. 408, fig. 1, 2. 
1844. Geinitz im n. Jahrb. f. Min. p. 150 (fälschlich alatus gedruckt). 
1846—1849. Gein. Gründr. p. 463; Quad. Deutschl. p. 176. 
1850. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 197. 
1866. Zittel, die Bivalven der Gosaugebilde in d. nordöstl. Alpen, p. 24 (100), Taf. 13, fig. 7. 
1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. p. 700, 756. 


b. Schmale Form. 

1829. I. pietus Sow. Min. Conch. Tab. 604. 

1843. I. tegulatus Gein. Nachtr. z. Char. p. 16, Taf. 6, fig. 11. 

I. striatus d’Orbigny, Pal. fr. t. cr. III. p. 509 z. Th. 

1846. I. pictus Gein. Grundr. p. 463. 

1849. I. striatus Gein. Quad. Deutschl. p. 174 z. Th. 

1870. I. latus F. Römer, Geo]. in Oberschlesien, p. 316, Taf. 34, fig. 12. 

Das- Auszeichnende liegt in der gleichen Grösse beider Schalen, ihren niedrigen, bei der breiten 
Abänderung kaum vorstehenden Wirbeln, unter welchen die Schale an ihrem Vorderrande nur wenig einge- 
zogen ist, wodurch sich diese Art von dem hier deutlich eingedrückten 7. striatus unterscheidet. Mit diesem 
hat sie die Regelmässigkeit der Biegung ihrer concentrischen Anwachsstreifen gemein. Ihre ganze Oberfläche 
ist, wie dort, mit gleich- oder ungleichförmigen, schwächeren oder stärkeren Anwachsstreifen bedeckt, über 
welche nicht selten noch ausstrahlende Linien nach der Mitte des Unterrandes laufen (Zittel’s Abbildung 
und II. Taf. 13, Fig. 5). 

i Wie eine jede Art der Gattung Inoceramus tritt auch diese in einer breiteren und schmäleren 
Form auf. Die erstere wird gewöhnlich für die Art typisch erachtet. Ihr Schalenumfang ist kreisrund- 
rhomboidal, meist eben so breit als lang, ihre Oberfläche ist von der Mitte aus ziemlich gleichmässig 
schwach gewölbt und von dem grösseren oder kleineren stumpfwinkeligen Flügel nur durch eine sehr 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 2. 7 


Be 


flache Bucht geschieden. Exemplare mit einem sehr kleinen, wenn nicht verbrochenen Flügel erscheinen in 
der von Goldfuss als 7. planus Mün. Taf. 113, Fig. 1a (nicht 1b) abgebildeten Form. 

Als breiteste Abänderung schliesst sich vielleicht der II. Taf. 13, Fig. 11 abgebildete Inoceramus aus dem 
Mittelpläner von Priessnitz an, den wir jedoch wegen seines quer ovalen Umrisses vorläufig noch zu I. Oripsi 
gerechnet haben. Seine flache Wölbung und übrige Beschaffenheit nähern ihn sehr dem I. latus. 


Die schmale Form des I. latus, deren richtige Stellung zuerst FE. Roemer erkannt hat, besitzt 
einen mehr ovalen Umriss und ihre grösste Breite verhält sich zur Länge nahezu wie 2 zu 3. Ein mit 
der Längsaxe der Muschel spitzwinkeliger Schlossrand begrenzt einen schmalen hinteren Flügel. Sie ist 
stärker gewölbt als die breite Form und lässt zuweilen längs ihrer Mitte eine flach-wulstförmige, längsge- 
streifte Erhöhung wahrnehmen. Es schliessen sich an diese Varietät des I. latus der I]. pictus Sow. und 
Gein., sowie I. cuneiformis d’Orb. eng an. 

Vorkommen. Vereinzelt erscheint I. latus schon in den oberen Schichten des unteren Pläners 
bei Plauen und in dem Grünsande von Essen an der Ruhr; sowohl in seinen breiteren als schmäleren Ab- 
änderungen ist er nicht selten in dem Plänerkalke von Strehlen, wo er 6 Cm. und sogar 9 Cm. Länge er- 
reicht. Sein Vorkommen ist in dem Plänerkalke von Goslar, Quedlinburg, Liebenburg, Sarstedt, Wrisberg- 
holzen, Alfeld, Werl u. s. m. durch A. Römer, von Hundorf und Kutschlin in Böhmen durch Reuss, von 
Oppeln in Ober-Schlesien durch F. Römer, in der Kreide und dem Grünsande von Büren in Westphalen 
nach Goldfuss, in turonen Schichten von Rouen, Sainte-Cerotte in Frankreich durch d’Orbigny, in 
der Kreide von Brighton, Lewes, Offham, Swaffham in Norfolk durch Mantell und Sowerby nachgewiesen; 
Zittelfand ihn in den Gosaugebilden der nordöstlichen Alpen. Wir besitzen ihn ausserdem aus dem oberen 
Quader und Quadermergel von Kreibitz in Böhmen, aus dem Baculitenmergel von Luschitz und dem senonen 
blaugrauen Mergel des Marterberges bei Passau. 

Soweit sich nach Beschreibungen und Abbildungen urtheilen lässt, würden sich auch die von W. A. Ooster in Pro- 
tozoe helvetica, I. 1869, p. 2, 36—39 als jurassische Inoceramen der Schweizer Alpen beschriebenen und Taf. 1, 2, 12 und 13 


als I. Brunneri, I. Falgeri, I. undulatus und I. fuscus unterschiedenen Arten auf die breiten und schmalen Abänderungen des 
I. latus wohl zurückführen lassen, ohne durch diesen Ausspruch ihre Identität weiter befürworten zu wollen. 


6. I. labiatus Schloth. sp. — IH. Taf. 12. 
1768. Ostracit, Walch, d. Naturgeschichte der Versteinerungen, II. 1, p. 84, Tab. B. II. b**, fig. 2, p. 152, Tab. D.X. 
ho1,12% 
1813. Ostracites labiatus und Pinnites dilwvianus Schlotheim in Leonhard’s min. Taschenb. VII. p. 93. 
1820. Mytulites problematicus Schlotheim, die Petrefactenkunde, p. 302. 
Pinnites dihıwianus Schloth. eb. p- 303. 
1822. Im..mytiloides Mantell, Geol. of Sussex, p. 215. Tab. 27, fig. 3; Tab. 28, fig. 2. 
1827. Catillus Schlotheimi Nilsson, Petr. Suec. p. 19. 
1828. In. mytiloides Sowerby, Min. Conch., Tab. 442. 
1834—1840. In. mytiloides Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 118, Taf. 113, fig. 4. 
I. propinguus Mün., Goldf. eb. p. 112, Taf. 109, fig. 9. } 
1835. Mwytiloides labiatus Ad. Brongniart, deser. g&ol. des env. de Paris, 3. ed. p. 151, 622, Pl. K. fig. 4. 
1841. In. mytiloides A. Römer, nordd. Kreideg. p. 63. 
1843. I. problematicus d’Orbigny, Pal. frang. terr. er6t. III. p. 510, Pl. 406. 
I. angulosus d’Orb. ib. p. 515, Pl. 408, fig. 3, 4. (I. angulatus.) 
1844. In. mytiloides Gein. im n. Jahrb. f. Min. p. 151. 
1846. Desgl. Gein. Grundr. d. Verst. p. 463. 
Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 26, Taf. 37, fig. 16. 


1849. Desgel. Gein. Quad. Deutschl. p. 176. 

1850. In. problematieus d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 197. 
I. angulatus d’Orb. ib. II. p. 168. 

1863. Hebert, in Bull. de la Soc. g60l. de France, 2. ser. t. xx. p. 620. 
v. Strombeck, in Zeitschr. d. deutschen geol. Ges. XV. p. 119. 
I. problematicus Dana, Manual of Geology, p. 475, 487. 

1865—1868. ? I. ambiguus Eichwald, Leth. Ross. II. p. 493, Pl. 21, fig. 8. 

1866. I. mytiloödes Schlüter in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. p. 61. 
Desgl. Gümbel in Sitzber. d. k. Ak. d. Wiss. in München. IL p. 169. 
I. labiatus Schloenbach im n. Jahrb. f. Min. p. 311. 

1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Könisr. Bayern, II. p. 700, 756. 
Geinitz in n. Jahrb. f. Min. p. 764. 

1871. Stoliczka, Pal. Ind., Cret. Fauna, III. Pelecipoda, p. 408, Pl. 29, fie. 1. 

? In. eximius v. Eichwald, geogn. paläont. Bemerk. über die Halbinsel Mangischlak, p. 192, Taf. 18, fig. 1—4; 
Taf. 19, pg. 3, 4. 

? In. porrectus v. Eichw. eb. p. 191, Taf. 19, fig. 2. 

? T. ambiguus v. Eichw. eb. p. 189, Taf. 20, fig. 1—5. 

1871. Geinitz in Sitzb. d. Isis in Dresden, p. 195. 

Oval bis zungenförmig mit gleichgrossen Wirbeln, die über den kurzen und schiefen Schlossrand 
weit vorragen, unterscheidet sich diese Art im Allgemeinen leicht durch die fast spirale Drehung des Wirbels 
und die sich deutlich aussprechende Biegung der ganzen Schale nach hinten. Ihre ganze vordere Seite 
ist gerundet und stark gewölbt, nach hinten dacht sich die Schale allmählich ab, bis sie in den kleinen 
stumpfwinkeligen Flügel verläuft. 

Ihre Oberfläche ist mit zahlreichen Anwachsringen und Streifen bedeckt, gegen welche die Axe der 
Schale deutlich gekrümmt ist. 

Die Form dieser Art unterliegt übrigens vielen Schwankungen, da sowohl breitere als schmälere Ab- 
änderungen gewöhnlich sind, der Wirbel bald spitzer, bald abgestutzt erscheint, und bald mehr nach vorn, 
bald mehr zurücktritt. Dies gilt besonders für junge Exemplare, die in der Regel eine grössere Breite als 
die älteren besitzen und zuweilen in der als 7. angulosus (I. angulatus) d’Orb. beschriebenen Form 
auftreten. 

TI. propinguus Mün. bei Goldfuss, Taf. 109. Fig. 9 kann gegenüber der Ansicht von Kunth t) doch 
nur mit I. labiatus vereiniget werden und scheint aus dem Mittelquader von Schöna zu stammen, nicht von 
Schandau selbst. Es kommt nicht selten vor, dass durch Verschiebung der Schalen der eine Wirbel über 
den anderen etwas hervorragt. Am nächsten verwandt mit I. labiatus ist die schmale Varietät des I. latus, 
von der er sich durch stärkere Entwickelung des Wirbels und die deutliche Biegung der Schale nach hinten 
unterscheidet, und I. Cuvieri, von welchem I. labiatus durch geringere Breite, stärkere Wölbung und seine 
weit mehr hervortretenden, oft buckelartigen Wirbel unterscheidet. > 


Vorkommen. ZI. labiatus ist das gemeinste Fossil in dem Mittelquader und Mittelpläner oder 
unterturonen Ablagerungen und gehört zu den auf unserer Erdoberfläche am weitesten verbreiteten Leit- 
muscheln. Man begegnet ihm überall in den Sandsteinen bei Rottwernsdorf und Gross-Cotta, am Ladenberge 
bei Berggieshübel, in dem Hüttengrunde bei Königstein und dem Bielaergrunde bis in die Umgebung des 
hohen Schneeberges; in prachtvollen Exemplaren bis zu 20 cm. Länge zeigt er sich in den oberen Sand- 


1) Ueber die Kreidemulde bei Lähn, in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. 1863, p. 727. 


ee age 


steinpartien der Tyssaer Wände und ihrer Umgebungen, auf der linken Elbseite in der Nähe von Schöna, 
in den sogenannten Teichsteinbrüchen, auf der rechten Elbseite in den Ober-Kirchleithener Brüchen bei 
Königstein und bis in die Nähe von Kreibitz in Böhmen (Vgl. I. S. IH u. £.) 

Im Gebiete des Mittelpläners wird man ihn an dem linken Gehänge der Elbe zwischen Dresden 
Priessnitz, Niederwartha und Gauernitz niemals vergeblich suchen, besonders häufig ist er an der Plänerwand 
bei Priessnitz. Man hat ihn in dem Mittelpläner zwischen Plauen, Räcknitz und Kaitz bei Grundgrabung 
mehrfach gefunden, in jüngeren verkümmerten Exemplaren zeigt er sich selbst noch vereinzelt in dem ober- 
turonen Plänerkalke von Strehlen, wo er jedoch mehr durch den I. Owvieri vertreten wird. In Böhmen 
gehört er gleichfalls vorzugsweise dem Mittelpläner an, wie bei Landskron, während er nach Reuss in dem 
Plänerkalke von Hundorf ziemlich selten ist. Wir besitzen ihn ferner aus dem Mittelpläner von Blosdorf, 
eine Meile von Mährisch-Trübau. Gümbel wies seine Verbreitung in den unterturonen Reinhausener- und 
Winzerberg-Schichten in Bayern nach; F. Römer, v. Strombeck und Schlüter fanden ein weites Ver- 
breitungsgebiet in dem Mittelpläner Westphalens; besonders häufig kam er in dem Plänermergel an der Grube 
Sälzer und Neuack bei Essen vor; seinen untertaronen Horizont, im Liegenden der Schichten mit Micraster 
cor testudinarium haben d’Orbigny und Hebert für Frankreich festgestellt, wo er bei Tourtenay, Chinon, 
Rouen, F&camb, Cambray, Douchy etc. beobachtet wurde; von England wurde diese Art durch Mantell und 
Sowerby aus der Kreide von Wiltshire und Sussex bekannt. Sehr deutliche Exemplare aus dem Grünsandstein 
von Kieslingswalda im Glatzischen besitzt das Museum in Dresden, wo auch eine Reihe von Exemplaren 
aus Neu-Mexico aufbewahrt wird, welche Herr Dittmarsch-Flocon bei Colorado City in einem Pläner- 
mergel im Liegenden der kalkigeren Schichten mit I. Brongniarti gesammelt hat (Vgl. I. p. 149). Das 
Vorkommen des I. Zabiatus W. von Missouri ist von Dana bemerkt. 


Die von Eichwald als I. ambiguus, I. eximius und I. porrectus beschriebenen Formen kommen in 
einem grauen oder schwarzen, von ihm zum Neokom gestellten Kalksteine von Aläska und in dem Sandsteine 
von Wytkrino bei Moskau etc. vor. Stoliezka unterschied ihn in der Ootatoorgruppe der südindischen 
Kreideformation NO, von Kauray, Odium, Puravoy, Moraviatoor, Ootatoor etc. 


7. I. Cuvieri Sowerby. — II. Taf. 13. Fig. 6—8. 

1828. Sowerby, Min. Conch. Tab. 441, fig. 1. 

1834—1840. Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 114. Taf. 111, fig. 1. 

1837. Hisinger, Leth. Suec. p. 56, Taf. 17, fig. 10. 

1844. Geinitz, im Jahrb. f. Min. p. 150 (exel. I. planus). 

1846. Gein. Grundr. d. Verst. p. 463, Taf. 20, fig. 8, desgl. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. p. 176, desgl. 

1863. v. Strombeck, in Zeitschr. d. Deutsch. geol. Ges. XV. p. 124 z. Th. 

Nicht: Catillus Ouwvieri Al. Brongniart, deser. g&ol. des env. de Paris, 3. &d. 1835, p. 628, Pl.L, fig. A, E,F, G,H,J. 

Die Schale ist schief-eiförmig-rhomboidal und, wie bei /. Tabiatus, deutlich nach hinten gekrümmt, 
jedoch ist sie weit flacher gewölbt und besitzt einen kleinen niedergedrückten Wirbel. Ihre vordere Seite ist 
gerundet, die hintere mit einem ‚schmalen stumpfwinkeligen Flügel versehen, welcher mit der gebogenen 
Längsaxe einen spitzen Winkel bildet. Ihre ganze Oberfläche ist concentrisch gestreift und gefaltet. 

I. Owvieri bei Brongniart ist auf I. Brongniarti Sow. zurückzuführen, während d’Orbigny weder 
von I, Cwieri noch von I. Brongniarti eine Abbildung giebt. Der Auffassung von Strombeck’s bezüglich 
des /. Cwvieri lässt sich in ihrer ganzen Ausdehnung nicht beistimmen, da von diesem Autor gleichfalls 
Exemplare des I. Brongniarti, sowie auch des I. Lamarcki dazugezogen worden sind. 


Ag 


Eine schmälere Abänderung des /. Cuvieri stellt unsere Taf. 13. Fig. 8 dar. 

Vorkommen. Die Exemplare aus dem Plänerkalke von Strehlen, Taf. 13. Fig. 6—8 zeigen deut- 
lich den Typus der von Sowerby und Goldfuss beschriebenen Art. Achnliche kommen schon in dem 
Pläner des Kahnsteines und Steinkuhlenbergs bei Langelsheim im Harze vor. Nach Goldfuss ist diese Art 
häufig in der weissen und grauen Kreide in Westphalen und bei Quedlinburg, nach Sowerby ist sie ge- 
mein in der Kreide von England. 


8. I. planus Münster. 
1834—1849. Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 117, Taf. 113, fie. 1b (nicht 1a, der zu I. latus zu gehören scheint). 


Der I. planus aus dem senonen Kreidemergel von Haldem und Lemförde in Westphalen bildet einen 
förmlichen Uebergang von I. Cuvieri zu I. Cripsi, schliesst sich jedoch durch seine regelmässigere und 
stärkere Wölbung noch mehr an den letzteren an, wie auch schon A. Römer geltend macht, dass T. latus 
als eine sehr flache und weniger breite Form des I. Cripsi aufgefasst werden könne. 


9. I. Cripsi Mant. — N. Taf. 13. Fig. 11—15. 


1822. Mantell, Geol. of Sussex, p. 153, Tab. 27, fig. 11. 
1834—1840. Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 116, Taf. 112, fig. 4. 
1839. Gein. Char. I. p. 27. ° 
1841. A. Römer, norddeutsche Kreideg. p. 63. 
1843. I. impressus d’Orbigny, Pal. franc. terr. ceret. III. p. 515, Pl. 409. 
T. regularis d’Orb. ib. p. 516, Pl. 410. 
I. Goldfussianus d’Orb. ib. p. 517, Pl. 411. 
1844. Geinitz, n. Jahrb. f. Min. p. 151. 
1846. Gein. Grundr. d. Verstein. p. 464 z. Th. 
Reuss, böhm. Kreidef. II. p. 25, Taf. 37, fig. 10, 12. 
1848—1850. I. Goldfussianus, I. impressus und ? I. Cuvieri Kner in Haidinger’s naturw. Abh. III. p. 28, Taf. 5, fig. 2. 
1849. I. Oripsi u. I. impressus Gein. Quad. Deutschl. p. 178. 
1854. F. Römer, in Verh. d. naturh. Ver. f. Rheinl. u. Westph. XI. p. 146. 
1856. I. sublaevis, I. comvexus, I. tenuilineatus und I. fragilis Hall u. Meek, Descr. of New Spec. of Foss. from the 
Cret. Form. of Nebraska, p. 386—388, Pl. 2, fig. 1, 2, 3, 6. 
1863. v. Strombeck, Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. XV, p. 152. 
1865—1868. v. Eichwald, Leth. Ross. p. 496. 
1866. Zittel, d. Bivalven der Gosaugebilde in d. nordöstl. Alpen, p. 19 (95), Tab. 14, fig 1-5; Taf. 15, fig. 1-5. 
Gümbel, Sitzb. d. k. Ak. d. Wiss. in München, II. p. 169. 
1870. F. Römer, Geol. v. Oberschles. p. 356, Taf. 39, fig. 9. 
1871. I. Oripsianus Stoliczka, Pal. Ind., Cret. Fauna, III. Pelecypoda p. 405, Pl. 27, fig. 1—3. 
I. Goldfussianus Geinitz in Sitzb. d. Isis in Dresden, 1871, p. 195. 


Mit Goldfuss, F. Römer, v. Strombeck und Zittel fassen wir unter dieser Art Formen 
zusammen, die sich durch ihre grössere Breite oder ihre quer-ovale Form, die vordere Rundung ihrer Schale, 
einen mässig langen Schlossrand, der an den ebenfalls gerundeten Hinterrand stumpfwinkelig anschliesst, 
auszeichnet und die mit ziemlich regelmässigen dicken Anwachsringen bedeckt sind. Die fast gleichgrossen 
niedrigen Wirbel pflegen mehr oder weniger von dem vorderen Ende der Schale zurückzutreten, liegen aber 
zuweilen auch ganz vorn, ähnlich wie bei I. angulosus d’Orb. Die Schale ist in ihrer Mitte nach vorn 
hin stark und ziemlich regelmässig gewölbt und verflacht sich allmählich über eine sehr flache Bucht, oder 
eine von der hinteren Seite des Wirbels nach dem Unterrand laufende Furche hinweg (Var. impressus 
d’Orb.) nach hinten. 


Be mg 


Durch ihren Umriss tritt diese Art zunächst in Verbindung mit I. Cuvieri Sow. und J. planus 
Mün., woraus sie sich vielleicht entwickelt hat, im Allgemeinen sind die Formen des I. Oripsi breiter und 
stärker gewölbt als jene. 

Eine gleich nahe Verwandtschaft mit I. Oripsi zeigt aber auch 7. Lamarcki in seiner breiteren 
Abänderung bei d’Orbigny, Pl. 412, die sich von I. Oripsi fast nur noch durch stärkere Wölbung und 
durch eine deutliche Eindrückung unter dem Wirbel an der vorderen Seite der Schale unterscheidet, worauf 
eine Verwandtschaft des I. Lamarcki und I. striatus beruht. 

Unter den von Hall und Meek aus Nebraska beschriebenen Formen ist I. convexus dem nor- 
malen I. Cripsi am ähnlichsten, während I. tenwilineatus einem dünnschaligen Exemplar der Muschel mit 
weiter vorn liegendem Wirbel entspricht, so dass er wiederum dem I. angulosus d’Orb. ähnlich wird. So- 
wohl junge Exemplare des I. labiatus als auch des /. Oripsi können nach den uns vorliegenden Beleg- 
stücken in der Form des I. angulosus erscheinen und müssen auf die damit zusammen vorgekommenen 
ausgewachsenen Exemplare zurückgeführt werden. 

Vorkommen. Seinen Ausgangspunkt nimmt 7. Oripsi in dem Mittelquader oder Bildhauersand- 
stein von Gross-Cotta, aus welchem das Taf. 13. Fig. 12 abgebildete Exemplar stammt. Mantell beschrieb 
ihn aus dem grey Chalk marl von Ringmer, Hamsey und Offham in England, nicht aus dem 
Gault, wie von einigen Autoren angenommen wird. 


Mit Ausnahme jenes 1I., Taf. 13. Fig. 11 mit I. latus verwandten Exemplares aus dem Mittel- 
pläner von Priessnitz sind ähnliche breite Formen in Sachsen neuerdings nicht beobachtet worden; wohl 
aber kommen sie häufiger in dem oberen Quadermergel des benachbarten Kreibitz in Böhmen vor (II. 
Taf. 13. Fig. 13—15), womit die senone Etage beginnt. In Ablagerungen von senonem Alter ist über- 
haupt das Hauptniveau für diese Art zu suchen und sie wird hier von den oft blasenförmig aufgetriebenen 
Abänderungen des I. Lamarcki begleitet, so bei Nagorzany unweit Lemberg, nach F. Römer mit Belemnitella 
mueronata zusammen bei Zarnowice, Karniowiee bei Krakau, Wlodislaw zwischen Pinezkow und Miechow, 
nach v. Eichwald in der Krim, bei Simbirsk, nach v. Hagenow in der Kreide von Rügen, ferner in dem 
Kreidemergel von Ilseburg, Blankenburg und Vienenburg im Harz und in dem oberen .Quadersandsteine des 
gläsernen Mönchs bei Halberstadt, in den westphälischen Kreidemergeln von Dülmen, Haldem und Osterfeld 
bei Essen und nach d’Orbigny in den senonen Gebilden Frankreichs. 


Nach Zittel ist es eine der verbreitesten Arten in den Gosaugebilden der nordöstlichen Alpen, 
Stoliczka erkannte sie in der Arrialoorgruppe der südindischen Kreideformation, Beyrich in Schichten 
aus Afrika, F. Römer in Texas. Wie ihr Vorkommen in Nebraska uns den Abbildungen von Hall und 
Meek erhellt, so lässt sich dasselbe nach zahlreichen uns vorliegenden Exemplaren auch für die Umgegend 
von Colorado City in Neu-Mexiko verbürgen, wo J. Oripsi mit Baculites grandis Hall und Meek und 
anderen Baculiten zusammen durch Herrn A. Dittmarsch-Flocon im Hangenden der turonen Pläner 
entdeckt worden ist. 


10. I. Lamarcki Parkinson. — II. Taf. 14. Fig. 1. 


1822. I. Brongniarti Mantell, 'Geol. of Sussex p. 214, Tab. 297, fig. 8. 

1835. Catillus Lamarcki Al. Brongniart, deser. g&ol. des env. de Paris, 3. &d. p. 630, Pl. L. fig. 10 B. 
1834—1840. ?Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 114, Taf. 111, fig. 2. 

1841. A. Römer, nordd. Kreideg. p. 62. 

1843. d’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III. p. 518, Pl. 412. 

1844. Geinitz im Jahrb. f. Min. p. 150. 


1846. Gein. Grundr. d. Verst. p. 465. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. p. 174 (excl. I. Decheni). . 

1850. Dixon, Geol. and Foss. of Sussex, p. 355, Tab. 28, fig. 29. 

1866. Zittel, die Bivalven der Gosaugebilde in den nordöstlichen Alpen, p. 23 (99), Taf. 15, fig. 6. 

Die etwas schief-ovale Schale, welche theils länger als breit, theils aber auch breiter als lang, und 
mehr oder minder schief ist, zeichnet sich namentlich durch ihre bauchige Wölbung aus, wodurch sie oft 
blasenförmig aufgetrieben erscheint. Sie verläuft in einen mehr oder weniger vorragenden und niederge- 
bogenen Wirbel, an dessen beiden Seiten sie steil abfällt und etwas eingedrückt ist. Ihr oft unverhältniss- 
mässig kleiner Schlossrand begrenzt einen kleinen stumpfwinkeligen hinteren Flügel, welcher oft gänzlich 
zurücktritt. Die Oberfläche ist mit dieken wulstiörmigen Anwachsringen und concentrischen Streifen bedeckt, 
wie bei I. Brongniarti, womit sie häufig verwechselt worden ist, zumal dessen als I. annılatus Goldf. beschriebene 
Varietät ihrer Form sich nähert. 

Von diesen unterscheidet sich 7. Lamarcki durch die mehr ausgesprochene Rundung seiner Schale, 
welche nur in der Nähe des Wirbels gestört oder aufgehoben wird, und durch seine weit stärkere Wölbung. 

Ebenso verwandt ist I. ZLamarcki mit I. Cripsi, der oft einen gleichen Umriss zeigt und in stark 
gewölbten Abänderungen angetroffen wird. In beiden Arten spricht sich aber sehr deutlich eine entgegen- 
gesetzte Richtung des Wirbels und der Anwachsringe aus, welche bei dem ersteren deutlich nach vorn, bei 
dem letzteren deutlich nach hinten gewendet sind. Die Eindrückung der vorderen Seite unter dem Wirbel 
des Z. Lamarcki und die verhältnissmässig stärkere Wölbung längs der hinteren Fläche dieser Art, weichen 
wesentlich ab von der stärkeren Wölbung der vorderen und weit schwächeren der hinteren Fläche bei 
I. Cripsi. 

Vorkommen. Diese für obere oder senone Ablagerungen der Kreideformation bezeichnende Art 
liest uns in charakteristischen Exemplaren aus dem Kreidemergel von Nagorzany bei Lemberg, Osterfeld bei 
Essen an der Ruhr, als Feuersteingeschiebe von St. Acheul bei Amiens, aus dem Grünsandsteine von Kies- 
lingswalda im Glatzischen, aus dem oberen Quadersandsteine von Waldau bei Görlitz, Tanneberg in Böhmen 
(durch Herrn Apotheker B. Kinne in Herrmmhut gefunden) und einigen Brüchen des Elbthales vor, wie von 
Postelwitz und aus den Schlemmschuhbrüchen gegenüber Schandau. Zu ihr mögen auch Exemplare aus 
dem senonen Mergel des Marterberges bei Passau gehören, welche das K. mineralogische Museum Herrn 
Baron v. Stockheim schon seit dem Jahre 1851 verdankt. — Früher von uns zu I. Lamarcki gestellte 
Exemplare von Strehlen, wie II., Taf. 13. Fig. 9, sind auf andere Arten zurückgeführt worden. 

Die aus England beschriebenen Exemplare, von welchen Dixon die beste Abbildung giebt, wurden 
in der Kreide von Norfolk und Sussex gefunden, J. Lamarcki bei d’Orbigny gehört ebenfalls senonen 
Schichten in Frankreich an. Das von den Abbildungen bei d’Orbigny und Dixon ziemlich abweichende 
Exemplar bei Goldfuss fand sich in der grauen Kreide zu Sindinkhausen in Westphalen. Dasselbe er- 
innert einigermassen an J. striatus. 

Ebenso bildet I. Lamarcki aus dem Hofergraben im Gosauthale, eine eigenthümliche Varietät dieser 
vielgestaltigen Art, die nach allen Modificationen sich endlich noch in den I. imvolutus Sow. umgestaltet 
zu haben scheint, in welchem letzteren sich gleichzeitig noch Hauptcharaktere des 7. concentricus deutlich 
erhalten haben. 


Rückblick auf die hier beschriebenen Inoceramen. 


Betrachtet man die Inoceramen der Kreideformation im Geiste der Theorie von der Veränder- 
lichkeit der Arten, so reicht ihr Stammbaum bis in den Lias zurück. Ohne auf diese älteren Formen hier 
eingehen zu wellen, finden wir den nächsten Anknüpfungspunkt für unsere Inoceramen in dem I. concentricus 
Sow. des Gault. Er ist offenbar ein naher Verwandter des I. striatus, jener in cenomanen Schichten, oder 
dem unteren Quader, vorherrschenden Art. Hier bedurfte es nur einer Verkürzung des Wirbels und einer 
grösseren Ausdehnung des Schlossrandes, um jene in diese Art umzuwandeln. Beides scheint in der That 
hier nach jüngeren Schichten hin stattgefunden zu haben, denn der I. striatus des Plänerkalkes hat in der 
Regel die kürzesten Wirbel und den breitesten Flügel (Taf. 13. Fig. 9); dagegen haben sich in dem 
T. striato-concentricus Gümbel jene ursprünglichen Charaktere der Stammart weit besser erhalten, ja wie es 
scheint, noch extremer entwickelt. Von /. striatus aus entwickeln sich 2 verschiedene, damit noch sehr 
nahe verwandte Reihen in den Formen des I. Brongniartı und des I. latus. 

Der erstere stellt die vollkommenste Entwickelung der Gattung in oberturonen Ablagerungen dar, 
welche noch weit in die senonen Bildungen hineinragt. Inoceramus latus aber, der durch I. Geinitzianus 
Stoliezka mit I. striatus sehr eng‘ verbunden ist, bildet die Basis für 2 neue Entwicklungsreihen, deren eine 
durch breite Form, die andere durch schmale Form ausgezeichnet ist. An die breite Varietät des 
I. latus schliesst sich I. Cuvieri, an die schmale Form I. labiatus unmittelbar an. Der letztere bildet 
wieder in seinen breiteren Abänderungen einen förmlichen Uebergang nach dem ersteren hin. Immerhin 
bleibt aber I. labiatus in seiner typischen Form das Hauptfossil für unterturone Schichten oder den Mittel- 
quader und Mittelpläner des Elbthales; im oberturonen Plänerkalke von Strehlen finden sich von ihm nur 
noch spärliche Exemplare; dagegen hat er sich noch einige Geltung in den Kieslingswalder Schichten ver- 
schafft, während er in diesen analogen Schichten von Kreibitz und Marterberg bei Passau nur durch die 
schmale Abänderung des I. latus vertreten wird. 

Es ist vorher gezeigt worden, wie sich I. Owvieri Sow. zu I. planıs Mün. und I. Cripsi Mant. 
verhält, woraus jedenfalls erhellt, dass sich der erstere in den letzteren umwandeln konnte. I. Oripsi be- 
zeichnet aber mit seinen Varietäten, wie I. Goldfussianus d’Orb. und I. impressus d’Orb., ganz vorzugs- 
weise senone Kreidebildungen. Der ihn hier begleitende 7. Zamarcki und die letzten Nachkömmlinge des 
I. Brongniarti bilden mit I. involutus Sow. (Min. Conch. Pl. 583) eine Reihe von Arten, welche auf 
mannichfache Weise eng mit einander verknüpft sind und mit Entschiedenheit wieder auf I. concentricus 
zurückweisen. 

Ihre Beziehungen zu einander lassen sich annähernd in dem folgenden Schema veranschaulichen. 


T. involutus Sow. 
> a 


Pr 
Senon. I. Lamarcki Park. <——— —— > I, Oripsi Mant. 
(Ob. Kreide und Ob. Quader.) A A 
| I. planus Mün, 
| I. striato-concentrieus Gümb. 
Turon. | A 
(Plänerkalk u. Mittelquader I. Brongniarti Sow. I. Cuvieri Sow. 
oder Mittelpläner.) | ea. R I. labiatus Schl. 


(Unt. Pläner u. Unt. Quader.) T. striatus Mant. 
Gault. J 


7 
en > latus Mant. 
Cenoman, | GP 

J 
\ 


A 
I. concentrieus Sow. 


Nachtrag zu Lima Deshayes. II. S. 38. 


6. L. semisulcata Nilsson. — II. Taf. 16. Fig. 14. 


1799. Lima sp. Faujas-Saint-Fond, hist. nat. de la Montagne de St. Pierre. Pl. 27. fig. 2. 
1827. Plagiostoma semisulcatum Nilsson, Petr. Suec. pag. 25. Tab. 9. fig. 3. 
1834—40. Lima sem. Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 90. Taf. 104. fig. 3. 

1837. Hisinger, Leth. Suec. pag. 54. Taf. 15. fig. 6. 

184]. A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 55. 

1843. D’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III. pag. 562. Pl. 424. fig. 5—9. 

1846. Reuss, Böhm. Kreidef. II. pag. 32. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 188. 

1850. D’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 248. 

1858. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1. pag. 757. 

Die längliche, fast gleichseitige Schale ist hochgewölbt, mit deutlichen Ohren versehen, und fällt nach 
den glatten Seiten hin schnell ab. Der mittlere Theil der Schale, oder Rücken, ist mit 15—20 schmalen 
Längsrippen bedeckt, welche eng beisammen liegen und durch wellenförmige Anwachslinien zum Theil gra- 
nulirt erscheinen. 


Vorkommen: Aus Sachsen ist nur das kleine hier abgebildete Exemplar von 8 mm. Länge be- 
kannt, welches dem Plänerkalke von Strehlen entnommen ist. Dasselbe ist durch Seitendruck in der Nähe 
des Wirbels etwas verändert, so dass es der Lima Archiaciana Briart & Cornet aus der Meule von 
Bracquegnies (l. c. pag. 51. Pl. 14. fig. 16. 17) mehr ähnlich wird. 

Normale Exemplare finden sich in dem oberen Quadersandsteine zwischen Hayda und Röhrsdorf und 
bei Kreibitz, sowie im Quadermergel von Lindenau bei Böhmisch Zwickau, in dem Grünsande von Kieslings- 
walda im Glatzischen, in dem senonen Kreidemergel bei Quedlinburg, Gehrden bei Hannover, Lemförde und 
Haldem in Westphalen, Nagorzany bei Lemberg, in der Kreide von Kunraad in Limburg, am Petersberge 
bei Maestricht, von Tours in Frankreich, von Rügen, bei Balsberg, Köpinge, Ignaberga und Kjuge in Schonen etc. 
Ihre nächste Verwandte in Südindien ist Radula (Limatula) persimilis Stol. (Cret. Pelec. pag. 420. Pl. 29. 
fig. 4. 5) in der Ootatoor-Gruppe von Kullay. 


Fam. Aviculidae. 

Avicula Klein, 1753. — 1. S. 207. 

1. A. glabra Reuss. — I. pag. 208. Taf. 46. Fig. 7; II. Taf. 11. Fig. 2. 
Gervillea Defrance, 1820. — I. S. 209. 

1. G. solenoides Defr. I. pag. 209. Taf- 48. Fig. 19; II. Taf. 11. Fig. 1. 
Imoceramus Sowerby, 1819. — I. S. 210; II. S. 41. 

Fam. Mytilidae. 

Pinna L. 1758. — 1. S. 211. 

1. P. Cottai Gein. I. pag. 211; II. Taf. 15. Fig. 1. 

2. P. decussata Goldf. — I. pag. 211. Taf. 47. Fig. 4. 5; I. Taf. 15. Fig. 2. 3. 


Vorkommen: Auch in dem sandigen Quadermergel von Lückendorf, Oberlausitz. 
Palueontographica XX. 2. Abth. 2- 8 


all (Re 


3. P. cretacea Schloth. — II. Taf. 14. Fig. 2. 3. 


1799. Pinna Faujas-Saint-Fond, Histoire nat. de la montagne de St. Pierre de Maestricht, pag. 144. Pl. 22. fig. 1.3. 

1813. Pinnites cretaceus Schlotheim in Leonhard’s Taschenb. f. d. ges. Mineralogie, VII. pag. 113. 

1820. P. restitutus an P. cretaceus Schlotheim, die Petrefactenkunde, pag. 304. 

1834—40. P. quadrangularis Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 166. Taf. 127. fig. 8. 
P. restituta Höninghaus, Goldf. eb. pag. 166. Taf. 138. fig. 3. 
P. depressa Mün. Goldf. eb. pag. 167. Taf. 128. fig. 3a. 

1840. P. quadrangularis u. P. depressa Gein. Char. 1I. pag. 55. 

1841. Desgl. A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 65. 

1843. P. quadrangularis d’Orbigny, Pal. frang., terr. cret. III. pag. 256. Pl. 333. fig. 4. 5. 

1846—49. Desgl. Gein. Grundr. pag. 451; Quad. Deutschl. pag. 166. 

1850. P. quadrangularis u. P. restituta d’Orbigny, Prodr. de Pal.-II. pag. 196. 246. 

1866. P. cretacea Zittel, die Bivalven der Gosaugeb. in d. nordöstl. Alpen, pag. 11. (87), Taf. 13. fig. 1. 

1868. P. quadrangularis Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, I. 1. 756. 

1871? P. arata Stoliczka, Pal. Ind., Cret. Fauna III, Pelecypoda pag. 384. Pl. 24. fig. 5; Pl. 25. fig.1. 

? P. laticostata Stol. eb. pag. 385. Pl. 25. fig. 2. 3; Pl. 26. fig. 4. 

Die Schale bildet eine gerade, sehr lang gestreckte Pyramide mit rhombischem Querschnitte, der sich 
in den schmälsten Abänderungen einem Quadrate nähert, in den breiteren mehr linsenartig erscheint. Unser 
normalster Steinkern, II. Taf. 14. Fig. 2, von welchem das hintere klaffende Ende wegen Mangels an Raum 
nicht mitgezeichnet ist, erreicht bei nahe 25 cm. Länge dort fast 7 cm. Breite und 4,5 cm. Dicke, so dass 
sich die grösste Breite zur Länge verhält nahezu wie 1:4, was mit den Dimensionen in d’Orbigny’s Abbil- 
dung übereinstimmt. Bei flacher entwickelten oder etwas gedrückten Abänderungen nähert sich dieses Ver- 
hältniss den Zahlen 1:3, was den Abbildungen von Zittel entspricht. Zittel’s Beschreibung passt übrigens 
sehr genau auf jenes weit grössere Exemplar: «Der gekielte, durch eine Längsspalte getheilte Rücken liegt 
fast genau in der Mitte der Schale; vor ihm auf der oberen Seite befinden sich 6—8 erhabene, glatte, ge- 
rade Rippen, welche durch doppelt so breite, flach vertiefte Zwischenräume getrennt sind. Auf der unteren 
Hälfte befinden sich etwa 4—5 solcher Rippen, von welchen jedoch einige oft nur noch schwach hervor- 
treten, Die äusserste derselben wird durch eine Anzahıl breiter, runzeliger Falten berührt, welche am unteren 
Rande entspringen, schräg über die Schale setzen und einen spitzen Winkel mit dem Rücken bilden. Die 
Schale selbst ist glatt.» 

Die Anzahl der Rippen auf der unteren Hälfte sinkt zuweilen auf nur 2 herab, wie schon Goldfuss 
für P. quadrangularis geltend macht; mitunter kommt es auch vor, dass sich zwischen einigen der stärkeren 
Rippen kürzere und schwächere einlegen, so an P. arata Stoliczka a. a. O. Pl. 25 fig. 1., während P. arata 
Stol. eb. Pl. 26. fig. 5 von der gewöhnlichsten Beschaffenheit der P. eretacea nicht abweicht. 


Vorkommen: Aus dem unteren Quader Sachsens ist diese langgestreckte Pinna noch nicht bekannt. 
sie erscheint vielmehr zuerst in dem Mittelquader von Gross-Cotta (II. Taf. 14. Fig. 3) neben der breiteren 
P. decussata, ist aber die vorherrschende Form in dem oberen Quader des Elbthales, wie in den Bornbrüchen 
gegenüber Schandau und in den Brüchen von Postelwitz auf der rechten Elbseite. Das Dresdener Museum 
besitzt diese Art aus dem oberen Quader von Haldem in Westphalen und von Waldau bei Görlitz; sie wurde 
vom Verfasser früher in dem oberen Quadersandsteine des Aachener Waldes aufgefunden. Zu ihr gehören 
Exemplare aus dem Grünsandsteine von Kieslingswalda im Glatzischen und aus dem oberen Quadermergel 
von Kreibitz, sowie aus dem Quader am südlichen Abhange des Hochwaldes in Böhmen; Gümbel fand sie in 
oberturonen und untersenonen Schichten von Bayern; v. Hagenow eitirt sie aus der Kreide von Rügen; aus 
der Tufikreide von Maestricht stammen die zuerst abgebildeten Exemplare. Nach Zittel ist sie 


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häufig in den Gosaugebilden der nordöstlichen Alpen, sowie in dem oberen Kreidemergel von Dülmen und 
Haldem in Westphalen. D’Orbigny führt sie aus turonen Schichten von Uchaux (Vaucluse), Montrichard 
(Loir-et-Cher) in Frankreich und aus senonen Ablagerungen von Pondichery in Ostindien an, während Sto- 
liezka die P. arata in die Trichonopoly-Gruppe und P. laticostata in die Arrialoor- und Ootatoor-Gruppe 
verweist. 


Mytilus L. 1758. (Modiola Lam. 1799.) — I. S. 213. 
1. M. (Modiola) Cottae A. Röm. — I. pag. 214. Taf. 48. Fig. 4—8. 


Vorkommen: Auch im oberen Quader von Lückendorf, Oberlausitz. 


32. M. (Modiola) siliqua Matheron. — I. pag. 215. Taf. 47. Fig. 3; II. Taf. 15. Fig. 4. 

3. M. (Modiola) reversa Sow. — I. pag. 216. Taf. 48. Fig. 9. Var. 

4. M. (Modiola) capitata Zitt.. — I pag. 217. Taf. 48. Fig. 10; II. Taf. 16. Fig. 9. 10. 
Taf. 19. Fig. 10. 

5. M. (Modiola) flagellifera Forbes sp. — II. Taf. 15. Fig. 5. 

1846. Mytilus (Modiolus) flagelliferus Forbes. 

1850. Myt. fl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 247. 

1866. Mod. fl. Zittel, d. Bivalven d. Gosauformation, pag. 82 (6), Taf. 12. fig. 2. 

1871. Desgl. Stoliczka, Pal. Ind. Cret. Fauna, Pelecypoda, pag. 379. Pl. 24. fig. 1. 2 

Die schmale, Solen-artige Schale ist sehr verlängert und fast eylindrisch gewölbt, an ihrem vorderen 
schmäleren Ende, wo sich der kleine Wirbel befindet, stumpf-gerundet, hinten mehr ausgebreitet und schief 
abgerundet. Von dem Wirbel aus läuft nach hinten ein mehr oder weniger deutlicher Kiel, unterhalb dessen 
die Schale nach der Mitte ihres Unterrandes hin etwas eingebogen ist. Scharf hervortretende runzelige 
Falten, die an dem geradlinigen Oberrande entspringen, spalten sich in der Nähe des Kieles in feineren Streifen, 
welche weit undeutlicher und in der Richtung des Unterrandes nach dem vorderen Ende laufen. 

Vorkommen: Diese ausgezeichnete und seltene Muschel liegt in mehreren deutlichen Exemplaren 
aus dem oberen Quader von Tanneberg bei Schönlinda in Böhmen und dem oberen Quader von Waldau bei 
Görlitz vor. Sie zeigt sich nach Zittel vereinzelt in den Gosaugebilden der nordöstlichen Alpen und wurde 
von Stoliczka in der Arrialoorgruppe Südindiens bei Pondicherry entdeckt. Nach d’Orbigny in turonen 
Schichten von Plan d’Aups (Bouches-du-Rhöne) in Frankreich. 


Fam. Arcacidae. 
Arca L. 1799. (Cucullaea Lam. 1801.) — 1. S. 220. 


1. A. Geinitzi Reuss. — I. Taf. 16. Fig. 7. 8. 


1842. A. radiata Gein. Char. III. pag. 78. Taf. 20. fig. 13. 14. 

1844. Reuss, geogn. Skizzen II. pag. 192. 

1846. Reuss, Böhm, Kreidef. II. pag. 11. Taf. 34. fig. 31. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 164. 

1858. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1. pag. 756. 

Die längliche Schale, deren niedriger Wirbel in ein Drittheil der Länge fällt, ist doppelt so lang als 
hoch, flach-gewölbt, vorn und hinten schwach abgerundet und stumpfwinkelig an den Schlossrand anstossend. 
Sie fällt nach dem letzteren, sowie nach dem Hinterrande sanft geneigt ab und bildet in ihrer Mitte eine 


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nach unten ziehende sanfte Einbuchtung. Ihre ganze Oberfläche ist dicht mit feinen ausstrahlenden Linien 
besetzt, die sich durch Einsetzung neuer Linien vermehren und durch sie durchkreuzende feine concentrische 
Linien granulirt erscheinen. 

Von A. radiata Mün. unterscheidet sich A. Geinitzi, wie schon von Reuss hervorgehoben wurde, 
durch das weniger gerundete vordere Ende, den Mangel einer deutlichen Rückenkante und ihre netzförmige 
Zeichnung. 

Vorkommen: Vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen, im oberen Plänermergel von Luschitz in 
Böhmen, bei Roding und am Marterberge in Bayern. 


2. A. strehlensis Gein. — II. Taf. 16. Fig. 5. 


Sie hat einen länglich-rhomboidalen Umfang, indem Ober- und Unterrand fast parallel laufen, die 
kurze vordere Seite nur schwach gerundet, und der Hinterrand schief abgeschnitten ist. Der kleine Wirbel 
liegt nahe dem vorderen, oben etwas vorspringenden Ende. Hinter ihm bildet sich eine breite flache Ab- 
dachung aus, die sich vom Schlossrande bis an die untere Ecke des Hinterrandes zieht. Im Allgemeinen ist 
die Oberfläche der Schale glatt, doch zeigen sich an ihrer vorderen Seite einige feine ausstrahlende Linien. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen. 


3. A. subglabra d’Orb. — II. Taf. 16. Fig. 1—4. 


1834—40. Arca glabra Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 149. Taf. 124. fig. 1. (Nicht Cucullaea glabra Sow.) 

1843. (Oucullaea glabra Gein. Kiesl. pag. 14. Taf. 3. fig. 4. 5. 7. 

1844. A. Matheroniana d’Orbigny Pal. frang. terr. er&t. III. pag. 238. Pl. 325. 

1850. A. Matheroniana u. A. subglabra d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 196. 244. 

Meist von quer-oval-rhomboidischem Umriss unterscheidet sich A. subglabra von A. glabra Park. sp. 
durch eine mehr gerundete Kante an der hinteren Grenze des Rückens, welcher letztere keine Einsenkung 
von dieser Kante zeigt, sondern gleichmässig gewölbt ist, bis er nach dem gerundeten Vorderrande hin all- 
mählich abfällt. Dies entspricht zugleich einer etwas deutlicheren Rundung des Unterrandes und einer stär- 
keren Abrundung der hinteren Ecke, als dies bei A. glabra der Fall ist. Dagegen fehlt eine ähnliche Längs- 
furche auf der hinteren, steil abschüssigen Fläche der Schale auch ihr nicht. 

Der fast mittelständige Wirbel ist stark niedergebogen, so dass die grösste Dicke der bauchigen 
Schale in deren Mitte fällt, während sie bei A. glabra meist etwas höher hinaufgerückt ist. Ueber die 
ganze Oberfläche laufen concentrische Anwachsstreifen hinweg, die gedrängt an einander liegen. 


Als Typus für A. subglabra gelten die von Goldfuss abgebildeten Exemplare, welche am Luisberge 
bei Aachen sehr häufig vorkommen. Dieselben zeigen in ihrem Umrisse allerdings eine unverkennbare Aehn- 
lichkeit mit Cucullaea fibrosa Sow., womit sie d’Orbigny nach Pal. fr. III. pag. 212 vereinigt hatte, indess 
ist A. fibrosa an ihrem Unterrande noch stärker gerundet, ihre Schale weniger bauchig-gewölbt und fällt 
nach dem Hinterrande nicht so steil ab, wie bei A. subglabra, wie auch Exemplare der A. fibrosa von der 
Insel Wight belehren. 

Dass A. Matheroniana d’Orb. aus turonen Schichten von Uchaux von A. subglabra nicht verschieden 
ist, geht aus den Abbildungen d’Orbigny’s und den Exemplaren von Kieslingswalda hervor, welche d’Orbigny 
zu A. Matheroniana gezogen hat. Ob der an den Schlossrand stossende Winkel am Vorderrande stumpf- 
winkelig ist, wie in d’Orbigny’s Abbildung, oder etwas spitzer, wie nach Goldfuss, ist unwesentlich. Diesem 


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Namen gebührt als dem einige Jahre früher aufgestellten die Priorität, und wenn trotzdem der passendere 
Name «subglabra» hier an die Spitze gestellt worden ist, so lässt sich dies vielleicht dadurch rechtfertigen, 
dass dieser Name zuerst auf die typischen Exemplare dieser Art übertragen worden ist, während auch Math6- 
ron die seinen Namen führenden Typen gleichfalls als Arca glabra bezeichnet hatte. 

Es ist die Schale der A. subglabra sehr veränderlich, im Allgemeinen aber hat sie mehr Neigung 
zu einer Ausdehnung nach vorn hin, während A. glabra meist die entgegengesetzte Richtung vorzieht. Es 
kommen bei Kieslingswalda, sowie am Marterberge bei Passau Exemplare der A. subglabra vor, welche durch 
ihre starke Ausdehnung nach dem vorderen Ende der Schale hin eine Gestalt angenommen haben, die mehr 
an eine Panopaea oder einen Myacites des Muschelkalkes erinnert, als an eine Arca, anderseits schliessen 
sich sehr verkürzte Exemplare aus dem untersenonen Kreidemergel von Osterfeld in Westphalen an A. sub- 
glabra an, welche mehr das Ansehen eines Cardium gewinnen, da ihre Breite von ihrer Höhe weit über- 
troffen wird. 

Vorkommen: A. subglabra ist in oberturonen und untersenonen Ablagerungen gemein. Aus dem 
Elbthale liegen mehrere Exemplare aus dem oberen Pläner von Strehlen, sowie zwischen Neundorf und 
Kritzschwitz bei Pirna, aus dem oberen Quadersandstein des hohen Schneeberges, sowie dem oberen Quader- 
mergel von Lückendorf, in der Oberlausitz und bei Kreibitz in Böhmen vor. Sie kommt sehr häufig in dem Grün- 
sande von Kieslingswalda im Glatzischen, nach Goldfuss bei Quedlinburg Coesfeld und Aachen vor, in dem oberen 
Kreidemergel des Marterberges bei Passau, und nach d’Orbigny in turonen Schichten von Uchaux und Saint- 
Christophe (Indre-et-Loir) in Frankreich. 


Pectunculus Lamarck. — 1. S. 223. 
1. P. Lens Nilss. I. pag. 224. Taf. 49. Fig. 12; II. Taf. 16. Fig. 6. 


Fam. Nuculidae. L 
Nucula Lam. 1799. 
N. pectinata Sow. — Taf. 17. Fig. 5—5. 


1818. Sowerby, Min. Conch. Pl. 192. fig. 7—10. 
1822. Mantell, Geol. of Sussex pag. 94. Pl. 19. fig. 5. 6. 9. 
1827? N. truncata Nilsson, Petr. Suec. pag. 16. Tab. 5. fig. 6. 
1837? Desgl. Hisinger, Leth. Suec. pag. 59. Tab. 18. fig. 8. 
1840. N. Blochmanni Gein. Char. II. pag. 50. Taf. 10. Fig. 8. 
1841. N. striatula A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 68. Taf. 8. fig. 26. 
1842, N. truncata Gein. Char. III. pag. 77. Taf. 20. fig. 25. 
1843. N. pectinata d’Orbigny, Pal. fr. terr. eret. III. pag. 177. Pl. 303. fig. 8-14. 
1846. Desgl. Gein. Grundr. d. Verst. pag. 445. 
Desgl. Reuss, Böhm. Kreidef. I. pag. 5. Taf. 34. fig. 1—5. 
1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. pag. 160. 
1850. Desgl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. 138; N. striatula eb. pag. 243. 
1858. Gümbel, Geogn. Beschr. des Kön. Bayern, I. 1. pag. 755. 
1865. v. Eichwald, Lethaea Rossica, II. pag. 586. Tab. 22, fig. 17. 


Schale quer-oval-dreiseitig, vorn schief abgeschnitten und unten stumpfeckig, hinten verlängert, ver- 
schmälert und gerundet. Vor den Wirbeln liegt ein vertieftes herzförmiges Feld. Der Unterrand ist ge- 
rundet. Dicht stehende radiale Streifen an der Oberfläche werden von schmäleren Zwischenfurchen getrennt. 


Es kommen in dem Plänerkalke von Strehlen und in Böhmen schmälere Varietäten neben den 
breiteren Schalen vor, doch lassen sich diese von einander eben so wenig trennen, als Nucula pectinata Sow. 
und d’Orb. aus dem Gault von N. striatula Röm. u. A. aus dem Plänerkalke. 

Vorkommen: Nicht selten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, wahrscheinlich auch in 
dem oberturonen Plänermergel an der Walkmühle bei Pirna. Noch Reuss vorherrschend in dem Plänerkalke 
von Hundorf und oberen Plänermergel von Luschitz, Priesen etc. in Böhmen, selten im unteren Pläner von 
Kosstitz ete., nach Gümbel in oberturonen und untersenonen Schichten in Bayern bei Roding und Passau, 
sowie nach v. Eichwald in dem Kreidemergel von Ssimbirsk etc. 

Sowerby führt als Fundorte für N. peetinata den Kreidemergel von Sussex, Folkstone und Dover 
an, Mantell verweist sie in den Gault, ebenso d’Orbigny, der sie aus dem Terrain albien des Pariser und 
mittelländischen Bassins citirt. N. trumcata Nilss. stammt aus der oberen Kreideformation von Käseberga in Schonen. 


2. N. sublineata Gein. — I. Taf. 17. Fig. 6—8. 


Eine kleine quer-elliptische Art mit fast mittelständigem Wirbel, einer geraden vorderen und einer 
schwach eingebogenen hinteren Schlosskante. Der Vorderrand ist gerundet, der Hinterrand bildet mit dem 
Schlossrande eine fast rechtwinkelige Ecke. Der gebogene Unterrand verläuft allmählich in Vorder- und 
Hinterrand. Die Oberfläche ist mit zarten ausstrahlenden Linien bedeckt, wodurch sich diese Art von der 
ihr übrigens sehr ähnlichen N. lineata Sowerby bei Fitton (Obs. on some of the strata between the Chalk, 
Pl. 17. Fig 9) aus dem Grünsande von Blackdown unterscheidet. 

Die ihr gleichfalls nahe verwandte N, producta Nilss. (Petr. Suec. p. 16. Tab. 10 Fig. 5) aus der 
oberen Kreide von Schonen und dem oberen Plänermergel Böhmens ist mit regelmässigen concentrischen 
Streifen verziert und entbehrt alle ausstrahlenden Linien. 

Steinkerne unserer Nucula (Il. Taf. 17. Fig. 8) lassen einen einfachen Manteleindruck erkennen, 
welcher nur dicht an dem hinteren Muskeleindrucke einen kurzen einspringenden Winkel bildet. Dies kann 
wohl kaum berechtigen, diese Art von Nucula zu trennen und zu Leda Schumacher oder Yoldia Müller zu 
stellen, welchen Gattungen ihre äussere Form entspricht. 

Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla. — Eine in den oberen Schichten des 
unteren Pläners, vielleicht schon im mittleren Pläner des Tunnels von Oberau aufgefundene Nucula ist Taf. 50. 
Fig. 13. abgebildet. Sie unterscheidet sich von N. sublineata, ausser ihrer bedeutenderen Grösse durch stärkere 
Ausbreitung nach dem hinteren Ende, das zugleich etwas höher wird. Ausstrahlende Linien sind auf ihr 
nicht zu bemerken. 


Fam. Trigoniidae. 

Trigonia Bruguiere, 1789. — I. pag. 224. 

Tr. aliformis Park., Trigonia limbata d’Orb. und Trigonia scabra Lam. 
a. Trigonia aliformis Park. 


1811. Parkinson, Organic Remains, IH. pag. 175. Pl. 12. fig. 7. 
1818. Sowerby, Mineral Conchology, Pl. 215. 
1840. Agassiz, Etudes critiques sur les Mollusques fossiles, I. pag. 31. Tab. 7. fig. 14--16; Tab. 8. fig. 12. 
1843. Geinitz, Kieslingswalda, pag. 14. Taf. 2. fig. 15. 16. 
D’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III. pag. 143. Pl. 291. fig. 1—3. 
1850. Deshayes, Trait& @l. de Conchyliologie, Pl. 33. fig. 3. 


b. Trigonia limbata d’Orb. 


1843. D’Orbigny, Pal. frang. terr. er6t. III. pag. 156. Pl. 298. 
1850. D’Orbigny, Prodrome de Paleont. II. pag. 240. 
1864. Zittel, die Bivalven der Gosaugebilde in den nordöstlichen Alpen, pag. 56 (160.) Taf. 9. fig. 1. 


c. Trigonia scabra Lam. 1819. 


1834—40. Lyriodon aliforme Goldf. Petr. Germ. II. pag. 203. Taf. 137 fig. 6. 
1835. Brongniart, deser. g6ol. des env. de Paris 3. ed. pag. 173. Pl. Q. fig. 5. 
1840. Agassiz, Etudes critiques sur les Mollusques fossiles, I. pag. 28. Tab. 10. fig. 1—5. 
1843. D’Orbigny, Pal. frane. terr. cret. III. pag. 153. Pl. 296. 
1850. Deshayes, Trait& &. de Conch. Pl. 33. fig. 6. 
1864. Zittel, die Bivalven der Gosaugebilde in d. nordöstl. Alpen, pag. 57. Taf. 9. fig. 2. 
1871. Stoliezka, Cret. Fauna of South. India, III. Pelecypoda pag. 314. Pl. 15. fig. 24—26; Pl. 16. fig. 35—40. 


Diese drei durch Uebergänge eng mit einander verbundenen und leicht zu verwechselnden Arten haben 
zunächst eine nierenförmig-dreiseite Form gemein, indem sich Vorder- und Unterrand zu einem sprenkelartigen 
Bogen verbinden, und das lange hintere, mit einer Längsfurche eingefasste Feld mehr oder minder concav 
eingebogen ist. Sie sind ferner mit zahlreichen hohen Längsrippen versehen, die an dem Rande des hinteren 
Schildes oder an jener Längsfurche entspringen und bogenförmig nach dem Vorderrande und Unterrande 
hin laufen, wo sie mit jenen der anderen Schale alterniren. Der obere oder innere Theil des hinteren 
Schildes ist schwächer gerippt und diese Rippen stossen mit jenen nach unten laufenden Rippen unter spitzem 
Winkel zusammen, wenn letztere hier nicht undeutlich sind. 

Bei T. aliformis ist das hintere Ende der Schale am stärksten, fast schnabelartig verlängert und es 
tritt an dem Unterrande dort eine deutliche Einbiegung hervor; 7. scabra von Uchaux u. a. O. Frankreichs 
ist unter den genannten Arten die kürzeste Form, bei welcher man eine derartige Einbiegung des Unter- 
randes vermisst; 7. limbata bildet in diesen Beziehungen eine Mittelstufe zwischen beiden. 

Rippen und die sie trennenden breiten Zwischenräume werden von gedrängt liegenden concentrischen 
Anwachsstreifen überschritten, wodurch erstere oft knotig und bei 7. scabra selbst spitz-höckerig erscheinen. 
Die Rippen dieser Art sind nach Exemplaren von Uchaux am schmälsten, und diesen nähern sich die Ab- 
bildungen von Brongniart und von Goldfuss (Zyriodon aliforme) am meisten, während sie nach den Abbil- 
dungen von Deshayes und Zittel etwas dicker und oft nur mit rundlichen Knoten besetzt erscheinen, wie auch 
an einem Exemplare in dem Dresdener Museum, das wahrscheinlich aus der Gegend von Aachen stammt. 

Bei Trigonia aliformis sind nach den citirten Abbildungen die Rippen der Schale am dicksten, 
weniger zahlreich und nur mit undeutlicheren, stumpfen Knoten besetzt. 

Bei Trigonia limbata, auch hierin eine wahre Mittelstufe, gestalten sich die Rippen mehr dachförmig 
und grösstentheils glatt, wiewohl sich hier und da, auch nach Zittel’s Abbildungen, ganz ähnliche rundliche 
Höcker darauf erheben, wie bei 77. scabra und Tr. aliformis. 


Vorkommen: Aus dem Elbthale Sachsens selbst ist dem Verfasser nur ein Abdruck bekannt 
geworden, der in einer Sandsteinplatte bei Ober-Vogelgesang bei Pirna zu beobachten war und auf Tr. ali- 
formis oder Tr. limbata schliessen liess. 


Die in dem oberen Quader und Quadermergel bei Kreibitz vorkommende Trigonia ist eine normale 


T. limbata, während einige bei Tanneberg an der böhmischen Nordbahn durch Hrn. Apotheker Kinne ge- 
fundenen Exemplare entweder zu Zr. aliformis oder Tr. limbata gehören. 


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Tr. aliformis Park. geht von dem Gault des Pariser Beckens durch den cenomanen Grünsand von 
Blackdown bis in den oberturonen oder untersenonen Grünsand von Kicslingswalda hinauf, welchem der obere 
Quadermergel am Salzberge bei Quedlinburg mit seinen Steinkernen von Zrigonia aliformis oder Tr. limbata, 
und der Eisensandstein vom Luisberg bei Aachen mit Tr. scabra durch eine sehr grosse Anzahl gleicher 
Fossilien entsprechen. In den Gosaugebilden der nordöstlichen Alpen kommen Tr. limbata und Tr. scabra 
gleichzeitig vor. Tr. scabra findet sich nach Stoliezka in der Trichonopoly- und Arrialoor-Gruppe Süd-Indiens. 


Fam. Crassatellidae. 

Crassatella Lam. 1799. — S. I. pag. 225. 

1. Cr. regularis d’Orb. — I. pag. 225. Taf. 50. Fig. 4. II. Taf. 17. Fig. 9. 
2. Cr.? sp. — Taf. 17. Fig. 10. 


Die ungleichseitig-dreiseitige Schale ist vorn sehr verkürzt und gerundet, nach hinten verlängert und 
in eine gerundete Ecke verlaufend. Ihre weit vortretenden Wirbel nähern sich dem vorderen Ende. Sie ist 
mässig gewölbt und fällt nach dem langen schief abgeschnittenen, nur unten gerundeten Hinterrande sanft- 
gewölbt ab. In der Mitte dieser abschüssigen Fläche zieht sich eine schwache Längsfurche herab. Hinter 
den Wirbeln liegt ein kurzes lanzettförmiges Bandfeld, vor ihnen eine ähnliche schmale Vertiefung. Die Ober- 
fiäche ist unregelmässig gestreift. Diese Art nähert sich einigermaassen der Or. Austriaca Zittel (die Bivalven 
der Gosaugebilde, pag. 47 (151), Taf. 8. Fig. 1.) 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen. 


Fam. Carditidae (Oyprinidae) d’Orb. 
Cardita Bruguiere, 1789. (Venericardia Lam. 1801.) 
C. tenuicosta Sow. sp. — Il. Taf. 17. Fig. 11—13. 


1837. Venericardia tenuicosta Sowerby bei Fitton, on some of the strata below the Chalk, pag. 335. Pl. 11. fig. 7*. 
1810—42. Cardita parvula u. Venericardia tenuicosta Gein. Char. I. pag. 51. 76. Taf. 11. fig. 5. 

1843. D’Orbigny, Pal. frang. terr. er. III. pag. 87. Pl. 268. fig. 1—5. 

1844. Cardita corrugata Reuss, Geogn. Skizzen aus Böhmen II. pag. 190. 

1846. Gein. Grundr. d. Verst. pag. 435. 

Reuss, Böhm. Kreidef. I. pag. 4. Taf. 23. fig. 16. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 156. 

1850. D’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 137; C. Cottaldina d’Orb. ib. pag. 161 z. Th.; C. Geinitzü d’Orb. ib. pag. 239. 

1868. Cardita tenuicostata Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1. pag. 755. 

Die mehr oder minder stark gewölbte Schale ist quer-oval, undeutlich vierseitig, und besitzt einen 
vorstehenden, vor der Mitte liegenden Wirbel, unter welchem sie tief eingedrückt ist. Ihre Vorderseite ist 
gerundet und nach unten verkürzt, der schwächer gebogene Hinterrand grenzt mit einer gerundeten Ecke 
an den Schlossrand an und verläuft mit einer schnellen Abrundung in den Unterrand. Ihre ganze Oberfläche 
ist mit feinen ausstrahlenden Rippen bedeckt, welche von ziemlich regelmässigen concentrischen Streifen und 
stärkeren Anwachsringen durchkreuzt werden, wodurch sie zum Theil wellenförmig erscheinen. 

Ein durchgreifender Unterschied zwischen den Exemplaren von Strehlen und jenen aus England, 
Frankreich und Böhmen liess sich nicht ermitteln, wenn auch hier und da bei den ersteren der Wirbel etwas 
schlanker hervortritt. 


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Vorkommen: Sowerby’s Abbildung eines Exemplares aus dem Gault Englands entspricht sehr genau 
jenen von d’Orbigny aus dem Albien Frankreichs und von Reuss aus verschiedenen jüngeren Ablagerungen 
in Böhmen, und an diese schliessen sich unsere Exemplare unmittelbar an. Ihr Vorkommen reicht demnach 
von dem Gault (©. tenwicosta d’Orb.), durch cenomane und turone Schichten Böhmens, vom unteren Pläner 
bei Kosstitz an bis in den oberen Plänermergel von Priesen und Luschitz hinauf (C. Cottaldina d’Orb. z. Th., 
jedoch verschieden von d’Orbigny’s Abbildungen dieser Art). In dem Plänerkalke von Strehlen und Wein- 
böhla in Sachsen (C. Geinitzii a’Orb.) ist sie nicht selten und erreicht oft 2 cm. Grösse. Vereinzelte 
Exemplare von ihr wurden auch in dem senonen Plänermergel des Wesnitzgrundes bei Pirna und bei 
Böhmisch-Kamnitz gefunden. Gümbel nennt sie aus untersenonen Schichten des Marterberges bei Passau. 


Fam. Lucinidae. 
Mrutiella Stoliczka, 1870. 


Als Typus für diese mit Corbis Cw. nahe verwandte Gattung wird Corbis rotundata d’Orb. hin- 
gestellt, welche auf Venus Ringmerensis Mant. zurückzuführen ist. Stoliezka hat sich zugleich (Cret. Fauna 
of South. India III. pag. 248) gegen die Verwendung des Namens Fimbria statt Corbis ausgesprochen. 


1. M. Ringmerensis Mant. sp. — 11. Taf. 16. ‚Fig. 11—13. 


1822. Venus? Ringmerensis Mantell, Geol. of Sussex, pag. 126. Tab. 25. fig. 5. 

1840. Cueullaca Roemeri Gein. Char. I. pag. 50. Taf. 10. fig. 10. 11; Taf. 20. fig. 15. 

1843. Corbis rotundata d’Orbigny, Pal. fr. terr. er6t. III. pag. 113. Pl. 280. 

1846. Arca (Cue.) Roemeri Reuss, Böhm. Kreidef. II. pag. 13. Taf. 34. fig. 41. 42. 

1849. Arca Ringmerensis Gein. Quad. Deutschl. pag. 162. 

1850. Corbis rotundata u. Arca Roemeri d’Orbigny, Prodr. de Pal. pag. 162 u. 244. 

1864. Fimbria coarctata Zittel, die Bivalven der Gosaugebilde, pag. 45 (149), Taf. 7. fig. 5. 

Die bauchig gewölbte, rundliche Schale ist etwas breiter als hoch und besitzt einen stumpfen nieder- 
gebogenen, sich nach vorn richtenden Wirbel, welcher bald vor, bald hinter der Mitte der Schale liegt. Die 
Schale ist vor dem Wirbel deutlich eingedrückt. Vorder- und Hinterrand grenzen an den Schlossrand stumpf- 
winkelig oder mit einer gerundeten Ecke an und verbinden sich unter einer regelmässigen Rundung mit dem 
Unterrande. Die stärkste Wölbung der Schale fällt in die Mitte. Die verschiedene Lage des Wirbels und 
die grössere oder geringere Breite der Schalen sind hier meist die Folge eines zufälligen Druckes. Ebenso 
wenig Gewicht ist bei dieser Art auf eine deutlichere oder undeutlichere Längsstreifung zu legen, welche an 
Exemplaren von Plauen oft sehr deutlich ausgesprochen, an jenen von Strehlen zum Theil gänzlich ver- 
schwunden ist. 

Ueber diese gedrängt liegenden ausstrahlenden Rippen oder Linien, welche die ganze Oberfläche 
bedecken, laufen concentrische Anwachsstreifen hinweg, welche an Steinkernen von Strehlen die ausstrahlenden 
Linien fast ganz zu verdrängen pflegen. 

Von dem Schlossapparate, welcher in d’Orbigny’s und Zittel’s Abbildungen ersichtlich wird, sind an 
unseren Exemplaren nur Andeutungen der eigenthümlichen Nebenzähne bemerkbar, die auch die frühere 
Stellung dieser Art zu Arca oder Cucullaea veranlasst haben. 


Vorkommen: Selten im unteren Pläner von Plauen und zwar mit deutlich gerippter Schale, ganz 
dem Vorkommen der Corbis rotundata d’Orb. in cenomanen Schichten Frankreichs, bei Le Mans, Rouen, 
Montignac, La Malle, Eoux entsprechend; häufiger im Plänerkalke von Strehlen, mit oder ohne Längsstrei- 


Palaeontographica XX. 2. Abth. 2. 9 


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fung, bis 63 mm. lang und 56 mm. hoch, Weinböhla, Hundorf in Böhmen, Buchleitner bei Söldenau in 
Bayern; Fimbria coarctata Zittel häufig in den Gosaugebilden am Wolfgang-See, in der Gosau etc. 


Eriphyla Gabb, 1864. 


E. lenticularis Goldf. sp. — 1I. Taf. 17. Fig. 1. 2; Taf. 18. Fig. 1. 2. 


1834—40. Lucina lentieularis Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 228. Taf. 146. fig. 16. 
1840—42. Lucina Reichü u. L. circularis Gein. Char. II. pag. 49. Taf. 16. fig. 7; III. pag. 76. Taf. 20. fig. 4. 

1841. Lucina Reichü u. L. lens A. Römer, nordd. Kr. pag. 75. Taf. 9. fig. 14. 15. 

1843. Lucina lenticeularis Gein. Kiesl. pag. 13. Taf. 2. fig. 4—6. 

1846. Desgl. Reuss, Böhm. Kreidef. II. pag. 4. Taf. 33. fig. 20—24; Taf. 37. fig. 17; Taf. 41. fig. 10. 

1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. pag. 158. ö 

1858. Desgl. Gümbel, Geogn. Beschr. des Königr. Bayern, II. 1. pag. 755. 

1871. Eriphyla lenticularis Stoliczka, Cretac. Pelecypoda of South. India, pag. 181. Pl. 6. fig, 7—13. 

Ihre sehr gleichmässig- und flach-gewölbte Schale ist fast kreisrund und besitzt einen kleinen, schwach 
vorwärts gebogenen Wirbel, welcher bald vor, bald hinter der Mitte liegt. Die Form dieser Art unterliegt 
überhaupt manchen Schwankungen, und man findet bald breitere, bald höhere Abänderungen, deren Umfang 
oft etwas füniseitig ist, da namentlich Ober- und Hinterrand eine stumpfe Ecke zu bilden suchen. Normale ° 
Exemplare sind durch Goldfuss von Aachen, durch den Verfasser von Kieslingswalda abgebildet worden. 
Ihre ganze Oberfläche ist dicht mit concentrischen Streifen bedeckt, welche jedoch auf Exemplaren aus dem 
Plänerkalke meist verwischt sind, was überhaupt für die meisten dort gefundenen Muscheln gilt. 

Ein Steinkern von Kieslingswalda auf Taf. II. Fig. 18. a. lässt die Bucht in dem Manteleindrucke 
deutlich erkennen, wonach diese Art von Lucina geschieden und zu Eriphyla gestellt worden ist, welche 
Gattung Stoliezka in die Familie Veneridae verweist. 


Vorkommen: Nicht selten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, sehr vereinzelt in älteren 
Schichten Sachsens. In Bayern kommt sie nach Gümbel in unter- und oberturonen Ablagerungen vor, in 
Böhmen begegnet man ihr häufig in dem unteren Quadersandsteine von Tyssa, im Plänersandsteine und 
Plänerkalke bis hinauf in den:;oberen Quadermergel von Kreibitz und oberen Quader von Tanneberg an der 
Böhm. Nordbahn, Hermsdorf, N. W. von Gabel. Am häufigsten ist E. lenticularis in uutersenonen Ab- 
lagerungen, wie in dem Grünsande von Kieslingswalda, anı Salzberge bei Quedlinburg, am Luisberge bei 
Aachen. Nach Stoliczka in der Trichonopoly-Gruppe O. von Anapaudy, N. von Serdamungalum und bei 
Olapaudy in Süd-Indien. ’ 


Fam. Cyprinidae. 
Cyprina Lam. 1812. 
1. C. quadrata d’Orb. — 1. Taf. 17. Fig. 14—16. 


1840. Isocardia ceretacea Gein. Char. II. pag. 53. Taf. 11. fig. 6. 7. 

1843. C. quadrata d’Orbieny, Pal. fr. t. er. IH. pag. 104. Pl. 276. — O. Ligeriensis dOrb. ib. pag. 103 z. Th., Pl. 
275. fig. 4. 5) nicht fig. 1. 2). 

1849. C. quadrata Gein. Quad. Deutschl. pag. 156. 

1850. Desgl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 195; ©. Noueliana d’Orb. ib. pag. 195. 

1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, U. 1. pag. 755. 


Die hochanschwellende Schale ist vierseitig oder rhombisch, da der schwach-gebogene Hinterrand so- 
wohl mit dem Oberrande als auch dem Unterrande eine Ecke bildet. Der auffallend grosse Wirbel drängt sich 


eng 


dem vorderen Ende zu, ragt selbst darüber hinaus und ist bis auf den Schlossrand herabgebogen. Von der 
Spitze des Wirbels zieht sich ein stumpfer Rücken nach der unteren Ecke des langen Hinterrandes. Der 
sehr verkürzte vordere Schalenrand ist gerundet. Ihre ganze Oberfläche ist mit flachen concentrischen An- 
wachslinien bedeckt. 

C. quadrata unterscheidet sich von ©. Ligeriensis d’Orb., Pl. 275. fig. 1.2, welche im oberen Quader- 
mergel von Kieslingswalda im Glatzischen und von Kreibitz in Böhmen vorkömmt, durch ihre mehr vier- 
seitige Form, ihren sich weiter nach vorn hin drängenden Wirbel und eine deutlichere hintere Rückenkante; 
bei ©. rostrata Sow. bei Fitton, 1. c. pag. 341. Pl. 17. fig. 1, aus dem Grünsande von Blackdown ist der 


Umfang der Schale mehr dreiseitig, indem sich der Schlossrand nach hinten weit mehr verlängert und das 
hintere Schalenende daher schmäler wird. 


Vorkommen: Selten im unteren Pläner von Plauen, vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen und 
Weinböhla häufiger im oberen Quadersandsteine des Elbthales, wie bei Ober-Vogelgesang, Posta u. s. w. 

Mit dem Vorkommen dieser Art bei Plauen stimmt das in dem unteren Quader von Kelheim (nach 
Gümbel), im Grünsande von Frohnhausen bei Fssen an der Ruhr, sowie in cenomanen Schichten Frankreichs, 
bei Villers, Rouen, Saint-Calais, überein, während das der ©. Noueliana d’Orb. in turonen Schichten Frank- 
reichs unseren Funden im Plänerkalke entspricht. 


2. C. Hübleri Gein. — II. Taf. 17. Fig. 17. 


Die bauchig-gewölbte, quer-oblonge Schale besitzt einen niedergebogenen Wirbel in der Nähe des 
vorderen Endes und fällt von einer gebogenen und gerundeten Kante schnell nach oben und hinten ab. Vor 
den Wirbeln liegt ein deutlich begrenzter herzförmiger Hof, welcher den kurzen, gerundeten Vorderrand be- 
rührt, hinter den Wirbeln zieht sich, unter ähnlicher scharfer Begrenzung, das lange lanzettförmige Bandfeld 
bis an das Ende des Schlossrandes hin, welcher stumpfwinkelig an den Hinterrand angrenzt. Der letztere 
ist Anfangs nur schwach, zuletzt schnell nach dem Unterrande hin gebogen. Die ganze Oberfläche ist eng 
und ziemlich regelmässig concentrisch gestreift. Bei 35 mm. Breite, 23mm. hoch und durch die Mitte beider 
Schalen hindurch 20 mm. dick. 

Am nächsten verwandt mit ihr ist C. procaena Gümbel, 1868, Geogn. Beschr. d. Königreichs Bayern, 
pag. 765, fig. 5, deren Schale jedoch weit kürzer ist. 

Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen ist diese Art zuerst durch einen Veteranen der Palae 
ontologie in Sachsen, den längst verstorbenen eifrigen Sammler Hübler in Strehlen aufgefunden worden. 


Fam. Cardiidae. 

Isocardia Lam., 1799. 

1. I. sublunulata d’Orb. — I. Taf. 17. Fig. 18. 19. 20. 

1841. J. lunulata A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 70. Taf. 9. fig. 5. micht Nyst, 1835. seq. d’Orbigny.) 
1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. pag. 156. 

1850. J. sublunulata d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 242. 


Die bauchig-gewölbte Schale ist im Jugendzustande oval und wird später schief-oval-vierseitig und 
nach vorn verlängert. Ihre weit zurückliegendeu nach vorn eingerollten Wirbel berühren sich fast und um- 


BANN 


schliessen ein stark vertieftes herzförmiges Mondchen, neben welchem sich der vordere Schalentheil stark 
erweitert und zu einer flach abschüssigen ovalen Rundung ausbreitet, die an den langen nur schwach ge- 
bogenen Unterrand angrenzt. Der obere hinter dem Wirbel liegende Rand, welcher fast rechtwinkelig an 
den Unterrand anstösst, umschliesst ein schmales lanzettförmiges Feld für das Ligament. Die Schale zieht 
sich mit ihrer stärksten Wölbung aus der Wirbelgegend nach unten und vorn hin, indem sie nach dem 
hinteren Theile des Unterrandes weit steiler abfällt als nach vorn. Sie ist mit undeutlichen concentrischen 
Streifen bedeckt. Fig. 20 ist ein junges Exemplar dieser Art dargestellt. 


Vorkommen: Gegen 4—5 cm. lang vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla. 


Cardium L. 1758. 


1. C. bipartitum d’Orb. — I. Taf. 17. Fig. 21; Taf. 18. Fig. 5. 


1841. Cardita semistriats A. Römer, nordd. Krejdeg. pag. 67. Taf. 8. fie. 21. 
1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. pag. 156. 
1850  Cardium bipartitum d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 242. 


Die verlängerte Schale ist hochgewölbt und ihrer Länge nach gekielt; sie fällt nach beiden Seiten 
hin steil ab, fast senkrecht nach dem Hinterrande, stark gewölbt nach dem Vorderrande. Die mittelständigen 
Wirbel ragen mit zunehmendem Alter immer weiter hervor und rollen sich mit einer schwachen Biegung 
nach vorn förmlich ein, vor sich ein deutlich begrenztes herzförmiges Mondchen umschliessend. Die grösste 
Breite der Schale liegt über der Mitte ihrer Höhe in der Nähe des schnell sich abrundenden. Oberrandes, 
während sich die Schale nach unten hin keilförmig verengt. Ausstrahlende Linien bedecken den Rückenkiel 
und einen Theil der angrenzenden Seitenflächen. 


Bei 64 mm. Höhe beträgt die grösste Breite des Taf. 18 abgebildeten Exemplares 25 und die Dicke 
einer Schale 22 mm. Junge Exemplare, bei welchen der Wirbel noch schwach entwickelt ist (Taf. 17. Fig. 21), 
besitzen einige Aehnlichkeit mit Cardita modiolus Nilsson (Petr. Suec: pag. 17. Tab. 10. fig. 6), welche 
d’Orbigny zu Isocardia verweist. 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen und in dem Kreidemergel von Iburg im Harz. 


9. C. deforme Gein. — II. Taf. 18. Fig. 8. 

Bei länglich-ovalem Umriss ist die hochgewölbte Schale mit einem der Hinterseite genäherten Längs- 
kiele versehen, von dem sie nach hinten fast senkrecht, nach vorn mit starker Wölbung abfällt. Die 
Wirbel sind, wie bei der vorigen Art, stark niedergebogen und vor ihnen bildet der vordere Schalenrand 
eine flügelartig-vorspringende stumpfe Ecke, während der schief nach unten laufende Hinterrand nur wenig 
hervortritt. 


Die ganze Oberfläche ist mit ungleichen ausstrahlenden Rippen bedeckt, die mit rundlichen Tuber- 
keln besetzt sind, wie bei Cardium alutaceum Goldf. Es wechseln aber, namentlich auf der ganzen Vorder- 
seite, stärkere und schwächere Rippen mit einander ab, ähnlich wie bei ©. alternans Reuss, während die- 
selben in dem mittleren Theile der Schale gleich stark sind. Die eigenthümliche Form der Schale, welche 
diese Art zwischen C. semipartitum und CO. alutaceum stellt, unterscheidet sie ausserdem leicht von anderen Arten. 


Vorkommen: Drei Exemplare mit Schale liegen aus dem Plänerkalke von Strehlen vor, zwei 
Steinkerne dieser Art aus dem senonen Kreidemergel von Osterfeld bei Essen in Westphalen. 


NH 


3. C. alutaceum Goldf. — II. Taf. 18. Fig. 6. 7. 


1834—40. Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 220. Taf. 144. fig. 5. 

1841. A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 71. 

1842. Gein. Char. pag. X. z. Th. 

1846. Gein. Grundr. d. Verst. pag. 423 z. Th. 

Reuss, Böhm. Kreidef. II. pag. 1 z. Th. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 154 z. Th. 

1850. D’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 241. 

1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1. pag. 754. 

Eine eiförmige, bauchig-gewölbte Art mit dickem, vorragendem, mittelständigem Wirbel, von welchem 
zahllose, gleichförmige, gekörnte Linien ausstrahlen, welche ihre ganze Oberfläche dicht bedecken. In nor- 
malem Zustande ist sie fast gleichseitig, doch findet man sie häufig zerdrückt. Sie erreicht meist die mitt- 


lere Grösse des mit ihr nahe verwandten ©. cenomanense. 


Vorkommen: Nicht selten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla in Sachsen, Hundorf in 
Böhmen u. s. w. Goldfuss beschrieb sie zuerst aus dem senonen Kreidemergel von Haldem in Westphalen, 
welchen die uns bekannten übrigen Fundorte, wie Osterfeld in Westphalen, Salzberg bei Quedlinburg, oberer 
Quadermergel von Kreibitz in Böhmen und der Marterberg bei Passau entsprechen. 


4. C. tubuliferum Goldf. 


1834—40. Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 221. Taf. 144. fig. 7. 

1841. C. tuberculiferum A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 71. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 154. 

1850. C. tuberculiferum d’Orbieny, Prodr. de Pal. II. pag. 241. 

Diese mit C. alutaceum u. a. nahe verwandte Art: erreicht meist deren doppelte Grösse und unter- 
scheidet sich bei einer mehr spitz-eiförmigen Gestalt namentlich durch die geringere Biegung des Wirbels, 
welcher deshalb weiter vorsteht, und durch ihre stärkeren Längsrippen, die mit hohlen Tuberkeln oder 
Stacheln gleichmässig besetzt sind. 


Vorkommen: Den hier vorliegenden Exemplaren aus dem untersenonen Sandsteine vom Luisberge 
bei Aachen, dem Kreidemergel vom Salzberge bei Quedlinburg, dem oberen Quader von Tanneberg an der 
Böhmischen Nordbahn, sowie von Hermsdorf N. W. von Gabel, und dem Grünsande von Kieslingswalda im 
Glatzischen entspricht ein Steinkern aus dem oberen Quadersandsteine von Schönau im Elbthale, gegenüber 
Herniskretschen; doch scheint diese Art auch im unteren Quadersandsteine von Tyssa nicht zu fehlen. 


Fam. Veneridae (Cytheridae). 
Venus L. 1758. (Oytherea Lam. 1805.) 
1. V. faba Sow. — II. Taf. 18. Fig. 9. 10. 


1827. Sowerby, Min. Conch. Pl. 567. fig. 3. 

1843. D’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III. pag. 444. Pl. 385. fig. 6—8. 
1849. Venus ovalis Gein. Quad. Deutschl. pag. 152 z. Th. 

1850. D’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 159. 


Die quer-ovale, mässig gewölbte Schale, deren niedriger Wirbel vor der Mitte liegt, ist an ihrem 
Hinterrande rundlich abgestumpft, an ihrem etwas vorspringenden Vorderrande schief gerundet. Es ent- 


BEE 


sprechen unsere Exemplare von Strehlen in ihrer Form sehr genau den Abbildungen von d’Orbigny. Ihre 
Oberfläche ist fein concentrisch gestreift. Die grösste Höhe der Schale am Wirbel verhält sich zur Breite 
wie 3:4, oder wie 21:27 mm., während die Dicke beider Schalen ca. 13 mm. beträgt. 


Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen. Nach d’Orbigny in cenomanen Schichten von Black- 
down in England und Rouen in Frankreich. 


Bemerkungen: Venus faba bei Goldfuss (P. G. II. pag. 247. Taf. 151. Fig. 6), Geinitz (Kiesl. 
pag. 13. Taf: 2. Fig. 7—9. Quad. Deutschl. pag. 152), verlängert sich mehr nach hinten in einen schmäleren 
gerundeten Rand. Sie wurde von d’Orbigny als V. subfaba d’Orb. (Prodr. de Pal. II. pag. 237) unter- 
schieden und ihr gehören Exemplare aus dem oberen Quadermergel von Kieslingswalda im Glatzischen, 
Kreibitz in Böhmen, Salzberg bei Quedlinburg und Luisberg bei Aachen an, 


Nahe verwandt mit V. /aba Sow. ist ferner V. fabacea A. Römer (l. c. 1841, pag. 72. Taf. 9. Fig. 13), 
die sich jedoch durch eine regelmässiger gerundete Vorderseite und eine geringere Verlängerung nach hinten 
unterscheidet, so dass ihr Wirbel fast in der Mitte liegt. Uebrigens besitzt sie einen ähnlich stumpfen 
Hinterrand wie V. faba Sow., wodurch sie sich von Y. bavarıca Mün. (Goldfuss Petr. Germ. II. pag. 246. 
Taf. 151. Fig. 1) aus dem Grünsande von Regensburg unterscheidet, deren hinteres Ende sich ebenso ver- 
schmälert, wie bei V. subfaba d’Orb. 


Man könnte V. bavarica daher als eine verkürzte Form der Y. subfaba d’Orb. betrachten, während 
sich V. fabacea A. Röm. in ähnlicher Weise zu V. faba Sow. verhält. 


2. V. Reussiana Gein. — Taf. 18. Fig. 14. 15. Eine zweite im Plänerkalke von Strehlen vor- 
kommende Art, die mit V. faba sehr nahe verwandt ist und als eine niedrige, breitere Abänderung derselben 
betrachtet werden könnte, hat eine quer-elliptische Form und unterscheidet sich durch ihre grössere Ver- 
längerung nach hinten. Ihr kleiner, nur wenig vorragender Wirbel liegt im vorderen Drittheile der Breite, 
welche sich zur Höhe am Wirbel verhält wie 1,.:1. Hinter- und Vorderrand, welche ähnlich gestaltet sind, 
wie bei V. faba, entfernen sie von V. subfaba, die sich von ihr fast nur durch den schmäleren Hinterrand 
unterscheidet. 


Vorkommen: Selten bei Strehlen. 


3. V. subdecussata A. Röm. — II. Taf. 18. Fig. 11—13. 


1841. A. Römer, Verst. d. nordd. Kreideg. pag. 72. Taf. 9. fig. 12. 
1846. Reuss, Böhm. Kreidef. II. pag. 21. Taf. 41. fig. 13. 
1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 152. 


Sie ist verlängert quer-oval, etwas bauchig gewölbt, hat einen vorstehenden Wirbel in der Nähe des 
gerundeten Vorderrandes, verschmälert sich keilförmig nach hinten und fällt nach dem Schlossrande hin mit 
einer sehr schwach gewölbten Fläche ab. Der Hinterrand ist schief abgeschnitten. Die Oberfläche ist mit feinen 
Anwachsstreifen bedeckt. Sie wird etwa 24 nm. lang. 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen; nach Reuss in dem unteren Pläner von Laun 
und dem Plänersandstein von Trziblitz in Böhmen. 


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4. V. Goldfussi Gein. — I, Taf. 18. Fig. 16. 17. 


1834—40. Venus parva Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 246. Taf. 151. fig. 4, (nicht Sowerby). 
1849. V. Goldfussi Gein. Quad. Deutschl. pag. 154. Taf. 10. Fig. 7. 8. 
1850. V. subparva d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 237. 
1858. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1. pag. 754. 


Es ist diese glatte Art wegen ihrer Kleinheit und rundlichen Form oft mit V. parva Sow. (Min. 
Conch. Tab. 518. Fig. 5—7), einer Art aus dem unteren Grünsande von England u. s. w., verwechselt worden. 
Sie unterscheidet sich jedoch von ihr durch ihre regelmässigere Rundung, welche fast kreisförmig ist, eine 
stärkere Wölbung, einen spitzeren, etwas vor der Mitte liegenden Wirbel, unter welchem ein kürzeres tieferes 
herzförmiges Mondchen liegt, und die Form des Mantelausschnittes, welcher Quad. Deutschl. Taf. 10. Fig. 7a. 
abgebildet worden ist. 

Vorkommen: Man begegnet dieser Art nicht selten in dem unteren Quadersandsteine von Tyssa 
in Böhmen und in dem weit jüngeren Grünsande von Kieslingswalda im Glatzischen. Sie zeigt sich verein- 
zelt auch in dem Plänerkalke von Strehlen, von woher man die hier abgebildeten Exemplare gleichfalls als 
typisch betrachten darf. Aehnliche Steinkerne von grösserem Umfange und geringerer Wölbung, z. B. jene 
auf Taf. 18. Fig. 3. 4, welche in Strehlen ziemlich häufig sind, lassen sich besser auf Eriphyla lenticularis 
Goldf. und E. striata Sow. sp. zurückführen. Nach Gümbel auch in den untersenonen Schichten am Marter- 
berge bei Passau. - 


Fam. Tellinidae. 
Tellina L. 1755. Arcopagia Leach, 1327. 
T. (Arcopagia) concentrica Reuss. — Il. Taf. 18. Fig. 18. 


1843—44. Reuss, Geogn. Skizzen II. pag. 200. 
1846. Reuss, Böhm. Kreidef. II. pag. 18. Taf. 36. fig. 19. 20. 
1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 150. 
1850.: Arc. conc. d‘Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 235 (nicht d’Orb. Pal. frang. terr. cret. III. Pl. 379. fig. 1—6). 


Schale sehr comprimirt, quer-verlängert, mit einem niedrigen Wirbel in oder wenig vor der Mitte. 
Ober- und Unterrand fast parallel, Hinterrand rundlich abgestutzt, Vorderrand niedriger und gerundet. Sie 
ist hinten sehr stumpf und undeutlich gekantet, und ihre fast glatte Oberfläche ist mit feinen concentrischen 
Streifen bedeckt. 

Vorkommen: Aus dem Plänerkalke von Strehlen liest nur ein deutliches Exemplar vor. Reuss 
fand sie häufig in dem oberen Plänermergel von Luschitz und Postelberg, seltener bei Kystra, Luschitz und 


Johnsbach bei Kreibitz in Böhmen. 


Fam. Corbulidae. 
Corbula Bruguiere, 1791. 
C. caudata Nilss. — II. Taf. 18. Fig. 19. 
1827. Nilsson, Petr. Suec. pag. 18. Tab. 3. fig. 18. 
1834—40. Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 251. Taf. 151. fig. 17. 
1837. Hisinger, Leth. Suec. pag. 66. Taf. 19. fig. 12. 
1846. Reuss, Böhm. Kreidef. Il. pag. 20. Taf. 36. fig. 23. 
1847. Kner, Verst. d. Kreidem. v. Lemberg, in Haidinger’s naturw. Abh. III. pag. 25. Taf. 5. fig. 3. 
1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 150. 
1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. 1. pag. 754. 
Ihre quer-ovale Schale ist vorn gerundet, hat einen fast mittelständigen Wirbel und verengt sich 


Fa 


nach hinten plötzlich in einen schmalen, mehr oder weniger langen Flügel. Die ganze Oberfläche ist regel- 
mässig concentrisch gestreift. 

Vorkommen: Sehr selten im Plänerkalke von Strehlen. Nach Reuss in dem Pläner von Laun, 
Plänermergel von Priesen etc. in Böhmen, nach Goldfuss im Kreidemergel von Coesfeld in Westphalen, nach 
Gümbel in den jungen Marterbergschichten Bayerns, im Kreidemergel von Nagorzany bei Lemberg und bei 
Köpinge in Schonen. 

Nahe verwandt mit dieser Art ist Neaera detecta Stol. (Cret. Fauna of South. Ind. Pelecypoda, 
pag. 46. Pl. 3. fig. 7; Pl. 16. fig. 15), welche in der Ootatoor-Gruppe Südindiens vorkömmt, 


Fam. Anatinidae. 
Anatina Lam. 1809. 


A. lanceolata Gein. — I. Taf. 19. Fig. 9. 

1843. Corbula lanceolata Gein. Kiesl. pag. 12. Taf. 2. fig. 3. 

1846. Gein. Grundr. pag. 410 z. Th. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 148. 

1850. D’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 235. 

Der Umfang der Schale ist quer-eilanzettförmig, nach vorn hin höher und oval gerundet, nach hinten 
sehr verschmälert und zuletzt abgestutzt. Der kleine rückwärts gekehrte Wirbel liegt in der Mitte der 
Schale. Unterrand geradlinig. Von dem Wirbel läuft eine Kante nach dem vorderen Theile des Unterrandes, 
hinter welcher sich auf dem Rücken der Schale eine flache Längsbucht einsenkt; eine andere Furche läuft 
dicht neben dem hinteren Schlossrande hin. Die Oberfläche ist mit unregelmässigen Anwachslinien bedeckt, 
welche hinten rechtwinkelig nach dem Schlossrande umbiegen. 

Vorkommen: Ihr geologisches Niveau fällt mit dem von Pholadomya nodulifera Mün., Ph. aequi- 
valvis Goldf. sp., Ph. designata Goldf. sp., Trigonia limbata d’Orb. ete. zusammen. Sie kommt in dem 
Grünsande von Kieslingswalda, im oberen Quadersandsteine am Hochwald bei Zittau, im Quadermergel bei 
Kreibitz in Böhmen und in dem glaukonitischen Mergel am Salzberge bei Quedlinburg vor, ist aber überall selten. 


Fam. Myacidae. 
Panopaea Menard, 1807. 
1. P. Gurgitis Brongn. — II. Taf. 19. Fig. 1. 2. 


1822. Lutraria Gurgitis Brongniart, deser. geol. des env. de Paris, Pl. 9. fig. 15. 
1827. Desgl. Nilsson, Petr. Suec. pag. 18. Tab. 5. fig. 9. 
1835. Desgl. Brougniart, ]. c. 3. ed. pag. 173. Pl. @. fig. 15. 
1837. Desgl. Hisinger, Leth. Suec. Tab. 20. fig. 1. 
1834—40. Panopaca Gurgitis Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 274. Taf. 153. fig. 7; Pan. plicata Goldf. ib. pag. 274. 
Taf. 158. fig. 5. 
1842—43. Gein. Char. III. pag. 75. Taf. 20. fig. 1; Kiesl. pag. 12. Taf. 2. fig. 2. 
1843. D’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III. pag. 345. Pl. 361. fig. 1. 2. 
1846. P. plicata Gein. Grundr. pag. 402. Taf. 17. fig. 7. 
P. Gurgitis u. P. plicata Reuss, Böhm. Kreidef. pag. 17. Taf. 36. fig. 3. 
1349. P. plicata Gein. Quad. Deutschl. pag. 146 z. Th. 
1850. P. Gurgitis u. P. Goldfussii d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 157 u. 233. 


Die Schale der Panopaea Gurgitis ist mauchen Formänderungen unterworfen, wie dies bei klaffen- 
den Muscheln oft der Fali ist. Im Allgemeinen ist sie flachgewölbt, querverlängert, vorn etwas niedriger 


oe 


und gerundet, hinten stumpf abgestutzt, wobei der nur schwach gebogene Hinterrand mehr stumpfwinkelig 
an den fast geraden Unterrand angrenzt und sich nicht selten mehr über den Schlossrand emporzieht. Der 
hintere Schalenrand läuft mit dem Unterrande fast parallel, in den Abbildungen von Brongniart, Goldfuss 
(Taf. 153. fig. 7), Geinitz (Kiesl. Taf. 2. fig. 2), oder erweitert sich an seinem Ende nach oben hin, wie in 
den Abbildungen von Goldfuss (Taf. 158. fig. 5), d’Orbigny (Pl. 361. fig. 1). Der niedergebogene Wirbel 
fällt zwischen Mitte und dem vorderen Drittheile der Länge. Seine verschiedene Lage ist abhängig von der 
geringeren oder grösseren Ausdelinung der Schale nach hinten, was bei den Arten dieser Gattung an einem 
und demselben Fundorte sehr variürt. Von der hinteren Seite des Wirbels an zieht sich eine flache Furche 
nach der hinteren Ecke des Unterrandes, die jedoch zuweilen nur noch schwach angedeutet ist. 

So viel ich aus den Abbildungen der Panopaea plicata Sow. sp. (Mya plicata Sow. Min. Conch. 
Pl. 419. fig. 3) von Sandgate bei Margate,; und bei d’Orbieny (Pal. franc. terr. cret. Il. Tab. 357. fig. 4) aus 
dem Gault Frankreichs, urtheilen kann, fehlt dieser Art jene Furche gänzlich. Um überhaupt P. Gurgitis 
von P. plicata abzutrennen, würde man als ferneren Unterschied festhalten können, dass bei P. plicata der 
Hinterrand und die ihm entsprechende Streifung der Schale von einer gerundeten Rückenkante aus mehr 
spitzwinkelig umbiegen und so dem Schlossrande zulaufen, während diese Biegungen bei P. Gurgitis sich 
mehr einem stumpfen Winkel nähern. P. plicata A. Römer (nordd. Kreideg. pag. 75. Taf. 9 fig. 25) aus 
dem Hilsthon von Bredenbeck lässt sich von P. plicata Sow. nicht trennen. 

Die Oberfläche beider Arten ist“ mit unregelmässigen Anwachsstreifen bedeckt. 


Vorkommen: vVereinzelt im unteren Quadersandsteine von Tyssa und von da nach Reuss durch 
alle Etagen hindurchgehend bis in den Plänerkalk von Hundorf bei Bilin. Im Plänerkalke von Strehlen ist 
diese Art sehr selten. Man findet sie noch in dem oberen Quadermergel von Kreibitz im Gebiete der säch- 
sisch-böhmischen Schweiz, bei Kieslingswalda im Glatzischen, in dem untersenonen Kreidemergel am Salzberge 
bei Quedlinburg, bei Osterfeld unweit Essen in Westphalen und in dem Eisensandsteine des Luisberges bei 
Aachen. D’Orbigny führt P. Gurgitis aus cenomanen Schichten von la Malle in Frankreich an und unter- 
schied die senone P. Gurgitis Goldf. von Aachen als P. Goldfussii. Das Vorkommen von P. Gurgitis in 
den jüngsten Kreidebildungen von Mörby und Köpinge in Schonen erhellt aus den Abbildungen von Nilsson 
und Hisinger, welche davon nicht getrennt werden können. 


2. P. regularis d’Orb. — II. Taf. 19. Fig. 3. 4. 


1843. D’Orbigny, Pal. franc. terr. cret. III. pag. 343. Tab. 360. fig. 1. 2. 
1846. Reuss, Böhm. Kreidef. II. pag. 17. Taf. 36. fig. 2. 
1850. D’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 194. 


Eine weit grössere Art als die vorige, welche bei quer-rhomboidalem Umriss und mässiger Wölbung 
einen ziemlich mittelständigen Wirbel besitzt und hinten weit klafft. Sie unterscheidet sich namentlich dadurch, 
dass der vordere Schalentheil wesentlich höher ist als der hinter dem Wirbel liegende. Die grösste Wölbung 
der Schale fällt zwischen Wirbel und die hintere Ecke des Unterrandes. Von da aus fällt sie mit schwacher 
Wölbung nach vorn und oben hin ab, während die hintere Fläche der Schale sich zu einer breiten flach- 
concaven Fläche gestaltet, die sich in der Nähe des schief abgeschnittenen Hinterrandes wieder erhebt. Die 
Oberfläche der Steinkerne ist mit unregelmässigen concentrischen Streifen bedeckt. 


Vorkommen: Vereinzelt im Liebethaler Grunde, rechte Seite (Bruch von Keil und Hache) im 


Mittelquader von Langhennersdorf und in dem Elbthale. Nach Reuss in dem Exogyrensandsteine von 
Palaeontographicu XX. 2. Abth. 2, 10 


N 


Drahomischel in Böhmen, nach d’Orbigny in turonen Schichten von Ponc& (Sarthe) und Montrichard 
(Loir-et-Cher). 


3. P. mandibula Sow. — II. Taf. 18. Fig. 20. 21. 


1813. Mya mandibula Sowerby, Min. Conch. Pl. 43. 
1834—40. Pan. Beaumontii Münster, Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 274. Taf. 158. fig. 4. 
1841. Pan. Jugleri A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 75. Taf. 10. fig. 4. 
1843—44, D’Orbigny, Pal. frang. terr. cret. III. pag. 344. Pal. 360. fig. 3. 4. 
1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 146. 
1850. Pan. mandibula u. Pan. Beaumontü d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 157 und 233. 
Die rhomboidale, hinten weit klaffende Schale besitzt einen spitzen, dem Vorderrande genäherten 
Wirbel, von dem sich ein wulstförmiger Rücken nach dem hinteren Theile des Unterrandes zieht (Fig. 20. a). 
Hinter demselben ist die Schale eingebuchtet, von wo sie sich nach dem Hinterrande wieder emporzieht. 
Der oben vorspringende Vorderrand verläuft mit einer schiefen Rundung in den kurzen, nur schwach ge- 
bogenen Unterrand, welcher an seinem hinteren Ende schnell nach dem schief abgeschnittenen Hinterrand 
umbiegt. Die ganze Oberfläche ist mit unregelmässigen, zum Theil wulstförmigen Anwachsstreifen bedeckt, 
über welche meist undeutliche ausstrahlenden Linien hinweglaufen. 


Vorkommen: Man findet diese Art selten im Plänerkalke von Strehlen. Sie wurde zuerst in dem 
Grünsande von Devizes in Wiltshire entdeckt, d’Orbigny führt sie aus dem Cenoman von la Malle auf; 
A. Römer aus dem senonen Kreidemergel des Salzberges bei Quedlinburg und von Lemförde in Westphalen. 
Von Haldem in Westphalen liegt uns ein wohl ausgebildetes Exemplar vor. 


Pholadomya Sow. 1823. 
1. Ph. nodulifera Mün. — U. Taf. 19. Fig. 5. 


1834—40. Ph. nodulifera Mün. — II. Taf. 19. Fig. 5. 
1840. Ph. Albina Reich, in litt, — Gein. Char. II. pag. 49. Taf. 12. fig. 1. 
1841. Desgleichen A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 75. Taf. 10. fig. 7. 
1846. Reuss, Böhm. Kreidef. 1I. pag. 18. 
1849. Gein. Quad. Deutschl. pag. 148. z. Th. 
1850. Ph. Albina u. Ph. nodulifera d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 157. 


Die quer-ovale, bauchig-gewölbte Schale hat ihren niedergebogenen Wirbel im vorderen Drittheile 
der Länge. Von diesem strahlen starke, entfernt liegende und mit runden Knoten besetzte Rippen nach 
unten; nur der obere Theil des vorderen und hinteren Randes ist davon befreit. Der Vorderrand verläuft 
it einer stärkeren, der Hinterrand mit einer schwächeren Rundung sehr regelmässig in den gebogenen 
Unterrand. Der erstere ist ganz —, der Hinterrand fast ganz geschlossen. Die Länge oder Breite der Schale 
verhält sich zur grössten Höhe und zur Dicke beider Klappen wie 8:5:4. 


Vorkommen: Exemplare mit Schale liegen hier nur aus dem Grünsande von Kieslingswalda im 
Glatzischen vor; Steinkerne finden sich als Seltenheit in dem oberen Quadermergel von Lückendorf in der 
Oberlausitz, in dem oberen Quadersandsteine der Sächsischen Schweiz, ferner im Quadersandsteine bei Tetschen, 
Kreibitz and Tanneberg in Böhmen, sowie bei Waldau bei Görlitz. 


2. Ph. aequivalvis Goldf. sp. — 1. Taf. 19. Fig. 6. 7. 


1834—40. Corbula aequivalvis Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 250. Taf. 151. fig. 15. 

1841. _Pholadomya caudata, A. Römer, nordd. Kreideg. pag. 76. Taf. 10. fig. 8. 

1843. Desgl. Gein. Kiesl. pag. 11. Taf. 1. fig. 28—30. 

1846. Desgl. Gein. Grundr. pag. 405. Taf. 17. fig. 9. 

Desgl. Reuss. böhm. Kreidef. II. pag. 18. Taf. 36. fig. 8. 

1847. Cardita Goldfussi Müller, Monographie d. Petr. d. Aachener Kreideform. pag. 20. 

1850. Pholadomya aeqwivalvis d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag: 234. 

1868. Ph. caudata Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern. I. 1. pag. 754. 

1871. Desgl. Stoliczka, Cret. Pelee. of Southern India. pag. 79. Pl. 2. fig. 10. 11; Pl. 16. fie. 19. 

Die kaum klaffende Schale ist quer-eiförmig, bauchig gewölbt, verflacht und verschmälert sich aber 
fast flügelartig nach hinten. Von den weit vorragenden Wirbeln, die fast in der Mitte liegen, strahlen 25—30 
schmale Rippen nach dem Unterrande, über welche gedrängt liegende feine Anwachslinien hinweglaufen. Nur 
der hintere Schalentheil ist von Rippen befreit. Von den Wirbeln senkt sich ein grosses ei-lanzettförmiges 
Mondchen ein, hinter denselben das schmale lanzettförmige Bandfeld, welches von Kanten begrenzt wird. 
Der regelmässig gerundete Unterrand schliesst sich an die Seitenränder in ähnlicher Weise, -wie bei Ph. 
nodulifera an, nur bildet sich bei Ph. aequwivalvis an dem hinteren Theile des Unterrandes oft eine schwache 


Einbuchtung. Länge, Höhe und Dicke beider Schalen verhalten sich nahezu wie 4: 3:2. 


Vorkommen: Bisher zwar noch nicht im Königreiche Sachsen selbst gefunden, doch dicht an dessen 
Grenze, wie in dem oberen Quadermergel von Kreibitz und bei Tanneberg an der Böhmischen Nordbahn, 
Das Vorkommen dieser Art in dem oberen Quader des Elbthales ist sehr wahrscheinlich. Sie ist sehr gemein 
in dem Grünsande von Kieslingswalda im Glatzischen, im oberen Quadersandsteine von Waldau bei Görlitz, 
und am Heidelberge bei. Blankenburg im Harz, in dem untersenonen Quadermergel des Salzberges bei Qued- 
linburg, in dem Eisensande von Luisberg bei Aachen, nach Müller auch am dortigen Schindanger und im 
Aachener Walde, nach v. Hagenow im senonen Grünsande von Köpinge in Schonen, nach Stoliczka in einem 
licehtbraunen Sandsteine der Trichonopoly-Gruppe bei Perchary, Serdamunga etc. in Süd-Indien. 


3. Ph. designata Goldf. sp. — II. Taf. 19. Fig. 8. 


1834—40. _Lysianassa designata Goldfuss, Petr. Germ. II. pag. 264. Taf. 154. fig. 13. 

1841. Goniomya consignata A. Römer, norddeutsch. Kreideg. pag. 75. Taf. 10. fig. 3. 

1843. Goniomya designata Gein. Kiesl. pag. 12. Taf. 2. fig. 1. 

1846. Pholadomya designata Gein. Grundr. pag. 406. z. Th. 

1949. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. pag. 148 (excel. Fundort Hüls). 

1850. Ph. Geinitzii u. Ph. designata d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. pag. 194. 234. 

Die stattliche Muschel ist quer verlängert und wird etwa doppelt so breit als hoch, ist stark gewölbt, 
vorn schief gerundet und an dem hinteren, klaffenden Ende schief abgestutzt und schwach gerundet. Der 
niedergebogene Wirbel fällt in ein Drittheil der Länge. An den Seiten desselben entspringt eine Anzahl 
Rippen, die auf dem Rücken der Schale fast rechtwinkelig convergiren, und es läuft auf -Steinkernen jeder- 
seits des Wirbels eine tiefe Furche bis an die grossen runden Muskeleindrücke herab. Das vor den Wirbeln 
liegende lanzettförmige Mondchen ist lang gestreckt, weit länger aber das hinter demselben liegende Band- 
feld, und beide sind durch scharfe Kanten begrenzt. 


Vorkommen: Diese Art zeigt sich schon in dem unteren Quadersandsteine von Tyssa mit Panopaea 
Gurgitis und Trigonia sulcataria zusammen, 


el 


Ihr gewöhnlicher Horizont sind die über dem Plänerkalke von Strehlen liegenden Schichten, wie der 
Grünsand von Kieslingswalda im Glatzischen, der obere Quadermergel von Kreibitz und Tanneberg an der 
Böhmischen Nordbahn, der obere Quadersandstein von Waldau ‘bei Görlitz, und der senone Kreidemergel 
von Ilseburg im Harz, Dülmen, Coesfeld und Osterfeld in Westphalen, die Kreide von Kunraad bei Aachen etc. 


Fam. Pholadidae. 

Pholas L. 

Ph. Scelerotites Gein. — I. S. 233. 
Gastrochaena Spengler, 1780. 

G. Amphisbaena Goldf. sp. — I. S. 255. 


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I. Die Foraminiferen des sächsischen Pläners. 


Der grosse Reichthum der Kreidegebilde an fossilen Foraminiferen ist durch die bisherigen Unter- 
suchungen schon genügend dargethan worden. Wir begegnen einer grossen Formenfülle derselben von dem 
Maastrichter Kreidetuff an durch das Senon, Turon bis in den Gault und das Neocomien hinab. Fine be- 
sonders grosse Anzahl von Gattungen und Arten haben der Maastrichter Tuff, die weisse Senonkreide, die 
Belemnitenmergel Galiziens, die Baculitenthone Böhmens, der norddeutsche Gault und Hils u. a. dargeboten. 
Wenn andere Schichten der Kreideformation bisher weniger günstige Resultate geliefert: haben, so liegt der 
Grund einerseits in der noch nicht hinreichend umfassenden Untersuchung derselben in dieser Richtung, 
anderseits in der Beschaffenheit der betreffenden Gesteine, welche der Erhaltung und der zur genauen Unter- 
suchung erforderlichen Isolirung so winziger und leicht zerstörbarer Schalen, wie es jene der Foraminiferen 
sind, wenig günstig ist. 

Dieser Ausspruch gilt insbesondere auch von dem Pläner, der meistens festere Mergelkalke oder 
kalkige Mergel darstellt, in welchen die Foraminiferenreste entweder mit der umgebenden Masse verschmolzen 
und dadurch unkenntlich geworden sind, oder sich doch nicht oder nur unvollständig von derselben trennen 
lassen; — Umstände, welche der genaueren Bestimmung der Species und oft selbst der Gattung hindernd 
entgegentreten. Dadurch wird es erklärbar, dass der böhmische Baculitenthon schon eine so grosse Zahl 
trefflich erhaltener Foraminiferen geliefert hat, während der Pläner, mit welchem er eine sehr grosse Ueber- 
einstimmung zeigt, darin weit zurückbleibt. 

Wenn uns aus dem sächsischen Pläner bisher schon die grosse Zahl von 98 bestimmbaren Arten 
vorliegt, so verdanken wir dies nur dem ausgezeichneten Eifer des Herrn G. Kirsten im Dresden, der durch 
eine längere Reihe von Jahren die Foraminiferen der genannten Schichten zum Gegenstand seiner Forschungen 
und Sammlungen machte. Doch tritt auch hier der oben angeregte Uebelstand in nicht geringem Maasse 
hervor, indem ein grosser Theil der Foraminiferen des sächsischen Pläners in Beziehung auf den Erhaltungs- 
zustand Manches zu wünschen übrig lässt. Theils vermag man die Schalen von der umgebenden Gesteins- 
masse nur unvollständig zu isoliren; theils haben sie durch spätere Erosion manche Veränderung und Verun- 
staltung erlitten. Es musste deshalb eine nicht unbeträchtliche Zahl von Formen unbestimmt bei Seite gelegt 
werden, so dass man mit Sicherheit aussprechen kann, es sei der Reichthum des sächsischen Pläners noch 


viel grösser, als er sich aus den nachfolgenden Betrachtungen ergibt. Wir glaubten, diese Verhältnisse aus- 
Palaeontographica XX. 2. Abth, 4. 11 


SEN N 


drücklich hervorheben zu müssen, weil sich aus ihnen die Erklärung mancher auffallender quantitativer Re- 
sultate ergibt, welche die Vergleichung des Pläners mit andern Kreideschichten darbietet. 

Die mir vorliegenden sächsischen Foraminiferen stammen von 6 Fundorten. Den bei weitem grössten 
Theil hat der Pläner von Strehlen und Weinböhla geliefert, welcher mit dem Scaphitenpläner von Hundorf 
und Teplitz in Böhmen vollkommen äquivalent ist. Von 98 Arten sind 77 (mithin 78,5 pÜt.) bei Strehlen, 
49 oder 50 pCt. bei Weinböhla gefunden worden. Von letzteren wurden 16 bei Strehlen noch nicht nach- 
gewiesen. Die Mergel der Rathsweinberge bei Meissen haben nur 9 Arten dargeboten. Nach der gefälligen 
Mittheilung meines verehrten Freundes Prof. Geinitz liegt daselbst der cenomane Pläner unmittelbar auf 
Syenit. Die vorerwähnten Foraminiferen sind etwas höheren Schichten entnommen, welche daher entweder 
noch dem Cenoman oder dem tieferen Turon angehören dürften. Von den 9 Arten sind 8 auch aus dem 
Senon und fast alle aus dem Pläner bekannt; nur Tritaxia tricarinata würde für ein tieferes Niveau sprechen. 
Sechs derselben reichen aber auch bis zum Gault hinab, eine bis zum Cenoman. Sie können also über den 
Horizont dieser Schichten keinenfalls einen bestimmten Aufschluss geben. 

Die Mergel von Zschertnitz bei Dresden führen Inoceramus labiatus und sind jedenfalls Turon. Nach 
Prof. Geinitz stehen sie ziemlich an der Grenze zwischen Ober- und Unterturon oder an der unteren 
Grenze des Strehlener Scaphitenpläners. Sie haben 15 Arten von Foraminiferen dargeboten, von welchen 
zwei bisher auf diese Localität beschränkt sind. Alle übrigen haben sie mit dem Pläner von Strehlen (3), 
Weinböhla (1) oder von beiden (9) gemeinschaftlich, — ein Beweis für den turonen Charakter der genannten 
Schichten. ü 

Aus dem Mergel von Zeichen bei Wehlen sind nur 7 meist sehr schlecht erhaltene Species gesammelt 
worden. Er fällt in das Gebiet des obern Quaders, den er überlagert, und ist daher senon. Die Foramini- 
feren geben keinen Aufschluss, denn, abgesehen von einer nur auf diese Localität beschränkten Species 
(Haplostiche clavulina), sind alle übrigen sowohl im Turon, als auch im Senon zu Hause, 

Endlich bei Pennrich am Wege nach Kesselsdorf sind obere Schichten des unteren oder untere Schichten 
des mittleren Pläners (mit Inoceramus labiatus) vorwaltend. Von dieser Oertlichkeit liegt nur eine Species 
(Haplostiche constricta) vor, welche früher schon im böhmischen Baculitenthon nachgewiesen worden war. 

Zur Vergleichung der durch die Untersuchung der sächsischen Kreideforaminiferen gewonnenen Re- 
sultate drängen sich vor Allem die Schichten der böhmischen Kreideformation auf, welche mit der sächsischen 
nicht nur in unmittelbarem Zusammenhange steht, sondern auch in Betreff ihrer Gliederung und ihres paläonto- 
logischen Charakters die grösste Uebereinstimmung zeigt. Dieselbe findet 'eine neuerliche Bestätigung darin, 
dass, wenn man von der Gesammtzahl von 98 Foraminiferenarten 14, welche neu zu sein scheinen, abrechnet, 
von den übrigen 84 Species — mehr als 77 pCt. — auch in der bömischen Kreide gefunden worden sind. 
Von denselben wurden 57 — 67 pCt. — bisher nur im Baculitenthon, 29 — 34,5 pCt. — im Pläner, 9 im 
Cenoman nachgewiesen. Von den 29 Arten des Pläners liegen 22 auch im Baculitenthon, und es ist sehr 
wahrscheinlich, dass bei noch genauerer Untersuchung des böhmischen Pläners die Zahl der dem Pläner 
Sachsens und Böhmens gemeinschaftlichen Arten sich noch beträchtlich erhöhen wird. Das auffallende Ueber- 
wiegen von Arten des Baculitenthones hat aber in der oben hervorgehobenen Gesteinsbeschaffenheit seinen 
genügenden Grund. 

Dehnt man nun die Vergleichung über die Kreideschichten anderer Länder aus, so gelangt man zu 
ähnlichen Ergebnissen. Von den vergleichbaren 84 Species der mittleren und oberen Kreide Sachsens sind 
65 — 77 pCt. — aus dem Senon Norddeutschlands, Westphalens, Frankreichs, Englands u. s. w. bekannt, 


N TE 


während der Pläner |besonders der erstgenannten zwei Länder nur 17 dieser Arten geliefert hat. Dieses 
Missverhältniss ist wieder aus den schon mehrfach erörterten Umständen leicht erklärbar. Einestheils sind die 
Senonschichten in Betreff der Foraminiferen überhaupt gründlich durchforscht, anderseits tritt die Beschaffen- 
heit der Plänergesteine und die daraus hervorgehende mangelhaftere Erhaltung der Foraminiferenschalen der 
genauen Untersuchung und Bestimmung derselben hindernd entgegen. Mit den Gosaugebilden Oesterreichs 
und Baierns hat der sächsische Pläner 24 Arten gemeinschaftlich, von welchen 17 schon früher auch im 
Turon anderer Länder nachgewiesen worden sind. Vierzehn Arten des sächsischen Pläners sind auch schon 
im Cenoman angetroffen worden und die grosse Zahl von 29 Species reicht bis in den Gault hinab. Von 
diesen kommen aber 24 auch anderweitig in der mittleren und oberen Kreide vor; ja ein nicht unbeträcht- 
licher Theil derselben hat sein Hauptlager in den höheren Kreide-Etagen und zeichnet sich durch seine weite 
verticale Verbreitung aus. Ich will hier nur Nodosaria legumen Rss., Prondicularia inversa Rss., Flabellina 
elliptica Nilss. sp., Cristellaria ovalis Rss. und Or. rotulata Lam. sp., Textilaria conulus Rss., Globigerina 
eretacea d’Orb. und marginata Rss. sp., Planorbulina ammonoides und polyraphes Rss., Rotalia umbilicata 
d’Orb., Cornuspira eretacea Rss., Tritaxia tricarinata Rss. und Vernewilina Münsteri Rss. hervorheben, die 
sich einer sehr weiten Verbreitung in horizontaler und verticaler Richtung erfreuen. Die meisten derselben 
sind jedoch im Gault nur spärlich vertreten und gehören vorzugsweise den höheren Kreide-Etagen an. Nur 
fünf Arten (Nodosaria bactroides Rss., N. sororia Rss., N. deflexa Rss., Glandulina mutabilis Rss. und Cri- 
stellaria inaequalis Rss.) sind bisher nur aus den tieferen Kreideschichten bekannt gewesen und zuerst in 
Sachsen im Pläner aufgefunden worden. Es sind dies durchgehends sehr indifferente Formen, die leicht über- 
sehen werden konnten, und zwei derselben (Nodosaria deflewa und Cristellaria inaequalis) lassen in Beziehung 
auf die Sicherheit ihrer Bestimmung noch Manches zu wünschen übrig. Vier Arten der sächsischen Pläner- 
formation begegnen wir selbst im norddeutschen Hils (Nodosaria bactroides, Glandulina mutabilis, Oristel- 
laria Schloenbachi und Haplophragmium aeguale). Die erstgenannten zwei kommen aber auch schon im Gault 
zum Vorschein. Auf Or. Schloenbachi ist wegen der grossen Seltenheit der indifferenten Form nur wenig Gewicht 
zu legen und das Haplophragmium dürfte doch wohl nur als eine Form des H. örregulare zu betrachten 
sein, die freilich vorzugsweise den tieferen Kreideschichten anzugehören scheint, sich aber auch anderwärts 
finden dürfte. Wenigstens an annähernden Zwischenformen fehlt es nicht. 

Endlich sind noch drei Species zu erwähnen, die bis in die Tertiärformation hinaufreichen, nämlich 
Zagen«a globosa Mont., welche sowohl aus dem Oligocän, als auch aus dem Neogen bekannt ist, ferner 
Nodosaria communis d’Orb. und Polymorphina globosa v. M. sp. Lagena globosa lebt selbst jetzt noch in 
den europäischen Meeren. Wenn man auch nicht der von anderer Seite vorgenommenen Identification zahl- 
reicher fossiler Species der älteren Schichtgebilde mit tertiären und lebenden Formen unbedingt beipflichten 
kann, weil sie auf einer die paläontologische Gliederung der Fossilreste völlig illusorisch machenden An- 
schauungsweise beruht, so kann doch nicht in Abrede gestellt werden, dass manche Arten durch sehr lange 
geologische Zeiträume hindurch fortexistirt haben, ohne irgend eine Veränderung ihrer wesentlichen Charaktere 
erlitten zu haben. Ihre Zahl dürfte vielleicht, wie bei den Bryozoen, eine nicht unbedeutende sein; jedoch 
ist es ohne weitere sorgsame und umfassende Untersuchungen kaum rathsam, jetzt schon einen bestimmteren 
Ausspruch zu thun und zu täuschenden Parallelen zu verleiten. Dies ist z. B. unter den in unseren jetzigen 
Bereich gehörenden Arten der Fall mit Oristellaria rotulata und Rotalia umbilicata, mit welchen höchst ähn- 
liche oder vielleicht selbst identische Formen noch die heutigen Meere bewohnen. Uebersichtlicher und 
detaillirter ergeben sich die eben geschilderten Verhältnisse aus der nachstehenden Tabelle. 


Kreidoschichten Sachsens. oe Kreideschichten anderer Länder. 
8 = a . [u : 
als ale ee | 888 8 Allal. 
ale jJalsSısle las a | jealä ||| ||| 
Lagena globosa Monte... ...... Tr i Ka ec Ir |+ 
Fissurina spinosissima n. SP...» .. » R S T z > K ANY, 
Nodosaria Zippei Rss... ...... le nl T T ; 
» bactroides Rss.. . . el: S : 2 Tl 
» inflatanRssw ee ee: Sp sr T + Ball. 
» ODSCUTa ER SS T el 0 1r r + 
» paupercula Rss. . . . ll ar + 2 b 
> amphioxys n. SP... - T 
» fusula n. sp. To 
» GerculaRn Sp zuleT: 
» Naumanni n. Sp.. ».»...\T| Fr 5 
» affınisaRssE er sl ar r 
> obsolescens n. Sp.. T ? 
» multilineata n. 8Pp.. . . . » To T 6 : 
» oligostegia Rss. . ..... DI T T ir 
» diserepans Rss. . . 2... T : + 
» cylindroides Rss... ..... T + 7 + 
» distineta Rss. . . . T : + + 
» strangulata Rss... . . T + + 
» CognataDRSsSs To h : rn 2 
» annulatanEss ee To T Sp | Ay r Tr 
> Lorneiana COrb. ..... op 7 r 
» meracutann asp: oe 6 6 
> nodosa d’Orb.. ...... le + 7 R 
» gracilis dOrb......... T T + 
» SOnOaBR SS T alle“ ol dp Anh 
» communis d’Orb.. ... .. T Bear Y lo ler 
» deflexa Rss. afl.. . . T . B 4 + Rd 
» Tegumen ESS TR ii | A Fl + 
» aculeata d’Orb. ; T + + + 
Glandulina eylindracea Rss... .... T T T io 
mutabilis Rss... . . T F Bl 
Lingulina pygmaea n.sp... . ii 0 © : 
Vaginulina costulata Böm. The ED r 
» Geinitzi n. Sp... . 0. || «4 
» SDE ea paliaso ö : : : 
Frondicularia angusta Nils. . . . . . “7 | 97 Ta DICH in sm ll er 
» apieulata Rss. . . alt 0 ar ap Io 
» canalculata Rss... . . . oI 7 T ir || pP o 
marginata Rss. if : ae | Sp + 
» angustissima Rss. Sn; 5 ö 0 + 
striatula Rss. . . 2... E37 T | Bl 
» tenwis Rss. ale e : T 
microsphaera n. 8p.. - | Ar 5 , ö i 5 2 
EEE ER. 0b 0 oe Ar || Ar 7 || gr pP | m Tau Ch IH 
» Cordai Rss. . . akt; Ar Ar IK ar T lo 
» DechenVn Ess rn: || Ir 0 D T 
> d’Archiacina d’Orb. 0. || 9 Tue BE: r 
angulosa d’Orb. . . ir r + c r 


Kreidesohichten Sachsens. | Sen | Kreideschichten anderer Länder. 
E = & & | 3|8 DE HE |, | 
SIEIS|S|S|8 [SE] |& [el | Je JS |d [5 2 | 5 
Frondieularia turgida Rss... .... To T . 0 s T . 
Flabellina elliptica Nilss. sp. .... . . ı|ıtr a a lu: . r ı| nr 
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Bolivina tegulata Rss... 2» 2.2... IT | T ol W T 
Textilaria conulus Rss...» ..... Tl T ii ls oe], W T 
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Baudouiniana d’Orb.. ...| T| - 7 : Baar ne 
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Globigerina cretacea d’Orb. ...... ii ol Ar vıwle var T 
marginata Rss. sp. ....\ı TI tr | Fı Fr in || nee vIrı Tel W 
Planorbulina ammonoides Rss. | ır || “a ve | % vıvwır| w V 
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Rotalia umbilicata @Orb........ vl ar Wr 6 | m oe 7 | ar hr T 
Cornuspira cretacea Rss... ...... T| > T TıT|o TıT| Wil e|.r 
Haplophragmium irregulare Röm. sp. a EG; T BE ie Ka a ai iz - 
> aequale Röm. To : : : ulR & 7 
Haplostiche foedissima Rss... ..... ar | Sr 6 . ii 
» dentalinoides n. sp... ..| T | + . ö © 
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Triaxia tricarinata Rss... . 2... Il wlr | U. o | r tr 
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Verneuilina Bronni Rss... ..... r ii ii . v|lol rl el o 
» Münsteri RS... .... + i + Bales . Tan er | a 
Ataxophragmium variabile d’Orb. sp... | + + Tr | m |.e 7 |.e | % |» 
Plecanium concinnum Rss. ....... Tr o lei; et; |: 
» Partschh Rss. . ...... | oe 7 6 + : 5 | 0 
Gaudryina rugosa d’Orb.. ...... dr T o T I . | . 


enge 


A. Kalkschalige Foraminiferen. 


Die Schale rein kalkig, glänzend, von Porencanälen durchzogen oder dicht. 


a. Poröse Foraminiferen. 


Die Kalkschale ganz oder theilweise von Poren oder auch von Canälen durchzogen. 


I. Rhabdoidea. 


Das glasig glänzende Gehäuse ein- oder mehrkammerig, gerade oder wenig gebogen. Die Kammern 
stehen in einfacher oder nur wenig gebogener Reihe übereinander. Die einfache Mündung ist mit wenigen Aus- 
nahmen endständig, rund oder spaltenförmig. Die Gruppen, in welche die Rhabdoideen der leichteren Ueber- 
sicht wegen gesondert werden können, sind nicht scharf begrenzt, sondern gehen durch mancherlei Mittel- 
formen in einander über. Von denselben sind im sächsischen Pläner nur die Lagenideen, Nodosarideen, Vagi- 
nulinideen und Frondicularideen vertreten. 


1. Lagenidea. 
Gehäuse frei, einkammerig mit grösserer terminaler runder oder spaltenförmiger Mündung. 
Lagena Walk. 


Das Gehäuse mit runder centraler terminaler Mündung. Abnorm gebildete Exemplare sind an beiden 
Enden gemündet. (L. distoma). !) 


1. L. globosa Monte. 


1851. Oolina simplex Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 22. Taf. 1. fig. 2. 


1862. Reuss, die Foraminiferen-Familie d. Lagenideen in den Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 318. 
Taf. 1. fig. 1—3. 


1865. Lagena sulcata Var. globosa Montagu, Parker and Jones, on some Foraminif. from the North-Atlantie and 
Arctic Oceans in Philos. Transact. 1865. pag. 348. Taf.13. fig. 37. a.b; Taf. 16. fig. 10. a. b. 

1866. Reuss, Foraminif. d. deutschen Septarienthones. 1866. pag. 10. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 167. 

Eiförmig bis kugelförmig, unten breit zugerundet, am oberen Ende sich zur kurzen stumpfen Spitze 
zusammenziehend. Die glasige Schale glatt, sehr fein porös. Wenn Parker und Jones unter den Charak- 
teren der Species anführen, dass dieselbe eine nach innen verlängerte Mündungsröhre besitze, so gilt dies 
keineswegs von allen Individuen. Manche lassen keine Spur davon wahrnehmen. 

Sehr selten bei Strehlen. Eine nicht näher bestimmbare Lagen«a, die wohl auch hierher gehören 
dürfte, fand sich als Steinkern im Kreidemergel von Zeichen bei Wehlen. Die Species ist übrigens im frischen 
Zustande bekannt aus dem Kreidetuff von Maastricht, dem Mukronatenmergel von Lemberg, der oberen 
Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), dem Septarienthon von Pietzpuhl, dem Miocän und Pliocän, sowie 
lebend im arctischen und atlantischen Ocean u. s. w. 


!) Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d, Wissensch. Bd. 62. 1870. Die Foraminif. d. Septarienthones v. Pietzpuhl, pag. 11. 


Fissurina Rss. 
1. F. spinosissima Rss. n. Sp. 


Sie vertritt in der Fissurinen-Gruppe die stacheligen Lagenen Z. apera, rudis, hystrix Rss. Das 
stark zusammengedrückte, elliptische Gehäuse ist bis 2 mm. gross, mit winkeligen, aber wenig scharfen Seiten- 
rändern. Der kurze sehr comprimirte Schnabel trägt eine enge Mündungsspalte. Die Schalenoberfläche ist 
mit sehr gedrängten, ungleichen starken dornigen Spitzen bedeckt. Sehr selten im Plänermergel von Zschertnitz 
bei Dresden. 


2. Nodosaridea. 


Die Kammern des stark verlängerten schmalen Gehäuses stehen in gerader oder wenig gebogener 
Linie übereinander und sind niemals stärker zusammengedrückt. Die endständige Mündung rund. 


MNodosaria Lam. 


a) Nodosaria. Mit geradem Gehäuse. Jedoch ist dieser Charakter keineswegs constant, indem bei 
derselben Species die Schale bald gerade erscheint, bald sich etwas krümmt. 

a) Längsgerippt oder gestreift. 

1. N. Zippei Rss. 


1839. N. septemcostata Geinitz, Charakt. d. Schicht. u. Petref. d. Sächs. Kreidegeb. pag. 69. Taf. 17. fig. 20. 

1839: N. undecimcostata Geinitz, 1. c. pag. 69. Taf. 17. fig. 19. 

1845. Reuss, Kreideverstein. Böhm. I. pag. 25. Taf. 8. fig. 1—3. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 36. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 282. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geolog. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 168. 

Ziemlich häufige Bruchstücke bei Strehlen und Weinböhla. — Eine der grössten Species, indem 
manche Exemplare eine Länge von 1,5 Zoll erreichen. Jedoch gelingt es sehr selten, ein grösseres Exemplar 
vollständig aufzufinden, weil die einzelnen Kammern sich leicht von einander lösen. 

Das gerade Gehäuse besteht aus 20—30 Kammern, deren obere kugelig und durch breite und tiefe 
Einschnürungen geschieden sind. Im älteren Theile der Schale werden diese allmählich weniger deutlich und 
die ersten Kammern sind kaum durch schwache Furchen gesondert. Die Embryonalkammer ist kugelig, ge- 
wöhnlich etwas grösser, als die nächstfolgenden und mit einer kurzen centralen Stachelspitze versehen. Auch 
die letzte Kammer endigt in einen kurzen Centralschnabel, der die kleine runde Mündung trägt. Ueber die 
Kammern verlaufen der Länge nach 7—14 hohe, aber dünne Rippen, deren Zahl auch an denselben Individuen 
oft wandelbar ist. Sie vermehrt sich oft durch Einsetzen neuer Rippen oder vermindert sich im Gegentheile, 
indem eine oder die andere Rippe plötzlich absetzt. Selten nur verschmelzen zwei Nachbarrippen miteinander ; 
öfter bemerkt man dagegen zwischen zwei Längsrippen 1—2 Längslinien als Andeutungen accessorischer 
Rippen. Uebrigens setzen sich die Rippen bis auf den Centralschnabel der letzten Kammer fort, wenngleich 
in geringerer Anzahl. 

Die ähnliche N. polygona Rss. aus der oberen Kreide von Mecklenburg‘), welche ebenfalls eine be- 
trächtliche Grösse erlangt, unterscheidet sich durch die mehr cylindrische Gestalt des sich nach abwärts 
weniger verschmälernden Gehäuses, die weniger zahlreichen Längsrippen und die grössere Embryonalkammer. 


1) Reuss in d. Zeitschr. d. deutsch. geolog. Gesellsch. 1855. pag. 265. Taf. 8. fig. 7, 8. 


= 


N. Zippei findet sich häufig im böhmischen Pläner; seltener, aber ebenfalls weit verbreitet in den 
Baculitenthonen dieses Landes; in den Gosaumergeln von Götzreuth in Bayern, in der oberen Kreide von 
Leitzersdorf (N.-Oesterreich), in der weissen Kreide Englands, selten in den oberen Senonmergeln und daraus 
im Diluvialsande Westphalens. 


2. N. bactroides Rss. 
1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 37. Taf. 2. fig. 5. 


Sie wurde von mir zuerst im norddeutschen Hils und Gault aufgefunden und ist der N. sceptrum 
Rss. ') und N. tubifera Rss.?) nahe verwandt. Das gerade, in der unteren Kreide ziemlich grosse Gehäuse 
(bis 2,7 mm.) verdünnt sich nach unten nicht beträchtlich und endet stumpf. Die mit einer sehr kurzen 
Centralspitze versehene Primordialkammer ist wenig dicker als die 2—3 nächstfolgenden. Die jüngeren Kam- 
mern nehmen wieder allmählich und langsam an Dicke zu. Die meisten sind eylindrisch, breiter als hoch, 
ohne Nahtfurchen und zum Theile äusserlich nicht unterscheidbar. Nur die letzten drei Kammern sind etwas 
gewölbt, elliptich, höher als breit und durch seichte Nähte geschieden. Die letzte zieht sich zu einem röhrigen 
Centralschnabel zusammen. Im obersten Theile des Gehäuses unterscheidet man 8—9 schmale, durch breitere 
flache Zwischenrinnen gesonderte Längsrippen, welche nach unten an Zahl abnehmen und näher au 
einander rücken. 

Die sehr seltenen Exemplare aus dem Pläner von Strehlen unterscheiden sich von den beschriebenen 
typischen Formen nur durch geringere Grösse, durch weniger zahlreiche (4—6) Kammern, durch die mit 
deutlichen, aber schwachen Natheinschnürungen versehenen ersten zwei Kammern und durch den längeren dünnen 
Centralschnabel der letzten Kammer, welcher jedoch bei den Exemplaren aus der unteren Kreide durch 
Abbrechen verkürzt sein kann. 


3. N. inflata Rss. 

1845. Reuss, Kreideverstein. Böhm. I. pag. 25. Taf. 13. fig. 3, 4. 

1855. Reuss, Zeitschr. d. deutsch. geolog. Gesellsch. pag. 269. Taf. 8. fig. 2—4. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 180. 

Sie ist durch die überwiegende Grösse der Primordialkammer ausgezeichnet, welche besonders an 
den kürzeren Exemplaren — mit 2 bis 4 Kammern — stark hervortritt. Weniger auffallend ist sie an den 
längeren Individuen, bei welchen die Kammerzahl bis auf 6—7 steigt. Dadurch wird ihre Form sehr wandel- 
bar. Immer aber verdickt sich das Gehäuse nach unten mehr weniger beträchtlich, so dass das untere Ende 
im Gegensatze zu den meisten anderen Nodosarien stets dicker ist, als das obere. 

Die jüngste Kammer ist mehr weniger kugelig, endet in einen kurzen gefurchten Schnabel, der die 
Mündung trägt, und ist von der nächstfolgenden Kammer, welche oft etwas dünner ist, stets durch eine 
ziemlich tiefe Einschnürung gesondert. Die mittleren Kammern sind dagegen kaum gewölbt und von einander, 
sowie von der ersten Kammer äusserlich nur durch einfache Nahtlinien geschieden. 

Die erste Kammer stellt eine Kugel dar, welche die nächstfolgenden an Grösse um das Doppelte 
bis Vierfache übertrifft und in einen kurzen Centralstachel ausläuft. Sehr selten setzt sie an längeren, im 
oberen Theile fast eylindrischen Schalen an der folgenden Kammer scharf ab. 


1) Reuss, 1. c. pag. 37. Taf. 2. fig. 3. 
*) Reuss, l. c. pag. 37. Taf. 2. fig. A. 


ee 


Ueber das Gehäuse verlaufen 5—-9 hohe und scharfe Längsrippen. Auf der Embryonalkammer 
schieben sich dazwischen vereinzelt oder abwechselnd kürzere ein. 

Sehr verwandt ist die an den Küsten Cuba’s lebende N. Catesbyi d’Orb. !), weiche nur zwei tief ein- 
geschnürte Kammern und 13 Längsrippen besitzt. 

Am häufigsten in der oberen Kreide von Mecklenburg; selten im böhmischen Baculitenthon und in 
den oberen Senonmergeln Westphalens. 

Die seltenen Exemplare aus dem Pläner von Strehlen und Weinböhla sind schlecht erhalten und 
weichen von den typischen durch kleinere Dimensionen und geringere Anschwellung der Embryonalkammer ab. 


4. N. obscura Rss. — Taf. II. 20. Fig. 1—4. 


1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 26. Taf. 13. fig. 7—9. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 180. 
1865. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 52. pag. 7. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283, 286. 


Eine kleine und im Umriss ziemlich veränderliche Species, deren Gehäuse im grössten Theile seiner 
Länge beinahe eylindrisch ist und sich nach unten nur langsam verschmälert, um sich zuletzt meistens rasch 
zur kurzen Stachelspitze zusammenzuziehen, welche aber gewöhnlich abgebrochen ist. Nur selten ist dasselbe 
am oberen Ende beträchtlich dicker, als am unteren (. 1. fig. 9). 4--6 Kammern, von welchen die oberen 
sich zwischen den Längsrippen nur durch undeutliche Nahtlinien, selten durch seichte Einschnürungen ab- 
erenzen. Die älteren lassen äusserlich gewöhnlich gar keine Trennung wahrnehmen. Die oben zugerundete 
letzte Kammer trägt auf einer sehr kurzen centralen Verlängerung die runde Mündung. Ueber alle Kammern 
verlaufen 7—10 gerade, sehr schmale, aber ziemlich hohe, oft ungleiche Längsrippchen. Bisweilen sind sie 
abwechselnd stärker und machen das Gehäuse etwas dreikantig, Auf der letzten Kammer schieben sich nicht 
selten noch 1-2 Längsstreifen zwischen je zwei Rippen ein. Manche Formen, die nur mit 5—6 Längs- 
rippchen geziert und zugleich dieker und kürzer sind, vermag man von N. paucicosta Röm.?) kaum zu 
unterscheiden. 

In den böhmischen Baculitenmergeln, in den Gosaumergeln von Götzreuth und in den Belemnitellen- 
schichten von Pattenau in Bayern, in der weissen Kreide von Kent, sehr selten im oberen Senon von Hamm 
und im Gault von Rheine in Westphalen. — Sehr selten im Pläner von Strehlen. 


5. N. paupercula Rss. — Taf. II. 20. Fig. 5—7. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 26. Tat. 12. fig. 12. ; 

Das sehr kleine Gehäuse nimmt nach abwärts nur wenig an Dicke ab und besteht aus höchstens 
5—6 gewölbten Kammern, die, nur wenig höher als breit, durch mässig tiefe Einschnürungen von einander 
geschieden werden. Ueber ihre Oberfläche verlaufen 12—16 sehr feine erhabene Längslinien. Die Embryonal- 
kammer endigt in eine kurze dünne Centralspitze, die letzte Kammer in einen etwas längeren Schnabel, 
welcher die Mündung trägt. 

Sehr selten im Pläner von Kosstitz in Böhmen, ebenso selten in jenem von Weinböhla und Strehlen 
in Sachsen. An den sächsischen Exemplaren sind die Kammern gewöhnlich etwas weniger gewölbt. 


1) d’Orbigny, Foraminif. de l’ile de Cuba. pag. 16. Taf. 1. fig. 8-10. 


2) Römer, Verstein. d. norddeutsch. Kreidegeb. pag. 95. Taf. 15. fig. 7. 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 4. 12 


a oe 


6. N. amphioxys n. sp. — Taf. II. 20. Fig. 8. 

Das kleine schlanke Gehäuse verschmälert sich unten sehr langsam zur Spitze, während die letzte 
schmal-ovale Kammer ebenfalls in eine scharfe Spitze ausläuft. Die wenig zahlreichen (5—6) Kammern 
werden äusserlich kaum durch äusserst seichte Einschnürungen geschieden. Sie sind beinahe ceylindrisch, 
höher als breit, besonders die letzte, welche nur eine schwache Wölbung darbietet. Einzelne entfernte faden- 
artige Längsrippchen zieren den oberen Theil des Gehäuses. 


Sehr selten im Pläner von Strehlen. 


7. N. fusula n. sp. — Taf. I. 20. Fig. 9. 


Sehr klein und dünn, an beiden Enden zugespitzt, etwas spindelförmig. Drei beinahe gar nicht ge- 
wölbte eylindrische Kammern, welche kaum eine Spur von Nahteinschnürungen darbieten. Einzelne entfernte 
sehr feine Längslinien laufen darüber. 


Sehr selten im Pläner von Strehlen. 


8. N. acicula n. sp. — Taf. II. 20. Fig. 10. 


Eine sehr kleine, verhältnissmässig lange und dünne Species, beinahe eylindrisch, nach abwärts sich 
nur sehr langsam verschmälernd und in eine scharfe, gewöhnlich etwas excentrische Spitze auslaufend. Eine 
Trennung der Kammern ist äusserlich nicht wahrnehmbar ; nur die letzte Kammer verräth sich gewöhnlich 
durch ihre äusserst schwache Anschwellung. An älteren Individuen findet man dagegen die letzten 3—4 
Kammern durch seichte Nahteinschnürungen angedeutet. An jugendlichen Schalen verlaufen entfernte, sehr 
schwache Längslinien über die Schale, an älteren verwandeln sich dieselben in feine Längsrippchen, welche 
die Schale im Querschnitte etwas kantig machen. Die letzte Kammer zieht sich rasch zu einer sehr kurzen 
röhrigen Spitze zusammen, welche die Mündung trägt. 


Sehr selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla. 
b) Schale glatt, ohne Längsstreifen. 


9. N. Naumannin, sp. — Taf. II. 20. Fig. 11. 

Im Umrisse kommt die Species mit der N. sceptrum Rss. ') überein, die aber längsgerippt ist. Fünf 
bis sieben Kammern, welche nach oben an Grösse — mehr in der Höhe, als in der Dicke — regelmässig 
zunehmen, bilden das gerade, selten sehr wenig gebogene Gehäuse. Die erste Kammer ist klein und stumpf 
oder zeigt nur eine Spur von Centralspitze, die übrigen sind elliptisch, wenig gewölbt, durch seichte Ein- 
schnürungen geschieden. Die letzte, beinahe doppelt so hoch als breit, zieht sich am oberen Ende rasch 
zur stumpfen Spitze zusammen. Die Schalenoberfläche glatt, ungerippt. 

Sehr selten im Pläner bei Strehlen. Etwas undeutliche Exemplare von Weinböhla dürften wohl auch 
hierher gehören. 


b) Dentalina d’Orb. Mehr weniger gebogener und mit oft etwas excentrischer, gegen die Rückenseite 
gerückter Mündung. In letzterem Falle stellt sich, wenn das Gehäuse zusammengedrückt ist, ein Uebergang 
zu den Vaginulinideen heraus. 


* Mit längsgestreifter oder gerippter Schale. 


1) Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 37. Taf. 2. fig. 3. 


gg 


10. N. affinis Rss. !) — Taf. II. 20. Fig. 12. 
1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 26. Taf. 13. fig. 16. 


Das lange, sehr dünne Gehäuse, das nur in Bruchstücken vorliegt, verschmälert sich nach unten nur 
wenig. Acht bis neun schmale elliptische Kammern werden durch deutliche Einschnürungen gesondert und 
von 4-5 hohen flügelartigen Längsrippen bedeckt, welche die Nahtfurchen mehr weniger verdecken. Die 
untere Kammer läuft rasch in eine kurze haarförmige Spitze aus, während die oberste ziemlich lang 
zugespitzt ist. 

Nicht selten im Pläner von Weinböhla. Im böhmischen Baculitenthon. 


11. N. obsolescens n. sp. — Taf. II. 20. Fig. 14. 


Sie ist der N. obscura Rss. sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch das schlankere, verhältniss- 
mässig längere, unten weniger zugespitzte und sehr schwach gebogene oder doch schiefe Gehäuse. Nach 
abwärts verschmälert es sich nur langsam und wenig und endigt meistens stumpf. Die Grenzen der älteren 
cylindrischen Kammern sind äusserlich nicht wahrnehmbar; nur die letzte oder die letzten zwei werden 
durch seichte Einschnürungen angedeutet. Die letzte Kammer zieht sich rasch zur stumpfen Spitze zusammen. 
Ueber das ganze Gehäuse verlaufen 7—9 schmale gedrängte Längsrippen. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen. 

** Mit glatter ungestreifter Schale. 


12. N. multilineata n. sp. — Taf. II. 20. Fig. 13. 


Auch von dieser Art liegen nur Fragmente vor, welche dem oberen Theile des Gehäuses angehören. 
Dasselbe muss lang und sehr schmal gewesen sein. Die Kammern sind fast cylindrisch, kaum gewölbt — 
besonders auf der Rückenseite — durch seichte Einschnürungen geschieden, viel höher als breit. Die letzte 
ist schief und lang eiförmig, fast dreimal so hoch als breit und verschmälert sich allmählich zur stumpfen 
excentrischen Spitze. Die Oberfläche ist mit gedrängten haarfeinen Längslinien bedeckt, gleichwie bei N. 
lineolata Rss.?), welche aber gewölbte, durch mehr weniger tiefe Nahteinschnürungen gesonderte Kam- 
mern besitzt. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen, sowie im böhmischen Baculitenthon. 


13. N. oligostegia Rss. — Taf. II. 20. Fig. 15—18. 
n 


1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 27. Taf. 13. fig. 19, 20. 

1851. Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg v. Lemberg. pag. 25. Taf. 1. fig. 10. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 42. 

1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 39. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 168. 

Das kurze ziemlich dicke Gehäuse besteht aus 2—4 Kammern und ist bald gerade, bald sehr schwach 
gebogen. Die Kammern elliptisch, durch tiefe Nähte abgeschnürt. Die Embryonalkammer am kürzesten, 
mitunter fast kugelig, mit einem kurzen Centralstachel; die letzte lang-elliptisch, in einen ziemlich langen 
etwas excentrischen Schnabel ausgezogen, der die gestrahlte Mündung trägt. Die Schalenoberfläche glatt 
und glänzend. 


1) Hat die Priorität vor N. affinis d’Orb., Foraminif. du bass. tert. de Vienne 1845. pag. 39. Taf. 1. fig. 36—39), 
deren Name geändert werden muss. 
?) Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 27. Taf. 8. fig. 8. 


te es 


Nicht selten bei Strehlen, sehr selten bei Weinböhla. — Auch nicht selten in den Baculitenthonen 
Böhmens, sehr selten in den Mucronatenmergeln von Lemberg, in den oberen Senonmergeln und im Diluvial- 
sande von Hamm in Westphalen, in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), im Kreidedetritus 
von Charing (England) und im norddeutschen Gault. 


14. N. diserepans Rss. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 40. Taf. 3. fig. 7. 

Sie unterscheidet sich von allen verwandten Arten durch die auffallende Ungleichheit der Kammern. 

Das kurze ziemlich dicke und wenig gebogene Gehäuse besteht nur aus drei Kammern, deren erste 
unten in einen kurzen Centralstachel endigt. Uebrigens ist dieselbe gleich der zweiten, deren Breite ihrer 
Höhe gleichkommt, von cylindrischer Gestalt. Die letzte ist gewöhnlich länger, als die beiden übrigen zu- 
sammengenommen, lang-eiförmig und zieht sich zu einer dicken, etwas schief nach rückwärts gerichteten 
Spitze zusammen. Die Nähte sind tief, die Schalenoberfläche ist glatt, glasig glänzend. 

Die sehr seltenen Individuen aus dem Pläner von Strehlen sind etwas kleiner, als jene aus dem Senon 
Westphalens. 


15N: cylindroides Rss. 


1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 4. Taf. 1. fig. 8. 
1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 41. Taf. 2. fig. 16. 


Die seltenen Exemplare aus dem Pläner von Strehlen stehen an Grösse jenen von anderen Fund- 
orten beträchtlich nach, während sie in anderen wesentlichen Merkmalen damit übereinstimmen. 

Das kurze und verhältnissmässig dicke Gehäuse ist walzenförmig, wenig gebogen und an beiden Enden 
zugespitzt. Die wenig zahlreichen (4) Kammern sind cylindrisch, nur durch sehr seichte Einschnürungen 
gesondert. Die mittleren sind nur wenig höher als breit. Die letzte zieht sich zur kurzen excentrischen 
Spitze zusammen, welche die nackte Mündung trägt. 

Die Species ist bekannt aus dem Senon, Gault und Diluvialsande Westphalens, aus dem Ananchyten- 
mergel von Langelsheim und aus dem Pläner von Milleschau und vom Laurenzberge bei Prag in Böhmen. 


16. N. distincta Rss. 


1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 40. Taf. 2. fig. 5. 
1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 41. 


Erwachsene Exemplare bestehen aus vier sehr verschieden gestalteten,.durch breite aber wenig tiefe 
Nähte geschiedenen Kammern, von denen die erste elliptisch, unten sehr schwach zugespitzt und grösser ist 
als die zwei nächstfolgenden. Diese sind wenig gewölbt, etwas höher als breit. Die letzte dagegen ist sehr 
gross, schief-elliptisch, besonders an der Bauchseite gewölbt, oben in eine schiefe excentrische Spitze aus- 
laufend, welche die gestrahlte Mündung trägt. Die Schalenoberfläche glasig glänzend. 

Selten im Pläner von Strehlen. Auch im unteren Senon und im Gault Westphalens. Die sächsichen 
Formen weichen von den typischen darin ab, dass die erste Kammer nicht grösser ist als die folgenden, 
gewöhnlich nur eben so gross. 


17. N. strangulata Rss. 


1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 41. Taf. 2. fig. 6. 
1862, Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 41. 


Auch bei dieser Species besteht das schwach gebogene Gehäuse nur aus wenigen (4) elliptischen, 
mässig gewölbten Kammern, deren erste unten stumpf gerundet ist, die letzte sich in eine ziemlich lange, 


none 


etwas excentrische Spitze verdünnt. Die Kammern sind grösser, länger und schlanker als bei der verwandten 
N. catenula Rss.‘) Die Mündung wird von einem Strahlenkranze umgeben. 

Wurde zuerst im Senon, Gault und Diluvialsande Westphalens, sowie im norddeutschen Gault auf- 
gefunden. Die sehr seltenen Exemplare aus dem Pläner von Strehlen übertreffen die westphälischen 
an Grösse, 


18. N. cognata Rss. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 39. Taf. 1. fig. 9. 


Die seltenen Exemplare von Strehlen, die ich hierher rechnen zu müssen glaube, weichen von jenen 
des oberen Senons von Hamm in Westphalen darin ab, dass sie kleiner und beinahe gerade sind, — Unter- 
schiede, welchen wohl keine wesentliche Bedeutung zugeschrieben werden kann. 

Die Species ist der N. oligostegia verwandt, unterscheidet sich aber von derselben durch die grössere 
Zahl der Kammern und die beinahe kugelige Gestalt der ersten Kammer. 

Bei den typischen Formen ist das Gehäuse schwach gebogen und verhältnissmässig ziemlich dick. 
Von den 4—6 mässig gewölbten und durch ziemlich tiefe Näthe gesonderten Kammern ist die Embryonal- 
kammer fast kugelig und am unteren Ende kurz zugespitzt. Die grösste Wölbung der übrigen Kammern, 
welche etwas höher als breit sind, fällt in ihre untere Hälfte; nach oben hin verschmälern sie sich etwas. 
Die letzte Kammer spitzt sich am oberen Ende schräg zu und läuft in eine kurze, dicke, etwas excentrische- 
Spitze aus. Die glatte Schalenoberfläche ist glasig glänzend. 


19. N. annulata Rss. — Taf. II. 20. Fig. 19. 20. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 27. Taf. 8. fig. 4, 67. Taf. 13. fig. 21. 

1851. Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 26. Taf. 1. fig. 15. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 38. 

1870. Dentalina annulata Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283. 

Das verlängerte cylindrische Gehäuse ist schwach gebogen, verschmälert sich nach abwärts nur sehr 
langsam und endigt daselbst stumpf. Die zahlreichen (14—16) Kammern sind fast durchgehends nicht gewölbt, 
walzenförmig, breiter als hoch und äusserlich nur durch durchscheinende, lineare, nicht vertiefte Nähte ange- 
deutet. Nur die jetzte Kammer ist convex, von den übrigen durch eine Einschnürung getrennt und in einen 
kurzen, dünnen, nicht völlig centralen Schnabel verlängert. An den ältesten Individuen sind die letzten 
3—3 Kammern gewölbt und durch vertiefte Nähte geschieden, während die Scheidewände der übrigen Kammern 
als schwach erhabene Ringe hervorragen. 

An den Böhmischen Exemplaren scheinen überhaupt die Kammern mit Ausnahme der ältesten etwas 
convexer vorzutreten, als an den sächsischen. 

Bisweilen sind auch dichotome Missbildungen beobachtet ‘worden. 

Ziemlich häufig, aber nicht sehr gut erhalten im Pläner von Strehlen; sehr selten bei Weinböhla 
und bei Zschertnitz unweit Dresden. — Sehr verbreitet im Pläner und in den Baculitenthonen Böhmens; 
überdies in der Mucronatenkreide von Lemberg in Galizien, in den Gosaumergeln der Gosau und von 
Götzreuth in Baiern, im Pläner und im Senon Norddeutschlands, im Senon und im Diluvialsande West- 
phalens. 


1) Reuss, Sitzungsber. d, k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 41. Taf. 3. fig. 6. 


20. N. Lorneiana d’Orb. 


1839. Dentalina Lorneiana d’Orbigny, M&m. de la soc. geol. de Fr. IV. I. pag. 14. Taf. 1. fig. 8, 9. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 27. Taf. 8. fig. 5. 

1860. Reuss. Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 42. 

Das sehr schlanke Gehäuse ist schwach gebogen, nach oben nur langsam an Dicke zunehmend. Die 
elliptischen Kammern zweimal so lang als breit, wenig convex, bis fast zur tiefen Naht sleich dick bleibend 
und dann sich rasch zusammenschnürend. Die letzte Kammer verlängert sich in eine kurze nicht ganz 
centrale Spitze mit kleiner runder Mündung. 

Sehr selten bei Weinböhla. — Im Pläner von Kosstitz und in den Baculitenthonen Böhmens; im 
Senon Westphalens; in der weissen Kreide von Sens (Frankreich) und von England. 


21. N. peracuta n. sp. — Taf. II. 20. Fig. 21. 


Sie ist der N. Lorneiana d’Orb. und der N. (Dentalina) acuticauda Rss.*) verwandt, aber von beiden 
verschieden; von der ersteren durch das lange sehr spitze untere Ende und durch die keine Nahtfurchen 
darbietenden ältesten Kammern; von der zweiten durch die viel beträchtlichere Höhe der Kammern. 

Das Gehäuse ist stark verlängert, sehr dünn und schlank, gebogen, am unteren Ende scharf und lang 
zugespitzt. Etwa 9—10 Kammern, von welchen die ersten cylindrisch und äusserlich nicht geschieden sind. 
Nur die letzten drei sind, gleichwie bei N. Zorneiana elliptisch, höher als breit und durch deutliche quere 
Nahteinschnürungen gesondert. Die letzte Kammer verdünnt sich zu einer mässig langen, fast centralen Spitze. 
Die Schalenoberfläche glatt, glasig glänzend. Sehr selten im Pläner von Weinböhla. 

22. N. nodosa d’Orb. 

1839. Dentalina nodosa d’Orbigny, M&m. de la soe. geol. de Fr. IV. I. pag. 14. Taf. 1. fig. 6, 7. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 28. Taf. 13. fig. 22. 

Das sehr schlanke, schwach gebogene, nach abwärts sich regelmässig verdünnende Gehäuse besteht aus 
8—9 gewölbten, breit-eiförmigen Kammern, die durch schmale aber tiefe Nähte geschieden sind und deren Wölbung 
in ihrem unteren Theile stärker hervortritt. Ihre Höhe übertrifft die Breite nur wenig. Die letzte Kammer 
zieht sich rasch zur kurzen Spitze zusammen, welche die kleine runde Mündung trägt. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla. — Selten in den böhmischen Baculitenmergeln; 
häufiger in der weissen Kreide Frankreichs. ; 


23. N. gracilis d’Orb. 

1839. Dentalina gracilis d’Orbigny 1. c. IV. I. pag. 14. Taf. 1. fig. 5. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 27. Taf. 8. fig. 6. 

1851. Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 27. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 43. 

1865. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 52. pag. 7. 

Der vorigen Species sehr verwandt, aber durch die sehr wenig gewölbten Kammern leicht zu unter- 
scheiden. 

Das Gehäuse ist sehr dünn und schlank, wenig gebogen; die sehr wenig convexen Kammern, die 
nach abwärts nur langsam an Grösse abnehmen, sind wenig höher als breit und werden durch sehr schwache 
quere Nahteinschnürungen gesondert. Die letzte Kammer schmal und schief eiförmig zugespitzt. 


2) Reuss, Zeitschr. d. deutsch. geol. Gesellsch, Bd. 51. pag. 62. Taf. 3. fig. 8. — Sitzungsber. d. k. Akad, d. Wissensch. 
Bd. 48. pag. 45. Taf. 3. fig. 26. 


gez 


Selten im Pläner von Strehlen. — Im Baculitenthon Böhmens, in der weissen Kreide Frankreichs 
und Englands, im Senon Westphalens, in der Mucronatenkreide von Lemberg in Galizien, in der Kreide vom 
Kanara-See in der Dobrudscha. Morris führt die Species auch aus dem Gault von Folkstone an. 


24. N. sororia Rss. 

1860. Dentalina intermedia Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 186. Taf. 2. fig. 8. (non Cornuel.!) 

Sie unterscheidet sich von der verwandten N. communis d’Orb. schon durch das nicht so schlanke 
Gehäuse und die weniger schiefen Kammern. Das gebogene Gehäuse verschinälert sich nach abwärts allmählich 
zur stumpfen Spitze. Die Kammern sind kaum gewölbt, fast walzenförmig, mässig schief, höher als breit. 
An den älteren vermag man ihre Grenzen äusserlich nicht zu unterscheiden. Die übrigen Nähte sind nur 
durch feine wenig schräge Linien angedeutet, nur die oberste ist schwach vertieft. Die letzte Kammer ist 
schief eiförmig, in eine ziemlich lange stark excentrische Spitze ausgezogen. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen. — Sehr selten im westphälischen Gault. 


35. N. communis d’Orb. 


1839. Dentalina communis d’Orbigny, 1. c. pag. 13. Taf. 1. fig. 4. 

1850. Dentalina subcommunis d’Orbigny, Prodr. de paleont. strat. II. pag. 280. Nr. 1354. 

1851. Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 26. ' 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 186. 

1870. Dentalina subeommunis Karrer, Jahrbücher d. k. k. geolog. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 169. 

1372. Geinitz, das Elbthalgebirge in Sachsen. I. 4. pag. 155. 

Das schlanke gebogene Gehäuse verschmälert sich nach abwärts allmählich bis zur Embryonalkammer, 
welche etwas grösser ist als die nächstfolgenden und in einen kurzen feinen Stachel ausläuft. 6—9 niedrige 
sehr schräge Kanımern mit kaum bemerkbaren Nähten. Nur die letzte, welche etwas stärker gewölbt ist 
und in einen kurzen excentrischen Schnabel ausläuft, bietet eine deutlichere Naht dar. Die Mündung ist von 
einem feinen Strahlenkranze umgeben. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen. — Ueberdies in der weissen Kreide Englands und Frankreichs, 
im westphälischen Senon, im norddeutschen Kreidemergel, im Mucronatenmergel von Lemberg in Galizien, 
im Pläner und Baculitenthon Böhmens, in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), im Cenoman 
Sachsens. 

Die Species liegt aber auch in den neogenen Tertiärschichten und lebt jetzt noch in den meisten 
Meeren ; Orbigny hat zwar diese Formen später von den Kreideformen, welche er mit dem Namen D. sub- 
commumnis belegt, gesondert; ich vermag jedoch keinen nur irgend wesentlichen Unterschied zwischen beiden 
zu finden. 


%6. N. aff. deflexa Rss. 


Die typische D. deflexa ?) aus dem norddeutschen Gault besitzt ein sehr kleines schlankes, wenig 
gebogenes Gehäuse mit wenig zahlreichen (4) Kammern, welche sämmtlich viel höher als breit sind. Die 
Embryonalkammer ist schmal, oval, ohne Stachelspitze. Die folgenden Kammern nehmen rasch an Höhe, 
aber nur wenig an Dicke zu. Die letzte Kammer ist beinahe doppelt so hoch als breit, schief- und schmal- 
eiförmig mit nach rückwärts gewendeter stumpfer Spitze. Die Nähte haben einen schrägen Verlauf. 


1) Cornuel in Mem. de la soc. geol. de Fr. II, I. pag. 251. Taf. 1. fig. 20. 
2) Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 43. Taf. 2. fig. 19. 


N Nege 


Sehr ähnlich ist die lebende Form, welche Parker und Jones unter dem Collectivnamen: D. com- 
munis d’Orb. aus dem arctischen Ocean beschreiben und abbilden. ?) j 

Die sehr seltenen Exemplare aus dem Piäner von Strehlen sind den typischen Formen der Species 
sehr ähnlich, wenn nicht damit identisch. Sie besitzen ebenfalls vier Kammern mit etwas schrägen Kammern. 
Die erste ist oval, die folgenden fast cylindrisch, etwas höher als breit, durch sehr seichte Nähte geschieden ; 
die letzte ist viel grösser, oval, mässig gewölbt, in eine kurze Spitze ausgezogen. 


27. N. legumen Rss. — Taf. II. 20. Fig. 22. 


845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 28. Taf. 13. fig. 23, 24. 

1851. Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 26. Taf. 1. fig. 14. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 137. 

1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 43. 

1870. Dentalina legumen Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 233, 286. 


Gehäuse schlank, wenig gebogen, nach abwärts sich allmählich verschmälernd, seitlich schwach zusam- 
mengedrückt. 6—9 Kammern, die nach oben hin langsam an Grösse zunehmen und etwas schief sind, so 
dass ihre Wölbung an der convexen Seite des Gehäuses stärker hervortritt als an der concaven. Die Em- 
bryonalkammer ist kurz und fein zugespitzt. Die schmalen aber ziemlich tiefen Nähte sind etwas schräge, 
aber weniger als bei N. communis d’Orb. und N. badenensis d’Orb.?) Die Schalenoberfläche ist meistens 
matt, ohne deutliche Rauhigkeiten zu zeigen. 

Die Species wechselt im Grade der Schiefheit der Kammernähte beträchtlich und scheint wohl nur 
eine Form der vielgestaltigen N. communis d’Orb. zu sein, deren typische Formen sich durch schiefere Kammer- 
nähte und durch die etwas angeschwollene Embryonalkammer auszeichnen. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen. Selten im Pläner von Böhmen, Westphalen und Norddeutsch- 
land; sehr selten im Gault Westphalens und Englands. Vorzugsweise scheint sie jedoch dem Senon anzuge- 
hören. Sie findet sich im Baculitenthon Böhmens, im Mucronatenmergel von Lemberg in Galizien, in den 
Gosaumergeln von Götzreuth und in den Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern und sehr verbreitet 
im westphälischen Senon. 

**»* Mit rauher oder mehr weniger stacheliger Schale. 


938. N. aculeata d’Orb. 


1839. Dentalina aculeata d’Orbigny, Mem. de la soc. g6&ol. de Fr. IV. I. pag. 13. Taf. 1. fig. 2, 3. 
1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 28. Taf. 12. fig. 29. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 189. 

1362. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pagı 44. 

1870. Dentalina aculeata Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283. 


Das schlanke gebogene Gehäuse nimmt nach abwärts nur langsam und wenig an Dicke ab und be- 
steht aus 6—9 stark gewölbten oft beinahe kugeligen Kammern, welche durch breite und dünne oft röhren- 
förmige Einschnürungen, die bisweilen ebenso lang oder noch länger sind als die Kammern selbst, rosenkranz- 
förmig mit einander verbunden werden. Deshalb findet man die Schalen fast immer in einzelne kleine Bruch- 
stücke zerfallen. Die letzte Kammer läuft in eine kurze excentrische Spitze aus, welche die kleine nackte 
Mündung trägt. Die Oberfläche der Schale ist mit entfernt stehenden kurzen ungleichen stacheligen Spitzen 
besetzt. 


!) On some Foraminif. from the North-Atlantic and Arctic Oceans (Philos. Transact. 1866.) pag. 342. Taf. 13. fig. 10. 
®) d’Orbigny, Foraminif. foss. du bass. tert. de Vienne pag. 44. Taf. 1. fig. 49. 


ag 


Sehr seltene Bruchstücke im Pläner von Strehlen. — Zuerst in der weissen Kreide Englands und 
Frankreichs nachgewiesen, wurde sie später gefunden im böhmischen Baculitenthon, im Senon und im Diluvial- 
sande Westphalens, in den Gosaumergeln von Götzreuth in Baiern und selbst im norddeutschen Gault. 


3. Glandulinidea. 


Die Kammern in gerader oder schwach gekrümmter Linie über einander stehend oder nur die 
ältesten spiral eingerollt (Mischtypus: Zingulinopsis Rss.). Jede jüngere Kammer umfasst den oberen Theil 
der zunächst darunter liegenden. Die centrale terminale Mündung rund oder spaltenförmig. Durch allmählich 
sich einstellende Abschnürung der Kammern von einander findet ein Uebergang zu den Nodosarideen statt. 

Die Gruppe umfasst die Sippen: Glandulina d’Orb., Psecadium Rss., Lingulina d’Orb. und Lingu- 
linopsis Rss., von welchen bisher nur die erstgenannte und Zingulina im sächsischen Pläner nachgewiesen 
wurden. 


Glandaulina d’Orb. 


Die Kammern des im Querschnitte runden nicht zusammengedrückten Gehäuses in gerader Reihe 
oO {o} 
stehend, mit linearen queren Nähten. Mündung rund. — Geht durch Zwischenformen in Nodosaria über. 
r 


1. Gl. eylindracea Rss. 


1845. Nodosaria ceylindracea Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. pag. 25. Taf. 13. fie. 1, 2. 

1851. Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 23. Taf. 1. fig. 5. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 190. Taf. 4. fig. 1. 

Diese im Pläner von Strehlen nicht zu selten vorkommende Speeies ist in ihrem Umrisse sehr ver- 
änderlich und bildet einen unmittelbaren Uebergang zu Nodosaria. Das Gehäuse zeichnet sich durch seine 
verhältnissmässige Dünne aus und ist beinahe cylindrisch, in seiner ganzen Länge gleich dick, nur in der 
Mitte zuweilen etwas eingeschnürt, mitunter etwas schief oder gebogen. Beide Enden sind kurz zugespitzt ; 
das obere Ende ist von der kleinen gestrahlten Mündung durchbohrt. Wenige (4—6) in der Höhe wandel- 
bare Kammern, deren Scheidewände sich gewöhnlich nur bei durchfaliendem Lichte verrathen. Nur manch- 
mal sind die obersten Nähte etwas vertieft. Die Schalenoberfläche ist glatt und glänzend. 


Auch im Baculitenthon Böhmens, im Mucronatenmergel von Lemberg und im westphälischen Senon. 


2. Gl. mutabilis Rss. 
1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 58. Taf. 5. fig. 7—11. 


In ihrer Gestalt sehr veränderlich, bald kürzer, bald länger und dünner, bald verkehrt-conisch oder 
selbst verlängert-eiförmig, bald beinahe cylindrisch. Manche kurze dicke conische Formen stimmen vollkommen 
mit Nodosaria humilis Röm. !) überein. 

Ausgebildete Exemplare (bis 0,7 mm. lang) bestehen aus 5—6 Kammern, von welchen die erste sehr 
stumpf abgerundet, selten etwas zugespitzt ist. Die folgenden sind bald höher, bald niedriger, doch stets 
breiter als hoch, und gewölbt, durch tiefe Nähte geschieden, daher ringförmig vorragend. Nur zwischen den 
ersten Kammern sind die Nähte bisweilen nur linear. Die letzte Kammer ist gewöhnlich etwas höher als 
breit, bauchig-eiförmig, oben sich zu einer kurzen dicken stumpfen Spitze mit gestrahlier Mündung verdün- 
nend. Jüngere Individuen zeigen nur 3—4 Kammern. 


‘) Römer, Verstein. des norddeutschen Kreidegeb. pag. 95. Taf. 15. fig. 6. 
Palasontographica XX, 2, Abth, 4, 13 


eo 


Gl. manifesta Rss.) aus: dem Kreidemergel von Lemberg und dem oberen Senon von Hamm in 
Westphalen gehört wohl auch hierher. Selbst Nodosaria Beyrichi Neugeb. (= N. incerta Neugeb.) ?) aus 
dem miocänen Tegel von Lapugy in Siebenbürgen ist sehr verwandt und dürfte nur eine weiter vorgeschrittene 
Uebergangsform zu Nodosaria darstellen. 

Die seltenen Exemplare aus dem Pläner von Strehlen stimmen mit jenen aus dem norddeutschen 
Hils und Gault überein. 

Lingulina d’Orb. 

Schale gerade, fast immer von vorne nach hinten zusammengedrückt. Die Kammern stehen in ge- 
rader Reihe über einander, oft mit bogenförmigen Nähten. Die terminale centrale Mündung gewöhnlich quer 
spaltenförmig, selten unregelmässig gelappt. 

Die im Querschnitte rundlichen Formen schliessen sich an Nodosaria, die zusammengedrückten an 
Frondicularia an. 

L. pygmaea n. sp. — Taf. II. 20. Fig. 23. 


Sehr klein und schon dadurch von der grossen L. bohemica Rss. °) verschieden. Das Gehäuse schmal 
oval, fast linear, mit wenig gebogenen winkeligen Seitenrändern und stumpfem unterem Ende. Sechs bis 
sieben schwach gebogene, niedrige Kammern mit sehr seichten und schmalen Nähten. Die letzte wenig 
höhere Kammer spitzt sich rasch und kurz zu und trägt die sehr kurze enge Spaltmündung. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen. 


4. Vaginulinidea. 


Gehäuse gerade oder schwach gebogen, seitlich zusammengedrückt, mit schrägen, sich einfach deckenden, 
nicht umfassenden Kammern. Nähte nicht eingeschnürt. 

Vaginulina d’Orb. (char. emend. — Citharina d’Orb.) 

Gehäuse schmal oder dreieckig, stark seitlich zusammengedrückt, gerade oder im untersten Theile 
schwach vorwärts gebogen, so dass der Rückenrand etwas convex wird. Die schrägen Kammern zahlreich, 
niedrig, die letzte schräg abgestutzt, ohne Schnabel. Die Nähte linear oder durch hervorragende Leistchen 
bezeichnet. Die kleine runde Mündung end- und rückenständig. 

Die Gattung schliesst sich einerseits an die Dentalinen mit etwas zusammengedrückten Kanımern, 
welche aber stets einen concaven Rückenrand besitzen, anderseits — mit ihren stark comprimirten Formen — 
an Frondicularia an. 


1. V. costulata Röm. — Taf. II. 20. Fig. 24. 

1842. Römer in Leonh. u. Bronn’s Jahrb. pag. 273. Taf. 7. B. fie. 3 a, b, c. 

1345. Marginulina costulata Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 28. Taf. 13. fie. 25. 

Durch das lange und sehr schmale Gehäuse ausgezeichnet. Dasselbe ist fast linear, 10—12mal so 
lang als breit, gerade oder nur sehr wenig gebogen, von den Seiten blattförmig zusammengedrückt. Es ver- 
schmälert sich von oben sehr allmählich bis zum stumpfen unteren Ende; das obere ist scharf zugespitzt. 


!) Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 22. Taf. 1. fig. 4. — Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. 
Bd. 40. pag. 190. 

?) Neugeboren in der Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 12. pag. 72. Taf. 1. fig. 7—11. 

®) Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. II. pag. 108. Taf. 43. fig. 10. 


ge 


13-15 sehr schräge und spitzwinkelige Kammern, deren Grenzen an der Oberfläche durch schmale Leisten 
angedeutet werden. Ein anderer schmaler erhabener Saum läuft längs des Rückenrandes herab. Die Em- 
bryonalkammer ist rundlich und etwas gewölbt. Die Mundfläche der letzten Kammer ist linear, schräge, 
ohne Wölbung und trägt an dem spitz aufragenden Rückenende die runde Mündung. Der Rücken ist gerade 
abgestutzt, eben; der Bauchrand durch die dort etwas vorragenden Kammern schwach gekerbt, übrigens 
eben so breit, als der Rückenrand. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla. Im Pläner Böhmens und Norddeutschlands. 

2. V. Geinitzi n. sp. — Taf. Il. 21. Fig. 1. 

Eine sehr kleine und dünne, schmal dreiseitige, in das Lanzettliche übergehende Form, deren gerade 
abgestutzter Rücken auf den Seitenflächen als ein zarter Saum hervorragt. Die erste sehr kleine Kammer stellt ein 
elliptisches Knöpfchen dar; die anderen (5) sind flach, sehr niedrig und gegen die Bauchseite sehr steil ab- 
schüssig. Ihre Grenzen werden äusserlich durch äusserst zarte Fäden bezeichnet. Ich fand bisher ein einziges 
Exemplar im Pläner von Weinböhla. 

3. V. spec. 

Aus dem Pläner von Strehlen liegt ein das untere Ende des Gehäuses darstellendes Bruchstück vor. 
Es deutet auf eine lange, schmale, ziemlich dicke Form mit sehr schrägen erhabenen Nahtstreifen, sowie mit 
gekantetem Rücken und Bauche hin. 


5. Frondicularidea. 


Gehäuse meistens gerade, seltener etwas gebogen oder mit dem unteren Theile spiral eingerollt, 
von vorn nach hinten blattförmig zusammengedrückt oder prismatisch gekantet. Die Kammern niedrig, - 
reitend, sich mit 2—4 Armen in verschiedenem Grade umfassend. Die terminale Mündung rund oder länglich. 

Es kommen Mischtypen vor zwischen den Frondicularideen und den Nodosarideen (Amphimorphina 
Neugeb. und Dentalinopsis Rss.), sowie zwischen den ersteren und den Cristellarideen (Flabellina d’Orb.) 

Frondicularia Defr. 

Gerade, stark, oft blattförmig, von vorn nach hinten zusammengedrückt. Kammern sämmtlich in 
gerader Linie über einander stehend, winkelig gebrochen oder bogenförmig, sich mit zwei in einer Ebene 
liegenden seitlichen Armen mehr weniger umfassend, während auf der Vorder- und Hinterseite des Gehäuses 
sämmtliche Kammern sichtbar sind. Die terminale Mündung fast stets rund, auf einer centralen Spitze der 
letzten Kammer sitzend. 

Die dickeren Formen von Frondiceularia bilden Uebergänge zu Lingulina d’Orb. 

1. Fr. angusta Nilss. sp. 


1827. Planularia angusta Nilsson, Petref. Suec. form. cret. pag. 11. Taf. 9. fig. 22. 

1839. Geinitz, Charakt. d. Schicht. u.. Petref. d. sächs. Kreidegeb. pag. 70. Taf. 17. fig. 22. 
1841. Frondicularia angustata Römer, Verstein. d. norddeutsch. Kreidegeb. pag. 96. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 29. Taf. 8. fig. 15, 14. 

1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 7. pag. 66. ; 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 196. Taf. 4. fig. 5. 

1865. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 52. pag. 8. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geolog. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 169. 


Die Species ist eine der am längsten bekannten und verbreitetsten Foraminiferen der Kreideformation. 
Das Gehäuse ist schmal lanzettförmig und stark verlängert, Mitunter erreicht es eine Länge von beinahe 


6 mm. Die grösste Breite besitzt es weit über der Mitte, bisweilen noch im obersten Drittheil der Schalen- 
länge und verschmälert sich nach abwärts sehr allmählich. Am oberen Ende endigt es zugespitzt, ist in der 
Mittellinie am dicksten und schärft sich gegen‘ die winkeligen Seitenränder hin zu. 

Die zahlreichen Kammern (an grossen Exemplaren bis 30) sind sehr niedrig, spitzwinkelig und durch 
ziemlich tiefe Furchen geschieden, so dass sie in Gestalt von dachförmigen Leisten vorragen. In der Mittel- 
linie werden sie von einer nach unten hin schmäler werdenden Längsfurche durchzogen, tragen aber jeder- 
seits noch eine wechselnde Zahl kurzer Furchen, die sich in die Grenzfurchen der Kammern nicht fortsetzen. 
Manchmal bedecken sie die gesammte Oberfläche der Kammern; gewöhnlich treten sie nur an einzelnen 
Stellen oder auch ganz vereinzelt auf. Die Embryonalkammer stellt eime sehr kleine Kugel dar, die am 
unteren Ende eine kurze Stachelspitze, auf der Vorder- und Hinterseite aber je drei sehr feine Längsrippchen trägt. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla. Von letzterem Fundorte liegt eine monströse 
dreiarmige Form vor, wie ich sie früher schon von Zr. turgida Rss. ‘) und von Fr. Cordai Rss. ?), sowie 
als Fr. amoena Rss.) von Lemberg abgebildet habe. Auch d’Orbigny beschreibt eine analoge Form als 
Fr. tricarinata.*) 

Die Species findet sich weit verbreitet im Baculitenthon, Pläner und Cenoman Böhmens, in den 
Gosaumergeln der Gosau und von Götzreuth in Baiern, in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), 
im Senon und im Diluvialsande Westphalens, im norddeutschen Pläner, im Grünsande von Köpinge in 
Schweden, selten in der Kreide am Kanara-See in der Dobrudscha. Ihr Hauptlager ist der Pläner und der 
böhmische Baculitenthon; aus der weissen Kreide und aus den Mucronatenmergeln Galiziens ist sie mir bisher 
nicht bekannt geworden. 


2. Fr. apiculata Rss. 

1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 30. Taf. 8. Fig. 24 (icon mala). 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 192. Taf. 5. Fig. 2. 

Breit-lanzettförmig, unten stumpf, oben lang und scharf zugespitzt, im oberen Drittheil am breitesten, 
in der Mittellinie ziemlich dick, nach den Seiten hin sich allmählich verdünnend. Wenige (4—7) ziemlich hohe 
spitzwinkelige Kammern, in Gestalt dachförmig abschüssiger Leisten vorragend mit mehr als doppelt schmä- 
leren Zwischenrinnen, in der Mittellinie von einer Längsfurche unterbrochen. Die Embryonalkammer gross, 
kugelig, mit centraler Stachelspitze, jederseits mit fünf Längsrippehen, von denen zwei längere mit drei 
kürzeren abwechseln. Die Seitenränder abgestutzt, mit einer Längsfurche, auch die Eımbryonalkammer um- 
fassend. Die Oberfläche der Kammern zeigt Spuren feiner Längsstreifung. 

Selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla. — Früher schon, wenngleich sehr selten, gefunden im 
böhmischen Pläner und Baculitenthon und auf secundärer Lagerstätte im Diluvialsande von Hamm in Westphalen. 


3. Fr. canaliculata Rss. 


1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 30. Taf. 8. fig. 20, 21. (icon insuff.) 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 194. Taf. 6. fig. 1. 


Bald schmäler, bald breiter lanzettförmig, die grösste Breite gewöhnlich weit über der Längenmitte 
erreichend. Nach unten verschmälert sich die Schale langsam zur stumpfen Spitze, viel rascher spitzt sie 


!) Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. Taf. 24. fig. 41. 

2) Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreidegeb. Taf. 24. fig. 38. 

3) Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 29. Taf. 1. fig. 21. 

4) d’Orbigny, Mem. de la soc. geol. de Fr. IV. I. pag. 21. Taf. 2. fig. 1—3. 


sich am oberen Ende zu. In der Mittellinie ist sie etwas dicker, als gegen die Ränder hin. Diese sind 
abgestutzt, durch eine tiefe Längsrinne ausgehöhlt und setzen auch über die Embryonalkammer fort, welche 
eine sehr kleine Kugel darstellt, mit kurzer Stachelspitze am unteren Ende und mit je zwei sehr kurzen und 
feinen Längsrippen auf jeder Seite. Die übrigen Kammern sind ziemlich hoch, nicht sehr spitzwinkelig und 
werden durch steil abschüssige dünne Leisten, die in der Mitte unterbrochen sind, begrenzt. 

Sehr selten im Pläner von Weinböhla und im Mergel von Zschertnitz bei Dresden. — Ueberdies 
im böhmischen Pläner und Baculitenthon und secundär im Diluvialsand von Hamm in Westphalen. 


4. Fr. marginata Rss. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 30. Taf. 12. fig. 9. (icon mala); II. pag. 107. Taf. 24. fig. 39, 40. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 193. Taf. 5. fig. 3. 

Verkehrt-lanzettförmig, aber in der Breite des Gehäuses sehr veränderlich. Die grösste Breite er- 
reicht es nicht sehr weit vom oberen Ende, verschmälert sich nach abwärts sehr allmählich und ist in 
der Mittellinie etwas dicker, als an den Seitenrändern. Oft sind die Seitenränder im unteren Theile etwas 
eingebogen. 9—15 niedrige spitzwinkelige Kammern mit hohen, dachförmig abschüssigen Leisten, die in der 
Mitte durch eine Längsfurche unterbrochen sind und meistens nicht ganz bis an den Seitenrand des Gehäuses 
reichen. Dieser ist gerade abgestutzt, hohlkehlenartig vertieft, wird nach abwärts allmählich schmäler, setzt sich 
aber in ununterbrochenem Zusammenhange auch über die erste Kammer fort, über welche er in Gestalt eines 
schmalen Flügelsaumes vorragt. Die Embryonalkammer stellt eine kleine, schwach verlängerte Kugel dar mit 
kurzer Centralspitze und mit 1—3 feinen Längsrippchen auf jeder Seite. Das mittlere dieser Rippchen ver- 
längert sich bis auf die höhere flache zweite Kammer. Auch bei dieser Species treten auf der Schalen- 
oberfläche kurze unterbrochene Längsfurchen dar. 

Selten im Pläner von Weinböhla. — Auch im Baculitenthone und im Pläner Böhmens, im Senon 
und im Diluvialsande Westphalens, überall selten. 


5. Fr. angustissima Rss. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 197. Taf. 4. fig. 6. 


Sie ist im Umrisse der Fr. angusta Nilss. ähnlich, aber im oberen Theile des Gehäuses noch schmäler, 
von linearem Uiriss, oben kurz zugespitzt, nach abwärts sich sehr allmählich verschmälernd, an den Seiten- 
rändern stumpfwinkelig. Die Embryonalkammer eine kleine Kugel, unten in einen kurzen Centralstachel aus- 
laufend, beiderseits mit zwei zarten Längsrippchen verziert und seitlich von einer schmalen Fortsetzung des 
Seitenrandes umsäumt. Oberhalb der ersten Kammer verschmälert sich das Gehäuse etwas, nimmt aber bald 
wieder allmählich an Breite zu, um erst beiläufig im Umfange des obersten Fünftheiles der Länge seine grösste 
Breite zu erlangen. Die zahlreichen Kammern sind niedrig, spitzwinkelig, in der Mittellinie durch eine seichte 
Längsfurche halbirt, durch deutliche Nathfurchen geschieden und, mit Ausnahme der letzten, an der Öber- 
fläche mit sehr zarten parallelen Längslinien geziert. 

Von der ebenfalls verwandten Fr. capillaris Rss. !) aus dem Mucronatenmergel von Nagorzani in 
Galizien weicht die in Rede stehende Species durch das schlankere Gehäuse und durch die nur mit zwei 
Rippchen versehene Embryonalkammer ab. 

Die seltenen im Pläner von Weinböhla vorkommenden Exemplare lassen in Beziehung auf ihren 


1) Reuss, Foraminif. d. Kreidemerg. v. Lemberg, pag. 29. Taf. 1. fig. 20. 


ge 


Erhaltungszustand Manches zu wünschen übrig, so dass ihre Bestimmung nicht vollkommen sicher ist. — 
Sehr selten im westphälischen Senon. 


6. Fr. striatula Rss. — Taf. II. 21. Fig. 2. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 30. Taf. 8. fig. 23. (icon mala); II. pag. 107. Taf. 43. fig. 11. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 52. 

Mehr weniger breit-lanzettförmig, über der Mitte am breitesten, oben sich rasch zuspitzend, nach 
abwärts sich langsam verschmälernd und stumpf endigend, in der Mittellinie nur wenig und nicht immer 
dicker, als an den Seiten. 7—12 flache Kammern mit schmalen Nahtleistchen, welche in der Mittellinie 
nicht zusammenstossen, sondern, noch schmäler werdend, sich als feine Fältchen aufwärts bis zur nächsten 
Kammer fortsetzen, Die Aussenfläche jeder Kammer zeigt 6—15 zarte kurze Längsfältchen, zwischen welche 
sich an der Basis bisweilen noch einige ganz kurze einschieben. Die Embryonalkammer, die in mehr als 
ihrer oberen Hälfte von der zweiten umfasst wird, stellt ein gewölbtes breites Ellipsoid dar, läuft unten in 
eine kurze Spitze aus und trägt auf jeder Seite sieben oder fünf Längsfalten, von welchen die mittlere die 
längste und stärkste ist. Bisweilen wechseln jedoch drei längere mit vier kürzeren oder zwei kürzere mit 
drei längeren regelmässig ab. Die Seitenränder sind der Länge nach rinnenförmig ausgehöhlt. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla und im Mergel von Zschertnitz bei Dresden. — 
Ebenfalls selten im böhmischen Pläner und Baculitenthon, häufiger im dortigen Cenoman. 


7. Fr. tenuis Rss. — Taf. II. 21. Fig. 3. 
1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 30. Taf. 8. fig. 25. 


Verkehrt-lanzettförmig, im obersten Drittheil am breitesten, nach oben sich rasch zur kurzen Spitze 
zusammenziehend, nach abwärts sich langsam verschmälernd. 8—9 niedrige, flache, spitzwinkelige Kammern 
mit sehr dünnen senkrechten Grenzleisten. Die grosse Embryonalkammer breit-eiförmig, stark gewölbt, auf 
jeder Seite mit drei feinen Längsrippchen. Der scharfe Seitenrand des Gehäuses setzt auch über die erste 
am unteren Ende mit einem kurzen Stachel versehene Kammer fort. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen, sowie in jenem von Kosstiz in Böhmen. 


8. Fr. microsphaera n. sp. — Taf. II. 21. Fig. 4. 


Eine dünne, gleichmässig zusammengedrückte, fast regelmässig ovale Species, welche am unteren 
Ende nur wenig schmäler ist, als am oberen. Die Embryonalkammer stellt ein sehr kleines Kügelchen dar, 
das von der zweiten Kammer im grössten Theile seines Umfanges umfasst wird. Die übrigen ziemlich zahl- 
reichen Kammern sind niedrig, winkelig, durch zarte Leistchen geschieden. Sehr feine unterbrochene Längs- 
streifen laufen darüber hin, der dünne Seitenrand des Gehäuses ist winkelig. 

Sehr selten im Pläner von Weinböhla. 


9. Fr. inversa Rss. — Taf. II. 21. Fig. 5—7. ° 


1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 31. Taf. 8. fig. 15—19; Taf. 13. fig. 42. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 194. 

1861. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 307. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283. 

1872. Geinitz, d. Elbthaigeb. in Sachsen. I. 4. pag. 136. 


Im Umrisse sehr veränderlich, gewöhnlich ei-lanzettförmig, seltener eiförmig, rhomboidal oder schmal- 
lanzettförmig, stets sehr dünn und gleichmässig zusammengedrückt, oben rasch zur kurzen Spitze zusammen- 


N 


gezogen, nach abwärts in eine meist langgezogene, dünne Spitze auslaufend. Die zahlreichen (6—30) äusserst 
schmalen Kammern werden durch feine Furchen geschieden. Die Mittellinie des Gehäuses tritt im oberen 
Theile als erhabene Längslinie hervor, während im unteren die Kammern äusserlich durch eine Medianfurche 
unterbrochen werden. Die meist sehr kleine schmal-ei- oder lanzettförmige Embryonalkammer ist gewölbt, 
der Länge nach fein linürt und ragt in Gestalt einer mehr weniger langen Spitze am unteren Ende des 
Gehäuses in verschiedenem Grade vor. Am meisten findet dies bei den schmalen langgezogenen Formen statt. 


Ziemlich selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla und im Mergel von Zschertnitz bei Dresden. 
— Häufig im Baculitenthon, seltener im Pläner Böhmens, im westphälischen Senon, im Kreidetuff von 
Maastricht, im sächsischen Cenoman, in den Gosaumergeln von Götzreuth in Baiern. Nach Morris im Gault 
von Folkestone in England. (?) 


10. Fr. Cordai Rss. — Taf. II. 21. Fig. 8—10, 12, 13. 


1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 31. Taf. 8. fig. 26—28; Taf. 13. fig. 41; II. pag. 108. Taf. 24. fig. 38. 
1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 7. pag. 66. Taf. 25. fig. 3. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283, 287. 

1870. Karrer, Jahrb.. d. k. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 170. 


Ebenfalls eine im Umriss sehr wandelbare Art. Die typischen Formen sind ei-lanzettlich, eiförmig, 
breit-oval oder verkehrt-herzförmig, an der Basis oder nicht weit oberhalb derselben am breitesten, gewöhnlich 
sehr dünn, besonders die grösseren Exemplare, oben kurz zugespitzt, unten fast abgestutzt mit gerundeten 
Ecken, seltener zugerundet. 5—15 sehr niedrige, oben spitzwinkelige oder bogenförmige Kammern, durch 
schmale und niedrige Leistchen von einander geschieden. Die kleine Embryonalkammer rast in Gestalt eines 
gewölbten lanzettförmigen Zapfens in der Mitte des Basalrandes hervor und zeigt bei stärkerer Vergrösserung 
jederseits drei scharfe Längsrippchen. Die übrigen Kammern sind an den an der Basis abgestutzten Exem- 
plaren fast ganz umfassend und an älteren Individuen erscheint ihre Oberfläche mit zerstreuten feinen aus- 
strahlenden Fältchen geziert, welche jedoch den kleineren Schalen fehlen. An den letzteren ist auch .die 
feine Furche, welche in der Mittellinie des Gehäuses herabläuft, stärker ausgebildet, so dass sie in eine Rinne 
übergeht; auf der entgegengesetzten Fläche des Gehäuses entspricht derselben eine feine Längsfalte oder 
selbst eine sehr stumpfe Kante. Der Rand des Gehäuses ist gerade abgestutzt, oben gekantet, an den klei- 
neren Individuen dicker als der etwas eingesenkte mittlere Schalentheil. 

Beinahe häufiger als die eben beschriebenen typischen Formen, findet man in Sachsen und Böhmen 
andere, die sich in ihren Extremen so weit davon entfernen, dass man sie für eine verschiedene Species halten 
würde, wenn sie nicht durch zahlreiche Zwischenglieder damit verbunden wären. Sie sind schmäler, an der 
Basis nicht abgestutzt, sondern abgerundet, im Umriss nicht dreiseitig-eiförmig, sondern eiförmig. Die schmale, 
verlängerte, jederseits nur mit einer, seltener mit drei Längsfältchen, deren seitliche viel zarter sind, ver- 
sehene Embryonalkammer ragt am unteren Ende mehr weniger vor. Die Randkammer ist kaum verdickt, 
das Gehäuse in der Mitte nicht so deutlich vertieft. Die ausstrahlenden Längsstreifen fehlen oder sind nur 
sehr undeutlich ausgesprochen. 

Selten sind bei Fr. Cordai monströse dreiarmige Formen (Var. Zribrachiata Rss. l. c. II. pag. 108. 
DE ANeE3ß): 

Selten und meistens schlecht erhalten im Pläner von Strehlen und Weinböhla und im Mergel von 
Zschertnitz bei Dresden. Ziemlich gemein im Pläner und Baculitenthon Böhmens, selten in den Mergeln der 


ee 


Gosau und von Götzreuth in Baiern, sowie in den Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern und in der 
oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich). 


11. Fr. mucronata Rss. — Taf. II. 21. Fig. 14—16. 
1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 31. Taf. 13. fig. 43, 44. 


Auch diese Species bietet gleich der vorigen, welcher sie überhaupt im Umrisse ähnlich ist, beträcht- 
liche Formenverschiedenheiten dar. Das Gehäuse ist bald breiter, herzförmig-oval, bald schmäler, ei-lanzett- 
lich, oben zugespitzt, unten gerundet, sehr dünn. Es besteht aus 5—9 sehr niedrigen Kammern, welche 
spitzwinklig und äusserlich durch schmale Furchen geschieden sind. Die äusserste, gewöhnlich die schmälste, 
umfasst die inneren vollständig. Die Embryonalkammer schmal lanzettförmig oder linear, lang, gewölbt, läuft 
unten in einen langen dünnen Stachel aus. Der Seitenrand des Gehäuses abgestutzt und eben, wird gegen 
die Basis hin allmählich schärfer. 

Manche Jugendformen sind besonders schmal, mit stark verlängerter Jinearer Primordialkammer und 
langem Basalstachel. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen und im Mergel von Zschertnitz bei Dresden, häufiger im Pläner 
von Weinböhla. — Im böhmischen Baculitenthon. 


12. Fr. Decheni Rss. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 191. Taf. 4. fig. 3. 


Das kurze Gehäuse ist verhältnissmässig dick und breit und zwar in seiner gesammten Länge gleich- 
breit, so dass seine Seitenränder beinahe parallel verlaufen. Dieselben sind abgestutzt, breit, jederseits mit 
einer zarten Leiste eingefasst und daher der Länge nach rinnenartig ausgehöhlt. Die Einbryonalkammer ist 
gross, so breit als das übrige Gehäuse, stark gewölbt, jederseits mit zwei ziemlich hohen gekrümmten Längs- 
ripzchen, zwischen welche noch ein kürzeres sehr zartes eingeschoben ist, geziert. Das untere Ende läuft 
in einen kurzen starken Stachel aus. An beiden Seiten wird die erste Kammer durch den darüber fort- 
setzenden Rand des Gehäuses gesäumt. Ueber derselben folgen noch 3—4 Kammern, deren unterste von 
ihr nur undeutlich gesondert ist. Die übrigen werden durch feine, in der Mittellinie unterbrochene Naht- 
leistehen begrenzt, sind übrigens spitzwinklig und ziemlich hoch. Sie tragen auf jeder Fläche 4—10 zarte 
kurze Längsfältchen, die zweite die wenigsten (4), die letzte die zahlreichsten (10). 

Sehr selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla, sowie im Senon von Hamm in Westphalen. 


13. Fr. Archiacina d’Orb. 


1839. d’Orbigny, 1. c. pag. 20, 21. Taf. 1. fig. 34—36. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 31. Taf. 13. fig. 39. 

1860. Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 198. 

Klein, schmal lanzettförmig, stark und gleichmässig zusammengedrückt, oben zugespitzt, nach abwärts 
sich nur langsam und wenig verschmälernd, mit abgestutzten, ebenen Seitenrändern. Nur 4—6 ziemlich hohe 
spitzwinklige Kammern, deren Grenzen durch schmale, niedrige, senkrechte Leistchen angedeutet werden. Die 
Embryonalkammer stark gewölbt, breit-elliptisch, auf jeder Seite mit 1—3 feinen Längsfältchen, deren seit- 
liche oft undeutlich werden. Unten endigt sie in einen dünnen Stachel und wird seitlich von dem verlängerten 
vande des Gehäuses eingesäumt. Bisweilen sind auf der Oberfläche der Kammern Spuren feiner Längs- 
streifung wahrzunehmen. 


ko 


Sehr kleine und schlecht erhaltene Schalen im Pläner von Weinböhla. — Im böhmischen Baculiten- 
thon und Pläner, im westphälischen Senon, in der weissen Kreide Frankreichs und Englands. 
Fr. elegans d’Orb. !) ist wohl nur eine breitere und kürzere Form von Fr. Archiacina. 


14. Fr. angulosa d’Orb. 

1839. d’Orbigny, 1. c. pag. 22. Taf. 1. fig. 39. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 31. Taf. 13. fig. 40; II. pag. 107. Taf. 24. fig. 42. 

1860. Fr. angulata (errore typi) Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 191. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 287. 

Das kleine Gehäuse wenig verlängert, schmal-oval, zusammengedrückt, oben zugespitzt, unten gerundet 
und mit einem kurzen Centralstachel versehen. Der breite abgestutzte Seitenrand wird durch eine Längs- 
furche in zwei schmale Leistchen getheilt, welche die Kammern seitlich einsäumen. Diese sind wenig zahl- 
reich (3—4), verhältnissmässig hoch, oben spitzwinklig, durch schmale Leistchen geschieden. Die Embryonal- 
kammer ist gross, kugelig, seitlich von den Leistchen des Seitenrandes eingefasst und überdies auf jeder 
Fläche mit zwei kurzen Längsrippchen geziert. 

Selten im Pläner von Strehlen, sehr selten im Mergel von Zschertnitz bei Dresden. — In der weissen 
Kreide Frankreichs, im böhmischen Baculitenthon, im Senon von Hamm in Westphalen und in den Belemni- 
tellenschichten von Pattenau in Baiern, überall vereinzelt. 


15. Fr. turgida Rss. — Taf. II. 21. Fig. 17. 18. 


1846. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 107. Taf. 24. fig. 41. 44. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 191. 


Sie ist der vorigen Species im Umrisse ähnlich, verlängert-oval, oben zugespitzt, unten gerundet und 
mit einem kurzen Centralstachel versehen. Gewöhnlich nur zwei, selten drei Kammern. Die Embryonal- 
kammer stellt eine grosse Kugel dar, jederseits mit drei scharfen Längsrippchen, deren mittlere gewöhnlich 
kürzer und feiner ist. Der Seitenrand des Gehäuses breit, gerade abgestutzt, in der Mittellinie seicht rinnen- 
artig vertieft, daher beiderseits von einem scharfen Leistchen eingefasst. Da wo er sich auf die erste 
Kammer fortsetzt, wird er zuerst etwas breiter, um sich dann rasch zur dünnen Centralspitze zusammen- 
zuziehen. 

Auch bei dieser Species kommen monströse dreiarmige Individuen vor. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen. — Auch im böhmischen Baculitenthon und im Senon von Hamm 
in Westphalen. 


Flabellina d’Orb. 


Ein Mischtypus aus der Gruppe der Frondicularideen. Der grössere jüngere Theil des Gehäuses 
stimmt mit Prondicularia völlig überein, während der Anfangstheil gleichseitig spiral eingerollt ist- und eine 
meist sehr kleine Oristellaria darstellt. Die terminale Mündung ist meistens rund, seltener etwas quer ver- 
längert (Frondiculina v. M.). 


1. Fl. elliptica Nilss. sp. 

1827. Planularia elliptica Nilsson, Petref. suec. form. cret. pag. 11. Taf. 9. fig. 21. 

1840. Frondicularia ovata Geinitz, Charact. d. Schichten u. Petref. d. sächs. Kreidegeb. II. pag. 43. Taf. 16: 
fig. 9, 10. 

!) d’Orbigny, 1. c. pag. 19. Taf. 1. fig. 29—31. 

Palaeontographica XX. 2. Abth. 4. 14 


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1841. Frondicularia ovata Römer, Verstein. des nordd. Kreidegeb. pag. 96. Taf. 15. fig. 9. 

1842. Frondieularia ovata Geinitz, 1. ec. III. pag. 69. 

1845. Flabellina cordata Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 32. Taf. 8. fig. 37—46, 78. 

1854. Fl. cordata Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 7. pag. 67. Taf. 25. fig. 6-8. 

1860. FT. cordata Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 216. 

1861. Fl. cordata Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 335. 

1572. Fl. cordata Geinitz, d. Elbthalgeb. in Sachsen. I. 4. pag. 136. 

Das mitunter eine Länge von 4,5 mm. erreichende, gleichmässig zusammengedrückte, nicht sehr 
dünne Gehäuse wechselt sehr in seinem Umrisse vom Elliptischen durch das Eiförmige bis zum Breit-herz- 
förmigen oder beinahe Dreieckigen. Seltener nähert, wenn die Mitte der Basis sich mehr weniger vorschiebt, 
der Umriss sich dem Trapezoidalen oder selbst dem Rhombischen. Dieser verschiedenen Form entsprechend, 
befindet sich die grösste Breite entweder gleich an der Basis oder sie rückt mehr gegen die Mitte hinauf. 
Ebenso ist das obere Ende bald stumpf zugespitzt, bald bogenförmig, das untere abgestutzt oder abgerundet 
oder in eine kürzere, oder längere stumpfe Spitze auslaufend. 

Der blattförmige Theil des Gehäuses besteht aus 5—20 schmalen, oben stumpf zugespitzten oder 
bogenförmigen reitenden Kammern, mit schmalen kaum erhabenen, mit dunklerer Farbe durchscheinenden 
Nähten. An herzförmigen oder dreieckigen Schalen umfassen sie einander seitlich beinahe ringsum. Die 
ersten Kammern bilden eine oft unregelmässige kleine gleichseitige Spira, die über die Umgebung etwas 
vorragt. Sie stellt bei den verlängerten Varietäten eine in der Mitte der Basis vortretende stumpfe Spitze dar. 

Die Species ist eine der verbreitetsten Kreideformen. Im Pläner von Strehlen und Weinböhla ist 
sie eine häufige Erscheinung, im unteren Pläner von Gorbitz selten. Ihres Vorkommens im sächsischen 
Cenoman wurde schon früher !) Erwähnung gethan. Ausserdem findet man sie beinahe überall im Baculi- 
tenthon und Pläner, seltener im Cenoman Böhmens, in der Kreide Schwedens, in der weissen Kreide Eng- 
lands, im Senon Westphalens, im Grünsande von New-Jersey, auf secundärer Lagerstätte im Pyropensande 
von Triblitz in Böhmen und im westphälischen Diluvialsand. Nach Morris soll sie auch im Gault von 
Folkestone liegen, was wohl noch weiterer Bestätigung bedarf. 


2. Fl. rugosa d’Orb. 


1839. d’Orbigny, 1. c. pag. 23, 24. Taf. 2. fig. 4—7. . 

1545. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 33. Taf. 8. fig. 31— 34, 68. Taf. 13. fig. 49—53. 

1346. d’Orbigny, Foraminif. foss. du bass. tert. de Vienne, pag. 93. Taf. 21. fig. 13. 

1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. VII. pag. 67. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 71. 

1865. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 52. pag. 9. 

1570. Karrer, Jahrb. d. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 176. 

1372. Geinitz, d. Elbthalgeb. in Sachsen. I. 4. pag. 136. 

Der Umriss des stark und gleichmässig zusammengedrückten Gehäuses wechselt vom Breit-eiförmigen 
bis zum Trapezoidalen. Im ersten Falle ist dasselbe am unteren Ende zugerundet, im letzteren in eine kurze 
stumpfe Spitze ausgezogen. Das obere Ende ist stets kurz zugespitzt. Die zahlreichen niedrigen Kammern 
sind von schmalen, aber ziemlich hohen senkrechten Nahtleistchen begrenzt; die jüngeren reitend, oben spitz- 
winklig oder bogenförmig; die ältesten zu einer kleinen, unregelmässigen, vorwärts gerichteten Spira einge- 
rollt. Der abgestutzte, gekantete, rinnenförmig ausgehöhlte Seitenrand setzt sich auch über den spiralen Theil 
des Gehäuses fort. 


!) Geinitz, das Elbthalgebirge Sachsens. I. 4. pag. 136. 


Dieser ist an erwachsenen Individuen meistens sehr klein und tritt nur als eine stumpfe Spitze mehr 
weniger über die Basis vor. An jüngeren Exemplaren erreicht er eine beträchtlichere Grösse. Jugendformen 
sind in ihrer ganzen Ausdehnung spiral, eiförmig, ınit bogenförmigen nicht winkligen Kammern. 

Die Oberfläche der Schale erscheint durch unregelmässige Rauhigkeiten fein gerunzelt. 

Häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla. Selten im sächsischen Cenoman. Gemein im Pläner- 
kalke, seltener im Baculitenthon Böhmens, sehr häufig in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), 
in der weissen Kreide Englands und Frankreichs, in den Mergeln des Gosauthales, im Senon und Diluvial- 
sande Westphalens, in der Kreide am Kanara-See in der Dobrudscha. 


3. Fl. Baudouiniana d’Orb. 

1839. d’Orbigny, 1. c. pag. 24. Taf. 2. fig. 8—11. 

1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 32. Taf. 8. fig. 36. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 215. 

Sie unterscheidet sich von der vorigen Species hauptsächlich durch die grössere Dicke des Gehäuses, 
welche im unteren Theile desselben 2—3mal so gross ist, als bei #7. rugosa. An den typischen Exemplaren 
ist zugleich das Gehäuse mehr eiförmig, weniger trapezoidal oder rhombisch und der spirale Anfangstheil 
pflegt grösser und regelmässiger zu sein. Jugendindividuen stellen eine ganz regelmässige Cristellaria mit 
zwei Windungen dar. Auch sind die Nahtlinien gewöhnlich etwas höher und dicker als bei Fl. rugosa. 

Solche typische Formen sind leicht von der letztgenannten Art zu unterscheiden; es gibt aber zahl- 
reiche Zwischenformen, bei welchen man im Zweifel bleibt, ob man sie der einen oder der anderen Species 
zuweisen soll. Fl. Baudouiniana dürfte daher vielleicht nur als eine etwas abweichende Form von F. rugosa 
zu betrachten sein. 

Selten die typischen, häufiger die Uebergangsformen im Pläner von Strehlen und Weinböhla. — 
Sehr selten im böhmischen Pläner, im Dliuvialsande von Hamm in Westphalen, in der weissen Kreide Frank- 
reichs und Englands. 


4. Fl. ornata Rss. — Taf. II. 22. Fig. 1. 
1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 32. Taf. 13. fig. 48. 


Sie kömmt in der winklig gebrochenen Form der jüngeren Kammern, in den hohen schmalen Naht- 
leistehen und dem abgestutzten längsgefurchten Rande mit Fl. rugosa d’Orb. überein. Der eiförmige Umriss 
und die grössere Dicke des Gehäuses, sowie der beträchtlichere Umfang des spiralen Anfangstheiles nähern 
sie der Fl. Baudowiniana d’Orb. Von beiden unterscheidet sie sich hauptsächlich nur dadurch, dass die 
Nahtleistchen, besonders die unteren, in zierliche Körner zerschnitten sind und dass die Embryonalkammer 
als ein kleines, convexes, abgeplattetes Scheibchen vorragt. Nach diesen Angaben könnte Fl. ormata viel- 
leicht auch nur als eine dickere Form der vielgestaltigen Fl. rugosa mit gekörnten Nahtleistchen angesehen 
werden. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen. Ebenso im Baculitenthon von Luschitz in Böhmen. 


II. Cristellaridea. 


Das Gehäuse frei, glasig, verschieden gestaltet, stets gleichseitig, ganz oder doch im Anfangstheile 
in einer Ebene spiral eingerollt. Die Mündung terminal oder carenal, rund oder spaltenförmig. 


— 100 — 


Cristellaria Lam. 
Die Gattung zerfällt in zwei Gruppen, deren Extreme einen sehr differenten Habitus besitzen. 


a) Marginulina d’Orb. Nur die ältesten Kammern spiral eingerollt, meist kaum ein Drittheil eines 
spiralen Umganges bildend. Die übrigens in gerader Linie über einander gestellt mit queren oder nicht 
sehr schrägen Nähten. Daher das im Querschnitte kreisrunde oder mässig zusammengedrückte, schmale Ge- 
häuse verlängert, schwach gekrümmt, der Rückenrand convex. Die runde Mündung terminal, auf einer kurzen 
schnabelförmigen Verlängerung gegen die Rückenseite gerückt. 

b) Cristellaria d’Orb. Sämmtliche Kammern zu einer gleichseitigen Spira eingerollt. Daher das 
Gehäuse bei ganz oder beinahe ganz umfassendem letztem Umgange kreisförmig oder eiförmig, mehr weniger 
gewölbt, bisweilen beinahe kugelig, mit oder ohne Nabelscheibe, oder, wenn die jüngeren Kammern rasch an 
Höhe zunehmen, verlängert ei- oder ohrförmig, in verschiedenem Grade zusammergedrückt, selbst bis zum 
Blattförmigen oder, wenn die jüngsten Kammern sich gerade über einander stellen, stärker verlängert, mit 
sehr schräg abschüssigen Nähten. Die Mündung terminal, rückenständig, rund oder carenal, spaltenförmig 
(Robulina d’Orb.). 

So wie sich Cristellaria im engeren Sinne und Robulina wegen des allmählichen Ueberganges der 
runden in die spaltenföormige Mündung nicht von einander trennen lassen, sind auch Oristellaria und Mar- 
ginulina durch zahlreiche Zwischenformen auf das innigste mit einander verknüpft. 

1. Cr. (Marg.) elongata d’Orb. 


1839. Marginulina elongata d’Orbigny, 1. c. pag. 17. Taf. 1. fig. 20—22. 

1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 29. Taf. 13. fig. 28—32. 

1851. Reuss, Foraminif. u. Entomostr. d. Kreidemergels v. Lemberg. pag. 28. Taf. 1. fig. 17. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 207. 


Eine sehr veränderliche Speeies, deren abweichende Formen durch zahlreiche Zwischenformen ver- 
bunden werden. 

Das mehr weniger schlanke und verlängerte Gehäuse fast gerade oder schwach gebogen, drehrund 
oder seitlich wenig zusammengedrückt, mit 6—10 queren oder wenig schiefen Kammern, die fast eben so 
hoch als breit sind. Nur die obersten werden durch deutliche Nahtfurchen geschieden. Die Rücken- und 
Bauchseite sind gerundet. Die letzte grösste, oben gewölbte Kammer trägt auf einer kurzen rückenständigen 
Spitze die kleine runde Mündung. 

Die sehr seltenen Exemplare aus dem Pläner von Weinböhla stimmen mit den beinahe geraden 
Formen überein, wie ich sie l. e. T. 1. Fig. 17. von Lemberg abgebildet habe. — Im böhmischen Baculiten- 
thon, im Mucronatenmergel von Lemberg in Galizien, in der weissen Kreide Frankreichs. 

2. Cr. (Marg.) inaequalis Rss. ? 


1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 207. Taf. 7. fig. 3. 
1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 59. 


Die seltenen typischen Exemplare aus dem westphälischen und norddeutschen Gault zeichnen sich 
durch das verlängerte, beinahe drehrunde, unten etwas vorwärts gebogene Gehäuse und die an Form und 
Grösse sehr ungleichen Kammern aus. Die letzte ist sehr gross, schief-eiförmig, durch eine tiefe Naht be- 
grenzt und trägt auf der nach rückwärts gerichteten kurzen Spitze die gestrahlte Mündung. 

Aus dem Pläner von Weinböhla liegt nur ein Exemplar vor, das mit der gegebenen Beschreibung 
nicht vollständig übereinstimmt, sich aber mit einer anderen Species nicht wohl vereinigen lässt. Die Be- 
stimmung ist daher bis zur Entdeckung zahlreicherer Individuen zweifelhaft, 


— U — 


3. Cr. (Marg.) compressa d’Orb. !). — Taf. II. 23. Fig. 5. 
1839. Marginulina compressa d’Orb. 1. c. pag. 17. Taf. 1. fig. 18. 19. 
1845. Marginulina compressa Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 29. Taf. 13. fig. 33. 


Das kleine Gehäuse ist breit-lanzettförmig, stark zusammengedrückt, mit dem unteren stumpfen 
Ende schwach vorwärts gebogen, am oberen Ende schief zugespitzt, mit gerundet-winckeligem Bauch- und 
Rückenrande. 7—8 sehr niedrige und schräge Kammern, deren Trennung im oberen Theile des Gehäuses 
nur durch Nahtlinien angedeutet, im unteren aber äusserlich kaum sichtbar ist. Die Wandfläche der letzten 
Kammer gewölbt, gegen die Bauchseite sehr abschüssig. Sie trägt mit der kurzen rückenständigen Spitze 
die kleine runde Mündung. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen und Weinböhla. Im Baculitenthon und im Cenoman Böhmens 
(Weisskirchlitz), in der weissen Kreide Frankreichs. 

4. Cr. recta d’Orb. — Taf. II. 22. Fig. 2, 3. 

1839. d’Orbigny, 1. c. pag. 28. Taf. 2. fig. 23—25. 


1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 33. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 66. 


Ich fasse unter diesem Namen zahlreiche Formen zusammen, die theilweise von dem Orbigny’schen 
Typus beträchtlich abweichen, die aber durch Zwischenformen so innig verknüpft sind, dass die Extreme nicht 
als besondere Species getrennt werden können. Bald ist das verlängerte zusammengedrückte Gehäuse linear, 
in der gesammten Höhe gleichbreit, fast gerade; bald ist es breiter, mit dem untersten Theile gegen die 
Bauchseite hakenförmig umgebogen und verbreitert sich nach oben etwas, so dass die grösste Breite in das 
oberste Drittheil seiner Länge zu liegen kommt. Im letzten Falle ist der winklige Rückenrand etwas bogen- 
förmig, der Bauchrand im unteren Theile selbst eingebogen, von einer Seite zur anderen convex, nie flach 
oder gar rinnenartig eingedrückt, wie d’Orbigny denselben beschreibt. 

Acht bis fünfzehn sehr schräge und niedrige Kammern, deren jüngste in gerader Reihe über einander 
stehen. Die älteren, von welchen die ersten sehr klein sind, zeigen den Beginn einer spiralen Einrollung, 
bilden jedoch nur einen kleinen Theil eines Umganges, der bei den typischen Formen über den Bauchrand 
des Gehäuses kaum vorragt, bei den anderen aber am unteren Ende einen hakenförmigen Vorsprung bildet. 
Man könnte dalıer diese Formen als Var. hamosa bezeichnen (Taf. II. 22. Fig. 2). Die Nähte sind mit 
Ausnahme der letzten Kammer äusserlich kaum angedeutet; sie werden insbesondere bei durchfallendem Lichte 
erkannt. Die schmale Mundfläche der obersten Kammer ist gewölbt und gegen die Bauchseite stark 
abschüssig. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen, im böhmischen Baculitenthon, im westphälischen Senon, in der 
weissen Kreide Frankreichs und Englands. 


5. Cr. angusta Rss. j 


1851. Reuss, Foraminif. u. Entomostr. d. Kreidemergels v. Lemberg. pag. 32. Taf. 2. fig. 7. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 210. 


Ist wohl nur eine Form der vielgestaltigen vorigen Species. Die Kammern sind schräger, als in 
der Abbildung dargestellt wurde. — Sehr selten im Pläner von Weinböhla, im Mucronatenmergel von Lem- 
berg in Galizien, im Diluvialsande von Hamm in Westphalen. 


!) Nicht Cr. compressa d’Orb. (Foraminif. foss. du bass. tert. de Vienne, pag. 86. Taf. 3. fig. 32. 33), deren Name, 
als der spätere, geändert werden muss. 


— 102 — 


6. Cr. Schlönbachi Rss. 

1867. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 65. Taf. 6. fig. 14. 15. 

Zwei Exemplare aus dem Pläner von Weinböhla stimmen mit jenen aus dem norddeutschen Hils 
völlig überein. 

Das mässig zusammengedrückte Gehäuse ist bald schmäler, bald breiter lanzettförmig, fast in seiner 
gesammten Länge gleichbreit, oben zugespitzt, unten stumpf und in verschiedenem Grade vorwärts gebogen, 
im Querschnitte ziemlich schmal elliptisch., Die etwas bogenförmige Rückenseite und die concave Bauchseite 
fast gleich, gerundet-winkelig. Die ältesten der 10—12 Kammern sind sehr klein und in wechselndem 
Grade vorwärts gebogen, nie aber winkelig spiral eingerollt. Die folgenden Kammern stehen in gerader 
Reihe übereinander, sind breiter als hoch und schräge. Die letzte übertrifft die vorhergehende an Höhe um 
das Doppelte, ist schief und trägt auf der beinahe rückenständigen Spitze die Mündung. Die schmalen Nähte 
sind sehr seicht vertieft. 

Marginulina elongata d’Orb. 1. ce. T. I. fig. 22, die wohl nicht mit den dort fig. 20, 21 abgebildeten 
Formen vereint werden darf, scheint zu der hier besprochenen Species zu gehören. 


7. Cr. Kirsteni n. sp. 


Sie ist der Or. Strombecki Rss.!) aus dem norddeutschen Hilsthon und der Or. harpa Rss. ?) aus 
dem westphälischen Senon nahe verwandt. Das kleine Gehäuse ist stark und gleichmässig zusammengedrückt, 
am unteren Ende stumpf, am oberen kurz zugespitzt. Der abgerundet-winkelige Rückenrand ist bogen- 
förmig, der Bauchrand fast gerade. 7—12 sehr niedrige, durch seichte Nahtfurchen geschiedene Kammern, 
die ersten sehr klein und den Anfang einer Spiralwindung bildend, ohne dass derselbe jedoch über den Bauch- 
'rand hervorragte. Die jüngeren Kammern haben eine sehr schräge Stellung; die letzte biegt sich vorne bis 
zu der ersten herab. 

Ich habe die Species, welche sehr selten im Pläner von Strehlen vorkommt, zu Ehren des Herrn 
G. Kirsten, dessen Eifer wir die Aufsammlung der zahlreichen Foraminiferen des sächsischen Pläners ver- 
danken, benannt. 


8. Cr. navicula d’Orb. 

1839. d’Orbigny, 1. ce. pag. 27. Taf. 2. fig. 19. 20. 

1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 34. Taf. 12. fig. 27. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 212. 

1861. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 308. 328. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanstalt Bd. 20. pag. 173. 

Das kleine gewölbte Gehäuse eiförmig, oben zugespitzt, unten gerundet, mit gekieltem bogenförmigenm 
Rückenrande. 8—10 niedrige, schwach gebogene Kammern, die sämmtlich spiral eingerollt sind, deren jüngere 
aber ziemlich rasch an Breite zunehmen. Die Nähte linear, die unteren undeutlich. Die Mundfläche der 
letzten Kammer verlängert-herzförmig; gewölbt, steil abschüssig, am Carenalwinkel die gestrahlte runde Mün- 
dung tragend. 

Selten im Pläner von Strehlen. — Im Baculitenthon und Pläner Böhmens, im Senon Westphalens, 
in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), in der weissen Kreide Frankreichs und Englands 
und von Rügen, im Kreidetuff von Maastricht. 


!) Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 68. Taf. 7. fig. 7. 
2) Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 211. Taf. 10. fig. 1. 2. 


— 103 — 


9. Er. intermedia Rss. — Taf. U. 22. Fig. 4. 5. 


1845-46. Reuss, Verst. d. böhm. Kreideform. I. pag. 33. Taf. 13. fig. 57. 58. II. pag. 108. Taf. 24. fig. 5). 51. 
1861. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 336. 
1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. Bayer. Akad. d. Wissensch. pag. 287. 


Das verlängert-eiförmige oder nierenförmige Gehäuse stark zusammengedrückt, unten breit gerundet, 
oben kurz zugespitzt. Der bogenförmige Rückenrand winkelig, aber nicht gekielt, der eingebogene Bauch- 
rand abgerundet. 9—10 niedrige, schwach gebogene Kammern, die, mit Ausnahme der letzten zwei, sämmt- 
lich spiral eingerollt sind. Die Spira bald kleiner, bald grösser und über den Bauchrand vorragend. Die 
Nähte nur an den letzten Kammern schwach vertieft; an alten Individuen treten dieselben als sehr flache 
Rippchen hervor. Die Mundfläche der letzten Kammer schmal, gewölbt, sehr schräg abschüssig. Am Carenal- 
winkel derselben sitzt die Mündung auf einem kleinen Höcker. 

Sehr seltene Jugendexemplare im Pläner von Weinböhla. — Im böhmischen Baculitenthon, in den 
Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern, im Grünsand von New-Jersey in Nord-Amerika. 


10. Cr. oligostegia Rss. 
1846. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 213. Taf. . fig. 8 


Vollkommen spiral eingerollt, im Umfange kreisrund, wenig zusammengedrückt, auf den Seitenflächen 
stark gewölbt, mit winkeligem Rückenrande. 5—6 gewölbte, fast gerade, dreieckige Kammern, die durch 
schmale, aber deutliche Nahtfurchen gesondert werden. Die letzte Kammer läuft in eine sehr kurze, stumpfe, 
beinahe mittelständige Spitze aus, welche die gestrahlte Mündung trägt. Die Bauchfläche der Endkammer 
ist durch den vorletzten Umgang tief ausgeschnitten, quer-halbmondförmig. 

Die schr seltenen Exemplare aus dem Pläner von Strehlen sind etwas stärker zusammengedrückt, 
als die typischen aus dem Diluvialsande von Hamm in Westphalen. 


11. Cr. ovalis Rss. — Taf. I. 22. Fig. 6—11. 

1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 34. Taf. 8. fig. 49. Taf. 12. fig. 19. Taf. 13. fig. 60-63. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 213. 

1861. Reuss, ebendaselbst, Bd. 44. pag. 308. 

1862. Reuss, ebendaselbst, Bd. 46. pag. 75. 

1865. Reuss, ebendaselbst, Bd. 52. pag. 9. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. Bd. 23. pag. 178, 

Das Gehäuse eiförmig oder beinahe halbkreisförmig, gewölbt, unten gerundet, oben kurz zugespitzt. 

Die Wölbung nimmt mit dem Alter zu, so dass der untere Theil bisweilen fast kugelig wird. 5—6 schwach 
gebogene Kammern, deren Nähte nur als dunkle Linien durchscheinen. Verticalschnitte zeigen, dass die 
Primordialkammer gross, nahezu kugelig ist. Der Rückenrand ist scharf winkelig, an jugendlichen Individuen 
gekielt; mit zunehmendem Alter und wachsender Wölbung des Gehäuses wieder stumpfer. Er setzt sich aber 
nicht, gleichwie bei Or. rotulata Lam. auf die Bauchseite des Gehäuses fort; dieselbe ist vielmehr breit, 
meist flach niedergedrückt, mitunter sogar etwas eingedrückt. Die Mundfläche der letzten Kammer in der 
Mitte gewöhnlich etwas deprimirt. An dem Carenalwinkel trägt sie auf einem kleinen Höcker die ziemlich 
grosse runde gestrahlte Mündung. 

Von der vorigen Species unterscheidet sie sich durch das eiförmige, aber zugespitzte Gehäuse, durch 
die weniger gleichförmige Wölbung und den scharfwinkeligen Rücken. 

Häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla, selten bei Zschertnitz unweit Dresden und am Raths- 


—: 104 — 


weinberge bei Meissen. — Gemein im Pläner und Baculitenthone, seltener im Cenoman Böhmens; im nord- 
deutschen Pläner, im Senon Westphalens, in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), im Kreide- 
tuff von Maastricht, in der Kreide von Köpinge auf Schoonen, in der Kreide aın Kanara-See in der Dobrudscha. 
Sie steigt aber auch bis in den norddeutschen Gault hinab. 


12. Cr. lobata Rss. — Taf. IL 22. Fig. 12; Taf. II. 23. Fig. 1. 
1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 34. Taf. 13. fig, 54. (ic. mala.) 


Vollkommen spiral eingerollt, im Umfange kreisrund, gewölbt. Die letzten 2—4 Kammern sind 
convex und durch tiefe Nahtfurchen geschieden. Die älteren sind ganz eben und äusserlich kaum zu unter- 
scheiden. Der Rückenrand ist scharf, gekielt; die grosse Nabelscheibe ist flach gewölbt und theilweise durch 
die inneren Lappen der letzten Kammern verdeckt. Die Mundfläche der Endkammer verkehrt-herzförmig, 
stark gewölbt, trägt am Carenalwinkel die ziemlich grosse runde oder etwas längliche Mündung, die bisweilen 
auf einer kurzen röhrigen Verlängerung sitzt. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen, im Mergel von Zschertnitz bei Dresden und am Rathsweinberge 
bei Meissen. Häufiger im böhmischen Baculitenthon. 


13. Cr. rotulata Lam. sp. 


1804. Lenticulites rotulata Lamarck, Ann. du mus. pag. 188. VIII. Taf. 62. fie. 11. 
1826. Nautilus Comptoni Sowerby, Min. Conchol. Taf. 121. 
1825. Lenticulina rotulata Blainville, Malacolog. pag. 380. 
1827. Lenticulites Comptoni Nilsson, Petref. Suec. form. cret. pag. 7. Taf. 2. fig. 3. A—D. 
1827. Lenticulites eristella Nilsson, 1. c. pag. 7. Taf. 2. fig. 4. A. B. 
1839. d’Orbigny 1. c. pag. 26. Taf. 2. fig. 15—18. 
1840. Lenticulites Comptoni Geinitz, Charact. d. Schichten u. Petref. d. sächs. Kreidegeb. II. pag. 43. 
1841. Robulina Comptoni Römer, Verstein. d. norddeutschen Kreidegeb. pag. 99. Tat. 15. fig. 34. 
1841. Robulina crassa Römer ]. c. pag. 98. Taf. 15. Fig. 32. 
1842. Robulina Comptoni Geinitz. ]. c. III. pag. V. Index. 
1845—46. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 34. Taf. 8. Fig. 50. 70. Taf. 12. Fig. 25; II. pag. 109. Taf. 24 fig. 48. 49. 
1846. Geinitz, Grundriss der Versteinerungskunde pag. 663. Taf. 24. fig. 30. 
1354. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 7. pag. 68. 
1855. Reuss, Zeitschr. d. deutschen geol. Ges. VII. pag. 271. 
1360. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 213. 
1861. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 307. 326. 336. 
1865. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 52. pag. g! 
1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. Bayer. Akad. d. Wissensch. pag. 237. 
1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. Bd. 20. pag. 179. 
1872. Geinitz, d. Elbthalgeb. in Sachsen I. 4. pag. 136. 


Die häufigste und verbreitetste aller Kreideforaminiferen, sowohl in horizontaler, als in verticaler 
Richtung. Sie ist vollkommen spiral eingerollt, im Umfange kreisrund, in sehr verschiedenem Grade gewölbt, 
mit bald kleinerer, bald grösserer, bald flacher, bald angeschwollener Nabelscheibe und mit scharfwinkeligem, 
oft gekieltem, mitunter selbst etwas geflügeltem Rückenrande. Mit dem Alter scheint die Wölbung des Ge- 
häuses im Allgemeinen abzunehmen, doch gibt es auch stark gewölbte, grosse Schalen. Ueberhaupt scheint 
die Wölbung der Schale grossentheils von dem Grade der Entwicklung der Nabelscheibe abzuhängen. 

Zahlreiche (20—24) schmale dreieckige gebogene Kammern, in zwei spirale Umgänge angeordnet, 
von denen 10—12 auf den äusseren Umgang kommen. Die Embryonalkammer ist bald grösser, bald kleiner, 
linsenförmig, bisweilen selbst abgeplattet kugelig. Die etwas nach rückwärts gebogenen Scheidewände scheinen 


entweder nur mit dunkler Farbe durch oder sie ragen als schwache Leistehen oder selbst als scharfe Fältchen 
über die Umgebung vor. Die Mundfläche der Endkammer schmal dreieckig, beiderseits von einer erhabenen 
Leiste eingefasst. An alten flachen Individuen wird sie beinahe linear. Im Carenalwinkel sitzt auf einem 
kleinen gestrahlten Höcker die runde Mündung. 

Häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla; selten am Rathsweinberge bei Meissen, im unteren 
Pläner von Gompitz und im Mergel von Zschertnitz bei Dresden; an letzterem Orte dicke Individuen mit 
gewölbter Nabelscheide und deutlichen Nahtfalten, analog der Or. secans Rss.!) aus dem deutschen Gault. 

Or. rotulata hat zwar ihr Hauptlager in der oberen Kreide; sie geht aber, wenngleich in geringerer 
Individuenzahl, auch durch die tieferen Kreideschichten hindurch. Sie ist verbreitet im Pläner und Baculiten- 
thone Böhmens, in der oberen Kreide Westphalens und Norddeutschlands, in jener von Mecklenburg, in der 
Kreide von Köpinge auf Schoonen, in den Mucronatenschichten von Lemberg in Galizien, in den Mergeln 
der Gosau, in den Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern, in der oberen Kreide von Leitzersdorf 
(N.-Oesterreich), in der weissen Kreide Frankreichs, Englands, Dänemarks und Rügens, im Kreidetuff 
von Maastricht, in der Kreide am Kanara-See in der Dobrudscha, im Grünsand von New-Jersey in Nordamerika. 

Or. orbicula Rss.?) aus den Kreidemergeln der Gosau ist von Or. rotulata kaum verschieden, denn 
die nackte Mündung scheint auch den typischen Formen der letzteren Species nicht zu fehlen und wird von 
d’Orbigny sogar unter den Charakteren derselben angeführt. 

Cr. rotulata tritt, wenngleich seltener, im Cenoman Sachsens, Böhmens und Norddeutschlands auf. 
Sie reicht auch bis in den norddeutschen Gault und Hils, sowie in den Gault Englands hinab. Or. secans Rss 
aus dem deutschen Gault, sowie Or. Muensteri Röm.°) und Or. Roemeri Rss.*) dürften wohl auch nur 
Formen der vielgestaltigen Species darstellen. 

Sehr ähnliche Formen bietet auch das Tertiärgebirge und die lebende Schöpfung dar. Ob man sie 
auch hierher beziehen will, hängt von dem Umfange ab, welchen man der Cr. rotulata beilegt.°) Sie lassen 
immerhin manche beachtenswerthe Unterschiede erkennen. 


14. Gr. subalata Rss. 


1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. VIJ. pag. 68. Taf. 25. fie. 13. 
1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. Taf. 8. fig. 10; Taf. 9. fig. 1. 
Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 77. Taf. 9. fig. 3. 4. 

1865. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 52. pag. 10. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. Baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283. 

Die extremen Formen unterscheiden sich von Cr. rotulata nicht unbeträchtlich. Das nur mässig 
gewölbte Gehäuse ist nicht vollkommen kreisrund, oben kurz zugespitzt, ohne oder mit kleiner flacher Nabel- 
scheibe, an der Peripherie mit einem schmalen Flügelsaum. Die Kammern sind weniger zahlreich (7”—9 im 
letzten Umgange), wenig gebogen, durch schmale Radialleistchen geschieden, die in ihrem Centraltheile am 
stärksten hervorragen. Die Septalfläche der Endkammer ist verkehrt herzförmig, mit durch den vorletzten 
Umgang tief ausgeschnittener Unterseite, beiderseits mit einem sehr schmalen Leistchen eingefasst. 


!) Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 214. Taf. 9. fig. 7. 

2) Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. VII. pag. 68. Taf. 25. fig. 12. 

°) Römer, Verstein. d. norddeutsch. Kreideseb. pag. 98. Taf. 15. fig. 30. 

*) Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. Taf. 8. fie. 9. 

5) Parker and Jones, on some Foram. of the North-Atlantie and Arctic Oceans pag. 345. Taf. 33. fie. 19. 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 4. 15 


— 106 — 


Die beschriebene Species dürfte ebenfalls kaum von Or. rotulata zu trennen sein, mit ‚welcher sie 
durch zahlreiche Zwischenformen verknüpft zu werden scheint. Ich habe sie schon früher als Var. subalata 
derselben bezeichnet. 

Sehr selten im Mergel von Zschertnitz bei Dresden. Im norddeutschen Gault, doch auch im böhmi- 
schen Pläner und in den Mergeln der Gosau und von Götzreuth in Baiern. 

15. Cr. (Rob.) nuda Rss. — Taf. II. 23. Fig. 2, 3. 

1861. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 328. Taf. 6. fig. 1—3. 

Die Species ist der Or. intermedia Rss. verwandt. Das in verschiedenem Grade zusammengedrückte 
Gehäuse ist schief oval, unten breit gerundet, oben zugespitzt, am scharfwinkeligen Rückenrande bogenförmig, 
am Bauchrande mehr weniger eingebogen. 8—11 schmale, wenig gebogene flache Kammern, deren Grenzen 
nur als undeutliche Linien durchscheinen. Die etwas verlängerte gestrahlte Mündung sitzt am Carenalwinkel 
der schmal lanzettförmigen Mündungsfläche der Endkammer. 

Selten im Pläner von Strehlen. — In der Schreibkreide von Rügen. 


16. Cr. (Rob.) lepida Rss. — Taf. II. 23. Fig. 4. 


1846. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 109. Taf. 24. fig. 46. 
1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. VII. pag. 68. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 215. 
1865. Reuss, ebendaselbst, Bd. 52. pag. 10. 


Das kleine, wenig gewölbte Gehäuse ist etwas verlängert eiförmig, oben zugespitzt, unten breit ge- 
rundet, mit scharfwinkeligem Rückenrande und kleiner flacher Nabelscheibe. Im letzten Umgange 7—8 
wenig gebogene flache Kammern, deren Scheidewände nur als dunkle Linien durchscheinen. Die Mundfläche 
der Endkammer herzförmig-lanzettlich, gewölbt, ohne Seitenleisten. Am Carenalwinkel die eine enge Längs- 
spalte darstellende Mündung, in ihrem oberen Theile von einigen feinen Strahlen umgeben. 

Nicht selten im Pläner von Weinböhla. — Im böhmischen Baeulitenthon, im westphälischen Senon, 
in den Mergeln der Gosau, in der Kreide am Kanara-See in der Dobrudscha. 


Ill. Polymorphinidea. 


Gehäuse frei, glasig glänzend, fein porös, stets ungleichseitig, mehr weniger unregelmässig, kugelig 
oder in verschiedenem Grade verlängert. Die Kammern in Grösse und Form sehr wechselnd, nicht selten 
theilweise umfassend, bald zur mehr weniger regelmässigen offenen Spirale eingerollt, bald unvollkommen 
zweizeilig angeordnet, bald kugelig geballt. Die Mündung entweder rund, terminal oder spaltenförmig oder 
halbmondförmig, lateral. 

Durch die mehr weniger zweizeiligen Formen neigen sich die Polymorphinideen zu den Textilarideen 
hin, von welchen sie sich aber stets durch die nicht vollständige Gleichseitigkeit unterscheiden. 

Es kommen Mischtypen von Polymorphinideen und Nodosarideen vor (Dimorphina d’Orb.). 

Im sächsischen Pläner sind bisher nur die Gattungen Polymorphina, Bulimina und Virgulina 
vertreten. 

Polymorphina d’Orb. 

Gehäuse sehr wechselnd in der Form, vom Kugeligen bis zum stark Verlängerten, bisweilen breit 
und zusammengedrückt, Kammern ungleich, sehr verschiedengestaltig, mehr weniger umfassend, selten regel- 


— 117 — 


mässig, meistens undeutlich spiral oder zweizeilig angeordnet. Mündung terminal, rund, mitunter verlängert 
sich dieselbe etwas röhrenförmig nach innen (Entosoterienform); häufiger verästelt sie sich mehr weniger in 
Folge von Kalkablagerung an der Basis der aus der Mündung hervortretenden Pseudofurchen. 

Die Gattung bietet vier Haupttypen dar, die durch zahlreiche Zwischenformen zusammenhängen. 

«) Pyrulina d’Orb., spindel- oder birnförmig; Kammern sich dachziegelförmig deckend, eine regel- 
mässige Spira bildend. 

8) Globulina d’Orb. kugelig, elliptisch bis zum Lanzettförmigen. Nur die letzten drei Kammern 
äusserlich sichtbar. 

y) Guttulina d’Orb. Dreiseitig oder mehr weniger verlängert. Kammern ungleich, nach oben 
verlängert; meistens nur fünf äusserlich sichtbar. 

ö) Polymorphina d’Orb. (s. strietiori). Mehr weniger verlängert, oft zusammengedrückt, mitunter 
breit. Kammern ungleich, meist wenig umfassend, alle oder nur die jüngeren unregelmässig zweizeilig an- 
geordnet. 

Der sächsische Pläner hat bisher nur die Gruppe Globulina dargeboten. 

1. P. (Glob.) globosa v. M. sp. 


1838. v. Münster, in Leonh. u. Bronn’s Jahrb. pag. 386. Taf. 3. fig. 33. 
1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 40. Taf. 13. fig. 82. 
1860 Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 250. 
1861. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 318, 338. 
1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 180. 


Kugelig, bisweilen oben etwas verschmälert. Die drei äusserlich sichtbaren umfassenden Kammern 
nur durch sehr feine undeutliche Linien gesondert. Oft ist eine solche Begrenzung äusserlich gar nicht 
wahrnehmbar, in welchem Falle ohne innere Untersuchung eine Verwechselung mit Zagena-Schalen sehr leicht 
möglich ist. Die terminale Mündung gestrahlt. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen, im böhmischen Baculitenthon, im westphälischen Senon, in der 
oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), im Kreidetuff von Maastricht, im Grünsande von New-Jersey 
in Nordamerika. — Ueberdies vollkommen identisch in oligocänen und neogenen Tertiänschichten. 


2. P. (Glob.) lacrima Rss. 


1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 40. Taf. 13. fig. 83; Taf. 12. fig. 6. 
1851. Reuss, Foram. und Entomostr. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 43. Taf. 7. fig. 9. 
1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 28. pag. 131. 


Bald breiter, bald schmäler eiförmig bis lanzettförmig, oben zugespitzt, unten gerundet, bisweilen 
sich auch stumpf zuspitzend. Nur bei stärkerer Vergrösserung sind die drei umfassenden Kammern zu unter- 
scheiden. Die kleine terminale Mündung ist mit einem feinen Strahlenkranze umgeben. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen. — Im böhmischen Baculitenthon, im Mucronatenmergel von 
Lemberg in Galizien und in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich). 

3. P. (Glob.) horrida Rss. 


1846. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. II. pag. 110. Taf. 43. fig. 14. 
1851. Reuss, Foram. und Entomostr. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 43 Taf. 4. fig. 


[0] 


Die sehr seltenen Exemplare aus dem Pläner von Weinböhla stimmen völlig mit jenen aus dem 
böhmischen Baculitenthone und aus den Mucronatenmergeln von Lemberg in Galizien überein. Sie sind etwas 
verlängert-eiförmig, unten breit gerundet, nach oben hin wenig verschmälert. Es sind drei umfassende Kammern 


—. 109 — 


sichtbar, deren Begrenzung durch feine Linien nur bei stärkerer Vergrösserung sichtbar wird. Das 
obere Ende läuft in 4—6 divergirende röhrige Spitzen aus, die nach aussen gerundet sind. Man hat es hier 
offenbar mit der Aulostomellenform irgend einer Globulina zu thun, deren Species sich jedoch nicht genauer 
bestimmen lässt, weil keine normal gebildeten Schalen derselben vorliegen. Im Umrisse nähert sie sich der 
Gl. lacrima Rss., doch ist die Oberfläche der Lemberger Exemplare mit feinen Rauhigkeiten bedeckt. 


Bulimina dOrb. 


Gehäuse seltener kurz, bisweilen fast kugelig, meistens verlängert, verkehrt-konisch oder thurmförmig 
oder bis zum Lanzettlichen verschmälert. Die ungleichen unregelmässigen Kammern zur deutlichen schrauben- 
förmigen Spira eingerollt. Die kommaförmige nackte Mündung mit einwärts gebogenem Rande auf der in- 
neren Seite der letzten Kammer herablaufend. 


1. B. intermedia Rss. 

1545. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 37. Taf. 13. fig. 71. 

1851. Reuss, Foramimif. und Entomostr. d. Kreidemerg. v. Lemberg. pag. 39. Taf. 3. fig. 11. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 225. 

1861. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 332. 

Sie dürfte wohl nur als eine kürzere und bauchigere Form der B. Murchisoniana d’Orb.*) zu be- 
trachten sein. Das Gehäuse ist kurz und breit verkehrt-eiförmig, am oberen Ende am breitesten, nach ab- 
wärts sich zur stumpfen Spitze verschmälernd. Vier bis fünf spirale Umgänge, die ersten sehr klein, der 
letzte gross und aufgeblasen, 2—4mal so hoch, als die übrigen zusammengenommen. Die Kammern der 
ersten Umgänge sind klein und durch seichte Nähte gesondert; die drei Kammern der letzten Windung sind 
dagegen sehr gross, kugelig und durch ziemlich tiefe Nähte begrenzt, wenngleich dieselben nicht so tief ein- 
gesenkt sind, wie bei B. Murchisoniana. Die Mündung, eine kurze, mitunter breite Spalte, fast senkrecht 
gegen den inneren Rand der Endkammer gestellt. 

Häufig im Pläner von Strehlen, Weinböhla und Zschertnitz und im senonen Mergel von Zeichen 
bei Wehlen. — Im böhmischen Baculitenthon, in den Mucronatenmergeln von Lemberg in Galizien, in 
der norddeutschen oberen Kreide, im westphälischen Senon, in der Schreibkreide der Insel Rügen. Selten 
im Cenoman Böhmens (Weisskirchlitz). 

Virgulina d’Orb. 

Gehäuse schmal, verlängert, lanzettlich bis linear, oft etwas zusammengedrückt. Die verlängerten, 
sehr schrägen Kammern sind in einer sehr langgezogenen undeutlichen Spira oder unvollkommen zweizeilig 
angeordnet. Bisweilen stehen die älteren Kammern spiral, die jüngeren spiral. Ueberhaupt wechseln diese 
Verhältnisse bei einer und derselben Species vielfach. Die lange, spaltenförmige Mündung mit einwärts ge- 
bogenem Rande läuft an der inneren Seite der Endkammer gegen die vorletzte herab. 

Die Arten der Gattung Vörgulina schliessen sich theils an Bulimina, theils an Bolivina an, stehen 
jedoch der ersteren, mit welcher sie von Parker und Jones als lockere, länger ausgezogene Formen vereinigt 
werden, näher. 

Aus dem Pläner von Strehlen liegen sehr seltene Fragmente einer grossen Virgulina vor, ähnlich 
der V. Reussi Gein.?) Sie gestatten jedoch keine genaue Bestimmung. 


!) d’Orbieny ]l. c. pag. 41. Taf. 4. fig. 15, 16. 
?) Geinitz, Characteristik I. pag. 70. Tat. 17. fie. 23. — Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. pag. 40. Taf. 8. 
fig. 61. — Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 52. pag. 12. Taf. I. fig. 7. 


— 109 — 


IV. Textilaridea. 


Das freie, durchaus kalkige, gleichseitige isehäuse mehr weniger verlängert, fast stets gerade und 
von vorne nach hinten zusammengedrückt. Die zahlreichen Kammern stehen regelmässig alternirend in 
zwei beinahe parallelen Längsreihen über und neben einander. Die Mündung terminal oder seitlich, rund 
oder spaltenförmig. 

Bisweilen sind nur die ältesten Kammern nach dem Textilarideenu-Typus an einander gereihet, wäh- 
rend die jüngeren in gerader Linie über einander stehen. Es gehen daraus Mischtypen zwischen Textilarideen 
und Rhabdoideen hervor (Gemmulina d’Orb., Schizophora Rss.). 

Bolivina d’Orb. 5 

Gehäuse stark verlängert, linear bis lanzettförmig, stark von vorne nach hinten zusammengedrückt. 


Die zahlreichen Kammern niedrig, flach, mehr weniger schräge. Die Mündung eine enge Längsspalte, an 
der inneren Seite der Endkammer herablaufend. 


1. B. tegulata Rss. — Taf. II. 23. Fig. 6. 
1845. Virgulina tegulata Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 40. Taf. 13. fig. 31. 


1551. Reuss, die Foraminif. und Entomostr. v. Lemberg. pag. 45. Bern A, er, 1 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283, 287. 

Das sehr kleine Gehäuse verkehrt-lanzettförmig, unten sich langsam zuspitzend, oben stumpf, an den 
Seitenrändern wenig winkelig, beinahe gerundet. In jeder der beiden Längsreihen 9—10 nicht gewölbte, 
durch kaum vertiefte lineare, fast quere Nähte geschiedene Kammern, welche wenig schräg und gewöhnlich 
etwas höher als breit sind. Sie liegen dachziegelförmig auf einander. Nicht selten ist das Gehäuse mannig- 
fach verbogen. Auch die Höhe der Kammern ist manchem Wechsel unterworfen. Bisweilen werden sie selbst 
breiter als hoch. 

Häufig im Pläner von Strehlen, sehr selten in jenem von Weinböhla und im senonen Mergel von 
Zeichen bei Wehlen. — Gemein im böhmischen Baculitenthon, selten im Mucronatenmergel von Lemberg in 
Galizien, im Gosaumergel von Götzreuth und in den Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern. 

Testilaria Defr. 

Das Gehäuse sehr verschieden gestaltet, verkehrt-kegelförmig oder keilförmig, seltener lanzettlich bis 
linear, kalkig, fein porös, meistens von vorne nach hinten zusammengedrückt, selten im Querschnitte drei- 
seitig, bisweilen gebogen. Die Kammern gewöhnlich breiter als hoch und quer, seltener etwas schräge. Die 
Mündung, eine kürzere oder längere Querspalte am inneren Rande jeder Kammer, senkrecht auf der Com- 
pressionsebene des Gehäuses, meistens nackt, selten durch einen klappenartigen Deckel theilweise verschlossen 
(Clidostomum Ehrb.), oder gerippt oder selbst kurzröhrig (Rhymchoplecta Ehrb.), bisweilen mehr weniger 
gegen den Scheitel der Kammern hinaufgerückt (Loxostomum Ehrb.). 

Bisweilen sind an der Oberfläche der Schale kleine Sandkörner und Schalentrümmer angeklebt, 
während die Schale selbst kalkig bleibt. Dagegen können zu Textilaria jene Formen nicht mehr gerechnet 
werden, bei welchen Kieselkörner mehr weniger in die Zusammensetzung der Schale selbst eingehen. Die- 
selben gehören offenbar der Gruppe der kieselschaligen Foraminiferen an und ich habe sie daher in der 
Gattung Plecanium zusammengefasst. 


mo 


1. T. conulus Rss. 


1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 38. Taf. 8. fig. 59. Taf. 13. fig. 15. 
1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. VII. pag. 72. Taf. 26. fig. 7. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 37. Taf. 13. fig. 3. 
1861. Reuss, ebendaselbst, Bd. 44. pag. 320. 

1862. Reuss, ebendaselbst, Bd. 46. pag. 80. 


Das kleine Gehäuse verkehrt-kegelförmig, im Verhältnisse zur Höhe breit, unten stumpf zugespitzt, 
oben wenig gewölbt, beinahe abgestutzt, mit breit-gerundeten Seitenrändern und breit-elliptischem, mitunter 
fast kreisrundem Querschnitt. Auf jeder Seite 6—7 niedrige, durch deutliche Nähte gesonderte Kammern. 
Die letzten zwei Kammern auf der Oberseite schwach gewölbt, die letzte oft sogar etwas eingedrückt. Die 
Mündung kurz, aber ziemlich breit halbmondförmig. Die Schalenoberfläche erseheint sehr fein rauh. 

T. pupa Rss.!) ist nur eine etwas grössere und höhere Abänderung von 7. conulus mit stark ge- 
wölbten Endkammern. 

Ziemlich häufig im Pläner von Strehlen, selten in jenem von Weinböhla. Im böhmischen Baculiten- 
thon, in den Mergeln der Gosau, im Senon und im Diluvialsande Westphalens, im Kreidetuff von Maastricht. 
Sehr selten im norddeutschen Gault. 


9. T. turris d’Orb. 


1339. d’Orbigny 1. c. pag. 46. Taf. 4. fig. 27. 

1845. Reuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 39. Taf. 13. fig. 76. 
1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. VII. pag. 72. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 231. 


Verkehrt-kegelförmig, mit vollkommen kreisrundem Querschnitte, unten zugespitzt, nach oben sich 
mehr oder weniger ausbreitend, am oberen Ende gerade abgestutzt und am Rande scharf gekantet. Zahl- 
reiche (jederseits 15—20) sehr niedrige horizontale Kammern, die durch undeutliche Nahtlinien begrenzt 
werden. Die zwei letzten Kammern sind gerade abgestutzt mit flacher Oberseite. Die Mündung eine kleine 
Spalte in der Mitte des inneren Randes der letzten Kammer, durch eine kurze dünne klappenartige Lippe überdeckt. 

Häufig im Pläner von Strehlen, selten in jenem von Weinböhla. — In der Schreibkreide Frankreichs 
und Englands, im Senon und Pläner Westphalens, im böhmischen Baculitenthon, in den Kreidemergeln der 
Gosau. Selten auch im Cenoman von Bilin in Böhmen. 


3. T. Baudouiniana d’Orb. 


1839. d’Orbigny, 1. c. pag. 46. Taf. 4. fig. 29, 30. 

1845. Textilaria Partchi Beuss, Verstein. d. Böhm. Kreideform. I. pag. 39. Taf. 13. fig. 80. 

Die typischen Formen sind verkehrt konisch, unten zugespitzt, oben abgestutzt, mit fast rhombischem 
Querschnitt und scharfwinkeligen Seitenrändern. Die Seitenflächen sind zunächst dem gewölbten Mitteltheile 
gewöhnlich etwas eingedrückt. Jederseits 9—10 niedrige, schwach bogenförmige Kammern, äusserlich nur 
durch sehr feine Nahtlinien begrenzt. Die Mündung ein kurzer, halbmondförmiger Ausschnitt in der Mitte 
des Innenrandes der letzten Kammer. 

Die Exemplare aus dem Pläner von Strehlen, welche mit jenen aus dem böhmischen Baculitenthon 
vollständig übereinstimmen, weichen von den französischen darin ab, dass die Seitenränder nicht so scharf- 
winkelig, ja im oberen Theile selbst etwas abgerundet sind. 


!) Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d, Wissensch. Bd. 40. pag. 88. Taf, 13. fig. 4, 5, Bd. 52. pag. 11. 


—- 11 — 


4. T. praelonga Rss. — Taf. II. 23. Fig. 7, 8. 


1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 59. Taf. 12. fig. 14. 

1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. VII. pag. 72. Taf. 26. fig. 8. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 234. 

Stark verlängert und schmal, linear, im oberen Theile mit fast parallelen Seitenrändern, unten sich 
rasch zur stumpfen Spitze zusammenziehend, stark zusammengedrückt, in der Mittellinie am dicksten, gegen 
die scharfwinkeligen Seitenränder sich allmählich abdachend, daher mit schmal-rhomboidalem Querschnitte. 
Zahlreiche (jederseits 15—20) niedrige Kammern, die unteren sehr klein und horizontal, die oberen etwas 
schräge, durch sehr feine Nahtlinien geschieden, welche einen etwas gebogenen, wenig schrägen Verlauf 
nehmen. In alten Individuen sind die Seitenränder im oberen Theile gekerbt, die Kammern sinken ein und 
die Nähte treten als sehr flache Rippchen hervor. Die letzte Kammer ist oben gewölbt und erhebt sich 
bisweilen sogar zur stumpfen Spitze. Auf der Schalenoberfläche kommen erst bei starker Vergrösserung 
sehr feine Grübchen zum Vorschein. 

Sehr selten im Pläner von Weinböhla. Im Baculitenthon Böhmens, im Senon und Pläner West- 
phalens, in den Mergeln der Gosau, im Kreidedetritus von Charing (England). 


V. Globigerinidea. 


Diese Gruppe umfasst sehr verschiedengestaltige Formen. Orbulina d’Orb., wenn man sie als Gat- 
tung festhalten will, würde eine einkammerige Form darstellen. Ich habe aber schon früher t) die Ansicht 
ausgesprochen, dass die Orbulinen wohl nur als die losgelösten Endkammern in der Vermehrung begriffener 
Globigerinen zu betrachten sein dürften. Alle übrigen Globigerinideen besitzen vielkammerige Schalen. 

Dieselben sind stets ungleichseitig, mit nur einfachen Wandungen, von zahlreichen grösseren und 
kleineren, bald regellos untermischten, bald mehr symetrisch vertheilten Poren durchstochen, an der Öber- 
fläche bisweilen mit haarartigen Stacheln besetzt. Die Kammern sind entweder in einer deutlichen schrauben- 
förmigen Spirale aneinander gereiht, wodurch das Gehäuse linsen-, kreisel- oder selbst kegelförmig wird, oder 
dieselben ballen sich mehr weniger regellos zu einem kugeligen Aggregate zusammen. 

Bisweilen entwickeln sich in der Nabelgegend secundäre Zellen, die oft nur rudimentär sind, in 
manchen Fällen sich aber zu einem mehr weniger regelmässig sternförmigen Aggregate ausbilden, dessen 
Zellen sich zwischen die inneren Enden der primären Kammern alternirend hineinschieben (Asterigerina). 

Auch die Mündung bietet eine grosse Abwechslung dar. Den Orbulinen fehlt eine grössere Mün- 
dung gänzlich. Bei anderen stehen die Kammern durch keine Oeffnung mit einander in Verbindung; die- 
selben münden unmittelbar nach aussen. Bei dem grösseren Theile findet jedoch eine solche statt durch eine 
kürzere oder längere halbmondförmige Oeffnung am Rande der Kammer zunächst dem vorhergehenden Umgange. 

Einen ganz abweichenden Typus stellt die Gattung Carpenteria Gray dar, welche mit breiter, am 
Rande gelappter Basis festsitzt und sich kurz kegelförmig erhebt mit einfacher grosser Mündung am Scheitel. 
Sie schliesst sich wohl an manche Globigerinideen dadurch an, dass die einzelnen Concamerationen nicht un- 
mittelbar mit einander in Verbindung stehen, sondern durch die grosse Scheitelmündung sich insgesammt 
nach aussen öffnen und dass die Kammern anfänglich ebenfalls eine spirale Anordnung zeigen. Der übrige Bau 
ist aber so verschieden, dass Carpenteria wohl einer gesonderten Foraminiferen-Gruppe zugetheilt werden muss. 


') Reuss, Entwurfeiner syst. Zusammenstellung. d. Foram.imSitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. 1861 Bd. 44. pag. 387. 


— 12 — 


Im sächsischen Pläner fand ich bisher nur die Gattungen Globigerina, Planorbulina und Pulvinu- 
lina vertreten. 


Glodigerina d’Orb. 


Die mehr weniger kugeligen Kammern sind entweder regelmässig spiral eingerollt zu einem ungleich- 
seitigen linsen- oder kreiselförmigen spiralen Gehäuse mit weiter und tiefer Nabelaushöhlung, oder regellos 
gehäuft, bisweilen kugelig zusammengeballt. Die Schale ist gleichiörmig, meistens grob porös, nicht selten 
netzförmig-rauh oder haarig-stachelig. Die Kammern communiciren mit einander durch keine grössere Oeff- 
nung, sondern öffnen sich mit einer oft grossen rundlichen oder breit-halbmondförmigen, gewöhnlich nackten 
Mündung direct in den Nabelraum. In selteneren Fällen ist dieselbe jedoch kurz rüsselförmig vorgezogen 
(Rhynchospira Ehrb.). 

Orbulinen habe ich bisher im sächsischen Pläner nicht angetroffen. 


1. Gl. eretacea d’Orb. 


1839. d’Orbieny, 1. c. pag. 34. Taf. 3. fig. 12— 14. 

1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform I. pag. 36. Taf. 8. fig. 55. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 225. 

1862. Reuss, ebendaselbst, Bd. 62. pag. SS. 

1870. Gümbel, Sitzungsberichte d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283, 287. 

Gehäuse fast kreisförmig, stark niedergedrückt, mit rauher punktirter Oberfläche. Drei sehr deut- 
liche, ein sehr niedriges, kaum vorragendes Gewinde bildende Umgänge, die rasch an Grösse zunehmen, auf 
der Unterseite einen weiten tiefen Nabel bildend. 13—16 beinahe kugelige, durch tiefe Einschnürungen ge- 
sonderte Kammern, von denen 5—6 auf den letzten Umgang kommen. Die Endkammer mündet mit einer 
grossen rundlichen Oeffnung in der Nabelvertiefung aus. Oft zeigt daselbst die vorletzte Kammer eine ähn- 
liche kleinere Mündung. 


Selten im Pläner von Strehlen und im Mergel von Zschertnitz bei Dresden. — Im böhmischen Ba- 
eulitenthon und Pläner, im Senon, Pläner und Diluvialsand Westphalens, in den Gosaumergeln von Götzreuth 
und in den Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern, in der weissen Kreide Englands und Frankreichs. 
In Westphalen und in Norddeutschland steigt sie bis in den Gault hinab. 


2. Gl. marginata Rss. sp. 


1845. Rosalina marginata Reuss, Verst. d. böhm. Kreideform. I. pag. 36. Taf. S. fig. 54, 74. Taf. 13. fig. 68. 
1854. Rosalina marginata Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 7. pag. 69. Taf. 26. fig. 1. 

1854. Rosalina canalicula Reuss, ebendaselbst, pag. 70. Taf. 26. fig. 4. 

1860. Rosalina marginata Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 224. 

1862. .‚Rosalina marginata Reuss, ebendaselbst, Bd. 46. pag. 48. 

1865. Discorbina marginata Reuss, ebendaselbst, Bd. 52. pag. 12. 

1870. Discorbina marginata Karrer, im Jahrb. d. k. k. geolog. Reichs-Anst. Bd. 20. Nr. 2. pag. 182. 

1570. Rotalia marginata Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283, 287. 

1872. R. Jones, und J. Parker, Quart. Journ. of the geolog. Sec. Bd. 28. Mag. Nr. 110. 


Sie ist eine der gemeinsten und verbreitetsten Foraminiferen der oberen Kreide. Das Gehäuse ist 
fast kreisrund und selbst auf der Spiralseite stark niedergedrückt. Gewöhnlich drei Spiralumgänge, deren 
erster sehr klein ist und die sehr rasch an Breite zunehmen. Der letzte besteht aus 6—8 Kammern, die 
auf der Spiralseite sehr wenig gewölbt, mitunter selbst seicht vertieft und schief bogenförmig sind. Seitlich 
werden sie von einem senkrecht abgestutzten, oben und unten gekanteten Saum umgeben, der bisweilen 


— 2182 


rinnenartig ausgehöhlt ist. Auf der mit einer weiten Nabelvertiefung versehenen Nabelseite erscheinen die 
Kammern viel weniger schief, beinahe rundlich im Umfange, stärker gewölbt und sind nicht, wie auf der 
Spiralseite, durch Leistehen, sondern durch schmale, aber besonders in ihrem äusseren Theile ziemlich stark 
vertiefte, beinahe gerade Nähte begrenzt. Die Oberfläche der Schale ist mit sehr feinen unregelmässigen 
Spitzen bedeckt. 

Sehr gemein im Pläner von Strehlen und Weinböhla, nicht selten im Mergel von Zschertnitz bei 
Dresden. sehr selten und schlecht erhalten am Rathsweinberge bei Meissen. — Häufig im Pläner und Baculiten- 
thone Böhmens, im Thonmergel von Leitzersdorf bei Stockerau (N.-Oesterreich), im Senon und im Pläner 
Westphalens und Norddeutschlands, in den Kreidemergeln der Gosau und von Götzreuth in Baiern, sowie in 
den Belemnitellenschichten von Pattenau ebendaselbst, in der weissen Kreide Englands, in der Kreide am 
Kanara-See in der Dobrudscha. Sie steigt auch bis in den norddeutschen und westphälischen Gault herab. 


Pianorbulina d’Orb. (char. emend.) 


Die Gattung umfasst sehr verschiedenartige Formen, unter welchen sich jedoch insbesondere zwei 
Haupttypen unterscheiden lassen, Planorbulina im engeren Sinne und Trumcatulina d’Orb., von welcher Ano- 
malina nicht getrennt werden kann. 

Erstere bildet ein bisweilen ziemlich grosses, scheibenförmiges, ungleichseitiges, mit der flacheren 
Spiralseite angeheftetes Gehäuse, in welchem nur die innersten Umgänge einen spiralen Bau besitzen und 
die einzelnen Kammern durch eine zunächst der Nabelfläche gelegene seitliche Mündung mit einander com- 
munieiren. Im weiteren Fortschritte des Wachsthums ändert sich der spirale Bau in den cyelischen um. 
Die auf der Spiralfläche dachziegelförmig aneinander liegenden, ungleichen Kammern stehen in gedrängten, 
alternirenden Kreisreihen und öffnen sich nicht nur in die beiden Nachbarkammern derselben Reihe, sondern 
communieiren auch durch eine Mündung mit den beiden nächstliegenden alternirenden Kammern des vorher- 
gehenden Kreises, — ein Bau, der mit jenem des einfachen Orbitolitentypus eine grosse Analogie darbietet. 

Bei der Truncatulinen-Gruppe wird die Anordnung der Kammern niemals kreisförmig; sie bleibt 
immer spiral, wird jedoch bei manchen Arten bei fortschreitendem Wachsthum sehr unregelmässig und unter- 
liest sodann einem überaus grossen Wechsel. Das Gehäuse bietet ebenfalls eine beträchtliche Verschiedenheit 
dar. Orbigeny hat darauf die Aufstellung zweier Gattungen, Truncatulina und Anomalina, gegründet, die 
aber durch zahlreiche Zwischenformen verknüpft werden. Das plan-convexe Gehäuse der Truncatulinen ist 
mit der ebenen oder etwas concaven Spiralseite, auf welcher alle Kammern äusserlich sichtbar sind, angeheftet, 
während auf der freien Nabelseite, deren Convexität bis zum Niedrig-Kegelförmigen sich steigern kann, die 
äusseren Kammern die-inneren ganz oder theilweise überdecken, so dass oft nur jene des letzten Umgangs 
wahrnehmbar sind. Die Mündung ist nicht auf die Septalfläche der Kammer beschränkt, sondern verlängert 
sich spaltenförmig über den unteren Rand auf der Spiralseite, so dass die letzten Kammern dort direct mit 
der Aussenwelt in Verbindung kommen, welche Communication erst bei der Bildung neuer Kammern durch 
Ablagerung von Kalkmasse geschlossen wird. 


Bei der Anomalinen-Gruppe verschwindet der Gegensatz zwischen der flachen Spiral- und der ge- 
wölbten Nabelseite allmählich mehr weniger; das beinahe gleichseitige Gehäuse nimmt einen anscheinend 
nautiloiden Charakter an und beide Seiten desselben bieten eine Nabeldepression von verschiedener Weite 
und Tiefe dar. Die Mündung ist nicht auf beiden Seiten sichtbar, sondern beschränkt sich auf die Septal- 


fläche der Kammern, bleibt jedoch stets mehr der flacheren Seite genähert. Diese Formen gehen durch 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 4. 16 


— 14 — 


zahlreiche graduelle Modificationen in die typischen Truncatulinen über, so dass es unmöglich ist, sie scharf 
zu begrenzen. Die Vereinigung von Planorbulina, Truncatulina und Anomalina, die nur als Untergruppen 
aufzufassen sind, in eine Sippe erscheint daher vollkommen gerechtfertigt. 


In allen Fällen ist die Schale des Gehäuses von mehr weniger groben Poren durchstochen, deren 
Zwischenräume an alten Individuen nicht selten körnig-rauh erscheinen. 


Die bisher im sächsischen Pläner aufgefundenen Arten gehören insgesammt den Uebergangsformen 
von Truncatulina an. 


1. Pl. ammonoides Rss. — Taf. II. 23. Fig. 9. 


1845. Rosalina ammonoides Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 36. Taf. 13. fig. 66. 

1851. Rosalina ammonoides Reuss, Foram. und Entomostr. d. Kreidemerg. von Lemberg pag. 36. Taf. 3. fig. 2. 
1860. Rosalina ammonoides Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 223. 

1861. Rosalina ammonoides Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 44. pag. 316, 330, 337. 

1865. Discorbina ammonoides Reuss, ebendaselbst Bd. 52. pag. 12. 

1870. Rotalia ammonoides Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283. 

1572. Truncatulina ammonoides J. Parker and R. Jones, Quart. Journ. of the geolog. Soc. XXVIN. May. Nr. 110. 


Das Gehäuse im Umfange kreisrund, stark niedergedrückt, scheibenförmig, mit zugerundetem peri- 
pherischem Rande. Drei deutliche, rasch an Breite zunehmende Spiralwindungen, die letzte mit 7—10 
Kammern. .Auf der kaum gewölbten, in der Mitte seicht vertieften Spiralseite sind die schmalen Kammern 
flach und bogenförmig gekrümmt; die innersten sehr klein und nur jene des letzten Umganges durch sehr 
seichte Nahtfurchen geschieden. Die Nabelseite ist etwas stärker, aber stets nur flach gewölbt, mit deutlich 
ausgesprochenem Nabel. Sie zeigt nur den letzten Spiralumgang, dessen Nähte daselbst einen mehr geraden 
Verlauf nehmen. Die letzte Kammer erscheint auf der Nabellläche oft stärker gewölbt, bisweilen fast halb- 
kegelförmig angeschwollen. 


Selten im Pläner von Strehlen. — Im böhmischen Baculitenthon, im Mucronatenmergel von Lem- 
berg, im Senon und Pläner Westphalens, in der norddeutschen oberen Kreide, in den Gosaumergeln von 
Götzreuth in Baiern, in der Schreibkreide Englands und der Insel Rügen, im Kreidetuff von Maastricht, in 
der Baculitenkreide vom Kanara-See in der Dobrudscha, im senonischen Grünsand von New-Jersey. Auch 
im Cenoman Böhmens und Norddeutschlands, sehr selten im Gault von Folkestone und von Norddeutschland, 


.2. Pl. polyrrahes Rss. — Taf. II. 23. Fig, 10. 

1845. Rotalina polyrraphes Reuss, Verstein. d..böhm. Kreideform. I. pag. 35. Taf. 12. fig. 18. 

1851. Rotalina polyrraphes Reuss, Foram. und Entom. d. Kreidem. v. Lemberg. pag. 35. Taf. 3. fig. 1. 

1860. Rotalia polyrraphes Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 221. 

1861. Rotalia polyrraphes ebendaselbst. Bd. 44. pag. 337- 

1862. Rotalia polyrraphes Reuss, ebendaselbst, Bd. 46. pag. 32. 

1870. Discorbina polyrraphes Gümbel, Sitzungsber. d. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 287. 

Gehäuse bald rechts, bald links gewunden, im Umrisse kreisförmig und stumpf gekantet, mit flacher 
Spiral- und wenig gewölbter Nabelseite, letztere nur eng und seicht genabelt. Drei deutliche, wenig an 
Breite zunehmende Spiralwindungen. In der letzten zählt man 10 schmale, auf der Spiralseite schwach ge- 
bogene, auf der Nabelseite beinahe gerade Kammern. Die Nähte sind nur auf dem äussersten Umgange 
deutlicher und.etwas vertieft, auf den übrigen, besonders auf der innersten, nur durch sehr feine Linien an- 
gedeutet. Die Schale ziemlich fein porös. 


— 15 — 


Selten im Pläner von Strehlen. — Im böhmischen Baculitenthon, im Mucronatenmergel von Lemberg, 
im Senon und Pläner Westphalens, in der norddeutschen oberen Kreide, in den Belemnitellenschichten von 
Pattenau in Baiern, im senonischen Grünsänd von New-Jersey. Auch im Cenoman von Westphalen und 
Norddeutschland und ziemlich häufig im norddeutschen Gault. 


3. Pl. lenticula Rss. — Taf. 11. 23. Fig. 11. 


1845. Rotalina lenticula Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 35. Taf. 12. fig. 17. 

1860. Rotalia lenticula Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 221. 

1865. Rotalia lenticula Reuss, ebendaselbst, Bd. 46. pag. 82. Taf. 10. fie. 3. 

Das kleine, fast kreisrunde Gehäuse ist niedergedrückt und an der Peripherie stumpf gekantet. Die 
Wölbung seiner beiden Flächen ist sehr veränderlich. Gewöhnlich ist jedoch die Spiralseite sehr wenig ge- 
wölbt, während die Nabelseite eine etwas grössere, nie aber beträchtliche Convexität zeigt. Selten erhält 
das Gehäuse durch eine beinahe gleiche Wölbung beider Seiten eine linsenförmige Gestalt. Dasselbe besteht 
aus 21, —3 Windungen, die aber äusserlich kaum gesondert sind. Nur das Ende des letzten Umgangs lässt 
eine lineare Naht erkennen. In demselben zählt man 6 Kammern, die auf der Spiralseite vierseitig und 
wenig gebogen, auf der ungenabelten Umbilicalseite aber dreiseitig sind. Ihre linearen Begrenzungen werden 
auch auf der letzteren nur bei stärkerer Vergrösserung und intensiver Beleuchtung wahrgenommen. Die 
letzte Kammer pflest auf dieser Seite mit stärkerer Wölbung über die Umgebung hervorzutreten. Die glän- 
zende Schalenoberfläche erscheint nur fein porös. 

Selten im Pläner von Strehlen. — Im böhmischen Baculitenthon, im westphälischen Pläner und im 
norddeutschen Gault. 


VI. Rotalidea. 


Die Rotalideen zeigen nicht nur eine ausnehmend grosse Mannigfaltigkeit in ihrer Gestalt und in 
ihrer äusseren Architectur, sondern auch in ihrem inneren Bau. Einer der wichtigsten Charaktere, durch 
welche sich die echten Rotalideen von den Globigerinideen unterscheiden, beruht darin, dass jede ihrer 
Kammern durch eine selbstständige Wandung ringsum geschlossen ist. Die sie trennenden Scheidewände 
sind daher nicht einfach, sondern gewöhnlich bestehen sie aus zwei mitunter mehr weniger von einander ab- 
stehenden Platten, die aus compacter, nicht poröser Substanz gebildet sind, während die Aussenwand von 
sehr gedrängten feinen Porencanälen durchzogen wird. Zwischen den beiden Septalplatten entwickelt sich 
bei den meisten in sehr verschiedenem Grade der Ausbildung ein intermediäres Canalsystem, wodurch die Ro- 
talideen sich einigermaassen den Nummulitideen annähern. Zugleich nimmt in wechselnder Intensität und 
Ausdehnung eine accessorische dichte porenlose Kalksubstanz (Carpenter’s supplemental skeleton) mehr we- 
niger wesentlichen Antheil an der Bildung des Gehäuses. Bald füllt sie nur den Nabel aus, eine compacte 
Säule bildend; bald drängt sie sich mehr weniger in die Interseptalräume der Kammern ein oder bildet auch 
zwischen den Windungen selbst eine trennende Schicht; oder sie schiesst in radialen Fortsätzen an, welche, 
in verschiedener Tiefe zwischen den einzelnen Windungen entspringend, über den äusseren Kammerrand hinaus 
fortsetzen und dem Gehäuse eine sternförmige Gestalt ertheilen (Calcarina); oder endlich sie häuft sich an 
unbestimmten Stellen der Schalenoberfläche in höckerigen Auswüchsen an. Die Schale selbst ist stets compacter 
und dicker, als bei den Globigerinideen und wird nur von sehr feinen, aber gedrängt stehenden Porencanälen 
durchzogen. 


— 16 — 


In der Nabelregion entwickelt sich bisweilen ein accessorischer Zellenapparat, bald nur rudimentär 
bald eine sternförmige Ausbreitung bildend, gleichwie bei den asterigerinen Discorbis-Arten, bald eine röhrige 
Ausfüllung der conischen Nabelhöhlung darstellend (Patellina Will., bei welcher überdies die Kammern durch 
accessorische Septa unterabgetheilt sind). 

Die Kammern stehen entweder sämmtlich in vollkommener regelmässiger Spirale (Rotalia, Calcarina), 
oder ihre Anordnung schlägt in der Folge in die cyclische um (Patellina). 

Ein anderes, sehr wesentliches Unterscheidungsmerkmai von den Globigerinideen bietet die Mündung 
dar. Während bei diesen die einzelnen Kammern durch keine grössere Mündung mit einander in Verbindung 
stehen, findet bei den Rotalideen eine directe Communication mit den Nachbarkammern jedesmal statt. Die 
Mündung wechseit übrigens sehr in ihrer Form und stellt eine bald kürzere, bald längere, bald breitere, bald 
schmälere, bald gerade, bald gebogene Spalte dar. Bisweilen zerfällt dieselbe durch sehr schmale Quer- 
brücken in eine Reihe von Poren. 

Von den Rotalideen weichen die verwandten Polytremideen in mancher Beziehung ausnehmend ab. 
Das Gehäuse zeigt nur in einem Embryonaltheile Spuren spiraler Anordnung, während sich. die meist sehr 
zahlreichen jüngeren Kammern entweder cyclisch gruppiren oder regellos nebeneinander oder übereinander 
häufen. Die äussere Form ist meistens sehr unregelmässig, bald kugelig oder etwas conisch (Zinoporus Montf.), 
bald inerustirend und sich mehr weniger einfach flächenartig ausbreitend (Polytrema), bald verzweigte grosse 
unregelmässige Platten zusammensetzend (Eozoon), bald sich knollig oder in baumförmiger Verzweigung er- 
hebend (Polytrema). Die Kammern besitzen nur einfache Scheidewände; aber auch hier entwickelt sich 
stellenweise in säulenförmigen oder regellosen Partieen die accessoriche nicht poröse Kalksubstanz. 

Die Familie der Rotalideen scheint in der oberen Kreide Sachsens nur durch eine Species der Gat- 
tung Rotalia vertreten zu sein. 

Rotalia Lam. 

Das Gehäuse regelmässig spiral eingerollt, im Umrisse sehr wechselnd vom Kreiselförmigen einerseits 
bis zum Kegelförmigen, anderseits bis zum Kugeligen. Die Spiralfläche, welche äusserlich sämmtliche Win- 
dungen erkennen lässt, gewöhnlich weniger gewölbt, als die Nabelseite, welche alle Grade der Wölbung bis 
zur conischen Erhebung darbietet und auf der nur die Kammern des letzten Umganges sichtbar sind. Selten 
findet das Gegentheil statt, ja die Nabelseite steigt mitunter in Gestalt eines ziemlich hohen Kegels empor. 
Die Mündung öffnet sich als eine kürzere oder längere halbmondförmige Spalte ziemlich in der Mitte des 
inneren Kammerrandes dicht am vorhergehenden Umgange. 

1. R. umbilicata d’Orb. var. nitida Rss. — Taf. II. 23. Fig. 12. 


1845. Rotalina nitida Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. 1. pag. 35. Taf. 8 fig. 52; Taf. 12. fig. 8. 20. (icon mala) 
1551. Rotalina umbilicata Reuss, Foram. und Entom. d. Kreidemerg. v. Lemberg pag. 35. 

1560. Rotalia nitida Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 222. 

1861. Rotalia nitida Reuss, ebendaselbst. Bd. 44. pag. 336. 

1362. Rotalia nitida Reuss, ebendaselbst. Bd. 46. pag. 82. 

1865. Rotalia umbilicata Reuss, ebendaselbst, Bd. 52. pag. 13. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geolog. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 184. 

1870. Gümbel, Sitzungsher. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 283, 237. 

Das Gehäuse ist fast stets beträchtlich kleiner, als bei den typischen Formen der R. umbilicata 


d’Orb. *), fast ebenso hoch, als breit, kreiselförmig, fast halbkugelig oder niedrig und stumpf conisch, an 


‘) d’Orbigny, ]. c. pag. 32. Taf. 3. fig. 4—6. — Rotalia turgida v. Hagenow. in Leonh. und Bronn’s Jahrb. 1842. 
pag. 570. Taf. 9. fig. 22. 


— 117 — 


der Peripherie abgerundet oder etwas gekantet, mit engem, aber deutlichem Nabel. Die Spiralseite wenig 
gewölbt mit drei deutlichen schmalen Umgängen, welche eine flache, bisweilen in der Mitte selbst etwas ein- 
gedrückte Spira bilden. Der letzte Umgang erscheint durch die etwas gewölbten 6—7 vierseitigen Kammern 
und die meistens nur seicht vertieften wenig schiefen Nähte etwas knotig. Auf der viel gewölbteren Nabel- 
seite werden die dreieckigen Kammern nur durch lineare Nähte begrenzt; die letzte Kammer tritt jedoch 
besonders stark gewölbt hervor. Die Mündung bildet eine schmale halbmondförmige Spalte in der Mitte des 
inneren Kammerrandes hart am vorhergehenden Spiralumgang. 

Gemein im Pläner von Strehlen, nicht selten bei Weinböhla, sehr selten am Rathsweinberge bei 
Meissen. — Häufig im Baculitenthon, selten im Pläner Böhmens, im westphälischen Senon und Pläner, in 
der norddeutschen oberen Kreide, im Mucronatenmergel von Lemberg, in der oberen Kreide von Leitzersdorf 
(N.-Oesterreich), in den Gosaumergeln von Götzreuth und in den Belemnitellenschichten von Pattenau in 
Baiern, im senonischen Grünsande von New-Jersey, in der Kreide vom Kanara-See in der Dobrudscha. Sehr 
selten steigt die Species bis in den norddeutschen Gault hinab. 

Die typischen Formen der R. umbilicata d’Orb. sind aus der weissen Kreide Frankreichs, Englands 
und der Insel Rügen bekannt. 

Sehr verwandte Formen kommen auch in den tertiären Schichten vor und leben noch in den heu- 
tigen Meeren. 


B. Porenlose Foraminiferen. 


Die kalkige Schale dicht, porcellanartig, ohne Poren und Porencanäle. Das Gehäuse ein- oder mehr- 
kammerig. 
I. Cornuspiridea. 


Gehäuse einkammerig, fast kreisrund, tellerförmig, gewöhnlich im Centrum seicht vertieft, gleich- 
seitig, gebildet durch eine kalkige Röhre ohne Scheidewände, deren mehr weniger zahlreiche Spiralwindungen 
nur am Rande dicht aneinander liegen, auf beiden Flächen aber sämmtlich sichtbar sind. Die einfache 
Kammerhöhlung mündet am Ende des letzten Umganges entweder in ihrer ganzen Weite oder verengt aus. 
Die einzige hierher gehörige Gattung ist 

Cornuspira Schultze. 

Die bald wenig, bald sehr zahlreichen Windungen nehmen entweder sehr langsam und wenig oder 
beträchtlich und rasch an Höhe zu. Die Kammerröhre ist drehrund oder in verschiedenem Grade zusammen- 
gedrückt, bisweilen auf den Seiten rinnenartig ausgehöhlt, mit gerundetem oder gekantetem Rücken. Die 
Schalenoberfläche nur mit einfachen Anwachslinien oder mit stärkeren kreisförmigen, seltner mit spiralen Streifen. 


1. C. cretacea Rss. 

1845. Operculina eretacea Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. l. pag. 55. Taf. 13. fig. 64, 65. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 177. Taf. 1. fig. 1. 

1862. Reuss, ebendaselbst, Bd. 46. pag. 34. Taf. 1. fig. 10—12. 

1865. Reuss, ebendaselbst, Bd. 52. pag. 15. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wissensch. pag. 282, 286. 

Kreisrund oder breit-elliptisch, dünn-scheibenförmig, in der Mitte beiderseits seicht ausgehöhlt, an 


der Peripherie gerundet. 10—15 drehrunde, durch deutliche Nähte gesonderte Umgänge, die nur sehr wenig 


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involut sind und an der Innenseite nur’ eine schwache Längsrinne zeigen zur Aufnahme der nächstvorher- 
gehenden Windung. Sie nehmen nach aussen hin nur sehr langsam und wenig an Höhe zu; nur der letzte 
wird rasch fast doppelt so hoch, als der vorletzte und stärker involut. Bisweilen zieht sich derselbe gegen 
das Ende hin etwas zusammen, wodurch die Mündung verengert, halbmondförmig wird. Die Schalenoberfläche 
trägt entweder nur undeutliche Anwachslinien oder sie ist in seltneren Fällen mit ziemlich regelmässigen 
starken ringförmigen Streifen bedeckt. 

In dem norddeutschen Gault kommen in Gesellschaft spärlicher typischer Formen weit zahlreichere 
abnorm gebildete vor. Bei denselben sind die Windungen entweder nicht in einer Ebene, sondern in einer 
offenen conischen Spirale eingerollt oder sie sind ganz regellos zu einem Knäuel zusammengeballt, welcher 
knopfförmig in der Mitte des Gehäuses hervorragt und bald nur die innersten Windungen, bald den grösseren 
Theil derselben umfasst, so dass sich nur die äussersten in normaler Weise in einer Ebene um diesen Knopf 
herumlegen.!) In der oberen Kreide sind mir dergleichen anomale Bildungen bisher noch nicht vorgekommen. 

Oyclolina eretacea d’Orb.?) aus dem Cenoman Frankreichs dürfte wohl nichts als eine Cornuspira 
sein. Die Annahme ihres ganz eigenthümlichen Baues scheint nur das Product von Selbsttäuschung zu sein. 
Der Species nach ist sie aber jedenfalls von Cornuspira cretacea verschieden. 

In der Schalenform kommen Spirillin« Ehrb. und Ammodiscus Rss. mit Cornuspira überein. Erstere 
weicht aber durch ihre poröse Kalkschale, letztere Gattung, welcher auch Opereulina incerta d’Orb., lebend 
an den Küsten von Cuba und Martinique, angehört, durch die kieselige Beschaffenheit der Schale von Oornuspira ab. 

©. cretacea besitzt eine beträchtliche verticale Verbreitung. Sie ist nicht selten im Pläner von Streh- 
len, sehr selten im senonen Mergel von Zeichen bei Wehlen. Ueberdies im Baculitenthon und Pläner Böhmens, im 
Senon, Pläner und Diluvialsand Westphalens, in der norddeutschen oberen Kreide, in den Gosauschichten von 
Götzreuth und in den Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern, in der Feuersteinkreide vom Kanara- 
See in der Dobrudscha, endlich ziemlich verbreitet im Gault Westphalens und Norddeutschlands. 


C. Kieselschalige Foraminiferen. - 


Die Schale ist in ihrer Gesammtheit in verschiedenem Grade aus kleinen sandartigen eckigen Körnern 
amorpher Kieselsäure aufgebaut, welche durch eine wechselnde Menge kalkigen Cementes verkittet werden. 
Behandelt man solche Schalen mit schwacher Säure, so wird bei Vorwiegen der Kieselkörner das Kalkcement. 
ausgezogen und es bleibt ein poröses Kieselskelet zurück, welches den äusseren Umriss der Schale beibehält. 
Ist jedoch das kalkige Bindemittel in etwas reicherem Maasse entwickelt, so zerfällt beim Auflösen die Schale 
in ein Häufchen von Kieselkörnern. In allen Fällen fehlen jedoch der Schale alle Poren und Porencanäle 

Von diesen kieseligen Gehäusen sind jene wohl zu unterscheiden, welche ihrer Hauptmasse nach 
kalkig (porös oder porenlos) sind und nur in ihrer oberflächlichen Schichte Kieselkörner — meistens von 
etwas grösseren Dimensionen —- mechanisch aufgenommen oder nur oberflächlich angeklebt haben. Sie spielen 
unter den Foraminiferen dieselbe Rolle, wie manche Xenophora-Arten unter den Mollusken. Man beobachtet 
diese Erscheinung sowohl an Arten mit poröser, als auch mit porcellanartiger Kalkschale (Textilaria, Trilo- 
culina, Quingueloculina u. a.). 


!) Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 34. Taf. 1. fig. 11, 12. 
:) d’Orbigny, Formanif. foss. du bass. tert. de Vienne. pag. 139. Taf. 21. fig. 22—25. 


— 19 — 


I. Lituolidea. 


Gehäuse frei oder angewachsen, vollkommen oder theilweise spiral eingerollt und sich später gerade 
streckend oder die Kammern nach einer einfachen, fast geraden oder etwas gekrümmten Axe aneinander 
gereiht. Die Kammern oft sehr wenig regelmässig, mit einfacher ununterbrochener Höhlung oder im Innern 
durch mehr weniger zahlreiche, sehr regellose Schalenfortsätze unterabgetheilt. Die Mündung einfach oder 
mehrfach, die Mundfläche siebartig durchlöchernd. 

Die englischen Foraminiferen- Forscher vereinigen fast alle Lituolideen-Formen in der Gattung 
Lituola, die dadurch einen sehr weiten Umfang erhält. Ich ziehe es schon aus paläontologischen Gründen 
vor, dieselben trotz ihrer unläugbaren grossen Verwandtschaft in mehrere Sippen zu ordnen. Dieselben er- 
geben sich aus nachstehendem Schema: 


1. Gehäuse aufgewachsen: Polyphragma Rss. 
2. Gehäuse frei. 


a. Kammerhöhlung einfach, ununterbrochen. Haplophragmium Rss. 
a. Vollkommen spiral eingerollt, Mündung halbmondförmig, am inneren Rande Mundfläche zu- 
nächst dem vorhergehenden Umgange (Nonioninen-Form). 
ß. Gehäuse mit spiralem Anfangstheile, später gerade gestreckt, bischofsstabförmig, Mündung 
einfach oder mehrfach, terminal (Spirolinen-Form). 
y- Gehäuse vollständig spiral. Mündung rundlich oder elliptisch, beiläufig im der Mitte der 
senkrechten gewölbten Mundfläche (Orbignyin« Hag.). 
b. Kammerhöhlung durch regellos verzweigte Septa unterbrochen, zellig. 
a. Gehäuse anfänglich spiral eingerollt, später gerade gestreckt, bischofsstabförmig, Mündung 
dendritisch verzweigt oder mehrfach. Zituola Lam. 
8- Kammern in einfacher Reihe übereinander stehend. Gehäuse nach Nodosarien-Art gerade 
oder nach Dentalinen-Art gebogen. Die terminale Mündung einfach: Haplostiche Rss. 


Im sächsischen Pläner sind nur die Sippen Haplophragmium und Haplostiche vertreten. 
Haplophragmium Rss. 


Die Kammern mit einfacher ununterbrochener Höhlung sind entweder insgesammt spiral eingerollt 
oder die jüngeren reihen sich in gerader Linie aneinander, wodurch das Gehäuse eine bischofsstabartige Ge- 
stalt erlangt. Im ersteren Falle sind die Kammern meist regelmässig, das Gehäuse gleichseitig; im zweiten 
unterliegen die Kammern manchen Unregelmässigkeiten in der Gestalt und Stellung. Mündung einfach, ter- 
minal, median oder basilar oder mehrfach, terminal. Die Schalenoberfläche mit groben Rauhigkeiten bedeckt. 


1. H. irregulare Röm. sp. 


1839. Spirolinites Stokesi Murchisoni, Mantelli, Bucklandi, Nordhampton in Mantell, Wonders of Geologie pag. 297. 
Map234102 122 2Tat. 35.2t.2 1,22. 

1841. Spirolina irregularis Römer, Verstein. d. nordd. Kreidegeb. pag. 98. Taf. 15. fig. 29. 

1841. Spirolina lagenalis Römer, 1. c. pag. 98. Taf. 15. fig. 29. 

1842. Spirolina irvegularis und lagenalis Geinitz, Charackt. d. sächsischen Kreidesch. pag. 70. 

1345. Spirolina inaequalis (error typi) Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 35 Taf. S. ig. 62—66, 75. 

1846. Spirolina irregularis Geinitz, Grundriss d. Versteinerungskunde pag. 659. 

1354. Spirolina ürregularis Reuss, Denkschrift. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 7. pag. 68. 


— 120 — 


1860. Haplophragmium aequale Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 218. Taf. 11. fig. 2, 3. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 40. pag. 219. Taf. 10. fig. 9; Taf. 11. fig. 1. 

1861. Reuss ebendaselbst,. Bd. 44. pag. 308. 

1870. Güwmbel, Sitzungsber. d. k. Bayer. Akad. d. Wissensch. pag. 286. 

1872. Geinitz, das Elbthalgebirge in Sachsen. I. 4, pag. 159. 5 

Bis 4—5 mm. hoch und bis 2,4—2,5 mm. breit, sehr wandelbar in ihrer Form, gewöhnlich flaschen- 
oder bischofsstabförmig. Die ältesten 8—10 Kammern, ungleich in Form und Grösse, meist keilförmig, 
bilden eine bald fast kugelige, bald etwas zusammengedrückte, in der Mitte vertiefte Spira: die folgenden 
5—6 stehen in gerader Reihe übereinander und bilden einen meistens walzenförmigen, selten etwas zusammen- 
gedrückten Fortsatz, der bald aus der Seite, bald aus der Mitte der Spira (Sp. lagenalis Röm.) entspringt. 
Uebrigens sind sie gewöhnlich breiter als hoch, von sehr ungleicher Grösse, oft sehr abnorm gestaltet, auf 
einer Seite höher, als auf der anderen, bis zum Keilförmigen, durch schmale, aber tiefe Nähte gesondert. 
Die letzte Kammer ist oben etwas zusammengezogen, mit wenig gewölbter Mundfläche. Auf dieser stehen 
2—6 kleine rundliche Mündungen regellos oder in ziemlich regelmässigem Kreise gestellt. 

Besonders im Pläner verbreitet. Sehr häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla, im senonen Mergel 
von Zeichen bei Wehlen (meistens zufällig zusammengedrückt). Im Pläner Böhmens, Westphalens und Nord- 
deutschlands, im Senon und Diluvialsande von Westphalen, im Mucronatenmergel von Lemberg, im nord- 
deutschen Senon, in den Mergeln des Gosauthales, in den Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern, in 
der englischen Schreibkreide, im Kreidetuff von Maastricht. Auch im Cenoman Böhmens, Sachsens und Nord- 
deutschlands. 


2. H. aequale Röm. sp. 


1841. Spirolina aequalis Römer, Versteinerungen d. nordd. Kreidegeb. pag. 98. Taf. 15. fig. 27. 

1850. Lituola aequalis d’Orbigny, Prodr. de pal6ont. strat. il. pag. 95. Nro. 1554. 

1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. Bd. 46. pag. 29. Taf. 1. fig. 1—7. 

Die typischen Formen scheinen auf die tieferen Kreideschichten, besonders den norddeutschen Hils, 
beschränkt zu sein. In Folge der grossen Veränderlichkeit der Kammern ist ihr Umriss selbst sehr wandel- 
bar. Das Gehäuse ist bald ziemlich schmal und eylindrisch, bald breiter und etwas, wenngleich immer nur 
wenig, zusammengedrückt. Die ersten Kammern sind zu einer bald mehr, bald weniger deutlichen Spira 
eingerollt, die etwas stärker comprimirt ist und den gerade gestreckten Theil des Gehäuses nur wenig oder 
gar nicht an Breite übertrifft. Nur die Nähte der letzten Kammer sind etwas mehr vertieft, aber immer 
schmal. Die letzte Kammer, meistens höher als breit oder doch ebenso hoch, zieht sich oben rasch zur 
stumpfen Spitze zusammen, welche selten 2--3 kleine Mündungen, öfter eine einfache Mündung trägt. Diese 
ist grösser und offenbar durch das Zusammenfliessen mehrerer kleinerer entstanden, daher mehr weniger 
langgezogen oder selbst unregelmässig gelappt. 

An den sehr seltenen Exemplaren aus dem Pläner von Strehlen treten nicht sämmtliche eben an- 
geführte Unterscheidungsmerkmale in gleicher Schärfe hervor. 

Haplostiche Rss. 

Das freie verlängerte Gehäuse gerade oder etwas gebogen, selbst in seinem Anfangstheile nicht 
spiral eingerollt. Die meistens sehr unregelmässigen, im Innern durch secundär regellose Septa unter- 


abgetheilten Kammern stehen in einfacher gerader oder gekrümmter Reihe übereinander, Die Mündung ein- 
fach oder mehrfach. 


— 121 — 


1. H. foedissima Rss. — Taf. II. 24. Fig. 1—3. 

1860. Dentalina foedissima Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 40. pag. 189. Taf. 3. fig. 2, 3. 

Die Species, welche ich früher irriger Weise der Gattung Dentalina einverleibte, gehört unter die 
Haplostiche-Arten mit etwas gebogenem Gehäuse. Zuerst in dem Diluvialsande von Hamm in Westphalen 
aufgefunden, liegt sie jetzt in reicher Auswahl aus dem Pläner von Weinböhla und Strehlen vor. Meistens 
sind es jedoch nur Bruchstücke; vollständige Schalen sind eine seltene Erscheinung. Die grössten erreichen 
jedoch nur eine Länge von 3,5—4 mm., während ich unter den westphälischen solche von 7,63 mm. Länge 
fand. Das Gehäuse ist schwach gebogen oder beinahe gerade und verschmälert sich nach unten nur lang- 
sam. Die Kammern sind von sehr ungleicher und unregelmässiger Gestalt, vielfach höckerig und verdrückt 
und mit groben Rauhigkeiten bedeckt. Nach oben hin nehmen sie allmählich an Grösse zu. Die unteren 
sind breiter als hoch; nur an den jüngsten wird die Breite öfters von der Höhe übertroffen. Die Naht- 
furchen sind ebenfalls sehr ungleich und regellos, im oberen Theile öfters an Tiefe zunehmend, wodurch die 
Kammern eine grössere Wölbung annehmen. Die letzte Kammer spitzt sich zu einem kurzen centralen 
Schnabel zu, welcher die unregelmässig gestaltete einfache Mündung trägt. 

In Gesellschaft der eben beschriebenen typischen Formen kommen noch andere von etwas ab- 
weichendem Baue vor, die man mit dem Namen Var. marginuloides bezeichnen kann. Sie sind verlängert- 
oval, oben kurz und stumpf zugespitzt, unten oft etwas gebogen, meistens zusammengedrückt. Aeusserlich 
ist entweder gar keine Spur von Kammerabtheilung wahrnehmbar oder es werden nur die jüngsten durch 
seichte, wenig deutliche Furchen angedeutet. Auf einem Verticalschnitt überzeugt man sich, dass die etwas 
gebogenen Kammerhöhlungen niedrig, viel breiter als hoch sind. Nicht immer sind aber die angegebenen 
Kennzeichen so deutlich ausgesprochen. Man kann mancherlei Uebergänge zu den gewöhnlichen typischen 
Dentalinenformen beobachten. i 

2. H. dentalinoides n. sp. — Taf. II. 24. Fig. 4—6. 

Von der verwandten vorigen Species unterscheidet sie sich durch die weit regelmässigere Gestaltung 
der Kammern und durch die viel feineren Rauhigkeiten der Schalenoberfläche. Fast stets konnte ich auch 
hier nur Fragmente beobachten. Vollständige Exemplare erreichen die Länge von 4—4,5 mm. Obwohl es 
an regellos verbogenen Gehäusen nicht fehlt, ist dasselbe doch meistens nur schwach gekrümmt, einer Den- 
talina ähnlich, oben kurz zugespitzt, unten allmählich in eine stumpfe Spitze auslaufend. 8—9 Kammern, 
die unteren breiter als hoch, durch seichte Nähte gesondert. Nur die obersten Nähte werden etwas tiefer. 
Die letzte Kammer ist eiförmig, bisweilen höher als breit und oben in eine kurze Spitze zusammengezogen, 
welche die einfache Mündung trägt. 

Häuflg im Pläner von Strehlen, sehr seltene Bruchstücke in jenem von Weinböhla. 

3. H. clavulinan. sp. — Taf. II. 24. Fig. 7, 8. 

So zahlreich die Exemplare sind, welche mir aus dem senonen Mergel von Zeichen bei Wehlen vor- 
liegen, befindet sich unter denselben doch keines, dessen Embryonaltheil vollständig erhalten wäre. Die grössten 
Bruchstücke messen 4—5 mm. in der Länge. Sie sind oftmals unregelmässig verbogen und verschmälern 
sich nach abwärts nur sehr langsam und wenig. Die zahlreichen Kammern sind stets beträchtlich breiter 
als hoch und durch schmale, jedoch ziemlich tiefe Nähte geschieden. An den Querscheidewänden der Kam- 
mern erkennt man mehrere, nicht selten zusammenfliessende Communicationsöffnungen. Das obere Ende der 
letzten Kammer, das sehr flach gewölbt, beinahe abgestutzt ist, bietet jedoch gewöhnlich nur eine grössere, 


mitunter unregelmässige Mündung dar. Die Schalenoberfläche ist mit groben Rauhigkeiten bedeckt. 
Palaeontographica XX. 2, Abth. 4. 17 


—- 12 — 


4. H. constricta Rss. — Taf. II. 24. Fig. 9—12. 

1845. Nodosaria constrieta Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 26. Taf. 13. fig. 12, 13. 

Die sächsischen Exemplare sind beträchtlich grösser, als die von mir zuerst im böhmischen Bacu- 
litenthon aufgefundenen. Sie ähneln jugendlichen Exemplaren der N. födissima, lassen sich aber bei ge- 
nauerer Untersuchung leicht unterscheiden. 

Das Gehäuse, welches aus verhältnissmässig groben Kieselkörnern zusammengekittet erscheint, ist 
fast stets gerade und besteht nur aus 3—4 Kammern. Sehr selten steigt ihre Zahl auf 5 oder 6. Die 
erste Kammer ist gerundet, bisweilen mit einem kurzen Centralstachel versehen, die übrigen sind stark ge- 
wölbt, breiter als hoch, mitunter niedergedrückt und unregelmässig. Die letzte verlängert sich in einen 
röhrenförmigen Schnabel, der die Mündung trägt. Alle, besonders die oberen werden durch tiefe Nahtein- 
schnürungen gesondert; ja bisweilen ist diese Einschnürung so stark, dass die Kammern nur durch eine kurze 
Röhre verbunden erscheinen. 

Häufig im Mergel bei der Ziegelei von Pennrich an der Strasse nach Kesselsdorf. 


II. Uvellidea. 


Das Gehäuse sehr veränderlich in seiner Form, vom Kugeligen durch das Kreiselförmige, Konische, 
Pyramidale bis zum verlängert Cylindrischen und Linearen. Die Kammern selten in einer kugelförmigen, 
meistens in einer schraubenförmigen Spira aufgerollt, welche bisweilen dreiseitig-pyramidal erscheint, indem 
die Kammern regelmässig in drei alternirenden Längsreihen übereinander stehen. Seltener sind sie in zwei 
parallelen Wechselreihen angeordnet. Die einfache Mündung ist selten terminal, rund oder länglich, gewöhn- 
lich lateral, am innern Rande der Kammer spaltenförmig. 

Häufig treten in dieser Familie Mischtypen auf von Uvellideen- und Rhabdoideen-Form (Clavulina 
d’Orb. — Clavulinenformen von Valvulina, Verneuilina und Ataxophragmium — Form, Bigenerina — Clavulinen- 
form von Plecanium) und von Uvellideen- und Textilarideen-Form (Gaudryina d’Orb.). 

Tritasxia Rss. 

Gehäuse dreiseitig pyramidal oder von ovalem Umrisse, scharf dreikantig. Die niedrigen Kammern 
stehen in drei geraden Wechselreihen übereinander und bilden dreikammerige Umgänge, die zu einer schrauben- 
förmigen Spira verbunden sind. Die Nähte meistens undeutlich, Die letzte Kammer läuft in eine kurze 
Spitze aus, welche die terminale runde Mündung trägt. 


1. Tr. tricarinata Rss. 

1845. Textularia tricarinata Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 39. Taf. 8. fig. 60. 

1851. Verneuilina dubia Reuss, Foraminif. u. Entomostr. d. Kreidem. v. Lemberg, pag. 40. Taf. 4. fig. 3. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 40. pag. 228. Taf. 12. fig. 1, 2. 

1862. Reuss, ebendas. Bd. 46. pag. 32. 

1865. Reuss, ebendas. Bd. 52. pag. 14. 

1870. Verneuilina dubia Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 163. 


Das Gehäuse bis I mm. hoch bei 0,5—0,6 mm. grösster Breite, in der Seitenansicht etwas ver- 
längert elliptisch, an beiden Enden fast gleichmässig stumpf zugespitzt oder beinahe abgerundet, scharf drei- 
kantig mit seicht ausgehöhlten Seitenflächen. In jeder Verticalreihe 4—6 ebene, am Rande scharfkantige, 
niedrige, wenig schiefe Kammern, deren Grenzen äusserlich durch meistens sehr undeutlich lineare Nähte an- 


—-— 123 — 


gedeutet werden. Die letzte Kammer sehr schwach gewölbt, oft mützenförmig auf den übrigen aufsitzend, 
auf kurzer, stumpfer Spitze die feine runde Mündung tragend. Selten rückt diese etwas tiefer von der Spitze 
der Kammer herab. Die Schalenoberfläche mit ziemlich feinen Rauhigkeiten bedeckt. 

Sehr häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla, selten bei Zschertnitz unweit Dresden, sehr selten 
am Rathsweinberge bei Meissen. Ueberdies im Pläner und Baculitenthon Böhmens, in der oberen Kreide von 
Leitzersdorf (N.-Oesterreich), im westphälischen Pläner und Senon, im Mucronatenmergel von Lemberg, in 
der Feuersteinkreide vom Kanara-See in der Dobrudscha; selten im Cenoman und Gault Norddeutschlands, 


2. Tr. pyramidata Rss. 
1862. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. der Wiss. Bd. 46. pag. 32. Taf. 1. fig. 9. 


Grösser als die vorige Species, verkehrt-dreiseitig pyramidal, scharf dreikantig, aber sehr kurz und 
stumpf zugespitzt oder beinahe abgerundet, mit ebenen oder häufiger seicht ausgehöhlten Seitenflächen. 11—12 
niedrige, fast quere Kammern stehen in einer Längsreihe übereinander und werden durch schmale seichte 
Nähte gesondert, die stets viel deutlicher sind, als bei Tr. tricarinata. Die rundliche Mündung steht auf 
oder nur wenig unter dem Scheitel der letzten Kammer. 

Sehr selten in den cenomanen Plänerschichten der Rathsweinberge bei Meissen. Sie scheint im Ceno- 
man ihren Hauptsitz zu haben und dort die Tr. tricarinata zu vertreten. Sie ist in diesen Schichten Nord- 
deutschlands weit verbreitet. Selten erscheint sie im Gault, sowie in der norddeutschen oberen Kreide und 
im Kreidedetritus von Charing in England. 

Vernewilina d’Orb. 

Die Gattung stimmt in Betreff ihres Schalenbaues im Allgemeinen mit Tritaxia überein. Das drei- 
seitig-pyramidale gekantete Gehäuse besteht aus niedrigen Kammern, welche in drei alternirenden Vertical- 
reihen regelmässig übereinander stehen. Je drei bilden eine Spiralwindung, welche zu einer schraubenförmigen 
Spira verbunden sind. Nur die nackte Mündung weicht ab. Dieselbe ist spaltenförmig und liegt am inneren 
Rande der letzten Kammer. 


1. V. Bronni Rss. 


1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 38. Taf. 12. fig. 3. 
1851. Reuss, Foraminif. u. Entomostr. v. Lemberg, pag. 40. Taf. 4. fig. 2. 
1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 40. pag. 227. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wiss. pag. 282. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. Reichs-Anst. Vol. 2. pag. 163. 


Das kleine Gehäuse verkehrt-dreiseitig pyramidal, ziemlich scharfkantig, mit ebenen, nur in der Mitte 
kaum vertieften Seitenflächen, unten zugespitzt, oben sehr wenig gewölbt, beinahe abgestutzt. 9—10 drei- 
kammerige Windungen mit niedrigen, ebenen, schrägen, durch kaum gebogene sehr undeutliche Nähte ge- 
schiedenen Kammern, deren oberste, besonders die letzte, auf der Oberseite mässig gewölbt sind. Die spalten- 
förmige Oeffnung längs des inneren Randes der letzten Kammer einer der Seitenflächen des Gehäuses parallel 
verlaufend. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen, sehr selten im tieferen Pläner der Rathsweinberge bei Meissen. 
— Im Baculitenthon Böhmens, im westphälischen Senon, im Mucronatenmergel von Lemberg, in den 
Gosauschichten von Götzreuth in Baiern, in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), im 
Kreidedetritus von Charing (England). 


— 14 — 


2. V. Münsteri Rss. 

1838. Textularia triquetra (v. M.), Römer in Leonhard u. Bronn’s Jahrb. pag. 384. Taf. 3. fig. 19. 
1845. Textularia triquetra Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 39. Taf. 13. fig. 77. 
1854. Denkschr. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 7. page. 71. Taf. 26. fie. 5. 

1860. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 40. pag. 227. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 163. 


Das Gehäuse stets etwas grösser, als bei der vorigen Species, dreiseitig-pyramidal, scharfkantig, mit 
seicht ausgehöhlten Seitenflächen. 7—8 dreikammerige Umgänge, aus niedrigen, flachen, schrägen Kammern. 
Die Nahtverbindungen treten als sehr flache rippenartige Erhöhung hervor. Die Mündung eine kurze Spalte 
längs des inneren Randes der oben wenig gewölbten letzten Kammer, parallel einer Seitenfläche des 
Gehäuses. 
Selten im Pläner von Strehlen; schlecht erhaltene Steinkerne im senonen Mergel von Zeichen bei 
Wehlen. — Im böhmischen Baculitenthon, im Senon, Pläner und Diluvialsand Westphalens, in den Mergeln 
der Gosau, in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich); überdies im norddeutschen Cenoman und 
im Gault Westphalens. 

Ataxophragmium Rss. 

Diese Gattung vertritt in der Reihe der kieselschaligen Foraminiferen die kalkschaligen Buliminen 
und stimmt mit denselben im Baue auch grösstentheils überein. Das an den Seiten gerundete, nicht gekan- 
tete Gehäuse wechselt im Umrisse sehr vom Kugeligen bis zum Verkehri-Kegelförmigen. Die sehr ungleichen 
Kammern sind in einer bald rechts-, bald linksläufigen schraubenförmigen Spirale, die nicht selten unregel- 
mässig wird, aufgerollt. Die letzten Kammern werden mitunter beinahe ringförmig und stehen dann in ge- 
rader Reihe übereinander. Die Kämmerhöhlungen sind gewöhnlich nicht ununterbrochen, sondern durch mehr 
weniger unregelmässige secundäre Septa unterabgetheilt. Die Mündung stimmt mit jener der Buliminen 
überein; sie stellt eine kommaförmige Spalte dar, welche auf der Mundfläche der letzten in senkrechter Rich- 
tung gegen deren inneren Rand verläuft. 


1. A. variabile d’Orb. sp. 

1839. Bulimina variabilis d’Orbigny, 1. c. pag. 40. Taf. 4. fig. 9—12. | 

1845. Bulimina variabilis Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 37. Taf. 8. fig. 56, 76, 77. 

1851. Bulimina variabilis Reuss, Foraminif. u. Entomostr. d. Kreidemergels v. Lemberg, pag. 39. 

1860. Bulimina variabilis Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 40. pag. 223. 

1865. Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 52. pag. 3, 14. 

Das Gehäuse wechselt im Umrisse sehr beträchtlich vom Kugeligen bis zum Verlängert-Eiförmigen 
und ist am unteren Ende zugerundet, am oberen abgestutzt. Die an Grösse und Gestalt sehr ungleichen 
Kammern sind niedrig bogenförmig bis zum Ringförmigen, bald fast horizontal, bald mehr weniger schräge. 
Die letzte Kammer ist am grössten und oben abgeplattet, alle sind durch schmale seichte Nähte gesondert. 
Die spirale Einrollung, welche bald rechts-, bald linksläufig ist, zeigt die verschiedensten Grade und Modifi- 
cationen. Bisweilen ist sie nur rudimentär, indem das untere Ende des Gehäuses hakenförmig vorwärts um- 
gebogen ist, der grösste Theil der Kammern aber, welche ringförmig sind und durch eine centrale Mündung 
communiciren, in gerader Reihe übereinander steht. In anderen Fällen bildet sich ein Theil der Kammern spiral 
eingerollt, so dass die Windungen der Spira in einer Ebene liegen, das Gehäuse daher beinahe gleichseitig 
erscheint. Meistens ist aber die Spira mehr weniger seitwärts gewendet, wodurch der Umriss des Gehäuses 
sich dem Kugeligen nähert. Die letzte Kammer bildet dann den grösseren Theil eines Kreisbogens, welcher 
durch die kommaförmige Spaltmündung unterbrochen wird. 


— 0125, -— 


Die secundären Scheidewände der Kammern siehen oft beinahe senkrecht, wodurch ihre Höhlung in 
zwei Reihen mehr weniger unregelmässiger Zellen unterabgetheilt wird. 

A. variabile ist eine der verbreitetsten und häufigsten Foraminiferenspecies der oberen Kreide. Man 
findet sie häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla, sehr selten auf den Rathsweinbergen von Meissen 
und im senonen Mergel von Zeichen bei Wehlen. — Gemein im Pläner und Baculitenthon Böhmens und im Mucro- 
natenmergel von Lemberg in Galizien, in der oberen Kreide Norddeutschlands, im Pläner, Senon und Dilu- 
vialsande Westphalens, in der weissen Kreide Frankreichs und Englands und in der Kreide am Kanara-See 
in der Dobrudscha. Nur selten ist sie bisher im Cenoman Böhmens und Norddeutschlands angetroffen worden. 

Plecanium Rss. 

Das Gehäuse stimmt in seinem Aufbaue völlig mit jenem von Textilaria und unterscheidet sich davon 
nur in der chemischen Zusammensetzung der Schale. Kiesel- und kalkschalige Formen dürfen aber wohl 
kaum in einer Gattung mit einander vereinigt werden, da die Absonderung chemisch abweichender Schalen 
unzweifelhaft eine prineipielle Verschiedenheit in der functionellen Thätigkeit der Sarcodemasse der Thiere 
voraussetzt. Es handelt sich nämlich hier nicht um ein blosses mechanisches Ankleben von Sandkörnchen an 
die äusseren Schalenschichten, sondern um eine durchgreifende Verschiedenheit der ganzen Schalenmasse. 
Wenn dagegen manche Forscher dennoch der Sonderung von Textilaria und Plecanium ihre Beistimmung 
versagen, so kann man darin nur einen Mangel an Consequenz sehen. Wer Oornuspira, Spirillina und 
Ammodiscus, wer Spirolina und Lituola u. s. w. trennt, muss wohl auch Plecanium und Textilaria getrennt 
halten. Ersteres ist im Kreise der kieselschaligen Foraminiferen gleichsam der Stellvertreter der kalkschaligen 
Textilarien, gerade so wie Ataxophragmium die Buliminen vertritt. 

Der hervorstechendste Charakter der Gattung Plecanium beruht darin, dass die meist niedrigen, 
queren oder etwas schiefen Kammern in zwei parallelen verticalen Wechselreihen übereinander stehen. Die 
Mündung ist eine Spalte längs des inneren Randes jeder Kammer, senkrecht auf der Compressionsebene des 
Gehäuses. Je nach der Form und Grösse der Kammern wechselt das Gehäuse vom Kurz- und Dick-keil- 
förmigen bis zum Schmalen, Verlängerten, mit gerundeten oder winkeligen Seitenrändern. Stets ist es gleich- 
seitig, meistens nur wenig zusammengedrückt. 


1. Pl. conecinnum Rss. 

1846. Textularia concinna Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 109. Taf. 24. fig. 54. 

1854. Textularia concinna Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 7. pag. 71. Taf. 26. fig. 6. 

1860. Textilaria concinna Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 40. pag. 233. Taf. 13. fig. 1. 

Gehäuse von älteren Exemplaren beträchtlich verlängert, im Verhältnisse der Höhe zur Breite 
wechselnd, gewöhnlich verkehrt-lanzettlich, mitunter mit beinahe parallelen Seitenrändern, unten stumpf zu- 
gespitzt, am oberen Ende flach gewölbt, wenig zusammengedrückt, an den Seiten gerundet. Auf jeder Seite 
6—10 ziemlich hohe, fast quere, durch tiefe schmale Nähte gesonderte Kammern. Die Mündung, eine kurze 
breit-halbmondförmige Spalte, liegt in einer hufeisenförmigen Einbiegung des inneren Randes der letzten 
Kammer. 

Häufig im Pläner von Weinböhla und Strehlen. Doch sind die Schalen daselbst fast stets kleiner, 
als die böhmischen, sehr uneben und mit groben Rauhigkeiten bedeckt, durch Erosion entstellt und überdies 
auf mannigfache Art verdrückt. Ihre Bestimmung wäre kaum möglich gewesen, wenn nicht hin und wieder 
besser erhaltene Fragmente eingestreut wären. — Ausserdem findet man die Species im Cenoman von Weiss- 
kirchlitz in Böhmen, im Senon und im Pläner Westphalens und in den Mergeln der Gosau. 


— 126 — 


2. Pl. Partschi Rss. — Taf. II. 24. Fig. 13. 

1860. Textilaria Partschi Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 40. pag. 233. Taf. 14. fig. 6 (icon mala). 

Diese Species kommt zwar in der oberen Kreide Böhmens vor; die Formen aber, die ich von dort 
unter diesem Namen beschrieben und nicht ganz treu abgebildet habe‘), gehören zu Textilaria Baudour- 
niana d’Orb.?) 

Pl. Partschi ist lanzettlich-keilförmig, zusammengedrückt, an den Seiten gerundet-winklig, nicht ge- 
kantet; nur im unteren Theile tritt das Winklige etwas deutlicher hervor. Das obere Ende ist beinahe ab- 
gestutzt, das untere zugespitzt. Jederseits 6—9 niedrige Kammern, deren untere wenig schief, die oberen 
quer sind. Die Nähte stellen nur vertiefte Linien dar, besonders an den ältesten Kammern. Die Oberseite 
der letzten Kammer ist kaum gewölbt, beinahe abgestutzt. 

Die ziemlich häufigen Exemplare aus dem Pläner von Strehlen sind schlecht erhalten. — Im böh- 
mischen Baculitenthon, im westphälischen Senon. 

Bei Strehlen kommt noch eine andere Species von Plecanium vor, welche einerseits an Pl. concinnum 
Rss. grenzt, anderseits sich der Text. anceps in der Form zu nähern scheint. Obwohl häufig, ist sie doch 
durchgehends so mangelhaft erhalten, dass an eine genauere Bestimmung nicht zu denken ist. 

Gaudryina d’Orb. 

Ein häufiger Mischtypus aus der Familie der Uvellideen. Die ältesten sehr kleinen Kammern sind 
in einer schraubenförmigen Spirale zu einem kleinen gerundeten oder dreikantigen Gewinde aneinander ge- 
reiht, ein Ataxophragmium oder eine Vernewilina darstellend. Die jüngeren stehen dagegen nach dem 
Textilarien-Typus in zwei geraden verticalen Wechselreihen übereinander. Die Mündung eine kurze Spalte 
am inneren Rande der letzten Kammer, bisweilen gegen die Mitte derselben hinaufrückend, mitunter gelippt 
oder als kurze Röhre vorragend. 


1. G rugosa d’Orb. 

1839. d’Orbigny, 1. c. pag. 44. Taf. 4. fig. 20, 21. 

1845. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 38. Taf. 12. fig. 15, 24. 

1851. Reuss, Foraminif. u. Entomostr. d. Kreidem. v. Lemberg, pag. 41. 

1860. Reuss, Sitzunfsber. d. k. Akad. d. Wiss. Bd. 40. pag. 229. 

1865. Reuss, ebendaselbst Bd. 62. pag. 4, 14. 

1870. Karrer, Jahrb. d. k. k. geol. Reichs-Anst. Bd. 20. pag. 166. 

1870. Gümbel, Sitzungsber. d. k. baier. Akad. d. Wiss. pag. 256. 

1872. Geinitz, d. Elbthalgeb. in Sachsen. I. 4. pag. 140. 

Der untere Theil des verlängert-conischen Gehäuses ist dreiseitig-pyramidal, scharfkantig, mit ebenen 
oder in der Mittellinie schwach vertieften Seitenflächen, stellt daher eine Verneuilina dar. Die kleinen Kam- 
mern sind niedrig dreiseitig, etwas schräge, äusserlich kaum durch sehr undeutliche Nahtlinien geschieden 
und stehen, je drei einen Umgang der schraubenförmigen Spirale bildend, regelmässig in drei alternirenden 
Verticalreihen übereinander. 

Die jüngeren Kammern ordnen sich dagegen in zwei senkrechten Wechselreihen über einander und 
sind viel grösser, etwas niedriger als breit, an den Seiten gewölbt, durch tiefe quere Nähte geschieden. Die 
letzte Kammer oben gewölbt, mit einem halbmondförmigen Ausschnitte am inneren Rande, der die spalten- 
förmige Mündung aufnimmt. 


!) Textularia Partschi Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 39. Taf. 13. fig. 80. 
*) d’Orbigny, 1. c. pag. 46. Taf. 4. fig. 29, 30. 


—- 27 — 


Jugendexemplare zeigen nur den dreikantigen verneuilinenartigen Theil; erst bei fortschreitendem 
Wachsthume tritt der Textilarientypus auf. Das Verhältniss zwischen dem dreikantigen und dem zweiseitigen 
Theile des Gehäuses ist jedoch ein sehr wechselndes. Oftmals nimmt der erstere nur einen sehr kleinen 
Theil des Gehäuses ein und die Kammern reihen sich schon frühzeitig zweiseitig an einander, während in 
anderen Fällen nur 1—2 Paare zweizeiliger Kammern vorhanden sind. 

Ziemlich häufig im Pläner von Strehlen. — Im böhmischen Baculitenthon, im Mucronatenmergel von 
Lemberg in Galizien, im Senon und Diluvialsand Westphalens, in der norddeutschen oberen Kreide, in den 
Belemnitellenschichten von Pattenau in Baiern, in der oberen Kreide von Leitzersdorf (N.-Oesterreich), in 
der weissen Kreide Frankreichs, im Kreidedetritus von Charing in England, in der Senonkreide vom Kanara- 
See in der Dobrudscha. Sehr selten im sächsischen Cenoman. 


II. Die Bryozoen des oberen Pläners. 


Der turone Pläner Sachsens steht dem cenomanen in der Zahl der daraus bekannt gewordenen 
Bryozoen bei weitem nach. Der Grund dieser auffallenden Erscheinung dürfte wenigstens zum Theile in 
der schon weiter oben bei den Foraminiferen hervorgehobenen, auch ihrer Erhaltung ungünstigen Beschaffen- 
heit der Plänergesteine liegen. Darin wird aber auch der Umstand seine Erklärung finden, dass uns aus 
dem Pläner anderer Länder so wenige Bryozoenspecies zum Behufe der Vergleichung zu Gebote stehen. 

Bisher vermochte ich aus dem sächsischen Ober-Pläner nur 33 Arten genauer zu bestimmen; manche 
(Lepralia, Stomatopora, Entalophora, Meliceritites) gestatten nur eine Bestimmung der Gattung; noch andere 
mussten endlich wegen des sehr mangelhaften Erhaltungszustandes unbestimmt bei Seite gelegt werden. 

Sämmtliche untersuchte Arten stammen aus dem Scaphitenpläner von Strehlen, nur Osculipora trun- 
cata liegt auch von Weinböhla vor. 

Von den genannten 33 Arten sind 12 bis jetzt von anderen Fundorten noch nicht bekannt geworden, 
müssen daher als neu betrachtet werden. Es bleiben mithin nur noch 21 Species übrig, die zur Vergleichung 
des Pläners mit anderen Kreideschichten dienen könnten. Doch auch diese führen zu keinem brauchbaren 
Resultate, da aus den angeführten Gründen für die äquivalenten Schichten anderer Länder fast kein Ver- 
gleichungsmaterial vorhanden ist. Denn nur Berenicew grandis ist auch im böhmischen Pläner gefunden 
worden; die übrigen konnten bisher darin nicht nachgewiesen werden. Der bei weitem grösste Theil der 
Species ist auch im Cenoman gefunden worden und zwar 16 im sächsischen Cenoman, was einen neuen Be- 
weis für die schon mehrfach betonte stärkere Accomodationsfähigkeit der Bryozoen an wechselnde Lebens- 
verhältnisse und die daraus hervorgehende grössere verticale Verbreitung derselben liefert. 

Acht Species hat das Senon anderer Gegenden geboten, von welchen sieben auch dem Cenoman 
angehören, eine überdies zugleich im Pläner vorkömmt (Berenicea grandis). 


— 1238 — 


Nur eine Species (Lepralia inflata Röm.) ist bisher nur aus der unteren Kreide, dem cenomanen 
Conglomerate von Essen, angeführt worden ; doch ist wenig Gewicht darauf zu legen, da die Bestimmung 
dieser Art nicht über allen Zweifel erhaben ist. 

Endlich reicht Eintalophora pulchella Rss. bis in die Tertiärschichten hinauf, indem sie ganz über- 
einstimmend in dem Oligocän und Miocän gefunden wird und zwar weit häufiger, als in der Kreideformation, 
so dass sie wohl dort ihren Hauptsitz zu haben scheint. 


Il. Bryozoa chilostomata. — I. pag. 99. 


A. Articulata. 


Die Stämmchen baumförmig-ästig, kalkig oder hornig, in durch biegsame Masse verbundene Glieder 
getheilt, mit ein oder mehrreihigen Zellen. 


Salicornaridea. 


An dem kalkigen, baumförmigen, sich dichotomom verästelnden Polyparium stehen die Zellen in 
regelmässigen alternirenden Längsreihen um eine ideale Längsaxe. 

Salicornaria Quv. 

Die Zellendecke niedergedrückt, von einem erhabenen Rande umgeben. Ovicellarien eingesenkt, über 
den Zellen stehend, Avicularien zerstreut. 

1. S. sp. — Bei Strehlen wurden nur einzelne Bruchstücke gefunden, die wegen ihrer Verdünnung nach 
abwärts es wahrscheinlich machen, dass sie einer gegliederten Bryozoe angehören. Da sie vier Längsreihen 
von Zellen darbieten, würden sie zu der Gruppe Quadricellaria d’Orb. zu rechnen sein, welcher jedoch Orbigny 
selbst auch ungegliederte Formen anschliesst. In Beziehung auf den Zellenbau zeigen sie Aehnlichkeit mit 
der cenomanen Vincularia Bronni Rss.!), weichen aber in mancher Beziehung davon ab. Wegen ihres 
mangelhaften Erhaltungszustandes ist jedoch die genauere Bestimmung nicht durchführbar. 


B. Non articulata. 


Das sehr verschiedenartig gestaltete Polyparium ist niemals gegliedert. 


1. Membraniporidea. — I. pag. 100. 


Membranipora Blainv. — I. pag. 100. 

1. M. elliptica Hag. sp. — I. pag. 101. T. 24. Fig. 4, 5. 

Die oft unregelmässig werdenden Zellen bilden im Pläner von Strehlen Ausbreitungen auf Steinkernen 
von Nautilus. 

3. M. patellaris Rss. — I. pag. 102. T. 24. Fig. 6. 

Auf Rhynchonella octoplicata aufsitzend sehr selten bei Strehlen. 

3. M. depressa Hag. sp. — I. pag. 103. T. 25. Fig. 1. 

Sehr selten bei Strehlen auf Schalen von Rhynchonellen. 


!) Geinitz, Elbthalgebirge. I. 4. pag, 108. 


4. M. tenuisulea Rss: — I. pag. 103. T. 25. Fig. 2, 3, 6. 
Sehr selten bei Strehlen auf Terebratula semiglobosa. Häufiger ist sie, gleich den vorhergehenden 
Arten, im sächsischen Cenoman. 


5. M. confluens Rss. — Taf. II. 24. Fig. 14. 

1846. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 68. Taf. 15. fig. 22. ® 

Ziemlich ausgedehnte einschichtige Incrustationen, die oft von mehreren Centris ausgehen und an 
ihren Rändern zusammenfliessen. Die centralen Zellen sind beinahe rund oder doch verhältnissmässig kurz 
und breit. Vom Mittelpunkte strahlen sie nach allen Richtungen aus und stehen bald in regelmässigen alter- 
nirenden Längsreihen, bald mehr weniger regellos nebeneinander. Auch ihr Umriss wechselt nicht unbeträcht- 
lich. Gewöhnlich sind sie eiförmig, indem sie sich am hinteren Ende etwas verschmälern. Bisweilen wird 
diese Verschmälerung beträchtlicher und länger, so dass die Zellen ein gestieltes Aussehen annehmen. Be- 
sonders ist dies der Fall bei den Anfangszellen neuer sich einschiebender Reihen, die sich wit ihrem dünnen 
hinteren Ende zwischen zwei ältere Reihen einfügen. 

Die Zellen werden von einem schmalen niedrigen Rande umgeben, welcher gegen die grosse, die 
Hälfte der Zelle oder noch mehr einnehmende, meistens hinten abgestutzte, selten elliptische, rundliche oder 
gerundet-dreiseitige Oeffnung steil abfällt. Der hintere Theil der Zelle ist flach oder schwach von einer 
Seite zu der anderen gewölbt. Die Ovicellarien sind verhältnissmässig sehr klein, halbkugelig und glatt. 

Wo die Zellen in regelmässigen Längsreihen nebeneinander stehen, verschwinden die sie trennenden 
Querfurchen nicht selten gänzlich und es entstehen dann zusammenhängende Zellenreihen, deren . einzelne 
Glieder sich nur durch die Lage ihrer Mündungen und durch abwechselnde Zusammenschnürungen und Er- 
weiterungen zu erkennen geben. Seitlich werden die Längsreihen aber durch tiefe Furchen begrenzt. 

Auf Terebratula semiglobosa aufsitzend sehr selten bei Strehlen. Auch im böhmischen Cenoman. 


Lepralia Johnst. — 1. pag. 104. 


1. L. misera n. sp. — Taf. Il. 24. Fig. 15. 

Kleine Ausbreitungen sehr kleiner, in alternirenden Radialreihen oder auch regellos stehender ovaler, 
oder etwas hexagonaler, mässig gewölbter, durch ziemlich tiefe Furchen gesonderter Zellen. Die terminale 
Mündung ist klein, rundlich, die Schalenoberfläche glatt. Die kleinen Ovicellarien kugelig. 

Selten auf Terebratelschalen bei Strehlen. 

2. L. pediculus n. sp. — Taf. II. 24. Fig. 16. 

Kleine in unregelmässigen alternirenden Radialreihen stehende eiförmige, gewölbte, durch tiefe breite 
Furchen geschiedene Zellen, deren Bauchwand" mit 13—21 schmalen, bis zur Medianlinie reichenden Radial- 
rippchen verziert ist. Der Rand der kleinen, hinten abgestutzten Mündung ist gekerbt. Die Ovicellarien sind 
kalbkugelig. Zwischen den Zellen stehen einzelne langgezogene schlitzförmige Avicularien. 

Sehr selten auf Terebratula semiglobosa im Pläner von Strehlen. 


3. L. inflata Röm. sp. 

1841. Escharina inflata Römer, Verstein. d. norddeutsch. Kreidegeb. pag. 14. Taf. 5. fig. 5. 

Die kleinen, stark gewölbten und durch tiefe Furchen gesonderten Zellen stehen in oft sehr un- 
regelmässigen ausstrahlenden Reihen. Deshalb weichen sie von ihrer typischen eiförmigen Gestalt auf man- 


nigfache Weise ab und nehmen einen mehr weniger unregelmässigen Umriss an. Die gewölbte Zellendecke 
Palaeontographica XX. 2. Abt. 4. 18 


ist jederseits mit 6—8 flachen, radialen Rippchen bedeckt; die kleine Mündung rundlich oder quer elliptisch, 
seltener hinten etwas abgestutzt. Der vordere dünne Mündungsrand scheint fein gekerbt zu sein. 

Kleine, meist nicht besonders gut erhaliene Oolonien auf Terebratula semiglobosa bei Strehlen. Römer 
führt die Species aus einem viel tieferen Niveau, dem cenomanen Conglomerate von Essen an. 

Der erwähnte mangelhafte Erhaltungszustand der fossilen Reste, sowie die nicht genügende Beschrei- 
bung und Abbildung der Z. inflata bei Römer 1. c. lassen der Vermuthung Raum, dass diese Species viel- 
leicht mit L. pediculus identisch sein möge. 


2. Escharidea. — I. pag. 105. 


Eschara Ray. — I. pag. 105. 

1. E. lineolata n. Sp. 

Bruchstücke zusammengedrückter Stämmchen, deren stark ringförmig vorragende runde Mündungen 
in schrägen, von der Mittellinie nach beiden Seiten divergirend aufsteigenden Reihen stehen, 6—7 auf jeder 
Seitenfläche des Stämmchens. Ihre Querreihen sind nur um den 2—2!/efachen Durchmesser der Mündungen 
selbst von einander entfernt. Eine äusserliche Begrenzung der Zellen ist nicht wahrnehmbar; dagegen ist 
ihre Oberfläche mit feinen erhabenen Längslinien bedeckt, die ziemlich parallel verlaufen und nur hin und 
wieder unter sehr spitzigen Winkeln zusammenstossen. 

Sehr selten im Pläner von Weinböhla und Strehlen, an letzterem Fundorte schlecht erhalten. 


Lanceopora dOrb. 

Polyparium einfach, nicht ästig, mit der verschmälerten Basis festsitzend, blattförmig zusammen- 
gedrückt, an den Rändern schneidig. Wie bei Eschara sind zwei Zellenschichten mit dem Rücken aneinander 
gewachsen und die regelmässig gestellten Zellen münden auf beiden Seitenflächen des Polypariums aus. 

Die Gattung unterscheidet sich daher von Eschara durch die einfache, nicht ästige Form des Poly- 
pariums, sowie dadurch, dass dasselbe nicht nur am oberen Ende, sondern auch an den Seitenrändern 
fortwächst. 

D’Orbigny beschrieb eine einzige Species, L. elegans'), welche in der Meerenge von Malacca lebt. 
Ich glaube, seltene fossile Reste aus dem Plänerkalke von Strehlen dieser Gattung zurechnen zu können. 

1. L. striolata n. sp. — Taf. II. 24. Fig. 17. 18. 

Die bis zu einem halben Zoll hohen Bruchstücke sind stark zusammengedrückt, in der Mittellinie 
am dicksten, gegen die scharfwinkeligen schneidigen Ränder sich allmählich verdünnend. Am unteren Ende 
ziehen sie sich zu einem sehr kurzen Stiele zusammen, mittelst dessen sie festgesessen sind; das obere Ende 
ist nie vollständig erhalten. 

Ihr Umriss ist mitunter breit lanzettförmig, gleichwie bei Z. elegans d’Orb.; doch öfter verschmälern 
und verlängern sich die Stämmcehen und werden dabei auch weniger regelmässig. Die Begrenzung der Zellen 
ist äusserlich nicht wahrnehmbar; doch verräth sich ihre Anordnung durch die Stellung der kreisrunden, 
pustelartig hervorragenden Mündungen. Dieselben stehen in von der Mittellinie nach beiden Seiten hin auf- 
und auswärts verlaufenden, etwas gebogenen Reihen mit nach aufwärts gerichteter Convexität. Einzelne 
Zellen stehen hart am Rande des Polypariums, andere weiter davon entfernt. Da das obere Ende der Zellen, 


1) Pal6ontol. frang. Terr. cret. V. pag. 186. Taf. 680. fig. 7—10. 


—. 1 — 


welches die Mündung trägt, sich in etwas stärkerer Wölbung erhebt. so bilden die Mündungsreihen schwache 
rippenartige Erhöhungen, die nach auf- und abwärts sich sehr allmählich abdachen. 

. Die Aussenwand der Zellen trägt sehr feine Längslinien, welche nicht überall und vollkommen pa- 
rallel verlaufen, sondern oft unter spitzigen Winkeln zusammenstossen und ein zierliches Netz mit länglichen 
Maschen bilden. 


3. Vineularidea. — I. pag. 107. 


Vincularia Defr. — 1. pag. 107. 

1. V. Bronni Rss. — ]. pag. 108. 

Sehr seltene Bruchstücke im Pläner von Strehlen. Auch im Cenoman Sachsens und Böhmens. 

2. V. Plauensis Rss. — I. pag. 108. T. 26. Fig. 7. 

Wegen des mangelhaften Erhaltungszustandes der seltenen und kleinen Bruchstücke aus dem Pläner 
von Strehlen ist die Identität mit jenen aus dem Cenoman von Plauen nicht mit Sicherheit nachzuweisen, 
Die Stämmehen sind schlanker, mit nur 8 Längsreihen von Zellen, deren Mündung kleiner und mehr gerundet 
zu sein scheint. 

3. V. affinis n. sp. — Taf. II. 26. Fig. 2. 

Diese Species würde nach der complieirten Orbigny’schen Systematik wegen der oberhalb der Mün- 
dung stehenden zwei Avicularporen zu der Gattung Vincularina d’Orb. gerechnet werden müssen. Die Gegen- 
wart oder der Mangel von Avicularien kann aber keineswegs als Gattungscharakter gelten, weil sie oft an 
den verschiedenen Zweigen derselben Colonie bald fehlen, bald vorhanden sind. 

Die kleinen Bruchstücke aus dem Pläner von Strehlen, welche leider ebenfalls mangelhaft erhalten 
sind, sind prismatisch, 5—6-kantig, aus ebenso vielen alternirenden Längsreihen von Zellen zusammengesetzt. 
Diese haben einen länglich-hexagonalen bis ovalen Umriss und werden von einem schmalen scharfen Rande 
umgeben. Die Mündung ist rundlich oder etwas quer-elliptisch. Bisweilen trägt die niedergedrückte Zellen- 
decke, die gegen die Mündung hin abschüssig ist, unterhalb ihrer Mitte eine kleine rundliche Vibracularpore 
und dann pflegt die Mündung kleiner zu sein. Oberhalb der Mündung steht auf jeder Seite eine ovale, ge- 
wöhnlich etwas schräge, scharf umrandete Avicularpore. Die Oberfläche der Zellendecke scheint sehr fein 
und regellos gekörnt zu sein. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen. 


II. Bryozoa eyelostomata. — I. pag. 108. 


1. Diastoporidea. — I. pag. 108. 


Beremicea Lam. — 1. pag. 108. 

1. B. grandis d’Orb. — I. pag. 109. Taf. 26. Fig.210. 2 

Kleine Ausbreitungen auf Rhynchonella plicatilis bei Strehlen. Die Zellen sind nicht immer so ge- 
bogen, wie die eitirte Abbildung sie darstellt. 

2. B. conferta Rss. — I. pag. 109. Taf. 26. Fig. 11; Taf. 27. Fig. 1. 

Sehr selten bei Strehlen. 


3. B. comata n. sp. — Taf. II. 25. Fig. 4. 

Grosse, sehr dünne, fast kreisrunde, einschichtige Ausbreitungen mit vom Centrum ausstrahlenden, 
durch Einsetzen neuer sich vermehrenden radialen Reihen sehr gedrängter, äusserst schmaler und langer ge- 
bogener Röhrenzellen. Dieselben sind zwischen den schwach erhabenen Seitenrändern seicht eingedrückt. 
Die rundlichen oder vertical elliptischen Mündungen sind sehr klein. 

Die Species wird durch die Länge und Schlankheit der Zellen leicht von allen bekannten Arten der 
Gattung Berenicea unterschieden. 

Mit B. conferta auf Nautilus-Steinkernen sehr selten im Pläner von Strehlen. 

Diasiopora Lamx. — 1. pag. 110. 

1. D. Oceani d’Orb. — I. pag. 110. Taf. 27. Fig. 2, 3. 

Seltene kleine jugendliche einschichtige Ausbreitungen auf Terebratula semiglobosa bei Strehlen. 

2. D. tuberosa n. sp. — Taf. II. 25. Fig. 2, 3. 

Nach meiner, an einem anderen Orte!) ausgesprochenen Ansicht umfasst Berenicea die flach in- 
erustirenden ein- oder mehrschichtigen Arten, Diastopora aber die frei in die Höhe wachsenden, blättrigen 
oder ästigen, selten knolligen Arten der Oollectiv-Gattung Diastopora. 

Die in Rede stehende Species gehört daher der zweiten Gruppe an und zwar der von Orbigny zur 
Gattung erhobenen und mit einem barbarischen Namen belegten Abtheilung Reptomultisparsa. Die Species 
bildet unregelmässige, meistens kurz gestielte Knollen bis zum Durchmesser eines Zolles, die, wie sich aus 
dem Querbruche ergibt, aus zahlreichen dünnen, sich umhüllenden Schichten besteht. Die ziemlich grossen 
Zellen sind selten halbeylindrisch, meistens im vorderen Theile verschmälert, daher mehr weniger eiförmig, 
mässig gewölbt und, besonders nach vorne hin, durch ziemlich tiefe Furchen gesondert. Die ringförmig vor- 
ragende Mündung ist rund oder hinten etwas abgestutzt, daher gerundet-dreiseitig. 

Die Species ähnelt im Ganzen sehr der Reptomultisparsa glomerata d’Orb.?) aus dem Cenoman von 
La H£ve, welche aber nur aus wenigen Schichten bestehende inerustirende Flecken bildet, bei denen die 
Bildung der jüngeren Schichten vom Centrum der älteren ausgeht. 

Nicht selten im Pläner von Strehlen. 


Defrancia Bronn. — I. pag. 111. 
1. D. subdiseiformis d’Orb. — Taf. II. 25. Fig. 7. 


1846. Defraneia disciformis Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 64. Taf. 14. fig. 34 (non v. Münster). 
1847. d’Orbigny. Prodr. de paleont. strat. II. pag. 266. No. 1110. 
1850—51. Umitubigera subdisciformis d’Orbigny, Pal&ont. frang. Terr. cret. V. pag. 760. 


Diese Species, welche ich früher mit der oligocänen Defr. (Cellepora) disciformis v. M. identificirte, 
gehört in die Orbigny’sche Sippe Unitubigera, welche durch die vollständig aufgewachsenen Colonien, die in 
einfachen Radialreihen stehenden Zellen und die porenlosen Zwischenfurchen dieser Reihen charakterisirt wird. 

Die vorliegenden Exemplare sitzen auf Rhynchonella plicatilis und bilden kreisrunde oder breit- 
elliptsche Scheiben von 3,5—7 mm. Durchmesser, mit sehr seicht deprimirtem Centrum. Die schmalen röhrigen 
halbeylindrischen Zellen sind grösstentheils zu unregelmässigen, nach aussen hin vielfach dichtomirenden, 
schmalen, einfachen Radialreihen verwachsen. Die schräg nach aussen aufsteigenden Zellen öffnen sich in 
verhältnissmässig ziemlich grossen rundlichen oder elliptischen Mündungen. Die den Zellenreihen an Breite 


!) Bryozoen, Anthozoen und Spongiarien von Balin, pag. 4 (Denkschriften d. k. Akad. d. Wiss. in Wien. Bd. 27. 1867). 
*) Paleontol. trang. Terr. cret. V. pag. 877. Taf. 636. fig. 7, 8. 


— 133 — 


gleichen Zwischenfurchen zeigen keine Spur von Poren. Der sehr dünne Germinalrand der Colonien ist mit 
dicht gedrängten kleinen länglichen Poren bedeckt. 

Eine der beobachteten Colonien ist proliferirend, indem sich seitlich gegen den Rand hin auf der- 
selben eine viel kleinere kreisrunde, die Unterlage völlig verdeckende Tochter-Colonie gebildet hat. 

Selten im Pläner von Strehlen. Auch im Cenoman der Schillinge bei Bilin in Böhmen. 


2. Tubuliporidea. — I. pag. 112. 
Stomatopora Bronn. — I. pag. 112. 
Eine schlecht erhaltene, nicht näher bestimmbare Species mit sehr dünnen gleichbreiten, unregel- 
mässig. gabelästigen Stämmchen. 
Auf Terebratula semiglobosa im Pläner von Strehlen. 


3. Entalophoridea. — I. pag. 116. 


Entalophora Lamx. — I. pag. 116. 

1. E. virgula v. Hag. sp. — I. pag. 116. Taf. 29. Fig. 1, 2. 

An den Bruchstücken aus dem Pläner von Strehlen stehen die Mündungen etwas entfernter und 
regelloser, als an jenen aus dem Cenoman von Plauen. Einzelne werden sehr dünn, mit nur wenigen, sehr 
entfernt und unregelmässig stehenden Mündungen. Sie stimmen theilweise mit der oligocänen ER. attenuata 
Stol. völlig überein, welche also wohl, wie schon früher angedeutet wurde, mit Z. virgula zu vereinigen ist. 
Auch E. Carantina d’Orb.!) aus dem französischen Cenoman scheint hierher zu gehören. 

2. E. pulchella Rss. — I. pag. 116. Taf. 29. Fig. 3. 

Einzelne schlecht erhaltene schlanke, dichotome Bruchstücke walzenförmiger Stämmchen aus dem 
Pläner von Strehlen sind mit grösster Wahrscheinlichkeit auf diese Species zurückzuführen. 

3. E: lineata Beiss. var. — Taf. II. 25. Fig. 5, 6. 


1865. Beissel, Ueber d. Bryoz. d. Aachener Kreidebild. pag. 80. Taf. 9. fig. 116—119. 
1872. Stoliczka, Palaeont. indica, IV. 2. The Ciliopoda page. 31. Taf. 3. fie. 9, 10. 


Die fossilen Reste von Strehlen weichen zwar von den typischen Formen durch die mitunter etwas 
grössere Zahl der Zellenreihen, durch die kürzeren Zellenröhren und die öfters nicht parallelen, sondern 
anastomosirenden Längslinien etwas ab; ich halte sie aber bei der grossen Formveränderlichkeit aller Entalo- 
phoren doch nur für eine Varietät der Beissel’schen Species. Es sind Bruchstücke schlanker, cylindrischer 
Stämmchen, an denen die runden ringförmigen Mündungen in ziemlich regelmässiger Spirale in 5—7 alter- 
nirenden Längsreihen stehen. Besonders in verticaler Richtung ist ihr Abstand beträchtlich, indem er das 
212 —3%-fache ihres Durchmessers beträgt. Die Grenzen der langen röhrenförmigen Zellen sind äusserlich 
nicht erkennbar; dagegen laufen auf ihrer Aussenwand feine erhabene Längslinien in meistens ziemlich pa- 
ralleler Richtung herab. Nur hin und wieder stossen sie unter spitzigen Winkeln zusammen. An einzelnen 
Stellen häufen sich sogar diese Anastomosen etwas mehr und bilden ein schlaffes spitzwinkeliges Maschenwerk. 
Von den die Zellen begleitenden Längscanälen, welche Beissel an seinen offenbar besser erhaltenen Exem- 
plaren beobachtete, vermochte ich nichts wahrzunehmen; doch sah ich auch hier, wie bei anderen Entalophora- 
Arten, bei stärkerer Vergrösserung auf der Schalenoberfläche feine Nadelstichen ähnliche Poren. 


t) Paleont. frang. Terr. eret. V. pag. 784. Taf. 753. fig. 16—18. 


— 134 — 


Spärlich im Pläner von Strehlen und Weinböhla. Beissel fand die typischen Formen im senonen 
Kreidemergel ohne Feuerstein bei Friedrichberg, Preusberg und Vaels unweit Aachen; Stoliczka in der Arria- 
loorgruppe bei Yermanoor in Ostindien in einem gelblichen Sandsteine. 

Nebst den eben beschriebenen Arten hat der Pläner von Strehlen noch Trümmer zweier anderer 
Arten geliefert, die aber zu mangelhaft erhalten sind, um eine genauere Bestimmung zu gestatten. Die eine, 
von welcher Bruchstücke schlanker dichotomer Stämmchen vorliegen, nähert sich am meisten der BE. micropora 
d’Orb.t) Die zweite hat Fragmente mit sehr vereinzelten und entfernten röhrenförmigen Zellen-Mündungen, 
die unter sehr spitzigen Winkeln von den Stämmchen ausgehen, geliefert und besitzt grosse Aehnlichkeit mit 
E. subgraeilis d’Orb.?) aus dem französischen Senon. 

Pilisparsa d’Orb. = 

Polyparium baumförmig-ästig; die Röhrenzeilen nur auf der Vorderseite der Stämmchen ausmündend 
mit mehr weniger regellos gestellten Mündungen; die Rückseite porenlos. 

-  Filisparsa unterscheidet sich von Entalophora nur dadurch, dass die Zellen sich mit ihren Enden 
alle nach einer Seite wenden und auf derselben ausmünden, aber nicht rings um das ganze Stämmchen herum. 
Auch von Hornera ist die Gattung wenig scharf geschieden. Die Poren an der Rückseite der Horneren- 
Stämmchen sind mitunter sehr spärlich und undeutlich; ihre Vorderseite ist bisweilen, wenngleich selten, 
stellenweise ganz porenlos. 

1. F. simplex n. sp. — Taf. Il. 25. Fig. 1. 

Kleine schlecht erhaltene Bruchstücke zusammengedrückter Stämmchen, deren Rückseite nur durch- 
scheinende, unter spitzigem Winkel zusammenstossende Linien, die Begrenzungen der Zellenröhren , wahr- 
nehmen lässt. Auf der Vorderseite stehen die kleinen rundlichen, ringförmigen oder selbst kurz röhrenförmigen 
Mündungen regellos zerstreut, gewöhnlich nur in drei Längsreihen, meist weit von einander entfernt. Auch 
hier scheinen die seitlichen Grenzlinien der Zellen durch. 

Es wäre möglich, dass die Species nur eine Form der sehr verwandten F. Mülleri Beiss.?) bildet, 
welche fünfreihige, stärker cylindrisch vorragende Mündungen besitzt. 

Sehr selten bei Strehlen und Weinböhla. 

2. F. ornata n. sp. — Taf. II. 24. Fig. 19. 

Unter den Fragmenten der vorigen Species fand ich ein kleines Bruchstück, das offenbar einer an- 
deren, bisher nicht beschriebenen Species angehört. Die Rückenseite ist flach oder selbst etwas concav, an 
den Seiten kantig. Die convexe Vorderseite trägt 3—4 Längsreihen ziemlich entfernt und oft regellos 
stehender Röhrenzellen, deren oberer Theil gewölbt und durch tiefe Seitenfurchen geschieden. Die Schalen- 
oberfläche bedecken gedrängte, sehr feine, grösstentheils parallel verlaufende Längslinien. 


Spiropora Lamx. — I. pag. 118. 

1. Spir. vertieillata Goldf. sp. — I. pag. 118. T. 29. Fig. 9. 
1865. Beisel, Bryoz. der Aachener Kreidebild. pag. 70. Taf. 8. fig. 91—93. 
Seltene Bruchstücke im Plänerkalk von Strehlen. 


1) Paleont. frang. Terr. eret. V. Taf. 624. fig. 1-3. Was Orbigny als Clausa mieropora (l. c. Taf. 766. fig. 9) damit 
vereinigt, scheint wohl nicht dazu zu gehören. 

2) ].c. V. pag. 788. Taf. 634. fig. 4—6. 

®) Beissel, Bryoz. d. Aachener Kreidebild. pag. 84. Taf. 10. fig. 129—131. 


— 135 


Meliceritites Röm. — 1. pag. 120. 

1. M. gracilis Röm. — I. pag. 120. Taf. 29. Fig. 12—16. 

Schlecht erhaltene kleine Fragmente im Pläner von Strehlen. 

Von demselben Fundorte liegen etwas abweichende Bruchstücke vor, deren mangelhafte Erhaltung 
die Bestimmung der Species nicht gestattet. An den walzenförmigen oder etwas zusammengedrückten 
Stämmchen erkennt man die Anordnung der Zellen in alternirenden Querreihen. Sie bilden etwa 8S—10 Längs- 
reihen und besitzen eine ziemlich grosse Mündung, die hinten abgestutzt ist und von einem schmalen er- 
habenen Rande eingefasst wird. Von der hexagonalen Umgrenzung der.Zellen sind nur Spuren wahrnehmbar. 

Escharites Römer. 

Diese Gattung unterscheidet sich von Meliceritites hauptsächlich nur durch die Stellung der Zellen- 
enden. Während diese bei Meliceritites sechsseitig sind mit nach aut- und abwärts gerichteten Winkeln und 
in regelmässigen Querreihen angeordnet sind, stehen. sie bei Zscharites in mehr weniger unregelmässigen 
Länesreihen. Zugleich bilden die äusseren Zellenenden kein so regelmässiges hexagonales Netzwerk. Im 
inneren Baue findet vollständige Uebereinstimmung statt. 

Beide Gattungen verhalten sich mithin, wie schon früher an einem anderen Orte angedeutet wurde '), 
gerade so zu einander, wie Eschara zu Melicerita M. Edw., und so lange diese und ähnliche auf die Zellen- 
stellung gegründete Gattungen aufrechterhalten werden, müssen auch Meliceritites und Escharites geson- 
dert bleiben. 

1. E. dichotoma Rss. — Taf. II. 25. Fig. 8. 

1846. Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 66. Taf. 15. fig. 31. 

Die von mir früher }. e. gegebene Abbildung stellt ein sehr schlecht erhaltenes Bruchstück aus dem 
cenomanen Sandstein von Drahomischel bei Postelberg in Böhmen dar, an dem die Zellen durch Abreibung 
in ihrer ganzen Weite geöffnet sind. Die seltenen Fragmente der etwas zusammengedrückten dichotomen 
Stämmchen aus dem Pläner von Strehlen sind, wenngleich mangelhaft, doch etwas besser erhalten und zeigen 
in wenig regelmässigen Reihen stehende Zellen von sechsseitig-ovalem Umriss, die von einem schmalen er- 
habenen Rande eingefasst werden. Die verhältnissmässig grosse, hinten abgestutzte Mündung scheint ebenfalls 
von einem sehr schmalen erhabenen Saume umgeben zu sein. Die Zellendecke ist niedergedrückt. 

Das von Hagenow 2) Taf. 1. Fig. 17 unter dem Namen E. distans abgebildete Bruchstück dürfte 
wohl auch hierher zu zählen sein. 


4. Frondiporidea. — I. pag. 121. 

Fasciculipora d’Orb. 

Polyparium einfach, pilz- oder kopfiörmig oder sich verästelnd, rasen- oder selbst baumförmig. Die 
Röhrenzellen münden nur an den gewölbten oder beinahe abgestutzten Enden der einzelnen Zweige aus, 
welche mit gedrängten theils grösseren runden, theils kleineren eckigen Mündungen bedeckt sind. Die Seiten- 
wände tragen keine Poren. 

Die Gattung Fungella Hagenow’s®), welche meist nur einfache Formen umfasst, ist mit Fasciculipora 
identisch. 


!) Geinitz, Elbthalgeb. I. pag. 120. 
2) D. Bryozoen d. Maastrichter Kreidebild. pag. 56. 
3) Bryozoen d. Maastr. Kreidebild. pag. 37. 


— 1356 — 


1. F. aspera n. sp. — Taf. II. 25. Fig. 9. 

Auch hier liegen nur sehr vereinzelte Bruchstücke des kleinen rasenförmig-verästelten Polypariums 
vor. Die Species unterscheidet sich von allen anderen bekannten dieser Gattung durch die gedrängten feinen 
körnigen Rauhigkeiten, mit welchen die breiten flachen, durch schmälere Furchen geschiedenen Längsrippen 
der Aussenwand regellos bestreuet sind. 

Die eckigen Zellenmündungen stehen gedrängt auf den abgestutzten, schwach convexen Enden der 
eylindrischen Aeste., 

Sehr selten im Pläner von Strehlen. 

Osculipora d’Orb. — 1. pag. 122. 

1. ©. truncata Goldf. sp. — I. pag. 122. Taf. 30. Fig. 2, 3. 

Seltene schlecht erhaltene Fragmente in dem Pläner von Weinböhla. 

Supercytis d’Orb. — I. pag. 123. 

1. S. digitata d’Orb. — I. pag. 123. Taf. 30. Fig. 5. 

Seltene Bruchstücke in dem Pläner von Strehlen. 


5. Cerioporidea. — I. pag. 124. 

Ceriopora Gldf. p. pte. — I. pag. 124. 

1. ©. substellata d’Orb. sp. — I. pag. 123. Taf. 30. Fig. 9—12; Taf. 31. Fig. 1—3. 

Die einfache, kurz-keulenförmige Varietät, die ich früher!) unter dem Namen ©. mammilla Rss. aus 
dem böhmischen Cenoman beschrieben habe, kömmt auch nicht selten in dem Pläner von Strehlen vor. 

2. C. nanan. sp. — Taf. II. 26. Fig. 3, 4. 

Von der ähnlichen ©. inerustans Rss. ?) aus dem böhmischen Cenoman unterscheidet sie sich dadurch, 
dass sie stets nur aus einer Schicht dicht aneinander liegender polygonaler Röhrenzellen besteht. Die Co- 
lonien sind immer sehr klein, haben höchstens 3 mm. im Durchmesser. An der Oberseite sind sie mehr 
weniger gewölbt, von unregelmässigem, rundlichem oder länglichem Umriss. Ihre Unterseite ist bald eben, 
bald mannigfach verbogen, je nach der Unterlage, auf welcher sie aufgesessen waren. Die Zellenröhren münden 
in ihrer ganzen Weite aus, ohne sich jedoch an der Mündung zu erweitern. 

Die Mündungen sind polygonal, oft sechsseitig, durch dünne, im wohlerhaltenen Zustande durch eine 
feine Längsfurche getheilte Scheidewände gesondert und stehen bisweilen in deutlichen Querreihen. 

Nicht selten in dem Pläner von Strehlen. 

Heteropora Blainv. — I. pag. 129. 

1. H. Kirsteni n. sp. — Taf. II. 25. Fig. 10. 

Orbigny trennt innerhalb der cyclostomen Bryozoen die Clausideen von den Crescideen. Erstere 
charakterisirt er dadurch, dass zwischen den einzelnen Röhrenzellen, deren mehr weniger hervorragende Mün- 
dungen auf verschiedene Weise angeordnet sind, meistens kleinere Zwischenzellen in verschiedener Zahl und 
Stellung eingeschoben sind, welche er abortive Zellen nennt und welche äusserlich stets durch eine Kalk- 
lamelle geschlossen werden. Bei den Crescideen sollen diese Zellen immer offen sein. 

Genauere Untersuchungen, z. B. von J. Haime°), haben aber gelehrt, dass die Zwischenporen an 


!) Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 63. Taf. 14. fig. 11. 
?) Reuss, 1. c. I. pag. 63. Taf. 14. fig. 8. 
®) Description des Bryozoaires foss. de la format. jurass. 1854. pag. 207 ff. 


— ey — 


wohlerhaltenen Colonien stets durch eine ununterbrochene Kalklamelle z#schlossen werden und nur an ab- 
geriebenen Exemplaren in Folge der Zerstörung dieser Lamelle sich nach aussen öffnen. Die Clausideen 
und Crescideen stellen daher nur verschiedene Zustände von derselben Gruppe angehörigen Bryozoen dar 
und können keinenfalls als besondere Abtheilungen gesondert werden. Ein nicht unbeträchtlicher Theil der 
von Orbigny unterschiedenen Arten muss selbst in der Gattung Heteropora zusammengefasst werden. 

Dies ist auch der Fall mit der hier zunächst zu besprechenden Bryozoe, deren sehr seltene Bruch- 
stücke in dem Pläner von Strehlen gefunden wurden und die der Gattung Clausa d’Orb. angehören würden. 
Sie steht der Cl. Francgana d’Orb.?), deren geolosischer Horizont nicht genauer angegeben ist, sehr nahe. 
Es liegen von ihr nur einzelne Bruchstücke einfacher schlanker Stämmchen vor, die nach einer Seite hin 
sich verdünnen. Die kleinen runden, ringförmig vorragenden Mündungen stehen in 9—10 regelmässigen 
Längsreihen und zugleich im Quincunx, aber sehr entfernt von einander — um das 3—6fache ihres Durch- 
messers. Ihre Zwischenräume sind mit feinen, etwas unregelmässigen Längsstreifen bedeckt, die sich durch 
entfernte Queräste verbinden und ein lockeres Netzwerk bilden. 

Gegen das verdünnte Ende der Stämmchen hin treten die Mündungen noch weiter auseinander und 
verschwinden endlich ganz, so dass die Oberfläche daselbst nur die zarten, weniger anastomosirenden Längs- 
linien erkennen lässt. Ob dies die oberen Enden der Aeste sind, wie es d’Orbigny bei Ct. Francgana annimmt, 
oder vielmehr die unteren, wie es wahrscheinlicher ist, vermag ich bei dem spärlich vorliegenden Materiale 
nicht zu entscheiden. 


Petalopora Lonsd. — I. pag. 1322). 

Den 1. c. gebotenen kurzen historischen Bemerkungen ist noch hinzuzufügen, dass auch v. Hagenow 
in demselben Jahre 1850, in welchem Dixon die Gattung Petalopora aufstellte, die heteroporenartigen Bryozoen 
vom Typus der Chrysaora pulchella Röm. von den übrigen trennte und in der Gattung Canalipora zusammen- 
fasste®). Auf dieselbe deutet v. Hagenow noch einmal später in seiner Monographie der Bryozoen der 
Maastrichter Kreidebildung*) hin. Ich habe dem Dixon’schen Namen den Vorzug gegeben, weil demselben 
eine vollständige Diagnose beigegeben ist. 


2. P. elongata d’Orb. sp. — Taf. II. 26. Fig. 1. 

1850—51. Cavea elongata d’Orbigny, Paleont. frang. Terr. cret. V. pag. 942. Taf. 773. fig. 14—16. 

Ich vermag die sehr seltenen kleinen Bruchstücke aus dem Pläner von Strehlen durch kein wesent- 
liches Merkmal von der Orbigny’schen Species aus dem Cenoman von Le Mans (Sarthe) zu unterscheiden. 
Sie gehören zu jener Abtheilung von Petalopora, welche sich durch eine vollkommen regelmässige Stellung 
der Zwischenporen auszeichnet. 

Die sehr schlanken Aestchen sind cylindrisch oder sehr wenig zusammengedrückt mit 9—10 regel- 
mässigen alternirenden Längsreihen kleiner runder, ringförmig vorragender Mündungen. Die Mündungen der- 
selben Reihe stehen um das 2—3fache ihres Durchmessers von einander ab. Von jeder läuft an beiden 
Seiten eine erhabene Leiste bis zur nächstunteren Mündung herab und der Zwischenraum zweier Mündungen 


!) Orbigny, Paleont. frang. Terr. eret. V. pag. 898. Taf. 766. tig. 13 —15. 
2) In der dort unter ?) gegebenen Anmerkung ist durch einen Druckfehler fälschlich eitirt: pag. 283. Tab. 15. Es soll 
heissen: pag. 385. Tab. 18. 
®) Geinitz, Das Quadersandsteingebirge in Deutschland pag. 242. 
*) pag. 49. Anmerkung *). 
Palasontographica XX. 2. Abtlı. 4. 19 


— 138 — 


einer Längsreihe wird durch 4—6 längliche, zu 2—3 regelmässig in Längsreihen stehende Poren ausgefüllt, 
welche den Mündungen an Grösse gleichkommen oder dieselbe sogar noch übertreffen und durch ziemlich 
dicke Zwischenwände gesondert werden. 


III. Die Ostracoden des sächsischen Pläners. 


Unter den von Hrn. Kirsten aus dem sächsischen Pläner gesammelten Ostracoden vermochte ich 
bisher 16 Arten zu unterscheiden, von welchen mir nur eine (Cythere Geinitzi) neu zu sein scheint. Die 
übrigen 15 sind schon längst aus den Kreideschichten anderer Länder bekannt gewesen. Die meisten (15) 
stammen, wie es auch bei den Foraminiferen der Fall ist, aus dem Pläner von Strehlen, acht zugleich aus 
jenem von Weinböhla, fünf aus den Schichten von Zschertnitz bei Dresden, drei von den Rathsweinbergen 
unweit Meissen. Von den letzten ist eine (Oythere semiplicata Rss.) bisher nur auf die genannten Schichten 
beschränkt geblieben und an den übrigen sächsischen Fundorten nicht angetroffen worden. Von den gefun- 
denen Arten gehört die grösste Anzahl (7) der Gattung Cythere an; weniger zahlreich sind Bairdia durch 
vier, Cytherella durch drei, Cytheridea und Cytherideis durch je eine Species vertreten. 

Für die bekannte Uebereinstimmung des sächsischen Pläners mit der böhmischen oberen Kreide 
liefern die Ostracoden einen neuen Beweis, denn von 15 sächsischen Arten sind zehn von mir schon vor 
langer Zeit aus der böhmischen Kreide beschrieben worden und bei wiederholter Untersuchung der letzteren 
dürfte sich die Uebereinstimmung wohl noch beträchtlicher herausstellen. Dass die grössere Zahl der iden- 
tischen Arten im böhmischen Baculitenthon nachgewiesen worden ist, findet seine Erklärung in den schon 
weiter oben bei den Foraminiferen näher erörterten Verhältnissen. 

Von den 13 auch in den Kreideablagerungen anderer Länder mit Ausschluss Böhmens gefundenen 
Ostracodenarten hat das Senon 12 Arten geliefert, von denen fünf auch aus dem Turon bekannt sind. 
Cythere sphenoides Rss. hatten bisher nur die Kreideschichten der Gosau dargeboten. Vier Arten werden 
auch aus dem englischen Cenoman, sieben Species selbst aus dem Gault Englands angeführt. Ob bei den 
letzteren durchgehends völlige Identität stattfindet, kann ich nicht durch eigene Beobachtung‘ bestätigen. 
Cythere concentrica Rss. gibt Cornuel selbst im französischen Neocom an. Das angebliche Vorkommen der 
Bairdia Harrisiana Jon. im englischen Kohlenkalke dürfte wohl manchem Zweifel unterliegen. 

Vier Species (Bairdia subdeltoidea, Cytheridea perforata Röm. sp., Cythereila ovata und Muensteri 
Röm. sp.) reichen bis in die Tertiärschichten hinauf. Von einigen anderen Arten wird ein tertiäres Vor- 
kommen wohl noch angeführt, ist aber keineswegs mit Sicherheit erwiesen. 

Einige der hier in Rede stehenden Kreideostracoden sollen noch in den heutigen Meeren leben. Es 
bedarf dies jedoch noch wiederholter Bestätigung, um so mehr, als die für Bairdia subdeltoidea gehaltenen 
lebenden Arten von G. Brady für davon verschieden erkannt worden sind. 

Eine raschere Uebersicht der eben erörterten Verhältnisse gewährt nachstehende kleine Tabelle.- 


Kreide Sachsens. Kreide 
k) Kreide anderer Länder. 
| Oberer | Böhmens 
und mittlerer Pläner. | 
| SO an | = | Se] 
| 8 = 5 | a ls 5 i ä El 
sje|s/#]|5Jjaslajälelslel2fe|s 
Bairdia subdeltoidea v. M. sp... .. . I + | + Na a a || array +1? 
» arcuata Var. faba Rss... ...| +|. Isle Sr | Sr ; : 
»  modesta Rss... ... . ler lee No | Nessallee: { 
»  Harrisiana Jon... 2o..... a | | \ + + en 
Cythere concentrica Rss... ». 2... Tas + | + + ler 
Dr KanstenieRssy sa ac: + 5 | + : { 
Ss ennplicata Riss | + | + | ” + 
Du Geinitziengsp in ltentlae , ‚ Io 2 
Du ornatissinanRssy a nr | a ae 2: + Pl am 0 ll 0 
sphenoidesaRss. 2. All kotniil 2h i : T 
SsenulataWBosgaa I + | + | lee allercnullee i 
Cytheridea perforata Röm. sp... . . . voll Bleke | Ella ll 
Cytherideis laevigata Röm. sp... . . - IP I ||, < : + : 12 lea ; ? |? 
Cytherella ovata Röm. sp... .»..... u ET; a DT a a ET + 
> Muensteri Röm. Sp... .. . rap Sl a al le + + 
> Williamsoniana Jon. + | + E 2 + + 


A. Cyproidea. 


Die Schalen meist hornig-kalkig, dünn und glatt, auf der Ventralseite mehr weniger eingebogen. 
Die wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale stützen sich auf den Bau des Thieres. Zwei Paare von Füssen, 


das erste stark und fünfgliederig, in eine lange gekrümmte Klaue endigend; das 


zweite schlanke, meist inner- 


halb der Schalen aufwärts gebogen. Das Postabdomen bildet zwei lange bewegliche Zweige, selten rudimen- 
tär, gewöhnlich wohl entwickelt und in zwei starke, gekrümmte Klauen auslaufend. Auge einzeln oder fehlend, 


selten zwei. Der grösste Theil lebt im süssen, ein kleiner im salzigen Wasser. 
Bairdia MCoy. 


Das Thier ist wenig bekannt. Die Schalenklappen sind dünn, äusserlich glatt oder höchstens mit 
feinen Grübchen oder haarförmigen Spitzen besetzt, nie gekörnt oder gerippt, stets ungleich, die linke grösser, 
die rechte an der Dorsal- und Ventralseite umfassend, am hinteren Ende verschmälert und oft in einem 


spitzigen Winkel auslaufend, im Umriss aber sehr wechselnd von dem Dreiseitige 


n bis zur beinahe cylindrischen 


Form. Das Schloss ist sehr einfach gebildet. An der linken Klappe besteht es aus einer schmalen Längs- 


furche, die sich in der Mitte so verengt, dass sie beinahe verwischt erscheint. 
dünne Rand der rechten Klappe. An der inneren Seite der vorderen, hinteren 


In diese Furche legt sich der 
und unteren Seite entspringt 


eine nach innen gerichtete, stets sehr dünne und meistens auch sehr schmale Platte, welche jedoch bei manchen 
Arten sich in so hohem Grade entwickelt und an beiden Schalenenden nach innen so stark vorspringt, dass 


sich zwischen ihr und der inneren Klappenhöhlung eine ziemlich tiefe Aushöhl 


ung bildet. Der Ventralrand 


beider vereinigter Klappen ist nicht gerade, sondern bildet auf der rechten Klappe eine kleine, lappenartige 


— 140 — 


Ausbreitung (Cornuel’s lame pectorale), welche sich unter den Rand der linken Klappe hineinschiebt und bei 
den verschiedenen Arten in wechselndem Grade entwickelt ist. 


, 


1. B. subdeltoidea v. M. sp. — Taf. II. 26. Fig. 5. 


1330. Cyihere subdeltoidea v. Münster, Jahrb. f. Min. u. Geol. v. Leonhard u. Bronn pag. 64. — 1835 pag. 446. 
1338. Cytherina subdeltoidea, ebendaselbst pag. 517. Taf. 6. fie. 16. 

1840. Cytherina subdeltoidea Römer, Verst. d. nordil. Kroidegeb. pag. 105. Taf. 16. fig. 22. 

1342. Cytherina subdelioidea Geinitz, Char. dl. Schicht. u. Detrei. d. sächs. Kreidegeb. 3. pag. 64. 

1845. Cytherina subdeltoidea Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 16. Taf. 5. fig. 38; II. pag. 104. 

1845. Cytherina subdeltoidea Geinitz, Grundriss d. Versteinerungskunde, pag. 244. Taf. 8. fig. 21. 

1847. Cythere trigona Bosquet, deser. des entomostr. foss. de la craie de Maestr. pag. 8. Taf. 1. fig. 3. 

1849. Rup. Jones, Monogr. of the Entomostr. of the cret. form. of England pag. 23. Taf. 5. fig. 15. a—f’”. 

1849. Cytherina subdeltoidea Reuss, d. foss. Entomostr. d. österr. Tertiärbeckens pag. 9. Taf. 8. fig. 1. 

1849. Cytherina subdeltoidea Geinitz, das Quadersandsteingeb. in Deutschl. pag. 98. 

1850. Bosquet, deser. des Entomostr. foss. des terr. tert. de la France et de la Belg. pag. 29. Taf. 1. fig. 13. a—d. 
1851. Cytherina subdeltoidea Reuss, Foraminif. u. Entomostr. des Kreidemergels v. Lemberg pag. 47. 

1853. Cypris pristina Eichwald, Lethaea ross. III. pag. 316. Taf. II. fig. 23. 

1854. Bosquet, Monogr. des Crust. foss. des terr. cret. du duch& de Limb. pag. 56. Taf. 8. fig. 4. a—f. 

1854. Reuss, Denkschr. d. k. Akad.-d. Wiss. VII. pag. 139. 

1856. R. Jones, Monogr. of the tert. Entomostr. of England pag. 52. Taf. 4. fig. 2. 3; Taf. 6. fig. 1. 2. 

1870. R. Jones, Notes on the cret. Entomostr. in geol. magaz. VII. 2. Febr. pag. 2. 4. 


Die verbreitetste und häufigste aller Kreideostracoden. Die Schalenklappen, 1—1,5 mm. lang, sind 
eiförmig-dreiseitig, stark gewölbt, glatt. Nie habe ich an den Tausenden von Exemplaren, die ich unter- 
suchte, eine Spur von Punktirung wahrgenommen. Nur unter dem Mikroskope sieht man stellenweise sehr 
zarte, vertiefte Punkte, vielleicht, wie Bosquet meint, von vorhanden gewesenen Haaren herrührend. 

Die kleinere rechte Klappe wird von der grösseren linken am Rande theilweise umfasst. Der Rücken- 
rand ist stark gebogen, an der linken Klappe in der Mitte selbst etwas winkelig, an der rechten Klappe ab- 
gestutzt, so dass er gleichsam drei Seiten eines Hexagons darstellt. Der Ventrairand ist elliptisch-bogen- 
förmig, im mittleren Theile etwas eingebogen, besonders an der kleineren Klappe, an welcher er bisweilen 
einen nicht unbeträchtlichen Sinus bildet. Das vordere Ende ist stumpf und abgerundet, das hintere, ins- 
besondere an der linken Klappe, kurz und stumpf zugespitzt. Jones und Bosquet haben in seltenen Fällen 
an beiden Enden 4—5 feine Dornen beobachtet, welche ich aber weder an den sächsischen, noch an den 
böhmischen Exemplaren wahrzunehmen im Stande war. Tbenso wenig konnte ich an denselben eine Spur 
der von Jones und Bosquet an lebenden Formen gesehenen, durchscheinenden Rosette entdecken. Ich habe 
sie daher auch nicht unter die Kennzeichen der Species aufgenommen, da es immer noch nicht erwiesen ist, 
dass die lebenden und fossilen Formen derselben Species angehören. Im Gegentheile hat in der jüngsten 
Zeit Brady !) mehrere der ersteren als specifisch verschieden anerkannt. 

Die Species reicht von den oberen Senonschichten bis in das untere Cenoman, sowie aufwärts durch 
die gesammten Tertiärablagerungen bis in das Pliocän. Ob manche der lebenden Formen, die man bis jetzt 
hieher gezogen hat, wirklich dieser Species angehören, müssen weitere, umfassende und genaue Unter- 
suchungen lehren. 


') @. St. Brady, Monogr. of the recent british Ostracoda in the transact. of the Linnean Society Vol. 26. 1866. pag. 
338. (B. inflata Norm.) 


— 14l — 


In Sachsen findet sich die Species häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla, sehr selten in den 
Schichten von Zschertnitz bei Dresden und von den Rathsweinbergen bei Meissen. 


%. B. Harrisiana Jones. — Taf. II. 26. Fig. 6, 7. 

1849. Jones, Monogr. of the Entomostr. of the cret. form. of England pag. 25. Taf. 6. fig. 17. 

1870. Jones, Geolog. magaz. Febr. pag. 3. 4. 

Verlängert schief-eiförmig, gewölbt, am vorderen Ende schief zugerundet, am hinteren sich allmählich 
zur kurzen stumpfen, nach unten gebogenen Spitze verschmälernd. Der Dorsalrand stark gebogen, selbst 
etwas winkelig; der Ventralrand nur wenig gekrümmt, aber im Grade der Biegung wechselnd, mitunter der 
geraden Richtung sich nähernd. Die grösste Wölbung fällt beiläufig in die Mitte der Schalenlänge, nach unten 
sich steiler, als nach oben abdachend. Beide vereinigte Klappen, von der Bauchseite angesehen, erscheinen 
etwas zusammengedrückt-oval. Die Schalenoberfläche glänzend, mit sehr feinen, nur bei starker Vergrösse- 
rung sichtbaren, unregelmässigen Grübchen. 

Die Species ist nach Brady!) nicht mit der Cytheridea Harrisiana Bosq.?), welche von Bosquet 
damit vereinigt wird, identisch. Diese unterscheidet sich schon bei flüchtiger Betrachtung durch den viel 
stärker gebogenen Ventralrand. 

Nicht selten im Pläner von Weinböhla, sehr selten in jenem von Strehlen. Ueberdies in der Kreide 
und im Gault Englands. Jones führt sie sogar aus dem Kohlenkalkstein von East Kilbride an, was wohl 
wiederholter Bestätigung bedarf. 


3. B. arcuata var. faba Rss. — Taf. II. 26. Fig. 8, 9. 


1830. Cythere arcuata v. M. in Leonhard u. Bronn's Jahrb. pag. 63. 

1838. Cytherina arcuata Römer, ebendas. pag. 517. Taf. 6. fig. 17. 

1849. Cytherina arcuata Reuss, die foss. Entomostr. d. österr. Tertiärbeckens pag. 11. Taf. 8. fig. 7. 

1849. Bairdia siliqua Jones Var., a. Monogr. of the cret. Entomostr. of England pag. 25. Taf. 5. fig. 16 e, f, g. 
1850. Bosquet, Deser. des entom. foss. des terr. tert. de la France et de la Belg. pag. 32. Taf. 1. fig. 14. 

1851. Cytherina acuminata (Alth) Reuss, Foram. u. Entomostr. des Kreidem. v. Lemberg pag. 49. Taf. 5. fig. 7. 8, 
1854. Bosquet, Monogr. des erust. foss. du terr. eret. du duche de Limbourg pag. 59. Taf. 5. fig. 3. 

1855. Bairdia faba Reuss, Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. pag. 278. Taf. 10. fig. 2. 

1870. Macrocypris (2)-arcuata Jones, in Geol. magaz. Febr. pag. 3. 4. 


Jones hat, wenngleich mit Zweifel, die in Rede stehende Species der Gattung Macrocypris Brady °) 
zugewiesen. Doch, wenn es überhaupt schon misslich ist, solche Identificationen bei Fossilresten vorzunehmen, 
die keine Spur des Thieres erkennen lassen, treten diese Schwierigkeiten noch in erhöhtem Maasse ein, wenn 
die generischen Unterschiede beinahe ausschliesslich auf Merkmalen beruhen, die dem Thierkörper entnommen 
sind, die im fossilen Zustande erhaltenen Schalen aber nur in minutiösen Kennzeichen abweichen, wie dies 
bei den zahlreichen Gattungen stattfindet, welche die neuere Systematik der Ostracoden aufgestellt hat. 
Wenn wir die von Brady gegebene Diagnose der neuen Gattung Macrocypris in das Auge fassen, so gilt 
von derselben der gethane Ausspruch im hohen Grade. Der einzige hervorragende Unterschied von anderen 
Gattungen besteht darin, dass, wie bei Oytherella, nicht die linke, sondern die rechte Klappe die grössere 
ist und die andere mit ihrem Rande theilweise umfasst. Dieses Kennzeichen fehlt aber gerade bei B. arcuata, 


1) Transactions of the zool. society. 1866. pag. 363. 
2) Bosquet, Monogr. des crust. foss. du terr. cret. de Limbourg pag. 63. Taf. 5. fig. 5. 
3) G. St. Brady, a Monogr. of the recent british Ostracoda. Transact. of the Linnean Soc. Vol. 26. pag. 391. 


— Ma — 


deren linke Klappe, gleich wie bei den übrigen Bairdia-Arten, grösser ist, als die rechte. Dies hat mich 
bewogen, die Species, wie früher, bei der Gattung Bairdia zu belassen. Was Jones als Macrocypris arcuata 
betrachtet, scheint daher von BD. arcuata verschieden zu sein. 

Die Klappen sind verlängert-bohnenförmig, fast gerade, etwa 2'g mal so lang als breit, etwas schief 
abgerundet am hinteren Ende, mit stumpfer Spitze am vorderen. Fast niemals sind sie gebogen, von an- 
nähernd verlängert-triangulärer Gestalt, wie sie Bosquet beschreibt und abbildet, und auch sehr selten er- 
scheint das Hinterende schärfer zugespitzt, obwohl es in dieser Beziehung mancherlei Abstufungen gibt. Diese 
Merkmale findet man fast nur bei den tertiären Formen, die auch eine etwas beträchtlichere Grösse besitzen, 
als die Schalen aus den Kreidegebilden. 

Der Rückenrand ist gleichmässig gebogen, nie sah ich denselben aber in der Mitte winkelig vor- 
gezogen. Der Ventralrand ist dagegen fast gerade, nur im Mitteltheile seicht eingebogen. Die Klappen sind 
mässig gewölbt, am stärksten in der Mitte, so, dass der Längsschnitt verlängert schmal-oval erscheint. Der 
Querschnitt ist gerundet-elliptisch. Die Schalenoberfläche zeigt keine Grübchen. 

Im Allgemeinen stimmen die sächsischen gleich den böhmischen Exemplaren am meisten mit den 
von mir als B. faba beschriebenen und |. c. Taf. 10 Fig. 2 abgebildeten Formen aus der Kreide von Bas- 
dorf in Mecklenburg überein, nur ist das hintere Ende fast stets etwas stumpfer. Wenn man den Formen- 
kreis der B. arcuata sehr weit ausdehnt, so wird man trotz den genannten Abweichungen die beschriebenen 
Kreideformen nur als eine Varietät derselben betrachten, wie ich es vorläufig gethan habe. Will man da- 
gegen, wie ich geneigt bin, sie davon trennen, so müssen sie den Namen B. faba Rss. führen. Cythere faba 
Rss.!) ist davon verschieden und von Jones?) mit dem Namen Cythere simulata belegt worden. 

Oythere laevigata (Röm.) Rss. °) gehört ebenfalls hierher und ist nur eine Form mit beinahe gleich- 
mässig gebildeten beiden Enden. 

Die Species kömmt nicht selten im oberen Pläner von Strehlen vor, sehr selten ist sie im Cenoman 
von Plauen. Ebenso im Pläner und Baculitenthon Böhmens. 

Die typischen Formen der B. arcuata sind bekannt aus dem Kreidetuff und Senon Belgiens, viel 
verbreiteter aber im Eocaen, Oligocaen, Miocaen und Pliocaen. 


4. B. modesta Rss. — Taf. II. 26. Fig. 10, 11. 


1851. Cytherina modesta Reuss, Foram. u. Entomostr. v. Lemberg pag. 49. Taf. 5. fig. 9. 
1851. COytherina acuminata Reuss, ebendas. pag. 49. Taf. 5. fig. 7. 8. 1 
1854. Bairdia arcuata v. M. var. gracilis Bosquet, crust. foss. du terr. cret. de Limbourg pag. 60. Taf. 5. fig. 4. 


Von dieser Form gilt in noch höherem Grade dasselbe, was ich über B. faba bemerkt habe. Nur 
einzelne Exemplare nähern sich einigermaassen der B. arcuata, so dass man sich versucht fühlt, sie damit 
zu verbinden, während sich die meisten weit davon entfernen. 

Die Schale ist verlängert, schmal, 3—8!/a mal so lang als breit, mitunter fast gerade, häufiger im 
hinteren Theile schwach gebogen. So lange und schmale Formen, wie sie Bosquet abbildet, habe ich weder 
in der sächsischen, noch in der böhmischen Kreide gesehen. Das vordere, breite Ende ist schief zugerundet, 
das hintere verschmälert sich zur deutlich ausgesprochenen, wenngleich meistens wenig scharfen Spitze. Der 


!) Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 104. T. 24. fig. 13. 
?) Geol. Magaz. 1870. Febr. pag. 2. 4. 
®, Foraminif. u. Entomostr. v. Lemberg pag. 49. Taf. b. fig. 6. 


— 13 — 


Dorsalrand ist flach bogenfurmig, der Ventralrand fast gerade, nur in der Mitte sehr seicht eingebogen. Die 
Schalen sind mässig gewölbt, am stärksten beiläufig in der Mitte ihrer Länge. Ihre Oberfläche ist glatt. 
©. acuminata Rss. umfasst etwas breitere Formen, die wohl kaum specifisch verschieden sind. Ob 
sie wirklich mit ©. acuminata Alth!) übereinstimmen, ist mir sehr zweifelhaft, da weder Alth’s Beschreibung, 
noch die sehr ungenügende Abbildung damit übereinstimmt. 
Selten im Pläner von Strehlen. Sehr selten im Kreidemergel von Lemberg. 


B. Cytheridea. 


Die Schale kalkig, compact, meist mehr oder weniger rauh und uneben, selten beinahe glatt. Schloss 
gewöhnlich gezähnt. Drei Paare von Füssen, sämmtlich zum Kriechen eingerichtet, von vorne nach hinten 
an Grösse zunehmend und vorwärts gerichtet. Das Postabdomen rudimentär, zwei sehr kleine Lappen bil- 
dend. Antennen sehr klein, nicht zum Schwimmen geeignet. Augen meistens getrennt, selten zusammen- 
fliessend, noch seltener fehlend. 


Cythere Müller. 


Beide Klappen ungleich, kalkig, meistens dick und compact, eiförmig, elliptisch, rhomboidal oder oft 
etwas vierseitig. Ihre Oberfläche ist bei den einfachen Formen fast glatt oder nur mit feinen Grübchen oder 
Höckerchen besetzt, bei den meisten aber mit tiefen Gruben und beträchtlichen Erhöhungen in Gestalt von 
Höckern, Dornen, Rippen oder Kielen versehen. Die linke Klappe ist immer etwas grösser als die rechte 
und umfasst diese in ihrem ganzen Umfange, wenngleich oft sehr wenig. 

Der Dorsalrand besteht aus einer Längsleiste und einer daneben befindlichen Furche. An der rechten 
Klappe liegt erstere nach aussen, letztere nach innen, während an der linken Klappe das umgekehrte Ver- 
hältniss stattfindet. Bei der Vereinigung beider Klappen legt sich die äussere Seite der rechten Klappe auf 
den äusseren deprimirten Theil des Dorsalrandes der linken Klappe. 

Das Schloss der rechten Klappe besteht aus zwei Zähnen, die an den Enden der inneren Längs- 
depression stehen und von denen der vordere grösser und stärker ist. Sie passen in zwei am Dorsalrände 
der linken Klappe befindliche Gruben. Diese Klappe besitzt nach Bosquet zwei vordere Schlosszähne, einen 
unmittelbar vor, den anderen hinter der vorderen Zahngrube gelegen. Dazu kömmt bisweilen noch direct 
vor der hinteren Zahngrube ein sehr kleiner dritter Zahn, der jedoch oft ganz rudimentär ist. 

Der Lage der Schlosszähne entsprechen an dem Dorsalrande zwei ohrförmige Erweiterungen des- 
selben. Die grössere vordere, mit einer Verdickung der Schale verbunden, trägt auf der Aussenseite einen 
sehr deutlichen halbkugeligen, glasig-glänzenden Höcker, den vorderen Schlosshöcker. Das hintere Schlossohr 
ist zwar stets beträchtlich kleiner, tritt aber doch recht deutlich hervor. 

Das vordere Ende ist breit und schief gerundet, das hintere schmälere dehnt sich in einen oft drei- 
seitigen zusammengedrückten Lappen aus, der gewöhnlich, aus der Mittellinie hinaustretend, nach unten ge- 
richtet ist. Das vordere Ende ist oft an seinem ganzen Rande, das hintere nur am unteren Rande des 
Lappens fein gezähnt. Das Vorderende erscheint sehr oft von einem mehr weniger verdickten Saum um- 


!) Haidinger’s naturwissenschaftl. Abhal. III. 2. pag. 198. Taf. 10. fig. 16. 


— 14 — 


geben; nicht selten verdickt sich aber auch der obere und untere Rand, so dass beide Klappen beinahe 
ringsum eine solche Randverdickung zeigen. 

In der steilsten Wölbung erheben sich die Schalen stets am hinteren Ende unmittelbar vor dem zu- 
sammengedrückten Lappen, zu welchem der Schalenrücken auch steil abfällt. Gegen das vordere Ende hin 
und gegen den Dorsalrand findet fast immer ein weit sanfteres Verflachen statt. Dagegen senkt sich die 
Schale wieder zum Bauchrande hinab meistens steil, ja selbst senkrecht und die Ventralseite beider vereinigter 
Klappen stellt daher sehr oft eine ziemlich breite eiförmige, herzförmige, dreiseitige oder pfeilförmige Fläche 
dar, welche von der Oberseite der Klappen in vielen Fällen durch einen hohen, scharfen Kiel gesondert wird. 
Vor der Mitte der Schalenlänge tritt bei manchen Arten deutlich abgegrenzt ein flacher Höcker in verschie- 
denem Grade hervor (Bosquet’s Subeentralhöcker), der in manchen anderen Fällen mit der Umgebung voll- 
kommen verschmilzt. 

Da die Ventralränder in der Mitte etwas eingebogen und zugleich am dünnsten sind, schliessen sie 
eine Art von schmalem Sinus, eine mehr weniger ausgesprochene Lunula ein. Jones hat die mehr weniger 
vierseitigen, mit starken Kielen oder anderweitigen Erhöhungen besetzten Arten als Subgenus unter dem 
Namen Cythereis getrennt. Sars hat diese Trennung auch auf lebende Arten ausgedehnt. Diese Trennung 
ist aber, wie Brady bemerkt!), in keiner der beiden Richtungen durchführbar wegen der zahlreichen ver- 
mittelnden Zwischenformen. Man darf höchstens die Oytherae propriae und Oythereis als untergeordnete 
Gruppen zum Behufe der leichteren Uebersicht der zahlreichen Arten benützen. 


1. C. concentrica Rss. — Taf. I. 27. Fig. 1. 


1846. Cytherina concentrica Reuss, Verst. d. böhm. Kreideform. II. pag. 105. Taf. 24. fig. 22. 

1846. Cyihere sculpta Cornuel, Mem. d. 1. soc. g6ol. d. France. 2de ser. I. 2. pag. 201. Taf. 8. fig. 20—23. 

1847. Cytherina concentrica Williamson, Transact. of the Manchester litt. and phil. soc. VIII. pag. 42. Taf. 4. fig. 77. 
1847. Cypridina Roemeriana Bosquet, Deser. des entomostr. foss. de la craie de Maestr. pag. 12. Taf. 2. fig. 2. 
1849. Cythere punctatula Jones, Monogr. ofthe Entomostr. of the eret. form. of Engl. pag. 11. Taf. 1. fig. 2 (non Römer). 
1855. Cypridina concentrica Geinitz, Das Quadersandsteingeb. in Deutschl. pag. 98. 

1870. Jones in Geol. magaz. Febr. pag. 2, 4. 


Die sehr stark gewölbten Klappen oval, an beiden Enden fast gleichmässig abgerundet, am hinteren 
Ende nur sehr wenig schmäler, mit einem sehr engen, zusammengedrückten Saum umgeben. Die drei Zähne, 
welche Bosquet am Hinterende angibt, habe ich an den sächsischen und böhmischen Exemplaren nie wahr- 
genommen, sowie ich überhaupt den Saum des hinteren Endes mehr gerundet, nie in einen deutlich aus- 
gesprochenen Lappen vorgezogen gefunden habe. Der Dorsalrand ist stark gebogen, der Ventralrand fast 
gerade, die Wölbung der Klappen auf der Ventralseite am stärksten und nach Art der Buckeln einer Muschel- 
schale über den Bauchrand weit hervorragend, wodurch die Ventralseite der Klappen stark gebogen erscheint. 
Dieselbe fällt steil ab, während die Schalen sich nach den anderen Richtungen hin mehr allmählich senken. 
Die Oberfläche der Schalen ist mit concentrischen Furchen bedeckt, auf deren Grunde feine Grübchen stehen. 
Auf der Ventralseite sind diese Furchen am deutlichsten ausgesprochen, nach der Schalenmitte hin werden 
sie oft unregelmässig, gegen den Dorsalrand verwischen sie sich nicht selten. Stellenweise ragen aus den 
die Furchen trennenden Rippen kurze, feine Spitzen hervor. Beide vereinigte Klappen bieten eine breit- 
elliptische Ventralansicht dar. 


DRG: St. Brady, Monogr. of the recent brit. Ostracoda in the transact. of the Linnean Soc. Vol. 26. pag. 394 ». 


— 15 — 


C. Althi Rss.!) ist nichts als eine Varietät der C. concentrica, wie schon Bosquet anführt, an welcher 
die concentrischen Furchen und Grübchen beinahe völlig verschwunden sind, so dass nur auf der Bauchseite 
einige seichte Längsfurchen bemerkbar sind. Sie gehört zur Var. virginea Jones (l. c. Fig. 2a) aus der 
englischen Kreide von Gravesend und dem Kreidedetritus von Charing. 

Die starken, mit Dornen besetzten und ein Netzwerk bildenden concentrischen Rücken, welche Jones 
an den Exemplaren aus dem englischen Gault beschreibt, sind an den Schalen aus Sachsen und Böhmen nie 
vorhanden. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen und von Zschertnitz bei Dresden. Selten im böhmischen Bacu- 
litenthon und im Kreidemergel von Lemberg. Ueberdies im Kreidetuff und Senon Belsiens und Limburgs, 
in der Kreide von England, im Kreidetuff von Schoonen. Nach Jones auch im englischen Gault und nach 
Cornuel im französischen Neocom. i 


2. C. Karsteni Rss. — Taf. II. 27. Fig. 2. 

1346. Cytherina Karsteni Reuss, Verst. d. böhm. Kreideform. II. pag. 104. Taf. 24. fig. 19. 

Die Schalen eiförmig, gewölbt, an beiden Enden zusammengedrückt, am vorderen breit, mehr als 
halbkreisförmig gerundet, am hinteren schmäleren einen kurzen sehr stumpfwinkeligen und undeutlich drei- 
seitigen Lappen bildend. Der Schalenrücken ist gewölbt, am stärksten gegen das hintere Ende und den 
Ventralrand hin und nach diesen Richtungen steil abfallend. Mitunter unterscheidet man im vorderen Theile 
der Wölbung den Centraltuberkel, indem derselbe durch eine, wenngleich undeutliche Depression von dem 
hinteren höheren Theile der Schalenwölbung abgegrenzt wird. Der zusammengedrückte, ziemlich breite vor- 
dere Randsaum zeigt bei stärkerer Vergrösserung eine sehr feine radiale Streifung. Unter denselben Ver- 
hältnissen bietet die glasig-glänzende Schalenoberfläche sehr zarte Grübchen dar. Am hinteren Schlossohre 
ragt der Schlosshöcker perlenartig und glasig-glänzend hervor. Beide Ränder divergiren nach vorne nicht 
unbedeutend, der ventrale ist beinahe gerade, der dorsale in der Mitte schwach eingebogen. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen, selten im böhmischen Baculitenthon. 


3. ©. semiplicata Rss. — Taf. II. 27. Fig. 3. 

1846. COytherina semiplicata Beuss, Verst. d. böhm. Kreideform. II. pag. 104. Taf. 24. fig. 16. 

Der Umriss schief-eiförmig, bisweilen etwas verlängert. Vorne breit und schief-bogenförmig, von 
einem erhöhten Saum umgeben, am hinteren Ende schmäler, einen kleinen, zusammengedrückten, undeutlich 
dreiseitigen Lappen bildend. Die kleinen Klappen sind am stärksten im hinteren Theile des Rückens gewölbt 
und fallen gegen den hinteren Lappen und gegen die Ventralseite steil ab, während sie nach vorne und gegen 
die Rückenseite hin sich sanfter abdachen. Der Dorsalrand ist nur wenig gebogen, der Ventralrand fast ge- 
rade; beide divergiren nach vorne hin bald mehr, bald weniger. Der hintere gewölbteste 'Theil der Schalen 
trägt drei feine, niedrige Längsrippchen, die nur bis zur Mitte der Schalenlänge oder nur wenig darüber 
hinaus reichen. Das eine liegt hart am oberen Rande, das zweite etwa in der Mittellinie, das dritte etwas 
über dem Ventralrande der Schale. Auf der geringeren Wölbung vor den erwähnten Rippen erkennt man 
mitunter ziemlich deutlich den sehr flachen Centralhöcker, der von einer seichten Depression umgeben wird. 
Doch ist dies nicht immer der Fall. 


') Foraminif. u. Entomostr. d. Kreidemerg. v. Lemberg, pag. 49. Taf. 5. fig. 10. 
Palaeontographica XX. 2 „Abth. 4. 20 


lg 


Die verwandte ©. triplicata Röm. sp.!) unterscheidet sich durch die viel dickeren Längsrippen, die 
über die Mitte der Schalenlänge hinausreichen und nach hinten convergiren. 

Ebenso sind die dreirippigen CO. elegans Bosq.?) und ©. pulchella Bosq.°) davon verschieden. 

Sehr selten im Pläner der Rathsweinberge bei Meissen und im böhmischen Baculitenthon. 


4. C. Geinitzi n. sp. — Taf. I. 27. Fig. 4. 

Kleiner, etwas schlanker und viel weniger gewölbt, als ©. ornatissima. Ihr Umriss ist verlängert, 
vierseitig, mit fast geraden, nach vorne etwas divergirenden Rändern. Das vordere, breite, flach gerundete 
Ende ist mit einem schmalen, verdickten Saum umgeben, dessen Rand sehr fein gezähnt ist. Das hintere 
Ende bildet einen zusammengedrückten dreieckigen, ziemlich spitzwinkeligen Lappen, der ebenfalls feine 
Zähnchen trägt. Längs des Ventralrandes verläuft ein mit dem vorderen Randsaum zusammenhängender, 
schmaler, gezähnter Kiel, der nach hinten sich allmählich etwas mehr erhebt und am Anfange des hinteren 
Lappens plötzlich spitzig abbricht. Ein ähnlicher, aber niedrigerer Kiel begleitet den Dorsalrand bis zu dem 
hinteren Schlosshöcker. Zunächst auf der Innenseite dieser Kiele und des vorderen Randsaumes erscheint 
die Schale niedergedrückt, erhebt sich aber bald zur flachen Wölbung, die im hinteren Schalentheil am 
stärksten vorragt. Zuweilen ist dieselbe ungetheilt, öfters aber zerfällt sie in zwei, ja selbst in drei sehr 
flache höckerartige Hervorragungen. Die Schalenoberfläche ist mit eckigen Grübchen dicht bedeckt, die durch 
schmale Zwischenwände geschieden werden und ein fein netzförmiges Ansehen der Schale bedingen. 

Die Ventralseite beider vereinigter Klappen erscheint sehr schmal pfeil- oder lanzettförmig. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen. 

C. pertusa Rss. *) dürfte vielleicht hierher gehören, doch sind die Schalen zu mangelhaft erhalten. 


5. C. ornatissima Rss. — Taf. U. 27. Fig. 5, 6. 

1846. Cytherina ornatissima, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 104. Taf. 24. fig. 12, 18. (icon mala). 
1846. Cytherina ciliata Reuss, ebendas. II. pag. 104. Taf. 24. fig. 17. 

1849. Cythereis ciliata Jones, Monogr. of the Entomostr. of the cret. forın. of England pag. 19. Taf. 4. fie. 11. 
1851. Cypridina muricata Reuss, Foram. u. Entomostr. d. Kreidem. v. Lemberg pag. 50. Taf. 5. fig. 12. 

1854, Bosquet, Monogr. des crust. foss. du terr. eret. de Limbourg pag. 97. Taf. 9. fie. 6; Taf. 7. fig. 7. 

1870. Jones, in Geol. magaz. Febr. pag. 2, 4. 


Die sächsischen und böhmischen Exemplare stimmen vollkommen mit den von Bosquet beschriebenen 
überein. C. ciliata Jon. scheint ein sehr altes Exemplar darzustellen, an welchem die schärfere Begrenzung 
der einzelnen Höcker verschwunden ist und durch die reichlichere Entwickelung der Dornen und Spitzen 
maskirt wird. Was Jones als ©. guadrilatera Röm. abbildet und früher mit C. ornatissima identifieirt hat, 
scheint von dieser verschieden zu sein, wie Jones selbst in neuester Zeit anerkennt (1870 ]. c.). Die Klappen 
sind verlängert-vierseitig, eiförmig, am vorderen Ende breit, schief-halbkreisförmig und mit einem ziemlich 
breiten verdickten Saume eingefasst, welcher mit kleinen Höckern besetzt und am Rande fein gezähnt ist, 
wobei die Zähne der unteren Hälfte länger zu sein pflegen, als jene der oberen. Das hintere Ende ist stark 
zusammengedrückt und bildet einen dreiseitigen, öfters gezähnelten Lappen, dessen unterer Rand etwa vier 


!) Oytherina triplicata Römer, Verstein. d. norddeutsch. Kreidegeb. pag. 104. Taf. 16. fig. 16. — Jones, Monogr. of 
the Entomostr. of the cret. form. of England, pag. 18. Taf. 3. fig. 9. 

2) Bosquet, Monogr. des crust. foss. du terr. er6t. de Limbourg. pag. 78. Taf. 9. fig. 3. 

ET Zc Paco Target: 

#) Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wiss. VII. pag. 142. Taf. 27. tig. 5. 


besonders lange Zähne trägt. Der Dorsal- und Ventralrand sind fast gerade und schwach divergirend, über- 
dies mit unregelmässigen Zähnen und Höckerchen besetzt. Die Schlossohren sind deutlich entwickelt, das 
vordere trägt einen kugeligen, glasig-glänzenden Schlosshöcker. 

Die Wölbung des Rückens ist in der hinteren Schalenhälfte am stärksten und steigt von dem zu- 
sammengedrückten Lappen fast senkrecht empor. Nach vorne dachen sich die Schalen langsam ab. 

Längs des Ventralrandes verläuft ein hoher Kiel, der in mehr weniger zahlreiche und grosse Höcker 
und Dornen zerschnitten ist, welche im hinteren Theile gewöhnlich in kurze Querreihen angeordnet sind. 
Nach vorne geht dieser Kiel in den erwähnten dieken vorderen Randsaum über, nach hinten endigt er plötz- 
lich in einen schiefen Höcker, der bisweilen in einen ziemlich starken Dorn ausläuft. 

Der grosse Centraltuberkel liest etwas vor der Schalenmitte, ist in verschiedenem Grade entwickelt 
und endigt stumpf. Auch er ist an älteren Exemplaren mit kleinen Höckern und Dornen besetzt. In der 
hinteren Schalenhälfte liegt ein zweiter Höcker, der fast immer verlängert ist und oft in einen hohen, mit 
Höckerchen und Spitzen besetzten Wulst übergeht, welcher von dem vorderen Tuberkel entweder durch eine 
tiefe Depression gesondert ist oder unmittelbar mit ihm zusammenhängt. 

Auch den Dorsalrand begleitet ein etwas schwächerer, dorniger Kiel, der an dem hinteren Schloss- 
höcker plötzlich abbricht. Die Ventralseite beider vereinigter Klappen besitzt einen fast birnförmigen Umriss. 

Je älter die Exemplare werden, desto mehr nimmt die Zahl und Grösse der Dornen und Höcker zu, 
während die scharfe Begrenzung der einzelnen Kiele und des Centraltuberkels sich allmählich verwischt. An 
jüngeren Schalen nimmt man wegen der geringeren Zahl der dornigen Hervorragungen wahr, dass die Schalen- 
oberläche bisweilen mit sehr seichten Grübchen bedeckt ist, welche durch dünne Zwischenwände geschieden 
sind und der Schale ein fein netzförmiges Ansehen ertheilen, eine Beschaffenheit, die an älteren Klappen 
durch die überwiegende Entwickelung der Spitzen und Höcker verdeckt wird. Die breite, etwas vierseitige 
Ventralfläche zeigt einige mehr weniger deutliche, mit der schwachen Convexität nach aussen gerichtete 
Furchen. 

Häufig im Pläner von Strehlen, sehr selten in jenem von Weinböhla und von Zschertnitz bei Dresden. 
Im böhmischen Pläner und Baculitenthon, im Kreidemergel von Lemberg, im Kreidetuff und im Senon Bel- 
siens und Limburgs, im Senon, Grünsand und Gault Englands. 


6. C. sphenoides Rss. — Taf. II. 27. Fig. 7. 
1854. Reuss, in Denkschr. d. k. Akad. d. Wiss. VII. pag. 141. Taf. 27. fig. 2. 


Klappen schief-eiförmig, vorne breit und schief abgerundet, nach hinten sich allmählich zur stumpfen 
Spitze verschmälernd. Der obere Rand schwach bogenförmig, der untere fast gerade, beide nach vorne hin 
stark divergirend. Das vordere Ende ist mit einem schmalen, zusammengedrückten, ungezähnten Saume ein- 
gefasst, das hintere läuft in einen ziemlich grossen, ebenfalls zusammengedrückten Lappen aus. Den Ventral- 
rand begleitet ein scharfer, gerade nach hinten ansteigender Kiel, der vor dem Beginn des hinteren Endlappens 
“entweder abgerundet oder in kurzer, stumpfer Spitze endigt. Von diesem Kiel fällt die Ventralseite senkrecht 
ab, so dass dieselbe bei Vereinigung beider Klappen eine ebene, elliptische oder eiförmige Fläche darstellt. 
Neben dem hinteren Ende des Kieles ist der Schalenrücken am stärksten gewölbt und fällt nach hinten steil, 
nach vorne und oben allmählich ab. Die Schalenoberfläche ist glatt und glänzend. 

Sehr selten im Pläner von Strehlen, sowie in den Kreidemergeln der Gosau. 


=. u 


7. C. serrulata Bosq. — Taf. II. 27. Fig. 8. 


1846. Cytherina cornuta Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 105. Taf. 24. fig. 20 (icon mala). 
1846. Cytherina spinosa Reuss, ebendas. II. pag. 105. Taf. 24. fig. 21 (icon mala). 

1847. Bosquet, Descr. des entomostr. foss. de la craie de Maestr. pag. 20. Taf. 4. fig. 2. 

1854. Bosquet, Monogr. des entomostr. foss. des terr. cret. de Limbourg. pag. 104. Taf. 9. fig. 9. 


In der Gruppe der ©. cornuta herrscht noch grosse Verwirrung und die zahlreichen ihr angehörigen 
Formen sind noch keineswegs scharf von einander gesondert. Die Exemplare der sächsischen und böhmischen 
Kreide stimmen mit (©. serrulata Bosq. nicht völlig überein; ich habe sie aber damit vereinigt, weil sie sich 
derselben am meisten nähern. 

Die Klappen sind vierseitig-eiförmig, etwas breiter als jene von Maastricht, am vorderen Ende breit 
und schief-halbkreisförmig, am hinteren in einen breiten, zusammengedrückten, nicht vierseitigen, sondern ab- 
gerundeten oder undeutlich dreiseitigen Lappen mit fein gezähntem Rande ausgezogen. Besonders gross sind 
die 4—5, auf der unteren Hälfte desselben stehenden Zähne. Der obere und untere Rand sind beinahe ge- 
rade und divergiren nach vorne nur wenig. Das vordere Ende ist von einem verdickten Saume eingefasst, 
der in seinem oberen Theile sich verschmälert und im unteren am Rande mit wenigen Zähnen besetzt ist. 
Hinter seinem oberen Ende steht auf einem kleinen, ohrförmigen Vorsprung der. runde perlenartige vordere 
Schlosshöcker. Der hintere Schlosshöcker springt als ein kleiner Dorn über den Dorsalrand vor. Der vor- 
dere Randsaum setzt sich längs des Ventralrandes in einen starken Kiel fort, der sich nach hinten mehr und 
mehr erhebt und am Anfange des hinteren zusammengedrückten Lappens fast senkrecht abgeschnitten in 
einen spitzigen Dorn endigt. Der Kiel zeigt die von Bosquet angegebene Kerbung des Randes, von welcher 
der Name der Species abgeleitet ist, nur selten und schwach; gewöhnlich ist sein freier Rand ganz und un- 
zerschnitten. Ebenso sind die auf beiden Seiten des Kieles angegebenen Grübchen nur selten und dann nur 
im vorderen Theile undeutlich sichtbar. Zunächst dem Kiele sind die Schalen, besonders im hinteren Theile, 
am stärksten gewölbt und dachen sich nach vorne und oben allmählich ab. Gegen das hintere Ende fällt 
die Wölbung steil ab. Die senkrecht abgestutzte Ventralseite beider Klappen bildet in ihrer Vereinigung 
eine pfeilförmige Fläche. Die Schalenoberfläche ist glatt und glänzend. 

Ziemlich häufig im Pläner von Strehlen, nicht selten in jenem von Weinböhla. Im böhmischen Ba- 
eulitenthon, im Kreidetuff und im Senon Belgiens. 

Die eocaene ©. cornuta Röm.') ist von unserer Species, wie Bosquet gezeigt hat, verschieden. Von 
beiden weicht C. cornuta Jones?) ab. Wie Jones dieselbe neuerlichst als eine Varietät der ©. ornatissima Rss., 
mit welcher sie nicht die geringste Aehnlichkeit besitzt, betrachten kann, ist nicht wohl einzusehen °). 

Bei Weinböhla kömmt noch eine Species vor, welche mit ©. phylloptera Bosq.*) Aehnlichkeit verräth. 
Da mir aber nur ein überdies noch etwas mangelhaftes Exemplar vorliegt, musste ich von einer bestimmten 
Entscheidung abstehen. 


Cytheridea Bosquet. 
Die Arten dieser kleinen Gattung ähneln im Umrisse sehr den Bairdien oder manchen einfachen 
Cythere-Arten. Die dicken und compacten Schalen sind schief-eiförmig oder etwas dreiseitig-eiförmig, glatt, 


') Jahrb. f. Min. u. Geol. 1833 pag. 518. Taf. 6. fig. 31. 

2) Monogr. of the Entomostr. of the cret. form. of England pag. 21. Taf. 5. fig. 13. 
®) Geolog. magaz. Febr. pag. 2. 4. 

*) Monogr. des erust. du terr. eret. de Limbourg pag. 106. Taf. 7. fig. 10. 


— 149 — 


mit seichten Grübchen, schwach papillös oder seicht concentrisch gefurcht. Den wesentlichsten Charakter der 
Gattung bildet das Schloss, welches dem Schlosse einer Nucula einigermaassen ähnlich ist. Die äussere Leiste 
des Schlossrandes der rechten Klappe trägt eine Reihe kleiner zahnartiger Höcker, welche von entsprechenden 
Grübchen des Randes der linken Klappe aufgenommen werden. Gewöhnlich ist dieselbe durch eine mittlere 
Unterbrechung in zwei terminale Gruppen zu je 6—8 Zähnchen getheilt. Die mittlere Lücke ist entweder 
ganz glatt oder zeigt seichte Grübchen, welchen in diesem Falle kleine Erhöhungen auf dem linken Schloss- 
rande entsprechen. 

Manche Species sind gleich den meisten Cythere-Arten am vorderen Ende nach oben hin mit einem 
kleinen glasigen halbkugeligen Höcker besetzt. Der Ventralrand ist fast gerade mit einem leichten mitt- 
leren Sinus. 

Das Subgenus Cyprideis Jones t) fällt mit der Bosquet’schen Gattung völlig zusammen. Auch die 
lebenden Formen der durch Sars modihicirten Gruppe Cyprideis sind nach G. Brady (l. ec. pag. 421) davon 
nicht wohl zu trennen. 

1. C. perforata Röm. sp. — Taf. I. 27. Fig. 9. 10. 

1838. Cytherina perforata, Jahrb. f. Min. u. Geol. pag. 516. Taf. 6. fig. 11. 

1848. Cythere Hilseana Jones, Monogr. of the Entom, of the eret. form. of England pag. 10. Taf. 1. fig. 1. 

1850. Cytheridea Jonesiana Bosquet, Deser. des entom. foss. des terr. tert. de la France et de la Belg. pag. 38. 

1850. Bairdia perforata Bosquet, Deser. des entom. foss. desterr. tert. dela France et de la Belg. pag. 24. Taf. 1. fig..8. 

1854. Cytheridea Jonesiana. Bosquet, Crust. foss. des terr. eret. de Limbourg pag. 64. Taf. 8. fig. 5. 

1854. Cytheridea Jonesiana Reuss, in. Denkschr. d. k. Akad. d. Wiss. VII. pag. 141. 

1356. R. Jones, Monogr. of the tert. Entom. of England pag. 44. Taf. 4. fig. 14. 

1870. R. Jones, in Geol. magaz. Febr. pag. 1. 4. 

Klappen schief-eiförmig, mitunter dem gerundet-Dreiseitigen sich nähernd, stark gewölbt, am meisten 
in oder unmittelbar hinter der Mitte der Schalenlänge. Die rechte Klappe viel schmäler als die linke. Das 
vordere Ende breit und schief gerundet, das hintere sich zur stumpfen, an der Ventralseite gelegenen Spitze 
verschmälernd. Der Ventralrand wenig gebogen, fast gerade, der Dorsalrand dagegen stark gekrümmt, schief- 
halb-kreisförmig. Selten sah ich jedoch denselben in so hohem Grade winkelig, wie ihn Jones und Bosquet 
abbilden. Die glänzende Schalenoberfläche zeigt bei stärkerer Vergrösserung zahlreiche, sehr feine, vertiefte 
Punkte, wohl die Ansatzstellen zarter Haare. An manchen Schalen, wenngleich sehr selten, beobachtete ich, 
sowie Bosquet, am Vorderende zarte, kurze Zähne. 

Häufig im Pläner von Strehlen, selten in jenem von Weinböhla. Uebrigens in den Kreideschichten 
der Gosau, in dem Maastrichter Kreidetuff, in dem Senon Schwedens und Englands, im Grünsand von Black- 
down, im Gault von Kent. Tertiär im Eocän Englands und Frankreichs. 


Cytherideis Jones. 

Diese kleine Gruppe, welche sich an die übrigen Cytherideen anschliesst, zeichnet sich durch schlanke, 
schief-eiförmige oder etwas dreiseitige, glatte oder feingrubige Schalen aus. Der Schlossbau ist sehr einfach. 
Der Mitteltheil des Schlossrandes der linken Klappe krümmt sich im geschlossenen Zustande der Schalen 
etwas unter jenen der rechten Klappe. Sein Vorder- und Hinterende tragen eine schmale Furche für die 
Aufnahme der entsprechenden Enden der linken Schale. Der Ventrairand der rechten Klappe legt sich in 
der Mitte etwas über jenen der linken. Das Thier ist unbekannt. 


1) Monogr. of tert. Entomostr. of England. 1856. pag. 20. 


150 - 


Die verwandte Gattung Paradoxostoma Fischer unterscheidet sich dadurch, dass die Ventralränder 
beider Klappen in der Mitte etwas eingebogen sind und bei ihrer Vereinigung eine Spalte ofien lassen, durch 
welche die saugenden Mundtheile hervortreten können. 


1. €. laevigata Röm. sp. — Taf. II. 28. Fig. 1—3. 


1841. Cytherina laevigata Römer, Verstein. d. nordd. Kreidegeb. pag. 104. Taf. 16. fig. 20. 

1846. Cytherina attenuata Reuss, Verstein. d. böhm. Kreileform. II. pag. 104. Taf. 24. fie. 15. 

1349. Bairdia angusta Jones, Monoer. of the Entom. of the cret. form. of England pag. 26 (z. Theil). 
1870. Jones, in Geol. magaz. Febr. pag. 3. 4. 


Die sächsischen Schalen sind völlig identisch mit jenen, welche ich aus Böhmen unter dem Namen 
C. attenuata beschrieben habe. Römer’s C. laevigata stimmt ebenfalls damit überein. Ob C. angusta v. M. 
dieselbe sei, wie Jones will, kann ich nicht mit Gewissheit behaupten, da die unzureichende Münster’sche 
Beschreibung sich ebensowohl auf andere Arten von Oytherideis und .Bairdia beziehen lässt. Was jedoch 
_ Jones 1. ec. Tuf. 6. Fig. 18 als C. angusta v. M. abbildet, scheint wohl mehr auf eine andere, als die in 
Rede stehende Species bezogen werden zu müssen. Ich habe daher, um alle Missverständnisse zu vermeiden, 
den Römer’schen Namen C. laevigata als den älteren beibehalten. Die kleinen, schwach gebogenen Klappen 
sind schmal und etwas schief-eiförmig, bald breiter, bald schmäler, ja sich bis zum Schief-lanzettförmigen 
verschmälernd, im Uimrisse einem winzigen Mytilus täuschend ähnlich, gewölbt, glatt und glänzend, am vor- 
deren Ende gerundet, am hinteren zugespitzt. Die grösste Höhe liegt hinter der Mitte der Schalenlänge. 
Der Dorsalrand ist bogenförmig, der Ventralrand nur seicht eingebogen. Die Wölbung der Schale ist mässig 
und ziemlich gleichförmig, gegen den Ventralrand steiler, in den übrigen Richtungen allmählich abfallend. 
Der Ventralrand der rechten Klappe bildet in der Mitte eine deutliche Platte, welche über den Ventralrand 
der linken Klappe hinübergreift. 

Ziemlich häufig im Pläner von Strehlen, sehr selten in jenem von Weinböhla. Im böhmischen 
Baculitenthon und in der norddeutschen Kreide. Ob die tertiären und lebenden Formen wirklich hierher 
gehören, ist sehr zweifelhaft. 


C. Cytherellidae. 


Schalenklappen dick, kalkig, ungleich. Die oberen Antennen vielgliederig, an der Basis geknieet; 
die unteren breit und flach. Drei Paare von hinteren Gliedern, kaum fussförmig, die zwei vorderen Paare 
branchial, die hinteren rudimentär. Der Abdomen läuft in zwei kleine, schmale, am Ende Dornen tragende 
Lamellen aus. 


Cytherella Bosquet. 


Die ungleichen dicken Schalenklappen flach; die rechte viel grössere umfasst die linke im ganzen 
Umfange und trägt am gesammten inneren Rande eine Furche, welche den Rand der entgegengesetzten 
Klappe aufnimmt. Im Inneren der Schalen zwischen dem Centrum und dem oberen Rande befindet sich ein 
kleiner länglicher, wenig hervorragender Höcker, dessen Richtung zu der Längsaxe der Schale stets schief 
gestellt ist und sich trotz dem geringen Grade seiner Erhebung durch die mattweisse Färbung leicht zu er- 
kennen gibt. Aeusserlich entspricht denselben eine kleine Vertiefung, die aber nur bei wenigen Arten etwas 
deutlicher wird. 


Die Gattung nähert sich den Copepoden,.ist jedoch im Leben noch nicht beobachtet worden, die Art 
ihrer Bewegung ist daher noch unbekannt. 


1. C. ovata Röm. sp. — Taf. II. 28. Fig. 4. 5. 


1840. Cytherina ovata Römer, Verstein. d. nordd. Kreidegeb. pag. 104. Taf. 16. fig. 21. 

1845. Cytherina complanata Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 16. Taf. 5. fig. 34 (icon mala). 

1845. Cytherina ovata Reuss, ebendas. I. pag. 16. Taf. 6. fig. 35. 

1847. Cythere veniformis Bosquet, Deser. des entom. foss. de la craie de Maestr. pag. 6, 7. Taf. 1. fig. 1 af. 

1847. Cytherina laevis Williamson, Transact. of the Manchester philos. soc. Taf. 4. fig. 80. 

1849. Jones, Monogr. of the Entom. of the cret. form. of England. pag. 28. Taf. 7. fig. 24. a—i. 

1849. Cytherina ovata u. complanata Geinitz, Quadersandsteingb. in Deutschl. pag. 98. 

1851. Cythere ovata Reuss, Foram. u. Entom. d. Kreidem. v. Lemberg. pag. 48. Taf. 5. fig. 2. 

1854. Cytherella complanata Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wiss. V]I. pag. 140. Taf. 28. fig. 9. 

1854. Bosquet, Monogr. des crust. foss. du terr. cr&t. du duche de Limbourg, pag. 45. Taf. 8. fig. 1 a—f. 

1855. Cytherella complanata Reuss, in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. pag. 277. 

1870. R. Jones, in Geol. magaz. Febr. pag. 3, 4. 

Ebenfalls eine sehr verbreitete Species der Kreideostracoden, die aber hauptsächlich den senonen und 
turonen Schichten angehört. In tieferen Kreideschichten scheint sie selten zu sein. R. ‚Jones führt sie aus 
dem Gault an. Ob die von demselben angegebenen tertiären Formen von Bracklesham wirklich hierher ge- 
hören, will ich unentschieden lassen. 

Die Species ist aber zugleich in ihrer Form sehr veränderlich. Man kann hauptsächlich zwei Formen- 
gruppen unterscheiden, die eine mit eiförmigen, beinahe gleichseitigen Klappen, die echte C. ovata, und die 
andere mit mehr weniger eingebogenem Ventralrand, wodurch die Schalen einen mehr nierenförmigen Umriss 
annehmen, Bosquet’s ©. reniformis. Zwischen beiden gibt es aber zahlreiche Zwischenformen, so dass eine 
Trennung derselben nicht wohl vorgenommen werden kann. In der sächsischen und böhmischen Kreide 
kommen zwar beide Formentypen vor, die meisten Schalen, besonders aus dem sächsischen Pläner, gehören 
jedoch der Var. reniformis an. 

Der Umriss der Schalen ist daher, insbesondere bei erwachsenen Individuen, mehr weniger bohnen- 
förmig oder eiförmig, bald breiter, bald schmäler. Die linke Klappe ist im Gegensatze zu den übrigen 
Ostracodengattungen schmäler als die rechte. Beide Enden sind zugerundet, fast gleich breit; an jungen 
Exemplaren pflegt jedoch das vordere Ende breiter su sein, als das entgegengesetzte. Der Dorsalrand ist 
gleichmässig bogenförmig und stellt die Hälfte einer Ellipse dar. Je älter das Individuum wird, in desto 
stärkerem Bogen tritt die Mitte dieses Randes hervor. An der linken Klappe ist die Biegung des Dorsal- 
randes stets geringer. Zugleich biegt sich der Ventralrand, der im Ganzen mehr gerade ist, mit zunehmen- 
dem Alter stärker ein, was der Klappe die Bohnen- oder Nierenform ertheilt. Auch die Convexität des 
Gehäuses nimmt mit dem Alter zu. Stets ist aber der hintere Theil der Schalen stärker gewölbt und fällt 
gegen das Hinterende steil ab, während die Wölbung sich nach vorne hin allmählich abdacht. Die Schalen- 
oberfläche ist glatt und glänzend. Von Dornen, welche Jones bei jungen Exemplaren erwähnt, habe ich nie 
eine Spur wahrgenommen. 

Ziemlich häufig im Pläner von Streblen, nicht selten in jenem von Weinböhla, sehr selten im Pläner 
von Zschertnitz bei Dresden und im Cenoman von Plauen. Im böhmischen Pläner und Baculitenthon. Zahl- 
reiche Fundorte in anderen Ländern findet man bei Bosquet (Monogr. pag. 47) angeführt. Jones erwähnt 
die Species auch im Gault von Folkestone in England. 


3. C. Muensteri Röm. sp. — Taf. II. 28. Fig. 6. 7. 


1838. Cytherina Muensteri Römer, in Leonh. u. Bronn’s Jahrb. f. Min. u. Geol. pag. 516. Taf. 6. fig. 13. 
1845. Cytherina parallela Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. I. pag. 16. Taf. 5. fig. 33. 

1847. Cythere truncata Bosquet, Descr. des entom. foss. de la craie de Maestr. pag. 7. Taf. 1. fig. 2 a—c. 
1849. Cyiherella truncata Jones, Monogr. of the Entom. of the cret. form. of England .pag. 50. Taf. 7. fig. 25 a—c. 
1850. Cytherina parallela Geinitz, Quadersandsteingeb. in Deutschl. pag. 98. 

1851. Bosquet, deser. des entom. foss. des terr. tert. de la France et de la Belg. pag. 13. Taf. 1. fig. 2. a—d. 
1351. Cytherina parallela Reuss, Foram. u. Entom. d. Kreidem. von Lemberg. pag. 47. Taf. 5. fie. 1. 

1854. Bosquet, Monogr. des crust. foss. du terr. cret. du duche de Limbourg. pag. 48. Taf 3. fig. 2. a—d. 

1854. Cytherella parallela Reuss, Denkschr. d. k. Akad. d. Wiss. VII. pag. 40. 

1855. Cyiherella parallela Reuss, Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. pag. 18. 

1556. R. Jones, Monogr. of the tert. Entom. of England, pag. 56. Taf. 15. fig. 12, 13. 

1870. R. Jones, Geol. magaz. Febr. pag. 3, 4. 


Auch diese Species scheint eine beträchtliche lormenmannigfaltigkeit zu entwickeln. Wenigstens 
weichen die Abbildungen der Schalenumrisse nicht wenig von einander ab, indem ihre Breite, die Biegung 
des Dorsalrandes und die Beschaffenheit des Hinterendes grossen Schwankungen unterworfen sind. 

Das eine Extrem mit starker Krümmung des Rückenrandes und dem auffallend schrägen Abgestutzt- 
sein des Hinterendes bilden die Exemplare von Maastricht, wie sie Bosquet 1. e. Taf. 1. Fig. 2 abbildet. 
Ich habe so ausgesprochene Formen nie beobachtet. Weniger auffallend treten diese Merkmale in den Ab- 
bildungen von Bosquet’s Monographie der Kreideostracoden des Herzogthums Limburg (. c. Taf. 8. Fig. 2) 
hervor. Noch weniger ausgesprochen sind sie in den Abbildungen in Jones Monographie der englischen 
Kreideentomostraceen. Das entgegengesetzte Extrem bilden endlich die böhmischen und die ihnen völlig 
gleichen Schalen aus dem sächsischen Pläner, welche ich wegen des beinahe vollständigen Parallelismus der 
beiden Ränder der schmalen Schalen, verbunden mit einer kaum angedeuteten Abstutzung des hinteren Endes 
von ©. truncata Bosq. für verschieden hielt und als C. parallela beschrieb. Jedenfalls werden sie als Var. 
parallela der ©. Muensteri unterschieden werden können. 

Die sächsischen Exemplare sind verlängert und gewöhnlich auffallend schmal. Der Rückenrand kaum 
sebogen und dem ebenfalls beinahe geraden, nur in der Mitte sehr schwach eingebogenen Ventralrande fast 
parallel. Der Dorsalrand der grösseren rechten Klappe ist etwas mehr gekrümmt, als jener der kleineren 
linken Klappe. Beide Enden sind zugerundet, am vorderen ist die Rundung regelmässig, am hinteren etwas 
schief. Nur sehr selten zeigt letzteres eine Andeutung von Abstutzung. Am hinteren Ende sind die Schalen 
am gewölbtesten und fallen steil ab, während sie sich gegen das vordere niedergedrückte Ende allmählich 
abdachen. 

Die Schalenoberfläche fand ich immer selbst unter dem Mikroskope glatt, gleichförmig weiss, meistens 
matt, selten glänzend und stets ohne die reihenförmigen Grübchen, welche Jones an Exemplaren aus dem 
Gault beobachtete. 

Die Species ist weit weniger verbreitet, als die vorhergehende, und besonders im Senon und Turon 
zu Hause. In Sachsen liegt sie ziemlich häufig im Pläner von Strehlen und Weinböhla, sehr selten in den 
Mergeln von-Zschertnitz bei Dresden und von den Rathsweinbergen von Meissen, sowie im Cenoman von 
Plauen. In Böhmen fand ich sie im Pläner und im Baeulitenthon. Jones führt sie aus dem Gault von 
Folkestone und Leacon-Hill an. Endlich wird sie noch aus dem Eocän Enelands, Nordamerikas und von 
Paris, sowie aus dem Miocän von Bordenux angegeben. 


— 153 — 


C. solenoides Rss.!) stellt nur eine Abänderung der ©. Mwensteri dar, welche stärker verlängert, 
etwa dreimal so lang als hoch ist, mit fast parallelen Rändern und abgestutzten, sehr flach bogenför- 
migen Enden. 


3. C. Williamsoniana Jon. — Taf. U. 28. Fig. 9. 10. 

18432 Cytherina pedata Geinitz, Kieslingswalde, pag. 6. Taf. 5. fig. 13. 

1849. Jones, Monogr. of the Entom. of the cret. form. of England. pag. 31. Taf. 7. fig. 26. 

1851. Cypridina leioptycha Reuss, Foram. u. Entom. d. Kreidem. v. Lemberg. pag. 49. Taf. 5. fig. 11. 

1854. Bosquet, Monogr. des crust. foss. du terr. cret. de Limbourg, pag. 52. Taf. 5. fig. 2. 

Klappen niedergedrückt, verlängert elliptisch, an beiden Enden beinahe gleich breit, etwas schief 
gerundet. Das vordere Ende wird von einem glatten bogenförmigen, erhabenen Saume eingefasst, der ent- 
weder hart am Rande liegt oder von demselben durch eine schmale Depression getrennt wird. Eine ähnliche, 
aber stärkere Erhöhung begleitet das hintere Ende. An alten Individuen erhebt sie sich am oberen und 
unteren Ende zu einem grossen, rundlichen Höcker. Beide Ränder der Klappen sind beinahe gerade, nur 
an den Enden gebogen und divergiren nach vorne in sehr geringem Grade. Der wenig gewölbte Schalen- 
rücken verhält sich in Beziehung auf seine Skulpturverhältnisse sehr verschieden. Den Ventralrand begleitet 
ein schmaler Kiel, der vor dem unteren Ende des Randsaumes abbricht oder mit demselben verschmilzt. In 
der Mittellinie der Schale oder etwas unterhalb derselben verläuft ein zweiter schwacher Kiel, der entweder 
schon in der Mitte der Schalenlänge endigt oder über dieselbe hinaus fortsetzt. Er ist bald gerade, bald 
krümmt er sich etwas nach unten, bald ist er selbst knieförmig umgebogen. Ein dritter Kiel befindet sich 
am Dorsalrande, der aber nur kurz und gewöhnlich auf die hintere Schalenhälfte beschränkt ist. 

An vielen Klappen verfiachen sich die Kiele mehr und mehr und sinken zu sehr niedrigen Längs- 
wulsten herab oder die sehr flachen Erhöhungen und seichten Vertiefungen werden ganz unregelmässig. 
Solche Formen ähneln dann den von Jones 1. c. abgebildeten Exemplaren. 

Die von Bosquet gezeichneten kleinen Tuberkeln beobachtete ich an den sächsischen Schalen ebenso- 
wenig, als an jenen von Lemberg. 

Die Ventralansicht beider vereinigter Klappen ist schmal-oblong, am hinteren Ende wenig breiter 
als an dem vorderen. 

Nicht selten in dem Pläner von Strehlen, sehr selten im Cenoman von Plauen. Im Kreidemergel 
von Lemberg, in der Kreide, dem Kreidemergel und Gault von England, im Senon von Limburg. 


Unter den mir zur ‘Untersuchung mitgetheilten, von Herrn Kirsten gesammelten sächsischen Kreide- 
ostracoden befand sich auch eine Anzahl derselben aus dem cenomanen Pläner von Plauen, welche ich zur 
Vervollständigung seines paläontologischen Charakters hier nachträglich anführen zu müssen glaube. Es 
sind folgende Species: 


1. Bairdia subdeltoidea v. M. gemein. 


2. Bairdia arcuata v. M. Var. faba Rss. sehr selten. 


‘) Verstein. d. böhm. Kreideform. II. pag. 104. Taf. 24. fig. 14. 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 4. 21 


— 154 — 


3. Cythere elongata n. sp. — Taf. II. 28. Fig. 11. 

Schale verlängert-eiförmig, verhältnissmässig schmal, vorne schief gerundet, nach hinten sich wenig 
verschmälernd und in einem zusammengedrückten, schief-dreieckigen Lappen endigend, dessen Unterrand mit 
vier spitzigen Zähnen besetzt ist. Beide Ränder sind beinahe gerade und divergiren nach vorne nur sehr 
wenig. Die niedergedrückten Klappen sind mit Ausnahme des Hinterendes ringsum von einem verdickten 
Saume umgeben. Sein Rand ist am vorderen Schalenende sehr fein gezähnt. Der Kiel, welcher den Ventral- 
rand begleitet, erhebt sich nach hinten nur wenig und endigt dort “n einer kurzen Spitze, welche sich 
mitunter zu einem kleinen Höcker verdickt. Ein ähnlicher Höcker bildet bisweilen das hintere Ende des 
oberen Randsaumes, während am vorderen nach innen hin ein sehr kleiner, runder Schlosshöcker liegt. 

Die Schale ist dem Randsaume zunächst überall niedergedrückt, erhebt sich jedoch gegen die Mittel- 
linie zu einem Längswulst oder einer stumpfen Längsrippe, welche den Randsaum nur wenig überragt. Die 
Schalenoberfläche ist überall mit feinen Erhabenheiten, Spitzen und Grübchen bedeckt. 

Sehr selten im unteren Pläner von Plauen. 


4. Cytheridea ovata Bosq. — Taf. II. 28. Fig. 8. 

1854. Bosquet, Monogr. des crust. foss. des terr. cret. de Limbourg pag. 63. Taf. 5. fig. 6. 

Die Klappen breit- und schief-eiförmig, sehr stark gewölbt, am vorderen Ende breit gerundet, am 
hinteren verschmälert, stumpf. Die stärkste Wölbung liegt beiläufig in der Mitte der Schalenlänge und fällt 
gegen den Bauchrand steil, gegen die anderen Seiten sanfter ab. Der Dorsalrand ist stark bogenförmig, der 
ventrale im mittleren Theile fast gerade, an der linken Klappe sehr seicht eingebogen. Die Schalenober- 
fläche glatt. 

Nicht selten im unteren Pläner von Plauen. 

5. Cytherella ovata Röm. sp. sehr selten. 


6. Cytherella Muensteri Röm. sp. sehr selten, sowie auch die zugleich vorkommende Var. 
solenoides. 


7. Cytherella Williamsoniana Jon. sehr selten. 


Index generum et specierum. 


(Die hier beschriebenen Arten sind mit Cursivschrift, die Synonyme und nur beiläufig genannten Arten in gewöhnlicher Schrift gedruckt.) 


Ammodiscus Rss. 118. 
Anomalina d’Orb. 113. 
Asterigerina d’Orb. 111. 
Ataxophragmium Rss. 124. 
A. variabile d’Orb. 124. 
Bairdia M’Coy. 139. 

. angusta Jon. 150. 

. arcuata Mün. 141. 142. 153. 
. faba Rss. 141. 

. Harrisiana Jon. 141. 

. modesta Rss. 142. 

. perforata Bosq. 149. 

. siliqua Jon. 141. 


[eo ie or ee ee ee) 


Berenicea Lamx. 1531. 

B. comata Rss. 132. 

B. conferta Rss. 131. 

B. grandis d’Orb. 131. 
Bigenerina d’Orb. 122. 
Bolivina d’Orb. 109. 

B. tegulata Rss. 109. 
Bryozoen. 127. 

Bulimina d’Orb. 108. 

B. intermedia Rss. 108. 

B. Murchisoniana d’Orb. 108. 
B. variabilis d’Orb. 124. 
Calcarina d’Orb. 115. 
Carpenteria Gray. 111. 
Cavea elongata d’Orb. 137. 
Cellepora diseiformis Mün. 132. 
Ceriopora Goldf. 136. 

C. incrustans Rss. 136. 

C. nana Rss. 136. 

C. substellata d’Orb. 136. 
Chrysaora pulchella Röm. 137. 
Citharina d’Orb. 90. 

Clausa d’Orb. 137. 


. subdeltoidea Mün. sp. 140. 153. 


Cl. Franegana W’Orb. 137. 
Clavulina d’Orb. 122. 
Clidostomum Ehrb. 109. 
Cornuspira Schultze. 117. 
C. cretacea Rss. 117. 
Cristellaria Lam. 100. 

. angusta Rss. 101. 

. compressa d’Orb. 101. 
. elongata d’Orb. 100. 

. inaequalis Rss. 100. 
intermedia Rss. 103. 106. 
. Kürsteni Rss. 102. 
lepida Rss. 106. 

lobata Rss. 104. 

. navicularis d’Orb. 102. 
. nuda Rss. 106. 

. oligostegia Rss. 103. 
ovalis Rss. 103. 

. recta d’Orb. 101. 

. rotulata Lam. 104. 

. Schloenbachi Rss. 102. 
. subalata Rss. 106. 
Cyelolina cretacea d’Orb. 118. 
Cyprideis Jon. 149. 


SIDISESLSTSISISTSISZRESISISERES 


' €. leioptycha Rss. 153. 

| €. muricata Rss. 146. 

' €. Roemeriana Bosq. 144. 
|  Cypris pristina Eichw. 140. 
Cythere Müll. 143. 

. Althi Rss. 145. 

. arcuata Mün. 141. 

. concentrica Rss. 144. 

. elegans Bosqg. 146. 

. elongata Rss. 154. 

. Geinitzi Rss. 146. 

. Hilseana Jon. 149. 


DMIEDMAISZESOLEO 


Cypridina concentrica Gein. 144. 


. Karsteni Rss. 145. 

. laevigata Röm. 142. 

. ormatissima Rss. 146. 
ovata Rss. 151. 

. pertusa Rss. 146. 

. pulchella Bosq. 146. 

. punctatula Jon. 144. 

. reniformis Bosq. 151. 

. sculpta Corn. 144. 

. semiplicata Rss. 145. 

. serrulata Bosq. 148. 

. sphenoides Rss. 147. 

. subdeltoidea Mün. 140. 

. trigona Bosq. 140. 

. truncata Bosq. 152. 
Cythereis Jon. 144. 

C. ceiliata Jon. 146. 
Cytherella Bosq. 150. 

. complanata Rss. 151. 

. Muensteri Röm. sp. 152. 154. 
. ovata Röm. sp. 151. 154. 
. parallela Rss. 152. 

. solenoides Rss. 153. 

C. Williamsoniana Jon. 153. 154. 
Cytheridea Bosq. 148. 

C. Jonesiana Bosq. 149. 

C. ovata Bosq. 154. 

C. perforata Röm. sp. 149. 
Cythereideis Jon. 149. 

C. laevigata Röm. sp. 150. 
Cytherina acuminata Alth. 141. 142. 
. attenuata Rss. 150. 

. arcuata Röm. 141. 

. ciliata Rss. 146. 

. complanata Rss. 151. 

. concentrica Rss. 144. 

. cornuta Röm. 148. 


AaAamanan SESISSZITNSIHEATSLASISTALS 


SE E-@IEe @) 


. Karsteni Rss. 145. 

. laevigata Röm. 150. 

. laevis Will. 151. 

modesta Rss. 142. 

. Muensteri Röm. 152. 
ovata Röm. 151. 
ornatissima Rss. 146. 

. parallela Rss. 152. 
pedata Gein. 153. 

. perforata Röm. 149. 

. semiplicata Rss. 145. 

. spinosa Rss. 148. 

. subdeltoidea Mün. 140. 

. triplicata Röm. 146. 
Defrancia Bronn. 132. 

D. disciformis Rss. 132. 

D. subdisciformis d’Orb. 132. 
Dentalina d’Orb. 82. 

D. aculeata d’Orb. 88. 
D. acuticauda Rss. 86. 
D. annulata Gümb. 85. 
D. communis d’Orb. 37. 
D. foedissima Rss. 121. 
D. gracilis d’Orb. 86. 
D 
D 
D 
D 
D 


erearatalereorolerletearsalerae 


. intermedia Rss. 37. 

. legumen Gümb. 88. 

. Lorneiana d’Orb. 86. 

. nodosa d’Orb. 86. 

. subecommunis d’Orb. 87. 
Diastopora Lamx. 132. 
D. Oceani d’Orb. 132. 
D. tuberosa Rss. 132. 
Discorbina ammonoides Rss. 114. 
D. marginata Rss. 112. 
D. polyraphes Gümb. 114. 
Entalophora Lamx. 133. 
E. Carantina d’Orb. 133. 
E. lineata Beiss. 133. 
E. pulchella Rss. 133. 
E. virgula v. Hag. sp. 133. 
Eschara Ray. 130. 
E. lineolata Rss. 130. 
Escharites Röm. 135. 
E. dichotoma Rss. 155. 
E. distans v. Hag. 135. 
Escharina inflata Röm. 129. 
Eozoon. 116. 
Fasciculipora d’Orb. 135. 
F. aspera Rss. 136. 
Filisparsa d’Orb. 134. 
F. ornata Rss. 134. 
F. simplex Rss. 134. 
Fissurina Rss. 79. 


— 156 — 


F. spinosissima Rss. 79. 
Flabellina d’Orb. 97. 


F. Baudouiniana d’Orb. 99. 


F. cordata Rss. 98. 

F. elliptica Nilss. 97. 

F. ornata Rss. 99. 

F. rugosa @’Orb. 98. 99. 
Foraminiferen. 73. 
Frondicularia Defr. 91. 
amoena Rss. 92. 
angulata Rss. 97. 

. angulosa d’Orb. 97. 
ansusta Nilss. 91. 
angustata Röm. 91. 
angustissima Rss. 94. 
. apiculata Rss. 92. 

. Archiaciana d’Orb. 96. 
. canaliculata Rss. 92. 
capillaris Rss. 93. 
Cordai Rss. 92. 95. 
Decheni Rss. 96. 
elegans d’Orb. 97. 
inversa Rss. 94. 

. marginala Rss. 93. 

. mierosphaera Rss. 94. 
. mucronata Rss. 96. 
ovata Gein. u. Röm. 97. 
. striatula Rss. 94. 

. tenuis Rss. 94. 
tribrachiata Rss. 95. 
tricarinata d’Orb. 92. 
F. turgida Rss. 92. 97. 
Frondieulina v. Mün. 97. 
Fungella v. Hag. 135. 
Gaudryina d’Orb. 122. 126. 
G. rugosa d'Orb. 126. 
Gemmulina d’Orb. 109. 
Glandulina d’Orb. 89. 
G. cylindracea Rss. 89. 
Globigerina d’Orb. 112. 
@G. cretacea d’Orb. 112. 
Globulina d’Orb. 107. 

. globosa v. Mün. 107. 
. horrida Rss. 107. 

. lacrima Rss. 107. 

. manifesta Rss. 90. 

. marginata Rss. 112. 

. mutabilis Rss. 89. 
Guttulina d’Orb. 107. 
Haplophragmium Rss. 119. 
H. aequale Rss. 120. 


ana am 


H. irregulare Röm. sp. 119. 


Haplostiche Rss. 119. 120. 


H. clavulina Rss. 121. 
H. constrieta Rss. 122. 
H. dentalinoides Rss. 121. 
H. foedissima Rss. 121. 
Heteropora Blainv. 136. 
H. Kirsteni Rss. 136. 
Lagena Walk. 78. 

L. globosa Montg. 78. 
L. sulcata Montg. 78. 
Lanceopora d’Orb. 130. 
L. elegans d’Orb. 150. 
L. striolata Rss. 130. 


Lenticulites cristella Nilss. 104. 


L. Comptoni Nilss. 104. 

L. rotulata Lam. 104. 
Lepralia Johnst. 129. 

L. inflata Röm. 129. 

L. misera Rss. 129. 

L. pediculus Rss. 129. 
Lingulina d’Orb. 89. 90. 

L. pygmaea Rss. 90. 
Lingulinopsis Rss. 89. 
Lituola Lam. 119. 

L. aequalis d’Orb. 120. 
Loxostomum Ehrb. 109. 
Macrocypris arcuata Jon. 141. 
Marginulina d’Orb. 100. 

M. compressa d’Orb. 101. 
M. costulata Rss. 90. 

M. elongata d’Orb. 100. 102. 
M. inzequalis Rss. 100. 
Meliceritites Röm. 135. 

M. gracilis Röm. 135. 
Membranipora Blainv. 1283. 
M. confluens Rss. 129. 

M. depressa v. Hag. 128. 
M. elliptica v. Hag. 128. 

M. patellaris Rss. 128. 

M. tenuisulca Rss. 129. 
Nautilus Comptoni Sow. 104. 
Nodosaria Lam. 79. 

acicula Rss. 32. 

. aculeata d’Orb. 88. 
acuticauda Rss. 86. 

. affinvs d’Orb. u. Rss. 83. 
. amphioxys Rss. 82. 

. annulata Rss. 85. 

. bactroides Rss. 80. 
badenensis d’Orb. 88. 
Beyrichi Neugeb. 90. 
catenula Rss. 85. 
Oatesbyi d’Orb. 81. : 
cognata Rss. 85. 


zazmzazuaazann 


communis d’Orb. 87. 88. 
constrieta Rss. 122. 
cylindracea Rss. 89. 
cylindroides Rss. 84. 
deflewa Rss. 87. 
discrepans Rss. 84. 
distincta Rss. 84. 
fusula Rss. 82. 
gracilis d’Orb. 86. 
humilis Röm. 89. 
incerta Neugeb. 90. 
inflata Rss. 80. 
legumen Rss. 88. 
Lorneiana d’Orb. 86. 
multilineata Rss. 83. 
Naumanni Rss. 82. 
nodosa d’Orb. 86. 
obscura Rss. 81. 83. 
obsolescens Rss. 83. 
oligostegia Rss. 83. 85. 
paupercula Rss. 81. 
peracuta Rss. 86. 
polygona Rss. 79. 
septemcostata Gein. 79. 
sororia Rss. 87. 
strangulata Rss. 84. 
undeeimcostata Gein. 79. 
N. Zippei Rss. 79. 

Oolina simplex Rss. 78. 
Operculina cretacea Rss. 117. 
0. incerta d’Orb. 118. 
Orbignyina v. Hag. 119. 
Orbulina d’Orb. 111. 
Osculipora d’Orb. 136. 

O. truncata Goldf. 136. 
Ostracoden. 138. 

Patellina Will. 116. 
Petalopora Lonsd. 137. 

P. elongata d’Orb. 137. 
Planularia angusta Nilss. 91. 
Planorbulina d’Orb. 113. 
P. ammonoides Rss. 114. 
P. lenticula Rss. 115. 


— 17 — 


P. polyraphes Rss. 114. 
Plecanium Rss. 109. 125. 

P. concinnum Rss. 125. 126. 
P. Partschi Rss. 126. 
Polymorphina d’Orb. 106. 107. 
P. globosa v. Mün. 107. 

P. horrida Rss. 107. 

P. lacrima Rss. 107. 
Polyphragma Rss. 119. 
Polytrema. 116. 

Psecadium Rss. 89. 
Pyrulina d’Orb. 107. 
Reptomultisparsa d’Orb. 132. 
R. glomerata d’Orb. 132. 
Rhabdoidea. 78. 
Rhynchoplecta Ehrb. 109. 
Rhynchospira Ehrb. 112. 
Robulina d’Orb. 100. 

R. Comptoni Röm. 104. 

R. crassa Röm. 104. 

R. lepida Rss. 106. 


Rosalina ammonoides Rss. 114. 


R. canalicula Rss. 112. 
R. margmata Rss. 112. 
Rotalia Lam. 116. 

R. ammonoides Rss. 114. 

R. lenticula Rss. 115. 

R. marginata Gümb. 112. 
R. nitida Rss. 116. 

R. polyraphes Rss. 114. 

R. turgida v. Hag. 116. 

R. umbilicata d’Orb. 116. 
Rotalina lenticula Rss. 115. 
R. nitida Rss. 116. 

R. polyraphes Rss. 114. 

R. umbilicata Rss. 116. 
Salicornaria Cuv. 128. 
Schizophora Rss. 109. 
Spirillina Ehrb. 118. 
Spirolina aequalis Röm. 120. 
Sp. inaequalis Rss. 119. 

Sp. irreguiaris Röm. 119. 
Sp. lagenalis Röm. 119. 


Spirolinites Bucklandi Mant. 119. 
Sp. Mantelli 119. 

Sp. Murchisoni Mant. 119. 
Sp. Stockesi Mant. 119. 
Spiropora Lamx. 134. 

Sp. verticillata Goldf. 134. 
Stomatopora Br. 127. 133. 
Supercytis d’Orb. 136. 

S. digitata d’Orb. 136. 
Tesxtilaria Defr. 109. 

. anceps Rss. 126. 

. Baudouiniana d’Orb. 110. 
. concinna Rss. 125. 

. conulus Rss. 110. 

. Partschi Rss. 110. 126. 

. praelonga Rss. 111. 

pupa Rss. 110. 

. turris d’Orb. 110. 
Textularia concinna Rss. 125. 
T. Partschi Rss. 126. 

T. tricarinata Rss. 122. 

T. triquetra v. Mün. 124, 
Tinoporus Montf. 116. 
Tritaxia Rss. 122. 

Tr. tricarinata Rss. 122. 
Truncatulina d’Orb. 113. 

Tr. ammonoides Park. u. Jon. 114. 
Üvellidea. 122. 

Unitubigera subdisciformis d’Orb. 132. 
Vaginulina d’Orb. 90. 

V. costulata Röm. 90. 

V. Geinitzi Rss. 91. 
Verneuilina d’Orb. 123. 

V. Bronni Rss. 123. 

V. dubia Rss. 122. 

V. Muensteri Rss. 124. 
Vincularia Defr. 131. 

V. Plauensis Rss. 131. 
Virgulina d’Orb. 108. 

V. Reussi Gein. 108. 

V. tegulata Rss. 109. 


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IV. Classe. Mollusea (Weichthiere). 


III. Ordn. Gasteropoda, Bauchfüsser, Schnecken. (Vgl. I. p. 239.) 
A. Prosobranchiata.. Kammkiemer, Schildkiemer und Kreiskiemer. 
a. Holostomata etc. Mündung ohne Canal oder Ausschnitt. Phytophaga vorzugsweise, 


l. Fam. Turritellidae. 
Turritella Lam., 1799—1801. — I. S. 239. 
1. T. multistriata Reuss. — II. Taf. 29. Fig. 1—3; Taf. 30. Fig. 18. 


1340. T. granulata Gein. Char. II. p. 44 z. Th. Taf. 15. fig. 9, und 7. propingua Gein. eb. p. 45. Taf. 15 fig. 12. 
(nicht 7. granulata Sow.). 

1843. T. granulata Gein. Kiesl. Taf. 1. fig. 18. 

1843. T. multistriata Reuss, die Kreidegebilde des westlichen Böhmens, p. 207. 

1844. T. quadrieineta Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 106. Taf. 196. fig. 16 u. 17. c. 

1845. Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. I. p. 51. Taf. 10. fig. 17; Taf. 11. fig. 16. 

1846. Gein. Grundr. p. 326. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. p. 124. 

1850. T. Geinitzi d’Orbiguy, Prodr. de Pal. II. p. 148. 

1852. T. diffieilis Zekeli, Abh. d. Geol. Reichs-Anst. Vol. I. 2. p. 23. Taf. 1. fig. 3. 

1868. T. multistriata Stoliezka, Cret. Gastr. of South. India, p. 224. Pl. 17. fig. S—-14. 16. 

Die kegelförmige Schale besteht aus etwa 10 mässig gewölbten Umgängen, welche durch eine tiefe 
Naht geschieden sind und 6 bis 7 schmale emporstehende Längslinien tragen, welche weit von einander ent- 
fernt liegen. Die breiten sie trennenden Zwischenräume sind mit sehr feinen Längslinien erfüllt, von denen 
nur die mittleren mit blossen Augen erkennbar sind. 

An der Oberfläche der Steinkerne tritt oft nur eine meist von einer Furche begrenzte Spirallinie 
hervor, die nahezu in das obere Drittheil der Höhe eines Umganges fällt (Fig. 3). 

Bei der nahe verwandten 7. sexeincta Goldf. (Petr. Germ. III. p. 107. Taf. 97. fig. 2) zählt man 
auf den Windungen 6 stärkere und regelmässiger von einander entfernte Längsrippen und dieser Art ent- 
spricht am nächsten 7. diffieilis d’Orb. (Pal. fr. t. eret. II. Pl. 151. fig. 19), während 7‘. sexlineata A. Römer ') 
länger gestreckt ist als 7. multistriata. 

Vorkommen: Nicht selten im Mittelpläner von Priessnitz und Niederwartha an der Elbe, an der 
Walkmühle bei Pirna und in dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla. In dem Mittelpläner von Laun, 


!) A. Römer, Nordd. Kreideg. 1841. p. 80. Taf. 11. fig. 22. 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 5. 22 


dem Baculitenmergel von Priesen, Böhmisch-Kamnitz und Kreibitz in Böhmen, vom Marterberg bei Passau, 
im Grünsande von Kieslingswalde im Glatzischen, am Salzberge bei Quedlinburg, im senonen Kreidemergel 
von Lemförde, Haldem und Osterfeld m Westphalen, also von unterturonen Schichten an bis in die unter- 
senonen hinauf. 


2. T. lineolata A. Röm. 

1841. A. Römer, nordd. Kreideg. p. 80. Taf. 11. fig. 24. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. p. 124. 

Ihre lang-kegelförmige Schale besteht aus zahlreichen, fast lachen Umgängen, die aber dennoch durch 
eine vertiefte Naht deutlich geschieden sind. Sie werden von sehr feinen Längslinien dicht bedeckt, die an 
Exemplaren von Strehlen noch undeutlicher sind als an. jenen von Lemförde. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalk von Strehlen. — Im senonen Mergel von Lemförde. 


Scala Klein, 1753. (Scalaria Lam. 1801.) — I. S. 241. 

Sc. decorata Röm. sp. — II. Taf. 29. Fig. 4. 

1841. Melania decorata A. Römer, nordd. Kreideg. p. 82. Taf. 12. fie. 11. 

1843. Fusus costato-striatus, Münster, in Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 23. Taf. 171. fig. 18. 

1845. Turrilites undulatus Reuss, böhm, Kreidef. I. p. 24. Taf. 7. fig. 8. 9. 

1549. Scalaria decorata Gein. Quad. Deutschl. p. 124. 

1850. Se. decorata, Sc. subundulata und Se. costato-striata d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 217. 

Mit einem Spira-Winkel von ca. 32 Grad bilden die zahlreichen regelmässig gewölbten Umgänge 
ein lang-kegelförmiges Gehäuse, das 10 Cm. und mehr Länge erreicht hat. Jeder Umgang ist an seiner 
Basis gekantet und trägt etwa 16 gerade, stark entwickelte Querrippen, welche durch breitere concave 
Zwischenräume getrennt sind. Ueber beide laufen sehr zahlreiche stärkere und schwächere Längslinien hin, 
die auf der Höhe der Querrippen oft. zu kleinen Höckerchen anschwellen. Gewöhnlich fassen stärkere 
Linien eine schwächere ein, und zwischen dieser und jenen zeigen sich hie und da noch feinere Linien. 

Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen. — Nach Reuss in dem turonen Grünsande von 
Czenezig und Malnitz in Böhmen, nach Römer und Goldfuss in dem untersenonen Kreidemergel von Haldem, 
Rorup bei Coesfeld in Westphalen und Osterfeld bei Essen an der Ruhr. 


2. Fam. Naticidae. 
MNatica Adanson, 1757. — 1. S. 242. 
N. lamellosa A. Römer. — I. S. 243. Taf. 54. Fig. 17. 
N. Gentii Sow. sp. — 1. S. 244. Taf. 54. Fig. 16; Il. Taf. 29. Fig. 12—14. 
3. N. dichotoma Gein. — I. S. 245. Taf. 54. Fig. 18. 


vom 


3. Fam. Riüssoidae, 
Rissoa Frömenville, 1814. 


1. R. coneinna A. Röm. sp. — Il. Taf. 29. Fig. 6. 


1841. Trochus coneinnus A. Römer, norddeutsch. Kreideg. p. 81. Taf. 12. fig. 9. 
1842. Desg]. Gein. Char. III. p. 72. Taf. 18. fig. 20. 

1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 130. (excl. Tr. concinnus Rss.) 

1850. Desgl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 223. 


— 168 — 


Die kegelförmige Schale, welche bei 12 Mm. Höhe gegen 10 Mm. Breite erreicht, bildet 6—8 nie- 
drige, mässig gewölbte Umgänge, die nur mit Spirallinien besetzt sind. Letztere sind durch wenig breitere 
Zwischenräume von einander geschieden, in welchen sich dann und wann eine schwächere Linie erhebt. 

Dem blossen Auge erscheinen dieselben fast glatt, da die Anwachslinien der Schale höchst 
zart sind. 

Der untere Rand der Umgänge ist gerundet, die ganzrandige Mündung, welche diese Art zu 
Rissoa!) verweist, schief-eiförmig, äusserlich wulstförmig verdickt, jedoch mit scharfer Aussenlippe. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen, aus welchem auch A. Römer diese Art zuerst 
beschrieben hat. 


9. R. Reussi Gein. — I. Taf. 31. Fig. 6. 

1845. Turbo concinnus Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 48. Taf. 10. fig. 13. (nicht Römer.) 

Reuss beschreibt diese Art als: lang-kegelförmis, 0'4—1 Zoll lang, 0:25—0'33 Zoll breit, mit 7 nie- 
drigen, gewölbten, runden Umgängen, die durch sehr tiefe Nähte getrennt sind. Basis stark gewölbt, mit 
sehr kleinen Nabel. Jede Windung mit 10—12 Spirallinien, die durch feine Anwachslinien fein gekörnt sind. 
Mündung fast kreisrund. Exemplare von Strehlen sind dieser Art genau entsprechend. An ihren ersten Um- 
gängen gruppiren sich die Anwachsstreifen zu mehr oder weniger deutlichen Rippen zusammen. 

Unter den südindischen Arten ist ihr AR. Oldhamiana Stol. ?) aus der Trichonopolygruppe von 
Garudamungalum am nächsten verwandt, die sich jedoch durch eine länger gestreckte ovale Mündung 
unterscheidet. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen; ziemlich häufig im Baculitenmergel von Zatzschke 
und nach Reuss in dem Baculitenmergel von Luschitz, Priesen und Postelberg in Böhmen, sowie in dem 
Pyropen führenden Conglomerate von Meronitz. 


4. Fam. Turbinidae an Trochidae. 


Trochus L. 1758. — I. 250. 

1. Tr. Engelhardti Gein. — II. Taf. 29. Fig. 5. 

Eine mit Tr. Geinitzi Rss. (I. p: 250) und Tr. Buneli d’Arch. (I. p. 251) nahe verwandte Art, die 
sich jedoch von beiden durch die Beschaffenheit ihrer Spirallinien unterscheidet. 


Die kegelförmige Schale bildet gegen 7 ebene oder fast concave Umgänge mit einer Spira von nahe 
51 Grad und es sind die Umgänge von einem vorspringenden höckerigen Gürtel begrenzt, zwischen welchen 
in der Regel 3 schwächere, gekörnte Spirallinien liegen. Mehrere ihnen ähnliche treten auch noch an der 
flach gewölbten Basis hervor. Die Mündung ist rundlich. Bei 12 Mm. Höhe nur 9 Mm. breit. 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen. 


1) Vgl. auch G. Schwarz v. Mohrenstern, über die Familie der Rissoiden. II. Rissoa. Wien, 1864. 
2) Stoliezka, Cretac. Gastropoda of Southern India, p. 278. Pl. 16. fig. 9. 


—ı #164 — 


3. Tr. amatus d’Orb. — Il. Taf. 29. Fig. 7. 


1840. Trochus Basteroti Gein. Char. II. p. 46. Taf. 15, fie. 9 (nicht Brongniart). 
1841. Desgleichen A. Römer, nordd. Kreidef. p. 81. 
1841—1844. Desgl. Goldfuss, Petr. Germ. II. p. 58. Taf. 181. fie. 7. 

1845. Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 48. 

1846. Desgl. Gein. Grundr. p. 347. 

1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 130. 

1850. Tr. amatus d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 224. 

Ihre kegelförmige Schale bildet 5 schwachgewölbte, durch eine tiefe Naht getrennte Umgänge mit 
einer Spira von ca. 60 Grad. Auf ihnen zählt man zumeist 5 gürtelförmige Streifen, welche durch schiefe 
rückwärts laufende Querlinien deutlich gekörnt sind. 

Es ist diese Art fast stets für Tr. Basteroti Brongn. !) gehalten worden, von der nur ein Abdruck 
aus der oberen Kreide von Meudon beschrieben worden ist. d’Orbigny hat sie zuerst davon geschieden, ob 
mit Recht, lässt sich nur nach neuen dort gefundenen Exemplaren unterscheiden. Jedenfalls weicht die von 
Brongniart gegebene Abbildung nicht nur durch ebene Umgänge, sondern auch dadurch wesentlich ab, dass 
hier und da auch feinere Längslinien zwischen den stärkeren Gürtellinien eingelagert sind. Deshalb hat 
d’Orbigny den Tr. Basteroti Brongn. mit Tr. Rozeti d’Arch. (I. p. 250) vereiniget, auf welcher Art jedoch 
die schiefen Querlinien kaum hervortreten. 

Nilsson’s Tr. Basteroti?) ist schlanker als 7r. amatus und nähert sich hierdurch etwas mehr der 
Abbildung Brongniart’s. 

Vorkommen: Bis 25 Mm. gross in dem Plänerkalke von Strehlen, Quedlinburg, Alfeld und Peine, 
in dem Baculitenmergel von Böhmisch-Kamnitz, Luschitz und Priesen in Böhmen, in dem senonen Kreide- 
mergel von Ilseburg im Harz, Haldem und Osterfeld in Westphalen. 


Turbo L. 1758. — 8. 252. 
1. T. Buchi Goldf. — Il. Taf. 29. Fig. 8. 


1841—1844. Trochus Buchii Goldf. Petr. Germ. III. p. 60. Taf. 82. fie. 1. 
1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 132. 
1850. Turbo Buchii d’Orbigny, Prodr. de Pal. p. 224. 


Die kleine kegelförmige Schale bildet nur 5 gewölbte Umgänge, welche mit zahlreichen, fein granu- 
lirten Längslinien bedeckt sind, auf welchen die Anwachslinien weit schwächer als bei 7r. amatus hervor- 
treten. Man zählt auf dem letzten Umgange über 10, auf dem vorletzten gegen 7 solcher Längsgürtel. 
Nach Goldfuss ist ein enger Nabel vorhanden. 

Vorkommen: Bis 10 Mm. lang und kaum 9 Mm. breit selten im Plänerkalke von Strehlen; nach 
Goldfuss im Kreidemergel von Lemförde. 


2. T. Steinlai Gein. — I. Taf. 29. Fig. 9. 

1842. Delphinula carinata Gein. Char. II. p. 73. 

1843. Trochus Steinlai Gein. Nachtr. z. Char. Taf. 6. Fig. 1. 
1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 132. 


1) A. Brongniart, deser. g60]. des env. de Paris. 3. ed. 1835, p. 35. 622. Pl. K. fig. 3. 
2) Nilsson, Petr. Suec. p. 12. Taf. 3. fig. 1. 


— 1652 — 


5—6 stark gewölbte Umgänge bilden zuerst eine Gewinde von ca. 60 Grad, bis die späteren Um- 
gänge sich oft weit darüber hinaus erstrecken. Die sehr deutlich von einander geschiedenen Umgänge sind 
durch das Hervortreten eines stärkeren knotigen Gürtels oberhalb ihrer Mitte mehr oder minder gekantet. 
Die darüber befindliche Fläche ist mit 3—4, durch Anwachsstreifen deutlich gekörnten Gürtellinien versehen, 
die sich jedoch nicht bis an die Naht erstrecken; unterhalb jenes stärkeren knotigen Gürtels treten an dem 
Umfange der Windungen noch einige ähnliche Gürtellinien auf, bis sie an der gewölbten Basis weit schwächer 
werden und ihre Granulirung fast ganz verlieren; doch sind sie sämmtlich von deutlichen Anwachslinien bis 
an den Nabel durchschnitten. Die Mündung ist rundlich-oval. 

Bei aller Aehnlichkeit dieser Art mit Turbo plicato-carinatus Goldf. sp. (Petr. Germ. III. p. 59. 
Taf. 181. Fig. 11. a. b) lässt sie sich nicht hiermit vereinen. Als wesentliche Unterschiede sind für jene 
Art hervorzuheben ein weit stärkeres, kielartiges Hervortreten einer Kante an dem Umfange, sowie einer 
Kante an der Basis der Umgänge (Goldf. Taf. 181. fig. 11. f), welche dem Turbo Steinlai stets fehlt. 
(Fig 9. b). 

Vorkommen: In stattlichen Exemplaren nicht selten im Plänerkalke von Strehlen. 


5. Fam. Haliotidae. 
Pleurotomaria Defrance, 1825—1826. — 1. S. 258. 
1. Pl. linearis Mant. — II. Taf. 29. Fig. 10. 


1822. Trochus linearis Mantell, Geology of Sussex, p. 110. Pl. 18. Fig. 16. 17. 

1840. Pl. distineta Gein. Char. II. p. 46. Taf. 13. fig. 8; Taf. 15. fig. 18. 19. 

1841. Desgl. A. Römer, nordd. Kreideg. p. 82 z. Th. 

1841—1844. Desgl. Goldfuss, Petr. Germ. IH. p. 75. Taf. 187. fig. 1. 
Pl. velata Goldf. ib. p. 76. Taf. 187. fig. 2. 
Pl. granulifera Mün., Goldf. ib. p. 76. Taf. 187. fig. 3. 
1845—1846. Pl. linearis Gein. Grundr. p. 355. Taf. 15. fig. 1. 
1845—1846. Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 47. 

1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 134 z. Th. 

1850. Pl. perspectiva Dixon, Geol. a. Fossils of Sussex. p. 358. Tab. 27. fig. 27. 

Ihre niedrig-kreiselförmige Schale besteht aus 5—6 treppenförmig abgesetzten Umgängen,, deren 
schmale Spaltdecke mit einer Mittelkante der Umgänge zusammenfällt. Von hier aus dacht sich die Schale 
sowohl nach der Naht hin, als auch nach dem gekielten Unterrande hin fast eben ab. 

Die Basis der Schale ist flach gewölbt, der Nabel tief, enger als bei Pl. Plauensis Gein. und bei 
Pl. seriato-granulata Gold£. 

Ihre ganze Oberfläche ist mit feinen Spirallinien dicht besetzt, von denen oft stärkere und schwächere 
mit einander abwechsein. Diese werden von mehr oder weniger deutlichen Anwachslinien durchschnitten, um 
eine körnige Beschaffenheit der Spirallinien hervorzurufen. 

Vorkommen: Häufig im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, sehr selten in älteren Schichten 
des Pläners. Im turonen Pläner von Oppeln in Oberschlesien, Hundorf u. a. ©. in Böhmen, von Quedlinburg, 
Ahlten in Hannover, Bochum in Westphalen; in dem senonen Kreidemergel von Haldem, Coesfeld und Lem- 
förde in Westphalen; in der grauen Mergelkreide von Hamsey, dem chloritischen Mergel der Insel 


Wight u. a. O. Englands. 


— 16 — 


Die in dem senonen Kreidemergel von Ilseburg im Harze und Nagorzany bei Lemberg vorkommende 
Pleurotomaria unterscheidet sich von Pl. linearis durch den Mangel einer Kante in der Mitte der Umgänge 
und nähert sich mehr der Pl. plana Mün.!) von Haldem. Kner hat sie in den Versteinerungen des Kreide- 
mergels von Lemberg ?) als Pl. Mailleana d’Orb. ?) abgebildet, welche cenomane Art sich indess durch die 
höhere Lage ihrer Spaltdecke davon unterscheidet. 


2. Pl. perspectiva Mant. sp. — Ill. Taf. 29. Fig. 11. 

1822. Cirrus perspectivus Mantell, Geology of Sussex, p. 194. Taf. 18. fig. 12. 21. 
3. Desgl. Sowerby, Min. Conch. Pl. 428. fig. 1. 2. 

2. Pleurotomaria perspectiva d’Orbigny, Pal. franc. terr. cret. II. p. 255 z. Th. 

1846. Desgl. Gein. Grundr. d. Verst. p. 355. 

1849. Pl. linearis Gein. Quad. Deutschl. p. 134. z. Th. 

1870. Pl. linearis F. Römer, Geologie von Oberschlesien, p. 318 z. Th. Taf. 35. fig. 1. 

Diese bisher meist mit Pl. linearis vereinigte Art unterscheidet sich durch ein weit höheres Gewinde, 
ferner entbehren ihre stärker gewölbten Umgänge jene für Pl. linearis bezeichnende mittlere Kante, auf 
welche die Spaltdecke fällt, sind an ihrem Unterrande bis in die Nähe der Mündung hin scharf gekantet 
und schliessen mit einer weniger breiten, quer-ovalen Mündung. Diesem entspricht eine fast ebene Basis, 
die nur in der Nähe der Mündung deutlicher gewölbt erscheint. Ihre Oberfläche ist nur mit feinen Spiral- 
linien bedeckt, an denen eine Granulirung nicht hervortritt. 

Der Nabel ist, nach den Abbildungen von Mantell und Sowerby, gross, wie bei Pl. Plauensis Gein., 
deren Steinkerne sich jedoch leicht durch die weit stärkere Wölbung an der Basis unterscheiden. 

Sie erreicht bei 8:5 Cm. Durchmesser an der Basis, gegen 6°5 Cm. Höhe. 

Es lassen sich die als Cirrus depressus Mant.*) unterschiedenen niedrigen Formen vielleicht besser 
auf Steinkerne der Pl. linearis, als auf Pl. perspectiva zurückführen. 

Vorkommen: Mit Pl. linearis zusammen im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla; bei Oppeln 
in Oberschlesien, in der Kreide von Sussex, Kent, Wiltshire etc. 


3. Pl. seriato-granulata Goldf. 

1841—1844. Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 75. Taf. 186. fie. 10. 

1845—1846. Pl. secans Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 47. Taf. 10. fig. 8; II. p. 111. 
1846. Gein. Grundr. d. Verst. p. 356. Taf. 15. fig. 2. 
1849. Gein. Quad. Deutschl. p. 134, z. Th. 


Diese Art unterscheidet sich von Pl. linearis durch ein stumpferes, niedrigeres Gewind, durch einen 
weiteren, deutlicher treppenförmig abgesetzten Nabel, durch dickere, rippenartige Spirallmien und kräftigere 
Anwachsstreifen, durch welche die ersteren weit gröber gekörnt erscheinen. 

Die Umgänge sind an der Basis stärker gewölbt und zeigen hier oft nur spirale Streifen, wie dies 
bei der-nahe verwandten Pl. secans d’Orb.?) aus senonen Schichten von Cognac der Fall ist. Die letztere 


!) Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 76. Taf. 137. fig. 4. 

2) Naturwiss. Abhandl. von Haidinger, III. p. 18. Taf. 3. fig. 11; Taf. 4. fig. 2. 

®) Palaeont. franc. terr. cret. II. p. 253. Pl. 195 

*) Geol. of Sussex, 1822. p. 195. Pl. 18. fig. 18. 20, und Sowerby, Min. Conch. Pl. 428. fig. 3. 
5) Pal. frang. terr. cr6t. II. p. 261. Pl. 200. fig. 1—4. 


— 167 — 


ist von ihr durch einen weit schärferen Unterrand, ein spitzeres Gewinde und durch die tiefere Lage ihrer 
Spaltdecke unterschieden. 

Vorkommen: Selten im Mittelquader von Cotta bei Pirna; in Schichten von gleichem, unter- 
turonem Alter bei Laun, Czencziz, Malnitz und Neuschloss in Böhmen. Diesen Fundorten entspricht auch 
der von Goldfuss für diese Art angegebene Postelberg (irrthümlich: Bostelberg). 


4. Pl. Baculitarum Gem. — I. Taf. 31. Fig. 9. 

1842. Trochus sublaevis Gein. Char. III. p. 73. Taf. 18. fig. 19. 

1845. Pleurotomaria sublaevis Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 47. Taf. 10. fig. 9; Taf. 12. fig. 10. (Nicht Pl. sublaevis 

A. Römer. 1841.) 

1846. Desgl. Gein. Grundr. p. 357. Taf. 14. fig. 19. 

1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 134. 

Eine niedrig-kreiselförmige Art, welche bei 7 Mm. Breite eine geringere Höhe erreicht. Sie besteht 
aus 4—5 dachförmig-abschüssigen, an der Basis gekanteten Umgängen. Die Spaltlinie liegt in der Nähe der 
seichten Nahtfurche. 

Basis flach abschüssig; Mündung eiförmig-rhomboidal; Nabel tief. Die Oberfläche ist mit- 6—8 
Längslinien bedeckt, welche nur selten deutlicher sind. Sie werden von feinen schrägen Querfurchen 
durchschnitten. 

Steinkerne glatt, mit mehr gerundeten Umgängen, welche durch tiefe Nähte getrennt sind. 

Vorkommen: Nicht selten im untersenonen Baculitenmergel bei Zatzschke, ganz Ähnlich wie bei 
Luschitz, Priesen, Wollemitz und Böhmisch-Kamnitz in Böhmen. 


5. Pl. funata Reuss. — II. Taf. 31. Fig. 7. 

1845. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 47. Taf. 10. 

1849. Gein. Quad. Deutschl. p. 134. 

1850. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 225. 

Mit der vorigen Art zusammen kommen auch in dem Baculitenmergel bei Zatzschke Exemplare vor, 
die sich am besten an Pl. funata anschliessen. Auf jedem ihrer 4—5 fast ebenen und an ihrer Basis scharf- 
kantigen Umgängen erheben sich 4—5 gekörnte flache Längsrippen, die durch etwas schmälere Furchen ge- 
schieden werden. Die flachgewölbte Basis ist dagegen dicht mit feinen, zum Theil etwas wellenförmigen 
Spirallmien bedeckt. ; 

Vorkommen: Selten im Baculitenmergel von Zatzschke bei Pirna und bei Priesen in Böhmen, so- 
wie in dem Pyropen führenden Conglomerat von Meronitz in Böhmen. 


6. Fam. Patellidae. 

Patella L. 1758. (Helcion, Acmaea und Scurria Aut.) — I. S. 260. 

1. P. inconstans Gein. — II. Taf. 30. Fig. 1. 2. 

1846. Patelia laevis Gein. Grundr. d. Verst. p. 388. Taf. 16. Fig. 13 (nicht Sowerby). 

1849. Acmaea laevis Gein. Quad. Deutschl. p. 142. (excl. Syn.) 

Bei rundlich ovalem Umriss und nicht selten verbogen, erhebt sich die grosse dünne Schale zu einem 
ziemlich spitzen Wirbel, welcher etwas hinter der Mitte liest und deutlich nach hinten gebogen ist. Sie 
steigt in der Nähe des Wirbels steiler an als an ihrem unteren Rande und ist mit unregelmässigen con- 


centrischen Anwachsringen bedeckt. 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 5. 23 


— 168 — 


Ein unterscheidendes Merkmal für diese Art liest in zwei von dem Wirbel nach dem Vorderrande 
ausstrahlenden Rippen. Uebrigens ist sie sehr veränderlich in Bezug auf ihren Umfang und die Lage 
des Wirbels. 

Der Mangel an ausstrahlenden Linien unterscheidet sie von dem ihr nicht unähnlichen Heleion 
corrugatum Forbes !) aus der Arvrialoor-Gruppe Süd-Indiens. 

Die früheren Abbildungen von Steinkernen aus dem Quadermergel von Kreibitz liessen die Charaktere 
der Art nicht deutlich hervortreten, später wurden auch dort Exemplare mit zwei deutlichen ausstrahlenden 
Rippen getroffen, so dass eine Verwechselung mit Patella laevis Sow. (Min. Conch. Pl. 139, fig. 3, 4) und 
Patella ovalis Nilss. (Petr. Suec. p. 14, Tab. 3, fig. 8) beseitigt werden konnte. 

Vorkommen: Bis 33 Mm. gross und 10—20 Mm. hoch nicht selten im Baculitenmergel der Eisen- 
bahneinschnitte bei Zatzschke und in dem, wahrscheinlich oberen, Quadermergel von Kreibitz in Böhmen. 


2. P. angulosum Gein. 

1843. Patella angulosa Gein. Char. Nachtr. p. 11, Taf. 6, fig. 2—4. 

Bis 5 Mm. gross, mit rundlichen, 4- bis 6-seitigem Umfang, niedrig kegelförmig, mit einem fast 
mittelständigen Scheitel, von welchem 3—6 schmale kantenartige Rippen nach dem unteren Rande laufen. 
Auf den dazwischen liegenden Flächen nimmt man theilweise feine Längsstreifen wahr. 

Vorkommen: Auf Hamiten oder anderen Schalen aufsitzend im Plänerkalke von Strehlen. — 

Es sind ausserdem als Patella oder Acmaea mehrere Dinge beschrieben worden, die sich später als 
Theile oder Abdrücke von Fischwirbeln erwiesen haben. Bei einem meist kreisrunden Umriss befindet sich 


ihr Scheitel genau in der Mitte. Nicht selten zeigen sich ausser concentrischen Streifen auch ausstrahlende 
Linien darauf. 

Als solche sind aufzuführen: 

Patella orbis A. Roemer, 1841, norddeutsche Kreideg. Taf. 11, fig. 1, aus dem Plänerkalke von 
Strehlen und Teplitz; 

Patella sp. Geinitz, 1840, Char. II, p. 48, Taf. 9, fig. 6 und Taf. 16, fig. 4, aus dem unteren 
Quader von Goppeln und dem Plänerkalke von Hundorf; 


Patella Reussi und Acmaea orbis Reuss, 1845, böhm. Kreidef. I. p. 41, Taf. 7, fig. 22, 27, aus dem 
Plänerkalke von Hundorf. 


b. Siphonostomata. Mündung mit einem Ausschnitte oder Canale. Zoophaga vorzugsweise. 


1. Fam. Strombidae — L S. 261. 
Rostellaria Lam. 1801. 


1. R. Parkinsoni Mant. II. Taf. 30, Fig. 7, 8 (CGopien nach Parkinson und Sowerby). 


1811. Rostellarite. Parkinson, Organic Remains, II. Pl. 5, fig. 11. 

1822. R. Parkinsoni Mantell, Geol. of Sussex, p. 72, 108 (?). 

1828. Desgl. Sowerby, Mineral Conch. Pl. 558, fig. 6. (Die Originale von Parkinson). 
1837. R. Sowerbyi Agassiz, in Grossbritanniens Mineral-Conchologie von J. Sowerby, p. 381. 


!) Stoliczka, Cret. Gasteropoda of South. India p. 823. Pl. 28. fig. 7. 


— 221692 — 


Zu einem leichteren Vergleich dieser Art, für welche der Name »R. Parkinsoni< zuerst angewandt 
worden ist, sind die Abbildungen von Parkinson’s Exemplaren hier wiedergegeben worden. Das Aus- 
zeichnende liegt in der Form des Flügels, der bei mässiger Höhe und Breite nur in einer einzigen Spitze 
endet, in welche ein Längskiel verläuft. Sie stammen aus dem Grünsande von Devonshire. 

Wir können bei Feststellung dieser Art ebenso wenig auf Sowerby’s Abbildung eines Exemplars 
von Blackdown, Tab. 558, fig. 5, als auf Mantell’s Abbildungen von Exemplaren aus dem Grey Chalk marl 
l. ce. p. 108, Pl. 18, fig. 1, 2, 4, 5, 6, 10, Rücksicht nehmen, da bei diesen der charakteristische 
Flügel fehlt. 

Die von Sowerby Pl. 349, fig. 1—7 abgebildeten Exemplare beziehen sich auf eine in dem London- 
thon vorkommende Art mit einem ähnlichen Flügei, wie bei AR. Parkinsoni, unterscheiden sich von der 
letzteren aber durch 2—3 kielartige Längsrippen auf dem letzten Umgange und dem Flügel. Für diese 
gerade erscheint der Name AR. Sowerbyi Ag. weit geeigneter, als für die cretacische Art und ist auch von 
Bronn dafür angewandt worden. 

- Der wahren R. Parkinsoni nach Parkinson’s erster Abbildung steht wohl R. simplex d’Orb. (Pal. 
france. terr. cret. p. 290, Pl. 208, fig. 6, 7) aus Turon von Uchaux am nächsten, während die von d’Orbigny 
(l. c. p. 288, Pl. 208, fig. 1, 2), als R. Parkinsoni bezeichnete Art aus dem Gault von Frankreich zu 
R. costata Mich., 1836 !) gehört. 

Pictet und Roux haben dagegen als R. Parkinsoni Sow. 1. c. p. 251, Pl. 24, fig. 5 wiederum eine 
ganz andere Art beschrieben, bei welcher der Flügel an seinem oberen Rande schmal ausgebuchtet ist. Sie 
vereinigen damit auch R. Reussi Gein., wiewohl an ihrer Abbildung von einem langen schnabelartigen Fort- 
satze hinter der Bucht an dem oberen Rande des Flügels nichts zu bemerken ist. 

Es empfiehlt sich für diese Art der Name R. Picteli Gein. und zwar schon aus Dankbarkeit gegen- 
über Pictet’s wenn auch nicht freundlichen Bemerkungen S. 253 über deutsche Autoren. 

In dem Prodrome de Paleontologie II. p. 132 hat d’Orbigny diese Art irrthümlich gleichfalls als 
R. Parkinsoni bezeichnet, mit allem Rechte aber die von Pictet und Roux dazu gestellten Synonyme aus- 
geschlossen. 

Uns liegt nur ein einziges Exemplar aus dem unteren Quader von Tyssa in Böhmen vor, das man 
auf R. Parkinsoni Mant. zurückführen könnte, wenn es nicht ein verstümmeltes Exemplar von R. Burmeisteri 
Gein. 2) ist, die sich durch einen breiteren Flügel und ihren langen pfriemenförmigen Fortsatz unterscheidet, 
welcher am Anfange des Flügels sich senkrecht bis an die Spitze des Gewindes erhebt. Derselbe müsste 
dann an dem fraglichen Exemplare abgebrochen sein. 

2. R. Reussi Gein. — I. Taf. 30. Fig. 9—11. 

1837. R. Parkinsoni Sow. b. Fitton, Observations on the Strata below the Chalk, p. 344, Pl. 18, fig. 24. 

1841. Buceinum turritum A. Römer, nordd. Kreideg., p. 79, Taf. 11, fig. 19. 

1842. R. Reussi Gein. Char. III. p. 71, Taf. 18, fig. 1. 

1845. .R. megaloptera und R. Reussi Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 45, Taf. 9, fig. 3, 9. 

1849. R. Reussi Gein., Quad. Deutschl. p. 136. 


1850. R. Megaera, R. Reussi und R. megaloptera d’Orbigny, Prodr. de Pal. II., p. 155, 227. 
1851—52. R. Parkinsoni Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V., p. 314, Taf. XXXIh, fig. 7ı. 


1) d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 132 — R. Orbignyana Pictet et Roux, 1849, deser. des Mollusques foss. dans les 
gres verts des env. de Geneve, p. 249, Pl. 24, fig. 4. 
2) 1845/46. Grundriss der Versteinerungskunde p. 363. Taf. 13, fig. 16. 


— a0 — 


Die spindelförmige Schale bildet 7—8 gewölbte Umgänge, welche mit kräftigen entfernt liegenden 
Querrippen bedeckt sind. Spirallinien fehlen dagegen zumeist und sind hier und da nur auf dem letzten 
Umgange vorhanden, was einen wesentlichen Unterschied von AR. Picteti, R. calcarata u. a. bikdet. Der letzte 
ziemlich bauchige Umgang verlängert sich in einen mehr oder weniger breiten und hohen, oft schief ab-. 
stehenden Flügel, der an seinem äusseren Rande stets eine Einbuchtung zeigt, die bei R. Parkinsoni fehlt. 
Hinter dieser meist schmalen und gerundeten Bucht erhebt sich der obere Theil des Flügels in einem 
schmäleren oder breiteren schnabelartigen Vorsprung, der ziemlich veränderlich ist; bei schmälerer Ausbildung 
dieses Fortsatzes (Fig. 9) entspricht seine Form der Abbildung von Sowerby bei Fitton, und der R. Reussi 
im engeren Sinne, bei kräftigerer Entwickelung aber der R. megaloptera, die man aber doch nur als eine 
Varietät davon betrachten kann. In einer ähnlichen Weise verkümmert, wie dieser obere Fortsatz bei R. 
Picteti Gein. (R. Parkinsoni Pict.) erscheint, ist er uns niemals an Rostellarien des Elbthales begegnet. 


Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla häufig und oft mit erhaltenem Flügel, 
seltener in dem Baculitenmergel bei Zatzschke. Nach Reuss in dem unteren Pläner von Laun, im Pläner- 
kalke von Bilin, in dem Baculitenmergel von Priesen, Luschitz ete. in Böhmen; am Marterberge bei Passau, 
nach Sowerby im cenomanen Grünsande von Blackdown. 


3. R. coarctata Gein. — Taf. II. 30, Fig. 12. 


1842. Gein. Char. III, p. 71. Taf. 18, fig. 10. 
1845. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 44. Taf. 9, fig. 1. 
1850. Gein. Quad. Deutschl. p. 136. 

1850. d’Orbigny, Prodr. de Pal. Il. p. 227. 


Die spindelförmige Schale besteht aus 7 Umgängen, die mit zahlreichen schmalen Querrippen bedeckt 
sind. Der letzte Umgang verläuft in einen kurzen Schnabel und breitet sich in einen ziemlich hohen, ein- 
fachen Flügel aus, der an seinem Aussenrande fast gerade abgeschnitten, an seinem oberen und unteren Rande 
aber sanft eingebogen ist. 


Die ganze Oberfläche der Schale ist mit sehr feinen Spirallinien - dicht bedeckt, die jedoch nur auf 
dem letzteren Umgange und dem Flügel deutlicher hervortreten. 


Durch die Form ihres Flügels der R. Parkinsoni vera nahe tretend, unterscheidet sie sich von dieser 
durch den Mangel eines dort stark hervortretenden Längskieles auf dem spitzer ausgezogenen Flügel und 
dem letzten Umgange, ferner durch niedrigere Umgänge und ihre gedrängt liegenden Spirallinien. Sie wird 
gegen 3 Cm. gross. 


Vorkommen: Sehr selten im Plänerkalke von Strehlen, vereinzelt im Baculitenmergel der Eisen- 
bahneinschnitte bei Zatzschke und bei Luschitz in Böhmen. 


4, R. calcarata Sow. — Taf. II. 30. Fig. 13. 

1822. Sowerby, Min. Conch. P]. 349, fig. S—12. 

1841. R. stenoptera Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 18. Taf. 170, fig. 6. 
1842. R. calcarata Gein. Char. III. p. 70. Taf. 18, fig. 2. 

1845. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 45. Taf. 9, fig. 5. 

1846. Gein., Grundr. d. Verstein. p. 364. 

1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 136 (exel. d’Orbieny). 

1850. R. calcarata und R. mucronata d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 155. 


— nl — 


Die thurmförmige Schale wird aus S und mehr gewölbten Umgängen gebildet, die mit schmalen 
aber kräftigen Rippen besetzt sind und über welche gedrängt liegende Spirallinien hinweglaufen. Die Zwischen- 
räume, welche die Querrippen trennen, sind in der Regel breiter als diese, nur auf dem letzten Umgange 
stehen sie näher beisammen und werden sehr zahlreich. Die Windungen der Schale sind relativ schmäler 
-und höher als bei den vorher beschriebenen Arten, der letzte Umgang jedoch dagegen niedriger. Das Aus- 
zeichnende für die Art liegt aber in ihrem schmalen, säbelartigen Flügel, der von einem scharfen, auf dem 
letzten Umgange beginnenden Kiele durchzogen wird. Die Länge und Breite dieses Flügels sind wieder 
manchen Schwankungen unterworfen, die aber keinenfalls berechtigen, A. calcarata in verschiedenen Arten, 
wie stenoptera und mucronata, zu zerlegen. 


Vorkommen: Nicht selten im oberturonen Plänerkalke von Strehlen und in dem senonen Bacu- 
litenmergel der Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke. Ebenso häufig in den böhmischen Baculitenmergeln bei 
Luschitz, Priesen, Böhmisch-Kamnitz ete. Nach Goldfuss in dem untersenonen Grünsande von Aachen und 
in der chloritischen Kreide von Bochum in Westphalen, von welchem Vorkommen noch Originale von Goldfuss 
im Dresdener Museum bewahrt werden; sehr wohl erhalten auch in dem Kreidemergel von Nagorzany bei 
Lemberg. Sowerby beschrieb sie zuerst aus dem cenomanen Grünsande von Blackdown, d’Orbigny fand sie 
in Schichten von gleichem Alter bei le Mans. 


Das angebliche Vorkommen von R. calcarata in dem unteren Quader von Tyssa ist nicht sicher- 
gestellt und dürfte auf verstümmelte Exemplare der R. Burmeisteri Gein. zurückzuführen sein. 


5. R. Buchi Mün. sp. — Taf: II. 30. Fig. 14. 


1839. Chenopus Buchii Münster, Beiträge zur Petrefactenkunde, I. Taf. 12, fig. 1. 

1841. Rost. Buchii Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 17. Taf. 170, fig. 4. 

1842. Gein., Char. III. p. 70. Taf. 18, fig. 4, 6. 

1845. R. Buchü und R. divaricata Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 45. 46. Taf. 9, fig. 2; Taf. 7, fig. 23. 
1846. R. Buchii Gein., Grundr. d. Verst. p. 364. 

1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 136. 

1850. R. Geinitzü und R. Buchü d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. 155 u. 227. 


Die spindelförmige Schale bildet eirca 8 gewölbte Umgänge, welche mit stärkeren und schwächeren 
Spirallinien dicht bedeckt sind. Zwischen 2 stärkeren Linien sind meist 3 feinere eingelagert. Querrippen 
fehlen. Der letzte scharf gekielte Umgang endet nach unten in einen langen spitzen Canal !) und breitet 
sich seitwärts in einen grossen, weit abstehenden gekielten Flügel aus, an dessen Ursprung ein langer finger- 
artiger Fortsatz längs des Gewindes der Schale bis über die Spitze desselben reicht. Beide Theile des Flügels 
sind durch einen weiten Bogen mit einander verbunden, während der Haupttheil des Flügels nach unten 
hin an seinem Anfange eine schmale Einbuchtung zeigt. R. divaricata Rss. umfasst ältere Exemplare mit 
grösserem Flügel. 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen; vereinzelt im unteren Quadersandsteine von 
Tyssa und Laun, so wie auch nach Reuss in dem Baculitenmergel von Priesen in Böhmen. Münster beschrieb 
sie zuerst aus senonen Ablagerungen vom Stemmersberge bei Haldem in Westphalen. 


!) An den von Goldfuss und Reuss abgebildeten Exemplaren ist er nicht ganz erhalten. 


Se 


8. Fam. Volutidae. 
Voluta L. 
1. V. elongata Sow. sp. — Il. Taf. 31. Fig. 1. 


1835. Fasciolaria elongata Sow. aus der Gosau. 
1842. Vol. elongata d’Orbigny, Pal. franc. terr cret. II. p. 323. Pl. 220. fig. 2. 
13842—1843. Pleurotoma remote-lineata Gein., Char. III. p. 70. Taf. 18, fig. 5 und Nachtrag zur Char. Taf. 5, fig. 6. 


Pyrula fenestrata Gein. Char. p. 72. Taf. 18, fig. 13. 

1546. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 111. . 

1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 138. 

1850. d’Orbieny, Prodr. de Pal. I. p. 193. 

Die verlängert-spindelförmige Schale bildet 6—7 gewölbte und gekielte Umgänge, deren letzter stets 
länger gestreckt ist, als die übrigen zusammen. Ihre Oberfläche ist mit dicken gerundeten Querrippen be- 
deckt, über welche regelmässig entfernte schmale Längsrippen laufen, die durch flache breitere Zwischen- 
räume von einander geschieden werden. Die Spindel ist nach d’Orbigny mit 3 Falten versehen. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen; häufiger im unteren Quadersandstein von 
Tyssa in Böhmen, nach Reuss in dem cenomanen Hippuritenkalke von Koriczan und in dem turonen Pläner- 
sandstein von Trziblitz in Böhmen; nach d’Orbigny in turonen Schichten von Uchaux in Frankreich und 
in der Gosau. 


2. V. suturalis Goldf. sp. — I. Taf. 31. Fig. 2. 

1841. Pleurotoma suturalis Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 19. Taf. 70, fig. 12. 

1842. ? Voluta Renauxiana d’Orbigny, Pal. france. terr. cret. II. p. 326. Pl. 221, fig. 3. 

1849. Fusus suturalis d’Orbieny, Prodr. de Pal. II. p. 229. 

Spindelförmig mit 6—7 gewölbten und stumpf gekielten Umgängen, von welchen der letzte die 
übrigen überragt. Ein jeder trägt, wie bei V. elongata, eine geringe Anzahl kräftiger Querrippen, die jedoch 
schiefer sind als bei jener und von gedrängt liegenden feinen und etwas welligen Spirallinien überschritten 
werden. In den Abbildungen bei Goldfuss und d’Orbigny fehlen die letzteren, wie sie auch an Strehlener 
Exemplaren zuweilen nur auf dem letzten Umgange deutlicher hervortreten. An der Naht bildet sich ein 
mehr oder weniger deutlich gefalteter Saum aus, worauf sich der Artname bezieht. 

Unsere Exemplare nähern sich durch ihre Längsstreifung auch der Pleurotoma semiplicata Mün. !) 
von Haldem, bei welcher indess der letzte Umgang viel länger gestreckt ist. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen; nach Goldfuss im unteren senonen Kreide- 
mergel von Coesfeld. Voluta Renauxiana gehört nach d’Orbigny den turonen Schichten von Uchaux an; die 
ihr am nächsten stehende Form in Südindien dürfte Scapha attenuata Stoliczka ?), aus der Trichonopoly- 
Gruppe von Konakonulton sein. 


3. V. Roemeri Gein. — I. Taf. 30, Fig. 15. 


1841. Kostellaria elongata A. Römer, norddeutsche Kreideg. p. 78. Taf. 11, fig. 5. 
1349. V. Roemeri Gein., Quad. Deutschl. p. 138. 
1850. Rost. subelongata d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 227. 


1) Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 19. Taf. 170, fig. 11. 
?) Cret. Gast. of South. India, p. 82. Tab. 6, fig. 4, 5. 


— 1713 — 


Die lang-spindelförmige Schale liegt mit 10 gewölbten Umgängen vor, deren letzter die gesammten 
übrigen an Länge überragt. Die Oberfläche ist mit scharfrippigen Querfalten bedeckt, welche fast doppelt 
so zahlreich sind als bei den beiden vorher beschriebenen Arten, und deren Zahl auf dem letzten Umgange 
hier eher ab- als zunimmt. Ueber dieselben laufen meist abwechselnd stärkere und schwächere Längslinien 
hinweg, die in der Nähe des Canals wohl auch rippenartig hervortreten. 

Vorkommen: Nicht selten im Plänerkalke von Strehlen, im unteren senonen Mergel vom Luis- 
berg bei Aachen, bei Kreibitz in Böhmen, am Marterberge bei Passau und in den Schichten von Kieslings- 
walda im Glatzischen. — Unter den indischen Formen verdient Fusciolaria assimilis Stoliezka !) aus der 
Trichonopoly-Gruppe von Oläpaudy und Mulloor näher damit verglichen zu werden. 


Mitra Lam. 1801. 

M. Roemeri d’Orb. 

1840 --1842. Rostellaria acutirostris Gein., Char. II. p. 44. Taf. 15, fig. 3. 

Rost. elongata Gein., Char. III. p. 71. Taf. 18, fig. 7. N 

1841. Cerithium reticulatum A. Römer, norddeutsch. Kreideg. p. 79. Taf. 11, fig. 18 (von Strehlen!). 

1845—1846. Pleurotoma Roemeri Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 43 z. Th. Taf. 9, fig. 10. a, b, d; II. p. 111, Taf. 44, fig. 17. 

1850. Mitra reticulata und M. Roemeri d’Orbieny, Prodr. d. Pal. II, p. 226. 

Eine mit Voluta Roemeri leicht zu verwechselnde Art, mit 7 hohen, wenig gewölbten Umgängen, 
deren letzter nahezu gleiche Höhe mit den übrigen besitzt. Man unterscheidet sie von Yoluta Roemeri durch 
eine grössere Anzahl scharfer Querrippen auf allen Umgängen, die von feinen Längslinien überschritten wer- 
den. An Exemplaren von Luschitz nimmt man 3 deutliche Spindelfalten wahr. 

Unter den von Reuss hierzu gezogenen Exemplaren tritt die Abbildung auf Taf. 9, fig. 10 c. der 
Voluta Römeri näher, während Plewrotoma induta Goldfuss Petr. Germ. III. (p. 19. Taf. 170, fig. 10) von 
Haldem mit Mitra Roemeri nahe verwandt sein mag. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen, häufiger im Baculitenmergel von Luschitz und 
Priesen in Böhmen. 

9. Fam. Fusidae et Muricidae. 

Neptunea Bolten, 1798. — I. S. 261. 

1. N. modesta Gein. II. Taf. 31, Fig. 8. 

Die kleine fast ovale Schale bildet ein stumpfes kegelförmiges Gewinde mit 4 schwach gewölbten, 
glatten Umgängen, die durch eine tiefe Naht von einander geschieden sind, während der letzte Umgang sie 
an Höhe nicht sehr überragt. Die an ihn anschliessende Innenlippe ist von der Spindel durch eine Rinne 
geschieden, welche an der Basis bis in die Nabelgegend reicht. Aussenlippe scharf. 

Vorkommen: 4 Mm. gross selten im Baculitenmergel der Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke 
zwischen Pirna und Lohmen. 

Rapa Rlein, 1753. (Fusus et Pyrula Auct.) — 1. S. 262. 

1. R. costata A. Röm. — Il. Taf. 30, Fig. 19—21 (Fusus subcostatus) d’Orb. 

1840—1843. Pyrula costata Gein., Char. II. p. 40. Taf. 15, fig. 4, 5; IM. p. 72; Kiesl. p. 9. Taf. 1, fig. 12, 13. 

1841. Pyrula costata A. Römer, norddeutsche Kreidegeb. p. 79. Taf. 11, fig. 10 (nicht Montagu, 1843). 

1849. Fusus elathratus Gein., Quad. Deutschl. p. 140 z. Th. 

1850. Fusus subcostatus d’Orbieny, Prodr. de Pal. II. p. 228. 


!) Cret. Gast. of South. India, p. 110. Pl. X. fig. 5-17. 


— 114 — 


Schale kurz-birnförmig mit einem niedrigen Gewinde, das in der Römer’schen Abbildung eines 
Strehlener Exemplares zu hoch erscheint. Der letzte der 3—4 gewölbten Umgänge erweitert sich sehr rasch, 
ist bauchig gewölbt und verengt sich wiederum an seiner Basis sehr schnell. Er trägt 4 von einander ent- 
fernte Längsrippen, die durch breite concave Zwischenräume getrennt sind und an die sich nach unten hin 
noch mehrere ähnliche Rippen anschliessen. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen, sowie in den untersenonen Schichten am 
Salzberg bei Quedlinburg, bei Kreibitz in Böhmen und bei Kieslingswalda im Glatzischen. Von Kreibitz 
liegen Exemplare vor, die durch etwas höheres Gewinde der Römer’schen Abbildung weit mehr entsprechen, 
als die Exemplare von Strehlen und Kieslingswalda. 


2. R. cancellata Sow. sp. — II. Taf. 31, Fig. 10. 
1846. Pyrula cancellata Sow. 
850. Fusus Forbesianus d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 229. 

1868. Rapa cancellata Stoliezka, Cret. Gast. of South. India, p. 154. Pl. 12, fig. 12—16; Pl. 13. fig. 1—4. 

An das kurze, treppenförmig abgesetzte Gewinde schliesst sich der bauchig erweiterte letzte Umgang 
an, von seiner Naht an nach einer oberen Kante hin abgedacht, von hier aus fast senkrecht abfallend und 
an der Basis sich schnell verengend. Die ganze Oberfläche der Schale ist mit ungleichen Längsrippen be- 
deckt, welche in der Nähe der Naht mehr als schmale, ziemlich gleich starke Linien erscheinen, an dem 
Umfange der Windung aber breiter und unregelmässiger werden, wobei sie theilweise mit schwächeren Linien 
wechseln, theilweise auch in solche zerspalten sind. Diese werden von senkrecht herablaufenden Anwachs- 
streifen durchsetzt, die sich zu flachen Querrippen vereinen und jenen Längsrippen eine stumpfhöckerige 
Beschaffenheit ertheilen. 

Vorkommen: Hier nur in einem Exemplare aus dem unterturonen Mittelpläner von Priesnitz an 
der Elbe bekannt; nach Stoliezka in der Trichonopoly-Gruppe bei Anapaudy, Andoor u. s. w. in Süd-Indien. 


3. R. quadrata Sow. sp. — II. Taf. 30, Fig. 16, 17 (Fusus quadratus Sow. Sp.) 

1823. Murex quadratus Sowerby, Min. Conch. Pl. 410. fie. 1. 

1837. Fusus quadratus Sow. b. Fitton, on the Strata below the Chalk, p. 343. Pl. 18, fig. 17. 

1841. Pyrula Cottae A. Römer, nordd. Kreideg. p. 79. Taf. 11, fig. 9. — P. carinata A. Röm. p. 78. Taf. 11, fig. 12. 

Pyrula Cottae Goldfuss, Petr. Germ. III. p. 27. Taf. 172, fie. 13. 

1843. Pyrula carinata und P. angulata Gein., Kiesl. p. 9, 10. Taf. 1, fig. 14, 15. 

1346. P. carinata und P. quadrata Gein., Grundr. p. 373. Taf. 13, fig. 18, 19. 

1849. Fusus quadratus Gein., Quad. Deutschl. p. 140. 

1850. Desgl. d’Orbigeny, Prodr. de Pal. II. p. 155. — Fusus Cottae d’Orb. eb. II. p. 229. 

Die birnförmige Schale, welche aus 3—4 eckigen Umgängen besteht, bildet ein kurzes, kegelförmiges 
Gewinde und einen grossen, durch 2 kielartig vorstehende Kanten ausgezeichneten letzten Umgang, der in 
einen mehr oder weniger langen Canal ausläuft. Die Länge des letzteren ist in der Jugend gering (Sowerby, 
Min. Conch. Pl. 410, fig. 1), nimmt allmählich zu (Abbildung bei Fitton), bis sie endlich die Ausdehnung unserer 
Abbildung Taf. 30, Fig. 17 erreicht und zu Pyrula Cottae Röm. wird. 

Die an dem Umfange des letzten Umganges befindlichen Längskiele begrenzen ein breites concaves 
Mittelfeld, über welchem die Schale sich nach der Naht hin mehr oder minder schnell abdacht. Dies ent- 
spricht einem schwächer oder stärker hervortretenden Gewinde. Die ganze Oberfläche ist mit abwechselnd 
stärkeren und schwächeren Spirallinien dicht besetzt, welche von Anwachslinien durchschnitten werden. Durch 


— 15 — 


letztere wird jenen kielartigen Längsrippen oft eine knotige Beschaffenheit ertheilt (Taf. 30, Fig. 16), die 
schon in Sowerby’s Abbildungen angezeigt ist. 


Vorkommen: Vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen, sowie in dem oberen Quadermergel von 


Kreibitz in Böhmen und bei Kieslingswalda; Sowerby beschrieb sie zuerst aus dem eenomanen Grünsande 


von Blackdown in England, welchem Vorkommen das bei le Mans nach d’Orbigny entspricht. 


10. Fam. Cancellarüdae. 
Cancellaria Lam. 1799. — I. S. 265. 


C. Thiemeana Gein. — II. Taf. 31. Fig. 11. 


Schale spindelförmig-oval, mit 4—5 stark gewölbten Umgängen, die mit einfachen Querrippen bedeckt 
sind, über welche weit schwächere Längsrippen oder Längslinien laufen, deren Anwesenheit sich besonders 
an der zu einem Wulste verdickten Aussenlippe geltend macht. Der letzte Umgang übertrifft das Gewinde 
an Höhe und verläuft an seiner Basis in eine schwach ausgerandete spitze Ecke; an der kräftigen Spindel 
treten 2—3 schiefe Falten hervor. 


Die Art ist Herrn Ingenieur Thieme gewidmet, dessen Aufmerksamkeit man einen grossen Theil 
der aus den Baculitenmergeln bei Zatzschke für die Wissenschaft geretteten Vorkommnisse zu danken hat. 


Vorkommen: Selten in den Baculitenmergeln der Eisenbahneinschnitte zwischen Pirna und Lohmen, 
meist nur 4—5 Mm. gross. 


11. Fam, Cerithüdae. 
Cerithiwm Adanson, 1757. — I. S. 266. 


1. C. pseudoclathratum d’Orb. — II. Taf. 31. Fig. 5. 


1841. C. clathratum A. Römer, nordd. Kreideg. p. 79. Taf. 11. fig. 17 (nicht Deshayes). 
1846. Desgl. Gein., Grundr. p. 380. Taf. 14. fie. 4. 

1849. Desgl. Gein. Quad. Deutschl. p. 140. 

1850. C. pseudoclathratum d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 231. 


Mit einem Winkel des Gewindes von 18 Grad bildet die spitz-thurmförmige Schale ca. 12 schwach- 
gewölbte, an ihrer Basis stumpfkantige Umgänge, mit feinen, gedrängt liegenden Längslinien, die auf den 
schwach gebogenen Querrippen 4 rundliche Knötchen erzeugen. Zwischen einem knotentragenden Gürtel ist 
eine knotenfreie Linie eingelagert und öfters fällt auf die Naht selbst eine fein granulirte Linie. 
Mündung verläuft in einen kurzen Canal. 

Vorkommen: Bis 3 Cm. gross im Plänerkalke von Strehlen. 


Die ovale 


2. C. subfaseiatum d’Orb. — II. Taf. 31. Fig. 3. 


1845. C. fasciatum Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 42. Taf. 10. fig. 4. 
1849. C. Luschitzianum Gein., Quad. Deutschl. p. 140 von Strehlen. 
1850. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 231. 


Der wesentliche Unterschied von der vorigen Art liegt darin, dass auf jedem Umgange nur 3 granu- 
lirte Gürtellinien zur Entwickelung gelangen, von welchen die obere in der unmittelbaren Nähe der Naht 


die feinsten Körner trägt. 


Palaeontographica XX, 2, Abth. 5. 24 


— 116 — 


Die zwischen den Gürtellinien liegenden Zwischenräume sind mit zahlreichen feinen Längslinien 
erfüllt, welche auf der Abbildung nicht hervortreten. Der Spirawinkel der Schale ist stumpfer als bei C. sub- 
clathratum und beträgt etwa 25 Grad, und ihre 12 schwach gewölbten Umgänge, welche durch eine ver- 
tiefte Nahtlinie deutlich geschieden sind, erscheinen relativ niedriger. 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen. Nach Reuss im Baculitenmergel von Priesen 
und in den Pyropenlagern von Meronitz und Trziblitz in Böhmen. 


3. C. Luschitzianum Gein. 

1842. Gein., Char. p. 72. Taf. 18. fig. 21. 

1845. C. trimonile Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 42. Taf. 10. fig. 2 (nicht Michelin). 
1846. Gein., Grundr. p. 381. 

1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 140 (excel. Strehlen). 

1850. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 231. 


Spitz-thurmförmig, mit 12—15 niedrigen, fast ebenen Umgängen, die durch eine nur wenig vertiefte 
Naht geschieden werden. Auf jedem Umgange ordnen sich rundliche Knötchen zu 3 Längsreihen und ziemlich 


nahe beisammen stehenden Querreihen an, welche ausserdem mit feinen Spirallinien verziert sind. An der 
Basis treten nur noch diese letzteren hervor. 


Vorkommen: Vereinzelt im Baculitenmergel bei Zatzschke bis 12 Mm. lang, nach Reuss in den- 
selben Schichten von Luschitz, Priesen ete. und in dem Conglomerate von Meronitz. 


4. C. binodosum A. Römer. — II. Taf. 31. Fig. 4. 

1841. A. Roemer, norddeutsch. Kreidegeb. p. 79. Taf. 11, fig. 16. 

1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 142. 

Bei einer fast pfriemenförmigen Gestalt bildet die langgestreckte Schale mindestens 12 schwach- 
gewölbte Umgänge, deren Nahtlinie von einem schmalen Bande bedeckt ist. Dieses Band trägt 2 fein gra- 
nulirte Linien, wie schon Römer annimmt. An der Oberfläche der Umgänge nimmt man Spirallinien wahr, 
von welchen mindestens 2, nicht selten auch mehr höckerig auschwellen, so dass einige gleich starke Gürtel 
entstehen. 


Vorkommen: Bis 2 Um. gross im Plänerkalke von Strehlen und nach Römer im oberen Kreide- 
mergel von Aachen. 


B. Opisthobranchiata. 


12. Fam. Actaeonidae. 
Actaeon Montfort, 1810. — I. S. 275. 


1. A. ovum Dujardin. 1835. — II. Taf. 29, Fig. 16. 17. 


1840. Pedipes glabratus Gein., Char. II. p. 48. Taf. 16, fie. 1—3. 

1541. Aurieula ovum (früher Pedipes glabratus) A. Römer, norddeutsch. Kreideg. p. 77. Taf. 11, fig. 3. 
1842. Acteon ovum d’Orbigny, Pal. franc. terr. eret. II. p. 123. Pl. 167. fig. 19. 20. 

1845. Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 50. 

1849. Desgl. Gein., Quad. Deutschl. p. 126. 

1850. Desgl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 74. 


— 1117 — 


Die eirunde, glatte Schale, aus welcher das niedrige Gewinde nur wenig hervortritt, lässt 4 deutlich 
geschiedene Umgänge unterscheiden, die in einer vertieften Naht an einander grenzen. Die langgezogene 
Mündung ist schmal und besitzt eine scharfe Aussenlippe, während die Spindel an ihrer Basis mit einer 
grossen Falte versehen ist. Letztere konnte indess an Strehlener Exemplaren nicht deutlich erkannt werden. 

Nahe verwandt mag Cylindrites brevis Gabb., Pal. of California I. p. 115. Pl. 29, fig. 223, aus 
der Kreideformation von Martinez in Californien sein, wiewohl sich diese Art durch eine viel weitere Mün- 
dung unterscheidet. 

Vorkommen: Gegen 25 Mm. hoch und 20 Mm. breit nicht selten im Plänerkalke von Strehlen. — 
Nach Reuss im Plänerkalke von Hundorf, Kutschlin und Bilin, im Baculitenmergel von Luschitz ete. und in 
den pyropenführenden Schichten von Meronitz in Böhmen; d’Orbigny hat Act. ovum aus cenomanen 
Schichten von Cassis in Frankreich aufgeführt. 

Avellana d’Orbigny, 1842. 

Bei Revision der in Quad. Deutschl. 1849, p. 126 und 127 aufgeführten Ringiculinen hat sich 
Folgendes ergeben: 


1. A. cassis d’Orb. 


1822. (Cassis avellana Brongniart, environs de Paris, Pl. 6, fig. 10. 

1835. Desgl. ib. 3. ed. p. 150. 172. 178. 639. Pl. N. fig. 10. 

1842. Aurieula incrassata Gein., Char. III. p. 74. (excl. Strehlen), nicht Sowerby. 

1842. Avellana cassis d’Orbigny, Pal. frang. terr. eret. II. p. 138. Pl. 169, fig. 10—13. 

1346. Ringieula incrassata und Avellana cassis Gein., Grundr. p. 337 z. Th. (mit Ausschluss der Abbildung 

Taf. 16. fig. 3). 

1849. Desgl. Quad. Deutschl. p. 126. 127. 

1850. Avellana cassis d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 149. 

Die kugelig-eiförmige Schale bildet 4 gewölbte Umgänge, von denen die 3 ersten ein kurzes, 
stumpfes Gewinde darstellen, welches wenig hervortritt, während der letzte bauchig ist. Ihre ganze Oberfläche 
ist mit schmalen, gleichförmigen Spirallinien dicht besetzt, deren meist breiteren und flachen Zwischenräume 
senkrecht gestreift sind. Mündung hoch und weit, Aussenlippe verdickt und innerlich gekerbt, Spindel mit 5 
Falten, welche letzteren Charaktere an keinem unserer Exemplare deutlich sind. 

Vorkommen: Hierzu gehören von den früher aufgeführten Exemplaren nur die aus dem unteren 
Quader von Tyssa in Böhmen und vielleicht die aus dem Pläner an der Walkmühle bei Pirna, nicht die 
aus dem Plänerkalke von Strehlen. Für letztere kommt wohl zunächst in Frage: 


2. A. Archiaciana d’Orb. 

1842. d’Orbigny, Pal. france. terr. eret. II. p. 137. Pl. 169, fig. 7—9. 

1850. Desgl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 220. 

Ihre eiförmige Schale, die nur ein wenig höher wird als bei der vorigen, unterscheidet sich wesent- 
lich durch die ihre Oberfläche bedeckenden flacheren und breiteren Spiralrippen, die nur durch enge, punk- 
tirte Furchen von einander geschieden werden. Insbesondere stimmen mit d’Orbigny’s Abbildung aus den 
senonen Schichten des Aachener Waldes Exemplare aus dem Kreidemergel von Nagorzany bei Lemberg 
überein. : ; 

Die im Plänerkalke von Strehlen sowie in dem oberen Quadermergel von Kreibitz in Böhmen und 
von Kieslingswalda im Glatzischen vorkommende Art nähert sich durch die Art ihrer Streifung der A. Ar- 


> 


— 18 — 


ehraciana jedenfalls weit mehr, als der A. cassis, unterscheidet sich aber durch ein stärker hervortretendes 
Gewinde und die etwas geringere Höhe des letzten Umganges. In beiden Beziehungen schliesst sie sich am 
nächsten an die folgende Art an: 


3. A. seulptilis? Stol. — I. Taf. 29, Fig. 15. 

1843. Auricula incrassata Gein. Kieslingsw. p. 11. Taf. 1, fig. 26. 

1846. Desgl. Gein., Grundr. d. Verst. p. 337, Taf. 16, fig. 3. 4. 

1868. A. sculptilis Stoliczka, Cretaceous Gastropoda of Southern India, p. 422. Pl. 27, fig. 1; Pl. 28, fig. 22. 

Ihre Gestalt ist eiförmig, ähnlich wie A. Archiacana, doch erreicht der letzte Umgang eine geringere 
Höhe. Ihre Oberfläche zeigt, wie bei jener, breite flache spiralförmige Streifen oder Rippen, deren schmale 
trennende Furchen ganz der Abbildung bei Stoliezka, Pl. 28, fig. 22, entsprechen. Leider lassen unsere 
sämmtlichen Exemplare in Bezug auf die Mündung sehr viel zu wünschen übrig, so dass nur die wulstförmige 
Verdickung der Aussenlippe an den früher gegebenen Abbildungen von Kreibitz und Kieslingswalda hervor- 
gehoben werden konnte, bei dem hier abgebildeten Exemplare von Strehlen ist auch diese nicht sehr deutlich. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen und im Baculitenmergel von Zatzschke, im 
oberen Quadermergel von Kreibitz in Böhmen und von Kieslingswalda im Glatzischen ; nach Stoliczka in der 
Arrialoor-Gruppe von Karapaudy und Arrialoor in Süd-Indien. 


13. Fam. Bullidae. 

Cylichna Loven, 1846, Stoliczka, 1868. 

1. C. cylindracea Gein. — II. Taf. 31, Fig. 12. 

1842. Conus cylindraceus Gein., Char. II. p. 72. Taf. 18, fig. 18. 

1845. Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 47. Taf. 11, fig. 11. 19. 

Bei 6 Mm. Höhe und 3 Mm. Dicke ist die etwas bauchig-cylindrische Schale an ihrem oberen ab- 
gestutzten Ende nur wenig, an ihrem unteren etwas mehr verengt. Das kleine Gewinde ragt kaum über den 
letzten hohen Umgang hervor, dessen ganze Höhe die schmale Mündung einnimmt. An der Basis der letzteren 
zeigt sich die deutlich gewundene Spindel. Oberfläche meist glatt, jedoch in der Nähe der Basis mit einigen 
Spirallinien versehen. 

Vorkommen: Selten in dem Baculitenmergel von Zatzschke bei Pirna, von Luschitz in Böhmen 
und dem pyropenführenden Conglomerate von Merowitz. 


C. Prosopocephala. 


14. Fam. Dentalüdae. 
Dentalium L. 


1. D. medium Sow. — I. Taf. 30. Fig. 3. 4. 


1814. Sowerby, Min. Conch. Pl. 79. fig. 5. 6. : 

1837. Sowerby bei Fitton, Observations on the strata below the Chalk, p. 343. Tab. 18. Fig. 4. 
1842. Gein., Char. III. p. 74, Taf. 18. fig. 25. 26. 

1845. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 40. Taf. 11. fig. 4. 

1846. Gein., Grundr. d. Verstein. p. 390. 

1849.- D. decussatum Gein., Quad. Deutschl. p. 144 z. Th. 

1850. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 156. 


— 19 — 


Die nur sanft gebogene ‘Röhre ist dieht mit Längslinien bedeckt, die sich durch Einsetzung neuer 
Linien vermehren, und daher theilweise abwechselnd stärker und schwächer, oder auch gleich stark er- 
scheinen. Sie treten noch bis an das weitere vordere Ende der Schale deutlich hervor. 

Bei 50 Mm. Länge der etwas zusammengedrückten Röhre erreicht ihr Durchmesser zuletzt oft über 
6 Mm. Dicke. & 

Vorkommen: Exemplare aus dem Plänerkalke von Strehlen und dem Baculitenmergel von Zatzschke 
stimmen mit jenen aus dem cenomanen Grünsande von Blackdown, welche Sowerby beschrieben hat, 
und jenen durch Reuss in dem Baculitenmergel von Priesen und Luschitz in Böhmen entdeckten genau 
überein. | 

D. decussatum Sow. (Min. Conch: Pl. 70. fig. 7. — d’Orbigny, Pal. fr. t. er. II. p. 400. Pl. 236. 
fig. 1—6) aus dem Gault bildet eine selbstständige Art, die wir am besten aus d’Orbigny’s Beschreibungen 
und Abbildungen kennen lernen. Sie unterscheidet sich von D. medium durch eine stärkere Biegung ihrer 
Röhre, durch das stärkere Hervortreten einer geringeren Anzahl von Längsrippen, zwischen welchen mehrere 
feinere Linien eingelagert sind, und das Verschwinden von Rippen und Linien in der Nähe der Mündung. 


2. D. Rotomagense? d’Orb. — II. Taf. 30. Fig. 5. 

1850. ?D. Rhotomagense d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 156. 

1870. ?D. decussatum F. Römer, Geo]. von Oberschlesien, p. 342. Taf. 29. fig. 14. 

d’Orbigny stellt dafür nur die kurze Diagnose auf: »Schale mehr gerade als bei D. decussatum.« 

Die Röhre der uns bekannten Exemplare ist schmäler als die von D. medium, mit welcher Art sie 
die geringe Biegung theilt. Ihre stärkeren Längsrippen, die mit schwächeren abwechseln, entsprechen der 
Oberfläche an jüngeren Exemplaren des D. decussatum, wovon sich D. Rotomagense durch geringe Biegung 
unterscheiden soll. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen; nach F. Römer im cenomanen Kalkmergel am 
Wehr der rothen Mühle bei Bladen in Ober-Schlesien. 


3. D. Strehlense Gein. — II. Taf. 30. Fig. 6. 

1845. D. ellipticum Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 41. Taf. 11. fig. 20 (nicht Sowerby). 

1849. Desgl. Gein., Quad. Deutschl. p. 144. z. Th. 

Bei einer ansehnlichen Grösse, welche die Schale erreicht, ist sie gerade gestreckt und hat einen 
drehrunden Querschnitt. Oberfläche nach Reuss ohne Längsrippen, mit gedrängten feineren und gröberen 
concentrischen Anwachsringen. 

Auf dem abgebildeten Steinkerne von Strehlen macht sich eine schmale Längsfurche und eine dieselbe 
zum Theil begleitende Längsrippe bemerkbar, die ziemlich weit bis nach der Mündung reicht. Dies erinnert an 
die Beschaffenheit der Steinkerne von D. Rhodani Pictet,!) die bei glatter Beschaffenheit ihr ähnlich werden. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen und in dem Baculitenmergel von Luschitz und 
Priesen in Böhmen. 

Dent. ellipticum Sow.?) aus dem Gault unterscheidet sich von D. Strehlense durch eine, wenn 
auch nur geringe Biegung und durch etwas schnellere Stärkezunahme der Schale. 


1) Pictet et Roux, deser. des Moll. foss. des gr&s verts, p. 286. Pl. 27. fig. 12. 
2) Sowerby, Min. Conch. Tab. 70. fig. 9. 10. Mantell, Geol. of Sussex, p. 87. Pl. 87. fig. 21. 25. 


— 1890 — 


4. D. Cidaris Gein. 

1842. D. striatum Gein. Char. III. p. 74. Taf. 18. fig. 27 (nicht Sowerby). 

1845. Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 41. Taf. 11. fig. 18. 

1849. D. Cidaris Gein., Quad. Deutsche. p. 144. 

Zusammengedrückt und fast so gerade, wie ein Cidaritenstachel, nimmt die Schale sehr wenig an 
Stärke zu. Zwischen 2 Längslinien liegt oft eine feinere. 

Möglich, dass man hier nur mit einem comprimirten Stachel von Cidaris zu thun hat. 

Vorkommen: Vereinzelt im Mittelpläner von Niederwartha und im Plänerkalk von Strehlen; nach 
Reuss in den Plänern von Laun, Bilin und Czenczig in Böhmen. 


IV. Ordn. Cephalopoda. Kopffüsser. 
Belemnitella d’Orbigny, 1840. (Belemnites und Actinocamaz Auct.) 
1. B. plena Blainv. — I. Taf. 61. Fig 11—13. 14; II. Taf. 31. Fig. 13—15. 


1827. Belemnites plenus Bainville, M&m. sur les Belemnites p. 59 (micht A. Römer, 1841). 

1829. Bel. lanceolatus Sowerby, Min. Conch. Pl. 600. fie. 8. 9 (nicht Schlotheim). 

1837. Bel. lanceolatus Agassiz in Sowerby’s Grossbritanniens Min. Conch. p. 634. 

1840-1842. B. mucronatus, minimus und subquadratus Gein., Char. II. II. p. 42. 68. Taf. 17. fig. 30—34. 

1845. Bel. minimus Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 21. 

1846. Desgl. Gein., Grundr. p. 266 z. Th. Taf. 12. fig. 17. 18. 

1847. Belemnitella vera d’Orbigny, Pal. fr. terr. eret. I. Suppl. p. 4. Pl. 2 (nicht Miller). 

1849. B. lanceolatus Gein., Quad. Deutschl. p. 108. z. Th. 

1850. Bel. vera d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 145. 

Actinocamax verus L. Saemann, Bull. de la Soc. geol. de France, XIX. p. 1025. Pl. 20. fig. 2. 3. 
1851—1852. Bel. vera Bronn, Leth. geogn. V. p. 343. Taf. 33. fig. 14. 
1853. Bel. plena Sharpe, description of the Fossil Remains of Mollusca found in the Chalk of England. P. I. Cephalo- 
poda, p. 9. Pl. 1. fig. 12—16. 
1868. Bel. lanceolatus Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, p. 752. 
1872. Bel. lanceolatus und B. Strehlensis Fritsch & Schloenbach, Cephalopoden der böhmischen Kreideformation, 
p. 18. Taf. 11. fig. 6. 7; Taf. 16. fig. 1012. 

Die verlängert-lanzettförmige Scheide, welche an ihrem unteren oder hinteren Ende in eine Spitze 
ausgezogen ist, hat im Allgemeinen einen dreiseitig-ovalen Querschnitt, ist jedoch bald höher, bald breiter 
gebaut, da ihre stark gewölbte Rückenseite jederseits von einem flachen Streifen begrenzt wird, welcher sich 
von der Alveole aus mehr oder weniger weit nach dem Ende der Scheide hinwendet. An der flacher ge- 
wölbten Bauchseite läuft eine tief eingeschnittene Furche von der Spitze der Alveole an nur eine kurze 
Strecke nach unten hin. An jungen Exemplaren treten diese Charaktere schwächer hervor (.B. Strehlensis 
A. Fritsch). Sie entsprechen den Abbildungen von d’Orbigny, l.c. Pl. 2. fig. 6, von Sharpe, l.c. Pl. 1. fig. 13 
und anderen Exemplaren von Strehlen, II. Taf. 31. fig. 13. 14, an welchen die Scheide nach der Spitze hin 
weniger lanzettförmig oder spindelförmig erweitert ist. Die Scheide ist am Anfange der Alveole schild- oder 
kegelförmig erhoben und zeigt hier ausser mehreren ausstrahlenden Falten und Furchen eine kleine rundliche 
Scheitelöffnung, wo die Alveole beginnt. Letztere ist kurz und ihre Ausfüllung, oder der mit niedrigen Kammern 
versehene Alveolit, bildet einen Kegel mit einem Scheitelwinkel von 35 Grad (vgl. II. Taf. 31. Fig. 15). 


— 181 — 


Sharpe hat den Nachweis geführt, dass der von Blainville gegebene Speciesname »plenus« die Priorität 
verdient, da Sowerby’s Name »lanceolatus« schon von Schlotheim einer anderen Art ertheilt worden war, Miller’s 
Actinocamazx verus ‘) aber auf abgeriebene Exemplare der Belemnitella mucronata begründet ist. 

Zu B. plena gehört vielleicht der Taf. 61. Fig. 14 abgebildete kleine Körper von Plauen, welcher 
dem hornigen Schnabel des Thieres entsprechen könnte. Er bildet einen stark comprimirten, nach vorn ge- 
bogenen Haken, der an seiner schmalen concaven vorderen Seite ganz ähnlich ausgehölt ist wie der Schnabel 
einer lebenden Sepie. 

Vorkommen: Scheiden von mehr als 10 Cm. Länge nicht selten im unteren Pläner von Plauen, 
Koschütz, Gamighügel und Tunnel von Oberau, selten im Plänerkalke von Strehlen. Von den dazu gehören- 
den Alveoliten ist mir von Plauen nur das II. Taf. 31 abgebildete Stück bekannt. Ebenso in cenomanen 
und turonen Schichten Böhmens; gemein in der grauen Kreide des südlichen Englands, von Hamsey, Heyning, 
Chute Farn etc.; in cenomanen Schichten von Tournay, Lathinne und Tirlemont in Belgien, Sainte Cerotte 
(Sarthe-Dept.) in Frankreich; nach Saemann in der unteren weissen Kreide von Vis€e in Belgien und Tartigny 
(Oise-Dept.) etc. 

Rehyncholithus Faure-Biquet. 

Rh. simplex Fr. & Schl. — II. Taf. 35, Fig. 9. 

1872. Fritsch & Schloenbach, Cephalopoden der böhmischen Kreideformation, p. 25. Taf. 11, fig. 4. 5. 


Bei 11 Mm. Länge, 9 Mm. Breite und nahe 6 Mm. Höhe bildet dieser Sepienschnabel auf seiner 
breiteren Seite ein rhomboidisches nach zwei Seiten unter ca. 75 Grad abfallendes Dach, auf seiner schmälern 
Seite einen von der Spitze dieses Daches herablaufenden gerundeten Wulst, welcher jederseits von einer 
breiten tiefen Bucht begrenzt wird. Die scharfrandige, concave Basalfläche nimmt eine pfeilförmige Gestalt 
an und ist längs ihrer Mitte stumpf gekielt. Die schwachen Anwachsstreifen der Oberfläche folgen im All- 
gemeinen dem Rande der Basis. Mit hoher Wahrscheinlickeit lässt sich diese Art auf Belemmitella plena 
zurückführen. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen, nach Fritsch in den Korycaner kalkigen Schichten 
von Kamack bei Kolin und von Zbislav in Böhmen. Die Identität der böhmischen Exemplare mit unserem 
Strehlener, das an seinem schmalen Ende nur wenig verbrochen erscheint, ist nicht zweifelhaft und entspricht 
dem gleichzeitigen Vorkommen der Belemnitella plena in cenomanen und turonen Schichten in Sachsen 
und Böhmen. 

Nautilus Aristoteles. 

1. N. elegans Sow. — I. Taf. 61. Fig. 9. 10; II. Taf. 32. Fig. 6. 

2. N. rugatus Fr. & Schloenb. — II. Taf. 31. Fig. 16. 

1822. N. elegans Mantell, Geol. of Suss. p. 113. Tab. 21. fig. 8 (nicht Sowerby). 

1840. N. elegans Gein., Char. II. p. 42 z. Th. 

1849. N. radiatus Gein., Quad. Deutschl. p. 111 z. Th. 

1870. N. elegans? F. Römer, Geologie von Oberschlesien, p. 319. Taf. 35. fig. 4. 

1871. N. pseudo-elegans Blanford, Cretac. Cephalopoda of South. India, p. 33. Pl. 17. fig. 3; Pl. 18. fie. 3; Pl. 19 
Pl. 20. fig. 1 (nicht d’Orbigny). 

1872. Fritsch & Schloenbach, Cephalopoden der böhm. Kreidef. p. 23. Taf. 12. fig. 2; Taf. 15. fig. 2. 


1) Trans. Geol. Soc. 2. ser. T. I. P.1. p. 64. Tab. 9. fig. 17.18; Sowerby, Grossbritanniens Min. Conch., von Agassiz, 
p- 633. Pl. 600. fig. 5. 


— 251825, — 


Diese mit N. elegans Sow. nahe verwandte Art unterscheidet sich durch ihre dickeren flach ge- 
rundeten Rippen, welche im Nabel beginnen, unter einem weiten Bogen sich nach vorn wenden und in der 
Mitte des Rückens wiederum einen flachen rückwärts gebogenen Sinus bilden. Sie bedecken öfters fast den 
ganzen letzten Umgang der Schale, häufiger sind sie aber nur auf einen Theil der letzten Kammern beschränkt. 
Die Scheidewände bilden vom Nabel aus eine schwache und kurze S-förmige Biegung und laufen dann 
ziemlich einfach über den Rücken hinweg; die Lage des Sipho ist an unseren Exemplaren nicht zu unter- 
scheiden. Es kommen sowohl breitrückige als auf dem Rücken gekielte Abänderungen vor. 


Von Nautilus radiatus Sow., aus cenomanen Schichten, der einen weiteren Nabel besitzt, und 
Nautilus pseudo-elegans d’Orb.!), aus dem unteren Neokom unterscheidet sich N. rugatus durch die schon 
im Nabel beginnenden stärkeren Rippen, die auch von Mantell gut hervorgehoben worden sind, während ein 
grosser Theil der übrigen Schalenfläche mitunter auch glatt erscheint. 

Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla in Sachsen, Oppeln in Oberschlesien, 
nach Fritsch in den Iserschichten von Jungbunzlau, den Scaphitenschichten von Kostie und den Chlomeker 
Schichten von Tannenberg bei Falkenau in Böhmen; nach Mantell im Kreidemergel von Middleham in Eng- 
land; nach Blanford (N. pseudo-elegans) in der Ootatoor-Gruppe Süd-Indiens bei Ootatoor und Odium im 
Trichonopoly-Districte. 


3. N. sublaevigatus d’Orb. — 1. Taf. 32. Fig. 1—3. 


1840. N. laevigatus d’Orbigny, Pal. frang. terr. eret. I. p. 84. Pl. 17 micht Montagu, 1803). 
1842. N. simplex Gein. Char. III. p. 66. 

1845. N. simplex und N. elegans z. Th. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 21. 

1846. Desgl. Gein., Grundr. p. 281. 


1849. N. elegans und N. laevigatus Gein., Quad. Deutschl. p. 110 z. Th. Taf. 3. fig. 2 
1850. N. sublaevigatus d’Orbigny, Prodr. de Pal. I. p. 189. 
1853. N. laevigatus Sharpe, Deser. of the Foss. Rem. of Mollusca found in the Chalk of England. I. Cephalopoda 
p. 11. Pl. 2. fig. 1. 2. (Schriften der Palaeontographical Society, 1853.) 
1861. N. Bouchardianus Blanford, Cret. Cephal. of South India, p. 13 z. Th. Pl. 5. fig. 1. 3 
1865. N. sublaevigatus Stoliezka, ebend. p. 204. 
1872. N. sublaevigatus Fritsch & Schloenbach, Chephalopoden d. böhm. Kreidef. p. 21. Taf. 12. fie. 1. 
N. galea Fritsch & Schloenbach, eb. p. 23. Taf. 12. fig. 3; Taf. 15. fig. 3. 4 
1873. N. sublaevigatus A. Redtenbacher, die Cephalopoden der Gosauformation (Abh. d. k. k. geol. Reichsanst. V. 5), 


p- 95. Taf. 22. fig. 1. 


Die fast kugelig aufgetriebene Schale ist glatt und so involut, dass der Nabel an älteren Exemplaren 
kaum bemerkbar wird. Mündung gross und halbkreisartig. Normale Exemplare haben demnach einen breiten 
gerundeten Rücken, der ganz allmählich in die Seiten verläuft. (II. Taf. 32. Fig. 1.) Wie bei N. elegans und 
anderen Arten kommen nicht selten auch schmalrückige Abänderungen vor (Fig. 2), welche diese Gestalt 
nicht immer einem zufälligen Seitendrucke zu verdanken scheinen; sie verhalten sich vielmehr zu den nor- 
malen breitrückigen Exemplaren ganz ähnlich wie die schmalrückigen Exemplare des Ceratites nodosus im 
Muschelkalke zu den breitrückigen Varietäten, deren erstere L. v. Buch mit den Männchen, letztere mit dem 
Weibchen des Thieres verglich. Die Scheidewände bilden an ihrem Anfange eine kurze S-förmige Biegung 
nach vorn und laufen dann ziemlich gerade über den Rücken hinweg. Der Sipho liegt nahe der Mitte, an 


1) 1840. Pal. frang. terr. eret. I. p. 70. Pl. 8. 9. 


— 13 — 


jüngeren Exemplaren jedoch stets mehr der inneren Seite des Umganges, oder Bauchseite genähert. 
(al 327 hier 3)) 

Die glatte Beschaffenheit der Schale und die Lage des Sipho unterscheiden diese Art von N. elegans 
(II. Taf. 32. Fig. 6), mit dem sie hier und da zusammen vorkommt und dem sie in manchen Zuständen 
ziemlich ähnlich wird. N. galea scheint nur eine gekielte Varietät des N. sublaevigatus zu sein, wie sie in 
ähnlicher Weise auch bei anderen Arten gefunden werden. Schwieriger ist es, N. sublaevigatus d’Orb. von 
N. Dekayi Morton zu unterscheiden, über welchen weitere Mittheilungen unten folgen. 

Vorkommen: Häufig in turonen Ablagerungen, wie im mittleren Pläner bei Priessnitz an der Elbe 
(bis 21 Cm. gross), in dem Zwickpläner von Leutewitz und im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, 
sowie auch im Baculitenmergel von Zatzschke. In Böhmen besonders häufig nach Fritsch in dem Pläner- 
bausteine des weissen Berges, von ähnlicher Grösse wie bei Priessnitz und Weinböhla in Sachsen, im Niveau 
der Grünsandsteine von Malnitz, Laun etc., im Isersandsteine bei Jungbunzlau, Turnau u. s. w., in den Sca- 
pbitenschichten von Teplitz, Hundorf u. s. w.; nach Redtenbacher in den Gosauschichten der nordöstlichen 
Alpen bei. Neuberg. 


Sharpe hat sein Vorkommen in dem turonen chlaitischen Mergel von Bonchurch, Insel Wight, nach- 
gewiesen, von wo auch das Dresdener Museum Exemplare besitzt, in dem grauen Kreidemergel von Dover 
und Lewes und in der Kreide von Maidstone; nach d’Orbigny kommt diese Art namentlich in turonen Bil- 
dungen von Rochefort (Charente-Inf.), Montrichard und Uchaux (Vaucluse) vor; die von Blanford beschrie- 
benen Exemplare gehören der Arrialoor-Gruppe von Arrialoor und Schillagoody im Trichonopoly-Distriete an. 


4. N. Dekayi Morton. — II. Taf. 32. Fig. 4. 5. 


1799. Faujas-Saint-Fond, hist. nat. de la montagne de Saint-Pierre de Maestricht, p. 139. Pl. 21. fig. 1. 
1834. N. Dekayi Morton, Synopsis of the Organic Remains of the Cretaceous Group of the Un. States, p. 33. Pl. 8. 
fig. 4; Pl. 13. fig. 4. 


1846. N. laevigatus d’Orbigny, Voyage de l’Astrolabe, Pl. 6. fig. 1. 

1846. N. sphaericus Forbes seq. Blanford et Stoliezka. 

1850. N. Dekayi d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 211. 

1861. N. Bouchardianus Blanford, Cret. Cephalop. of South. India, p. 13 z. Th. Pl. 3. 4, namentlich 7. 8. 


1865. N. sphaericus Stoliczka, eb. p. 203. Pl. 92. fig. 3. 


Trotz der nahen Verwandtschaft dieser Art mit N. sublaevigatus lassen sich nach zahlreichen hier 
vorliegenden Exemplaren aus senonen Bildungen wohl folgende Unterschiede festhalten: Die sehr regelmässig 
gerundete Schale nimmt schneller an Breite zu als bei jener, so dass ihre fast halbkreisförmige Mündung 
breiter und niedriger wird. 

Die untere Seite der Umgänge fällt von einer gerundeten Kante schneller nach dem tief eingesenkten 
Nabel ab, wodurch die Scheidewände der Kammern hier eine fast knieförmige Biegung (Fig. 4.”) erhalten, 
während sie dann fast gerade über den Rücken hinweglaufen (Fig. 4.%). Der Sipho liegt stets unter der Mitte 
der Kammer und nähert sich auch bei allen Exemplaren mehr der Bauchseite der Schale (Fig. 5). 

Vorkommen: Bisher nur aus senonen Ablagerungen bekannt. In grossen Exemplaren in der Tuft- 
kreide von Mastricht, kleinere Exemplare von ca. 5 Cm. Grösse in dem Kreidemergel von Kunraad in Lin- 
burg, am Luisberg bei Aachen, bei Osterfeld unweit Essen an der Ruhr, wahrscheinlich am Salzberg bei 
Quedlinburg und bei Ilseburg, ganz ausgezeichnet und häufig in der Korallenkreide von Faxe auf Seeland, 


von wo sie Beck früher als N. fricator bezeichnet hat, wahrscheinlich auch in der oberen Kreide von 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 5. 25 


— 14 — 


Köpinge in Schonen. In dem Kreidemergel von Nagorzany bei Lemberg mit N. sublaevigatus zusammen. 
Morton’s Exemplare stammen aus dem Mergel von Monmouth und Burlington Counties in New-Jersey; d’Or- 
bigny führt diese Art aus senonen Schichten von Coutune-Nehou (Manche), Royan (Charente-Inf.), Tours 
(Indre-et-Loire), von Haldem in Westphalen, von Mastricht, aus Chili und von Pondicherry in Süd-Indien an, 
wo sie nach Blanford in der Arrialoorgruppe bei Trichonopoly vorkommt. 

Ammonites Bruguiere, 1789. 

1. A. Woollgari Mant. — II. Taf. 33. 

1822. Mantell, Geology of Sussex, p. 197. Tab. 21. fig. 16; Tab. 22. fig. 7. 

1528. Sowerby, Mineral-Conchology, Tab. 587. fig. 1. 

1837. Agassiz in Grossbritanniens Mineral-Conchologie, p. 613. Taf. 587. fig. 1. 

1845. A. rothomagensis Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 112 z. Th. 

1846. Desgl. Gein., Grundr. p. 298 z. Th. 

1849. Desgl. Gein., Quad. Deutschl. p. 112. z. Th. 

1850. A. Woollgari d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 189 (nicht Pal. frang. 1. Pl. 108). 

1854. Desg. Sharpe, Descr. of the Foss. Rem. of Moll. found in the Chalk of England, Cephalopoda, p. 27. 

Pl. 11. fie. 1. 2. 
. 1568. A. Woollgari Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. p. 753. 764. 


1872. A. Woolgari Fritsch & Schloenbach, Cephalopoden d. böhm. Kreidef. p. 30. Taf. 2; Taf. 3. fig. 1-3; Taf. 4; 
Taf. 14. fig. 6. 


1872. Desgl. Schlüter, Cephalopoden der oberen deutschen Kreide. (Palaeontographica, XXI.) p. 25. Taf. 9. fig. 1-5; 
Taf. 12. fie. 5. 6. 

Wir haben früher die dazu gehörenden Formen als abnorme Zustände des A.: Rhotomagensis Sow. 
angesehen, der ja auch nicht ausschliesslich dem Cenoman angehört, sondern sehr häufig in der grauen 
Kreide des südlichen Englands, in dem chloritischen Mergel der Insel Wight, ja sogar noch in jüngeren 
Kreideschichten des westlichen Englands vorkommt. !) Auch liegen aus dem oberturonen Pläner von Quedlin- 
burg und selbst von Strehlen hier Exemplare vor, die sich von A. Rhotomagensis nur durch die comprimirte 
Form der Umgänge unterscheiden, was man auf zufälligen Seitendruck zurückführen kann. 

In neuerer Zeit sind indess aus dem Mittelpläner von Leutewitz und Priessnitz an der Elbe mehrere 
Exemplare gesammelt worden, welche eine Identität mit A. Woollgari nicht bezweifeln lassen und an die 
man Strehlener Exemplare gut anschliessen kann. 

Das Unterscheidende von A. Rhotomagensis liegt namentlich in der sehr unregelmässigen Ent- 
wickelung der Rippen und Knoten neben der mehr comprimirten Form der Umgänge, deren Rücken schmäler 
und mehr oder weniger gekielt ist. 

Bekanntlich zeichnet sich der normale A. Rhotomagensis ?) Defr. durch seinen dicken, fast acht- 


1) Vgl. Sharpe, Deser. of the Foss. Mollusca in the Chalk of England. Cephal. p. 33. 

2) 1822. A. Sussewiensis Mantell, Geol. of Sussex p. 114. Tab. 21. fig. 10 (nicht Tab. 20, fig. 2). 
1826. A. Rhotomagensis Sow, Min. Conch. Pl. 515. 
1835. Desgl. Brongniart, environs de Paris. 3. ed. p. 152. 636. 
1837. Desgl. Agassiz in Grossbritanniens Mineral-Concholosie, ». 537. Pl. 515. 
1840. Desgl. d’Orbigeny, Pal. fr. terr. eret. I. p. 345. Pl. 105, 106. 
1850. Desgl. d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 146. 

1851—1852. Desgl. Bronn, Leth. geogn. V. p. 319. Taf. 23, fig. 1, 9. 

854. Desg]. Sharpe, Deser. of the Fossil Mollusca found in the Chalk of England, Cephalopoda, p.33. Pl. 16. fig. 1—4. 


— 185 — 


kantigen Umgänge mit 7 Knotenreihen aus, woran die wechselständigen vier schiefen oder Abstutzungsseiten 
am schmälsten sind, und durch einfache dicke und fast gerade Rippen, welche in der Jugend rings um die- 
selben herumlaufen, bei zunehmender Grösse aber sich auf dem Rücken durch Verflächung verlieren. Die 
meisten derselben entspringen, oft mit einem schmalen Knoten unfern ihres Anfanges, am inneren Rande des 
Umganges (Bronn a. a. O.). 

Allen vorher citirten Abbildungen nach, womit Exemplare von le Havre, die ich Herım Professor 
Hebert in Paris verdanke, gut übereinstimmen, entwickeln sich bei A. Rhotomagensis die Knotenreihen sehr 
regelmässig, sowohl an dem unteren Rande der Seite, als in der Nähe des Rückens, während die Reihe in 
der Mitte des Rückens bei älteren Exemplaren mehr und mehr verschwindet, und der mittlere Theil des 
Rückens dann vertieft erscheint. 

Die Umgänge des A. Woollgari sind allermeist comprimirt und haben eine ovale oder elliptische 
Mündung, selbst wenn sich einzelne Knoten der oberen Reihen ungewöhnlich lang zu dornenartigen Fort- 
sätzen ausdehnen. Ihr Rücken ist gewölbter als bei A. Rhotomagensis und nicht selten gekielt. Die bei 
dem letzteren meist sehr regelmässigen Knoten erheben sich bei A. Woollgari bald hier bald dort ungewöhnlich 
stark und arten nicht selten zu dornenartigen Fortsätzen aus, der mittlere Rückenkiel ist an jüngeren Exem- 
plaren durch Knoten fast hahnekammartig erhoben. 

An älteren Exemplaren pflegt sich einer der höher liegenden Knoten besonders stark zu entwickeln, 
während der übrige Theil der Rippen mehr und mehr schwindet und selbst die mittlere Knotenreihe des 
hückens zu einer schmalen und glatten kielartigen Fläche wird. 

Vorkommen: Nicht selten im untern turonen Mittelpläner von Leutewitz und Priessnitz an der 
Elbe bis einige 20 Cm. gross, und im oberturonen Plänerkalke von Strehlen. In Böhmen nach Fritsch ziemlich 
häufig in den Malnitzer Schichten und den Weissenberger Schichten bei Prag, welche gleichfalls dem unter- 
turonen Niveau angehören; nach Schlüter in dem mittleren Brongniarti-Pläner ©. von Büren in Westphalen, 
nach Gümbel am Eisbuckel bei Regensburg; nach d’Orbigny in turonen Schichten von Martrous bei Rochefort 
(Charente-Inf.), Saumur (Maine-et-Loire), Montrichard in Frankreich; in der unteren Kreide von Lewes in 
England ete. 

A. Woollgari verhält sich demnach zu A. Rhotomagensis ganz ähnlich wie A. Hippocastanum Sow.,!) 
welcher letztere aber die breiteren oder deprimirten stachelknotigen Exemplare umfasst, die der Abbildung II 
Taf. 33, fig. 3 am nächsten stehen. 

Ob man daher A. Woollgari und A. Hippocastanum, wie von sehr vielen Autoren bisher geschah, 
auch ferner als Varietäten des A. Rhofomagensis, oder als selbstständige Arten betrachten will, erscheint 
ziemlich unwesentlich. 


2. A. Neptuni Gein. — 1. Taf. 62. Fig. 4; II. Taf. 36. Fig. 4. 
1842. 4. falcatus Gein. Char. II. p. 67 (nicht Mantell). 
1849. N. Neptuni Gein., Quad. Deutschl. p. 114. Taf. 5, fig. 3. 
1872. Desgl. Fritsch u. Schloenbach, Cephalopoden d. böhm. Kreidef. p. 30. Taf. 5, fig. 4. 
Desgl. Schlüter, Cephalop. d. ob. deutsch. Kreide, p. 36. Taf. 11, fig 1—9. ; 
Die meist kleine halb-involute Schale hat flachgewölbte Seiten, die nach der Naht hin schnell ab- 
fallen, und eine bald schmäler bald breiter, ovale Mündung. In der Mitte des Rückens liegt ein knotiger 


1) Sowerby, Min. Conch. Tab. 514, fig. 4; Sharpe, Cephalopoda of the Chalk, p. 37. Pl. 17. fig. 2—4. 


— 186 — 


Kiel, in welchem die schwach sichelförmig nach vorn gebogenen Rippen zusammenstossen, nachdem sie vorher 
zu einem grösseren spitzen Knoten und in einiger Entfernung davon zu einem zweiten schwächeren Knoten 
erhoben wurden. Die Rippen sind sehr zahlreich und ziemlich gleichartig, da ihre Theilung schon von einer 
an dem Nabelrande befindlichen Knotenreihe beginnt. Am schärfsten ausgeprägt zeigen sie sich an dem 
Exemplare von Plauen (I. Taf. 62, Fig. 4), stumpfer an Exemplaren von Strehlen. 

Schon Fritsch hat a. a. O. auf die Aehnlichkeit des A, Neptuni mit A. dentato-carinatus F. Römer 
(Texas) aufmerksam gemacht und verweist sehr richtig das von Schloenbach früher zu A. Neptuni gezogene 
Fxemplar aus den Priesener Schichten (Fritsch, Taf. 14, fig. 3) zu jener Art, die auch in dem Baculiten- 
mergel des Marterberges bei Passau vorkömmt. Bei dieser Art beginnt die Theilung der Rippen weiter oben, 
auch besitzt sie nur eine Knotenreihe am Rande des Rückens, während sich hier bei A. Neptuni 2 Knoten- 
reihen entwickeln. 

Vorkommen: Nur 1 Exemplar ist aus dem unteren Pläner ‘von Plauen bekannt, 2 Exemplare 
liegen aus turonen Mergelschichten von der Walkmühle bei Pirna vor, mehrere aus dem Plänerkalke von 
Strehlen. Nach Fritsch in den Malnitzer Schichten bei Laun, nach Schlüter im Scaphiten - Pläner des 
Teutoburger Waldes bei Bielefeld, häufig im subhercynischen Pläner bei Salzgitter und Heiningen bei Börsum 
bei Neuwallmoden etc. : 

3. A. Austeni Sharpe. — II. Taf. 34. Fig. 1, 2. 


1827. A. planulatus Sowerby, Min. Conch. Pl. 570, fig. 10 (nicht Schlotheim, 1820). 
1840. Scaphites Hillsi? Gein., Char. II. p. 41. Taf. 13, fig. 2 (nicht Sowerby bei Fitton). 


1842—1843. A. noricus Gein., Char. III. p. 67, Nachtr. p.8 (nicht. Schlotheim, 1820). 
1842 —1844. 4A. planulatus Agassiz in Sowerby’s Mineral-Conchologie, p. 596. Taf. 570, fig. 10. 
1849. A. splendens Gein., Quad. Deutschl. p. 114 z. Th. (nicht Sowerby). 
1854. A. Austeni und A. planulatus Sharpe, Fossil Mollusca of the Chalk, Cephalopoda, p. 28, 29. Pl. 12. 
1865. A. planulatus Stoliczka, Cret. Cephalopoda of South. India, p. 134. Pl. 67, 68. 
1872. A. Austeni Schlüter, Cephalopoden der oberen deutschen Kreide, p. 38. Taf. 11, fig. 11. (Palaeontographica, 


Bd. XXI). 
4. Hernensis Schlüter, eb. p. 40. Taf. 11. fig. 12—14. 

1872. A. Austeni Fritsch u. Schloenbach, Cephalopoden der böhm. Kreideformation, p. 36, Taf. 6, fig. 1, 2. 

Die stets comprimirte, oft scheibenförmige Schale, die eine riesige Grösse erreicht, umhüllt ungefähr 
die Hälfte der früheren Umgänge und besitzt eine mehr oder minder hohe, zusammengedrückt-eiförmige bis 
pfeilförmige Mündung. Ihre Oberfläche ist mit ungleichen, schwach sichelförmig gebogenen und am Rücken 
stark nach vorn gerichteten Rippen bedeckt, die bei jüngeren Exemplaren sehr zahlreich sind, an den älteren 
Exemplaren sehr undeutlich werden oder auch ganz verschwinden. Viele dieser Rippen beginnen am Nabel- 
rande, wo man sie selbst bei den grössten Exemplaren noch zum Theil wenigstens angedeutet findet, andere 
drängen sich zwischen den grösseren Rippen an den Seiten noch ein. 5 oder mehr Rippen auf einem Um- 
gange nehmen eine mundwulstartige Verdickung an, vor der sich in der Regel eine tiefere Furche zeigt. 
Auf dem zufällig stärkeren oder schwächeren Hervortreten solch einer Furche beruht der einzige Unterschied 
zwischen A. planulatus Sow., Sharpe und A. Austeni Sharpe. Die Gestalt der Mündung ist grossen Schwan- 
kungen unterworfen, sei es durch Seitendruck, oder sei es, dass auch bei dieser Art breitere und schmälere 
Formen ursprünglich vorkamen. Man trifft namentlich die grossen Exemplare dieser Art oft scharfrückig an. 

Wir können nach zahlreichen uns jetzt vorliegenden Exemplaren die Ansicht von Sharpe, wonach 
A. Mayorianus d’Orb. eine verschiedene Art ist, nur bestätigen. Sie unterscheidet sich auch nach älteren 


— 187 — 


Exemplaren aus dem cenomanen Grünsande von Essen nicht, allein durch ihren breiter gerundeten Rücken, 
sondern namentlich durch eine schon in der Nähe der Naht vorhandene stärker sichelförmige Krümmung 
der 4—5 grösseren Rippen und diese nach vorn begrenzenden Furchen. Diesem Charakter entsprechen: 

A. Mayorianus d’Orbigny, Pal. france. terr. ceret. I. p. 267. Pi. 79 aus dem Gault und dem unteren 
neokomen Grünsande; 

A. Mayorianüus Pictet, descr. des Mollusques fossiles dans les gres verts des environs de Geneve, 
1847, p. 37. Pl. 2. fig. 5; 

A. Mayorianus Gein., Quad. Deutschl. p. 116; ferner sehr genau: 

A. subplanulatus Schlüter, Cephalopoden der oberen deutschen Kreide, p. 4. Taf. 2. fig. 5—7, mit 
ausgezeichneten Exemplaren aus dem cenomanen Grünsande von Essen an der Ruhr, und höchst wahr- 
scheinlich:: 

A. planulatus Fritsch & Schloenbach, Cephalopoden der böhmischen Kreideformation, p. 37. Taf. 11. 
fig. 1; Taf. 15. fig. 5, aus den cenomanen Korycaner Schichten bei Vodolka in Böhmen. 

Vorkommen: A. Mayorianus d’Orb. (nicht planulatus Sow.) geht hiernach von neokomen Schichten 
an durch den Gault bis in die Cenomanbildungen hinauf. 

A. Austeni Sharpe ist in Deutschland und England nur in den turonen Schichten bekannt, wozu 
wohl auch die Mehrzahl der von Stoliczka in Süd-Indien entdeckten Vorkommnisse dieser Art gehört. 

Er hat sich im sächsischen Elbthale gleich in riesigen Exemplaren bis über 70 Cm. Durchmesser 
am Anfange des unteren Turon in den tiefsten Schichten des mittleren Pläners oder Zwickpläners eingestellt, 
wie namentlich in den Brüchen von Leutewitz bei Dresden, von Goppeln und Rippien, in dem mittleren 
Quadersandsteine oder Bildhauersandsteine von Cotta bei Pirna, und von Niederkirchleithen bei Königstein; 
meist nur in jüngeren Exemplaren von 6—7 Cm. Durchmesser findet er sich vereinzelt im Plänerkalke von 
Strehlen und Weinböhla. 

Fritsch wies das Vorkommen dieses Ammoniten in den unterturonen Weissenberger und Mal- 
nitzer Schichten in Böhmen nach, und zwar von ähnlicher Grösse wie in Sachsen; Schlüter führt als 
Fundorte für A. Austeni den turonen Grünsand Westphalens bei»Soest an, für A. Hernensis aber den Cu- 
vieri-Pläner bei Paderborn, Rothenfelde am Fusse des Teutoburger Waldes, den Windmühlenberg bei Salz- 
gitter und den grauen Mergel bei Herne in Westphalen. Das Dresdener Museum besitzt auch ein Exemplar 
aus dem Pläner von Lüdenstein in Hannover aus der Jugler’schen Sammlung. In England wird A. Austeni 
nach Sharpe im oberen Grünsande bei Dorking und Cambridge (A. planulatus Sh.), und im Grey Chalk 
marl von Surrey, Kent und Sussex, sowie bei Bonchurch auf der Insel Wight (A. planulatus), also in gleichen 
Niveau’s wie im sächsischen Elbthale gefunden. Die von Stoliezka beschriebenen Exemplare des A. planulatus 
entstammen sowohl der Ootatoor-Gruppe, als auch der Trichonopoly- und Arrialoor-Gruppe. 

Der von Sharpe aufgestellte Name verdient den Vorzug vor A. planulatus Sow., da Schlotheim schon 
früher diesen Namen für eine ganze noch heute aufrecht erhaltene Gruppe jurassischer Ammoniten ver- 
wendet hat. (Petrefactenkunde, 1820. p. 59.) 

‚4. A. leptophyllus? Sharpe. 

1822. A. Lewesiensis Sowerby, Min. Conch. Pl. 358 (nicht Mantell). 

1856. A. Ieptophylius Sharpe, Fossil Mollusca of the Chalk (Palaeontogr. Soc.). p. 48. Pl. 21. fig. 2; Pl. 22. fig. 1. 

Ein Exemplar von 22 Cm. Durchmesser aus dem Plänerkalke von Strehlen, dessen halb-involute 
Umgänge ziemlich flache Seiten und einen stumpf gerundeten Rücken bilden, was einer länglich-ovalen Mün- 


— 18 — 


dung entspricht, nähert sich durch seine zahlreichen einfachen und fast geraden Querrippen, welche in der 
Nähe des Nabelrandes beginnen und bis in die Nähe des anscheinend glatten Rückens laufen, sehr dem 
A. leptophyllus aus der oberen Kreide von England. Vielleicht ist es aber doch nur eine Varietät des 
4A. Austeni. 

5. A. cf. bicurvatus Michelin, 1838. — II. Taf. 34. Fig. 3. 

1840. d’Orbigeny, Pal. franc. terr. ceret. p. 286. Pl. 84. fig. 3. 

1847. Pictet, descr. des mollusques foss. dans les gres verts des env. de Geneve, p. 32. Pl. 2. fig. 2. 

1549. Gein., Quad. Deutschl. p. 112. Taf. 4. fig. 2. 

1850. d’Orbieny, Prodr. de Pal. II. p. 113. 

Die sehr involute Schale ist stark comprimirt und scharfrückig, ähnlich wie A. clypeiformis d’Orb. ') 
aus dem Neokom und A. bicurvatus Mich. aus dem Gault ete. Die ganze Oberfläche erscheint glatt, wie bei 
A. clypeiformis, von dem sich unser Exemplar durch schwächeres Abfallen der Umgänge nach dem Nabel 
unterscheidet, während A. bieurvatus wenigstens an seinen früheren Umgängen sichelförmige Rippen wahr- 
nehmen lässt, die hier fehlen. Der ihm nahe verwandte A. Regwienianus d’Orb. ?) aus turonen Schichten von 
Uchaux gleicht ihm durch glatte Beschaffenheit und seinen scharfen Rücken, ist aber noch mehr involut, so 
dass sein Nabel noch kleiner wird. In dieser Beziehung bildet unser Ammonit eine Mittelstufe zwischen 
4A. Regquienianus und den grossen scharfrückigen Exemplaren des A. Austeni Sharpe. 

Vorkommen: Das 20 Cm. grosse Exemplar, das hier von Neuem abgebildet ist, wurde in dem 
Plänerbruche von Goppeln am östlichen Ende des Dorfes gefunden, wo die oberen Schichten des cenomanen 
unteren Pläners und die unteren Schichten des turonen Mittelpläners nur durch eine Thonschicht von einigen 
Fuss Stärke getrennt sind. Es lässt sich nicht sicher entscheiden, welcher dieser beiden petrographisch sehr 
ähnlichen Schichtenreihen er angehört. Aehnliches gilt für ein zweites Exemplar aus dem Plänersandsteine 
zwischen Goppeln und Rippien. 


6. A. Orbignyanus Gein. — II. Taf. 36. Fig. 5. 

1843. 4A. Vibrayeanus Gein., Kiesl. p. 8. Taf. 1. fie. 8 (nicht d’Orbigny). 

1849. A. Orbignyanus Gein., Quad. Deutschl. p. 114. Taf. 4. fie. 1. 

1850. A. Orbignyanus u. A. Geinitzi d’Orb., Prodr. de Pal. II. p. 147. 213. 

1865. 4A. Orbignyanus Stoliczka, Cret. Ceph. of South. India, p. 92. Pl. 48. fig. 2. 

1872. Desg]. Fritsch u. Schloenbach, Ceph. d. böhm. Kreidef. p. 36. Taf. 10. fig. 4. 5; Taf. 11. fig. 2. 

1572. A. syrtalis Schlüter, Cephal. d. ob. deutsch. Kreide, p. 46. Taf. 15. fig. 3. 4. 

Schale stark involut und sehr comprimirt mit flach gewölbten Seiten, welche treppenförmig nach dem 
Nabel abfallen und mit flachen, sichelförmig gekrümmten Rippen bedeckt sind. Letztere beginnen mit kleinen 
Knoten, treten aber erst von der Mitte der Seiten an deutlicher hervor und laufen mit einigen undeutlicheren 
Zwischenrippen bis in die undeutlich gekerbte Kante des scharf begrenzten Rückens. Dieser ist schmal, an 
den ihn einfassenden Kanten ein wenig eingesenkt und in der Mitte durch den Sipho wieder schwach erhoben. 
Die Loben sind Quad. Deutschl. Taf. 4. fig. 1.° gezeichnet. 

Sehlüter hat diese Art mit A. syrtalis Morton ?) vereinigt und gibt auch Taf. 15. fig. 2 eine treue 
Copie von Morton’s Abbildung. Diese wie Schlüter’s Abbildungen des A. syrtalis auf Taf. 14 unterscheiden 


5) Pal. franc. terr.. eret. I. 9, 137. D1.242. fe.0122. 
2) Ba). trang.nterr.Teret. al pr 315mBl. 93: 
®) A. syrtalis Morton, 1834, Synopsis of the Organic. Remains of the Cretac. group of the United States, Pl. 16. fig. 4. 


— 189 — 


sich aber nicht blos durch ihre breitere Mündung, sondern namentlich durch eine Knotenreihe an der Seite 
der Umgänge, die man nicht wohl mit den uns aus Böhmen und von Kieslingswalda vorliegenden Exemplaren 
des A. Orbignyanus in Verbindung bringen kann. Dagegen stimmen die Abbildungen bei Fritsch und 
Schloenbach, sowie bei Stoliezka sehr gut mit dem letzteren überein. 

Vorkommen: Das hier abgebildete Exemplar stammt aus dem Baculitenmergel der Eisenbahn- 
einschnitte bei Zatzschke. 

Nach Fritsch ist A. Orbignyanus ein Leitfossil für die Priesener und Chlomeker Schichten in Böh- 
men, welchen letzteren die von Kieslingswalda parallel gestellt werden. Es zeigt sich in den Priesener 
Schichten (oder Baculitenmergeln) von Lencsie bei Laun, am Bahnhofe von Böhm. Kamnitz, in den Chlomeker 
Schichten (oder oberem Quadermergel) von Tannenberg bei Falkenau, bei Kieslingswalda im Glatzischen, in 
dem Baculitenmergel vom Marterberg bei Passau, bis 20 Cm. gross im oberen Quadersandsteine von Waldau 
bei Görlitz, und nach Stohczka in der Ootatoor-Gruppe von Moraviatoor in Süd-Indien. 


7. A. peramplus Mant. — Il. Taf. 34. Fig. 4—7. 


1822. Mantell, Geology of Sussex, p. 200. 
1822. Sowerby, Min. Conch. Pl. 357. 


1840. A. Lewesiensis Gein., Char. I. p. 39. Taf. 12. fig. 2. 
1840. A. peramplus und A. Prosperianus d’Orbigny, Pal. franc. terr. cr&t. I. p. 333. 335. Pl. 100. 
1841. A. peramplus A. Römer, nordd. Kreideg. p. 87 z. Th. 
1842. A. Decheni und A. peramplus Gein., Char. III. p. 66. 67 z. Th. 
1845. A. peramplus Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 21 z. Th. 
1846. A. peramplus und A. Decheni Gein., Grundr. d. Verst. p. 297 z. Th. 
1849. A. peramplus Gein., Quad. Deutschl. p. 116 z. Th. 
1850. A. peramplus und A. Prosperianus d’Orbigny, Prodrome de Pal6&ontologie, II. p. 189. 
1850. A. Prosperianus Dixon, Geol. of Sussex, Tab. 27. fig. 22. 
1853. A. peramplus Sharpe, Fossil Mallusca of the Chalk, Chephalopoda, p. 26, Pl. 10. fig. 1—3. 
1865. A. peramplus Stoliczka, Cretac. Cephalopoda of Southern India, p. 130. Pl. 65. fig. 1. 2. 
1868. 4A. peramplus Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. p. 753. 
1870. 4A. Vaju Stoliczka, ib. p. 132. Pl. 65. fig. 3. 
F. Roemer, Geologie von Oberschlesien, p. 319. Taf. 35. fie. 5. 


1872. Yritsch und Schloenbach, Cephalopoden d. böhm. Kreidef. p. 38. Taf. S. fig. 1—4. 

1872. Schlüter, Cephalopoden der oberen deutsch. Kreide (Palaeontographica, XXI), p. 31, Taf. 10. fig. 7—13. 

Die Ys bis 2/3 involuten Umgänge fallen am Nabel steil gewölbt ab und verlaufen mit schwach- 
gewölbten Seiten in den gerundeten Rücken. In Folge von Druck zeigt sich der Rücken indess bald deprimirt, 
bald comprimirt, wodurch die normale ovale Mündung dieses Ammoniten bald breiter bald schmäler erscheint. 

An dem Nabelrande entspringen entfernt liegende, stumpfe Querrippen mit einem stumpfen oder 
kräftigen Knoten, welche über den Rücken hinweglaufen und sich etwas nach vorn biegen. An jungen Exem- 
plaren liegen 2—3 kürzere Rippen, welche ohne Knoten an der Seitenfläche entspringen, zwischen den län- 
geren Rippen und nehmen wie diese ihren Weg über den Rücken (A. Prosperianus d’Orb.). An grösseren 
Exemplaren finden sich zuletzt nur noch einfache, gleich lange Querrippen vor, die in der Nähe ihres Ur- 
sprunges zu stumpfen Knoten verdickt sind und nach dem Rücken hin undeutlicher werden. In diesem Zu- 
stande wird A. peramplus dem A. Lewesiensis Mant. ') sehr ähnlich, welchen auch viele Autoren damit 


!) 1822. Mantell, Geol. of Sussex, p. 200. Tab. 22. fig. 2. 


— 19 — 


vereiniget haben. Sharpe !) hat dagegen nachgewiesen, dass sich die Jugendzustände beider Arten ziemlich 
wnähnlich sind, indem bei A. Lewesiensis ihre Schale fast glatt erscheint. Derselbe Autor bezeugt ferner, 
dass A. Lewesiensis Sowerby, Min. Conch. Pl. 358, von A. Lewesiensis Mant. als besondere Art getrennt 
werden müsse, die er a. a. O. p. 48. Pl. 21. fig. 2 und Pl. 22. fig. 1 als A. leptophylius Sharpe beschrieb, 
während A. Lewesiensis d’Orbigny, Pal. franc. terr. eret. I. p. 336. Pl. 101 und 102. fig. 1. 2 von beiden 
Arten verschieden und schon von d’Orbigny, Prodrome de Pal., II. p. 212 als A. Gollevillensis d’Orb. bezeichnet 
worden ist. 


Die Exemplare des sächsischen Elbthales gehören dem wahren A. peramplus an, von dem wir nach 
vorstehenden Erläuterungen A. Lewesiensis abscheiden müssen. 


Vorkommen: Das Erscheinen des A. peramplus beginnt mit dem mittleren Quadersandsteine und 
mittleren Pläner. Dem ersteren gehören grosse Exemplare aus dem Bildhauersandsteine von Rottwernsdorf 
bei Pirna und aus dem Sandsteine der Tyssaer Wände in Böhmen an, dem letzteren kleinere Exemplare aus 
dem Mittelpläner am letzten Heller, dem Zwickpläner von Leutewitz bei Dresden und Priessnitz an der Elbe, 
sowie aus dem mittleren Plänermergel am Ladenberge bei Berggiesshübel. In dem Plänerkalke von Strehlen 
und Weinböhla gehört er zu den gewöhnlichsten Erscheinungen und hat hier bisweilen bedeutende Grösse 
erreicht. Ein sehr grosses Bruchstück dieses Ammoniten wurde in dem wahrscheinlich oberen Quadersand- 
steine des Liebethaler Grundes unweit und unterhalb der Lochmühle beobachtet. 


Auch in Böhmen ist er nach Fritsch u. Schloenbach nur über den cenomanen Schichten getroffen 
worden, namentlich in dem unter turonen Baupläner des weissen Berges bei Prag, und an vielen anderen 
Stellen derselben Zone, ferner in den Malnitzer Schichten bei Malnitz, Laun u. s. w., in dem sogen. Iser- 
sandsteine und dem Scaphiten-Pläner oder oberturonen Plänerkalke von Hundorf, Teplitz u. s. w., ferner bei 


Greifendorf unweit Zwittau in Mähren. Ebenso gehört er bei Oppeln in Oberschlesien zu den gewöhnlicheren 
Erscheinungen. 


Schlüter bezeichnet als das Hauptlager dieser Art den Scaphiten-Pläner mit Scaphites Geinitzi, 
welcher den Schichten von Strehlen und Hundorf entspricht. Er fand ihn in diesem Niveau bei Salzgitter, 
Heinigen bei Börsum, Dorstedt unweit Wolfenbüttel, Klein-Döhren bei Liebenburg, Neinstadt bei Thale am 
Harz und bei Rheine, woran sich die Fundorte Bochum, Westphalen, Quedlinburg, Halberstadt, Galgenberg 
bei Regensburg anschliessen lassen. Seltener zeigt sich nach Schlüter diese Art in dem nächst älteren Niveau, 
im sogen. Brongniarti-Pläner bei Büren in Westphalen, bei Wolfenbüttel u. s. w. Schlüter verfolgte sie 
ferner in dem jüngeren Niveau des Öuvieri-Pläners von Rothenfelde und Salzgitter. 


In England findet sich A. peramplus gleichfalls am häufigsten in dem mittleren Theile der Kreide 
in den Grafschaften Kent, Sussex, Surrey, Hertfordshire und Wiltshire, auf der Insel Wight und namentlich 
in den South Downs. Er reicht dort von der feuersteinfreien oder unteren Kreide an aufwärts bis in die 
obere feuersteinführende Kreide hinauf. d’Orbigny beobachtete ihn in Frankreich nur in turonen Schichten, 
wie bei Uchaux, Montrichard, Tourtenay und Saumur, Das Vorkommen des A. peramplus und A, Vaju ist 
nach Stoliezka auf die Trichonopoly-Gruppe NW. von Anapaudy beschränkt. Der durch Herrn A. Dittmarsch- 
Flocon aus Dresden in einem Plänerkalke von Colorado City im nördlichen Mexiko gesammelten und in dem 
Dresdener Museum befindlichen Exemplaren des A. peramplus ist schon I. S. 148 gedacht worden. 


!) 1856. Sharpe, Foss. Mollusca of the Chalk, Cephalopoden, p. 46. Pl. 21. fig. 1. 


— 1 — 


Scaphites Parkinson, 1811. 
1. Se. Geinitzi d’Orbk. — U. Taf. 35. Fig. 1—4. 
? 1813. Se. obliquus Sowerby, Min. Conch. Pl. 18. fig. 4—7. 
1840. Se. aequalis Gein., Char. I. p. 40. 
1841. Se. costatus Gein., Char. Ill. p. 67. 
Se. aequalis, obliquus und costatus A. Römer, Norddeutsche Kreideg. p. 90. 
Ammonites Cottae A. Römer, eb. p. S6, Taf. 13. fie. 4. 
1845. Sc. aequalis Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 23. — Amm. Cottae Reuss, eb. p. 21. Taf. 7. fig. 11. 
1846. Desgl. Gein., Grundr. p. 301 z. Th. Taf. 12. fig. 1. 

1849. Desgl. Gein., Quad. Deutschl. p. 116 z. Th. 

1850. Se. Geinitzü d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 214. 

1857. Desgl. v. Strombeck, in Zeitschr. d. deutsch. geol. Ges. IX. p. 417. 

1860. Desgl. Schlüter, eb. XVII. p. 73. 

Desgl. U. Schloenbach, neues Jahrb. f. Min. p. 311. 

1868. Scaphites Cottai u. Sc. Geinitzi Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. p. 764. 

1870. F. Römer, Geologie von Oberschlesien, p. 320. Taf. 35. fig. 6. 

1872. Desgl. Fritsch u. Schloenbach, Cephalopoden d. böhm. Kreidef. p. 42. Taf. 13. fig. 7. 10. 12; Taf. 14. fie. 11. 

Desgl. €. Schlüter, Cephalopoden der ob. deutsch. Kreide, p. 75. Taf. 23. fig. 12—22; Taf. 27. fig. 9. 

Die Schale dieses Scaphiten ist stets comprimirt, wodurch er sich leicht von Se. obliguus (Sow.) 
Bgt. der cenomanen Schichten unterscheidet, dessen Schale mehr deprimirt ist. Ihre hohen Seitenflächen sind 
mit zahlreichen Rippen bedeckt, die häufig schon in der Nähe ihres Anfanges zu einem länglichen Höcker 
anschwellen, was bei dem vorhergenannten nicht vorkommt, häufiger aber noch an der Grenze des Rückens 
zu einem spitzeren Knoten erhoben sind, von welchem sie in 2--3—4 feinere Rippen zerspalten den Rücken 
geradlinig überschreiten. Diese Knotenbildungen pflegen dem ersten ammonitenartigen Theile der Windungen 
zu fehlen, welcher früher als Ammonites Cottae beschrieben worden ist (Fig. 4), während sie an dem gerade 
ausgestreckten Theile der Schale bis in die Nähe ihrer Mündung mehr oder minder regelmässig und kräftig 
hervortreten. 

Es pflegt übrigens die Schale dieses Scaphiten oft 6 Cm. Länge, also nahezu die doppelte Länge 
von Se. obliquus, zu erreichen. 

So abweichend Se. Geinitzi auch von Se. obliquus (vgl. I. Theil) aus cenomanen Bildungen Deutsch- 
lands und Frankreichs ist, so nähert er sich doch sehr manchen Exemplaren des Sc. obliquus und Se. aequalis 
aus der Kreide von England, wie man bei einem Vergleiche der besseren Abbildungen von Dixon, Geol. and 
Fossils of Sussex, 1850. Tab. 27. fig. 37. 38 und Tab. 29. fig. 11, leicht findet, an welche Abbildungen sich 
einige Strehlener Exemplare ebenso nähern, wie dem Se. obliquus Sow., nicht aber Brongniart. Unter den 
Abbildungen der Scaphiten aus dem grauen Kreidemergel von Hamsey u. a. ©. in Mantell’s Geology of 
Sussex schliessen sich Se. striatus Mant., p. 119. Pl. 22. fig. 3. 4. 9. 11. 13—16, an Se. obliguus Sow. an, 
während Se. costatus Mant. p. 120. Pl. 22. fig. 8. 12 mit Se. aequalis bei Dixon und den Exemplaren des 
Sc. aequalis aus dem chloritischen Mergel der Insel Wight übereinstimmt. Diesen Scaphiten ist Se. Geinitzi 
jedenfalls am nächsten verwandt und man würde sie vielleicht nicht als besondere Species davon geschieden 
haben, wenn nicht Sowerby’s ungenügende Abbildung des Sc. aegualis Min. Conch. Pi. 18. fig. 1—3 so 
manche Abweichungen von anderen englischen Exemplaren darzubieten schiene. 

Vorkommen: Häufig im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla und in dem Baculitenmergel 


bei Zatzschke. In dem oberen Pläner von Oppeln in Oberschlesien, in dem Plänerkalke von Teplitz, Hundorf 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 5. 26 


— 192 — 


den Baculitenmergeln von Luschitz, Priesen, Böhmisch-Kamnitz etc. in Böhmen, dem Baculitenmergel des 
Marterberges bei Passau, im Plänerkalke von Quedlinburg, Heiningen bei Wolfenbüttel, Neinstedt bei Stecklen- 
berg, in dem Kreidemergel von Charlottenlust bei Wernigerode, nach Schlüter in dem »Cuvieri-Pläner« bei 
Paderborn, bei Rothenfelde am Teutoburger Walde etc., überhaupt demnach in oberturonen und untersenonen 
Schichten. d’Orbigny führt als Fundorte in Frankreich senone Kreide von Villedieu (Loir-et-Cher) an, wahr- 
scheinlich auch in dem grauen Kreidemergel und der oberen Kreide Englands, wo sie als Scaphites aequalis, 
Se. costatus, Se. obliquus und Se. striatus bezeichnet worden sind. 

3%. Se. auritus Schloenb. — I. Taf. 35. Fig. 10. 

1872. Fritsch u. Schloenbach, Cephalopoden der böhm. Kreidef. p. 44. Taf. 13. fig. 8. 9. 11. 14. 15; Taf. 14. fig. 12. 

1872. Amm. Blagdenensis Schlüter, Cephalopoden der ob. deutsch. Kreide, p. 30. Taf. 10. fig. 5. 6. 

Scaphites auritus Schlüter, eb. p. 77 z. Th. Taf. 23. fig. 7—9. 

1573. Scaphites, cf. auritus Redtenb., Cephal. d. Gosausch. (Abh. d. k. k. geol. Reichs-Anst. V. 5. p. 130. Taf. 30. fig. 11.) 

Die kleine meist verkieste Schale ist in ihrem ammonitenartigen Theile weit genabelt und bildet 
regelmässig gewölbte Umgänge mit rundlich-ovaler Mündung, die bald breiter bald schmäler als in Fig. 10. 
wird. Der daran schliessende gerade gestreckte Theil der Wohnkammer ist meist kurz und biegt sich bald mit 
einem Bogen schnell um. Hier pflegen sich Mundwulste einzustellen, die bis an die löffelförmig ausgezogenen 
Seiten der Mündung reichen (vgl. Fritsch u. Schloenbach Taf. 13, fig. 14. 15; Taf. 14. fig. 12). Die Ober- 
fläche erscheint an jungen Exemplaren oft fast glatt oder undeutlich quergestreift, später tritt stets eine 
deutliche Streifung oder Rippung hervor, die oft sehr gleichmässig ist. 

Was man an einigen verkiesten Exemplaren von Loben sah, ist Fig. 10.° von der Mitte des 
Rückens aus bis an die Naht hin ziemlich naturgetreu wiedergegeben worden. 

Vorkommen: Sehr verbreitet in dem Baculitenmergel der Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke 
zwischen Copitz und Lohmen, wo ihre Schale meist nur gegen 1 Um. Grösse erreicht; ebenso in den Bacu- 
litenmergeln Böhmens bei Priesen, Luschitz, Dneboh, Böhmisch-Kamnitz u. s. w., und an dem Marterberge 
bei Passau in Bayern. 

Bedtenbacher hat sein Vorkommen in den Gosauschichten von Glanegg bei Salzburg erkannt; die 
von Schlüter beschriebenen Exemplare gehören dem Scaphitenpläner an. 

Aptychus H. v. Meyer. 

Ueber die Zugehörigkeit der verschiedenen Arten von Aptychus zu Ammonites oder verwandten 
Gattungen sind die Ansichten jetzt ziemlich ungetheilt, nachdem man dieselben zu wiederholten Malen in den 
Mündungen derselben angetroffen hat. 

Nach Ausscheidung des gar nicht hierzu gehörenden Aptychus complanatus Gein., Char. p. 69. 
Taf. 17. fig. 27—29, aus dem unteren Quader von Tyssa in Böhmen, welcher auf Bruchstücke der Perna eretacea 
Reuss zurückgeführt werden kann, und dem Apt. complanatus bei Reuss, böhm. Kreidef. I. Taf. 7. fig. 14 
aus dem Hippuritenkalke von Kutschlin, bleiben aus dem Pläner des Elbthales und von Böhmen noch mehrere 
wirkliche Aptychi übrig, welche früher unter Aptychus eretaceus Mün. ') zusammengefasst worden sind. 

Schon Sharpe hat in »Fossil Mollusca of the Chalk« 2) p. 55 gezeigt, dass sie zu verschiedenen 
Arten gehören, dem wir ganz beistimmen müssen. \ 


!) Gein., Char. III. 1842, p. 69. Taf. 17. fig. 25 (nicht 26, welche Abbildung wahrscheinlich auch nur das Bruchstück 


einer Muschel, vielleicht der @ervillia solenoides Defv. darstellt). 
2) Sharpe, Deser. of the Fossil Remains of Mollusca in the Chalk of England, Palaeont. Soc., 1856. 


— 193 — 


Eine derselben, die sich auf Scaphites auritus Fr. u. Schloenb. zurückführen lässt, ist von Fritsch 
u. Schloenbach, Cephalop. der böhm. Kreideformation Taf. 13. fig. 8, in der Mündung jenes Scaphiten be- 
obachtet worden und mit dieser, einem viertel Kreise sich nähernden Form scheint auch unsere frühere Ab- 
bildung eines Exemplares aus den Priesener Schichten bei Luschitz in Böhmen (Gein. Char. Taf. 17. fig. 25.*) 
übereinzustimmen, wie denn auch Anatifa convexa A. Röm. (Nordd. Kreideg. p. 103. Taf. 16. fig. 7) ihrer 
Form am nächsten steht. i 

Aptychus eretaceus aus dem Plänerkalke von Strehlen, II. Taf. 35. Fig. 5. 6, ist etwas länger 
gestreckt, an seinem vorderen wirbelartigen Ende etwas zugespitzt, an dem hinteren Ende mehr gerundet. 
Seine Oberfläche ist mit ziemlich regelmässigen Anwachsstreifen bedeckt, auch das Gein., Quad. Deutschl. 
Taf. 6. fig. 8 abgebildete Exemplar von Strehlen, sowie wahrscheinlich das von Fritsch u. Schloenbach a. a. O. 
Taf. 13. fig. 3 unter demselben Namen aufgeführte aus den Priesener Schichten von Bousov bei Sobotka, 
und jenes Taf. 14. fig. 10 aus den Priesener Schichten bei Bilin. Dieser Aptychus aber lässt sich natur- 
gemäss auf Scaphites Geinitzi d’Orb. zurückführen, mit dem er zusammen gefunden wird. 

Aus den Baculitenschichten in der Nähe von Zatzschke an dem Gehänge des Wesnitzgrundes in der 
Nähe von Liebethal liegen nur die etwas zusammengedrückten Exemplare II. Taf. 35. Fig. 7. 8 vor, welche 
recht wohl auch der Mündung eines schmalrückigen Scaphites Geinitzi entsprechen. 

Helicoceras d’Orbigny, 1842. 

1. H. Reussianum d’Orb. sp. — II. Taf. 35. Fig. 11. 12. 

1840. Hamites plicatilis Gein., Char. II. p. 41. Taf. 12. fig. 4. 

1841. Desgl. A. Römer, nordd. Kreideg. p. 94. Taf. 14. fig. 7. 

1843. Desgl. Gein., Kiesl. u. Nachtr. z. Char. p. 8. Taf. 5. fig. 1. 2. 

1845. Desgl. Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 23. Taf. 7. fig. 5. 6. 

1846. Sc. armatus und Sc. plicatilis Gein., Grundr. p. 304. Taf. 12. fig. 2. 3. 

1849. Se. armatus Gein., Quad. Deutschl. p. 122 z. Th. 

1850. Humites Reussianus d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 216. 

Turrilites plicatilis d’Orb. eb. p. 216. 

Helicoceras armatus d’Orb. eb. p. 216. 
1870. Helicoceras annulifer F. Roemer, Geol. v. Oberschlesien, p. 320. Taf. 36. fig. 2. 
1872. Helicoceras armatus Fritsch u. Schloenbach, Cephalop. d. böhm. Kreidef. p. 47. Taf. 14. fig. 17. 

Heteroceras Reussianum Schlüter, Cephalop. d. ob. deutsch. Kreide, p. 109. Taf. 32. fig. 13—21. 

Ob die im Plänerkalke des Elbthales häufig vorkommende Art von Hamites plicatilis Sow.') wirklich 
verschieden ist, lässt sich noch bezweifeln, von Hamites armatus ?) aber, der als ein wirklicher Hamit sich 
hakenförmig nur in einer Ebene krümmt, weicht der spiralförmig gebogene Helicoceras Reussianum dadurch 
wesentlich ab. Ein typisches Exemplar des Hamites armatus Sow. aus dem oberen Grünsande der Insel 
Wight hatte ich der Güte meines verstorbenen Freundes Capt. Boscawen Ibbetson zu verdanken, wodurch 
mein früherer Irrthum in Bezug auf die Vereinigung beider Arten beseitiget worden ist. In Bezug auf die 
vermuthete Identität des Helic. Reussianum mit Hamites plicatilis Sow. wird es sich nur darum handeln, 
ob auch die letztgenannte Art spiralförmig gewunden ist und dann zu Helicoceras gehört oder nicht. Schon 


1) Sowerby, Mineral Conch. 1821, Tab. 234. fig. 1. — Mantell, Geol. of Sussex 1822, p. 121. Tab. 23. fig. 1. 2. 
2) Sowerby, Min. Conch. 1817, Tab. 168, Tab. 234. fig. 2; Mantell, Geol. of Sussex, Pl. 16. fig. 5 u. Pl. 23. fig. 3. 4 
Dixon, Sussex 1850, Tab. 29. fig. 13; d’Orbigny, Pal. fr. I. Pl. 135. 


— 194 — 


in dem Grundrisse der Versteinerungskunde ist aber p. 304 Helicoceras d’Orb. nur als ein Turrilites mit 
mehr von einander entfernten Umgängen betrachtet worden und es erscheint auch diese Art bald mit eng 
auf einander liegenden Umgängen (Taf. 35. fig. 12, sowie bei A. Römer, Taf. 14. fig. 7 als Turr. pli- 
catilis d’Orb.), bald in einer weit auseinander gewundenen Spirale (Taf. 35. fig. 11 u. a. als Helicoceras 
armatus d’Orb.). 

Ganz wie bei Hamites plicatilis Sow. und Mant. ist die mehr oder minder zusammengedrückte Schale 
dicht mit zahlreichen ringförmigen Falten bedeckt, die sich in ziemlich regelmässigen Abständen zu wulst- 
förmigen Rippen erheben, welche mit 4 an der Rückenseite oft zu dortigen Spitzen auslaufenden Höckern 
besetzt sind. Die innere oder concave Seite der Umgänge ist von Höckern befreit und erscheint meist ziemlich 
gleichartig und schwächer gefaltet. Diese Art erreicht eine beträchtliche Grösse. 

Vorkommen: Ausgezeichnet im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, sowie in dem gleich- 
alterigen Mergel von Oppeln in Oberschlesien, nach Exemplaren in dem Dresdener Museum auch in dem 
Grünsande von Kieslingswalda im Glatzischen, in den Priesener Schichten von Priesen, Kystra, Wollenitz und 
Lenesie bei Laun in Böhmen, im Plänerkalke von Quedlinburg, nach A. Roemer im Pläner von Alfeld, Peine, 
Ahlten, nach Schlüter in dem Scaphiten-Pläner von Salzgitter in Hannover und Oerlinghausen am Teuto- 
burger Walde u. s. w,, sowie wahrscheinlich auch in dem grauen Kreidemergel und der weissen Kreide von 
England (Hamites plicatilis Sow:). — Wir besitzen einen Steinkern aus dem unteren Quadersandsteine von 
Welschhufa, der mit H. Reussianum nahe verwandt ist, dennoch aber durch seinen mehr kreisrunden Quer- 
schnitt sich davon unterscheidet und auch in dieser Beziehung mit Anisoceras plicatile Schlüter, !) aus dem 
oberen Cenoman im Rhotomagensis-Pläner bei Lichtenau in Westphalen wohl übereinstimmt, welche Art 
Schlüter für identisch mit Hamites plicatilis Sow. und Mant. hält. 


2. H. ellipticum Mant. sp. -— II. Taf. 35. Fig. 13—15. 16? 
1822. Ham. ellipticus und Hamites alternatus Mantell, Geol. of Sussex, p. 122. Tab. 23. fig. 9-11. 
1840. Desgl. Gein., Char. II. p. 41. 
1841. Desgl. A. Roemer, nordd. Kreideg. p. 93. Taf. 14. fig. 5. 
1842. Ham. alternans Gein., Char. III. p. 68. Taf. 17. fig. 36. 
1346. Ham. elliptieus Gein., Grundr. p. 304. 
1849. H. ellipticus und II. alternans Gein., Quad. Deutschl. p. 118. 
1850. Ham. angustus Sow. in Dixon, Geol. a. Fossils of Sussex, p. 350. Tab. 29. fig. 12. 
1850. Ancyloceras ellipticus d’Orbigny, Prodr. II. p. 147. 
Ham. Geinitzi d’Orbigny, Prodr. de Pal. II. p. 215. 
? 1872. Desgl. Fritsch u. Schloenbach, Cephalopoden d. böhm. Kreidef. p. 46. Taf. 16. fig. 16. 
1372. Crioceras elliptieum Schlüter, Cephalopoden d. ob. deutsch. Kreide, p. 100. Taf. 30. fig. 11. 12. 


Sämmtliche aus Strehlen vorliegende Exemplare dieser nicht seltenen Art sind aus der Ebene heraus- 
gewunden und schliessen sich daher besser an Helicoceras als an Crioceras an. Die ziemlich regelmässig 
gebogene Schale ist seitlich zusammengedrückt und hat einen elliptischen Querschnitt. Ihre ganze Oberfläche 
ist mit Querrippen bedeckt, die durch gleich breite Zwischenräume von einander geschieden und nach dem 
inneren Rande hin etwas sichelförmig gebogen sind. Sie erheben sich an der Grenze des schmalen Rückens 
zu einem mehr oder minder deutlichen Knoten und es pflegen bei älteren Bruchstücken die Knoten an den 


benachbarten Rippen abwechselnd stärker und schwächer zu sein, was zu den Namen »alternatus« und 
»alternans« Veranlassung: gab. 


') Schlüter, Cephal. d. ob. deutsch. Kr. p. 114. Taf. 31. fig. 6—8. 


— 195 — 


Die von F. Roemer, Geol. von Oberschlesien, p. 322, 356, Taf. 37. fig. 10. 11 und Taf. 39. fig. 6 
als Hamites ellipticus beschriebene Art von Oppeln ist durch einfache ringförmige Rippen und den Mangel 
an Knoten davon unterschieden und nähert sich dem HZ. Roemeri Gein. (Quad. Deutschl. p. 118) aus dem 
oberen Quader von Kreibitz und von Kieslingswalda sowie der von A. Roemer, nordd. Kr. p. 92. Taf. 13. 
fig. 15, aus dem Kreidemergel von Aachen als H. intermedius beschriebenen Art. Dagegen lässt sich 
H. angustus Sow. bei Dixon unbedenklich mit ZH. ellipticus Mant. vereinigen. 


Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, eine wahrscheinlich dazu gehörende 
Varietät nach Fritsch in den Priesener Schichten von Lenesie in Böhmen, nach Schlüter im Scaphiten-Pläner 
am Harzrande, sowie bei Lengerich am Teutoburger Walde, bei Neu-Wallmoden, Salzgitter und Heinigen bei 
Börsum. In England nach Mantell im grey chalk marl von Middleham. 


Turrilites Lamarck, 1801. 


T. polyplocus A. Roemer sp. — II. Taf. 36. Fig. 1—3. 


1840. Turrilites undulatus Gein:, Char. II. p. 42. 67 z. Th. Taf. 13. fig. 1 (nicht Mantell). 

1841. Turrilites polyplocus A. Roemer, norddeutsch. Kreideg. p. 92. Taf. 14. fig. 1. 2. 

1843. Desgl. Gein., Nachtr. z. Char. p. 8. Taf. 5: fig. 4, 

1845. Desgl. Reuss, böhm Kreidef. I. p. 24. 

1846. Desgl. Gein., Grundr. p. 305. Taf. 12. fig. 5. 

1849. Desgl. Gein., Quad. Deutschl. p. 120. 

1850. Helicoceras polyplocus und Heteroceras polyplocus d’Orbigny, Prodr. de Pal. I. p. 216. 

1870. Helicoceras polyplocus F. Roemer, Geol. v. Oberschles. p. 321. Taf. 36. fig. 1. 

1872. Heteroceras polyplocum Schlüter, Cephalopoden der ob. deutsch. Kreide, p. 112. Taf. 33. g. 3—8; Taf. 34. 
fig. 1-5; Taf. 35. fig. 1—8. 

Turrilites Geinitzi eb. p. 113. Taf. 35. fig. 10 (nicht d’Orbigny, Prodr. II. p. 216, welche Art eingezogen 

werden muss, da sie sich nur auf das nicht sicher zu entziffernde Exemplar in Char. Taf. 13. 
fig. 3, stützt). 


Das thurmförmig gewundene Gehäuse, dessen Umgänge sich meist berühren (Turrilites), verlängert 
sich zuletzt oft in eine freie Spirale (Helicoceras und Heteroceras). Die ganze Oberfläche ist mit schmalen 
ringförmigen Rippen bedeckt, welche durch ungefähr doppelt so breite Zwischenräume von einander geschieden 
werden. Durch Biegungen und Windungen der Schale nehmen diese Rippen verschiedene Richtungen an. 
Näch Roemer’s und Schlüter’s Auffassung der Art stellen sich’an einigen dieser Querrippen, namentlich an 
Theilungsstellen, rundliche Knoten ein, die man an Exemplaren des Elbthales vermisst. 


Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, sowie bei Hundorf in Böhmen und bei 
Oppeln in Oberschlesien ; nach Schlüter im senonen Kreideinergel von Haldem und Lemförde, sowie im Innern 
der Baumberge zwischen Billerbeck und Schappdetten. 


Baculites Lamarck, 1799. 


B. baculoides Mant. sp. — II. Taf. 35. Fig. 17—21. 


1822. Hamites baculoides Mantell, Geol. of Sussex, p. 123. Tab. 23. fig. 6. 7. 

1328. Baculites obliquatus Sowerby, Min. Conch. Pl. 592. fig. 3—7. 

1837. Desgl. Agassiz in Grossbritanniens Mineral-Conchologie, p. 622. Taf. 592. fig. 3—7. 
1841. Desgl. A. Roemer, Norddeutsch. Kreideg. p. 9. 

1843. Bac. anceps Gein., Char. Nachtr. p. 9. 


— 196 — 


1845. B. Faujasi und B. rotundus Reuss, Verst. der böhmischen Kreidef. I. p. 24. Taf. 7. fig. 3. 4; vielleicht auch 
B. anceps Reuss, eb. Taf. 7. fig. 1. 2. 

1849. Desgl. z. Th. u. B. baculoides z. Th. Gein., Quad. Deutschl. p. 122. 

1850. Bac. Faujasü d’Orb., Prodr. de Pal. II. p. 215 z. Th. 


1872. Bac. Faujassi var. bohemica Fritsch u. Schloenbach, Cephalopoden der böhm. Kreidef. p. 49. Taf. 13. 
fig. 23—25; 29. 30. 

1873. Bac. Faujassi Redtenbacher, Cephalopodenfauna der Gosauschichten in den nordöstlichen Alpen (Abh. d. 
k. k. geol. Reichsanst. V. 5). Taf. 30. fig. 13. 

Mit allem Rechte hat schon Agassiz Hamites baculoides Mant. mit Baculites obliquatus Sow. vereint, 
nur ist der erstere Name der ältere. d’Orbigny folgt ihm in dieser Vereinigung, überträgt aber zugleich den 
Namen Bac. baculoides auf eine weit länger gestreckte Art aus cenomanen Schichten Frankreichs, die auch 
in Sachsen und Böhmen in Schichten von gleichem Alter vorkommt und (Elbthalgebirge, I. Taf. 63. Fig. 1) 
als Bac. subbaculoides Gein. eingeführt worden ist. 

Die Schale des B. baculoides Mant. (obliguatus Sow.) nimmt schneller an Breite zu, ist mehr oder - 
weniger comprimirt, so dass ihr elliptischer Querschnitt bald eine kürzere bald eine längere Längsaxe zeigt 
(II. Taf. 35. Fig. 17—21). Wie bei B. subbaculoides ist die Oberfläche der Schale durch schiefe Furchen in 
Rippen zerlegt, die von der Rückenseite, wo sie unter einem nach vorn gerichteten Bogen zusammenstossen, 
sich nach der Bauchseite hinabziehen und dort nur undeutlicher werden oder auch ganz verschwinden. An 
älteren Exemplaren werden diese Rippen oft sehr kräftig und stehen von ziemlich gleicher Grösse nabe bei- 
sammen (Fig. 19), bei jüngeren Exemplaren pflegt eine grössere Ungleichförmigkeit in diesen Beziehungen 
einzutreten (Fig. 17). Solche Exemplare, die in grosser Menge in den böhmischen und sächsischen Baculiten- 
mergeln vorkommen, wurden von Fritsch als B. Faujasi !) var. bohemicus unterschieden. 

Baculites Faujasi Lam.) aber, der uns in guten Exemplaren von Mastricht vorliegt, ist nicht nur 
glatt-, oder fast glatt-schalig, mit ovalem Querschnitte, wie schon Agassiz bemerkt, sondern es weicht auch 
die Beschaffenheit der Loben von der an B. baculoides und der hier dazu gezogenen Formen wesentlich ab, 
was selbst in der unvollkommenen Abbildung bei Faujas angedeutet ist. Unsere von jungen Exemplaren ent- 
nommenen Lobenzeichnungen, Taf. 35, Fig. 17.2 und 18, stehen mit den von Fritsch und Redtenbacher 
gegebenen Abbildungen in vollem Einklange, wenn man nur Altersverschiedenheiten darin berücksichtigen will. 

Vorkommen: Im oberturonen Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, sehr häufig in dem unter- 
senonen Baculitenmergel der Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke zwischen Pirna und Lohmen, wo sie nicht selten 
in Eisenkies umgewandelt sind. In dem oberen Pläner von Oppeln in Oberschlesien, in den Baculitenmergeln 
oder Priesener Schichten in Böhmen bei Priesen, unweit Laun, Luschitz, Böhmisch Kamnitz u. s. w., dem 
Pyropen führenden Conglomerat von Meronitz, im Pyropensand von Triblitz ete.; in der Gosauformation 
der Gosau und Schmolnauer Alpe in den nordöstlichen Alpen; nach A. Roemer in dem Pläner von Rethen 
und Langelsheim, in England sehr häufig in dem Kreidemergel von Lewes und Hamsey ! 


!) Irrthümlich schrieben Fritsch und Redtenbacher »Faujassi«. 
2) 1799. Faujas-Saint-Fond, histoire nat. de la montagne de St-Pierre de Maestricht, p. 140. Pl. 21. fig. 1. 2. 
1850. B. Faujasii d’Orb., Prodr. de Pal. II. p. 215. 


— 197 — 


Zur Geologie des Elbthales. 


Es sind in dem Jahre 1873 bei dem Bau der von Pirna nach Lohmen führenden Eisenbahnstrecke 
wichtige neue Aufschlüsse für die Kenntniss des Quadergebirges in Sachsen erlangt worden. Die zwischen 
den Stationen 16 und 33 dieser Bahnstrecke in der Nähe von Zatzschke gemachten Einschnitte haben jene 
thonigen Mergel-Schiefer in grosser Ausdehnung und Mächtigkeit aufgeschlossen, welche vorher sehr wenig 
zugänglich und nur wenig gekannt waren, um so unsicherer aber gedeutet wurden. Man war früher genöthigt, 
sie theilweise aus dem Bett der Wesenitz oder an dem Ausgang einiger kleinen Quellen oder an den zer- 
fallenen Halden von mehreren vergeblichen Versuchen nach Steinkohlen in der von Zatzschke nach dem 
Wesenitzgrunde herabführenden Schlucht zu studiren und es hatten sich darin nur wenige bestimmbare Ver- 
steinerungen ermitteln lassen. 

Da lenkte zuerst Herr Ober-Ingenieur Neumann unsere Aufmerksamkeit von neuem auf die Auf- 
deckung dieser Mergel in den Einschnitten genannter Bahn und es gelang dem thätigen Interesse des Herrn 
Ingenieur-Assistenten Hugo Thieme, eine grössere Anzahl Versteinerungen aus diesen Schichten zu sammeln. 
Alles von ihm Gefundene ist uns bereitwilligst zur Beschreibung überlassen worden und es hat sich daraus, 
sowie auch von anderen Seiten, wie namentlich von Eugen Geinitz und Herrn Geh. Kriegsrath a. D. Schu- 
mann dort gesammelten Gegenständen, die sich jetzt in dem K. Mineralogischen Museum in Dresden befinden, 
eine Kreidefauna entziffern lassen, welche die jüngste ist, die wir in Sachsen kennen. Diese Fauna entspricht 
genau jener der senonen Baculitenmergel von Priesen und Luschitz in Böhmen oder von dem Marterberge 
bei Passau. Ihre Fortsetzung finden diese Schichten auf den Höhen des oberen Quadersandsteines bei Zeichen 
und Wehlen, wo sie als mergelige Thone mit den 7 von Reuss (Gein. Elbth. II. 4) bereits beschriebenen 
Foraminiferen den oberen Quadersandstein noch überlagern. (Sitzb. d. Ges. Isis in Dresden, 1873, p. 180). 

Es sind aus dem Baculitenmergel in den Eisenbahneinschnitten bei Zatzschke bisher nachstehende 
Formen unterschieden worden: 


A. Fische. 


. Cyclolepis Agassizi Gein. 1868, die fossilen Fischschuppen in dem Plänerkalke von Strehlen, p. 39. Taf. 2. fig. 1. 2. 
. Osmeroides Lewesiensis Ag. Gein. eb. p. 40. Taf. 2. fig. 7—16. 

. Cladocyclus Strehlensis Gein., eb. p. 43. Taf. 2. fig. 24—25; III. fig. 5—18. 20—22; IV. fig. 6. 7. 

. Fischzahn. 


Po 


B. Cephalopoden. 
. Nautilus sublaevigatus d’Orb., Gein. Elbth. II. p. 182. 
. Ammonites Orbiynyanus, Gein., Elbth. II. p. 188. Taf. 36. fig. 5. 
. Scaphites Geinitzi d’Orb., Gein., Elbth. II. p. 191. Taf. 35. fig. 4. 
. Scaphites auritus Schloenb., Gein., Elbth. II. p. 192. Taf. 35. fig. 10. 
. Aptychus cretaceus Mün., Gein., Elbth. II. p. 195. Taf. 35. fig. 7. 8. 
10. Hamites an Helicoceras sp. 
11. Baculites baculoides Mant. Gein., Elbth. II. p. 195. Taf. 55. fig. 17. 18. 


eo a 15 


C. Gasteropoden. 
12. Natica lamellosa A. Röm., Gein. Elbth. I. p. 243. 
13. Rissoa Reussi Gein. (Turbo concinnus Reuss), Gein., Elbth. II. pag. 163. Taf. 31. fig. 6. 
14. Pleurotomaria Baculitarum Gein. (Pl. sublaevis Reuss), Gein., Elbth. II. p. 167. Taf. 31. fig. 9. 
15. Pleurotomaria funata Reuss, Gein. Elbth. II. p. 167. Taf. 31. fig. 7. 


I \S) 


[60] 


14 


DD DD DD 
[ei oo 


{er} 


— 198 — 


. Patella inconstans Gein., Elbth. II. p. 167. Taf. 31. fig. 1—4. 
17. Patella ovalis Nilsson, Petrif. Suec. p. 14. Taf. 3. fig. 8. 

. Rostellaria Reussi Gein., Elbth. II. p. 169. Taf. 30. fie. 9, 

. Rostellaria coaretata Gein., Elbth. II. p. 170. Taf. 30. fie. 12. 

. Rostelluria calcarata Sow., Gein., Elbth. Il. p. 170. 

. Neptunea modesta Gein., Elbth. I. p. 173. Taf. 31. fig. 8. 

. Cancellaria Thiemeana Gein., Elbth. II. p. 175. Taf. 31. fig. 11. 
. Cerithium Luschitzianum Gein., Elbth. II. p. 176. 

. Avellana sculptilis? Stol., Gein., Elbth. II. p. 178. 

. Cylichna cylindracea Gein., Elbth. II. p. 178. Taf. 31. fig. 12. 

. Dentalium medium Sow., Gein., Elbth. II. p. 178. Taf. 30. fig. 4. 


D. Pelecypoden. 


. Gastrochaena Amphisbaena Goldf., Gein., Elbth. I. p. 235. 
. Pholadomya Esmarki (Cardita Esmarkü) Nilss., Petr. Suec. p. 17. Tab. 5. fie. 8. 
. Cardium bipartitum d’Orb., Gein., Elbth. II. p. 64. 
. Cardium alutaceum Mün., Gein. Elbtb. II. p. 65. 

. Astarte acuta Reuss, böhm. Kr. I. Taf. 33. fig. 17. 
. Nucula pectinata Sow., Gein., Elbth. II. p. 57. 

. Nucula producta Nilss. u. Reuss. — Sehr häufig! 
. Leda siliqua Goldf., Petr. Germ. I. p. 156. Taf. 125. fig. 13; Reuss, böhm. Kreidef. I. p. 7. Taf. 34. fig. 11. 
. Pectunculus lens Nilss., Gein., Elbth. I. p. 224. 

. Arca undulata Reuss, böhm. Kreidef. Taf. 34. fie. 33. 39. 
. Avicula subpectinoides (2?) d’Orb., Prodr. d. Pal. II. p. 197. (A. pectinoides Reuss, böhm. Kreidef. p. 23. Taf. 32. fig. 8.) 
. Gervillia solenoides Defr., Gein., Elbth. I. p. 209. 
. Inoceramus latus Mant., Gein., Elbth. II. p. 45, breite Varietät, die gewöhnlichste Versteinerung! 
. Pecten Nilssoni Goldf., Gein., Elbth. II. p. 33. — Häufig! 

. Lima Hoperi Mant., Gein. Elbth. II. p. 40. 

. Lima cf. granulata Desh., Reuss, böhm. Kr. Taf. 38. fig. 21. 
. Plicatula nodosa Duj., Gein., Elbth. II. p. 32. 

. Anomia semiglobosa Gein., Quad. Deutschl. p. 206. 


E. Brachiopoden. 


5. Magas Geinitzi Schloenb., Gein., Elbth. I. p. 158. — Sehr selten. 
. Terebralulina striatula Mant. sp., Gein. Elbth. II. p. 24. — Sehr selten. 
. Ihrmchonella plicatilis Sow. sp., Gein. Elbth. II. p. 26. — Sehr selten. 


F. Seeigel. 


. Hemiaster sublacunosus' Gein., ElLth. II. p. 14. 

. Hemiaster Regulusanus d’Orb., Gein., Elbth. II. p. 15. 

. Holaster planus Mant., Gein., Elbth. II. p. 9. 

. Micraster cor testudinarium Goldf. sp., Gein. Elbth. I. p. 11. — Selten. 


G. Korallen. 


. Parasmilia centralis Mant. sp., Gein., Elbth. II. p. 4. 
. ? Cyelobacia I’romenteli Bölsche, Gein., Elbth. II. p. 6. 


H. Foraminiferen. 


. Cristellaria rotulata Lam., Gein., Elbth. I. p. 104. 


—— 


Mahlau & Waldschmidt. Frankfurt a. M, 


Cephalopoda (Nachtrag.) 


Aptychus H. v. Meyer II. p. 192. 


A.? modiolaeformis Gein. — II. Taf. 37. Fig. 30. 

Die halb-eiförmige Schale gleicht bei ihrer langgezogenen Form mit einem diagonalen Kiel, der unter 
einer schwachen Biegung von dem einen stumpfen Ende bis an das zu einer Ecke ausgezogene andere 
Ende reicht mehr einer Modiola als einem Aptychus, doch kommen ähnliche Formen auch bei Aptychus vor, 
wie man durch Vergleichung der Abbildungen von Apfychus-Arten bei Scharpe*) erkennt. Für die Zugehörig- 
keit zu Aptychus spricht das Vorhandensein einer Längsfalt dicht an dem schwach gewölbten Rand, welche dem 
Schlossrande einer Modiola entsprechen würde und an welcher die Anwachsstreifen auslaufen; für die Zugehö- 
rigkeit zu Modiola aber oder einer ähnlichen Gattung spricht die Form und Biegung der Schale. 

Vorkommen: Bisher nur einmal in Strehlen gefunden. 


Crioceras an Helicoceras d’Orb. — I. p. 197. Taf. 37. Fig. 1. 

Als Hamites an Helicoceras sp. wurde p. 197 eine dem Baculitenmergel von Zatzschke entnommene 
Art angezeigt, welche jetzt in einem besseren Exemplare vorliegt, das dem Museum der geologischen Landes- 
anstalt in Leipzig gehört. \ 

Dasselbe ist fast in einer Ebene ohrartig gekrümmt und kann daher ebenso gut an ÜÖrioceras als 
an Helicoceras angeschlossen werden. Der Querschnitt ist breit oval, an dem äusseren Umfange flach 
gerundet, an der inneren Seite schmäler. Die Oberfläche wird von schmalen, wenig-schiefen Querrippen 
bedeckt, welche durch gleichbreite concave Zwischenräume geschieden sind. Diese Rippen treten auf der 
äusseren oder Rückenseite am stärksten hervor, ohne sich zu Knoten zu erheben, und werden nach der 
Bauchseite hin schwächer. Hier und da ist das Gehäuse, wohl nur in Folge des kränkelnden Zustandes des 
Thieres, unregelmässig angeschwollen. 

Am nächsten verwandt damit scheint Hamites verus Fritsch und Schlönbach*) zu sein, der in gleich- 
alterigen Schichten Böhmens vorkommt, doch wird man unser Fossil nicht gerade als einen typischen Hamiten 
im engeren Sinne auffassen können. 


!) Description of the Fossil Remains of Mollusca found in the Chalk of England, III. London 1856. p. 57. Pl. 24. 
2) Cephalopoden d. böhm. Kreidef. p. 45. Taf. 13. fig. 13. 18. 26. 


Palaeontographica XX. 2. Abth. 6. 27 


V. Classe. Vermes. Würmer. 


Ordn. Annulata. 
Serpula L. 


1. S. socialis Goldf. (S. filiformis Sow.) — 11. Taf. 37. Fig. 2. 


1811. A Vermiculite in the sandstone of Devonshire, Parkinson, Organic Remains, III. Pl. 7. fig. 2. 

1833. Serp. socialis Goldfuss, Petr. Germ. I. p. 235. Taf. 69. fig. 12. 

1837. S. filiformis Sowerby in Fitton, Observations in some of the strata between the Chalk and Oxford Oolite 

p. 340. Pl. 16. fig. 2. 

1841. 8. filosa (Dujardin) A. Römer, Norddeutsche Kreideg. p. 99. 

1842. SS. filiformis Gein., Char. III. p. 65. 

1545. Desgl. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 20 (excl. S. plexus Sow.), Taf. 5. fig. 26. 

1846. Desgl. Gein., Grundr. d. Verst. p. 253. Taf. 16. fig. 25. 

1847. S. socialis Jos. Müller, Mon. d. Petref. d. Aachener Kreidef. I. p. 12. 

1849. Desgl. Gein., Quad. Deutschl. p. 106. 

1868. S. filiformis Gümbel, Geogn. Beschr. d. Kön. Bayern, II. p. 752. 

1872—1873. S. filiformis Stolizka, Pal. Ind. Cret. Fauna, Vol. IV. p. 63. Pl. 29 (Corals Pl. 12), fig. 6. 

Die langen, dünnen, fadenförmigen, kaum 0,5 Mm. starken Röhren sind walzenförmig und glatt, meist 
in grosser Anzahl mit einander bündelförmig verwachsen und umschlingen sich mannichfach unter einander. 

Vorkommen: Wir haben in dieser Art wiederum ein Beispiel der langen Lebensdauer. Goldfuss 
führt sie schon aus dem Uebergangskalke der Eifel an, was uns nicht sicher verbürgt scheint; unzweifelhaft 
nach ihm ist ihr Vorkommen in dem eisenschüssigen Unter-Oolith Bayerns und Schwabens, sowie in der 
Walkerde von Navenne und Vesul und in dem oberen cretacischen Grünsande von Regensburg. Mit den 
Abbildungen dieser Art bei Goldfuss stimmen Exemplare der $. filiformis aus dem Grünsande von Blackdown 
bei Parkinson und Sowerby genau überein, ebenso Exemplare aus dem mittleren Hils oder Neokom von 
Achim bei Wolfenbüttel, gesammelt von U. Schlönbach, und aus dem Hilsconglomerat von Österwald, aus der 
Jugler’schen Sammlung, ferner jene der S. filosa Duj. aus cenomanen Schichten von le Havre, die wir Prof. 
H6bert verdanken, und aus dem unteren Quader von Tyssa in Böhmen in dem Dresdener Museum, aber auch 
jene aus den Quadratenschichten des Salzberges bei Quedlinburg, von Kreibitz in Böhmen, Lückendorf in der 
Oberlausitz und Kieslingswalda, welche demselben Horizonte angehören, stimmen ebenso damit überein, wie 
die in den Kreidemergeln von Ilseburg im Harze, Vaelsbrug u. s. w. gefundenen Exemplare. 


2. S. gordialis Schl. — I. p. 282. Taf. 63. Fig. 2. 3; II. Taf. 37. Fig. 3. 4. 
3. 8. ampullacea Sow. -- I. p. 284. Taf. 63. Fig. 10—12; II. Taf. 37. Fig. 6—9. 


4. 8. pustulosa Gein. — I. Taf. 37. Fig. 5. 


1842. Gein., Char. III. p. 65. Taf. 22. fig. 5. 
1845. BReuss, Böhm. Kreidef. I. p. 19. Taf. 5. fig. 25. 
1549. Gein., Quad. Deutschl. p. 102. 


— 201 — 


Die hakenförmig-gebogene Röhre, welche auf fremden Körpern aufliegt, ist längs ihrer Mitte mit 
einem linienförmigen, etwas gekräuselten Kiele versehen, an ihren gewölbten Seiten mit herablaufenden Höckern 
besetzt, in welche sich kleine Vertiefungen einsenken. Aehnliche Höcker nimmt man auch hier und da auf 
dem Kiele wahr. An dem einzigen uns noch vorliegenden Exemplare von Strehlen ist der Querschnitt der 
Röhre dreiseitig und die Mündung rundlich (Fig. 5. b). 

Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen auf Inoceramus Brongniarti aufgewachsen, und in dem 
Plänerkalke von Hundorf zwischen Teplitz und Bilin in Böhmen. 


5. S. macropus Sow. — Il. Taf. 37. Fig. 10—12. 


1828. Sowerby, Mineral Conchology, Pl. 597. fig. 6. 

1833. S. triangularis Münster, Goldfuss, Petr. Germ. I. p. 236. Taf. 70. fig. 4. 
1837. S. macropus Agassiz in Sowerby’s Min. Conch. Grossbrit. p. 628. 

1849. S. triangularis Gein., Quad. Deutschl. p. 102 z. Th. 


1873. $. triangularis v. Lagusen, Verstein. d. weissen Kreide im Gouv. Simbirsk (Jubiläums-Schrift d. K. Bergcorps- 
Inst. in St. Petersburg, p. 269. Taf. 6. fig. 12. 


Eine dreieckige Röhre von schlangenartiger Biegung, die mit einem breiten Saume aufgewachsen und 
ihrer ganzen Länge nach mit einem scharfen, etwas gekräuselten Rückenkiele versehen ist, von welchem die 
schwach gewölbten Seiten durch eine schwache Furche geschieden sind. Sie bildet hier und da ringförmige 
Verdickungen, wie S. cincta, S. ampullacea u. a. Arten. Anwachsstreifen meist sehr deutlich. 

Von $. ampullacea ist sie stets durch das haken- oder schlangenförmige hintere Ende und durch 
ihren nie fehlenden Mittelkiel zu unterscheiden. 


Die nächste Verwandte der $. macropus ist S. Trachinus Goldf., deren vorderer Theil jedoch nicht 
gekielt ist, während die stärkere Streifung und die breitere Anhaftefläche der S. macropus andere Unter- 
scheidungsmerkmale darbieten. Die Identität von $. triangularis mit S. maeropus wird durch die Abbildungen 
verbürgt.- Unsere Strehlener Exemplare unterscheiden sich von beiden nur durch ihre unregelmässigen wulst- 
förmigen Querringe. 

Vorkommen: Bis 5 Cm. lang nicht selten in dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, auf 
Siphonia in dem senonen Grünsande des Sudmerberges bei Goslar; nach Goldfuss in dem Kreidemergel von 
Rinkerode bei Münster; nach Sowerby häufig in der Kreide von Norwich. 


6. S. granulata Sow. — I. Taf. 37. Fig. 13. 


1828. Sowerby, Min. Conch. Pl. 597. fig. 7. 8. 

1833. S. erenato-striata Goldfuss, Petr. Germ. I. p. 239. Taf. 71. fig. 2. 
1837. Agassiz, in Sowerby’s Min. Conch. p. 629. 

1841. A. Römer, Norddeutsche Kreidegeb. p. 102. 

1845. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 20. Taf. 13. fig. 96. 

1849. Geinitz, Quad. Deutschl. p. 108. 


Die kleine, scheibenförmig gewundene Röhre ist mit den ersten Umgängen aufgewachsen. Ihre 
gerundete Oberfläche ist dicht besetzt mit gekörnten Längslinien. Mündung aufgerichtet und rundlich. 
Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehleu, und nach Reuss im oberen Plänerkalke am 


Sauerbrunnenberge bei Bilin. Nach Goldfuss in dem senonen Kreidemergel des Baumberges bei Münster und 
nach A. Römer bei Gehrden, sowie in der oberen Kreide von Rügen und in England. 


— 202 — 


7.S. umbilicata v. Hag. 

1840. v. Hagenow im n. Jahrb. p. 666. 

1846. Gein., Grundr. p. 251. Taf. 16. fig. 24. 

1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 106. 

Ihre kleine Röhre besteht aus 4—5 gewölbten, scheibenförmig aufgerollten und mit einander verwach- 
senen Umgängen, die mit einem Saume auf fremden Körpern aufgewachsen sind und an ihrer oberen Seite 
einen tiefen Nabel bilden. Oberfläche glatt, Mündung rundlich., Wie an Rügener Exemplaren, die auf Be- 
lemnites mucronatus aufgewachsen sind, zieht sich auch an Exemplaren von Strehlen eine schmale Furche 
längs des Umfanges der letzten Windung hin, an welcher der obere Theil der Schale leicht abtrennbar ist. 
Die ganze Schale erreicht kaum 1 Cm. Durchmesser. 

Vorkommen: Auf Imoceramus, Spondylus und Terebratula sitzend im Plänerkalke von Strehlen, 
auf Siphonien im senonen Grünsande des Sudmerberges bei Goslar, auf Belemniten in der oberen Kreide 
von Rügen. 


VI. Classe. Crustacea. Krebse. 


I. Ordn. Cirripedia. Rankenfüsser. 


Familie: Lepadidae. 
Scalpellum Leach, 1817.) 


1. Sc. angustatum Gein. — II. Taf. 37. Fig. 14—20. 


1843. Pollicipes angustatus Gein., Char. Nachtr. p. 7. Taf. 4. fig. 10, und P. maximus Gein. eb. p. 7. Taf. 5. fig. 14 
(seutum). 
1848—1849. Desgl. Gein., Quad. Deutschl. p. 100. 

1851. Scapellum angustatum Darwin, a. a. O. p. 80. 

Die Carina oder das Kielstück Fig. 14—16, ist schmal und langgestreckt, regelmässig nach innen 
gebogen und an seiner Basis unter einem Winkel von etwa 55 Grad zugespitzt. Seine flachgewölbte nur 
undeutlich gekielte Dachfläche oder Tectum wird jederseits von einer Längsrippe an den steil abfallenden Seiten- 
wänden geschieden, in deren Mitte noch eine Längsrippe hervortritt (Fig. 16). 

Die Dachfläche ist mit scharfen spitzwinkeligen Anwachsstreifen bedeckt, während noch einige mehr 
oder minder deutliche Längsfurchen darauf angedeutet sind. 

Das Tergum oder die obere Hinterschale, welche dieser Art entsprechen dürfte, Fig. 17 u. 18, hat 
eine lanzettförmige Gestalt und wird von einem flachen, diagonalen, schwach gebogenen Wulste durchzogen, 


1) Vergl. Ch. Darwin, A Monograph of the Fossil Lepadidae, or Peduneulated Cirripedes of Great Britain (Palae- 
ontographical Society, London, 1851). — Die von Darwin eingeführten Bezeichnungen für die einzelnen Schalen sind auch für 
unsere Beschreibungen maassgebend gewesen. 


— 203 — 


der sich nach unten hin erweitert und verflacht. Ihre ganze Oberfläche ist mit scharfen Anwachslinien bedeckt, 
welche dem unteren Rande (Scutal- und Carinal-Rande) parallel laufen. 


Die Fig. 19 u. 20 abgebildeten Scuta, oder unteren Hinterschalen, entsprechen durch ihre längliche, 
nach ihrem oberen oder Tergal-Rande zugespitzte Form und das dachförmige Abfallen von einer diagonalen 
Kante nach dem Seitenrande hin anderen von Darwin zu Scalpellum gestellten Arten so nahe, dass man nicht 
zweifeln kann, dass auch sie zu Sc. angustatum, der einzigen bisher in dem Kalke von Strehlen gefundenen 
Art dieser Gattung, gehören. Charakteristisch dafür scheint zu sein, dass der fast gerade oder nur wenig 
gebogene Schliessrand (oceludent margin) fast rechtwinkelig an den unteren (Basalrand) anstösst, welcher 
gerade abgeschnitten ist, und dass sich der obere und seitliche Rand (tergal und lateral margin) mit 
einer stumpfwinkeligen Rundung verbinden. Diese Scuta unterscheiden sich von den zu Pollicipes glaber 
gehörenden durch den Mangel einer zweiten divergirenden Längskante und durch ihre fast wulstförmigen 
Anwachslinien. 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen. Unsere frühere Angabe des Vorkommens 
dieser Art in dem cenomanen Grünsande von Essen bezieht sich auf eine sehr nahe verwandte Art, die sich 
durch etwas kürzere Form und einen weit deutlicher ausgebildeten Mittelkiel auf der Dachfläche der Carina 
unterscheidet. = 


Pollicipes Leach, 1817. !) 
1. P. glaber A. Römer. — II. Taf. 37. Fig. 21—-27. 


1840. Belemniten-Schnabel? Gein., Char. II. p. 43. Taf. 14. fig. 9. 
1841. Poll. glaber A. Römer, Norddeutsche Kreidegeb. p. 104. Taf. 16. fig. 11. 
1845—1846. P. glaber Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 17. Taf. 5. fig. 45—49; Taf. 13. fig. 86. fig. 9. 
1848—1849. P. Iaevis, P. glaber und P. radiatus Gein., Quad. Deutschl. p. 100, z. Th. 
1850. Xiphidium maximum J. Sowerby in Dixon, Geol. of Sussex, p. 353. Taf. 28. fig. 6—8. 
1851. P. glaber Darwin, Foss. Lepadidae, p. 61, 80. Taf. III. fig. 10. ’ 


Die Carina oder das Kielstück (Fig. 21) ist halb pyramidal, gerade oder nur wenig gebogen und 
erreicht 17 Mm. Länge und an seiner Basis 8 Mm. Breite. Die Basis begrenzt die durch eine Mittelkante 
regelmässig getheilte Dachfläche unter einem Winkel von etwa 105 Grad. Die meist glatte Oberfläche lässt 
entweder nur schwache Anwachsstreifen erkennen oder hier und da feine ausstrahlende Linien, wie bei Var. 
radialis (Fig. 22), welche Abänderung auch eine entgegengesetzte Biegung der Carina zeigt und eine andere 
Basis. Obere Hinterschalen, oder Terga, welche hierzu gehören, sind lanzettförmig-rhomboidal gestaltet, zeichnen 
sich durch eine schwachgebogene diagonale Kante und eine flache Furche in der Nähe des Schliessrandes 
aus (Fig. 23—25), wodurch sich der letztere fast faltenartig erhebt. In dieser Beziehung nähern sich die 
Strehlener Exemplare mehr den von Darwin 1. ce. Tab. 4. fig. 1. c. d. abgebildeten Schalen des Pollicipes 
unguis, als jenen des P. glaber auf Taf. 3. fig. 10. e, bei welchen letzteren die diagonale Rippe eine entgegen- 
gesetzte Biegung macht. 


Das Zusammenvorkommen dieser Schale mit der Carina des P. glaber, während eine Carina des 
P. unguis, einer Gault-Species, hier noch nicht gefunden worden ist, spricht für die Zusammengehörigkeit mit 
P. glaber. 


1) Verel. Ch. Darwin, A Monograph of the Fossil Lepadidae, 1851. 


— 204 — 


Scuta oder untere hintere Schalen von P. glaber, Fig. 26 u. 27, stimmen im Wesentlichen sehr genau 
mit der Abbildung von Darwin, Taf. 3. fig. 10. b. c. d. überein. Dieselben sind halbpyramidal und von 
zwei divergirenden Kanten durchzogen, welche den stärker gewölbten Theil der Schale einschliessen und deren 
eine bis an die Ecke zwischen dem gebogenen Seitenrande und dem geradlinigen Basalrande läuft, während 
die zweite etwas hinter der Mitte des letzteren endet. Der nur wenig gebogene Schliessrand (occeludent 
margin) des Scutum, oder der rechte Rand in unseren Figuren 26 und 27 grenzt an den Basalrand fast 
rechtwinkelig an. Die fast glatte Oberfläche lässt zuweilen auch schwache ausstrahlende Linien erkennen, 
was schon Dar win hervorgehoben hat. 

Vorkommen: Vereinzelte Schalen im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla; nach Reuss 
im unteren Pläner der Schillinge bei Bilin und bei Weisskirchlitz und im Plänermergel von Luschitz und 
Kystra, nach A. Römer im Pläner von Sarstedt bei Hildesheim und im unteren Kreidemergel des Lindener 
Berges bei Hannover, nach Darwin in der unteren Kreide von Stoke Ferry, Norfolk, in der oberen 
Kreide von Northfleet und Gravesend, Kent, bei Maestricht u. s. w. 


2. P. conicus Reuss. — 1. Taf. 37. Fig. 28. 29. 29a. 
1845. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 17. Taf. 5. fig. 43. 
? _ _P. Bronni Reuss, ib. I. p. 16. z. Th. Taf. 5. fig. 41. (nicht Römer.) 
1848—49. Geinitz, Quad. -Deutschl. p. 102. 

Das Kielstück oder die Carina (Fig. 28) bildet einen langgestreckten Halbkegel, der bei 14 Mm. 
Länge an seiner Basis nur ca. 3 Mm. breit ist, ziemlich regelmässig gewölbt und sehr undeutlich gekielt 
erscheint. Basis fast geradlinig. Die glatte Oberfläche lässt nur sehr feine Anwachsstreifen erkennen. 

Zu dieser Art gehört sehr wahrscheinlich das Fig. 29 abgebildete Scutum, das mit dem Scutum von 
Poll. acuminatus Darwin!) manche Aehnlichkeit zeigt, ohne damit identisch zu sein. Diese flach gewölbte 
glatte Schale bildet ein langgestrecktes ungleichseitiges Dreieck, dessen Spitze ein wenig nach dem Tergum 
hin gebogen ist. Der längere, auf der linken Seite der Abbildung befindliche Schliessrand ist gebogen und 
stösst mit einer gerundeten Ecke an den schief abgeschnittenen Basalrand an, welcher letztere mit dem fast 
geradlinigen Tergo-lateral-Rand einen stumpfen Winkel bildet. Der ganze Schliessrand ist durch eine mit 
ihm parallel laufende Furche wulstförmig. Das Innere der Schale zeigt Fig. 29a. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen und an dem Sauerbrunnenberge bei Bilin in 
Böhmen. 


II. Ordn. Aspidostraca, Entomostraca, Schildkrebse. 


Fam. Ostracoda, Muschelkrebse. 
(8. II. 4. p. 138—154.) 


') Foss. Cirripedia. p. 56. Tab. 3. fig. 6. 


— 205 — 


III. Ordn. Thoracostraca, Schalenkrebse. 


Fam. Decapoda, Zehnfüsser. Macrura, Langschwänze. 
Enoploclytia M’Coy, 1849. 


1. E. Leachi Mantell sp. — II. Taf. 37. Fig. 31. 32. 


1822. Astacus Leachii Mantell, Geol. of Sussex. p. 221. Tab. 29. fig. 1. 4. 5; Tab. 30. fig. 1. 2; Tab. 31. 

1839. Desgl. Gein., Char. I. p. 14. 39. Taf. 7. fig. 4; Taf. 9. fig. 1. 

1841. Glyphea ? Leachii Ad. Römer, Nordd. Kreideg., p. 105. 

1845—46. Klytia Leachii Reuss, Böhm. Kreidef., I. p. 14. Taf. 6. fig. 1-6; II. p. 103. 118. 121. Taf. 42. fig. 3. 

1846. Desgl. Gein., Grundr., p. 206. 

1849. Desgl. Gein., Quad. Deutschl., p. 96. 

1850. Palaeastacus macrodactylus Bell, in Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, p. 345. Tab. 38*. fig. 6. 

1851—52. Enoploclytia Leachi Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 352. 

1853. Clytia Leachi Reuss, Denkschr. d. k. Ak. d. Wiss. VI. Bd. Wien, mit 5 Tafeln Abbild. 

1863. Klytia Leachi Gein., im Jahrb. f. Min., p. 758. Taf. 8. fig. 2. 

1863. Klytia Leachi Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. 1. p. 752. 

1869. Hoploparia sp. Gosselet, Hallez, Chellonneix u. Ortlob, Geol. et Pal. de la craie de Lezennes, Lille, p. 9. fig. 1—4. 

Nach Bronn weicht die Gattung Enoploclytia von Clytia H. v. Meyer ab durch die Grösse des 
Körpers, die Depression des gezähnten Schnabels und die rauhe Beschaffenheit der ganzen Oberfläche. Die 
typische Art dieser Gattung, E. Leachi Mant. sp., ist am besten von Reuss monographisch behandelt worden. 
Unter seinen vorzüglichen Abbildungen sind auch die besseren Exemplare des Dresdener Museums zu finden, 
welche von Strehlen stammen, weshalb wir von neuen Beschreibungen und Abbildungen derselben absehen. 
Nur das einzige Körperelement des Thieres, welches Reuss unvollständig gekannt hat, die Schwanzflosse, und 
ein Fragment des Kopfbrustschildes mit einer Scheere aus dem Mittelpläner von Priessnitz sind hier abge- 
bildet worden. 

Das parabolische Mittelstück dieser Schwanzflosse ist mit 5 Längsreihen von Höckern bedeckt, 
neben welchen hie und da noch einige kleinere Höcker hervortreten. Die keilförmig abgerundeten Seiten- 
flossen sind nur längs ihrer Mittelrippe mit deutlichen Höckern besetzt, während ihre übrige Fläche ungleiche 
ausstrahlende Längsstreifen trägt, welche zum Theil nur weit schwächere längliche Höcker tragen. 

Vorkommen: Selten in dem unterturonen Mittelpläner oder den Schichten mit Inoceramus labiatus 
von Priessnitz an der Elbe, häufiger in dem oberturonen Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, auch in 
dem oberturonen Quadermergel bei Königsbrunn unweit Königstein; nicht selten in dem Pläner des weissen 
Berges bei Prag und dem Plänerkalke von Hundorf in Böhmen, nach Gümbel in dem Plänerkalke des Buch- 
leitner Bruches bei Passau, nach Gosselet in Kreideschichten von dem Alter des Plänerkalkes mit Micraster 
cor lestudinarium bei Lezennes im Französichen Flandern, in senonen Kreidemergeln von Osterfeld bei Essen 
und Haldem in Westphalen, sowie in der oberen Kreide von Sussex. 


— 206 — 


VII. Classe. Pisces, Fische. 


I. Ordn. Placoiden, Körnschupper, Knorpelfische. 


a. Rochen. 

Chimaera L. (Ischyodon Egerton, 1843). 

1. Ch. Agassizi Buckland. — II. Taf. 39. Fig. 8—10. 

1833—43. Chimaera (Ischyodon) Agassizi Agassiz, Rech. sur les poiss. foss. III. p. 341. Tab. 40a. fig. 3—5; 40 ce. 

fig. 14—16. 

1848—49. Gein., Quad. Deutschl. p. 96. 

Bruchstücke der Unterkiefer dieser zu den Rochen gehörenden Fische kommen als Seltenheiten im 
Plänerkalke von Strehlen vor. 

Tab. 39. Fig. 8 ist die äussere grubige Seite von dem hinteren Theile eines rechten Unterkiefers, dessen 
unten schief abgeschnittene Fläche die charakteristischen Anwachsstreifen zeigt, welche unter einem sanften 
Bogen nach vorn fast senkrecht an den Unterrand stossen. Dieser Theil entspricht den Abbildungen von 
Agassiz (Tab. 40a. fig. 3. 4 und Tab. 40c. fig. 16). 

Taf. 39. Fig. 9 ist die innere, dem Rande ziemlich parallel gestreifte, fast glatte Fläche der inneren 
Seite eines linken Unterkiefers, dessen Zahnrand noch ziemlich gut erhalten ist. 

Tab. 39. Fig. 10 gibt eine Ansicht der äusseren Seite eines linken Unterkiefers, an dessen unterem 
Rande theilweise jene senkrechte Streifung wieder deutlich hervortritt. 

Hiernach ist der Unterkiefer dieser Art von seiner Mitte aus nach hinten stärker, nach seinem 
vorderen, schnabelartig verlängerten Ende nur schwach gebogen. Er ist stark comprimirt, auf seiner unteren 
Seite nach hinten abgestumpft, in der Mitte schief abgeschnitten und nach vorn verschmälert. Auf dieser 
Fläche tritt die schon hervorgehobene Streifung hervor. 

Vorkommen: Ausser dem Plänerkalke von Strehlen in der Kreide von Maidstone in Kent. 


2. Ch. Mantelli Buckland. — II. Taf. 39. Fig. 11. 12. 


1833—43. Chimaera (Psittacodon) Mantellüi Agassiz, Rech. sur les poiss. foss. IH. p. 348. Tab. 40a. fie. 1. 2. 
1850. Edaphodon Mantelliüi Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, p. 203. Tab. 32. fig. 1. 2; Tab. 34. fig. 6. 7. 

Der Unterkiefer ist durch den langen Vorsprung seines Vorderrandes ausgezeichnet, dessen Gestalt 
Agassiz sehr passend mit der eines Papageischnabels vergleicht. Dicht dahinter erhebt sich einer der 
schlanken Höcker auf der Kaufläche des Unterkiefers, welchem nach hinten ein zweiter ähnlicher folgt. 

Diese nach hinten sich zu einer breiten und hohen Fläche ausdehnenden Unterkiefer haben einen 
gerundeten und nach hinten zu stark ausgerandeten Unterrand, wie es auch der obere oder Zahnrand bis an 
den Vorsprung hin ist. Die innere Wand ist gerade abgeschnitten und fast glatt, die äussere Seite dagegen 
längs seines schnabelartigen Vorsprunges von einer scharfen Kante durchzogen und besitzt auf seiner ganzen 
Oberfläche ein wellenförmig-grubige Structur, die parallel zu dem Zahnrande läuft. 

Vorkommen: Aus dem Plänerkalke von Strehlen liegen mehrere Kiefer vor; ausserdem in der 
Kreide von Lewes und Worthing in England. 


— 207 — 


b. Haifische. 
Oxyrhina Agassiz, 1843. 


1. ©. Mantelli Ag. — I. p. 294. U. Taf. 38. Fig. 1—21. 


1822. Squalus Zygaena Mantell, Geol. of Sussex, p. 227. Tab. 32. fig. 4. 7. 8. 10. 26. 28. 
1833—43. Agassiz, Recherches sur les poissons fossiles, IIL., p. 280. Tab. 33 fig. 1—9. 
1839. Oxyrhina — Gein., Char. I. p. 12. Taf. 1. fig. 4. 
1841. A. Römer, Norddeutsch. Kreideg., p. 108. 
1845. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 5. Taf. 3. fig. 1—6. 
1845—46. Gein., Grundr. d. Verst. p. 173. Taf. 7. fig. 13. 14. 
1848—49. Gein., Quad. Deutschl. p. 94. 
1850. Dixon, Geol. a. Fossils of Sussex. Taf. 30. fig. 24. 
1851—52. Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 364. Taf. 331. fig. 20. 
1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. 1. p. 752. 
1870. F. Römer, Geol. v. Oberschlesien, p. 323. Taf. 36. fig. 3—5. 


Bekanntlich umfasst Oxyrhina Zähne ohne Seitenzähne oder Seitenhöcker, welche übrigens ähnlich 
den Zähnen der Gattung Otodus sind. Oxyrhina Mantelli erreicht unter allen Zähnen unseres Quader- 
gebirges die bedeutendste Grösse und es liegen uns Zähne vor, deren emaillirte Krone 4,5 Cm. lang ist. 


Im Allgemeinen ist die Form dieser Zähne spitz-dreieckig und es nehmen, wie bei vielen anderen 
Haifischen, die im vorderen Theile der Kiefer sitzenden mehr gerade gestreckte Formen an (Fig. 1—4), 
während die nach hinten folgenden Zähne ein schiefes Dreieck bilden, dessen längerer Vorderrand schwach 
convex und kurzer Hinterrand etwas concav ist. Sie werden nach hinten zu niedriger, breiter und schiefer. 
Ihr Seitenrand ist scharf und jederseits von einer Furche begrenzt (Fig. 2c. und 4b). Die äussere Fläche 
des Zahns ist sehr flach gewölbt, bis in die Mitte hinauf verflacht und dann bis zu der Spitze hin gekielt 
(Fig. 1. 2a. 3. 4a. ete.); die innere Fläche ist regelmässig und stark gewölbt (Fig. 2b. Ab. 5. 6. etc.); 
beide Flächen sind glatt emaillirt, mit Ausnahme einiger unregelmässiger Falten, die sich zuweilen an der 
äussern Fläche eine Strecke weit emporziehen (Fig. 3a, 4a. 15 etc.). Dicht an der breiten und starken 
Wurzel pflest sich die Krone des Zahns stark zu erweitern. 


Vorkommen: Nur selten und in jüngeren Exemplaren in dem unteren Pläner von Plauen und 
am Gamighügel, dagegen sehr häufig in dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, wo sie von den 
Arbeitern »Hechtzungen« genannt werden, auch in dem oberturonen Quadermergel von Kritschwitz bei Cotta. 
Aehnlich fand Reuss ihre Verbreitung in Böhmen, wo sie in den cenomanen Conglomeratschichten am Borzen 
bei Bilin und dem unteren Pläner an den Schillingen nur als Seltenheit vorkommen, dagegen gemein sind 
in dem Plänerkalke von Hundorf und Settenz, sowie in dem unteren Plänerkalke von Kosstitz, sie fehlen 
auch nicht dem turonen Plänersandsteine von Trziblitz und Zaluz und dem Grünsandsteine von Laun. Wir 
trefien diese Art in dem Grünsandsteine von Kelheim in Bayern, in dem oberturonen Pläner von Oppeln in 
Oberschlesien, im Plänerkalke von Quedlinburg und Goslar im Harz, im oberen Kreidemergel von Aachen, 
und sehr verbreitet in der unteren und oberen Kreide bei Lewes, Brighton u. a. O. in England an. 


3. O0. angustidens Reuss. — I. p. 293. Taf. 65. Fig. 1—3; II. Taf. 38. Fig. 22—28. 


Auch in dem Plänerkalke von Strehlen. 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 6. f 28 


Otodus Agassiz, 1843. 


1. OÖ. appendieulatus Ag. — I. p. 294. Tab. 65. Fig. 6. 7; II. Taf. 38. Fig. 37— 54. 


799. Faujas-Saint-Fond, Histoire nat. de la montagne de Saint-Pierre de Maestricht, p. 110. Pl. 18. fig. 2. 
822. Mantell, Geol. of Sussex, Pl. 32. fig. 2. 3. 5. 6. 9. 
1833—43. Agassiz, Rech. sur les poiss. foss. III. p. 270. Tab. 32. fig. 1—25. 
1839. Squalus cornubicus Gein., Char. I. p. 11. Taf. 1. fig. 3. 5. 
1841. A. Römer, Nordd. Kreideg. p. 107. 
1845—46. Ot. appendiculatus Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 5. 99. Taf. 3. fig. 23-31 (nicht fig. 22); IL p. 9. 
Ot. latus Reuss, eb. I. p. 5. Taf. 3. fig. 32. 33; II. p. 9. 
1848—49. Gein., Quad. Deutschl. p. 92. 
1850. Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. Tab. 30. fig. 25 und 25a. 
1851—52. Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 365. Taf. 33!. fig. 21. 
1854 ? Ot. basalis Kiprijanoff, Fischüberreste im Kurskschen Eisensandsteine. V. p. 18. Taf. 3. fig. 1—10. 
1856. Hebert, Etudes sur le terrain eretace (Me&m. de la soc. geol. de France. 2. ser. T. V. et VI.). p. 355. 
1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern. II. 1. p. 752. 
1870. F. Römer, Geolog. v. Oberschlesien. p. 323. 343. Taf. 36. fig. 6. 


Zähne von mittlerer Grösse mit einem spitz-dreieckigen Hauptzahne und jederseits einem fast recht- 
winkeligen niedrigen Nebenzahn, auf der äusseren Fläche sehr flach-, auf der inneren stark gewölbt, mit 
scharfen Seitenrändern und glatt. Die breite Wurzel auf der inneren Fläche mit einem Querwulste (Fig. 50) 
und nach unten in zwei gerundete Lappen verlaufend. 


Wie bei anderen Haifischen sind auch bei dieser Art die vorderen Zähne die längsten und gerade 
gestreckten (Fig. 37. 38. 39. 47. 48. 49), die hintersten am niedrigsten, breitesten und schiefsten (Fig. 42 —45), 
so dass sie Reuss alt Of. Zatus unterschied, bei welcheın die Nebenzähne oft noch sehr wenig entwickelt sind. 
Lanna acuminata Agassiz (Poiss. foss. III. p. 292. Tab. 37a. fig. 56 u. 57) von Strehlen dürfte auf ver- 
stümmelte Exemplare des Ofodus appendiculatus Ag. zurückzuführen sein. 


Vorkommen: Selten im unteren Pläner von Plauen und am Gamighügel, sehr gewöhnlich im 
Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, auch in dem oberturonen Cottaer Grünsande an der Ziegelei von 
Gross-Cotta. Als böhmische Fundorte führt Reuss die cenomanen Conglomerate von Borzen bei Bilin, den 
unteren Pläner der Schillinge und am Sauerbrunnen von Bilin, den Plänerkalk von Kosstitz und insbesondere 
von Hundorf an, während sie noch als Seltenheiten in dem untersenonen Plänermergel von Luschitz, Priesen 
und Postelberg vorkommen. Sie zeigen sich nach Gümbel schon in den cenomanen Regensburger Schichten 
bei Kelheim und in den untersenonen Mergeln am Marterberge bei Passau, nach F. Römer in dem Pläner- 
kalke von Oppeln und dem Kalkmergel von Bladen in Oberschlesien, man begegnet diesen Zähnen in dem 
Plänerkalke von Quedlinburg, Vienenburg im Harze, bei Bochum in Westphalen, im Grünsande von Essen 
an der Ruhr, in den untersenonen Ablagerungen am Luisberg bei Aachen und in der oberen Kreide von 
Maestricht, nach H&bert in der Kreide von Meudon, in dem pisolithischen Kalke von Vertus (Marne), in der 
oberen Kreide von Ciply und Folx-les-Caves, in der Tuffkreide von Villedieu und Trehet, in der chloritischen 
Kreide von Rouen und La Fauge (Isere), sehr häufig in der englischen Kreide von Kent, Lewes in Sussex 
und Insel Wight, ferner in der Korallenkreide von Faxe auf Seeland, nach Kiprijanoff in dem eisen- 


haltigen Sandsteine von Kursk (Ot. basalis Kipr.), und nach Agassiz in der Kreide am Delaware-Canal in 
Nordamerika. 


— 209 — 


2. Ot. semiplicatus Münster. — II. Taf. 38. Fig. 55—60. 


1833—43. Agassiz, Rech. sur les poiss. foss. III. p. 272. Tab. 36. fig. 32. 
? _ Sphyrna denticulata (Zygaena dentieulata Mün.) Agassiz. ib. p. 236. Tab. 26a. fig. 60 u. 61, von Strehlen. 
1845. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 5. Taf. 3. fig. 20. 21. — Ot. appendiculatus, Taf. 3. fig. 22. 
1848—49. Gein., Quad. Deutschl. p. 94. 
1850. Ot. appendiculatus Dixon, Geo]. of Sussex. Tab. 31. fig. 17. 
1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern. Il. 1. p. 752. 
1872—73. Stoliczka, Palaeont. Ind., Cretac. Fauna of South. India. IV. p. 67. Pl. 12. fig. 24. 


Grosse und kräftige Zähne, von ähnlicher Gestalt wie die des Of. sulcatus Gein. im unteren Pläner, 
doch grösser und weniger spitz, beiderseits an der Basis des Hauptzahns und der Nebenzähne mit kurzen 
Längsfalten bedeckt, die jedoch weniger weit emporlaufen als bei Of. sulcatus, was insbesondere auch für die 
Nebenzähne gilt; an jungen Exemplaren erscheint die Oberfläche meist ganz glatt (Fig. 59. 60). Die Neben- 
zähne sind breiter und weniger spitz, als bei Ot. sulcatus, und werden nicht selten noch von einem zweiten 
kleineren Nebenzahn begleitet, während auch der Seitenrand des Hauptzahns sich an seiner Basis wohl auch 
noch zu mehreren kleinen zahnartigen Höckern erhebt (Fig. 55.a.). 

Die flache äussere Fläche des Hauptzahns pflegt längs ihrer Mitte deutlich gekielt zu sein (Fig. 55a 
56), die innere Fläche ist stark gewölbt (Fig. 55b.). Die Wurzel des Zahns ist gross und kräftig, ihrer 
ganzen Breite nach an der inneren Seite wulstartig verdickt (Fig. 55b. 58) und meist in schmälere Fortsätze 
auslaufend, als bei Of. appendiculatus (Fig. 55a. und 56). 


Sphyrna denticulata von Strehlen scheint der abgebrochene Hauptzahn von Of. semiplicatus zu sein, 
der eine Zähnelung an dem unteren Theile des Vorderrandes besitzt. 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen!), im unteren Plänerkalke von Kosstitz in 
Böhmen, von Quedlinburg, nach Gümbel schon in den cenomanen Regensburger Schichten bei Kelheim und 
nach Stoliczka in der Arrialoor-Gruppe von Kunnanore in Südindien. 


Lamna Cuvier, 1817. (Odontaspis Agassiz.) 
1. L. raphiodon Ag. — I. p. 295. Taf. 65. Fig. 9—11. 
Auch in dem Plänerkalke von Strehlen. 


3. L. subulata Ag. — Taf. 38. Fig. 29— 36. 


1822. Squalus cornubicus Mantell, Geol. of Sussex, p. 226. Tab. 32. fig. 1. 
1833—43. Lamna subulata Agassiz, Rech. sur les poissons foss. III. p. 296. Tab. 37a., fig. 5. (nicht fig. 6. 7., die zu 
Lamna raphiodon zu gehören scheinen). 
1845 _46. Lamna undulata Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 8. Taf. 3. fig. 46—48 (nicht L. subulata Reuss, Taf. 24. fig. 25, 
welche zu Otodus appendiculatus gehört). e 
Odontaspis raphiodon Reuss, eb. p. 7. z. Th. Taf. 3. fig. 84—36. 
184849. LDamna subulata Gein., Quad. Deutschl. p. 94. 
1850. Otodus appendiculatus Dixon, Geol. and Foss. of Sussex, Tab. 50. fig. 25b. 
1854. Kiprijanoff, Fischreste im Kursk’schen eisenh. Sandsteine, V. pag. 24. Tab. 3. fig. 39—45. 
1856. Odontaspis raphiodon E. Fischer in Alle. deutsch. naturw. Zeit. II. p. 142. fig. 51. 
1856. Hebert, Et. sur le terr. eret. (M&m. de la Soc. geol. de France, 2. ser. T. V. et VI. p. 355. Pl. 17. fig. 10 


1) Bei Agassiz ist der Name Strehlen irrthümlich als »Strähla« aufgeführt, was der gewöhnlichen Volkssprache 
entspricht. 


— 210 — 


Schlanke, oft pfriemenförmige Zähne, ähnlich wie Z. »aphiodon, womit sie oft verwechselt werden, 
Jederseits mit einem spitzen, mehr oder weniger divergirenden Nebenzahn und einer schmalen Wurzel, deren 
Aeste meist einen ziemlich spitzen Winkel bilden (Fig. 29. 30. 31). Man findet den Hauptzahn-oft an seiner 
Basis verengt, wie dies schon die Abbildungen von Reuss (Taf. 3. fig. 34—36) andeuten (Taf. 38. Fig. 31 
und 32). Die Nebenzähne sind kräftiger und weniger nadelförmig, als bei Z. raphiodon, mit welcher Art 
diese Zähne die stark gewölbte innere und die flach gewölbte, längs ihrer Mitte oft gekielte äussere Fläche, 
sowie auch den scharfen Vorder- und Hinterrand gemein haben. Der wesentliche Unterschied von ZL. 
raphiodon, deren Länge die Zähne dieser Art nicht erreichen, liegt ausserdem in der viel undeutlicheren 
Streifung im unteren Theile der inneren Fläche, welche bei vielen Exemplaren sogar gänzlich fehlt. Dagegen 
zeigen sich ausnahmsweise an der äusseren Fläche des Hauptzahns und der Nebenzähne einige kurze Falten, 
wie bei Ofodus suleatus, ohne deren Länge zu erreichen. 

Die Biegung der Zähne ist meistens gering, ähnlich wie bei jüngeren Exemplaren der Lamn«a 
raphiodon und des Otodus sulcatus, doch sind sie zuweilen auch stärker und unregelmässig gebogen (Fig. 
30. 31), was zur Aufstellung einer besonderen Art als Z. umndulata Reuss veranlasst hat. 

Vorkommen: Nicht selten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla; nach Reuss im unteren 
Plänerkalke von Kosstitz und dem Plänermergel von Kautz in Böhmen; nach Agassiz in dem Kreidemergel 
von Quedlinburg, wahrscheinlich aus den untersenonen Schichten des Salzberges bei Quedlinburg; in der 
oberen Kreide von Maestricht und Meudon bei Paris, von Lewes, Brighton, Steyning in England etc, 


Notidanus Cuvier, 1817. 


N. mierodon Agassiz. — II. Taf. 40. Fig. 1. 


1822. Squalus ? Mantell, Geol. of Sussex. Tab. 32. fig. 22. 
1833—43. Agassiz, Rech. sur les poiss. foss. Vol. II. p. 221. Tab. 27. fig. 1; Tab. 36. fig. 1. 2. 
1840. Gein., Char. II. p. 38. Taf. 9. fig. 2. 
1841. A. Römer, Nordd. Kreidegeb. p. 107. 
1846. Reuss, Böhm. Kreidef. II. p. 98. Taf. 42. fig. 8. 9. 
1848—49. Gein., Quad. Deutschl. p. 90. 
1850. Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. Tab. 30. fig. 30. 


Nur 2 Exemplare von Strehlen von 10 und 12 Mm. Länge liegen vor, mit dem schiefen, spitz- 
kegelförmigen Hauptzahne und 5—6 hinter demselben folgenden Nebenzähnen, welche an Grösse allmählich 
abnehmen und gleiche Richtung mit dem Hauptzahn haben. Der letztere ist an dem unteren Theile seiner 
vorderen Kante sägeförmig gezähnelt. 

Vorkommen: Sehr selten im Plänerkalke des Elbthales; nach Reuss in dem unteren Plänerkalke von 
Weisskirchlitz bei Teplitz, nach Münster bei Quedlinburg, nach Mantell in der oberen Kreide von Lewes und 
nach Ooster in der oberen Kreide von Opetengraben am Thuner See. 

Corax Agassiz, 1843. 

C. heterodon Reuss. — II. Taf. 40. Fig. 2—15. 

1322. Squalus galeus Mantell, Geol. of Sussex. p. 227. Tab. 32. fig. 12—16. 

1833—43. Galeus pristodontus Ag. z. Th.; Corax falcatus Agassiz, poiss. foss. III. p. 226. Tab. 26. fig. 14; Tab. 26.a. 
fig. 1—15. Corax appendiculatus Ag. ib. p. 227. Tab. 26. fig. 3; Tab. 26.a. fig. 16—20. Corax affinis 
Mün., Ag. ib. p. 227. Tab. 26. fig. 2; Tab. 26.a. fig. 21—24. 


1839. Galeus pristodontus u. G. wppendiculatus Gein. Char. I. p. 11. Taf. 1. fig. 1. 2. 
1841. Desgl. A. Römer, nordd. Kreideg. p. 107. 


1845—46. Corax heterodon Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 3. Taf. 3. fig. 49—71. 
Corax obliguus Reuss, eb. p. 4. Taf. 4. fie. 2. 
1845—46. Corax pristodontus Gein., Grundr. p. 170. z. Th. Taf. 7. fig. 11. 
1848—49. Corax heterodon Gein., Quad. Deutschl. p. 90. 
1850. Corax falcatus Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, Pl. 30. fig. 18. 
1851—52. Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 360. Taf. 33. fig. 20b. 

1853. Kiprijanoff, Fischüberreste im Kursk’schen Sandsteine. IV. p. 10. Tab. 2. 

1868. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, II. 1. p. 751. 

Die Zähne der Gattung Corax sind stark comprimirt, aussen fast flach, innen gewölbt und stellen 
ein breites schiefes Dreieck dar, dessen beide obere Schenkel gleichmässig gezähnelt sind. 

In der Kreideformation begegnet man vorzugsweise zwei Arten, welche in der Tuffkreide von Maest- 
richt zusammen gefunden wurden, dem Corax pristodontus Ag. und dem Corax heterodon Reuss. Aus den 
Plänern des Elbthales ist nur der letztere bekannt, wenigstens fehlt hier die typische Form des Corax 
pristodontus von Maestricht. !) 

Letztere Art besitzt grössere und meist breitere Zähne, deren beide Schenkel schief, der vordere 
länger und wölbig bogenförmig, der hintere im Ganzen genommen etwas concav und ohne deutlich geschiedenen 
Fortsatz über der Wurzel sind. 

Die Zähne des Corax heterodon erreichen gewöhnlich nur die halbe Grösse von jenen, sie werden 
bei geringerer Breite höher und spitzer, was namentlich für die vorderen Zähne (Fig. 2 u. 5) gilt, ihr langer 
Vorderrand steigt gleichmässiger an, während der fast geradlinige Hinterrand an seiner Basis unter einem 
sehr verschieden einspringenden Winkel in einen, oft zahnartigen Fortsatz ausläuft, was in dem auffallendsten 
Grade bei Var. appendiculata (Fig. 9 u. 14) der Fall ist. 

Die Verschiedenheit der hier abgebildeten Zähne lässt sich auf die verschiedene Stellung im Kiefer 
zurückführen. 

Vorkommen: Man begegnet diesen Zähnen, wenn auch seltener, schon in dem unteren Pläner 
von Plauen und am Gamighügel, sehr gewöhnlich sind sie in dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla. 
Ebenso beherbergt sie in grosser Menge der Plänerkalk von Hundorf und Kosstitz in Böhmen und sie 
kommen noch in dem oberen Quadermergel von Kreibitz vor. In Bayern zeigen sie sich gleichfalls schon 
in den cenomanen Sandsteinschichten von Kelheim; demselben Horizonte gehört auch ihr Vorkommen an der 
Steinholzmühle bei Quedlinburg, vielleicht auch ein Theil des eisenhaltigen Sandsteines im Kursk’schen an, 
sie finden sich häufig in der unteren Kreide von Lewes und Brighton in England und fehlen, wie erwähnt, 
auch nicht der jüngsten Tuffkreide von Maestricht. 

Spinas Cuvier, 1817. 

Sp. major Agassiz. — II. Taf. 40. Fig. 36--38. 

1833—1843. Agassiz, Rech. sur les poissons foss. III. p. 62. Tab. 10b. fig. 8—14. 

1843. Gein., Char. Nachtrag p. 5. Taf. 4. fig. 4. 

1846. Reuss, Böhm. Kreidef. II. p. 101. Taf. 21. fig. 65. 


1848. Acanthias major Giebel, Fauna der Vorwelt, I. 3. p. 301. 
1848—1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 90. 


1799. Faujas-Saint-Fond, Hist. nat. de la montagne de Saint-Pierre de Maestricht. Pl. 18. fig. 1. 9. 
1833—43. Agassiz, Rech. sur les poissons foss. III. p. 224. Tab. 26. fig. 9—13. 
1851—52. Bronn, Lethaea geognostica, 3 Aufl. V. p. 360. Taf. 23. fig. 20.a. 


Der ungegliederte Flossenstachel, welcher vor der ersten Rückenflosse eines Haifisches sass, ist 
schmal und verläuft sehr regelmässig in eine stumpfe Spitze, wobei er sich deutlich nach hinten krümmt. 
Von der Seite zusammengedrückt, bildet sein Vorderrand einen gerundeten Kiel, während der breite concave 
Hinterrand senkrecht abfällt. 

Die glatte selbst noch glänzende Oberfläche lässt zarte Anwachsstreifen unterscheiden, welche vom 
Hinterrande aus schief nach unten laufen, wie es der schiefen Stellung des Stachels entspricht; diese werden 
hier und da von einigen undeutlichen Längsfurchen durchschnitten, im Allgemeinen aber erscheint die Ober- 
fläche glatt. Unter der abgeriebenen Epidermis tritt eine, zuweilen deutlicher gestreifte knochenartige Textur 
hervor. Länge bis 4 Cm., Breite an der Basis 7—8 Mm. oder auch breiter. 

Vorkommen: Selten in dem Plänerkalk von Strehlen, nach Agassiz in der Kreide von Lewes. 

Chagrin von Placoiden. — II. Taf. 39. Fig. 13. 

Als Seltenheit: kommen in Strehlen auch Theile der äusseren Bedeckung, der chagrinartigen Haut 
von Placoiden vor, welche aus niedrigen, flachen, meist sechseckigen Knochenplättchen von etwa ?/s— ?/ı Mm. 
Durchmesser bestehen und einen undeutlich gezähnelten Rand besitzen. 

Auf welche Gattung man sie zurückführen soll, bleibt zweifelhaft. Agassiz hat ähnliche Körper a. a. O. 
Vol. III. Tab. 10 b. fig. 6. 7 aus der Kreide von England abgebildet, am meisten stimmen sie jedoch mit 
den von Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, 1850, Tab. 31. fig. 16 abgebildeten Ueberresten überrein. 

Acrodus Agassiz, 1838. 

1. A. affinis Reuss. 

1844. Reuss, Geognostische Skizzen aus Böhmen, II. p. 218. 256. 

1545—1846. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 1. Taf. 2. fig. 3. 4. 
1848—1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 88. 

Der kleine verlängerte Zahn erhebt sich in seiner Mitte zu einem niedrigen Kegel, von dessen Spitze 
einfache oder mehrfach verzweigte Falten auslaufen. Längs der Mitte des Zahnes zieht sich ein Kiel hin, 
in welchem die nach der einen Seite herablaufenden geraden Falten entspringen, die sich, wie bei A. poly- 
dictyos Reuss im unteren Pläner, nach dem Rande hin netzförmig verzweigen. 

Nahe verwandt ist Ac. Illingworthi in Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, 1850, p. 364. Tab. 30. 
fig. 11. 12; Tab. 32. fig. 9. aus der Kreide von Southeram in England. 

Vorkommen: Sehr selten im Plänerkalke von Strehlen; nach Reuss im unteren Plänerkalke von 
Kosstitz in Böhmen. 


Ptychodus Agassiz, 1837. 
1. Pt. latissimus Ag. — II. Taf. 40. Fig. 16—22. 
1822. Mantell, Geology of Sussex, p. 231. Tab. 32. fig. 19. 
182 v. Schlotheim, Nachtrag zur Petrefactenkunde, Taf 13. fig. 2. 
1833—1843. Agassiz, Recherches sur les poissons fossils, III. p. 157. Tab. 25 a; 25 b. fig. 24—26. 
1839—1842. Pt. latissimus u. Pt. Schlotheimi Gein., Char. I. p. 12. Taf. 7. fig. 5; III. p. 63. Taf. 17. fig. 1—5. 
1840—1845. Owen, Odontography, II. Tab. 17. fig. 1. 2. 
1845. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 1. Taf. 2. fig. 5—8. 
1846. Gein., Grundr. p. 167. Taf. 7. fig. 6. 
1851—1852. Bronn, Lethaea geogn. 3. Aufl. V. p. 370. Taf. 33. fig. 19. 
1852. Kiprijanoff, Fisch-Ueberreste im kurskschen eisenhalt. Sandsteine, Moskau, p. 3. Taf. 12. fig. 1. 2. 
1870. F. Römer, Geologie von Oberschlesien, p. 323. Taf. 36. fig. 7. 
1872—1873, Stoliezka, Pal. Ind. Cret. Fauna of Southern India, Vol. IV. p. 66. Pl. 12. fig. 16. 


o 


— 213 — 


Die grossen viereckigen Zähne sind mässig gewölbt und meist mit 5—8 dicken, scharfkantigen und 
etwas gebogenen Falten bedeckt, welche jedoch einen ansehnlichen Theil des Randes noch frei lassen. Dieser 
ist mit rundlichen und länglichen Höckern dicht besetzt, von welchen sich mehrere noch zwischen die Falten 
einzudrängen suchen. Ihre Grösse nimmt nach dem äusseren Rande hin ab. Der breite Vorderrand ist meist 
flach-gerundet, der Hinterrand mehr oder minder steil abfallend und eingedrückt. 

Auf diesem Unterschiede beruhte die Aufstellung von Pt. Schlotheimi mit sanfter abfallendem Hinter- 
rande an älteren Exemplaren, als dies in der Regel bei jüngeren Exemplaren der Fall ist. Pt. paueisulcatus 
bei Dixon ist eine andere Varietät des Pt. latissimus mit einer geringen Anzahl von um so dickeren Falten, 
ähnlich einer hier abgebildeten Form von Strehlen. 

Auch jüngere Exemplare dieser Art sind von anderen Arten der Gattung leicht zu unterscheiden 
durch ihre starken, verhältnissmässig kurzen Falten, durch das Eindringen einzelner Höcker zwischen die 
Falten, und durch die Beschaffenheit der Seitenfläche, welche sie auf den ersten Blick von Pf. mammillaris, 
mit dem sie zusammen vorkommt, oder Pf. decurrens und polygyrus trennen lassen, 


Vorkommen: In ziemlich grossen und kleineren Exemplaren vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen 
und Weinböhla, nach Reuss bei Hundorf und Settenz in Böhmen, in dem turonen Pläner von Bochum in 
Westphalen bis 4,25 Cm. lang und 3,75 Cm. breit, bei Gross-Schimnitz und Oppeln in Oberschlesien, in 
der Kreide von England, in dem eisenhaltigen Sandstein von Kursk und nach Stoliczka in der Arrialoor- 
gruppe O. von Olapaudy in Südindien. 


2. Pt. mammillaris Ag. — I. p. 297. Taf. 64. Fig. 26; II. Taf. 40. Fig. 23—29. 


Am häufigsten im Plänerkalke von Strehlen. 


3. Pt. articulatus Ag. — II. Taf. 41. Fig. 1. 2. 
1822. Dorsal fin, Mantell, Geol. of Suss. p. 231. Tab. 34. fig. 8. 
1833—1843. Agassiz, Poiss. foss. III. p. 58. Tab. 10a. fig. 5. 6. 
1839. Gein., Char. I. p. 12. Taf. 1. fig. 6. 
1848—1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 90. 
Der schon früher von mir abgebildete Flossenstachel besteht aus 10 in einer Ebene liegenden 
und dicht mit einander parallel verwachsenen rippenartigen Stücken von ungleicher Breite zwischen 3—7 Mm., 
welche flach gewölbt und im Querschnitte elliptisch sind. Ihre Oberfläche ist durch feine unterbrochene 
Längsfurchen ausgezeichnet, unter denselben treten die für die Art charakteristischen schiefen Wellenlinien 
(Fig. 2a. A.) hervor, welche durch Articulation der knochigen Fasern entstehen. Beide einander sich deckende 
Exemplare dieser Flossenstachel sind an ihrem unteren Theile durch eine zufällige Biegung aus ihrer ursprüng- 
lichen Lage gebracht. 


Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen und in der oberen Kreide von Lewes. 


Flossenstachel. — Il. Taf. 41. Fig. 4 a. b. 

Das 3 Cm. lange und nahe 5 Mm. starke Fragment ist linealisch verlängert, auf der einen Seite 
zugeschärft, auf der anderen gerundet, und besteht aus innig mit einander verbundenen parallelen Knochen- 
fasern von 0,33 Mm. Stärke, welche in walzenförmige Glieder von 1,5—2 Mm. Länge zerlegt sind, deren 
schwach erhöhte Gelenkflächen schiefe Treppenlinien bilden, ähnlich wie bei Piychodus articulatus. Diese 
Structur verschwindet nach beiden Seiten hin, wo der Körper fast glatt erscheint. Ohne diese Gliederung 


ae 


gleicht derselbe am meisten der Abbildung des Coelorhynchus cretaceus Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, 1850, 
Pl. 32. fig. 10, wovon jedoch keine Beschreibung vorliegt. 


Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen. 
Fischwirbel. 


Anknüpfend an die Beschreibung der Fischwirbel aus der unteren Abtheilung unseres Quadergebirges 
(I. S. 299) folgen zunächst hier Mittheilungen über die Knorpelwirbel mit Kreiswänden, wie sie 
Kiprijanoff!) bezeichnet. 


Il. Wirbel von Placoiden oder Knorpelfischen. 


1. Knorpel-Wirbel mit concentrischen mit kreisförmigen Wänden. — Taf. 39. 
Fig. 1—4. 
1826—1833. Coeloptychium acaule Goldfuss, Petr. Germ. I. p. 220. Taf. 65. fig. 12, 
1842. Patella Reussi Gein. Char. III. p. 75. Taf. 18. fig. 23. 
1845. Wirbel von Lamna, Gein., Grundr. der Verstein. p. 178. Taf. 7. fig. 18. 
1845. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 8. 
1848—1849. Placoiden-Wirbel, Gein., Quad. Deutschl. p. 96. 
1851—1852. Hai-Wirbel, Bronn, Leth. geoen. 3. Aufl. Bd. V. p. 362. Taf. 27. fig. 24. 
1859—1860. Knorpelwirbel mit Kreiswänden, Kiprijanoff a. a. O. p. 2. Tab. 1. fig. 1. 2. Fortsetzung, p. 52, welche der 
: Familie Squatinae zugeschrieben werden (vel. p. 6. u. 7.). 


Viele in dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla vorkommende Haifischwirbel stimmen in 
Grösse und Structur ganz mit den von Kiprijanoff aus dem kurskischen eisenhaltigen Sandsteine beschriebenen 
genau überein, wovon sich dieser sorgfältige Beobachter in dem Dresdener Museum selbst überzeugt hat. 
Solche Wirbel mit Kreiswänden sind cylindrisch und bestehen, wie andere Haifischwirbel aus zwei conischen 
oder trichterförmigen Seitenwänden von Knorpelmasse, zwischen denen sich die Kreiswände ziehen, die sich 
aber nicht bis zu der inneren Fläche der Kegel erstrecken, sondern durch die Strahlenrippen zurückgehalten 
werden. Sie zeigen nach Kiprijanoff im Querschnitte der mittleren Fläche concentrische Ringe, die bisweilen 
hohl sind, bisweilen aber mit der, den Wirbel selbst versteinernden Masse angefüllt, und mit den ununter- 
brochenen Knorpelwänden abwechseln, welche sich durch die ganze Höhe des Wirbels ziehen und zwischen 
denen man am Centrum feine, aber nicht fortlaufende Knorpelfäden bemerkt, die die Strahlenlinie verfolgen. 
Die Dicke der Kreiswände wie der Strahlenrippen,- deren letztere nur an der inneren Oberfläche der Kegel- 
flächen deutlich hervortreten, ist nicht gleichförmig und vermindert sich nicht regelmässig. Dabei ist die 
Dicke der Kreiswände an den Kegelflächen selbst bedeutender als in der Mitte des Wirbelkörpers. 


Wenn man die nur concentrisch sestreifte Oberfläche d (II. Taf. 39. fig. 1 nach Kiprijanoff) der 
trichterförmigen Seite des Wirbels ‚polirt, sieht man die Strahlenrippen auf der Fläche e; bei weiter fort- 
gesetztem Poliren zeigen sich, unterhalb der Strahlenrippen, die Kreiswände der Fläche /; verfolgt man das 
Poliren auch dann noch, so erhält man die Strahlenrippen nebst den Kreiswänden in einer Ebene, und reibt 
man endlich den Wirbelkörper so viel ab, dass von den Strahlenrippen keine Spur mehr nachbleibt, so sieht 
man nur noch die Kreiswände der Fläche 1. 


*), Val. Kiprijanoff, Bull. de la Soc. imp. des naturalistes de Moscou, 1859, sechster Aufsatz, 12. S. u. Taf. I. II, 
Fortsetzung im Bull. 1860, 170. S. Taf. 9—12. 


An Exemplaren von Strehlen löst sich die obere Schicht der Wirbel als ein patellenartiger Deckel 
leicht ab (Patella Reussi Gein.) und verbleibt der übrige concentrisch und strahlig gestreifte mittlere Theil 
des Wirbels als damenbretsteinartiger Körper zurück. 

Vorkommen: Bis 6 Cm. hoch und ca. 2 Cm. lang in dem Plänerkalke von Strehlen und Wein- 
böhla und in dem Plänerkalke von Hundorf in Böhmen, Oppeln in Oberschlesien, Quedlinburg u. a. Gegenden; 
nach Goldfuss in der oberen Kreide bei Nienberge unweit Münster und bei Maestricht, nach Kiprijanoff 
in dem eisenhaltigen Sandstein von Kursk sowie in der Kreide von England. 


2. Wirbel mit Strahlenwänden. I]. Taf. 65. Fig. 34; II. Taf. 39. Fig. 5. 6. 7. 


1833—1834. Vertöbres de Squales, Agassiz, Rech. sur les poiss. foss. III. Pl. 40 a. fig. 9—23. 

1850. Ptychodus? Wirbel, Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, Tab. 31. fig. 8. 

1859—1860. Wirbel von Lamna, Kiprijanoff, Fischüberreste im kurskischen eisenh. Sandsteine, 1. ec. p. 8, Fortsetzung, p. 55. 
Taf. II. fig. 4. 5. 

Mit diesen Abbildungen stimmen auch Wirbel von Strehlen überein, die sich von den vorherbeschrie- 
benen schon äusserlich durch die an dem Umfange hervortretenden Längsrippen und elliptischen Zwischen- 
furchen unterscheiden. 

AlleKnorpelwirbel mit Strahlenwänden zeigen nach Kiprijanoff zwischen den dicken, trichter- 
förmigen oder conischen Wänden ziemlich dichte Strahlenwände, die sich durch die ganze Höhe des Wirbels, 
von der zusammenhängenden mittleren Scheide aus bis zur äussersten Peripherie hinziehen. Manche dieser 
Strahlenrippen sind auch mit seitlichen, an die Rippen schief anstossenden Stützen versehen, welche als 
Strahlenstützen bezeichnet werden. 

Die Seiten oder Backen der Strahlenrippen sind aber nicht glatt, sondern ihrer ganzen Höhe oder 
Länge nach mit Unebenheiten bedeckt, ähnlich den Abbrüchen der sich zwischen ihnen hinziehenden 
schwachen Knorpel, die sich während der Versteinerung nicht erhalten haben. Diese geben auch hier oft zu 
mehr oder weniger deutlichen concentrischen Linien Veranlassung, die sich jedoch hier nicht, wie bei der 
vorigen Gruppe, zu förmlichen Kreiswänden ausbilden. Sie treten indess selbst noch an den Taf. 65 abge- 
bildeten Ueberresten aus dem Quadersandsteine hervor, und sind weit deutlicher an den von Kiprijanoff 
Tab. 1 fig. 3—5 und Taf. II. fig. 2 gegebenen Abbildungen von Strahlenwirbeln aus der Familie der 
Alopeciae hervorgehoben. An ihrer vorderen und hinteren Fläche sind diese Wirbel von den vorigen nicht 
zu unterscheiden, da ihre Oberfläche wie bei jenen concentrisch gestreift ist. Dagegen finden sich an ihrem 
Umfange breitere oder schmälere eiförmige oder elliptische Gruben oder Furchen, welche zwischen den bis 
an den Umfang reichenden Strahlenrippen liegen, die jedoch auf beiden Seiten von dem glatten Rande des 
Wirbels begrenzt werden. An dem Taf. 39 Fig. 5 abgebildeten kleineren Wirbel, der einen rundlich-vier- 
seitigen Umfang hat, zeigen sich an der unteren Seite des Umfanges drei, an der oberen Seite zwei grosse 
rundliche Gruben, neben welchen letzteren sich noch eine breitere Vertiefung einsenkt. 

An einem andern ähnlich gestalteten Wirbel (Fig. 6), welcher 33 Mm. hoch und nur 7 Mm, dick 
oder lang ist, treten an der unteren Seite ähnliche breite Gruben hervor, während der ganze Seitenrand nur 
schmale elliptische Gruben zeigt. 

Der ca. 65 Mm. breite, 60 Mm. hohe und gegen 30 Mm. dicke oder lange Wirbel Taf. 39 Fig. 7 
lässt an seinem Umfange zwischen den bis 5 Mm. breiten glatten Randflächen nur schmale Längsgruben 


zwischen den Strahlenrippen und ihren Stützen wahrnehmen. 
Palaeontographica XX. 2. Abth. 6. 29 


I. Wirbel von Knochenfischen. — I. 299. Taf. 65. Fig. 35. 37; I. Taf. 41. Fig. 21; 
Taf. 42. Fig. 10; Taf. 43. Fig. 2. 21 —32. 

Kiprijanoff!) theilt die Knochenwirbel in zwei Classen: 

1. mit strahligen oder radialen Scheidewänden; 
3. Knochenwirbel, deren Körper aus weicher, schwammiger Knochensubstanz, substantia spongiosa 
oder cellularis, besteht. 

Die erste Classe zerfällt wieder in zwei Abtheilungen, solche mit dünnen strahligen Scheidewänden, 
welehe der Familie der Salmonidae oder Lachsforellen mit der Gattung Osmeroides Ag. entsprechen, und 
solche mit dicken oder starken strahligen Scheidewänden, welche auf die Familie der Scomberidae oder 
Makrelen und namentlich die Gattung Z’hynnus Cuy. hinweisen. (Kiprijanoft, Taf. IX. fig. 5—10.) 

Die zweite Classe der Knochenwirbel, deren Körper aus schwammiger Knochensubstanz besteht, 
gleicht durch ihre Form der Abbildung des Wirbels von Hypsodon Lewesiensis Ag., wiewohl sie nach Kiprija- 
noff mehr dem Wirbel von Saurocephalus entsprechen mögen (Kiprijanoff, Taf. X. fig. 1. 2.) 

Vertreter beider Classen von Knochenwirbeln wurden wiederholt in dem Plänerkalke von Strehlen 
gefunden. 

Unter den zahlreichen mehr oder minder gut erhaltenen Wirbeln von Strehlen verdienen grössere 
Beachtung: 

1. Taf. 43. Fig. 21. Ein kleiner Wirbel von kreisrund-elliptischem Umfang, gegen 10 Mm. breit, 
8,5 Mm. hoch und 5 Mm. lang, mit glatten, kegelförmig vertieften Gelenkflächen und an dem schwach ver- 
tieften Umfange mit einem glatten Rande und ungleich entfernten, schwächeren oder stärkeren Strahlenrippen, 
die sich nach dem Rande hin verdicken oder theilen. Er nähert sich Kiprijanoff’s Abbildung auf Tab. IX. 
fig. 6, welche dem Wirbel des Osmeroides Lewesiensis entspricht. 

9. Tab. 43. Fig. 22. Der kleine rundlich-ovale Wirbel ist 10 Mm. breit und fast 9 Mm. hoch 
und unterscheidet sich von dem vorigen durch eine flache Randfläche, welche die niedrig-kegelförmige Ein- 
senkung der Gelenkfläche umgibt. Letztere ist, wie bei vorigem, glatt. Der Umfang ist an diesem Exem- 
plare nicht blossgelegt, zeigt aber an einem andern ähnlichen Wirbel von 9 Mm. Breite, 8 Mm. Höhe und 
5 Mm. Länge ähnliche Strahlenrippen wie Kiprijanoff’s Abbildung Tab. IX. fig. 5. 

Es schliesst sich ein Taf. 43. Fig. 23 abgebildeter Wirbel hier an, in dessen Innerem man noch 
ausstrahlende Rippen wahrnimmt. 

3. Taf. 43. Fig. 24. Mehr als die vorher beschriebenen Wirbel entspricht die Structur an seinem 
Umfange jener des lebenden Lachs, Salmo salar L., auf welchen sich unsere Abbildung Fig. 25 bezieht. 

Der rundlich-ovale Wirbel ist 18 Mm. breit, gegen 15 Mm. hoch und ca. 9 Mm. lang. Seine kegel- 
förmig vertiefte Gelenkfläche erscheint glatt, der Umfang ist nach der Mitte hin schwach eingesenkt und 
zeigt eine unregelmässig-netzförmige Textur, mit grösseren und kleineren, länglichen oder rundlichen 
Maschen zwischen den anastomosirenden Knochenfasern. 

4. Taf. 43. Fig. 26. Der gegen 15 Mm. breite und etwas niedrigere Wirbel zeigt an seinem 
Umfange ähnliche anastomosirende Knochenfasern, doch herrscht in deren Anordnung die Längenrichtung 
mehr vor als bei dem vorigen Wirbel. Die davon eingefassten Zwischenräume sind mit kleinen rundlichen 
Gruben ausgefüllt. 


1) Fischüberreste im Kursk’schen eisenhaltigen Sandsteine. Sechster Aufsatz. Moskau. 1859. p. 55 u. f. 


— 217 — 


5. Taf. 43. Fig. 27. Ein Wirbel von mittlerer Grösse, mit kreisrundem Umfang, 22 Mm. hoch 
und breit und gegen 12 Mm. lang, ist auf seiner kegelförmig-vertieften Gelenkfläche concentrisch linüirt und 
besteht im Innern aus dicht gedrängten, innig verbundenen concentrischen Blätterlagen. Sein Umfang ist 
am Rande wulstförmig verdickt und lässt mehrere Längsbuchten unterscheiden, welche durch dicke, flachere 
oder höhere Längswülste geschieden sind. Er nähert sich den von Kiprijanoff Tab. IX. fig. 7—10 
abgebildeten Wirbeln aus der Familie der Scomberoidae. 

6. Taf. 43. Fig. 29. 30. Lang gezogene Wirbel von nahezu gleicher Länge, Höhe und Breite, 
mit stark vertiefter kegelförmiger Gelenkfläche und an ihrem mehr oder minder eingezogenen Umfange mit 
entfernt liegenden dicken Längsrippen, die sich nach dem Rande hin erweitern und mit Längsstreifen bedeckt 
sind, deren Anzahl sich in der Nähe des Randes vermehrt. Es sind Wirbel von Deryz ornatus Ag., wie sie 
Agassiz Poiss. foss. IV. Tab. 14 c. fig. 5. 6 und Tab. 14d. fig. 4 abbildet. 

Taf. 43. Fig. 31 stellt kleine Wirbel mit Stachelfortsätzen dar, welche dem Hinterleibe von Derys 
angehören mögen, während die sich durch ihre eigenthümlichen Fortsätze auszeichnende Wirbelsäule Taf. 43. 
Fig. 32 bisher noch einer sicheren Deutung entzogen hat. 

7. Taf. 43. Fig. 28. Ein Wirbel ganz eigenthümlicher Art, der nur aus weicher schwammiger 
Knochensubstanz bestand, mit einer Structur, die an jene von Amorphospongia oder andere Seeschwämme 
erinnert. Dieselbe tritt ausgezeichnet an dem concaven Umfange des Wirbels, sowie auch, wenn auch mit 
feinerem Gefüge, auf der ganzen, am Rande geebneten oder schwach-gewölbten und nur nach der Mitte hin 
vertieften Gelenkfläche hervor. Der qüer-elliptische, etwas fünfseitige Wirbel ist gegen 25 Mm. breit, 20 Mm. 
hoch und 6-—-10 Mm. lang. 


II. Ordn. Ganoiden, Glanzschupper, Eckschupper. 


Pyenodus Agassiz, 1833. 

1. P. eretaceus Ag. — I. p. 300. Taf. 65. Fig. 12—14; Il. Taf. 40. Fig. 30—32. 

Den schon gegebenen Citaten ist hinzuzufügen: 

1870. W. A. Ooster, Protozoe helvetica, II. 2. p. 45. 

Im unteren und oberen Pläner des Elbthales, sowie nach Ooster in den obersten Kreideschichten 
von Opetengraben am Nordufer des Thuner Sees mit Osmeroides Lewesiensis Ag., Corax heterodon Riss., 
Notidanus microdon Ag., Oxyrhina Mantelli Ag., Lamna raphiodon Ag. etc. zusammen. 

2. P. complanatus Ag. — I. p. 301. Taf. 65. Fig. 15—21; II. Taf. 40. Fig. 33. 

Der hier nachträglich abgebildete Zahn aus dem Plänerkalke von Strehlen hat eine bohnenförmige 
Gestalt und gehört wohl der Hauptreihe von Zähnen des Unterkiefers an. Seine fast ebene Kaufläche, von 
welcher der Zahn an den Seiten steil abfällt, ist glatt, dagegen lässt sich die faserige Structur seines Innern 
an der porösen Beschaffenheit des Querschnittes an der Wurzel (Fig. 33 b.) sehr gut erkennen. 


— 218 — 


Macropoma Agassiz, 1833. 
M. Mantelli Ag. 
Amia Lewesiensis Mantell, Geol. of Sussex. p. 239. Tab. 37. 38. 


> 
1833—43. Agassiz, Recherches sur les poissons fossiles. II. 2. p. 174. Tab. 65 a..—65d. 


1568. Geinitz, Die fossilen Fischschuppen aus dem Plänerkalke in Strehlen. p. 47. Taf. 4. fig. 8. 9. 


1571. W. Davies, Alphabet. Catalogue of the Type Specimens of Fossil Fishes in the British Museum. (Geol, 
Mag. May.) 


a. Schuppen. II. Taf. 44. Fig. 1. 2. 


Die zu Macropoma gezogenen Schuppen zeichnen sich zunächst durch ihre dicke Beschaffenheit 
aus, zumal die hintere, mit wulstförmigen Höckern bedeckte Fläche von der vorderen, concentrisch liniirten 
Fläche der Schuppe förmlich wulstförmig ihrer Höhe entlang erhoben ist. Sie endet mit zahlreichen in eine 
Spitze auslaufenden cylindrischen Wülsten, welche den Hinterrand gezähnt erscheinen lassen, wie bei Deryx 
ornatus. Die etwas weiter zurück in der Nähe des Anheftepunktes liegenden wulstförmigen Erhöhungen, die 
zum Theil höckerig sind, convergiren meist in der Mitte, wo sie am grössten sind. In der von Agassiz 
gegebenen Abbildung Tab. 65 b. fig. 3. divergiren sie hier. Andere Unterschiede hiervon liegen bei unseren 
Schuppen in ihrer grösseren Höhe, die sich zur Breite verhält wie 11 : 7, während jene ohngefähr ebenso 
breit als lang sind; ferner in dem wellenförmig gebogenen Vorderrande, nach welchem eine grössere Anzahl 
ungleich breiter, durch tiefere oder seichtere Furchen geschiedene Falten strahlen. Agassiz hat sowohl 
Vorderrand als Ober- und Unterrand der Schuppe ganzrandig dargestellt. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen. 


b. Koprolithen. — II. Taf. 40. Fig, 39 —45. 


1522. Aments or cones, Mantell, Geol. of Sussex. p. 103. Tab. 9. fig. 4—11. 

1833—43. Agassiz, Recherches sur les poissons fossiles, II. 2. p. 174. Tab. 65a. fig. 3—10. 

1835. Agassiz in Buckland’s Geologie und Mineralogie, II. Pl. 15. fig. 5—7. 

1838. Bronn, Lethaea geogn. II. p. 740. Taf. 34. fig. 8. 

1839. Gein., Char. I. p. 13. Taf. 2. fig. 4. 5. 

1841. A. Römer, Nordd. Kreideg. p. 108. 

1845. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 11. Taf. 4. fig. 68—76 (nicht 78—80); Taf. 5. fig. 2—4. 

1845. Gein., Grundr. p. 151. Taf. 8. fig. 2. 3.' 

1848—49. Gein., Quad. Deutschl. p. 86. 

1850. Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. Tab. 30. fig. 33. 

1352. Kiprijanoff, Ueberreste von Fischen im Kursk’schen eisenhaltigen Sandsteine. p. 3. Taf. 10. 

1854. Derselbe, Erster Zusatz zur Beschreibung des Koprolithes Mantellii, p. 3. 

1363. Gümbel, Geogn. Beschr. d. Königr. Bayern, p. 751. 

Durch ihre spiralförmig-blätterigen, unregelmässig gefalteten und gefurchten Ueberlagerungen ähneln 
diese Excremente oft einem Lärchenzapfen, womit man sie so lange verwechselt hat, bis Mantell und 
Buckland ihre wahre Natur nachwiesen. Sie gleichen einem spiralförmig aufgewundenen Bande und die 
Furchen und Falten an ihrer Oberfläche rühren vermuthlich von dem Muskeldrucke der Darmwände her. 

Wie bekannt, sind diese Koprolithen in der Kreide von Lewes noch in dem Leibe der Macropoma 
Mantelli gefunden worden. 

Trotz ihrer sehr ıannigfachen Form zeichnen sie sich durch die zahlreichen Windungen der ur- 
sprünglich bandförmigen Fläche aus. sowie namentlich dadurch, dass sie in der Nähe ihres hinteren Endes 


— 219 — 


am breitesten sind und sich dann schnell zu einer stumpfen Ecke verengen. Sie verschmälern sich langsam 
nach vorn und enden stumpf oder gerundet. In unseren Abbildungen ist das hintere Ende dieser Körper 
nach oben gekehrt. Das Verhältniss ihrer Länge zur Breite ist sehr veränderlich, sie wechselt im Allge- 
meinen zwischen der Form eines längeren Eies und eines länglichen Tannenzapfens. Die grössten der in 
Strehlen gefundenen Exemplare haben bei 9 Cm. Länge, 3,5 Cm. grösste Stärke erreicht, in der Regel trifft 
man sie nur halb so gross oder noch kleiner an. Ihr Bau und ihre Dimensionen sind sehr genau durch 
Kiprijanoff beschrieben worden, welcher von neuem auch die Frage aufwirft, ob man genöthigt sei, diese 
Koprolithen gerade auf Macropoma Mantelli zurückzuführen, deren andere Ueberreste bisher in dem Kursk- 
schen Sandsteine noch gar nicht gefunden worden sind, und ebenso in dem Pläner unseres Elbthales kaum 
sicher verbürgt sind, während viele Zähne von Piychodus, wie schon Mantell bemerkt hat, und Otodus 
oder anderen Lamnoiden überall damit häufig zusammen gefunden werden. 

In einem grösseren Koprolithen von Plauen, welchen E. Fischer in der Allg. deutsch. Naturh.- 
Zeitung, 1856, IL, p. 139, fig. 22 hervorhebt, wurden von diesem genauen Beobachter zwei Zähne der 
Oxyrhina angustidens eingeschlossen gefunden. Solche fremdartige Einschlüsse gehören indess bei diesen 
Koprolithen zu den Seltenheiten, in der Regel ist ihre Substanz ziemlich gleichartig erdiger Natur, oft von 
licht-ockergelber Färbung, wenn nicht gänzlich in Eisenkies, oder aus diesem wieder in Brauneisenocker 
umgewandelt. !) 

Vorkommen: Nur als Seltenheit im unteren Pläner von Plauen, sehr häufig dagegen im Pläner- 
kalke von Strehlen und Weinböhla und selbst noch in dem Baculitenmergel zwischen Copitz und Lohmen; 
nach Reuss im unteren Plänerkalke von Kosstitz, im Plänerkalke von Hundorf, im Baculitenmergel von 
Priesen in Böhmen; nach Gümbel im Baculitenmergel des Marterberges bei Passau, in dem Kreidemergel 
von Lewes in Sussex, der weissen Kreide von Kent, dem eisenhaltigen Sande von Kursk etc. 


Ganoiden-Schuppen. — II. Taf. 40. Fig. 34. 35. 


1. Die in doppelter Grösse gezeichnete rhombische Schuppe Fig. 34 besitzt auf der flachen oberen 
Fläche ein mit feinen diagonalen Falten verziertes Mittelfeld, das von einem glatten, nur mit feinen Anwachs- 
linien versehenen Rande umgeben wird. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Weinböhla. 


2. Die zweite, Fig. 35 abgebildete Schuppe ist bei rhombischer Form und 4—5 Mm. Grösse beider- 
seits glatt. Ihre eine Seite ist flach, die andere tafelförmig erhöhet und nach ihren Rändern hin flach 
abgedacht. 


Vorkommen: Ebendaher. — Vgl. die von Reuss aus den Kreideschichten in den Ostalpen be- 
schriebenen Schuppen. (Denkschr. d. k. Ak. d. Wiss. in Wien. VII. Bd. 1854. p. 144. Taf. 30. fig. 10—19.) 


!) Nach Untersuchung von W. Stein bestand ein Koprolith aus dem Plänerkalke von Strehlen aus: 
1,111 Kieselsäure, 
30,162 kohlensaurem Kalk, 
4,170 kohlensaurer Magnesia, 
3,441 Thonerde, 
54,988 phosphorsaurem Kalk, 
5,335 basisch phosphorsaurer Magnesia und Spuren anderer Substanzen (Gein., Grundr. p. 151). 


3. Hemilampronites Steinla in litt. — H. Steinlai Gein. — II. Taf. 44. Fig. 3. 4. 
1868. Geinitz, Die fossilen Fischschuppen aus dem Plänerkalke in Strehlen (Denkschr. d. Ges. f. Nat. u. Heilkunde 
in Dresden). p. 48. Taf. 3. fig. 3. 4. 

Diese kleinen oblongen und an ihrem freien Hinterrande stumpf gerundeten Schuppen lassen sich 
ihrer Form und der spiegelglatten Beschaffenheit der hinteren, freiliegenden Oberfläche nach zu den Ganoiden 
stellen. Ihr fast gerade abgeschnittener bedeckter Vorderrand zeigt Andeutungen für einige Falten, der 
schwach gerundete Hinterrand ist glatt. Der ganze bedeckte Theil der Schuppe ist mit feinen, aber scharf 
ausgeprägten, gleich starken Linien verziert, die von dem oberen nach dem unteren Rande fast senkrecht 
laufen und nur an dem hinteren spiegelglatten Theile der Schuppe plötzlich abbrechen. Ihr Anheftepunkt 
liegt in der Mitte. 

Das eine unserer Exemplare (Fig. 3) ist ziemlich regelmässig gewölbt, das andere (Fig. 4) lässt eine 
von dem Befestigungspunkte nach dem Ober- und Unterrande mit einer Krümmung nach vorn laufende 
flache Furche wahrnehmen; eine dritte Schuppe dieser Art (No. 577) ist fast halbkreisförmig und flach. 

Vorkommen: Selten im Plänerkalke von Strehlen. 


4. Hemicyclus Gein., 1868. 

H. Strehlensis Gein. — Il. Taf. 45. Fig. 1. 

1868. Gein., Foss. Fischschuppen. p. 44. Taf. 3. fig. 19. 

Die bisher zu den Cycloiden gestellte Schuppe nähert sich in Bezug auf Form und Textur jener 
als Hemilampronites Steinlai beschriebenen in einer Weise, dass man sie vielleicht als eine der Seitenlinie 
angehörende Schuppe dieser Gattung betrachten kann. 

Es sind kleine, verhältnissmässig dicke Schuppen von nahezu halbkreisrunder Gestalt, deren Anhefte- 
punkt in der Mitte liegt. Der fast gerade abgeschnittene oder flach wellenförmig gebogene Vorderrand 
enthält meist nur wenige divergirende kurze Einschnitte. Die äussere Oberfläche ist zum grössten Theile 
mit höchst feinen parallelen Wellenlinien bedeckt, welche von oben nach unten mit einem stumpfen ein- 
springenden Winkel nach vorn hin laufen. Das breite, freiliegende hintere Feld ist vollkommen glatt. Die 
Schleimröhre ist kurz. Diese Schuppen werden bei 9 Mm. Höhe gegen 5 Mm. lang. 


Vorkommen: Vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen. 


III. Ordn. Ctenoiden, Kammschupper'!). 


Fam. Percoidei, Barsche. 
Beryx Cuvier, 1829. 
B. ornatus Ag. — II. p. 217. Taf. 43. Fig. 29-—31 (Wirbel), Taf. 44. Fig. 8—-12 (Schuppen). 
1822. Zeus Lewesiensis Mantell, Geol. of Sussex, p. 234. Tab. 35. 36. 
1833—43. Berya ornatus Agassiz, Poiss. foss. IV. p. 115. Tab. 14a; Tab. 14b. fig. 1. 2; Tab. 14e. fig. 1-6; 
Tab, 14d. 


1) Taf. 44. Fig. 5, Schuppe des lebenden Sanders, Lucioperca Sandra ©. zum Vergleiche mit den hier beschriebenen 
fossilen Schuppen. ! ® 
Als Vorderrand einer Schuppe ist der nach dem Kopfe des Fisches hin gelegene, von anderen Schuppen bedeckt 


gewesene Theil, als Hinterrand der freiliegende Theil der Schuppe bezeichnet worden. 


1845. Desgl. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 12. Taf. 2. fig. 2; Taf. 12. fie. 1. 2. 
1850. Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. p. 371. Tab. 34. fig. 1; Tab. 36. fie. 1. 3. 
1851—52. Beryx Lewesiensis Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 388. Taf. 33°. fie. 14. 

1568. Beryx ormatus Gein., Foss. Fischschuppen von Strehlen. p. 45. Taf. 3. fig. 1. 2; Taf. 4. fig. 1-—4. 10.!) 

18571. W. Davies, Alphab. Cat. of Type Specimens of Fossil Fishes in the British Museum. (Geol. Mag., May 1871.) 

a. Schuppen. — Taf. 44. Fig. S—12. 

Bei einem fast elliptischen, eirunden und nicht selten vieleckigen Umriss sind die meisten Schuppen 
weit höher als lang und ihr Befestigungspunkt liegt etwas hinter der Mitte; der Hinterrand läuft gewöhnlich 
in eine Reihe engstehender und spitzer Zähne aus. 

Dem meist äbgestumpften Vorderrande strahlen von der Nähe des Anheftepunktes aus mehr oder 
weniger deutliche, sehr flache, fächerartige Falten zu, die jedoch nie von einander wirklich abgetrennt sind 
und deren Anzahl und Breite sehr verschieden ist. Die Begrenzung des Vorderrandes wird hierdurch oft 
wellenförmig. 

Der grösste Theil der äusseren Oberfläche der Schuppe ist von höchst feinen, gleichstarken und 
gedrängt liegenden, concentrischen Linien bedeckt (Fig. 8), die sich jedoch zuletzt an dem fast glatten, zu- 
weilen auch rauhen, freiliegenden hinteren Felde verlieren. 

Die meisten dieser Schuppen sind mit der äusseren Fläche auf dem Steine befestiget und lassen 
daher nur die innere Fläche erkennen, mit ihren concentrischen Anwachsringen und in der Regel nur undeut- 
lichen nach vorn strahlenden Furchen und Falten. 

An manchen dieser Schuppen erscheint daher der Hinterrand glatt, da die Zähnelung der Aussen- 
fläche angehört und jene meist sehr spitze Zähnchen leicht abbrechen. 

Die Schuppen des Bery&x ornatus erreichen nicht selten die Höhe von 15—20 Mm., während ihre 
Länge zwischen !/; und 35 hiervon zu schwanken pflegt. 

Ihre wesentlichsten Abänderungen sind noch specieller in Geinitz, Foss. Fischschuppen, unterschieden 
worden. 

b. Wirbel von Beryx ornatus. — p. 217. Taf. 43. Fig. 29—31. 


Aehnliche Wirbel, wie die dort beschriebenen, oder patellenartige Abdrücke ihrer spitzkegelförmigen 
Gelenkfläche sind in verschiedenen Schichten des Pläners gefunden worden. Letztere sind früher nach dem 
Vorgange A. Römer’s (Nordd. Kreideg. p. 76. Taf. 11. fig. 1) oft als Patella orbis Röm. bezeichnet worden. 
Wir trafen solche Abdrücke selbst in dem unteren Quadersandsteine bei Goppeln, einer Localität an, welche 
wieder verschüttet worden ist, sowie im unteren Quadersandsteine von Tyssa in Böhmen, im Plänersandsteine 
von Zehista bei Pirna ete. 

c. Die von anderen Theilen des Körpers herrührenden Ueberreste beschränken sich meist auf Kiemen- 
deckel, während wohlerhaltene oder vollständigere Exemplare von Fischen überhaupt in unserem Plänerkalke 
noch nicht gefunden worden sind. Man hat dies den zahlreichen grösseren Raubfischen zu verdanken, die 
uns die Reste der kleineren Fische hier meist nur noch in ihren Koprolithen überlassen haben. 

Der Taf. 44. Fig. 13 gezeichnete Kiemendeckel entspricht durch Grösse und Form mehreren der 
von oben genannten Autoren gegebenen Abbildungen dieses Knochens und zeigt ebenfalls grosse Aehnlichkeit 


!) Andere Citate, die man über diese Art in verschiedenen, auch in des Verfassers Schriften zu finden gewohnt ist, 
sind hier ausgeschlossen, da sie zum Theil unsicher erscheinen, was auch schon Bronn angedeutet hat. 


—_— 22 — 


mit dem Kiemendeckel des Bery« Zippei Reuss (Böhm. Kreidef. Taf. 2. fig. 1) aus dem Plänersandsteine 
von Zaluz in Böhmen. Wahrscheinlich schliesst sich auch das Taf. 43. Fig. 19 gezeichnete praeoperculum 
an Bery& ornatus an. 


Fam. Scomberesoces Müller, Bronn. 


Hypsodon Agassiz, 1838. (Früher Megalodon Ag., nicht Sowerby.) 

Agassiz hat diese Gattung zu den Oycloiden in die Familie der Sphyraenoiden gestellt, den 
wahrscheinlich zu ihnen gehörenden Schuppen nach schliessen sie sich vielleicht mehr den Kammschuppern, 
als den Kreisschuppern an. 


H. Lewesiensis Ag. — II. Taf. 42; Taf. 43. Fig. 1. 2. 


1822. Mantell, Geol. of Suss. p. 241. Taf. 42. 
1833—43. Hypsodon Lewesiensis Agassiz, Poiss. foss. V. p. 8. 99. Tab. 25a. und 25b. (früher Megalodon sauroides Ag.) 
1848. Giebel, Fauna der Vorwelt. I. 3. p. 88. 


1848—49. Gein., Quad. Deutschl. p. 84. 
1850. Hupsodon minor Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, Tab. 32*. fig. 9. 
1851—52. Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 379. Taf. 33°. fig. 2. 
1860. Saurocephalus Kiprijanoff, Fischreste im Kursk’schen eisenh. Sandsteine, p. 65. Taf. 10. il 
1868. Geinitz, Fossile Fischschuppen in Denkschr. d. Ges. f. Nat.- u. Heilk. in Dresden. p. 45. Taf. 4. fie. 5. 
1871, W. Davies, Alph. Cat. of Type Specimens of Fossil Fishes in the British Museum. (Geol. Mag., May 1871.) 


Fast sämmtliche von Agassiz beschriebenen Theile dieses grossen Raubfisches liegen von Strehlen vor. 


1. Stücke des Unterkiefers mit dicht an einander stehenden, tief in dem Kiefer eingesenkten kegel- 
förmigen Zähnen mit rundlichem Querschnitt und glatter Oberfläche, wie sie Agassiz Tab. 25b. fig. 3 ab- 
bildet (Taf. 42. Fig. 1. 2). Der von Dixon gezeichnete Unterkiefer von Hypsodon minor weist auf ein 
jüngeres Individuum derselben Art hin. 

3. Die grossen Zähne Taf. 42. Fig. 3. 4, welche seitlich zusammengedrückt sind und einen ovalen Quer- 
schnitt besitzen, biegen sich etwas nach rückwärts, wodurch ihr Vorderrand schwach gewölbt, ihr Hinterrand 
nach oben hin wenig concav erscheint. Auf der lichtbraunen, fast glatten Emailschicht tritt hier und da 
eine feine längsrissige Structur hervor. Sie sind der Abbildung von Agassiz Tab. 25.a. fig. 3 am ähnlichsten. 


3, Die kürzeren relativ breiteren Zähne Fig. 5 und 6 sind mehr oder minder comprimirt und gehören 
wohl dem Oberkiefer an, von welchem Agassiz ein schönes Exemplar Tab. 25b. fig. 1b. abgebildet hat. 

4. Das Taf. 43 Fig. 1 befindliche Bruchstück eines Oberkiefers lässt die eigenthümliche Form der 
auf dem Oberkiefer mit einer stark erweiterten Basis aufgewachsenen Zähne, welche sich schnell nach der 
Spitze verjüngen, sehr wohl erkennen. Wo die Emailschicht verbrochen ist, tritt an der Basis eine feinge- 
streifte Structur hervor, die an der Abbildung von Agassiz klar angedeutet ist. Ihre Beschaffenheit erinnert 
sehr an die von Pachyrhizodus basalis Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, p. 374. Tab. 34. fie. 9. 10. 


5. Dem von Agassiz Tab. 25b. fig.. 4. 5 gezeichneten Jochbeine, Os jugale, mit seinem grossen 
Gelenkkopfe und seiner Einlenkungsfläche am Unterkiefer entspricht das Taf. 42 Fig. 8 abgebildete Exemplar 
fast genau, wiewohl es an seiner rechten Seite etwas mit Gestein bedeckt ist. Noch grössere Dimensionen 
zeigt das Jochbein von Strehlen Fig. 9, an welchem jedoch der Gelenkkopf von dem festen daran sitzenden 
Gestein nicht ganz entblösst werden konnte. 


— 2233 — 


6. Als Fragment eines Craniums lässt sich das Taf. 42. Fig. 7 abgebildete Stück mit der Figur bei 
Agassiz Tab. 25a. üg. 1 vergleichen. 

7. Die Wirbel, Taf. 42. Fig. 10 und 43. Fig. 2, welche bei Strehlen unmittelbar mit den hier be- 
schriebenen Stücken zusammen gefunden worden sind, stehen auch dem Wirbel bei Agassiz Tab. 25 b. sehr nahe. 

Diese Wirbel sind gegen 3 Cm. hoch und kaum halb so lang und besitzen eine wenig vertiefte 
vordere und hintere Fläche, die aus concentrischen Lagen zusammengesetzt ist und nur an ihrer Oberfläche 
zarte, von der Mitte ausstrahlende Linien zeigt. Das Innere besteht aus grob poröser Knochensubstanz, wie 
es sehr gut von Kiprijanoff a. a. OÖ. Tab. X. an Exemplaren aus dem Kursk’schen Sandsteine dargestellt 
worden ist, so dass uns die dort ausgesprochenen Bedenken gegen die Vereinigung solcher Wirbel mit 
Hypsodon Lewesiensis gehoben erscheinen. 

8. Schuppen, die wir auf Hypsodon Lewesiensis zurückführen möchten, zumal es die grössten in 
dem Pläner des Elbthales mit anderen Resten dieses Fisches zusammen vorkommenden Fischschuppen sind, 
Taf. 44. Fig. 14. 

Es sind grosse und dicke, ganzrandige Schuppen von ovalem, schiefovalem, oder fast rhomboidischem 
Umrisse, bei welchen die Anheftestelle dem Hinterrande und bei einigen ebenso etwas dem Öberrande ge- 
nähert ist. Von diesem Befestigungspunkte aus ist die ganze nach vorn und den vorderen Seiten hin aus- 
gebreitete Oberfläche mit feinen, dem blossen Auge unsichtbaren, ausstrahlenden Linien dicht bedeckt, welche 
gleiche Stärke behalten und sich durch Einschiebung neuer Linien ausserordentlich vermehren. 

Durch Zusammentreten derselben mit sehr feinen concentrischen Anwachslinien, welche besonders den 
ganzen hinteren Theil der Schuppe verzieren, haben auch die nach vorn strahlenden Linien eine feinkörnige 
Beschaffenheit erhalten. 

Die hier abgebildete Schuppe erreicht bei 30 Mm. Höhe 25 Mm. grösste Länge, eine andere von 
derselben Höhe nur 19 Mm. Länge. 

Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen, in der Kreide von Lewes in England und in dem 
eisenhaltigen Sandsteine von Kursk. 

Acrogrammatolepis Steinla in litt. 

A. Steinlai Gein. — II. Taf. 45. Fig. 22. 

1868. Geinitz, Foss. Fischschuppen, p. 47. Taf. 2. fig. 23. 

Die kleine, rundliche, flache Schuppe ist 7 Mm. hoch und 6 Mm. lang und ihr Anheftepunkt liegt 
fast in der Mitte. Feine, gleichstarke concentrische Anwachslinien, welche im Allgemeinen dem oberen, vor- 
deren und unteren Rande folgen, bewegen sich in dem mittleren Theile der Schuppe etwas wellenförmig und 
lösen sich in der Nähe des Anheftepunktes zu kleinen Höckern auf, die auch den Anfang des freiliegenden 
Theiles der Schuppe bedecken. Der letztere ist von einer grossen Anzahl fast parallel in horizontaler Rich- 
tung laufender erhöheter Linien bedeckt, welche dem blossen Auge schon sichtbar werden und durch die 
über sie hinweglaufenden Anwachslinien körnig oder selbst spitzhöckerig erscheinen mögen. 

Will man diese, auf der linken Seite der Abbildung befindliche Fläche als die vordere Fläche der 
Schuppe ansehen, so ergibt sich eine Analogie dieser Verzierung mit jener von Hypsodon Lewesiensis, im 
anderen Falle würde diese Fläche dem gezähnten Hinterrande der Ctenoiden-Schuppen entsprechen. 

Zur Zeit liegt davon nur ein einziger Abdruck der Oberfläche vor, der noch theilweise mit Resten 
der Schuppe selbst bedeckt ist. 


Palaeontographica. XX. 2. Abth. 6. 30 


— 224 — 


IV. Ordn. Cycloiden, Kreisschupper. 
1. Fam. Sphyraenoidei Agassiz. 


Cladocyclus Agassiz, 1340. 


Diese Gattung wurde auf Schuppen der Seitenlinie begründet, deren Schleimröhre wie bei Zabrus 
verzweigt ist, wodurch der freie Theil der Schuppe in seiner Mitte vielstrahlig erscheinen soll. (Vgl. Agassiz, 
Poissons foss., V. 1, p. 101. 103. Tab. 25a. fig. 5. 6. — Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 380.) 
II. Taf. 45. fig. Ss. Agassiz, der diese Gattung in die Familie der Sphyraenoiden gestellt hat, unterschied zwei 
Arten aus der Kreideformation, auf deren eine, Cl. Lewesiensis aus der unteren Kreide von Lewes, sich jene 
Abbildungen beziehen. Eine grosse Anzahl von Schuppen aus dem Plänerkalke von Strehlen lässt den Typus 
dieser Schuppen nicht verkennen und es kann sich nur noch darum handeln, ob sie auch speciell mit C\. 
Lewesiensis übereinstimmen, oder nicht vielmehr als Cl. Strehlensis davon zu unterscheiden sind. 

Für die Identität beider Arten würde die grosse Uebereinstimmung der Mehrzahl der organischen 
Ueberreste sprechen, welche die untere weisse Kreide von Kent mit dem Plänerkalke von Strehlen überhaupt 
semein hat; indess muss man vor der Vereinigung dieser, sowohl in Gestalt als Bedeckung anscheinend ver- 
schiedenen Formen zunächst von England noch weitere Unterlagen erwarten. 


Cl. Strehlensis Gein. — I. Taf. 45. Fig. 2—9. 
1822 ? Mantell, Geol. of Sussex. Tab. 34. fig. 6. 
1839—43. Beryx ornatus Gein., Char. Taf. 2. fig. 3c., Nachtrag Taf. 4. fig. 1. 
1845. Cyeloiden-Schuppe, Reuss, Böhm. Kreidef. Taf. 5. fig. 18. 
1848—49. Bery& ornatus Gein., Quad. Deutschl. p. 86 z. Th. 
1868. Cladocyclus Strehlensis Gein., Foss. Fischschuppen (Denkschr. d. Ges. f. Nat.- u. Heilk. in Dresden). p. 43. 
Taf. 2. fig. 24. 25; Taf. 3. fig. 5—18. 20. 21. 22; Taf. 4. fig. 6.7. 

Man hat diese vielgestaltigen Schuppen bisher meist mit jenen von Beryx ornatus verwechselt. Im 
Plänerkalke von Strehlen begegnet man ihnen sehr häufig in allen Grössen zwischen 5 bis 40 Mm, Höhe, 
welche ietztere allermeist wesentlich mehr als die Länge beträgt. 

Die Schuppen von der Seitenlinie, Taf. 45. Fig. 8, sind rundlich-oval und besitzen einen etwas vor 
der Mitte gelegenen Anheftepunkt. Aus dessen unmittelbarer Nähe gehen zwei eng beisammen liegende 
wulstförmige Aeste der Schleimröhre aus, während mehrere der in der Abbildung sichtbaren tiefen Rinnen, 
welche zwischen dem Anheftepunkte und dem hinteren Rande fast keulenförmig enden, noch anderen Zweigen 
der Schleimröhre entsprechen mögen. Als Wülste lassen sich bei einer grösseren Anzahl unserer Schuppen 
nie mehr als zwei Aeste der Schleimröhre unterscheiden, die eine Strecke weit mit einander verwachsen er- 
scheinen. Bei anderen Schuppen dieser Art sieht man ausser dem nach der einen (nach Bronn hinteren) 
Seite laufenden Hauptcanale vom Befestigungspunkte aus 2—3 kürzere oder längere, zuweilen selbst den 
Rand erreichende Rinnen nach der entgegengesetzten Seite gehen, welche mehr oder weniger von einander 
divergiren (Taf. 45. Fig. 7). An einigen jüngeren Schuppen bildet der Schleimcanal nur ein einfaches Rohr 
(Taf. 45. Fig. 6. 7). Die oft zahlreichen nach dem Hinterrande strahlenden Furchen lassen sich, wenn auch 
weit schwächer, auf dem Abdrucke der äusseren Oberfläche als erhöhete ausstrahlende Linien verfolgen, deren 
flache Zwischenräume von sehr zarten concentrischen Anwachslinien dicht bedeckt sind (Taf. 45. Fig. 4. 5. 7). 


— 225 — 


Auf der inneren Fläche der Schuppen (Taf. 45. Fig. 2) sind jene Anwachslinien zu stärkeren An- 
wachsringen zusammengedrängt, wie dies auch bei vielen anderen Fischschuppen der Fall ist. Diese treten 
am deutlichsten auf dem oberen und unteren Theile der Schuppe hervor und verschwinden gänzlich auf 
ihrem vorderen Theile. Der letztere ist dagegen oft mit zahlreichen vertieften Punkten und rundlichen, meist 
geöffneten Tuberkeln versehen, die sich zu ausstrahlenden, oft etwas eingekrümmten Linien anordnen 
(ars, Hie 379). 

Die Schuppen von anderen Theilen des Körpers sind nach der verschiedenen Lage äusserst viel- 
gestaltig. Theils noch fast symmetrisch mit elliptischem oder eirundem Umriss (Fig. 3. 9) sind sie allermeist 
weit höher als lang, theils aber nehmen sie eine unregelmässige Form an (Fig. 5). Die Zahl der am Hinter- 
rande in der Regel auslaufenden Furchen oder linienförmigen Einschnitte und Falten ist sehr veränderlich 
und tritt überhaupt weit mehr auf der inneren als auf der äusseren Fläche hervor. Diese dort abgetrennten 
Falten sind von sehr ungleicher Länge und Breite und weichen selbst in ihrer Richtung sehr von einander ab. 

Die äussere Oberfläche der Schuppen ist im Allgemeinen fast glatt und zeigt meist nur unter einer 
starken Loupe die höchst feine concentrische Linirung, von welcher jedoch ein breites stumpfdreieckiges 
Feld, das zwischen dem Anheftepunkte und dem vorderen Rande der Schuppe liegt, befreit ist. 

Diese fast glatte Beschaffenheit ihrer Oberfläche muss nach dem, was bis jetzt über Oladocyclus 
Lewesiensis bekannt geworden ist, noch als ein Hauptunterschied für unsere Strehlener Art festgehalten werden. 

Vorkommen: Sehr gewöhnlich in dem Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla; seltener im 
Baeulitenmergel der Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke unweit Pirna, sowie im Baculitenmergel von Priesen 
in Böhmen. 


Saurocephalus Harlan, 1824. 


1. S. lanciformis Harlan. — II. Taf. 43. Fig. 10. 
1822. Mantell, Geol. of Suss. p. 227. 228. Taf. 33. fig. 7. 9. 
1833—43. Agassiz, Poiss. foss. V. p. 8. 102. Tab. 25 c. fig. 21—29. 
1850. Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. p. 374. Tab. 30. fig. 21. 21a; Tab. 31. fig. 12; Tab. 34. fig. 11. 
1851—52. Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 381. Taf. 33°. fig. 4. 
Nur ein einziger Zahn liegt uns von Strehlen vor, welcher dieser vielgestaltigen Art angehören mag. 
Bei etwa 8 Mm. Länge und 4 Mm. Breite an der Basis bildet er einen schwach seitwärts und rückwärts 
gebogenen Kegel, dessen Vorderrand scharfkantig ist, und dessen innere und äussere Seite fast gleich stark 
- gewölbt sind. Die Oberfläche ist fein gestreift und mit einzelnen ungleichen Längsfurchen versehen. 
Im Allgemeinen entspricht diese Form am meisten der Abbildung Tab. 31. fig. 12 bei Dixon, 
wiewohl auch eine grosse Aehnlichkeit mit den Zähnen des Leiodon anceps Ow. nicht zu verkennen ist. 
Vorkommen: S$. Ianciformis wird in der oberen Kreide von Lewes und in New Jersey gefunden. 


2.8. ? dispar Hebert. — I. Taf. 43. Fig. 11. 

1856. Hebert, Etudes sur le terrain cretace. I. Fossiles de la craie de Meudon, p. 352. Pl. 27. fig. 5. 

Dieser Art, die sich durch spitzere Zähne von der vorigen unterscheidet, nähert sich am meisten 
ein kleinerer, in dem Kalke von Weinböhla gefundener Zahn von spitz-kegelförmiger Gestalt, mit elliptischem 
Querschnitt, beiderseits gleich stark gewölbt, an der vorderen Seite schwach gekantet und an seiner Öber- 
fläche mit schwachen Längsfalten bedeckt, welche sich nach der Spitze hin verlieren. 

Vorkommen: Im Plänerkalke von Weinböhla und in der oberen Kreide von Meudon bei Paris. 


—_— 226 — 


3.8. ? marginatus Reuss sp. — II. Taf. 43. Fig. 3—8. 
1845—46. Spinax marginatus Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 8. Taf. 4. fig. 10. 11. =» 


1848. Acanthias marginatus Giebel, Fauna d. Vorw. I. 3. p. 301. 
1848—49. Spinax marginatus Gein., Quad. Deutschl. p. 90. 
1550. Saurodon leanus Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. p. 373. Taf. 30. fig. 28. 29. 
? Saurocephalus lanciformis Dixon, ib. p. 375. Taf. XXXIL*. fig. 10. 

1856. Anenchelum ? marginatum Hebert, Etudes sur le terr. eret. p. 350. Pl. 27. fig. 4. 

Die von Reuss als Flossenstachel beschriebenen Zähne haben nicht selten 2 Cm. Länge und an 
ihrer Basis Ss Mm. Breite erreicht, doch kommen auch kleinere und schmälere Exemplare vor. Alle sind von 
der Seite zusammengedrückt, beiderseits gewölbt und schwach S-förmig gebogen, an dem vorderen Rande 
der ganzen Länge nach, an dem Hinterrande nur eine Strecke weit von der Spitze herab, scharfkantig oder 
sehr fein gekerbt, von da an aber unter einer halblanzettförmig vorspringenden Ecke stark gewölbt abfallend. 
Die eine Seite ist regelmässig gewölbt und schärft sich nach dem Vorderrande hin sogar mit einer Hohlkehle 
zu, die andere Seite ist etwas stärker und unregelmässiger gewölbt. Einige Verschiedenheit in diesen 
Zähnen tritt durch die verschiedene Länge des schief abgeschnittenen oberen Theiles an dem einen Rande 
des Zahnes ein, welcher, nach der Abbildung von Dixon, Tab. 32*. fig. 10 zu schliessen, der Hinterrand ist. 
Die Oberfläche der mit einem dünnen, licht-braunen oder gelblichen Email bedeckten Zähne erscheint dem 
blossen Auge glatt und nur unter der Loupe treten an der Basis feine, gedrängt liegende Längslinien hervor. 


Vorkommen: Aus dem Plänerkalke von Strehlen liegen 12 einzelne Zähne vor, Dixon fand sie 
in der oberen Kreide von Charleston bei Woolwich und H&bert in der Kreide von Meudon. 


Fam. Scomberoidei, Makrelen. 

Enchodus Agassiz 1843. 

E. halocyon Ag. — Il. Taf. 41. Fig. 5; Taf. 42. Fig. 9. 

1822. Esox Lewesiensis Mantell, Geol. of Sussex. p. 237. Tab. 25. fig. 13; Tab. 33. fig. 2—4; Tab. 41, fig. 1. 2. 
1833—43. Agassiz, Poiss. foss. V. p. 6. 64. Tab. 25 c. fig. 1—16. 

1889. Odontaspis raphiodon Gein., Char. I. Taf. 1. fig. 5c. (nicht Agassiz). 

1841. A. Römer, Nordd. Kreidegeb. p. 111. 

1845. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 13. Taf. 4. fig. 65. 66? 

Flossenstachel von Spinax Reuss, eb. I. p. 8 z. Th. Taf. 4. fig. 12. 14. 

1848. Giebel, Fauna der Vorwelt. I. 3. p. 74. 

1849. Spinax rotundatus Gein., Quad. Deutschl. p. 90. 

1850. Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. p. 373. 407. Tab. 30. fig. 27; Tab. 31. fig. 11. 
185051. Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 385. Taf 33°. fig. 6. 

1856. Enchodus Lewesiensis Hebert, Ktudes sur le terr. er6t. (Mem. de la Soc. geol. !de France, 2. ser. tome V. 

et VI. p. 350. Pl. 27. fig. 3.) : 
1869. Schlüter in Verh. d. naturw. Ver. d. preuss. Rheinl. u. Westph. 26. Jahrg. Sitzb. p. 210. 
1871. W. Davies, Alph. Cat. of Type Spec. of Foss. Fishes in the British Mus. (Geol. Mag., May 1871.) 


Der sich rasch erweiternde Unterkiefer ist mit ungleichen, meist gekörnten Längsstreifen bedeckt, 
die sich durch Spaltung nach hinten vermehren und von denen namentlich zwei, in der Nähe des Ober- und 
Unterrandes, stärker hervorragen. Das vordere kielartige Ende ist an scinem Unterrande oft mit einigen 
kurzen zahnartigen Fortsätzen versehen (Fig. 10 und bei Dixon, Tab. 30. fig. 27) und trägt an dem vorderen 


— 227 — 


Ende des Zahnrandes zuweilen ein paar kleine kegelförmige Zähne, welche noch vor dem grossen Fangzahne 
stehen. Hinter dem letzteren folgt eine geringe Zahl ähnlicher, doch minder grosser, langer und spitzer 
Zähne, welche entfernt von einander stehen. Ausnahmsweise findet sich auch eine grössere Zahl von kleineren 
Zähnen zwischen den grösseren Zähnen des Unterkiefers ein (Taf. 42. Fig. 9), was bisher noch nicht beob- 
achtet worden zu sein scheint. Dass man diesen Unterkiefer nicht von Enchodus halocyon trennen kann, 
geht aus seiner ganzen übrigen Beschaffenheit hervor. Der grosse Vorderzahn wendet sich mit seiner dicken 
wurzelartigen Verdickung nach vorn hin und streckt sich dann fast gerade pfriemenförmig oder mit einer 
schwachen Biegung nach hinten empor (Fig. 13. 14. 15). Beiderseits scharfkantig, ist er auf beiden gegen- 
über liegenden Flächen etwas ungleichartig gewölbt, so dass man ihn nahe der Basis und in der Nähe des 
einen Randes nicht selten eingebuchtet antrifft (Fig. 19a), wie dies in ähnlicher Weise auch Hebert gut 
darstellt. Reuss hat solche Zähne z. Th. als Flossenstachel unter Spinax beschrieben. An dem unteren 
Theile des Zahnes pflegen feine gerade Längslinien hervorzutreten, welche bald mehr bald weniger deutlich 
sind. Die hinteren Zähne sind niedriger, meist weniger schlank, ebenfalls scharfkantig, bald glatt, bald mit 
Spuren feiner Längsstreifung, ganz den Abbildungen von Agassiz entsprechend. 

Unter den auf Taf. 41 befindlichen Ueberresten entbehren einige Unterkiefer der gekörnelten Strei- 
fung, welche nur an der Oberfläche der Aussenseite hervorzutreten pflegt, ja es lassen die kleinen Unterkiefer 
Fig. 6, 8 und 12 kaum eine Längsstreifung erkennen, so dass man sie nur ganz unsicher zu Enchodus 
halocyon rechnen kann, wovon es allenfalls Jugendzustände sein könnten. Es haben ferner die Zähne des 
Unterkiefers Fig. 9 durch Verstümmelung ihrer Spitzen ein fremdartiges Ansehen erhalten, während Fig. 11 
von dem grossen Vorderzahne nur den unteren Theil als Abdruck andeutet. 

Das Fig. 20 gezeichnete Operculum nähert sich am meisten den Abbildungen von Agassiz Tab. 25. 
fig. 14 und 15. Der auf Taf. 41. Fig. 21 befindliche Knochenwirbel entspricht durch seine lange Form und 
spitz-kegelförmige vordere und hintere Vertiefung, sowie auch durch die auf der linken Seite der Zeichnung 
befindliche wulstförmige Biegung und seine Textur am nächsten den von Agassiz Tab. 25 c. fig. 16 zu 
dieser Art gezogenen Wirbeln. 

Vorkommen: Ueberreste dieses Fisches wurden früher nicht selten in dem Plänerkalke von 
Strehlen gefunden, da sie in grösserer Anzahl mit der Steinla’schen Sammlung in das Dresdener Museum 
gelangt sind, in neuester Zeit hat sich die Ergiebigkeit der Strehlener Brüche in jeder Weise sehr verringert. 
Sie kommen nach Reuss in dem Plänerkalke von Hundorf, seltener in tieferen Schichten bei Kosstitz in 
Böhmen vor, nach Schlüter in dem Kreidemergel von Darup in Westphalen, nach A. Römer in dem von 
Aachen, in der oberen Kreide von Maestricht, nach Hebert in der Kreide von Meudon, Bougival, Notre- 
Dame-du-Thile (Oise), in der Kreide von Lewes in England und nach Aga ssiz in der Kreide am Canal 
von Dellaware an der Einmündung des Potomak in Nordamerika. 


Cycloiden-Flosse. — II. Taf. 41. Fig. 3. 

1843. Geinitz, Char. Nachtr. p. 6. Taf. 4. fig. 3. 

Dicht mit den Zähnen des Enchodus halocyon zusammen sind im Kalke von Strehlen Abdrücke von 
Flossen gefunden worden, von welchen das deutlichste Exemplar hier von neuem abgebildet ist. Dasselbe 
gehört jedenfalls einer der paarigen Flossen des Fisches an, Brust- oder Bauchflossen, die hier durch ein 
grosses, unregelmässig gefurchtes, lanzettförmiges Feld von einander geschieden sind. Während die eine Flosse 
von dem Gesteine verdeckt ist, zeigt der sichtbare Abdruck der anderen Flosse, welche der rechten Seite 


— 223 — 


entstammt, zahlreiche feine und enggegliederte Strahlen, die an dem äusseren Rande jenes lanzettförmigen 
Feldes entspringen und nach dem convexen Unterrande hin sich durch Theilung vermehren. 

Welcher Gattung diese Flossen angehören, lässt sich nicht verbürgen, wiewohl das Zusammenvorkommen 
mit Enchodus halocyon zunächst auf diese Art hinweisen dürfte. 


Fam. Halecoidei, Salmonei, Lachsfische. 

Osmeroides Agassiz, 1834. 

1. ©. Lewesiensis Mant. — II. p. 216. Taf. 43. Fig. 21 (Wirbel); Taf. 45. Fig. 10—14 (Schuppen). 

1822. Salmo Lewesiensis Mantell, Geol. of Sussex. p. 235. Tab. 33. fig. 12; Tab. 34. fig. 1. 3; Tab. 40. fie. 1. 

1833—34. Osmeroides Lewesiensis Agassiz, Poiss. foss. V. 2. p. 14. 105. Tab. 60 b und ce. 

1839. Gein., Char. I. Taf. 2. fig. 5a. b. 

1845—46. Reuss, Böhm. Kreidef. I. p. 12. Taf. 5. fig. 10. 16. 19. 
1846. Gein., Grundr, d. Verstein. p. 124. Taf. 7. fig. 30. 
1848—49. Gein., Quad. Deutschl. p. 84. 
1850. Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex, p. 376. Tab. 33. fig. 4. 
1851—52. Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 377. Taf. 33°. fig. 9. 
1865—68 ? E. d’Eichwald, Lethaea Rossica. I. p. 1198. Pl. 38. fig. 17. 

1868. Gein., Foss. Fischschuppen von Strehlen. p. 40. Taf. 2. fig. 7—16. 

1870. W. A. Ooster in Protozoe helvetica. II. 2. p. 45. Taf. 9. fig. 3. 4. 

1871. W. Davies, Alph. Cat. of Type Spec. of Foss. Fishes in the British Mus. (Geol. Mag., May 1871.) 

a. Die Schuppen sind vierseitig, meist etwas höher als lang, vorn gerade abgeschnitten und wellen- 
förmig gebogen, oder mit flachen von dem Anheftepunkte ausstrahlenden Falten versehen und zwischen 
letzteren mehr oder weniger tief eingeschnitten, hinten flach gerundet und ganzrandig. Der Anheftepunkt 
liegt zwischen der Mitte und dem hinteren Rande. Die ganze äussere Oberfläche ist mit zarten, concen- 
trischen Anwachslinien bedeckt, die innere dagegen feinkörnig rauh (Fig. 11. 13). 

Es treten auch bei diesen Schuppen mancherlei Abänderungen auf, welche auf Grund der schätz- 
baren Untersuchungen M. Steinla’s, die wir in »Fossile Fischschuppen von Strehlen« niedergelegt haben, 
mit den von Steinla dafür angewendeten Namen erläutert worden sind. Die hier auf Taf. 45. Fig. 10 
gegebene Abbildung lässt sich als besonders typische Form für die Art festhalten. 

Bei ihr beginnen die Anwachslinien in der Nähe des Anwachspunktes und verbreiten sich von da 
an bis zu den Rändern, deren Umrissen sie stets folgen. Vorderrand wellenförmig ohne trennende Einschnitte. 
An anderen Schuppen dieser Art sind die nach dem Vorderrande laufenden Mittelfalten oder Strahlen durch 
mehr oder weniger tiefe Einschnitte abgetrennt und die concentrischen Linien haben sich auf diesen aus- 
strahlenden Falten häufig in feine Punktlinien aufgelöst (Fig. 12 und 14). 

b. Wirbel des Osmeroides Lewesiensis, Taf. 43. Fig. 21, sind neben anderen Knochenwirbeln p. 216 
beschrieben worden, andere in Strehlen vorkommende Fischreste können nur mit Unsicherheit zu dieser Art 
gezogen werden. 

Vorkommen: Die Schuppen des Osmeroides Lewesiensis kommen vereinzelt oder in Koprolithen 
mit anderen Fischresten zusammen am häufigsten im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla vor und haben 
meistens 5—7 Mm. Länge und 5—6 Mm. Höhe erreicht. Nur ausnahmsweise wird ihre Länge von der 
Höhe übertroffen. Reuss beschrieb sie mit unzweideutigen Abbildungen aus dem Plänersandsteine von 
Schirzowitz, aus dem untersenonen Baculitenmergel von Priesen und von Hochpetsch in Böhmen. Aus den- 


ae 


selben Schichten kennt man sie auch von Böhmisch-Kamnitz und aus dem Eisenbahneinschnitte zwischen 
Copitz und Lohmen bei Zatzschke in Sachsen. 

Nach W. A. Ooster in den obersten Kreideschichten von Opetengraben am Nordufer des Thuner 
Sees; nach v. Eichwald bei Ossinovo im Gouv. Kharkow. 

In England gehört Osmeroides Lewesiensis besonders der unteren Kreide von Lewes an. 

2. 0. divaricatus Gein. — II. Taf. 45. Fig. 15—19. 

1868. Geinitz, Fossile Fischschuppen von Strehlen. (Denkschr. d. Ges. f. Nat.- u. Heilk. in Dresden.) p. 42. Taf. 2. 

fig. 18-22. 

Die Schuppen haben die Form von jenen des O0. Lewesiensis, die sie jedoch an Grösse und Stärke 
etwas übertreffen. Der Anheftepunkt liegt in der Nähe des flach gerundeten Hinterrandes. Nach vorn ist 
die Schuppe durch lange linienförmige Einschnitte in 2—3 breite fächerförmige Strahlenfelder zerspalten, 
deren Ende gerundet ist, wie bei voriger Art. Die feinen, aber scharf hervortretenden Anwachslinien ent- 
fernen sich nicht weit vom Befestigungspunkte und laufen parallel dem oberen und unteren Rande bis zu 
dem strahligen Theil der Schuppe, welcher von feinen, nach vorn strahlenden und auf jedem der fächer- 
oder fadenartigen Felder divergirenden Linien von gleicher Stärke bedeckt wird. Der hinterste Theil der 
Schuppe erscheint glatt. 

Die innere Fläche der Schuppen lässt ausser einigen stärkeren Anwachsringen in der Nähe des 
oberen, unteren und vorderen Randes eine ähnliche feinkörnige Beschaffenheit auf dem strahligen Theile der 
Schuppe erkennen, wie dies bei O. Lewesiensis der Fall ist. 

Vorkommen: Vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla. 


Cyclolepis Agassizi Gein. — N. Taf. 45. Fig. 20. 21. 

1839. Cycloiden-Schuppe, Gein., Char. I. p. 11. Taf. 2. fig. 2a. 

1849. Aulolepis Reussi Gein., Quad. Deutschl. p. 86 (excel. Synonyme bei Reuss). 

1868. Geinitz, Foss. Fischschuppen von Strehlen. (Denkschr. d. Ges. f. Nat.- u. Heilk. in Dresden.) p. 39. Taf. 2. 

fig. 1. 2. 

Kleine, ganzrandige, rundliche, zarte Schuppen, welche ringsum mit feinen concentrischen Anwachs- 
linien bedeckt sind, die sich um den fast in der Mitte gelegenen Anheftepunkt gruppiren. In der Nähe des 
Randes erheben sich dieselben meist zu drei bis vier oder mehr wellenartigen Wülsten. Die Grösse beträgt 
oft nur 2—3 Mm. und übersteigt selten 5—6 Mm. Durchmesser. 

Wir haben für diese typischen Cycloiden-Schuppen unter den uns bekannten Fischen der Kreide- 
formation bis jetzt noch keine Analogien gefunden, wenn es auch nicht unwahrscheinlich ist, dass sich die- 
selben an die zur Zeit ziemlich unvollkommen bekannten Gattungen Aulolepis und Acrognathus Ag.!) an- 
schliessen lassen. 

Vorkommen: Sie liegen im Plänerkalke von Strehlen oft mit anderen Fischresten in einer Weise 
zusammen, dass man in ihnen unverdauete Reste oder Koprolithen erkennen muss. Ebenso trafen wir sie 
in dem Baculitenmergel bei Zatzsche an. 


1) Agassiz, Poiss. foss. V. 2. p. 108. 109. 
Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 376. Taf. 33°. fig. 13. 


— 230 — 


VIII. Classe. Reptilia. 


I. Ordn. Saurier. 


Plesiosaurus Conybeare, 1824. 
Pl. Bernardi Owen. — I. Taf. 43. Fig. 13—15. 
1850. Owen in Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. p. 399. Tab. 37. fig. 8. 9. 


Lange, kegelförmige Zähne, deren schwach gebogene Krone bei 4 Cm. Länge gegen 14 Mm. Dicke 
an der Basis erreicht, mit einem rundlich-elliptischen Querschnitt, ohne jede Spur eines Kieles. Die Ober- 
fläche wird von vereinzelten Längsfalten durchzogen. 

Neben diesen Zähnen wurden Knochen gefunden, die ihrer Form und Grösse nach füglich zu dieser 
Art gehören können, Fragmente von Rippen bis 6 Cm. lang und 7 Mm. dick, Stücke des Oberarmknochens 
oder Oberschenkelknochens, und vom Becken, indess waren dies immer nur seltene Funde. 

Vorkommen: Im Plänerkalke von Strehlen und Weinböhla, sowie in der Kreide von Lewes und 
Sutheram in Sussex. 

Polyptychodon Owen. 

P. interruptus Owen. — 1. Taf. 43. Fig. 16. 

1850. Owen in Dixon, Geol. a. Foss. of Sussex. p. 378. Tab. 37. fig. 16. 17; Tab. 38. fig. 3. 

1851—52. Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. 395. Taf. 33%. fig. 8. 

Zwar nicht aus dem Elbthale, wohl aber aus cenomanen Schichten von Essen an der Ruhr liegt 
ein Zahn dieses seltenen Crocodiliers vor, der mit den Sammlungen von Dr. A. Sack in das Dresdener 
Museum übergegangen ist und auf den wir die Aufmerksamkeit beiläufig richten möchten. _Diese Art kommt 
in England in dem oberen Grünsande bei Cambridge, in dem Kreidemergel zunächst über demselben und in 
der unteren Kreide von Sussex und Kent vor. Zähne dieser Art kennt man auch aus dem unteren Quader von 
Raspenau bei Friedland in Böhmen. 


II. Ordn. Schildkröten. 
Chelonia Brongn. Seeschildkröte. 


Ch. Carusiana Gein. — Il. Taf. 46. Fig. 1. 2. 
1347. Chelonia sp. Gein. in Sachse’s allg. deutsch. Naturf.-Zeit. I. p- 159. Taf. 1. fig. 2. 
1848—49. Desgl. Gein., Quad. Deutschl. p. 84. 

Dem Andenken von Carl Gustav Carus sollen die Ueberreste des vollkommensten Thieres ge- 
widmet werden, das während der Kreideperiode unser sächsisches Elbthal bewohnt hat. Durch ihn ist zuerst 
die richtige Deutung des kostbaren Fundes erfolgt. Man kennt erst zwei vollständig erhaltene Oberarmbeine 
(humerus), ein rechtes, das in dem paläontologischen Museum in Freiberg bewahrt wird, und ein linkes, » 
welches 1857 mit der Steinla’schen Samminng in das Dresdener Museum gekommen ist. 


— 231 — 


Seine obere Gelenkfläche ist abgerundet und tritt stark hervor. Neben ihr sieht man zwei starke 
Fortsätze, von denen der obere der grösste ist, nach rückwärts aufsteigt und die Gelenkfläche überragt. Er 
wird von der letzteren durch eine tiefe Rinne getrennt. Der untere Fortsatz entwickelt sich mehr auf der 
inneren Seite des Knochens, während er bei der Riesenschildkröte, Chelonia Midas L., seine stärkste Ent- 
wickelung fast unmittelbar unter der Gelenkfläche selbst hat. 

Unsere beiden Abbildungen, die erste vollkommen treu von A. Krantz gezeichnet, die zweite von 
M. Steinla selbst, stellen die wirkliche Grösse dar. Schon daraus ergibt sich, dass man das Thier nicht 
mit Chelone Benstedi Owen!) vereinigen kann, welche mindestens um das Dreifache der Grösse davon über- 
troffen wird. 


IX. Classe Pflanzen. 


l. Fam. Algae. 

Chondrites Sternb., 1833. 

1. Ch. fureillatus A. Röm. — I. p. 304. Taf. 67. Fig. 7, II. Taf. 46. Fig. 5. 

2. Ch. Mantelli A. Röm. — II. Taf. 46. Fig. 6. 7. 

1841. Sphaerococeites Mantellii A. Römer, Nordd. Kreideg. p. 1. Taf. 1. fig. 2. 

1849. Gein., Quad. Deutschl. p. 266. 

Ihre flachgedrückten, linealischen Aeste, die in eine kurze Spitze auszulaufen pflegen, verzweigen 
sich unter spitzwinkeligen Gabelungen. Es liegt kein Grund vor, diese Art in eine andere Gattung zu stellen 
als die vorige, von welcher sie sich hauptsächlich durch ihre breiteren, meist etwas gebogenen Zweige 


unterscheidet. 
Vorkommen: Vereinzelt im Plänerkalke von Strehlen. 


Cylindrites Göppert, 1841. 
Die Gattung umfasst zum Theil Seeschwämme aus der Ordnung der Halisareinae O. Schmidt oder 
Hornschwämme, theils wirkliche Meeresalgen. 


Zu den ersteren gehört jedenfalls: 
Cylindrites spongioides Göppert'), welche Art mit Spongia Saxonica Gein.”) identisch ist, zu den 


Meeresalgen aber: 


1) Ausser der Kreide von England wurde Chelone Benstedi Owen auch in dem Plänerkalke von Patek in Böhmen 
und in der Kreide von Hellemmes bei Lille aufgefunden in einer dem Pläner von Strehlen ganz entsprechenden Stufe, die man 
in Frankreich als Zone des Miecraster cor testudinarium zu bezeichnen pflegt. Vel. Reuss, Paläontolog. Miscellen (Denkschr. 
d. k. Ak. d. Wiss. in Wien. Bd. X. p. 78. Taf. 2) und Gosselet, Hallez, Chellonneix und Ortlieb, G£ol. et Pal. de 
la craie de Lezennes. Lille 1869. p. 13. avec Pl. 

2) Göppert, Flora des Quadersandsteines von Schlesien in Act. Ac. ©. Leop. Car. Vol. XIX. P. II. p. 115. Tab. 46. 
fie. 1-5; Tab. 48. fig. 1. 2. 

®) Elbthalgebirge. I. p. 21. Taf. 1. fig. 1—6. 

Palaeontographica. XX. 2. Abth. 6. > 31 


— 232 — 


Cylindrites daedaleus Göppert, Flora des Quadersandsteines von Schlesien 1. c. p. 116. Tab. 49. 

Das von Göppert abgebildete Exemplar soll dem Quadersandsteine in der Gegend von Schandau 
entstammen, wofür auch das Vorkommen ganz ähnlicher Formen in den Sandsteinbrüchen am Fusse des 
Liliensteins, von Postelwitz und von Schöna gegenüber von Herniskretschen spricht. Hier kommt Oylindrites 
daedaleus mit Spongia Saxonica zusammen namentlich in mittleren Sandsteinschichten vor, welche die Grenze 
zwischen Mittel- und Oberquader zu bilden scheinen. Auch im oberen Qum. v. Tanneberg, Böhmen. 

Sie unterscheiden sich von Spongia Saxonica durch ihre spitzwinkelige Gabelung und meist nur 
kurzen, nicht selten etwas rückwärts gebogenen Aeste, welche etwa von der Stärke und Grösse eines mensch- 
lichen Fingers in eine stumpfe Spitze auslaufen, hauptsächlich aber auch dadurch, dass ihr verzweigter 
Stengel stets zusammengedrückt ist, was bei Spongia Saxonica in der Regel nicht der Fall ist. 

Die grubige Beschaffenheit der Oberfläche macht es nicht unwahrscheinlich, dass diese Alge sich 
generell an Phymatoderma Brongniart!) anschliesst, zu welcher Gattung Algacites granulatus Schlotheim, 
Petref. Nachtr. Taf. 5. fig. 1, aus dem Liasschiefer gehört. 


2. Fam. COycadeae. 

Cycadeites ? Wohlfahrti v. Otto sp. — II. Taf. 4b. Fig. 3a. b. 

1854. Arundinites Wohlfahrti v. Otto, Additamente zur Flora des Quadergebirges. II. p. 27. Taf. 4. fig. 2; Taf. 7. fig. 1—5. 

Die von E. v. Otto bei den Gramineen untergebrachten Stammtheile aus dem unteren Quadersand- 
steine von Paulshain bei Dippoldiswalda lassen ernste Zweifel über ihre richtige Stellung aufkommen, da von 
einer regelmässigen Gliederung des Stengels dort nichts zu entdecken ist. An seine Abbildungen Taf. 7 
fig. 1 und 4 namentlich schliesst sich das hier abgebildete Fossil an, welches Herr Med. pract. Wohlfahrt 
in Dippoldiswalda gleichfalls bei Paulshain entdeckt hat. 

Dasselbe lässt sich vielleicht auf den Blüthenkolben einer Cycadee zurückführen und zeigt mit dem 
der lebenden Cycas revoluta manche Aehnlichkeit. Dies gilt unbedenklich für seinen oberen Theil, an welchem 
nach zwei gegenüberliegenden Seiten hin enganliegende, nach oben sich erweiternde Abzweigungen divergiren, 
deren untere deutlich, die obersten nur undeutlich von der zusammengedrückten Axe geschieden sind. Für 
die Länge derselben haben wir keinen sicheren Anhaltepunkt, da ihr oberes Ende verbrochen ist. 

An dem unteren Theile dieser Versteinerung wird es dagegen wahrscheinlicher, dass wir mit einem 
Pflanzenreste zu thun haben, dessen Verzweigungen des Stengels alterniren, wie dies die Seitenansicht des 
Stückes Taf. 46. Fig. 3b. angibt, doch ist es nicht unmöglich, dass diese Stellung nur eine scheinbar alter- 
nirende, d. h. durch einen zufälligen Druck herbeigeführte ist, zumal die unteren Seitenfortsätze in derselben 
Richtung zusammengedrückt sind wie die oberen. 

Weitere Structur ist an dem in einen mittelkörnigen glimmerreichen Sandstein umgewandelten Fossil 
nicht zu bemerken. 

3. Fam. Ooniferae, Zapfenbäume, Nadelhölzer. 

Cunninghamites Presl, 1838. 

C. Mantelli Gein., 1850. 


1822 ? Pinus-Nadeln Mantell, Geol. of Sussex. p. 157. Tab. 9. fig. 2. 12. 
1850. Gein., Quad. Deutschl. p. 274. 


’) 1869. Phymatoderma liasicum Schimper, Traite de Pal&ontologie vegetale. I. p. 161. Tab. 2. fig. 7. 


— 233 — 


Blätter linealisch, lang und schmal, bei 3 Cm. Länge gegen 2 Mm. breit, an der Basis kaum ver- 
engt, von mehreren parallelen Nerven durchzogen. 

Vorkommen: Gruppenweise im Plänerkalke von Strehlen zusammenliegend, sowie bei Oppeln in 
Oberschlesien und in der oberen Kreide von Lewes in Brighton. 

Sequoia Endlicher, 1847. 

S. Reichenbachi Gein. sp. — I. p. 306. Taf. 67. Fig. 6. 

Ausser den beblätterten Zweigen kommen im Plänerkalke oder anderen turonen Schichten des Elb- 
thales nicht selten stengel- oder wurzelartige Reste vor, die man vielleicht auf Wurzeln dieser sehr ver- 
breiteten Conifere zurückführen kann. Bei 0,5—2 Cm. Breite zeigen diese immer flachgedrückten Körper 
bald unregelmässige, gebogene Längslinien, bald sind sie mit Querlinien oder Furchen bedeckt. 

Nachdem sie schon in Gein. Char. Taf. 24 fig. 7. 8 abgebildet worden sind, können wir von neuen 
Abbildungen dieser nur unsicher bestimmbaren Reste hier absehen; dasselbe gilt für jene mannichfach ge- 
formten Treibholzstücken, die auch in dem Mittel- und Oberquader zu sogenannten oblongen Höhlungen 
Veranlassung gaben, welche erfüllt sind mit bröckeliger bituminöser Pechkohle, an ihren Wandungen nicht 
selten eine netzförmige Aderung zeigen und theilweise noch kugelige oder keulenförmige Bohrlochausfüllungen 
von Bohrmuscheln enthalten. — Die von Ernst v. Otto beschriebenen Pflanzen vgl. I. S. 309. 


Nachträge. 
Classe Spongiae. Schwämme. — II. S. 4. 


Cliona Grant u. Hancock. (Vioia Nardo, Entobia Bronn.) 
1. Cl. Conybearei Bronn sp. — 1I. Taf. 36. Fig. 6. 7. 


1808. Parkinson, Organic Remains, II, p. 75. 76. Pl. 8. fig. 8. 10. 

1822. Parasitic bodies Mantell, Geol. of Sussex, p. 218. Tab. 27. fig. 7. 

1838. Entobia Bronn, Leth. geogn. II. p. 691, Taf. 34. fig. 12. 

1848. Entobia Conybearei Bronn, Index palaeontologicus, p. 462. 

1851. Clionites Con. Morris, Ann. ä. Mag. of Nat. Hist. Vol. 8. Pl. 4. fig. 8—10. 

1851—52. Cliona Conybearei Bronn, Leth. geogn. 3. Aufl. V. p. 79. Taf. XXVIIM!. fig. 15. 

Man hat diese parasitischen Körper, welche nach Hancock’s Untersuchungen zu den Schwämmen 
gehören, in der englischen Kreide wiederholt in den Schalen von Inoceramus oder Belemnitella mueronata 
aufgefunden, die hier abgebildeten Exemplare sind in der Schale eines Nautilus sublaevigatus d’Orb. ein- 
gebettet. Man unterscheidet daran eine grosse Anzahl vieleckiger, an Kanten und Ecken abgerundeter Kam- 
mern, von 3—5 Mm. Grösse, deren niedrige Seitenwände hier und da durch feine röhrenförmige Verbindungs- 
canäle mit benachbarten Kammern in Verbindung treten, während mehrere lange fadenförmige und gabelnde 
Ausläufer, an der rechten Seite der Abbildung, die hier und da noch zu länglichen Zellen anschwellen, dem 
. äusseren Rande des ganzen Schwammes entsprechen und mit den Arten der nahe verwandten Gattung 
Talpina v. Hagenow, namentlich 7. ramosa und T. solitaria!) analog werden. 


!) v. Hagenow im Jahrb, f. Min. 1840. p. 671; Morris a. a. O. Vol. 8. Pl. 4, 


— 234 — 


Die Oberfläche der verschiedenen Zellen ist unregelmässig fein granulirt, was in der vergrösserten 
Darstellung Taf. 36. Fig. 7 nicht genügend hervorgehoben worden ist, und mit mehreren grösseren rund- 
lichen Höckern oder Mündungen bedeckt, welche letzteren wohl nur durch Abreibung von hohlen Tuberkeln 
entstanden sind, die sich an der Seite der Zellen zu jenen röhrenförmigen Verbindungscanälen gestalten. 
Man wird durch die letzteren einigermaassen an Pleurodictyum problematicum Goldf. erinnert, von welchem 
King, 1856. Ann. a. Mag. of Nat. Hist. S. 2. Vol. 17. Pl. X. gute Abbildungen veröffentlicht hat, worin 
man die Ausfüllungsmasse der Seitencanäle benachbarter Zellen dieses Polypen sehr deutlich erkennt. 

Vorkommen: Selten im mittleren oder oberen Quadersandsteine der Schlemmschuhbrüche bei 
Königstein auf Steinkernen der Zima canalifera Goldf., im oberturonen Plänerkalke von Strehlen, in der Schale 
von Inoceramen und Belemniten, sowie in der oberen Kreide von Norwich, Northfleet in Kent etc. 

Spongia L. 

Sp. talpinoides Gein. — I. Taf. 46. Fig. 4. 

Es kommen in dem Plänerkalke von Strehlen nicht selten Chondrites-artige Reste vor, die wie 
Talpina v. Hagenow’s sich in der Schale von Ammoniten, Baculiten, Inoceramen etc. in einer Weise fest- 
gesetzt haben, dass sie sich in dieselbe auf irgend welche Weise nur eingedrängt haben können. Das hier 
abgebildete Exemplar ist an die Schale eines Inoceramus Brongniarti gebunden. Es bildet flach gewölbte, 
unter spitzen Winkeln gabelnde, linealische Verzweigungen, welche etwas gebogen sind und mit einer 
stumpfen Spitze enden. Ihre rauhe Oberfläche erinnert ganz an die Textur gewisser Seeschwämme, na- 
mentlich auch der Spongia Saxonica Gein. (vgl. I. p. 21) aus der Ordnung der Halisarcinae oder Horn- 
schwämme, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch diese parasitischen Körper, wie O’liona, zu den 
Meeresschwämmen gehören. Sie lassen niemals Spuren organischer Substanz, wie graue von Kohlenstoff 
herrührende Färbung, wahrnehmen, was bei Fucoiden-Resten des Pläners allermeist der Fall ist, und unter- 
scheiden sich von den letzteren namentlich durch die rauhe Beschaffenheit ihrer ganzen Oberfläche. 


Classe Pisces. Fische. 


Nach Cyclolepis Agassizi am Ende der Seite 229 ist einzuschalten: 

Aspidolepis Steinla in litt. i 

A. Steinlai Gein. — I. Taf. 44. Fig. 5—7. 

1868. Gein., Fischschuppen von Strehlen, p. 40. Taf. 2. fig. 3—6. 

Die dünne, ganzrandige Schuppe gleicht einem Wappenschilde, indem der vordere, fast geradlinige 
Rand an den oberen und unteren Rand ziemlich rechtwinkelig angrenzt, während der hintere, freie Rand der 
Schuppe gerundet oder stumpfwinkelig ist. Der Anheftepunkt liegt in der Mitte. Die höchst feinen An- 
wachslinien, welche die ganze äussere Oberfläche bedecken, richten sich, sowohl von hinten als auch von vorn 
aus, mehr dem oberen und unteren Rande zu. Auf der inneren Fläche der Schuppen nimmt man nur regel- 
mässige concentrische Anwachsringe wahr, welche nach der Mitte hin undeutlich werden. 

Diese Schuppen werden meistens nur 4—5 Mm. gross, sowohl ihrer Länge als Höhe nach, zuweilen 
wohl auch etwas höher als lang, oder länger als hoch. Sie kommen vereinzelt im Plänerkalk von Strehlen vor. 


Zur Geologie des Elbthales. 


Nachdem in den vorstehenden Blättern sämmtliche bis jetzt aufgefundene und bestimmbare organische 
Ueberreste unserer Quader- und Plänerablagerungen untersucht worden sind, kehren wir noch einmal zu der 
Altersfrage des oberen Quadersandsteines in dem sächsischen Elbthale zurück. 

Die darin nachgewiesene Fauna ist leider trotz seiner bedeutenden Mächtigkeit zwischen Pirna und 
Schandau verhältnissmässig sehr arm und beschränkt sich in diesem Landstriche auf kaum 30 Arten. Unter 
diesen werden sieben: Spongia Saxonica Gein., Catopygus Albensis Gein., Exogyra Columba Lam., Peecten 
membranaceus Nilss., Peeten curvatus Gein., Gastrochaena Amphisbaena Goldf. sp. und Natica lamellosa Sow., 
schon in dem unteren cenomanen Quadersandsteine gefunden und gehen durch die verschiedenen jüngeren 
Etagen bis in den oberen Quadersandstein und zum Theil selbst in die Baculitenmergel von Zatzschke hinauf; 
eine Art, die schon in dem cenomanen Pläner von Plauen nachgewiesen wurde und in dem Plänerkalke von 
Strehlen häufiger wird, Cyprina quadrata d’Orb. zeigt ihre grösste Entfaltung in dem oberen Quadersand- 
steine der alten Posta bei Wehlen; sechs Arten des oberen Quadersandsteines nehmen ihren Ausgang von dem 
unterturonen Mittelquader aus: Zhynchonella plicatiis (= octoplicata) Sow. sp., Lima canalifera Goldf., . 
Inoceramus Oripsi Mant., Pinna cretacea Schl. (= P. quadrangularis Goldf.), Panopaea regularis d’Orb. 
und Ammonites peramplus Sow.; vier andere wurden zuerst in dem Plänerkalke gefunden: Cidaris subvesicu- 
losa d’Orb., Holaster planus Mant. sp., Inoceramus Brongniarti Sow. und Arca subglabra d’Orb., die übrigen 
zeigen sich im oberen Quadersandsteine zum ersten Male. Unter ihnen sind hervorzuheben: Cyclobacia 
F'romenteli Bölsche, Cardiaster Ananchytis Leske sp., Hemiaster sublacunosus Gein., Stellaster Schulzei Cotta 
und Reich, Stellaster Albensis Gein., Vola quadricostata (= Pecten quadricostatus) Sow., Inoceramus Lamarcki 
Park., eine zu Trigonia aliformis Park. oder Tr. limbata d’Orb. gehörende Form und Pholadomya noduli- 
fera Mün. 

Mehrere der zuletzt genannten Arten gehören bekanntlich zu den charakteristischen Formen der 
untersenonen Schichten am Salzberge bei Quedlinburg u. a. O., die man als Zone der Belemnitella quadrata 
zu bezeichnen pflegt, andere in dieser Zone vorherrschende Arten, wie Panopaea Gurgitis Brongn., Phola- 
domya aegquiwalvis Goldf. (= Ph. caudata A. Röm.), Pholadomya designata Goldf. sp. und Anatina lanceolat 
Gein. haben sich wenigstens im oberen Quader der Oberlausitz oder der angrenzenden böhmischen Fundorte, 
wie Kreibitz und Tanneberg an der böhmischen Nordbahn nachweisen lassen. 

Die neuen wichtigen Aufschlüsse in unserem Quadergebirge, welche seit einem Jahre in den Eisen- 
bahneinschnitten bei Zatzschke zwischen Copitz und Lohmen unweit Pirna gemacht worden sind (II. p. 197), 
üben auch für die Beurtheilung der Stellung des oberen Quadersandsteines einen besonderen Einfluss aus. Es 
hat sich bei den Arbeiten in diesen Einschnitten mit Bestimmtheit herausgestellt, dass die dort aufgeschlossenen 
thonigen Mergel, welche die Fauna der senonen Baculitenmergel von Priesen und Luschitz, sowie am Marter- 
berge bei Passau enthalten, dem oberen Quadersandsteine von Pirna aufgelagert und in dessen Buchten 
eingelagert sind, nicht aber als trennende Schicht in dem Quadersandstene des Liebethaler Grundes, welcher 
die Fortsetzung von jenem bei Copitz ist, fortsetzen. Doch findet man diesen Mergel als thonreiches Gestein 
auf der Höhe des oberen Quadersandsteines unmittelbar über der Ziegelei bei Wehlen noch von einigen 


— 236 — 


schwächeren Bänken des oberen Quadersandsteines überlagert und hier wurden durch Herrn G. Kirsten 
auch sieben Arten Foraminiferen gesammelt, welche von Reuss (II. p. 73 u. £.) beschrieben worden sind. 

Es lassen sich die Baculitenmergel bei Zatzschke, in welchen Inoceramus latus Mant. die gemeinste 
Versteinerung ist und worin Scaphites awritus Schlönb., Hemiaster Regulusanus d’Orb. und viele andere 
senone Formen gefunden werden (vgl. II. p. 197 u. 198), nicht mehr als Fortsetzung jener thonigen Mergel 
ansprechen, welche im Elbthale selbst namentlich bei Ober-Vogelgesang im Niveau der Eisenbahn durchschnitten 
worden sind. Der früher vermuthete Zusammenhang dieser Schichten mit jenen bei Zatzschke, wo sie zum 
Theil bis in den Wesenitzgrund herabsteigen, würde sich nur durch eine grosse Verwerfung der Schichten 
erklären, die längs des Elbthales vorhanden sein müsste, für welche Annahme kein rationeller Grund vor- 
liest; es schliessen sich vielmehr die bei Pirna, Ober-Vogelgesang und im Gottleubethale auftretenden Pläner- 
mergel unmittelbar an den oberturonen Pläner (mit Cottaer Grünsand und Strehlener Plänerkalk) an, 
welcher den unterturonen Mittel-Quader und Mittel-Pläner mit Inoceramus labiatus von dem oberen 
Quadersandsteine mit Inoceramus Brongniarti trennt. Sie gehören jener Kette von Plänerbildungen an, die 
fast ununterbrochen von Gauernitz unweit Meissen bis in die Gegend von Pirna, wo sie zuerst den oberen 
Quadersandstein unterlagert, an dem linken Elbufer fortsetzt und im Gebiete der sächsischen Schweiz, wie 
im Brunnen der Festung Königstein, bei Königsbrunn im Hüttengrunde und zuletzt noch am Fusse des hohen 
Schneeberges in Böhmen unter dem oberen Quadersandsteine zum Vorschein kommt (vgl. I. p. II.—VII.). 

Der aus Gümbel’s schätzbaren Mittheilungen und I. p. 15—17 als Copitzer oder Cottaer 
Grünsand bekannt gewordene glaukonitische Sandstein an der Basis des Plänerkalkes oder dessen Ver- 
treters im Gottleubethale bei Kritschwitz u. a. ©. kann nach seinem ausgezeichneten Vorkommen an der 
Ziegelei bei Gross-Cotta und in den Umgebungen dieses Dorfes füglich nur »Cottaer Grünsand« genannt 
werden, nicht aber »Copitzer Grünsand«, da die unbedeutenden glaukonitführenden Schichten bei Copitz dem 
vorher beschriebenen Baculitenmergel angehören und auf dem oberen Quadersandsteine liegen, oder wie jene 
thonigen Schichten bei Wehlen zwischen den obersten Schichten desselben eingelagert sind. 

Der Plänerkalk von Strehlen und sein Aequivalent in England, der Grey Chalk marl, bildet als 
Zone des Spondylus spinosus und des Micraster cor testudinarium einen ganz ausgezeichneten Horizont in 
der Reihe cretacischer Ablagerungen, womit die oberturone Etage am besten ihren Abschluss erhält. 

Unmittelbar darüber lagert an vielen Orten, wie an dem Salzberge bei Quedlinburg, das untere 
Senon mit seiner eigenthümlichen Fauna, von welcher, wie vorher gezeigt wurde, wenigstens ein Theil 
auch im oberen Quadersandsteine des Elbthales nachgewiesen worden ist. Man darf ihn daher mit Fug und 
Recht als untersenon bezeichnen, und zwar parallel der Zone der Belemnitella quadrat«, wenn auch 
dieses Fossil selbst bis jetzt noch nicht in ihm entdeckt worden ist. 

Wir haben in neuester Zeit noch keine Gelegenheit gefunden, den Quadergebilden der Ober- 
lausitz die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen. Dieser Mangel ist jedoch im Wesentlichen 
ausgeglichen durch eine sorgfältige Arbeit des Herrn E. Danzig über »Das Quadergebirge südlich von 
Zittau«, die in den Sitzungsberichten der Gesellschaft »Isis in Dresden« 1874, p. 8—21, mit Profilen, er- 
schienen ist. 


Index generum et specierum. 


(Die in dem zweiten Theile beschriebenen Arten sind auch hier mit Cursivschrift, die Synonyme und nur beiläufig genannten Arten in 


Acanthias major Gieb. 211. 
A. marginatus Gieb. 226. 
Achilleum globosum Hag. 4. 
Acmaea auct. 167. 

A. laevis Gein. 167. 

A. orbis Rss. 168. 

Acrodus Ag. 212. 

A. affinis Rss. 212. 

A. Illingworthi Dix. 212. 

A. polydictyos Rss. 212. 
Acrognathus Ag. 229. 
Acrogrammatolepis Steinla, 223. 
4A. Steinlai Gein. 223. 
Actaeon Montf. 176. 

4A. ovum Duj. 176. 
Actaeonidae 176. 
Actinocamax verus Saem. 180. 
Aleyonium chonoides Mant. 3. 
Alopeciae 215. 

Amia Lewesiensis Mant. 218. 
Ammodiscus Rss. 118. 
Ammonites Brug. 184. 

. Austeni Sharpe, 186. 

. bicurvatus Mich. 188. 
Blagdenensis Schlüt. 192. 
Cottae Röm. 191. 
Decheni Gein. 189. 
falcatus Gein. 185. 

. Gollevillensis d’Orb. 190. 
Hernensis Schlüt. 186. 
Hippocastanum Sow. 185. 


Lewesiensis Sow. 187. 190. 
Lewesiensis Gein. 189. 
Mayorianus d’Orb. 187. 
Neptuni Gein. 185. 

. noricus Gein. 186. 

. Orbignyanus Gein. 188. 

. peramplus Mant. 189. 


BEPbPPPhPbbppp>—hi 


. leptophyllus Sharpe. 187. 190. 


gewöhnlicher Schrift gedruckt.) 


. planulatus Sow. 186. 

. Prosperianus d’Orb. 189. 
. Requienianus d’Orb. 188. 
. Rhotomagensis Defr.. 184. 
Rothomagensis Rss. 184. 
splendens Gein. 186. 
subplanulatus Schlüt. 187. 
. syrtalis Mort. 188. 

. syrtalis Schlüt. 188. 

. Vaju Stol. 189. 

. Vibrayeanus Gein. 188. 

. Woollgari Mant. 184. 
Amorphospongia d’Orb. 4. 

A. angustata d’Orb. 1. 

4A. globosa Hag. 4. 

A. ramea A. Röm. 1. 
Ananchytes ovata Gein. 9. 
Anatina Lam. 68. 

A. lanceolata Gein. 68. 
Anatinidae 68. 

Ancyloceras ellipticus d’Orb. 194. 
Anenchelum marginatum Heb. 226. 
Annulata 200. 

Anomalina d’Orb. 113. 
Anomia L. 30. 

A. subtruncata d’Orb. 30. 

A. truncata Gein. 30. 
Antedon Sars. 18. 

4. Fischeri Gein. 18. 


Bb>bbbhb>bhbbp 


Anthophyllum cylindraceum Rss. 5. 


Apiocrinites ellipticus Schl. 18. 
Aptychus 199. 

4A. cretaceus Mün. 192. 

A. complanatus Gein. 192. 

A. ? modiolaeformis Gein. 199. 
Arca L. 55. 

A. Geinitzi Rss. 55. 

A. glabra Goldf. 56. 

A. Matheroniana d’Orb. 56. 


A. radiata Gein. 55. 

A. Ringmerensis Gein. 61. 

A. Roemeri Gein. 61. 

A. Strehlensis Gein. 56. 

4A. subglabra d’Orb. 56. 
Arcacidae 55. 

Arcopagia Leach. 67. 

A. concentrica Rss. 67. 
Armfüsser 23. 

Arundinites Wohlfahrti v. Otto. 232. 
Aspidolepis Steinlai Gein. 234. 
Aspidostraca 204. 

Astacus Leachii Mant. 205. 
Asterias quinqueloba Goldf. 17. 
A. Schulzii A. Röm. 15. 
Asterigerina d’Orb. 111. 
Asteroidea 15. 

Astrogonium Coombii Forb. 17. 
Ataxophragmium Rss. 124. 

A. variabile d’Orb. 124. 
Aulolepis Ag. 229. 

A. Reussi Gein. 229. 

Auricula incrassata Gein. 177. 178. 
A. ovum A. Röm. 176. 

Austern 29. 

Avellana d’Orb. 177. 

A. Archiaciana d’Orb. 177. 

A. cassis d’Orb. 177. 

4. seulptilis Stol. 178. 

Avicula Klein. 53. 

A. glabra Rss. 53. 

Aviculidae 53. 

Baculites Lam. 195. 

. anceps Gein. 195. 

. baculoides Mant. 195. 

. Faujasi Rss. 196. 

. Faujasi var. bohemica Fr. 196. 
. obliquatus Sow. 195. 

. rotundus Rss. 196. 


je oe «Mose or ee) 


Bairdia M'’Coy. 139. 

B. angusta Jon. 150. 

B. arcuata Mün. 141. 142. 153. 
B. faba Rss. 141. 

B. Harrisiana Jon. 141. 

B. modesta Rss. 142. 

B. perforata Bosgq. 149. 

B. siliqua Jon. 141. 

B. subdeltoidea Mün. sp. 140. 153. 
Beilfüsser 29. 

Belemnitella d’Orb. 180. 

B. plena Blainv. 180. 181. 

B. vera d’Orb. 180. 
Belemnitenschnabel 203. 
Belemnites lanceolatus Sow. 180. 
B. minimus Gein. 180. 

B. mucronatus Gein. 180. 

B. plenus Blainv. 180. 


B. Strehlensis Fritsch & Schlönb. 180. 


B. subquadratus Gein. 180. 
Berenicea Lamx. 131. 

B. comata Rss. 132. 

B. conferta Rss. 131. 

B. grandis d’Orb. 131. 
Beryx Cuv. 220. 

B. Lewesiensis Br. 221. 

B. ornatus Ag. 217. 220. 221. 
B. ornatus Auct. 224. 
Bigenerina d’Orb. 122. 
Bivalven 29. 

Bolivina d’Orb. 109. 

B. tegulata Rss. 109. 
Bourqueticrinus elliptieus Rss. 18. 
Brachiopoda 23. 

Bryozoen 127. 

Buceinum turritum A. Röm. 169. 
Bulimina d’Orb. 108. 

B. intermedia Rss. 108. 

B. Murchisoniana d’Orb. 108. 
B. variabilis d’Orb. 124. 
Bullidae 178. 

Calcarina d’Orb. 115. 
Cancellaria Lam. 175. 

C. Thiemeana Gein. 175. 
Cancellarüdre 175. 
Cardiaster Forb. 10. 

C. Ananchytis Leske sp. 10. 
C. granulosus Schlüt. 10. 
Cardiüdae 63. 

Cardita Brug. 60. 

C. Cottaldina d’Orb. 60. 

C. corrugata Rss. 60. 

C. Geinitzii d’Orb. 60, 


— 233 — 


C. Goldfussi Müll. 71. 

C. parvula Gein. 60. 

C. semistriata A. Röm. 64. 

C. tenwicosta Sow. sp. 60. 
Carditidae 60. 

Cardium L. 64. 

. alutaceum Goldt. 65. 

. bipartitum d’Orb. 64. 

. cenomanense d’Orb. 65. 

. deforme Gein. 64. 

. tuberculiferum A. Röm. 65. 
. tubuliferum Goldf. 65. 
Carpenteria Gray. 111. 
Caryophyllia centralis Phill. 4. 
©. cylindrica Rss. sp. 5. 
Cassidulidea 9. 

Cassis avellana Brongn. 177. 
Catillus Cuvieri Al. Brongn. 43. 48. 
C. Lamarcki Al. Brongn. 50. 
C. Schlotheimi Nilss. 46. 
Catopygus Ag. 9. 

C. Albensis Gein. 9. 

Cavea elongata d’Orb. 137. 
Cellepora diseiformis Mün. 132. 
Ceriopora Goldf. 136. 

C. incrustans Rss. 136. 

C. nana Rss. 136. 

C. substellata d’Orb. 136. 
Cephalopoda 180. 

Cerithiidae 175. 

Cerithium Adans. 175. 

C. binodosum A. Röm. 176. 

. clathratum A. Röm. 175. 

. fasciatum Rss. 175. 

. Luschitzianum Gein. 175. 176. 
. pseudoclathratum d’Orb. 175. 
. reticulatum A. Röm. 173. 

. subfasciatum d’Orb. 175. 

. trimonile Rss. 176. 

Chagrin von Placoiden. 212. 
Chelone Benstedi Ow. 231. 
Chelonia Brongn. 230. 

Ch. Carusiana Gein. 230., 
Chenopus Buchi Mün. 171. 
Chimaera L. 206. 

Ch. Agassizi Buckl. 206. 

Ch. Mantelli Buckl. 206. 
Chondrites Sternb. 231. 

Ch. fureillatus A. Röm. 231. 
Ch. Mantelli A. Röm. sp. 231. 
Chrysaora pulchella Röm. 137. 
Cidaridea 6. 

Cidaris Kl. 6. 


aaa n 


MINE 


. armata Rss. 6. 

. papillata Mant. 6. 

. papillata Gein. 7. 

’, Reussi Gein. 7. 

". subvesiculosa d’Orb. 6. 

. vesiculosa Forb. 6. 
Cidarites granulosus Goldf. 8. 
C. variolaris Goldf. 8. 
Cirripedia 202. 

Cirrus perspectivus Mant. 166. 
Citharina d’Orb. 90. 
Oladocyclus Ag. 224. 

C. Lewesiensis Ag. 224. 

C. Strehlensis Gein. 224. 
Clausa d’Orb. 137. 

C. Franequana d’Orb. 137. 
Clavulina d’Orb. 122. 
Clidostomum Ehrb. 109. 
Cliona Grant, 233. 

Cl. Conybearei Br. 233. 
Clionites — Cliona. 

Clytia Leachii Rss. 205. 
Coeloptychium acaule Goldf. 214. 
Conchiferen 29. 

Coniferae 232. 

Conus eylindraceus Gein. 178. 
Corax Ag. 210. 

C. affinis Mün. 210. 

C. appendiculatus Ag. 210. 
C. falcatus Ag. 210. 

C. heterodon Rss. 210. 217. 
C. obliquus Rss. 211. 

©. pristodontus Ag. 211. 
Corbis rotundata d’Orb. 61. 
Corbula Brug. 67. 

C. caudata Nilss. 67. 

C. lanceolata Gein. 68. 
Corbulidae 68. 

Cornuspira Schultze, 117. 

C. cretacea Rss. 117. 
Coseinopora Zippei d’Orb. 1. 
Crania Retz. 28. 

C. barbata Hag. 28. 

C. Ignabergensis Schlönb. 28. 
Craniadae 28. 

Crassatella Lam. 60. 

C. Austriaca Zitt. 60. 

C. regularis d’Orb. 60. 
Orassatellidae 60. 
Cribrospongia d’Orb. 1. 

C. angustata A. Röm. 1. 

C. fragilis A. Röm. 2. 

C. radiata Mant. sp. 3. 


SDSIHSEAISOES 


Crinoidea 17. 

Crioceras 199. 

C. ellipticum Schlüt. 194. 
Cristellaria Lam. 100. 

©. angusta Rss. 101. 

C. compressa d’Orb. 100. 
C. elongata d’Orb. 100. 
C. inaequalis Rss. 100. 
C. intermedia Rss. 103. 106. 
C. Kirsten! Rss. 102. 

C. lepida Rss. 106. 

©. lobata Rss. 104. 

C. navieularıs d’Orb. 102. 
©. nuda Rss. 106. 

©. oligostegia Rss. 103. 
€. ovalıs Rss. 103. 

C. reeta d’Orb. 101. 

C. rotulata Lam. 104. 

€. Schloenbachi Rss. 102. 
C. subulata Rss. 106. 
Crustacea 202. 

Ctenoiden 220. 

Cucullaea Lam. 55. 

C. glabra Gein. 56. 

C. Roemeri Gein. 61. 
Cunninghamites Pr. 232. 
C. Mantelli Gein. 232. 


Oyecadeites ? Wohlfarthi v. Otto sp. 232. 


Cyclobacia Bölsche 6. 

C. F’romenteli Bölsche 6. 
Cycloiden 224. 
Cycloiden-Flosse 227. 
Cyclolepis Agassizi Gein. 229. 
Cyelolina eretacea d’Orb. 118. 
Cyelosmilia centralis ‘d’Orb. 5. 
Oylichna Loven 178. 

©. eylindracea Gein. 178. 
Öylindrites Göpp 231. 
Cylindrites brevis Gabb 177. 
C. daedaleus Göpp 232. 

C. spongioides Göpp 231. 


Cylindrospongia angustata A. Röm. 1. 


Cyphosoma Ag. 8. 

C. granulosum Gein. 8. 
C. radiatum Sorign. 8. 

C. spatulifera Dixon 8. 
Cyprideis Jon. 149. 
Uypridina concentrica Gein. 144. 
C. leioptycha Rss. 153. 
C. muricata Rss. 146. 

C. Roemeriana Bosq. 144. 
Cyprina Lam. 62. 

©. Hübleri Gein. 63. 


Palaeontographica XX. 2. Abth. 6. 


C. 


— 239 — 


. Ligeriensis d’Orb. 63. 
. procaena Gümb. 63. 

. Noueliana d’Orb. 63. 
@: 


quadrata d’Orb. 62. 
rostrata Sow. 69. 


Cyprinidae 60. 62. 
Cypris pristina Eichw. 140. 


cy 
). Althi Rss. 145. 

. arcuata Mün. 141. 

. concentrica Rss. 144. 
‚. elegans Bosq. 146. 

. elongata Rss. 154. 

. Geinitzi Rss. 146. 

. Hilseana Jon. 149. 

. Karsteni Rss. 145. 

. laevigata Röm. 142. 
. ornatissima Rss. 146. 
. ovata Rss. 151. 

. pertusa Rss. 146. 

. pulchella Bosgq. 140. 
. punctulata Jon. 144. 
. reniformis Bosq. 151. 
. sculpta Corn. 144. 

. semiplicata Rss. 145. 
. serratula Bosq. 148. 


C. 


©. 
(07 


C. 


there Müll. 143. 


sphenoides Rss. 147. 
subdeltoidea Mün. 140. 
trigona Bosq. 140. 
truncata Bosq. 152. 


Oytherea Lam. 65. 
Oythereideis Jon. 149. 


©. 


laevigata Röm. sp. 150. 


Cythereis Jon. 144. 


(67 


ciliata Jon. 146. 


Cytherella Bosq. 140. 


C. 
C. 
C. 
C. 
C. 
(6 


complanata Rss. 151. 
Muensteri Röm. sp. 152. 154. 
ovata Röm. sp. 151. 154. 
parallela Rss. 152. 

solenoides Rss. 152. 
Williamsoniana Jon. 153. 154. 


Oytheridae 65. 
Oytheridea Bosq. 148. 


C. 
(03 
C. 


Cytherina acuminata Alth. 141. 142. 
. attenuata Rss. 150. 

. arcuata Röm. 141. 

. ciliata Rss. 146. 

. complanata Rss. 151. 

. concentrica Rss. 144. 


@mererer@ 


Jonesiana Bosq. 149. 
ovata Bosy. 154. 
perforata Röm. sp. 149. - 


C. cornuta Röm. 148. 
C. Karsteni Rss. 145. 
C. laevigata Röm. 150. 
C. laevis Will. 151. 
C. modesta Rss. 142. 
C. Muensteri Röm. 152. 
C. ovata Röm. 151. 
C. ornatissima Rss. 146. 

C. parallela Rss. 152. 

C. pedata Gein. 153. 

C. perforata Röm. 149. 

C. semiplicata Rss. 145. 

C. spinosa Rss. 148. 

C. subdeltoidea Mün. 140. 

C. triplicata Röm. 146. 
Decapoda 205. 

Defrancia Br. 132. 

D. diseiformis Rss. 132. 

D. subdisciformis d’Orb. 132. 
Delphinula carinata Gein. 164. 
Dentalüidae 178. 

Dentalina d’Orb. 82. 

. aculeata d’Orb. 88. 

. acuticauda Rss. 86. 

. annulata Gümb. 85. 

. communis d’Orb. 87. 

. foedissima Rss. 121. 

. gracilis d’Orb. 86. 

. intermedia Rss. 7. 

. legumen Gümb. 88. 

. Lorneiana d’Orb. 86. 

. nodosa d’Orb. 86. 

. subeommunis d'’Orb. 87. 
entalium L. 178. 

. Cidaris Gein. 180. 

. decussatum Gein. 187. 

. deeussatum F. Röm. 179. 

. ellipticum Sow. 179. 

. medium Sow. 178. 

. Rhodani Pict. 179. 

. Rhotomagense d’Orb. 179 

. Rotomagense d’Orb. 179. 

. Strehlense Gein. 179. 

. striatum Gein. 180. 
Diadematidea 8. 

Diastopora Lamx. 132. 

D. Oceani d’Orb. 132. 

D. tuberosa Rss. 132. 
Discorbina ammonoides Rss. 114. 
D. marginata Rss. 112. 

D. polyraphes Gümb. 114. 
Echinidea 6. 

Kchinocoridea 9. 


SESISOISZEISISHSISTSRT 


BROHBRS SSH 


Eckschupper 217. 


Edaphodon Mantellii Dixon 206. 


Enchodus Ag. 226. 

E. halocyon Ag. 226. 

E. Lewesiensis Heb. 226. 
Encrinites ellipticus Schl. 18. 
Enoploclytia M’Coy 205. 

E. Leachi Mant. sp. 205. 
Entalophora Lamx. 133. 

E. Carantina d’Orb. 133. 

E. lineata Beiss. 133. 

E. pulchella Rss. 133. 

E. virgula v. Hag. sp. 133. 
Entobia Conybearei Br. 233. 
Entomostraca 204. 

Eriphyla Gabb 62. 


E. lentieularis Goldf. sp. 62. 67. 


E. striata Goldf. sp. 67. 
Eschara Ray 150. 

E. lineolata Rss. 130. 
Escharites Röm. 135. 

E. dichotoma Rss. 135. 

E. distaus v. Hag. 135. 
Escharina inflata Röm. 129. 
Eozoon 116. 

Esox Lewesiensis Mant. 226. 


Eugeniacrinites Hagenowi Goldf. 


Exogyra conica Sow. Sp. 30. 
Exogyra lateralis Nilss. 30. 
Fasciculipora d’Orb. 135. 

F. aspera Rss. 136. 
Fasciolaria elongata Sow. 172. 
Filisparsa d’Orb. 134. 

F. ornata Rss. 134. 

F. simplex Rss. 134 
Fimbria coarctata Zitt. 61. 
Fische 206. 234. 

Fischflosse 227. 

Fischwirbel 214. 215. 216. 227. 
Fissurina Rss. 79. 

F. spinosissima Rss. 79. 
Flabellina d’Orb. 97. 

F. Baudowiniana d’Orb. 9. 
F. cordata Rss. 99 

F. elliptica Nilss. 97. 

F. ornata Rss. 99. 

F. rugosa d’Orb. 98. 99. 
Flossenstachel 212. 213. 
Foraminiferen 73. 
Frondicularia Defr. 91. 

F. amoena Rss. 92 

F. angulata Rss. 97. 

F. angulosa d’Orb. 97. 


18. 


— 240 — 


F. angusta Nilss. 91. 

F. angustata Röm. 91. 

F. angustissima Rss. 94. 
F. apiculata Rss. 92. 

F. Archiaciana d’Orb. 96. 
F. canaliculata Rss. 92. 
F. capillaris Rss. 93. 

F. Cordai Rss. 92. 95. 

F. Decheni Rss. 96. 

F. elegans d’Orb. 97. 

F. inversa Rss. 94. 

F. marginata Rss. 93. 

IF. microsphaera Rss. 94. 
F. mueronata Rss. 96. 

F. ovata Gein. u. Röm. 97. 
F. striatula Rss. 94. 

FF. tenuis Rss. 94. 

F. tribrachiata Rss. 95. 
F. tricarinata d’Orb. 92. 
F. turgida Rss. 92. 97. 
Frondiculina Mün. 97. 
Fungella v. Hag. 155. 
Fusidae 173. 

Fusus Auct. 173. 

F. clathratus Gein. 173. 
F. Forbesianus d’Orb. 174. 
F. striato-costatus Mün. 162. 
F. subcostatus d’Orb. 173. 
F. suturalis d’Orb. 172. 

F. quadratus Sow. 174. 


Galeus appendiculatus Ag. 210. 


G. pristodontus Ag. 210. 
Ganoiden 217. 
Ganoidenschuppen 219. 
Gasteropoden 161. 
Gastrochaena Spengl. 72.- 
@. Amphisbaena Goldf. sp. 72. 
Gaudryina d’Orb. 122. 126. 
G. rugosa d’Orb. 126. 
Gemmulina d’Orb. 109. 
Gervillea Defr. 53. 

G. solenoides Sow. 53. 
Gitterschwämme 1. 
Glandulina d’Orb. 89. 

G. cylindracea Rss. 89. 
Glanzschupper 217. 
Globigerina d’Orb. 112. 
G. eretacea d’Orb. 112. 
Globulina d’Orb. 107. 

G. globosa Mün,. 107. 

G. horrida Rss. 107. 

G. lacrima Rss. 107. 

G. manifesta Rss. 90. 


G. marginata Rss. 112. 

G. mutabilis Rss. 89. 
Glyphea Leachii A. Röm. 205. 
Goniaster Coombii Forb. 17. 
Goniemya consignata A. Röm. 71. 
G. designata Gein. 71. 
Guttulina W’Orb. 107. 
Haarsterne 17. 

Haifische 207. 

Hai - Wirbel 214. 

Halecoidei 228. 

Haliotidae 165. 

Halisarcinae 1. 

Hamites alternans Gein. 194. 
. alternatus Mant. 194. 

. angustus Sow. 194. 

‚ armatus Gein. 193. 

. baculoides Mant. 195. 

. ellipticus Mant. 194. 

. Intermedius A. Röm. 195. 
. plieatilis Gein. 193. 

. Reussianus d’Orb. 193. 

. Roemeri Gein. 195. 

. verus Fritsch & Schloenb. 199. 
Haplophragmium Rss. 119. 
H. aequale Rss. 120. 

H. irregulare Röm. sp. 119. 
Haplostiche Rss. 119. 120. 
H. clavulina Rss. 121. 

H. constrieta Rss. 122. 

H. dentalinoides Rss. 121. 
H. foedissima Rss. 121. 
Hechtzungen 207. 

Helcion Auct. 167. 
H..corrugatum Forb. 168. 
Helicoceras d’Orb. 193. 199. 
H. annulifer F. Röm. 193. 
H. armatus d’Orb. 193. 

H. ellipticum Mant. sp. 194. 
H. polyplocus d’Orb. 195. 

H. Reussianum d’Orb. 193. 
Hemiaster Des. 14. 

H. lacunosus Goldf. 14. 

H. Ligeriensis d’Orb. 15. 

H. Regulusanus d’Orb. 15. 
H. sublacumosus Gein. 14. 
Hemieyclus Steinla 220. 

H. Steinlai Gein. 220. 
Hemilampronites Steinla 220. 
H. Steinlai Gein. 220. 
Heteroceras polyplocus d’Orb. 195. 
H. Reussianum Schlüt. 193. 
Heteropora Blainv. 136. 


m a nn Mann Wan an ie 


H. Kirsteni Rss. 136. 
Hexactinellidae 1. 

Holaster Ag. 9. 

H. granulosus Gein. 10. 
H. planus Mant. sp. 9. 

H. suborbicularis Gein. 10. 
Holostomata 161. 
Hoploparia sp. Goss. 209. 
Hornschwämme 1. 
Hypsodon Ag. 222. 

H. Lewesiensis Ag. 216. 222. 
H. minor Dixon 222. 
Inoceramus Sow. 41. 53. 


HOSEN Ho HHny HH Honyyy Hamm uHny Hy HHrHeon HN [nn 


. alatus Goldf. 43. 

. ambiguus Eichw. 47. 

. angulatus d’Orb. 47. 

. angulosus d’Orb. 46. 

. annulatus Goldf. 43. 

. Brongniarti Sow. 48. 

. Brongniarti Mant. 50. 

. concentricus Sow. 52. 

. concentricus Goldf. u. Gein. 41. 43. 
. convexus Hall & Meek 49. 
. eordiformis Goldf. 41. 

. cordiformis Sow. -43. 

. Cripsi Mant. 49. 

. Cripsianus Stol. 49. 

. Quvieri Sow. 48. 

. Cuvieri Mant. 43. 

. eximius Eichw. 47. 

. fragilis Hall & Meek 49. 

. Geinitzianus Stol. 43. 

. Goldfussianus d’Orb. 49. 

. Humboldti Eichw. 44. 

. impressus d’Orb. 49. 

. involutus Sow. 51. 

. labiatus Schl. sp. 46. 

. Lamarcki Park. 50. 

. Lamarcki Mant. 43. 

. Lamarcki d’Orb. 44. 

. latus Mant. 45. 

. mytiloides Mant. 46. 

. pietus Sow. 45. 

. planus Mün. & Goldf. 45. 49. 
. porrectus Eichw. 47. 

. problematicus d’Orb. 47. 

. propinquus Mün. 46. 

. propinquus Eichw. 42. 

. regularis d’Orb. 49. 

. striato-costatus Gümb. 43. 
. striatus Mant. 41. 

. striatus d’Orb. 45. 

. sublaevis Hall & Meek 49. 


. tegulatus Gein. 45. 

.. tenuilineatus Hall & Meek 49. 
. tenuis A. Röm. 45. 

. undulatus Mant. u. Goldf. 43. 
. Websteri Mant. 41. 

Ischyodon Egerton 206. 

I. Agassizi Eg. 206. 

Isocardia Lam. 63. 

I. cretacea Gein. 62. 

I. Iunulata A. Röm. 63. 

I. sublunulata d’Orb. 63. 

Janira Schum. 36. 

J. Geinitzii d’Orb. 37. 

J. quadricostata d’Orb. 37. 
Kammkiemer 161. 
Kammschupper 220. 

Klytia Leachii Rss 209. 
Knochenwirbel 216. 227, 
Knorpelfische 206. 

Knorpelwirbel 214. 215. 
Körnschupper 206. 

Kopffüsser 180. 

Koprolithen 218. 

Korallen 4. 

Krebse 202. 

Kreiskiemer 161. 

Kreisschupper 224. 

Lachsfische 216. 228. 

Lagena Walk. 78. 
L. globosa Montg. 7 
L. sulcata Montg. 78. 
Lamna Cuv. 209. 2 
L. acuminata Ag. 208. 
L. raphiodon Ag. 209. 

L. subulata Ag. 209. 

L. undulata Rss. 209. 
Langschwänzige Krebse 203. 
Lanceopora d’Orb. 130. 

L. elegans d’Orb. 150. 

L. striolata Rss. 133. 

Lenticulites eristella Nilss. 104. 

L. Comptoni Nilss. 104 

L. rotulata Lam. 104. 

Lepadidae 202. 

Lepralia Johnst. 129. 

L. inflata Röm. 129. 

L. misera Rss. 129. 

L. pediculus Rss. 129. 

Lima Desh. 38. 

. Archiaciana Briart & Cornet 53. 
. Astieriana d’Orb. 40. 

. canalifera Goldf. 38. 

. elongata Sow. sp. 40. 


* 


re 


SS SS 


. Goldfussii v. Hag. 40. 
Hoperi Mant. 40. 

. laticosta A. Röm. 38. 

. Mantellii Goldf. 40. 

. multicostata. Gein. 38. 

. Nilssoni A. Röm. 40. 

. pseudocardium Rss. 40. 

. Reussii d’Orb. 40. 

. semisulcata Nilss. 53. 

. Sowerbyi Gein. 41. 

Lingulina d’Orb. 89. 90. 

L. pygmaea Rss. 9. 

Lingulinopsis Rss. 89. 

Lithistidae 4. 

Lituola Lam. 119. 

L. aequalis d’Orb. 120. 

Loxostomum Ehrb. 109. 

Lucima circularis Gein. 62. 

L. lens A. Röm. 62. 

L. lenticularis Goldf. 62. 

L. Reichii Gein. 62. 

Lucinidae 61. 

Lucioperca Sandra C. 220. 

Lutraria Gurgitis Brongn. 68. 

Lyriodon aliforme Goldf. 59. 

Lysianassa designata Goldf. 71. 

Macrocypris arcuata Jon. 141. 

Macropoma Ag. 218. 

M. Mantelli Ag. 218. 

Macrura 205. 

Madrepora centralis Mant. 4. 

Magas Geinitzi Schlönb. 25. 

Makrelen 226. 

Marginulina d’Orb. 100. 

M. compressa d’Orb. 101. 

M. costulata Rss. 90. 


DISESISTEZBISEAS TE 


“M. elongata d’Orb. 100. 102. 


M. inaequalis Rss. 100. 
Megalodon Ag. 222. 

Melania decorata A. Röm. 162. 
Meliceritites Röm. 135. 

M. gracilis Röm. 135. 
Membranipora Blainv. 128. 

M. confluens Rss. 129. 

M. depressa v. Hag. 128. 

M. elliptica v. Hag. 128. 

M. patellaris Rss. 128. 

M. tenuisulca Rss. 129. 
Mieraster Ag. 11. 

M. breviporus Ag. 13. 

M. cor anguinum Lam. 12. 

M. cor anguinum d’Orb. 11. 13. 
M. cor anguinum Gein. 11. 14. 


M. cor bovis Dix. 13. 

AT. cor testudinarium Goldt. 11. 
M. gibbus Goldf. sp. 13. 

M. Leskei des Moul. sp. 13. 
M. Leskei F. Röm. 11. 

Mitra Lam. 173. 

M. reticulata d’Orb. 173. 

M. Roemeri d’Orb. 173. 
Modiola Lam. 55. 

DM. capitata Zitt. 53. 

M. Cottae A. Röm. 55. 

AT. flagellifera Forb. 55. 

M. siligqua Math. 55. 

M. reversa Sow. 53. 

Mollusca 23. 

Monastrea aporosa 4. 
Monocarya centralis Lonsd. 5. 
Murex quadratus Sow. 
Muricidae 173. 

Muschelkrebse 204. 

Muscheln 29. 

Mutiella Stol. 61. 

M. Ringmerensis Mant sp. 61. 
Mya mandibula Sow. 70. 
Myacidae 68. 

Mytilidae 53. 


Mytiloides labiatus A. Brongn. 46. 


Mytilus L. 55. 

M. capitatus Zitt. 59. 

M. Cottae A. Röm. 55. 
M. fiagelliferus Forb. 55. 
M. reversus Dow. 

M. siliqua Math. 55. 
Mytulites problematicus Schl. 46. 
Nadelhölzer 232. 

Natica Adans. 162. 

N. dichotoma Gein. 162. 
N. Genti Sow. sp. 162. 
N. lamellosa A. Röm. 162. 
Naticidae 162. 

Nautilus Arist. 181. 


zz 


. Comptoni Sow. 104. 

/. Dekayi d’Orb. 183. 

‘. elegans Sow. 181. 

. fricator Beck 183. 

. galeatus Fr. & Sch. 182. 

. lJaevigatus d’Orb. 182. 183. 
. pseudoelegans Blanf. 181. 

. radiatus Gein. 181. 

. rugatus Fr. & Schlönb. 181. 
. simplex Gein. 182. 

. sphaericus Forb. 183. 


Z 


et 


wur 


. Bouchardianus Blanf. 182. 183. 


[&9) 
> 
LD 


N. sublaevigatus d’Orb. 182. 


Neaera detecta Stol. 68. 
Neithea Drouet 36. 

N. quadricostata Br. 37. 
Neptunea Bolten 173. 
N. modesta Gein. 173. 
Nodosaria Lam. 79. 

N. acicula Rss. 82. 

N. aculeata d’Orb. 88. 
N. acuticauda Rss. 31. 


N. affinis d’Orb. u. Rss. 83. 


N. amphioxys Rss. 82. 
N. annulata Rss. SB. 

N. bactroides Rss. 80. 

N. badenensis d’Orb. 88. 
N. Beyrichi Neugeb. 90. 
N. catenula Rss. 85. 

N. Catesbyi d’Orb. 81. 
N. cognata Rss. 85. 

N. communis d’Orb. 87. 88. 
N. constrieta Rss. 122. 
N. cylindracea Rss. 89. 
N. eylindroides Rss. 84. 
N. deflexa Rss. 87. 

N. discrepans Rss. 34. 
N. distincta Rss. 84. 

N. fusula Rss. 82, 

N. gracilis d’Orb. 86. 

N. humilis Röm. 89. 

N. incerta Neugeb. 90. 
N. inflata Rss. 80. 

N. legumen Rss. 88. 

. Lorneiana d’Orb. 86. 
. multilineata Rss. 83. 

. Naumanni Rss. 82. 

. nodosa d’Orb. 86. 

. obscura Rss. 81. 83. 

. obsolescens Rss. 83. 
oligostegia Rss. 83. 85. 
. paupercula Rss. 81. 

. peracuta Rss. 86. 

. polygona Rss. 79. 
septemcostata Gein. 79. 
. sororia Rss. 87. 

. strangulata Rss. 84. 
undecimcostata Gein. 79. 
N. Zippei Rss. 79. 
Notidanus Cuv. 210. 

N. microdon Ag. 210. 217. 
Nucula Lam. 57. 

N. Blochmanni Gein. 57. 
N. pectinata Dow. 97. 

N. producta Nilss. 58. 


Eee 


ZeagIeası 


N. striatula A. Röm. 57. 
N. sublineata Gein. 58. 
N. truncata Nilss. 57. 
Nuceulidae 57. 

Odontaspis Ag. 209. 

O. raphiodon Ag. 209. 
Oolina simplex Rss. 78. 
Opereulina eretacea Rss. 117. 
0. ineerta d’Orb. 118. 
Opisthobranchiata 176. 
Örbignyina v. Hag. 119. 
Orbulina d’Orb. 111. 
Osculipora d’Orb. 156. 

O. truncata Goldf. 138. 
Osmeroides Ag. 228. 

O. divaricatus Gein. 229. 
O. Lewesiensis Ag. 216. 217. 228. 
Ostracidae 29. 

Ostracites labiatus Schl. 46. 
Ostracoda 138. 204. 
Ostrea Lam. 29. 

O. armata Goldf. 29. 

O. carinata Sow. 30. 

O0. conica Sow. Sp. 30. 

O. diluviana, Nilss. 30. 

O0. Eggerti Gümb. 30. 

O. flabelliformis Nilss. 29. 

0. folium Park. 30. 

O. frons Park. 50. 

O0. Hippopodium Nilss. 30. 
O. lateralis Nilss. 30. 

O. macroptera Gein. 29. 

O. pectinata Stol. 30. 

0. prionota Goldf. 30. 

O. semiplana Bow. 29. 

0. serrata Goldf. 30. 

0. sulcata Goldt. 29. 

Otodus Ag. 208. 

O. appendiculatus Ag. 208. 
O. appendiculatus Dixon 209. 
O. basalis Kipr. 208. 

O. latus Rss. 208. 

O. semiplicatus Mün. 209. 

O. sulcatus Gein. 209. 
Oxyrhina Ag. 207. 

O. angustidens Rss. 207. 

O. Mantelli Ag. 207. 217. 
Pachyrhizodus basalis Dix. 222. 
Palaeastacus macrodactylus Bell 205. 
Panopaca Men. 68. 

P. Beaumontii Mün. 70. 

P. Goldfussii d’Orb. 68. 

P. Gurgitis Brongn. 68. 


P. Jugleri A. Röm. 70. 
P. mandibula Sow. 70. 
P. plicata Gein. 68. 

P. regularis d’Orb. 69. 
Parasmilia Edw. u. H. 4. 
P. centralis Mant. sp. 4. 
P. Guillieri From. 5. 
Patella L. 167. 

P. angulosa Gein. 168. 
P. inconstans Gein. 167. 
P. laevis Gein. 167. 

P. orbis A. Röm. 221. 


P. Reussi Gein. 168. 214. 215. 


Patellidae 167. 

Patellina Will. 116. 

Pecten Kl. 33. - 
P. cretosus Defr. 34. 

P. curvatus Gein. 39. 

P. decemcostatus Mün. 35. 
P. Dujardini A. Röm. 56. 
P. laevis Nilss. 33. 

P. lineatus Nilss. 34. 

P. membranaceus Nilss. 33. 
P. Nilssoni Goldf. 33. 

P. nitida Mant. 34. 

P. nitidus Sow. 34. 

P. orbieularis Nilss. 33. 

P. pulchellus Nilss. 33. 

P. quadricostatus Sow. 37. 
P. rarispinus Rss. 36. 

P. serratus Nilss. 34. 

P. spathulatus A. Röm. 33. 
P. squamifer Gein. 36. 

P. subinterstriatus Sow. 34. 
P. ternatus Mün. 36. 

P. undulatus Nilss. 35. 

P. undulatus d’Orb. 34. 

P. versicostatus Rss. 34. 
Pectinidae 33. 

Pectinites aculeatus Schl. 31. 
Pectunculus Lam. 57. 

P. Lens Nilss. 57. 

Pedipes glabratus Gein. 176. 
Pelecypoda 29. 

Pentaerinus Mill. 17. 

P. lanceolatus A. Röm. 17. 
Petalopora Lonsd. 137. 

P. elongata d’Orb. 137. 
Pholadidae 72. 

Pholadomya Sow. 70. 

Ph. aequivalvis Goldf. sp. 68. 
Ph. Albina Reich 70. 

Ph. caudata A. Röm. 71. 


BKrkyhuy 


— 243 — 


Ph. designat« Goldf. sp. 68. 71. 
Ph. Geinitzii d’Orb. 71. 

Ph. nodulifera Mün. 68. 70. 
Pholas L. 72. 

Ph. Sclerotites Gein. 72. 
Phymatoderma Brongn. 232. 
Ph. daedaleum Göpp. sp. 232. 
Phytophaga 161. 

Pinna L. 53. 

. arata Stol. 54. 

. Cottai Gein. 55. 

. cretacea Schl. 54. 

. decussata Goldf. 53. 

. depressa Mün. 54. 

. laticostata Stol. 54. 

. quadrangularis Schl. 54. 
Pinnites eretaceus Sch. 54. 

P. diluvianus Schl. 46. 

P: restitutus Schl. 54. 
Pinus-Nadeln Mant. 232 
Pisces 206. 234. 

Placoiden 206. 

Plagiostoma elongatum Sow. 40. 
Pl. Hoperi Mant. 40. 41. 

Pl. Mantellii Brongn. 40. 

Pl. punctatum Nilss. 40. 

Pl. semisulcatum Nilss. 53. 
Pl. spinosum Sow. 31. 
Planorbulina d’Orb. 113. 

Pl. ammonoides Rss. 114. 

Pl. lenticula Rss. 115. 

Pl polyraphes Rss. 114. 
Planularia angusta Nilss. 91. 
Plecanium Rss. 109. 125. 

Pl. concinnum Rss. 125. 126. 
Pl. Partschi Rss. 126. 
Plesiosaurus Con. 230. 

Pl. Bernardi Ow. 230. 
Pleurotoma induta Goldf. 173. 
Pl. remote-lineata Gein. 172. 
Pl. Roemeri Rss. 173. 

Pl. suturalis Goldf. 172. 
Pleurotomaria Defr. 165. 

Pl. Baculitarum Gein. 167. 
Pl. distineta Gein. 169. 

Pl. funata Rss. 167. 

Pl. granulifera Mün. 165. 

Pl. linearis Mant. sp. 168. 
Pl. perspectiva Mant. sp. 166. 
Pl. perspectiva Dixon 169. 
Pl. plana Mün. 166. 

Pl. secans Rss. 166. 

Pl. seriato-granulata Mün. 166. 


Pl. sublaevis Rss. 167. 
Pl. velata Goldf. 165. 
Plicatula Lam. 32. 

Pl. granulata Gein. 32. 
Pl. nodosa Duj. 32. 

Pl. pectinoides Rss. 32. 
Pollieipes Leach 203. 
P. angustatus Gein. 202. 
P. Bronni Rss. 204. 

P. conicus Rss. 204. 
P. glaber A. Röm. 203. 
P 

P 


rd 


. laevis Gein. 203. 

. unguis Sow. 208. 
Polymorphina d’Orb. 106. 107. 
P. globosa Mün. 107. 
P. horrida Rss. 107. 

P. lacrima Rss. 107. 
Polyphragma Rss. 119. 
Polypi 4. 
Polyptychodon Ow. 230. 
P. interruptus Ow. 250. 
Polytrema 116. 
Prosobranchiata 161. 
Prosopocephala 178. 
Psecadium Rss. 89. 


Psittacodon Mantellii Egert. 206. 


Ptychodus Ag. 212. 219. 
P. articulatus Ag. 213. 
P. latissimus Ag. 212. 

P. mammillarıs Ag. 213. 
P. paucisulcatus Dix. 213. 
P. Schlotheimi Gein. 212. 
Pyenodus Ag. 217. 

P. complanatus Ag. 217. 
P. cretaceus Ag. 217. 
Pyrula Auct. 173. 

. angulata Gein. 174. 

. cancellata Sow. 174. 

. carinata Gein. 174. 

. costata Gein. 173. 

. Cottae Röm. 174. 

. fenestrata Gein. 172. 

. quadrata Gein. 174. 
Pyrulina d’Orb. 107. 
Radiata 6. 

Radula persimilis Stol. 53. 
Rankenfüsser 202. 

Rapa Kl. 173. 

R. cancellata Sow. sp. 174. 
R. costata A. Röm. sp. 173. 
R. quadrata Sow. sp. 174. 
Reptilia 230. 


InelneWlasHlnelnsEln= Pine) 


Reptomultisparsa d’Orb. 132. 


R. glomerata d’Orb. 132. 
Retispongia d’Orb. 3. 
R. Hoeninghausü d’Orb. 
R. radiata From. 5. 
Rhabdoidca TS. 

Rhynchonella Fisch. 26. 

Rh. Cuvieri d’Orb. 26. 

Rh. Dutempleana d’Orb. 27. 
Rh. limbata Schl. 27. 

Rh. octoplicata d’Orb. 26. 

Rh. plicatilis Sow. 26. 

Rh. subplicata d’Orb. 27. 
KRhrnchonellidae 26. 
Rhyncholithus Faure-Biq. 181. 
Rh. simplex Fr. & Schlönb. 181. 
Rhynchoplecta Ehrb. 109. 
Rhynchospira Ehrb. 112. 
tingicula incrassata Gein. 177. 
Rissoa Frem. 162. 

R. coneinna A. Röm. sp. 162. 
R. Oldhamiana Stol. 163. 

R. Reussi Gein. 163. 
Rissoidae 162. 

Robulina d’Orb. 100. 

R. Comptoni Röm. 104. 

R. crassa Röm. 104. 

R. lepida Rss. 106. 

Rochen 206. 

Rosalina ammonoides Rss. 114. 
R. canalicula Rss. 112. 

R. marginata Rss. 112. 
Rostellaria Lam. 168. 

R. acutirostris Gein. 173. 

R. Buchi Mün. sp. 171. 

rt. calcarata Sow. 170. 

R. coarctata Gein. 170. 

R. costata Mich. 169. 

R. divaricata Rss. 171. 

R. elongata Röm. 172. 

rt. elongata Gein. 173. 

x. Geinitzii d’Orb. 171. 

R. Megaera d’Orb. 169. 

R. megaloptera Rss. 169. 

1. mucronata d’Orb. 170. 


[3>} 


R. Orbignyana Pict. & Roux, 169. 


R. Parkinsoni Mant. 168. 


%. Parkinsoni Sow. b. Fitton 169. 


rt. Pieteti Gein. 169. 

R. Reussi Gein. 169. 

ı. simplex d’Orb. 169. 

R. Sowerbyi Ag. 168. 

r. stenoptera Goldf. 170. 
RB. subelongata d’Orb. 172. 


— 244 — 


Rotalıa Lam. 116. 
R. ammonoides Rss. 114. 

R. lenticula Rss. 115. 

R. marginata Gümb. 112. 

R. nitida Rss. 116. 

R. polyraphes Rss. 114. 

R. turgida v. Hag. 116. 

R. umbilicata d’Orb. 116. 
Rotalina lenticula Rss. 115. 
R. nitida Rss. 116. 

R. polyraphes Rss. 114. 

R. umbilicata Rss. 116. 
Salicornaria Cuv. 128. 

Salmo Lewesiensis Mant. 228. 
S. Salar L. 216. 

Salmonei 228. 

Sander 220. 

Saurier 230. 


Saurocephalus Harlan 216. 225. 


Saurocephalus Kipr. 222. 
S. dispar Heb. 225. 
S. lanciformis Harl. 2 
S. laneiformis Dix. 226. 
S. marginatus Rss. sp. 226. 
Saurodon leanus Dix. 226. 
Scala Kl. 162. 

S. decorata A. Röm. sp. 162. 
Scalaria Lam. 162. 

S. decorata Gein. 162. 

S. striata-costata d’Orb. 162. 
$. subundulata d’Orb. 162. 
Scalpellum Leach 202. 

S. angustatum Gein. 202. 
Scaphites Park. 191. 

S. aequalis Gein. 191. 
5. auritus Schlönb. 192. 
S. costatus Gein. 191. 
S. Cottai Gümb. 191. 
S. 
D) 
S 


97 


[27] 


. Geinitzi d’Orb. 191. 

. Hilssii Gein. 156. 

. obliquus Sow. 191. 
Schalenkrebse 205. 
Schildkiemer 161. 
Schildkrebse 204. 
Schildkröten 230. 
Schizophora Rss. 109. 
Schnecken 161. 
Schwämme 1. 233. 
Scomberesoces 222. 
Scomberidae 216. 
Scomberoidae 217. 226. 
Seurria Auct. 167. 
Scyphia angustata A. Röm. 1. 


[07] 


. cribrosa A. Röm. 1. 

. fragilis A. Röm. 2. 

. Oeynhausii Goldf. 3. 

. pedunculata Rss. 1. 

. radiata Rss. 1. 

. Zippei Rss. 1. 

Seeigel 6. 

Seeschildkröte 230. 
Seeschwämme 1. 

Seesterne 15. 

Sequoia Endl. 233. 

5. Reichenbachi Gein. sp. 233. 
Serpula L. 200. 

S. ampullacea Sow. 200. 201. 
S. crenato-striata Goldf. 201. 
S. filiformis Sow. 200. 

S. filosa Duj. 200. 

S. gordialis Sch. 200. 

S 

IS) 


un nun 


un nn 


. granulata Sow. 201. 

. macropus Sow. 201. 
S. pustulosa Gein. 200. 
S. socialis Goldf. 200. 
S. triangularis Mün. 201. 
S. umbilicata v. Hag. 202. 
Spatangidea 11. - 
Spatangus cor anguinum A. Röm. 11. 12. 
S. cor testudinarium Goldf. 11. 
S. gibbus Goldf. 13. 
S. granulosus Goldf. 10. 
S. planus Mant. 9. 
S. suborbieularis Goldf. 11. 
Sphaerococcites Mantellii A. Röm. 231. 
Sphyraenoidei 222. 224. 
Sphyrna denticulata Ag. 209. 
Spinax Cuv. 211. 
S. major Ag. 211. 
S. marginatus Rss. 226. 
S. rotundatus Gein. 226. 
Spirillina Ehrb. 118. 
Spirolina aequalis Röm. 120. 
Sp. inaequalis Rss. 119. 
Sp. irregularis Röm. 119. 
Sp. lagenalis Röm. 119. 
Spirolinites Bucklandi Mant. 119. 
Sp. Mantelli 119. 
Sp. Murchisoni Mant. 119. 
Sp. Stockesi Mant. 119. 
Spiropora Lamx. 134. 
Sp. verticillata Goldf. 134. 
Spondylidae 31. 
Spondylus Kl. 31. 
Sp. duplicatus Goldf. 31. 

Sp. latus Sow. sp. 32. 


Sp. spinosus Sow. sp. 31. 
Spongiae 1. 233. 

Spongia L. 1. 234. 

Sp. globosa Gein. 4. 

Sp. ramea Gein. 1. 

Sp. ramosa Rss. 1. 

Sp. Saxonica Gein. 1. 231. 
Sp. talpinoides Gein. 234. 
Squalus cornubicus Mant. 209. 
Squalus cornubicus Gein. 208. 
Sq. galeus Mant. 210. 

Sp. Zygaena Mant. 207. 
Stellaster Gray 15. 

St. Albensis Gein. 16. 

St. Comptoni Gray 16. 

St. Coombii Forb. sp. 17. 

St. quinqueloba Goldf. sp. 17. 
St. Schulzei Cotta & Reich 15. 
Stomatopora Br. 127. 135. 
Strahlthiere 6. 

Strombidae 168. 

Supereytis d’Orb. 136. 

S. digitata d’Orb. 136. 
Talpina v. Hag. 233. 

Tellina L. 67. 

T. concentrica Rss. 67. 
Tellinidae 67. 

Terebratula Lihwyd 23. 

. bulla Sow. 23. 

. carnea Gein. 23. 

. gracilis v. Buch 24. 

. Jugleri Gein. 26. 

. Mantelliana Gein. 26. 

. octoplicata Sow. 26. 

. ornata A. Röm. 24. 
pisum Gein. 26. 

. plieatilis Sow. 26. 

rigida Sow. 24. 

. semiglobosa Sow. 23. 

. subplicata Mant. 27. 

. subrotunda U. Schlönb. 23. 
. subundata Sow. 23. 
Terebratulidae 23. 
Terebratulina d’Orb. 24. 

T. gracilis Schl. 24. 

T. striatula Mant. 25. 


HHHNSHHHBHBHRBHHBHMHG 


Terebratulites gracilis Schl. 24. 


Textilaria Defr. 109: 

T. anceps Rss. 126. 

T. Baudouiniana d’Orb. 110. 
T. coneinna Rss. 125. 

T. conulus Rss. 110. 


— 25 — 


T. Partschi Rss. 110. 126. 
T. praelonga Rss. 111. 

T. pupa Rss. 111. 

T. twrris d’Orb. 110. 
Textularia concinna Rss. 125. 
T. Partschi Rss. 126. 

T. tricarinata Rss. 122. 

T. triquetra Mün. 124. 
Thoracostraca 205. 
Tinoporus Montf. 116. 
Tragos globularis Rss. 4. 
Treibholz 233. 

Trigonia Brug. 58. 

Tr. aliformis Park. 58. 

Tr. limbata d’Orb. 58. 

Tr. scabra Lam. 58. 
Trigoniidae 58. 

Tritaxia Rss. 122. 

Tr. tricarinata Rss. 122. 
Trochidae 163. 

Trochus L. 163. 

Tr. amatus d’Orb. 164. 

Tr. Basteroti Nilss. 164. 
Tr. Basteroti Gein. 164. 
Tr. Buchii Goldf. 164. 

Tr. coneinnus A. Röm. 162. 
Tr. Engelhardti Gein. 163. 
Tr. linearis Mant. 165. 

Tr. Steinlai Gein. 164. 

Tr. sublaevis Gein. 167. 
Truncatulina d’Orb. 113. 
Tr. ammonoides Park. & Jon. 114. 
Turbinidae 163. 

Turbinolia centralis A. Röm. 4. 
T. excavata v. Hag. 5. 
Turbo L. 164. 

T. Buchi Goldf. sp. 164. 
T. concinnus Rss. 163. 

T. plicato-carinatus Goldf. 165. 
T. Steinlai Gein. 164. 
Turrilites Lam. 195. 

T. Geinitzi Schlüt. 195. 

T. plieatilis d’Orb. 193. 

T. polyplocus A. Röm. 195. 
T. undulatus Gein. 195. 
Turritella Lam. 161. 

T. diffieilis Zek. 161. 

T. Geinitzi d’Orb. 161. 

T. granulata Gein. 161. 

T. lineolata A. Röm. 162. 


- T. multistriata Rss. 161. 


T. propinqua Gein. 161. 
T. quadrieineta Goldf. 161. 
T. sexeineta Goldf. 161. 
Turritellidae 161. 
Uvellidea 122. 


Unitubigera subdisciformis d’Orb. 132. 


Vaginulina d’Orb. 90. 

V. costulata Röm. 90. 

V. Geinitzi Rss. 91. 

Venericardia Lam. 60. 

V. tenuicosta Sow. 60. 
Veneridae 65. 

Ventrieulites radiatus Mant. 3. 
Venus L. 65. 

. bavarica Mün. 66. 

. faba Sow. 65, Goldf. 66. 

. fabacea A. Röm. 66. 

. Goldfussi Gein. 67. 

. ovalis Gein. 65. 

. parva Goldf. 67. 

. Ringmerensis Mant. 61. 

. subdecussata A. Röm. 66. 

. subfaba d’Orb. 66. 

. subparva d’Orb. 67. 
Vermes 200. 

Vermiculatae 4. 

Verneuilina d’Orb. 123. 

V. Bronni Rss. 122. 

V. dubia Rss. 122. 

V. Muensteri Rss. 124. 
incularia Defr. 131. 

V. Plauensis Rss. 131. 
Virgulina d’Orb. 108. 

V. Reussi Gein. 108. 

V. tegulata Rss. 109. 

Vola Klein 36. 

V. quadricostata Sow. Sp. 37. 


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V. quinquecostata Sow. sp. 36, Stol. 37. 


Voluta L. 172. 

V. elongata Sow. sp. 172. 

V. Renauxiana d’Orb. 172. 

V. Roemeri Gein. 172. 

V. suturalis Goldf. sp. 172. 
Volutidae 172. 

Weichthiere 23. 

Würmer 200. 

Xiphidium maximum Sow. 203. 
Zapfenbäume 232. 

Zehnfüsser 205. 

Zeus Lewesiensis Mant. 220. 
Zygaena denticulata Mün. 209. 


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Erklärung der Tafel 1. 


. 1. Spongia ramea Gein. — 8. 1. 
Aus dem Plänerkalke von Weinböhla. 
a. in natürlicher Grösse, b. Vergrösserung der Oberfläche. 


. 2. Amorphospongia globosa v. Hag. sp. — S. 4. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
a. in natürlicher Grösse, b. Vergrösserung der Oberfläche. 


Fig. 3. Oribrospongia angustata Röm. sp. — 8. 1. 
Aus dem Plänerkalke von Quedlinburg, in natürlicher Grösse. 
Fig. 4, 5. Desgleichen. 
Ebendaher. Ansichten zweier verschiedener Seiten eines unl desselben Exemplars. 
Fig. 6. Desgleichen. 
Ebendaher. Vergrösserung eines Stückes der Oberfläche eines anderen Exemplars. 
Fig. 7. Oribrospongia ( Retispongia) radiata Mant. sp. — 8. >. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Theil der inneren Wandung mit Stiel. 
Fig. 8. Desgleichen. 
Ebendaher. Die Aussenfläche eines verkiesten Exemplares. 
Fig. 9. Oribrospongia fragilis Röm. — 8. 2. 
Ebendaher. a. Theil des Trichters in natürlicher Grösse; b. Vergrösserung der Aussenfläche; c. der Innenfläche desselben. 
Fig. 10. Parasmilia centralis Mant. sp. — 8. 4. 
Ebendaher, in natürlicher Grösse. 
a. Ansicht des oberen verbrochenen Endes; b. Querschnitt in der Nähe der Basis, beide in doppelter Grösse. 
Fig. 11. Desgleichen. 
Ebendaher. Steinkern, in natürlicher Grösse, a. von der Seite, b. von oben gesehen. 
Fig. 12. Desgleichen. 


Ebendaher. Kleines Exemplar, von der Seite gesehen. 


13. Parasmilia Guwilieri de From. — 8. 5. 
Ebendaher. a. von der Seite, b. von oben gesehen, vergrössert. Die natürliche Grösse bezeichnet der beistehende Strich. 


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Erklärung der Tafel 2. 


. 1. Oidaris subvesiculosa d’Orb. — 8. 6. 


Aus dem Plänerkalke von Hundorf in Böhmen, in der Sammlung der Freiberger Bergakademie. a. in natürlicher Grösse, 
noch mit Stacheln von verschiedener Grösse bedeckt; b. Fühlergänge mit rechts angrenzender Tafel des Zwischen- 
fühlerfeldes, vergrössert; c. d. e. f. Stacheln in natürlicher Grösse und vergrössert. 


g. 2. Desgleichen. 


Steinkern aus dem oberen Quadersandstein in der Nähe von Ottendorf in der sächsischen Schweiz. a. von unten gesehen, 
mit Spuren der Laterna Aristotelis; b. von der Seite. 


3. Desgleichen. 


Bruchstück eines grösseren Stachels, dessen natürliche Grösse der dabei befindliche Strich zeigt, aus dem Plänerkalke 
von Strehlen. 


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4. Desgleichen. 

Stachel aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. in natürlicher Grösse; b. vergrössert. 

5. Cidaris Reussii Gein. (1849). — 8. 7. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. Zwischenfühlerfeld, auf. beiden Seiten von Fühlergängen begrenzt, in natürlicher 
Grösse; b. Längsdurchschnitt desselben; c. Fühlergang mit rechts angrenzender Tafel des Zwischenfühlerfeldes, 
vergrössert. 

6. Desgleichen. 

Ebendaher. Stachel, a. in natürlicher Grösse; b. vergrössert; c. im Durchschnitte. 


7. Oyphosoma radiatum Sorignet. — 8. 8. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. von oben, b. von unten (Mundseite), c. von der Seite, in natürlicher Grösse. 
d. Fühlerfeld und die Hälfte des Zwischenfühlerfeldes, vom Munde aus, vergrössert. 


&. 8. Desgleichen. 


Ebendaher. a. von oben (mit dem Periprokt), b. von unten (mit dem Peristom oder Mund), ce. von der Seite, in natür- 
licher Grösse. d. Fühlerfeld mit der Hälfte des Zwischenfühlerfeldes, von oben (oder vom Periprokt) aus, ver- 
grössert. e. Fühlerfeld, von unten (oder dem Peristom) aus, vergrössert. 


. 9, 10. Desgleichen. 


Ebendaher. Stacheln, a. in natürlicher Grösse, b. vergrössert. 


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1-4.(ıdaris subvesieulosa d’Orb._5.6. (id. Reussi Gem. _1-10. (yphosoma radiatum Sorign. 


Erklärung der Tafel 5. 


Fig. 1. Catopygus Albensis Gein. — 8. 9. 


Aus dem oberen Quadersandsteine von Rathen am Fusse der Bastei. a. von oben, b. von unten, c. von hinten (mit dem 
Periprokt oder After), d. von der Seite, in natürlicher Grösse. 


Fig. 2. Holaster planus Mant. sp. — 8. 9. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. von oben, b. von unten (mit dem Munde oder Peristom), c. von hinten (mit dem 
After oder Periprokt), d. von der Seite, in natürlicher Grösse. e. Scheitelapparat mit Umgegend, vergrössert. 
f. Poren der unpaarigen Fühlergänge, vergrössert. 


Fig. 3. Desgleichen. 


Aus dem Plänerkalke von Weinböhla. a. von oben, b. von unten, c. von hinten, d. von der Seite, in natürlicher Grösse. 
e. Unpaarige Fühlergänge mit angrenzenden Tafeln der Zwischenfühlerfelder, vergrössert, f. Poren der unpaarigen 
Fühlergänge, vergrössert. 


Fig. 4. Cardiaster Ananchytis Leske sp. S. 10. 


Steinkern aus dem oberen Quadersandstein zwischen Limbach und Kaltenbach bei Kreibitz in Böhmen. a. von oben, 
b. von unten, c. von der Seite, in natürlicher Grösse. Vgl. Taf. 4. Fig. 7. 


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Erklärung der Tafel 4. 


. 1. Micraster cor testudinarium Goldf. sp. — 8. 11. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. von oben, b. von unten, c. von der Seite, in natürlicher Grösse. d. Scheitelapparat 
und Fühlergänge, vergrössert. e. Warzenfelder, stark vergrössert. 
. 2. Desgleichen. 


Ebendaher. Schmälere Abänderung a. von unten, b. von der Seite, c. von hinten, in natürlicher Grösse. 


'. 3. Desgleichen. 


Ebendaher. Von der Seite gesehen, in natürlicher Grösse. 


Fig. 4. Desgleichen. 


Fig 


Fig 


Fig 


Ebendaher. Steinkern, a. von oben, b. von unten, in natürlicher Grösse. 


. 5. Hemiaster sublacunosus Gein. — 8. 14. 


Steinkern aus dem oberen Quadersandstein von Haltern in Westphalen, von oben, in natürlicher Grösse. 


. 6. Desgleichen. 
Steinkern aus dem oberen Quadersandstein der Schulhainbrüche oberhalb Rathen im Elbthale. a. von oben, b. von 
unten, c. von der Seite, d. von hinten, in natürlicher Grösse. 
. 7. Cardiaster Ananchytis Leske. — S. 10. 


Steinkern aus dem oberen Quadersandstein zwischen Limbach und Kaltenbach bei Kreibitz in Böhmen, von hinten. (Vgl. 
Taf. 3. Fig. 4.) 


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1-4.Mierasier corlesiudinarıum Goldf._5.6.Hemiaster 


Fig 


Erklärung der Tafel 5. 


. 1. Hemiaster Ligeriensis Orb. — 8. 15. 


Aus dem Plänerkalke von Weinböhla. a. von oben, in natürlicher Grösse; b. ein darauf liegender Stachel in natürlicher 
Grösse und vergrössert; c. Scheitelapparat und Fühlergänge, vergrössert; d. ein Theil der Binde oder Fasciole 
mit Umgebung, vergrössert; e. stark vergrösserte Warzen. 


. 2. Hemiaster Regulusanus d’Orb. — 8. 15. 


Aus dem oberen (senonen) Quadermergel von Kreibitz in Böhmen. a. von oben, b. von unten, nur wenig grösser. Der 
dabei stehende Strich gibt die wirkliche Grösse an; c. vergrösserte Warzen der unteren Fläche. 


Fig. 3. Stellaster Schulzei Cotta u. Reich. — S. 15. 


Fig. 


Abdruck der unteren oder Bauchseite im oberen Quadersandstein des Rietzschgrundes zwischen Königstein und Krippen 
am linken Elbufer, in natürlicher Grösse. 


4. Desgleichen. 


Abdruck der oberen oder Rückenseite im oberen Quadersandstein der Gansbrüche gegenüber Wehlen am linken Elbufer, 
in der Sammlung der kgl. Bergakademie zu Freiberg. Es sind durch Druck Randplatten der Bauchseite mit zum 
Vorschein gelangt. Bei a. Lage der Madreporenplatte. 


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1.Hemiaster Ligeriensis d’Orb _?. Hemiaster Regulusanus d’Orb._5.4.Stellaster Schulzei 


Cotta w. Reich. 


Fig. 


Erklärung der Tafel 6. 


1. Pentacrinus lanceolatus? A. Röm. — 8. 17. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. Säulenglieder von der Seite, in natürlicher Grösse; b. von der Gelenkfläche aus 
gesehen, vergrössert. 


Fig. 2. Desgleichen. 


Ebendaher. a. Säulenglied, von der Gelenkfläche aus gesehen, mit Gelenkflächen an der Seite für Ranken oder sogenannte 
Hülfsarme, b. Seitenansicht desselben, vergrössert. 


Fig. 3. Stellaster Albensis Gein. — S. 16. 


Abdruck der oberen oder Rückenseite im oberen Quadersandstein von Postelwitz im Elbthale, in natürlicher Grösse, 


Fig. 4. Stellaster Coombi Forbes sp. — 8. 17. 


Randplatte aus dem Plänerkalke von Strehlen, a. in natürlicher Grösse, b. vergrössert. 


Fig. 5. Desgleichen. 


Ebendaher. Eine Randplatte aus der Mitte des Randes, a. von oben in natürlicher Grösse, b. vergrössert, c. von der Seite. 


Fig. 6. Desgleichen. 


Ebendaher. Eine Randplatte aus der Mitte des Randes, a. von oben, b. von der Seite, vergrössert. 


Fig. 7. Stellaster qwinqueloba Goldf. sp. — S. 17. 


Fig. 


Fig. 


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Randplatte aus dem Plänerkalke von Strehlen, a. von oben, b. von unten, in natürlicher Grösse. 


8. Fraglicher Körper. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. in natürlicher Grösse, von unten; b. vergrössert, von oben; c. vergrössert von 
unten; d. von der einen Seite gesehen. 


9, Antedon Fischeri Gem. — 8. 18. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. Säule mit wurzelartigen Ranken und Kelch in natürlicher Grösse. b. Kelch von 
der Seite, c. von oben, d. von unten, vergrössert. 


. 10. Desgleichen. 


Ebendaher. Säulenglied, vergrössert, a. von der Seite, b. von unten. 


. 11, 12. Desgleichen. 


Ebendaher. Gelenkflächen von Säulengliedern, vergrössert. 


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1.2. Pentaerinus lanceolatus A.Römer._3. Stellaster Albensis Gein._4-6.$tellaster Coombi. Forb. sp._1. Stellaster qumgueloba Goldf. sp._6.%. 


9-12. Antedon Fischeri Gein. 


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Erklärung der Tafel I, 7. 


Fig. 1. Terebratula semiglobosa Sow. — 8. 23. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. grössere, b. kleinere Schale, c. Seitenansicht, d. Stirpansicht, mit der grösseren 
Schale nach unten. 


. 2. Desgleichen, ebendaher. 


a. Kleinere Schale, b. Stirnansicht beider Schalen. 


. 3. Desgleichen, ebendaher. 


a. Grössere Schale, b. Stirnansicht. 


. 4. Desgleichen, ebendaher. 


Jüngeres Exemplar. a. grössere, b. kleinere Schale, c. Stirnansicht. 


. 5. Zihynchonella plicatilis Sow. sp. — 8. 26. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. grössere, b. kleinere Schale, c. Stirnansicht. 


. 6. Desgleichen, ebendaher. 


Verkrüppeltes Individium. a. von der grösseren, b. von der kleineren Schale, c. von der Stirn gesehen. 


7. Desgleichen, ebendaher. 
Mit gespaltenen Falten, kleinere Schale. 


. 8. Desgleichen, ebendaher. 


Stirnansicht. 


9. Desgleichen, ebendaher. 
Var. octoplicata. a. von der kleineren Schale, b. von der Stirn gesehen. 


. 10. Desgleichen, ebendaher. 


Jüngeres Exemplar. a. von der grösseren, b. von der kleineren Schale, c. von der Stirn gesehen. 


. 11. Desgleichen, ebendaher. 


Junges Exemplar mit wenig Falten, Var. Mantelliana vieler Autoren. a. die grössere, b. die kleinere Schale, c. die 


Stirnansicht zeigend. 


12 und 13. Desgleichen, ebendaher. ' 
Junge Exemplare mit zahlreichen Falten, Var. pisum und Rhynchonella Cuvieri vieler Autoren. 


14. Desgleichen. 
Aus dem oberen Quadersandsteine von Königstein, Steinkern, a. von der grösseren, b. von der kleineren Schale, c. von 
der Schlossgegend, d. von der Stirn gesehen. 


. 15. Desgleichen. 


Steinkern aus dem oberen Quadersandstein von Lachsfange bei Schandau, von der kleineren Schale aus gesehen. 
16 und 17. Terebratulina striatula Maut. — I. S. 155. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen, in natürlicher Grösse. 


18. Zerebratulina gracilis Schloth. sp. — 8. 24. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen, vergrössert. Der dabei stehende Strich gibt ihre wirkliche Grösse an. a. grössere, 
b. kleinere Schale, e. von der Seite, d. Schlossansicht der grösseren, e. der kleineren Schale. 


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1-1. Terebratula semiglovosa Sow._5-15. Rıynchonella plieatilis Sow.— (6. fi. Terebratulina striatula Mant.il. gracilis Schloih. 


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Erklärung der Tafel I, 8. 


Fig. 1. COrania barbata v. Hagenow. — S. 28. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen in doppelter Grösse. a. Oberschale, b. beide Schalen von der Seite gesehen. 
Fig. 2. Desgleichen, ebendaher. 
Unterschale in doppelter Grösse, a. von aussen, b. von.innen gesehen. 
Fig. 3. Vergrösserter Steinkern der kleineren Schale einer noch unbestimmten Gattung und Art.— 8. 25. 
Aus dem turonen Cottaer Grünsandsteine in dem Rittergutsgarten von Gross-Cotta bei Pirna. 
Fig. 4. Desgleichen. 
Aus dem oberturonen Cottaer Grünsandsteine zwischen Neundorf und Kritzschwitz. 
Fig. 5. Ostrea Hippopodium Nilsson. — I. S. 177. 
Oberschale aus dem Plänerkaike von Strehlen, a. von aussen, b. von innen. 
Fig. 6. Desgleichen, ebendaher. 
Unterschale ganz aufgewachsen, von innen. 
Fig. 7. Desgleichen, ebendaher. 
Unterschale nur an dem Wirbel aufgewachsen, von aussen. 
Fig. 8. Ostrea semiplana Sowerby. — 8. 29. 
Oberschale aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 9. Desgleichen, ebendaher. 
Oberschale von innen. 
Fig. 10. Desgleichen, ebendaher. 
Junge Oberschale. 
Fig. 11. Desgleichen, ebendaher. 
Unterschale von innen. 
Fig. 12.. Ostrea Frons Parkinson. — 8. 30. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 13. Ostrea semiplana Sow. — 1. 8. 29. 
Schwach gefaltete Abänderung einer Oberschale aus oberturonen Schichten im Garten des Rittergutes von Gross-Cotta bei 
Pirna. a. von aussen, b. von innen. 
Fig. 14. Ostrea (Exogyra) conica Sow. — I. 8. 183. 
Unterschalen aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 15 und 16. Ostrea (Exogyra) lateralis Nilss. — I. 8. 179. 
Unterschalen aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 17. Desgleichen, ebendaher. 
Oberschale. 
Fig. 18. Spondylus latus Sow. sp. — I. 8. 187. 
Unterschale aus dem Plänerkalke von Strellen. 
Fig. 19. Desgleichen, ebendaher. 
Oberschale. 
Fig. 20. Desgleichen, ebendaher. 
Ganz aufgewachsene Unterschale. 
Fig. 21. Desgleichen, ebendaher. 
Steinkern der Unterschale. 
Fig. 22 und 23. Anomia subtruncata d’Orbigny. — S. 20. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


Yalacontogr. BAAX. Abıhl. IK, Taf. d. 


El Geinitz u. E. Fischer del. 


1.2 


(rania barbata Hag._-.0strea Hippopodium Nilss._8-1.13. 0.semiplana Sow._12. 0. Frons Park._1.0.(Exogyra) conica Sow._1-11. 0.lateralis Nilss. 
15-21. Spondylus latus Sow. sp. _22.25. Anomia subiruneata d’Orb. 


Erklärung der Tafel II, 9. 


a. Unterschale, b. Oberschale, c. Seitenansicht beider Schalen. 


Fig. 1. Spondylus spinosus Sow. sp. — 8. 31. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Unterschale. 
Fig. 2. Desgleichen, ebendaher. 

Oberschale mit der oberen Seite der Stacheln der Unterschale. 
Fig. 3. Desgleichen, ebendaher. 

Seitenansicht. 
Fig. 4. Plicatula granulata Gein. — 8. 32. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Oberschale in natürlicher Grösse und a. vergrössert. 
Fig. 5. Plicatula nodosa Duj. — 8. 32. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen, etwas vergrössert. 
Fig. 6. Lima canalifera Goldf. — 8. 38. 


Aus dem oberen Quadersandsteine der Communbrüche bei Königstein. Steinkern der linken Schale. 


. 7. Desgleichen, ebendaher. 


Abdruck_der rechten Schale, mit strahlenförmig geripptem Ohr. 


.. 8. Desgleichen. 


Aus dem oberen Quadersandsteine der Schulhainbrüche bei Königstein. Steinkern der rechten Schale. 


. 9 und 10. Lima elongata Sow. sp. — 8. 40. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Beide Schalen in 


. 11 und 12. Lima Hoperi Mant. — S. 40. 


Ebendaher. Beide Schalen in natürlicher Grösse, 


. 13 und 14. Lima Sowerbyi Gein. — 8. 41. 


Ebendaher, desgleichen. 


. 15 und 16. Pecten Nilssoni Goldf. — 8. 33. 


Ebendaher. Zwei Oberschalen. 


. 17 und 18. Desgleichen, ebendaher. 


Unterschalen. 


natürlicher Grösse. 


Palaconiogr. Ba. XN. Abuhl. 11. = 5 Tat. 9. 


ET. Geinitz et. E. Fischer del. 


1-3. Spondylus spinosus Sow. _A.Plicatrla granulata Gein._>.Pl.nodosa Duj._6-6. Lima canahifera Goldk._9.10. L.elongata Sow.—U.12. L.Hoperi Mant, 
13.1.L.Sowerbyi Gein. 13-18. Peeten Nilssoni Goldf. 


DE 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Fig. 


Erklärung der Tafel II, 10. 


1. Pecten curvatus Gein. — 8. 33. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Unterschale, b. ein Stück derselben vergrössert. 


2, 3, 4. Pecten pulchellus Nilsson. — 8. 33. 


Ebendaher. Unterschalen, vergrössert. a. Stärkere Vergrösserungen einiger Rippen an dem Stirnrande. 


5. Pecten ceretosus Defrance — 8. 34. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Unterschale, a. Vergrösserung eines Theiles derselben. 


6. Desgleichen, ebendaher. 
Innere Fläche der Oberschale. 


7. Pecten undulatus Nilss. u. Goldf. — S. 35. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Steinkern einer Unterschale, nur an der vorderen Seite noch mit Schale bedeckt und 
mit unvollständig erhaltenen Ohren. a. Vergrösserung des vorderen Ohres, so weit dieses vorhanden ist, b. Ver- 
grösserung eines Schalenbruchstückes von der vorderen Seite. 


8. Pecten decemcostatus Münster. — S. 35. 
Aus dem Mittelquader von Gross-Cotta. Oberschale. 


9. Desgleichen. 


Aus dem Mittelquader von Rottwernsdorf. Unterschale. 


10. Pecten Dujardini A. Römer. — S. 36. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Innere Fläche der Oberschale. 


11. Desgleichen, ebendaher, 
Innere Fläche der Unterschale. 


12. Desgleichen. 
Aus dem Mittelquader von Neundorf bei Rottwernsdorf. Steinkern der Unterschale. 


. 13. Desgleichen, Var. varispinus Reuss. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Oberschale. 


. 14. Vola quadricostata Sowerby sp. — 8. 37. 


Unterschale aus dem oberen Quadermergel des Salzberges bei Quedlinburg. Steinkerne von gleicher Beschaffenheit sind 
in dem oberen Quadersandsteine gewöhnlich, z. B. auf dem hohen Schneeberge bei Tetschen. 


. 15. Desgleichen. 


Aus dem oberen Quadersandsteine von Postelwitz am rechten Elbufer. Abdruck der Oberschale. 


. 16. Desgleichen. 


Innere Fläche einer Oberschale aus der oberen Kreide von Falkenberg (Fauquemont). Exemplare von gleicher Be- 
schaffenheit kommen im oberen Quadermergel bei Lückendorf in der Oberlausitz vor. 


. 17. Vola quinquecostata Sow. sp. — 8. 36. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Unterschale. 


. 18. Desgleichen, ebendaher. 


Oberschale. 


Palaconiogr. BANN. Abth.1l. 


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E Fischer del. — 


1. Peeten curvatus Gein._%-4.Ppulchellus Nilss._5.6. Pereiosus Defr._1.Pundulatus Nilss.-8.9. P decemcostaivs Mün. 10-13. Dujardini A.Rom. 


14-16. Vola quadricostaia Sow._11.18.\.grinqueeostaia Sow. 


Taf. 10. 


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Erklärung der Tafel II, 11. 


Fig. 1. Gervilleia solenoides Defrance. — I. Th. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


Fig. 2. Avicula glabra Rss. — I. Th. 
Oberschale aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


Fig. 3. Imoceramus Brongniarti Sow. — 8. 43. 
Steinkern einer rechten Schale aus dem oberen Quadersandstein von Postelwitz. 


Fig. 4. Desgleichen. 
Steinkern einer linken Schale, ebendaher. 


Fig. 5. Desgleichen. 


Rechte Schale eines jungen Individuums, aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


Fig. 6. Desgleichen. 


Linke Schale, mit sehr breitem Flügel, ebendaher. 


Fig. 7. Desgleichen. 
Wulstförmiger Schlossrand mit Bandgruben, ebendaher. 


Fig. 8. Desgleichen. 
Steinkern einer rechten Schale, zum Theil noch mit einer Schale bedeckt, ebendaher. 


Fig. 9. Desgleichen. 


Steinkern einer linken Schale aus dem oberen Quadersandsteine der Sächsischen Schweiz. 


Fig. 10. Desgleichen. 


Varietät mit gerundeter Vorderseite. Steinkern der rechten Schale, ebendaher. 


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El Gernitz.del. 


1.Gervilleia solenoidesDefr. 2.Avıcula qlabra Rfs.5_10. Jnoceramus Brongniarti Sow. 


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BEER, 


Erklärung der Tafel U, 12. 


Fig. 1. Imoceramus labiatus Schloth. sp. — S. 46. 


Aus dem Mittelquader in der Nähe der Tyssaer Wände in Böhmen. a. Steinkern der linken, b. der rechten Schale. 


Fig. 2. Desgleichen. 


Aus dem Mittelquader von Gross-Cotta. a. Steinkern von der rechten Schale aus, b. von vorn gesehen. 


Fig. 3. Desgleichen. 


Aus dem Mittelquader bei Schöna am linken Elbufer. Steinkern einer schmalen Abänderung von der rechten Seite ge- 
sehen. 


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Erklärung der Tafel II, 18. 


Fig. 1. Inoceramus striatus Maut. — 8. 41. 
Rechte Schale aus dem Plänerkalke von Strehlen. 

Fig. 2. Desgleichen. 
Ebendaher. 

Fig. 3. Inoceramus Brongniarti Sow. — 8. 43. 
Rechte Schale, ebendaher. 

Fig. 4. Inoceramus latus Mant. — S. 45. 


Mittelform der rechten Schale, aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


. 5. Desgleichen. 


Schmale Form, ebendaher. 


. 6. Imoceramus Ouvieri Sow. — 8. 48. 


Linke Schale aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


. 7. Desgleichen. 


Rechte Schale, ebendaher. 


Fig. 8. Desgleichen. 
Schmälere Varietät der linken Schale, ebendaher. 
Fig. 9. Imoceramus striatus Mant. — S. 41. 
Linke Schale eines jungen Exemplares, ebendaher. 
Fig. 10. Desgleichen. 


Steinkern der linken Schale eines älteren Exemplares, ebendaher. 


11. Inoceramus Oripsi Mantell. — 8. 49. 
Steinkern der rechten Schale aus dem Mittelpläner von Priessnitz an der Elbe. 


,. 12. Desgleichen. 


Aus dem Mittelquader von Gross-Cotta bei Pirna, Steinkern der linken Schale. 


13. Desgleichen. 
Aus dem oberen Quadermergel von Kreibitz in Böhmen, Steinkern der linken Schale. 


. 14. Desgleichen. 


Ebendaher. Steinkerne der linken Schale einer schmäleren Varietät, b. von der vorderen Seite gesehen. 


. 15. Desgleichen. 


Ebendaher. Steinkern einer jungen rechten Schale in der Varietät des Inoceramus angulosus d'Orb. 


Falaeontoge.bda MN Abthlll Taf. 


 EllGermitzx del 


1.2.9.0 .Inocer amıs striatus Mant. 3. In Brongniarti Sow. 4.5. In Jatnıs Mant .6_8-Jn.Cuvieri Sow. I1_15.Jn. Cripsi Mant. 


Hut 


Rrklärung der Tafel II. 14. 


Fig. 1. JInoceramus Lamarcki Parkinson. — S. 50. 


Steinkern der linken Schale, aus dem senonen Kreidemergel von Nagorzany bei Lemberg. a. von aussen, b. von der 
vorderen Seite gesehen. 


Fig. 2. Pinna cretacea Schlotheim. — S. 54. 


Steinkern der linken Schale aus dem ?oberen Quadersandstein der Bornbrüche bei Königstein. a. Querschnitt des 
Ganzen. 


Fig. 3. Desgleichen. 
Steinkern der rechten Schale aus dem Mittelquader von Gross-Cotta. 


Fig. 4. Imoceramus Lamarckı Park. — 8. 50. 


Steinkern der linken Schale aus dem oberen Quadersandstein von Königstein. 


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lise Geinitz.del 


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.3.Pinna eretacca Schl. 


irekı Park, 2 


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Erklärung der Tafel II. 15. 


Fig. 1. Pinna Cottai Gein. — I. S. 211. 
Aus dem Mittelquader von Gross-Cotta. Steinkern der linken Schale, unten ergänzt. a. Querschnitt des ganzen Exemplares. 
Fig. 2. Pinna decussata Goldfuss. — 1. S. 211. 
Aus dem Mittelquader der Kirchleithen bei Königstein. Steinkerne der rechten Schale unten ergänzt. a. Querschnitt des 
ganzen Exemplares. 
Fig. 3. Desgleichen. 


Fig. 


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8 


Aus dem Mittelquader von Gross-Cotta. Steinkern der linken Schale, unten ergänzt. a. Querschnitt des ganzen Exemplars. 


4. Mytilus (Modiola) siligua Math. — I. S. 215. 


Steinkern der linken Schale, aus dem Mittelquader von Gross-Cotta. 


ie. 5. Mytilus (Modiola) flagellitera Forbes. — S. 55. 


Steinkern der linken Schale aus dem oberen Quadersandstein von Waldau bei Görlitz. 


Kern 


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1.Pinna Voltai Gein. 2.3.Pınna decussata Gold£ 4.M\ 


Erklärung der Tafel Il. 16. 


Fig. 1. Pinna decussata Goldf. — 1. S. 211. 


Aus dem Mittelquader von Ober-Kirchleithen am rechten Elbufer. Steinkerne der rechten Schale. 


Fig. 2. Arca subglabra d’Orb. — 8. 56. 


a. Linke Schale, b. von der Seite gesehen. Aus oberturonem Grünsande von Kieslingswalda in der Grafschaft Glatz. 


Fig. 3. Desgleichen. 


Rechte Schale, ebendaher. 


Fig. 4. Desgleichen. 
Steinkern der rechten Schale, aus dem oberen Quadermergel von Kreibitz in Böhmen. 
Fig. 5. Arca strehlensis Gein. — S. 56. 
Linke Schale aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 6 Pectunculus lens Nilss. — 1. S. 224. 
Steinkern aus turonem Plänermergel an der Walkmühle bei Pirna. 
Fig. 7. Arca Geinitzi Reuss. — 8. 55. 
Xechte Schale aus dem Plänerkalke von Strehlen. b. Vergrösserung des vorderen Schalentheiles. 


Fig. S. Desgleichen. 2 


Steinkern einer rechten Schale, ebendaher. 
Fig. 9. Modiola capitata Zittel. — 1. S. 217. 
Rechte Schale aus dem Plänerkalke von Strehlen, hinten verbrochen. 
Fig. 10. Desgleichen, ebendaher. 
Linke Schale. 
Fig. 11. Mutiella Ringmerensis Mantell sp. — S. 61. 
Linke Schale aus dem Plänerkalke von Strehlen, b. Seitenansicht derselben. 
Fig. 12 und i3. Desgleichen, ebendaher. 


Steihkern der linken Schale mit Andeutungen von Zähnen. 


Fig. 14. Lima semisulecata Nilsson. — S. 53. 
Das einzige bis jetzt in Strehlen gefundene Exemplar, doppelt vergrössert, b. von der Seite gesehen. 


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klise Geinilzu.E. scher del. 


.Pinna deeussala Goldf. 2-4.Arca subglabra d’Orb. 5.Arca strehlensis Gein. 6.Peetuneulus lens Nilfs. 7. 8.Arca Geinitzi Ris. 


9.10.Modiola capitata Zitt. I 13.Mutiella Ringmerensis Mant. sp. 1. Lima semisuleata Nilfs. 


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Erklärung der Tafel U. 17. 


. 1. Eriphyla lentieularıs Goldf. (Lucina lentieularis Goldf.) — S. 62. 
Rechte Schale aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


. 2. Desgleichen, ebendaher. 


. 3. Nucula pectinata Sow. — 8. 57. 
Linke Schale, ebendaher. 


Fig. 4. Desgleichen. 
Steinkern der linken Schale, ebendaher. 
Fig. 5. Desgleichen. 
Kürzere Varietät, a. Steinkern der rechten Schale, b. Steinkern der linken Schale mit Schlosszähnen. 
Fig. 6. Nucula sublineata Gein. — S. 58. 
Rechte Schale aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 7. Desgleichen. 


Fig. 


Steinkern der linken Schale, ebendaher. 
. 8. Desgleichen. 
Steinkern der rechten Schale mit Muskeleindrücken und Manteleindruck, ebendaher. 


9. Orassatella regularis d’Orb. — I. S. 225. 
a. Steinkern der rechten Schale. b. Steinkern von oben gesehen. Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


Fig. 10. Orassatella? sp. — S. 60. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. linke, b. rechte Schale darstellend. 
Fig. 11. Cardita tenuwicosta Sow. sp. — 8. 60. 

Linke Schale, ebendaher. 
Fig. 12. Desgleichen. 

Rechte Schale mit spitzerem Wirbel, ebendaher. 
Fig. 13. Desgleichen. 

Rechte Schale ebendaher in doppelter Grösse. 
Fig. 14. Oyprina quadrata d’Orb. — S. 62. 

Normaler Steinkern der rechten Schale, aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 15. Desgleichen, ebendaher. 


Mit etwas längerem Wirbel. 


Fig. 16. Desgleichen. 

Mit noch längerem Wirbel. Aus dem Plänerkalke von Weinböhla. a. von der rechten Seite, b. von oben gesehen. 
Fig. 17. Cyprina Hübleri Gein. — 8. 63. 

a. Linke Schale aus dem Plänerkalk von Strehlen; b. vordere Ansicht beider Schalen 


Fig. 18. Isocardia sublunulata d’Orb. — S. 63. 


Rechte Schale aus dem Pläner von Weinböhla. 


Fig. 19. Desgleichen. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. Linke Schale b. vordere Ansicht. 


Fig. 20. Desgleichen. 
Junges Exemplar, ebendaher a. Linke Schale. b. Vordere Seitenansicht. c. Ansicht von oben. 
Fig. 21. Cardium bipartitum d’Orb. — 8. 64. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. Rechte Schale eines jungen Exemplars; b. vordere Ansicht desselben; c. Ansicht 
von oben. 


Palaeoniogr. XXbd Adihl. Tat. 17. 


1. 2. Eriphyla lertieularis Goldf.sp. 3-5.Nucula pectinata Sow. 5-8.Nue. fublineata Gein. 9. Crassatella regularis d’Drb. 


10.Crassatella sp. N-B.Cardita lenuicosta Sow sp. 14-16.Cyprina quadrata d’Orb. 17.Cyprina Hübleri Gein. 
18-20.Jsocordia fublunulata d’Orb. 21.Cardium bipartitum dOrb. 


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Fig. 


Erklärung 


der Tafel I. 18. 


1. Eriphyla lenticuwlaris Goldf. sp. (Lucina lenticularis Goldf,) — S. 62. 


a. Steinkern von der rechten Seite mit deutlicher Bucht in dem Manteleindrucke, b. von oben gesehen. 


sandstein von Kieslingswalda in der Grafschaft Glatz. 


2. Desgleichen. 


Linke Schale der niedrigen Varietät, aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


3. und 4. Eriphyla striata? Sow. sp. — 1. 


Linke Schale, ebendaher. 
5. (Cardium bipartitum d’Orb. — S. 64. 


S. 228. 


a. Linke Schale. b. Beide Schalen von der vorderen Seite gesehen, ebendaher. 


6. Cardium alutaceum Mün. — S. 65. 
Linke Schale, ebendaher. 


7. Desgleichen. 


Rechte Schale, ebendaher. (Sammlung des k. Polytechnicum in Dresden). 


8. Cardium deforme Gein. — S. 64. 


a. Linke Schale, b. hintere Ansicht, c. vordere Ansicht beider Schalen. Ebendaher. 


9. Venus faba Sow. — 8. 65. 


a. Steinkern von der linken Seite, b. von oben. Ebendaher. 


10. Desgleichen. 
Linke Schale, ebendaher. 


11. Venus subdecussata A. Röm. — S. 66. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


12 und 13. Desgleichen. 
Linke Schale, ebendaher. 


14 und 15. Venus Reussiana Gein. — S. 66. 


Rechte Schale, ebendaher. 


16. Venus Goldfussi Gein. — S. 67. 
a. Linke Schale, b. obere Ansicht beider Schalen. 


Aus dem Plänerkalk von Strehlen. 


Aus dem Grün- 


. 17. Desgleichen, ebendaher. 


18. Tellina (Arcopagia) concentrica Reuss. — 8. 67. 
Rechte Schale, ebendaher. 


. 19. Corbula caudata Nilsson. — S. 67. 


Linke Schale, ebendaher. 


. 20. Panopaea mandibula Sow. sp. — 8. 70. 
a. Rechte Schale, b. linke Schale, c. vordere Ansicht beider Schalen. 


des k. Polytechnicum in Dresden). 


. 21. Desgleichen. 


Rechte Schale einer schmäleren Varietät. Ebendaher. 


Aus dem Plänerkalk von Strehlen. 


(Sammlung 


Pala eonioar.ANDd \bEhilL Taf. 18. 


l.2.Eriphyla lenlieularis Golof. sp. 3.4.E. radiata Sow. sp. 5.Cardium biparlitum d’Orb. 6.7.0. alılareum Min. 8.C. deforme Gein. 
I.W.Venus laba Sow. 1-1B3.V. subdeeussala A.Rön. 4.15, V, Reussiana bein. 6.17. V. Gollfussi Gein. 18. Tellina eoneentriea Ris. 
9.Corbula eaudata Nilfs 20.21.Panopaea mandibula Sow. 


Erklärung der Tafel I. 19. 


Fig. 1. Panopaea Gurgitis Bgt. sp. — S. 68. 
Rechte Schale aus dem Plänerkalk von Strehlen. 
Fig. 2. Desegleichen. 
Linke Schale, ebendaher. 
Fig. 3. Panopaea regularis d’Oxb. sp. — S. 69. 
Steinkern der rechten Schale aus dem oberen Quadersandstein von Waldau bei Görlitz. 
Fig. 4. Desgleichen. 
Aus dem oberen Quadersandstein des sächsischen Elbthales. 
Fig. 5. Pholadomya nodulifera Mün. — S. 70. 
Aus dem oberen Quadersandstein von Kreibitz in Böhmen. a. Steinkern von der rechten Seite, b. von vorn gesehen. 
Sie kommt in gleicher Weise als Seltenheit im Quadersandsteine des sächsischen Elbthales vor. 
Fig. 6. Pholadomya aeqwivalvis Goldf. (Phol. caudata A. Röm.) — S. 71. 
Linke Schale aus dem Grünsandstein von Kieslingswalda im Glatzischen. 
Fig. 7. Desgleichen. 
Rechte Schale ebendaher. 
Fig. 8. Pholadomya designata Goldf. sp. — S. 71. 


Aus dem oberen Quader von Tanneberg an der böhmischen Nordbahn. Steinkern. a. von der linken Seite, b. von oben 
gesehen. 


Fig. 9. Anatina lanceolata Gein. — S. 68. 
Rechte Schale, aus dem Grünsandstein von Kieslinsswalda im Glatzischen. 
Fig. 10. Modiola capitata Zittel. — I. S. 217. 


Aus dem oberen Quader von Tanneberg an der böhmischen Nordbalin. Steinkern, a. von der rechten Seite, b. von 
oben gesehen. 


Palaeontag 


Taf. 19. 


lise Geinttz dd. 


‘a Mim. 6.7. Pholadomya aequivaliis told! sp. 


1.2. Panopaea Gurgitis Brongn. 3.4. Pan. regularis dOrb. 5.Pholadomva nodulif 
3.Pholadomya designata Gold£ sp. 9. Anatina lanceolata bein. [0.Modiola capitata Zilt. 


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« 


Erklärung der Tafel II. 20. 


Fig. 1—4 Nodosaria obscura Rss. — L. S. 81. 
Vergrösserte Seitenansichten. ') 


Fig. 5—7. Nodosaria paupercula Rss. — U. S. 81. 
Vergrösserte Seitenansichten. 


Fig. 8. Nodosaria amphioxys n. sp. — 1. S. 82. 


Aus dem Pläner von Strehlen. Vergrösserte Seitenansicht. 


Fig. 9. Nodosaria fusula n. sp. — U. S. 82. 


Aus dem Pläner von Strehlen. Vergrösserte Seitenansicht. 


Fig. 10. Nodosaria acicula n. sp. — 1. S. 82. 
Aus dem Pläner von Strehlen. Vergrösserte Seitenansicht. 


Fig. 11. Nodosaria Naumanni n. sp. — II. S. 82. 
Aus dem Pläner von Strehlen. Vergrösserte Seitenansicht. 


Fig, 12. Nodosaria (D.) affinis Rss. — U. S. 83. 


Aus dem Pläner von Weinböhla. Vergrösserte Seitenansicht eines Bruchstückes. 


Fig. 13. Nodosaria (D.) multilineata n. sp. — 1. S. 83. 


Aus dem Pläner von Strehlen. a. Vergrösserte Seitenansicht eines Bruchstücks. b. Ein Stück der Oberfläche stärker 
vergrössert. 


Fig. 14. Nodosaria (D.) obsolescens n. sp. — U. S. 83. 


Aus dem Pläner von Strehlen. 


Fig. 15—18. Nodosaria (D.) oligostegia Rss. — II. S. 83. 


Vergrösserte seitliche Ansichten. 


Fig. 19, 20. Nodosaria (D.) annulata Rss. — II. S. 85. 


Vergrösserte seitliche Ansichten. 


Fig. 21. Nodosaria (D.) peracuta n. sp. — II. S. 86. 


Aus dem Pläner von Weinböhla. Vergrösserte Seitenansicht. 


!) Wo bei den Foraminiferen kein specieller Fundort angeführt ist, sind die Abbildungen nach Exemplaren aus den 
böhmischen Baculitenthon entworfen. 


Fig. 22. Nodosaria (D.) legumen Rss. — U. S. 88. 


Vergrösserte seitliche Ansicht. 
Fig. 23. Lingulina pygmaea n. sp. — 11. S. 90. 


Aus dem Pläner von Strehlen. a. Vergrösserte seitliche, b. obere Ansicht. 


Fig. 24. Vaginulina costulata Röm. — I. S. 90. 


a. Vergrösserte seitliche Flächenansicht. b. Ein Stück derselben stärker vergrössert. 


Palaeontogr. BU.NX Taf. 20 


Rud. Schönn. del. ıc lith: ö E k. Hof-Hunstdruckerei ».Reffenstein. & Jöschv in Wienr 


ee 
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1 


Erklärung der Tafel U. 21. 


Fig. 1. Vaginulina Geinitzi n. sp. — 1. 8. 91. 
Aus dem Pläner von Weinböhla. Vergrösserte Seitenansicht. 
Fig. 2. Frondicularia striatula Rss. — 11. S. 94. 
Aus dem Pläner von Strehlen. a. Vergrösserte seitliche Flächenansicht. b. Einige jüngere Kammern. c. das Embryonal- 
ende stärker vergrössert. 


Fig. 3. Frondicularia tenuwis Rss. — Il. S. 94. 
Aus dem Pläner von Strehlen. Vergrösserte seitliche Flächenansicht. 


Fig. 4. Frondicularia mierosphaera n. sp. — I. 8. 94. 
Aus dem Pläner von Strehlen. Vergrösserte seitliche Flächenansicht. 


Fig. 5—7, 11. Frondicularia inversa Rss. — Il. S. 94. 
- Vergrösserte seitliche Flächenansichten. 
Fig. 8-10, 12, 13. Frondieularia Cordai Rss. — U. 8. 95. 
Vergrösserte seitliche Flächenansichten. 
Fig. 14—16. Frondicularia mucronata Rss. — 1. S. 96. 


Vergrösserte seitliche Flächenansichten. 


Fig. 17, 18. Frondicularia turgida Rss. — 1. S. 97. 


a. Vergrösserte seitliche Flächenansichten. b. Kantenansichten. 


EERIRRSERSANT I. 


Palaeontosr. BUXX. Tat 21. 


Rud.Schonn del. u. Wh. Lk Hof-Funsldruckerei » Reiflkinstein & hösch ın Wien 


417 


Erklärung der Tafel I. 22. 


Fig. 1. Flabellina ornata Rss. — I. S. 99. 


a. Vergrösserte Flächenansicht. b. Seitliche Kantenansicht. 
Fig. 2. Oristellaria recta d’Orb. — II. S. 201. Var. hamosa Rss. 


Aus dem Pläner von Strehlen. Vergrösserte Seitenansicht. 


Fig. 3. Oristellaria rect« d’Orb. — 11. S. 101. 


Aus dem Pläner von Strehlen. a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Bauchansicht. 
Fig. 4, 5. Oristellaria intermedia Rss. — U. S. 103. 

a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Bauchansicht. 
Fig. 6—11. Oristellaria ovalis Rss. — U. S. 103. 

Verschiedene Formen. a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Bauchansicht. 


Fig. 12. Cristellaria lobata Rss. — S. 104. 


a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Bauchansicht. 


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Palaeontogr. BAaXX. Taf. 22 


Rd. Schörun del wlıth Hk Hof Kunstdruckerei v Rajyenstein & Rösch in Wien 


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Erklärung der Tafel II. 23. 


. 1. Oristellaria lobata Rss. — Il. S. 104. 


a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Bauchansicht. 


ig. 2, 3. Oristellaria (Rob.) nuda Rss. — II. 106. 


Aus dem Pläner von Strehlen. a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Bauchansicht. 


. 4. Cristellaria (Rob.) lepida Rss. — II. S. 106. 


a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Bauchansicht. 


. 5. Oristellaria compressa d’Orb. — 1. S. 101. 


Aus dem Pläner von Strehlen. a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Bauchansicht. 


.. 6. Bolivina tegulata Rss. — II. S. 109. 


Aus dem Pläner von Strehlen. Vergrösserte seitliche Flächenansicht. 


. 7, 8. Textilaria praelonga Rss. — 11. S. 111. 


a. Vergrösserte seitliche Flächenansicht. b. Stärker vergrösserte obere Ansicht. 


. 9. Planorbulina ammonoides Rss. — I. S. 114. 


a. Vergrösserte Spiralansicht. b. Nabelansicht. ce. Kantenansicht. 


. 10. Planorbulina polyraphes Rss. — Il. S. 114. 


a. Spiralseite. b. Nabelseite. c. Randseite, sämmtlich vergrössert. 


. 11. Planorbulina lenticula Rss. — I. S. 115. 


a. Spiralseite. b. Nabelseite. c. Randseite, sämmtlich vergrössert. 


ig. 12. Rotalia umbilicata d’Orb. Var. nitida Rss. — I. S. 116. 


a. Spiralseite. b. Nabelseite. c. Randseite, sämmtlich vergrössert. 


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Erklärung der Tafel II. 24. 


Fig. 1—3. Haplostiche foedissima Rss. — 1. 8. 121. 

Vergrösserte Seitenansichten aus dem oberen Pläner von Weinböhla. 
Fig. 4—6. Haplostiche dentalinoides Rss. — 1. 8. 121. 

Vergrösserte Seitenansicht aus dem oberen Pläner von Strehlen. 
Fig. 7. Haplostiche elavulina Rss. — I. S. 121. 

Vergrösserte Seitenansicht aus dem senonen Mergelthone von Zeichen bei Wehlen. 
Fig. 8. Desgleichen, ebendaher. 

a. Vergrösserte Seitenansicht. b. Querscheidewand. 
Fig. 9, 10. Haplostiche constrieta Rss. — 11. S. 122. 

Vergrösserte Seitenansichten aus dem cenomanen oder unterturonen Pläner von Pennrich. 
Fig. 11, 12. Desgleichen, ebendaher. 

Vergrösserte Fragmente. 
Fig. 13. Plecanium Partschi Rss. — 1. S. 126. 

Aus dem böhmischen Baculitenthone. a. Vergrösserte Seitenansicht. b. obere Ansicht. 
Fig. 14. Membranipora confluens Rss. — 1. S. 129. 

Einige Zellen vergrössert, aus dem oberen Pläner von Strehlen. 
Fig. 15. Lepralia misera Rss. — U. S. 129. 


Einige Zellen vergrössert, ebendaher. 


Fig. 16. Lepralia pedieulus Rss. — II. S. 129. 


Einige Zellen vergrössert, ebendaher. 
Fig. 17. Lanceopora striolata Rss. — 11. S. 130. 
Vergrösserte Seitenansicht aus dem oberen Pläner von Strehlen. 
Fig. 18. Desgleichen, ebendaher. 
Seitenansichten, a. schwächer, b. stärker vergrössert. 


Fig. 19. Filisparsa ornata Rss. — II. S. 134. 
Vergrösserte Seitenansicht. Ebendaher. 


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Erklärung der Tafel I. 25. 


Filisparsa simplex Rss. — II. S. 134. 


Aus dem oberen Pläner von Strehlen. a. Vergrösserte vordere, b. Rücken-Ansicht. 


. 2. Diastopora tuberosa Rss. — II. S. 132. 
In natürlicher Grösse, von Strehlen. 


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Desgleichen, ebendaher. 
in natürlicher Grösse, b. einige Zellen vergrössert. 


Berenicea comata Rss. — II. 8. 132. 


Aus dem oberen Pläner von Strehlen. a. Colonie in natürlicher Grösse; Db. ein Stück vergrössert ; 


5, 


stark vergrössert. 


6. Entalophora lineata Beissel. — 1. S. 133. 


Vergrösserte Seitenansichten. Ebendaher. 


7. 


Defrancia subdiseiformis d’Orb. — I. S. 132. 


. in natürlicher Grösse auf Rhynchonella plicatilis; b. eine Colonie vergrössert. Ebendaher. 


Escharites  dichotoma Rss. — DI. S. 135. 


. in natürlicher Grösse, b. ein Stück vergrössert. Ebendaher. 


Fasciculipora aspera Rss. — 1. S. 136. 


. und b. in natürlicher Grösse. c. ein Stück vergrössert. Von Strehlen. 


10. Heteropora Kürsteni Rss. — II. S. 136. 


Vergrösserte Seitenansicht. Ebendaher. 


e. einige Zellen 


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Palaeonlogr. Du.NX. Taf. 25. 


Biel. Schönn del. ır lÜR: HK. k. Hof-Kunstdruckerei v. Reffenstein & Rösch un Wien. 


Erklärung der Tafel II. 26. 


Fig. 1. Petalopora elongata d’Orb. — II. S. 137. 


Vergrösserte Seitenansicht. Aus dem oberen Pläner von Strehlen. 


Fig. 2. Vincularia affınis Rss. — 1. S. 131. 


Vergrösserte Seitenansicht. Ebendaher. 


Fig. 3, 4. Ceriopora nana Rss. — U. S. 136. 
Vergrösserte obere Ansicht. Ebendaher. 


Fig. 5. Bairdia subdeltoidea Mün. sp. — U. S. 140. 
a. Linke, b. rechte, c. Bauchansicht, vergrössert. Aus dem cenomanen oder unterturonen Pläner des Rathsweinberges 
von Meissen. 


Fig. 6. Bairdia Harrisiana Jon. — I. S. 141. 
a. Linke, b. rechte Seitenansicht, c. Bauchansicht, vergrössert. Aus dem oberen Pläner von Weinböhla. 
Fig. 7. Desgleichen, ebendaher. 
Vergrösserte Seitenansicht. 
Fig. 8. Bairdia arcuata Var. faba Rss. — Il. S. 141. 
a. Linke, b. rechte Seitenansicht, ec. Bauchansicht, vergrössert. Von Strehlen. 
Fig. 9. Desgleichen, ebendaher. 
Linke Seitenansicht, vergrössert. 
Fig. 10. Bairdia modesta Rss. — 1. S. 142. 


a. Linke, b. rechte Seitenansicht, c. Bauchansicht, vergrössert. Aus dem oberen Pläner von Strehlen. 


Fig. 11. Desgleichen, ebendaher. 


a. Linke Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 


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Fig. 


Erklärung der Tafel U. 27. 


1. Oythere concentrica Rss. — 1. S. 144. 
a. und b. Bauchansichten. c. Rechte Seitenansicht vergrössert. Aus dem oberen Pläner von Strehlen. 


2. Oythere Karsteni Rss. — IL.”S. 145. 


a. Seitenansicht. b. Bauchansicht vergrössert. Aus dem böhmischen Baculitenthon. 


3. Oythere semiplicata Rss. — 11. S. 145. 


a. Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. Aus dem unteren oder mittleren Pläner der Rathsweinberge bei Meissen. 


4. Oythere Geinitzi Rss. — 1. S. 146. 


a. Seitenansicht, b. Bauchansicht vergrössert. Von Strehlen. 
5. Cythere ornatissima Rss. — U. S. 146. 


Seitenansicht, vergrössert. Ebendaher. 


6. Desgleichen, ebendaher. 
a. Seitenansicht, b. Bauchansicht, c. Rückenansicht, vergrössert. 


7. Oythere sphenoides Rss. — 1. S. 147. 


a. Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. Aus der Gosau. 


8. Oythere serrulata Bosq. — 11. S. 148. 


a. Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. Aus dem oberen Pläner von Strehlen. 


9. Oytheridea perforata Röm. sp. — 1. S. 149. 


a. Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. Ebendaher. 


10. Desgleichen, ebendaher. 


a. Linke Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 


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Erklärung der Tafel II. 28. 


Fig. 1. Oytherideis Taevigata Röm. — U. S. 150. 


a. Rechte Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. Aus dem oberen Pläner von Strehlen. 


Fig. 2. Desgleichen, ebendaher. 


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Fig 
Fig 
Fig 
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Fig 


Rechte Seitenansicht vergrössert. 


. 3. Desgleichen, ebendaher. 


a. Rechte Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 
. 4, 5. Oytherella ovata Böm. — Il. S. 151. 
Aus dem oberen Pläner von Strehlen. a. Linke Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 


. 6. Oytherella Münsteri Röm. — Il. S. 152. 


Aus dem oberen Pläner von Strehlen. a. Rechte Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 


. 7. Desgleichen, ebendaher. 


a. Linke Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 


. 8. Oytheridea ovata Bosg. — 1. S. 154. 


Ebendaher. a. Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 


. 9. Cytherella Williamsoniana Jon. — II. S. 153. 


Aus der Gosau. Vergrösserte Seitenansicht. 
. 10. Desgleichen, ebendaher. 


a. Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 


. 11. Cyihere elongata Rss. — I. S. 154. 


a. Seitenansicht, b. Bauchansicht, vergrössert. 


Aus dem unteren, oder cenomanen Pläner von Plauen. 


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Erklärung der Tafel II. 29. 


Fig. 1-3. Turritella multistriata Reuss. II. — $. 161. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 1a. und 2a. in natürlicher Grösse, b. vergrössert; 3. Steinkern. 
Fig. 4. Scala decorata A. Römer. — 1. S. 162. 
Jüngeres Exemplar aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 5. Trochus Engelhardti Gein. — 11. S. 163. 
Ebendaher, vergrössert. a. von der Seite, b. von der Basis gesehen. 
Fig. 6. Rissow coneinna A. Römer sp. — II. S. 162. 
Ebendaher, vergrössert. 
Fig. 7. Trochus amatus d’Orbigny. — 11. S. 164. 
Ebendaher, vergrössert. 
Fig. 8. Turbo Buchi Goldfuss sp. — Il. S. 164. 
Ebendaher, schwach vergrössert. 
Fig. 9. Turbo Steinlai Gein. — 1I. S. 164. 
Ebendaher. a. von der Seite, b. von der Basis gesehen. 
Fig. 10. Pleurotomaria linearis Mantell sp. — II. S. 165. 
Ebendaher. a. von der Seite, b. von oben, c. von unten gesehen. 
Fig. 11. Pleurotomaria perspectiva Mant. sp. — Il. S. 166. 
Aus dem Plänerkalke von Weinböhla. 
Fig. 12. Natica Gentii Sow. (Natica canaliculata« Mant. sp) — 1. S. 162. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Ansicht von oben. 
Fig. 13. Desgleichen, ebendaher. 
Ansicht von unten. 
Fig. 14. Desgleichen, ebendaher. 
Steinkern von der Seite gesehen. 
Fig. 15. Avellana sculptilis? Stoliezka. — II. S. 178. 


Ebendaher, etwas vergrössert. 


. 16. 17. Actaeon ovum Dujardin. — II. S. 176. 


Ebendaher. 


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4-3. Turritelia multiftriata Rfs. _#. Scala decorata Röm._. Trochus Engelhardü (ein. _6.Rissoa concinna A Rom SPES7TE 
amanıs d 0rb_8.Turbo Buchi Goldf. sp._9.T.Steinlai Gein._10. Pleurotomarta Jinearis Mant. sp. _1LPl perspectiva Mant. sp. — 
12 -]& Naüca fientii Sow. sp. 15. Avellana fouipälis 2 Stol. _16. 17. Actaeon ovum Duj. - 


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Erklärung der Tafel II. 30. 


io. 1. Patella inconstans Gein. — 11. S. 167. 


Aus senonem Baculitenmergel der Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke zwischen Pirna und Lohmen. 
b. von oben gesehen. 


;. 2. Desgleichen, ebendaher. 


Von der Seite gesehen. 


3.  Dentalium medium Sow. — 11. S. 178. 


Aus dem oberturonen Plänerkalke von Strehlen. 


;. 4. Desgleichen. 


Aus dem Baculitenmergel von Zatzschke. 
5. Dentalium Rotomagense? d’Orb. — 1. S. 179. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen, in doppelter Grösse. 


ie. 6. Dentalium Strehlense Gein. — 1. S. 179. 


Ebendaher. 


ig. 7. Rostellaria Parkinsoni Mant. — I. S. 168. 


Copie nach Parkinson. 


. 8. Desgleichen. 


Copie nach Sowerby. 


9. Rostellaria Reussi Gein. — I. S. 169. 


Bruchstück mit wohlerhaltenem Flügel aus Baculitenmergel von Zatzschke. 


;, 10. 11. Desgleichen, Var. megaloptera Reuss. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


ie. 12. Rostellaria coarctata Gein. — 1. S. 170. 


Aus dem Baculitenmergel von Zatzschke. 


je. 13. Rostellaria calcarata Sow. — 1. S. 170. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


. 14. KRostellaria Buchi Mün. sp. — 11. S. 171. 


Ebendaher. 


. 15. Voluta Roemeri Gein. — 1. S. 172, 


Ebendaher. 


. 16. Rapa quadrata Sow. sp. (Fusus quadratus Sow. sp.) — 1. S. 174. 


Knotige Varietät aus dem oberen Quadermergel von Kreibitz in Böhmen. 


. 17. Desgleichen, Var. Pyrula Ootiae Röm., 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


.18. Turritella multistriata Reuss. — I. S. 161. 


Ebendaher. 


;. 19. 20. Rapa costata A. Römer sp. (Fusus subcostatus d’Orb.) — I. 8. 173. 


Aus dem oberen Quadermergel von Kieslingeswalda im Glatzischen. 


. 21. Desgleichen. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


a. von der Seite, 


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Erklärung der Tafel I. 31. 


1. Voluta elongata Sow. sp. — Il. S. 172. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


Fig. 2. Voluta suturalis Goldf. sp. — II. S. 172. 


Ebendaher, etwas vergrössert. 


Fig. 3. Cerithium subfasciatum d’Orb. — II. S. 175. 


Ebendaher, etwas vergrössert. 


Fig. 4. Cerithium binodosum A. Römer. — Il. S. 176. 


Ebendaher, in “üoppelter Grösse. a. ein Umgang in stärkerer Vergrösserung. 


Fig. 5. Cerithium pseudoclathratum d’Orb. — 1. 8. 175. 


Ebendaher. a. ein Umgang vergrössert. 


Fig. 6. KRissoa Reussi Gein. — II. S. 163. 


Aus dem Baculitenmergel von Zatzschke, vergrössert. 


Fig. 7. Pleurotomaria funata Reuss. — II. S. 167. 


Ebendaher. Schale von der Basis aus gesehen, etwas vergrössert. 


Fig. 8. Neptunea modesta Gein. — II. S. 173. 


Ebendaher, vergrössert. 


Fig. 9. Pleurotomaria Baculitarum Gein. — II. S. 167. 


Fig. 


Ebendaher. Schale von oben gesehen, vergrössert. 
10. Rapa cancellata Sow. sp. — 11. 8. 174. 


Aus dem unterturonen Mittelpläner von Priessnitz an der Elbe. 


. 11. Cancellaria Thiemeana Gein. — 1. S. 175. 


Aus dem Baculitenmergel der Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke vergrössert. 


ig. 12. Oylichna eylindracea Gein. — II. S. 178. 


Ebendaher vergrössert. 
13. 14. Belemnitella plena Blainv., var. Strehlensis Fritsch. — II. S. 180. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


. 15. Desgleichen. Mit Alveolit. 


Aus dem unteren cenomanen Pläner von Plauen, vgl. I. Taf. 61. 


ig. 16. Nautilus rugatus Fritsch und Schloenbach.- — Il. S. 181. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


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Erklärung der Tafel II. 32. 


. 1. Nautilus sublaevigatus d’Orb. — I. S. 182, 


Aus dem Mittelpläner (Zwickpläner) von Leutewitz bei Dresden. Breite Varietät, a. von oben, b. von der Seite gesehen. 


. 2. Desgleichen, ebendaher. 


Durchschnitt der schmalen Varietät mit gekieltem Rücken. 


.. 3. Desgleichen. 


Kammer eines jungen Exemplars aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


ig. 4. Nautilus Dekayi d’Orb. — U. S. 183. 


Aus dem senonen Kreidemergel von Nagorzany bei Lemberg. a. Rückenseite, b. von der Seite gesehen. 


. 5. Desgleichen. 


Kammerausfüllung eines sehr ähnlichen Exemplares aus der Korallenkreide von Taxe auf Seeland. 


.6. Nautilus elegans Sow. — 11. S. 181. 


Ausfüllung der Kammer eines glatten etwas comprimirten Steinkernes aus dem Plänerkalke von Strehlen oder Hundor 


in Böhmen. 


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Erklärung der Tafel II. 33. 


Fig. 1. Ammonites Woollgari Mantell. — II. S. 184. 
Altes Individuum aus dem unterturonen Mittelpläner von Priessnitz an der Elbe. 
Fig. 2. Desgleichen, ebendaher. 


Exemplar von mittlerer Grösse, mit knotigem Rückenkiele. 


Fig. 3. Desgleichen. 
Bruchstück eines Exemplares mit 7 Reihen stark entwickelter Knoten. a. von der Rückenseite, b. von der Seite gesehen. 
Aus den unteren Schichten des Mittelpläners (Zwickpläners) von Lenutewitz bei Dresden. 


Fig. 4. 5. Desgleichen. 
Junge Exemplare ans dem Plänerkalke von Strehlen. 


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Palaeontogr Bd.XX. Taf. 33. 


1-5.Ammonites Woollgari Mant. 


Erklärung der Tafel II. 34. 


Fig. 1. Ammonites Austeni Sharpe. — Il. 8. 186. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. von der Seite gesehen, b. Querschnitt einer Windung. 
Fig. 2. Desgleichen. 

Aus dem Plänerkalke von Weinböhla. a. von der Seite gesehen, b. Querschnitt. 
Fig. 3. Ammonites cf. biewrvatus Mich. — II. S. 188. 

Aus dem Pläner von Goppeln bei Dresden, entweder den tiefsten Schichten des unterturonen Mittelpläners oder den 
obersten Schichten des cenomanen Unterpläners angehörend. a. Seitenansicht in !/» der natürlichen Grösse, b. Quer- 
schnitt eines Umganges. 

Fig. 4. Ammonites peramplus Mantell. — II. S. 189. 
Exemplar von mittlerem Alter in !/s der natürlichen Grösse. Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 


Fig. 5. Desgleichen, ebendaher. 


Fig. 6. Desgleichen, ebendaher. 
Junges Exemplar, a. von der Seite, b. von unten gesehen. 
Fig. 7. Desgleichen. 
Loben und Sattel der Kammerscheidewände eines jungen Individuums, stark vergrössert. D bezeichnet die Lage des Sipho 
in der Mitte des Dorsal- oder Rückenlobus, L den oberen Seitenlobus, 1 den unteren Seitenlobus, v die Nahtlinie, 


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1.2. Ammonites Austeni Sharpe. _3.A. cf bicurvatus Mich. 7. Auım. peramplus Mant._ 


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Erklärung der Tafel 35. 


1—3. Scaphites Geinitzi d’Orb. — U. 8. 191. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Von der linken Seite gesehen. 


. 4. Desgleichen. 


Der ammonitenartige Theil der Windung (Ammonites Cottae A. Röm., Scaphites Cottae Gümb.), aus dem Baeulitenmergel 
im Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke zwischen Pirna und Lohmen. 

5. Aptychus ceretaceus Münster. — II. S. 193. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen. Abdruck der concaven Seite, in doppelter Grösse. 


;. 6. Desgleichen, ebendaher. 


Von der convexen Seite gesehen, vergrössert. 
7. Desgleichen, ebendaher. 
Aus dem Baculitenmergel des Wesenitzgrundes unterhalb Zatzschke, von der convexen Seite gesehen, vergrössert. 


. 8. Desgleichen, ebendaher. 
. 9. Rhyncholithus simplex Fritsch. II. S. 181. 


Aus dem Plänerkalke von Strehlen, in 3 verschiedenen Ansichten. 

10. Scaphites awritus Schloenbach., — I. S. 192. 

Der ammonitenartige Theil eines verkiesten Exemplars aus dem Baculitenmergel von Zatzschke, a. von der Seite, b. von 
dem Rücken gesehen, vergrössert. c. Loben, wobei D den Dorsallobus, L den Seitenlobus bezeichnen. 

11. Helicoceras Reussianum d’Orb. — 1. S. 193. 

(ef. H.-plicatile Mant.) Aus dem Plänerkalke von Strehlen. 

12.  Desgleichen, ebendaher. 

Junges Exemplar in Turriliten-artiger Windung. 

13—15. Helicoceras elliptieum Mantell. — 1. S. 194. 

Ebendaher. 

16. Wahrscheinlich nur eine Varietät des vorigen. 

bendaher. 

17. Baculites baculoides Mant. sp. — N. S. 195. 

Aus dem Baculitenmergel im Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke, mit Querschnitt. a. Loben, wobei D den Rückenlobus, 
L den Seitenlobus und V die Mitte der Bauchseite bezeichnen. 

18. Desgleichen. 

Loben eines jüngeren Exemplars von demselben Fundorte. 

19. Desgleichen. 

Bruchstücke eines älteren Exemplars derselben Art aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. Querschnitt desselben. 

20. Desgleichen. 

Jüngeres Exemplar von Strehlen mit Loben. a. Querschnitte derselben. 


. 21. Desgleichen. 


Querschnitt eines anderen Exemplars von Strehlen. 


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Taf. 35. 


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4 Scaphites Geinitzi d’Orb._5-8. Apivchus eretaceus Mun._9.Rhynchohthus simplex Fritsch. 0. Scaphites auritus Schlonb . _ 
#118. Helicoceras Reussianum d’Orb. sp._ 13-15. 162 Helicoceras ellıptieum Mant.sp. 17-21. Baculites baculoides Mant.sp. _ 


Erklärung der Tafel U. 36. 


Fig. 1. ZTurrilites polyplocus A. Römer. — II. S. 195. = 
Jüngeres Exemplar aus dem Plänerkalke von Strehlen. 
Fig. 2. Desgleichen. 
Aelteres Exemplar, ebendaher. 
Fig. 3. Desgleichen. 
Varietät mit auseinander gezogener Spirale, als Typus von Helicoceras. Ebendaher. 
Fig. 4 Ammonites Neptuni Gein. — 1. S. 185. 
Ebendaher. Bruchstück eines älteren Exemplars. 
Fig. 5. Ammonites Orbignyanus Gein. — II. S. 188. 
Aus dem Baculitenmergel von Zatzschke bei Pirna. a. von der Seite, b. vom Rücken gesehen, vergrössert. 
Fig. 6. Cliona Conybeari Morris. 
Aus dem Plänerkalke von Strehlen, mit Theilen des Nautilus sublaevigatus und der Ostrea hippopodium zusammen. 


Fig. 7. Vergrösserung eines Stückes von diesem Exemplare, 


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1-3. Turrilites polvplocus A. Ron. _4 Ammonites Neptuni (tein. _5. Amm. Orbignyanus (ein _ 
6. 7.Chiona Conybeari Morris. — 


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Erklärung der Tafel I. 37. 


ig. 1. Crioceras an Helieoceras sp. — 1. S. 199. 


Aus dem senonen Baculitenmergel in dem Eisenbahneinschnitte bei Zatzschke zwischen Copitz und Lohmen. Sammlung 
der geolog. Landesuntersuchung in Leipzig. 


ig. 2. Serpula socialis Goldf. (S. filiformis Sow.) — II. S. 200. 
Aus dem oberen Quadermergel von Lückendorf in der Oberlausitz. a. nur wenig, b. stärker vergrössert. 
. 3. Serpula gordialis Schl. ($. Plexus Sow.) — Il. S. 200. 
Var. planorbis aus dem Plänerkalk von Strehlen. 
ig. 4. Desgleichen, ebendaher. 
Knauelförmige Gruppe älterer Exemplare. 


. 5. Serpula pustulosa Gein. — U. S. 200. 
Auf Inoceramus Brongniarti Sow. aus dem Plänerkalke von Strehlen. a. in nat. Gr., b. Ansicht des vorderen Endes. 
ie. 6. Serpula ampullacea Sow. — 1. S. 200. 


Ebendaher. Scheibenförmige Windung einer links gewundenen Röhre, a. in nat. Gr., b. vergrössert. 

ig. 7. Desgleichen, ebendaher. 

Aeltere rechts gewundene Röhre, a. in nat. Gr., b. Vergrösserung des vorderen Theiles derselben. 

ie. 8. Desgleichen, ebendaher. 

Vordere Verlängerung einer Röhre mit ringförmigen Mundwülsten. 

ie. 9. Desgleichen, ebendaher. 

Stumpfkantige Varietät des vorderen Schalentheiles, a. von oben, b. von der Mündung gesehen. 

10. Serpula macropus Sow. — 11. S. 201. 

Junge Exemplare auf Helieoceras Reussiamnum d’Orb., ebendaher, in nat. Grösse und a. vergrössertes Stück einer Röhre. 

11. Desgleichen, ebendaher. 

Exemplar von mittlerer Grösse. 

12. Desgleichen, ebendaher. 

Aeltere Exemplare auf Nautilus sublaevigatus d’Orb. Das hintere Ende ist abgebrochen. 

13. Serpula granulat« Sow. — 11. S. 201. 

Ebendaher. a. in nat. Grösse, b. vergrössert. 

14—20. Scalpellum angustatum Gein. — 1. S. 202. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen in doppelter Grösse. 14—16. Kielstücken oder Carinae, 16 von der Seite gesehen, 
17. 18. Oberplättchen oder Terga, 19. 20. Schildstücken oder Sceuta. 

ie. 21—27. Pollicipes glaber A. Röm. — I. S. 203. 

Ebendaher in doppelter Grösse. 21. Gewöhnliche Form der Carina, 22 Carina der Variatio radialis, a. von aussen, 
b. von der Seite, e. von innen gesehen, ebendaher; 23—25. Oberplättchen oder Terga, 26—27. Schildstücken oder Scuta. 

ig. 28. 29. Pollicipes conicus Reuss. — 11. S. 204. 

Ebendaher, in doppelter Grösse. 28. Kielstück oder Carina, 29. Schildstück oder Scutum, a. innere Fläche des letzteren. 

ig. 30. Aptychus ? modiolaeformis Gein. — U. S. 199. 

Aus dem Plänerkalke von Strehlen, etwas vergrössert. 

ig. 31. Enoploelytia Leachi Mant. sp. — Il. S. 205. 

Der vordere Theil eines Kopfbrustschildes und Abdruck eines Scherenstückes. Aus dem Mittelpläner von Priessnitz 
an der Elbe. 

ie. 32. Desgleichen. 

Schwanzfläche aus dem Plänerkalk von Strehlen. 


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1. Örioceras an Helicoceras. — 2. Serpula socialis Gold. — 3. 4. 8. gordialis Schl. — 
9. 5. pustulosa Gein. — 6-9. S. ampullacea Sow. — 10-12. S. maeropus Sow. — 13. S. era- 
nulata Sow. — 14-20: Scalpellum angustatum Gein. —: 21-27. Pollicipes glaber A. Röm. — 


28. 29. P. conieus Rss. — 30. Aptychus? inodiolaeformis Gein. — 31. 32. Enoploclytia Leachi 


Mant. sp. 


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Fig. 


Fig. 


Erklärung der Tafel II. 38. 


1—21. Oxyrhina Mantelli Ag. — 1. S. 207. 

Zähne aus dem Plänerkalk von Strehlen. 1—4 aus dem vorderen Theile der Kiefer, 5—13 Reihenfolge von Zähnen 
wahrscheinlich des linken Unterkiefers von vorn nach hinten; 14—21 eine ähnliche Reihenfolge, die dem rechten 
Unterkiefer angehören kann. 1. 2a, 3a, 3b, 4a, 7, 8, 9, 12, 13, 15—21 äussere Seite, 2b, 5, 6, 10, 11, 14 innere 
Seite der Zähne, 2c und 4b von der scharfen Seitenkante gesehen. 

22—28. Oxyrhina angustidens Reuss. — 11. S. 207. 

Zähne aus dem Plänerkalke von Strehlen. 22—25 gerade Vorderzähne, 26—28 hintere Zähne des Kiefers, von der 
äusseren Seite gesehen. 

29—36. Lamma subulata Ag. — 11. S. 209. 

Ebendaher. 29—33 vordere Zähne, 34—36 hintere Zähne sämmtlich von der flachen äusseren Seite gesehen, nur 31b von 
der scharfen Seitenkante aus gesehen. 

37—54. Otodus appendiculatus Ag. — U. S. 208. 

Ebendaher. 37—39, 47—49 vordere Zähne, 37a von der inneren, 38. 47—49 von der äusseren Seite gesehen, 50—54 
hintere Zähne von der rechten Seite des Unterkiefers, 50 von der inneren, die anderen von der äusseren Seite 
gesehen; 40—46 hintere Zähne der linken Seite des Unterkiefers, von aussen (40, 42, 43, 46) und von innen 
(41, 44, 45) gesehen. 

55—60. Otodus semiplicatus Mün. — 11. S. 209. 

Ebendaher. 55a von der äusseren Seite, b von der Seitenkante aus, 56, 57, 59, 60 von der äusseren, 58 von der inneren 
Seite gesehen, sämmtlich an Grösse nach hinten zu abnehmend. 


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